{"id":3392,"date":"2015-04-20T23:36:29","date_gmt":"2015-04-20T21:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3392"},"modified":"2022-11-18T12:22:14","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:14","slug":"predigt-lukas-736-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-736-50\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 7,36 \u2013 50"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Lk-P07-3650.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Viel S\u00fcndenvergebung und viel Liebe<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDeshalb sage ich dir: Ihre vielen S\u00fcnden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(47)<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im heutigen Text begegnen zwei Menschen Jesus, die kaum unterschiedlicher h\u00e4tten sein k\u00f6nnten. Zum einen ein Pharis\u00e4er, der nach den Regeln des Gesetzes lebte und der Jesus zu einem Essen in sein Haus einlud. Zum anderen eine Frau, die als \u201eeine S\u00fcnderin\u201c stadtbekannt war. W\u00e4hrend sich die Freundlichkeit des Pharis\u00e4er als \u00e4u\u00dferlich und oberfl\u00e4chlich erweist, kam die Frau zu Jesus, um ihm ihre herzliche Liebe zu erweisen. Sie bekam von Jesus die Vergebung ihrer S\u00fcnden und Frieden zugesprochen, der Pharis\u00e4er bekam von Jesus die Lehre, durch die er die geistliche Realit\u00e4t erkennen sollte, wobei unklar bleibt, wie er darauf reagierte. M\u00f6ge Gott uns heute helfen, uns selbst vor ihm zu erkennen und Jesu Gnade der S\u00fcndenvergebung neu anzunehmen und ihn zu lieben!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Wo kam es zu dieser denkw\u00fcrdigen Begegnung? Betrachten wir Vers 36: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>Es bat ihn aber einer der Pharis\u00e4er, bei ihm zu essen. Und er ging hinein in das Haus des Pharis\u00e4ers und setzte sich zu Tisch.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Vielleicht klingt es f\u00fcr manche erstaunlich, dass Jesus zu einem Pharis\u00e4er zum Essen ging, da sie oft als Kritiker und Feinde Jesu aufgetreten sind. Aber Jesus hatte keine Vorurteile und Vorbehalte in seinem Leben. Und tats\u00e4chlich war dieser Pharis\u00e4er Jesus gegen\u00fcber offener eingestellt. Vermutlich wollte er Jesus kennen lernen. Aber im weiteren Verlauf des Ereignisses k\u00f6nnen wir seine Haltung noch besser erfahren. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Wer kam noch dazu? Betrachten wir uach Vers 37: \u201eU<\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>nd siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine S\u00fcnderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch sa\u00df im Haus des Pharis\u00e4ers, brachte sie ein Glas mit Salb\u00f6l.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Die Frau steht in starkem Kontrast zum Pharis\u00e4er, sie war in der Stadt als \u201eeine S\u00fcnderin\u201c bekannt, wahrscheinlich war sie eine Prostituierte. Als sie h\u00f6rte, dass Jesus im Haus des Pharis\u00e4er war, kam sie und drang in das Haus ein. Sie musste vieles \u00fcberwinden, um zu Jesus zu kommen. Sie war nicht eingeladen, sie beging also quasi Hausfriedensbruch und musste damit rechnen, aus dem Haus geworfen zu werden. Als bekannte S\u00fcnderin, wusste sie, dass sie nicht akzeptiert w\u00fcrde. W\u00fcrde Jesus sie annehmen? Aber sie kam, was zeigt, dass sie einen starken Wunsch gehabt hat, Jesus zu begegnen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Warum kam sie? Betrachten wir weiter den Text: \u201e&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>brachte sie ein Glas mit Salb\u00f6l<\/b><\/span><sup><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> 38<\/span><\/sup> <span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>und trat von hinten zu seinen F\u00fc\u00dfen, weinte und fing an, seine F\u00fc\u00dfe mit Tr\u00e4nen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und k\u00fcsste seine F\u00fc\u00dfe und salbte sie mit Salb\u00f6l.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Sie kam zu Jesus mit einem Glas Salb\u00f6l. Salb\u00f6l war sehr teuer und das Wertvollste und Kostbarste, was eine Frau damals hatte. Sie trat von hinten zu Jesus, der wohl nach der Tradition am Tisch lag. Als sie Jesus pers\u00f6nlich sah, weinte sie, war sie zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt. Sie weinte und fing an, seine F\u00fc\u00dfe mit Tr\u00e4nen zu benetzen und sie mit ihren Haaren zu tocknen. Ihre Tr\u00e4nen waren Ausdruck ihrer Bu\u00dfe f\u00fcr ihre S\u00fcnde. Die Tatsache, dass sie ein Glas Salb\u00f6l mitbrachte, weist darauf hin, dass sie bereits an Jesu Gnade glaubte und ihm danken wollte. So m\u00fcssen ihre Tr\u00e4nen auch Ausdruck ihrer tiefen Dankbarkeit f\u00fcr Jesu Liebe und Gnade gewesen sein. Die Haare sind ein Teil der W\u00fcrde einer Frau, nach Paulus sind sie ihr \u201eals Schleier\u201c gegeben. Daher sollte eine Frau ihre Haare nicht entbl\u00f6\u00dfen, au\u00dfer zu Hause vor ihrem Mann. Aber diese Frau war Jesus so dankbar, dass sie ihre Haare \u00f6ffnete und wie ein Handtuch gebrauchte. Die F\u00fc\u00dfe galten damals als niedrigstes und schmutzigstes K\u00f6rperteil. Aber sie k\u00fcsste Jesu F\u00fc\u00dfe, ein Ausdruck ihrer tiefsten Liebe und Dankbarkeit gegen\u00fcber ihrem Heiland. Dann salbte sie Jesus die F\u00fc\u00dfe mit dem Salb\u00f6l, das sicherlich das Kostbarste war, was sie hatte. Es war wohl ilhr ganzes Besitz, aber sie goss es auf Jesu F\u00fc\u00dfe, weil jetzt Jesus f\u00fcr sie am kostbarsten war. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie reagierte Jesus? Jesus mag das Verhalten der Frau von der Situation beim Abendessen und k\u00f6rperlich unangenehm gewesen sein. Aber Jesus lie\u00df sie gew\u00e4hren. Das zeigt, dass Jesus sie annahm, wie sie war, und dass er ihre Bu\u00dfe und ihre Dankbarkeit annahm.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Wie reagierte aber der Pharis\u00e4er, bei dem er zu Gast war? Vers 39 sagt: \u201e<\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>Als aber das der Pharis\u00e4er sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet w\u00e4re, so w\u00fcsste er, wer und was f\u00fcr eine Frau das ist, die ihn anr\u00fchrt; denn sie ist eine S\u00fcnderin.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Seine Antwort verr\u00e4t seine Haltung gegen\u00fcber der Frau und auch gegen\u00fcber Jesus. Er verurteilte die Frau in seinem Herzen als eine S\u00fcnderin. Wegen ihrer offensichtlichen S\u00fcnde hatte sie in seinen Augen kein Recht und keine Chance auf Gottes Annahme, auch nicht bei ihm. Daher war es f\u00fcr ihn auch v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, dass Jesus sie gew\u00e4hren lie\u00df. Er mag sich anfangs gefragt haben, ob Jesus wohl ein Prophet sei. Aber nun urteilte er sofort \u00fcber Jesus, dass er kein Prophet sei. Dahinter stand sein Gottesbild, Gott mit S\u00fcndern nichts zu tun haben wolle. Damit dass er sagte: \u201eSie ist eine S\u00fcnderin\u201c sagte er, dass er sich selbst nicht als S\u00fcnder einstufte, weshalb er sich auch berechtigt sah, \u00fcber andere zu urteilen. Simons Problem bestand darin, dass er sich selbst nicht erkannte. Das andere noch gr\u00f6\u00dfere Problem war, dass er Gott und seinen Sohn Jesus nicht erkannte. Daher lebte er in seinem eigenen Schema, in Gesetzlichkeit und Selbstgerechtigkeit und Urteil \u00fcber andere. Er lud Jesus zwar zu sein, aber er traf allzu schnell ein Urteil \u00fcber ihn. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Aber Jesus verurteilte ihn deswegen nicht und gab ihn nicht auf. Jesus versuchte ihm mit einem Gleichnis zu helfen, die geistliche Realit\u00e4t zu erkennen. Betrachten wir die Verse 40-42: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eJesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es! Ein Gl\u00e4ubiger hatte zwei Schuldner. Einer war f\u00fcnfhundert Silbergroschen schuldig, der andere f\u00fcnfzig. Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er&#8217;s beiden. Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben?\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Die zwei Schuldner des Gl\u00e4ubigers unterschieden sich in dem Ma\u00df ihrer Schuld. 500 Silbergroschen waren ein Verm\u00f6gen, das ein normaler Arbeiter nicht zur\u00fcckzahlen konnte (es entspricht 1,6 Jahresgeh\u00e4lter eines Tagel\u00f6hners). Der andere war ihm 50 Silbergroschen schuldig, was ca. 2 Monatsgeh\u00e4lter eines Tagel\u00f6hners entsprach. Jesus sagt direkt, dass sie beide nicht bezahlen konnten. Sie mussten also beide damit rechnen, dass sie und ihre Familien als Schuldsklaven verkauft w\u00fcrden und ihr Leben lang die Schuld abbezahlen m\u00fcssten. Aber Jesus sagt weiter, dass der Herr beiden die Schuld erlie\u00df, sie ihnen \u201eschenkte\u201c. Jesus beschreibt hier die Lage von uns Menschen vor Gott und Gottes Gnade. Wir haben eine so gro\u00dfe Schuld, dass wir sie nie zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnten. Egal wie wir daran arbeiten oder uns anstrengen w\u00fcrden. Wir m\u00fcssten bis zum Tod als Sklaven unserer Schuld leben und auch danach in der Ewigkeit die Strafe daf\u00fcr bezahlen. Aber Gott ist bereit, uns S\u00fcndern unsere Schuld zu erlassen. Durch die Vergebung befreit uns Gott von der Schuld und rettet uns von der Strafe, die wir ewig h\u00e4tten tragen m\u00fcssen. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Jesus endet mit der Frage \u00fcber die Liebe: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eWer von ihnen wird ihn am meisten lieben?\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Jesus wollte Simon helfen, \u00fcber die Liebe Gottes nachzudenken und dar\u00fcber, warum er selbst so wenig liebte. Hier sehen wir, wie Jesus liebevoll versucht hat, Simon zu helfen, die geistliche Wirklichkeit zu erkennen. Simon antwortete:<\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b> \u201eIch denke, der, dem er am meisten geschenkt hat.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Jesus sprach zu ihm:<\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b> \u201eDu hast recht geurteilt.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> Simon konnte innerhalb des Gleichnisses richtig denken, aber das reichte nicht aus. Daher musste Jesus ihm auch bei der Anwendung helfen. Betrachten wir die Verse 44-46: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eUnd er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser f\u00fcr meine F\u00fc\u00dfe gegeben; diese aber hat meine F\u00fc\u00dfe mit Tr\u00e4nen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Ku\u00df gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine F\u00fc\u00dfe zu k\u00fcssen. Du hast mein Haupt nicht mit \u00d6l gesalbt; sie aber hat meine F\u00fc\u00dfe mit Salb\u00f6l gesalbt.\u201c <\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Hier<\/span><b> <\/b><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">verglich Jesus Simons Verhalten ihm gegen\u00fcber mit dem der Frau. Simon hatte Jesus nicht die F\u00fc\u00dfe mit Wasser gewaschen, was damals eigentlich zur Gastfreundschaft geh\u00f6rte. Dagegen hatte die Frau Jesu F\u00fc\u00dfe mit ihren Tr\u00e4nen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Simon hatte Jesus keine Begr\u00fc\u00dfungskuss gegeben, was im Nahen Osten auch normal war f\u00fcr jemanden, den man sch\u00e4tzte. Aber die Frau hatte Jesus unaufh\u00f6rlich die F\u00fc\u00dfe gek\u00fcsst. Simon hatte Jesu Haupt nicht mit \u00d6l gesalbt. Aber sie hatte Jesus die F\u00fc\u00dfe mit teurem Salb\u00f6l gesalbt. Simon hatte Jesus zum Essen eingeladen sein Verhalten sah \u00e4u\u00dferlich akzeptabel aus; aber der Vergleich mit dem Verhalten der Frau macht es \u00fcberdeutlich, dass es oberfl\u00e4chlich war, ohne herzliche Liebe, ohne Respekt, ohne echte Wertsch\u00e4tzung. Die Frau hat dagegen Jesus von ganzem Herzen gedient, sie hatte ihm ihr Herz gegeben, um ihre Liebe und Dankbarkeit auszudr\u00fccken.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Die Frau war also wie der Schuldner im Gleichnis, dem 500 Silbergroschen erlassen wurden. Sie war so froh und dankbar f\u00fcr seine Gnade und liebte ihn von ganzen Herzen. Der Pharis\u00e4er Simon war vielleicht hinsichtlich seiner Schuld wie der Mann, dem 50 Silbergroschen erlassen wurden. Aber er hatte kaum Liebe gegen\u00fcber Jesus, weil er nicht einsah, dass auch er seine Schuld nicht zur\u00fcckzahlen konnte, und weil er die Vergebung seiner Schuld nicht angenommen hatte. Eben weil er diese Realit\u00e4t nicht erkennen konnte, ging Jesus noch einen Schritt weiter und zog selbst die Schlussfolgerun, indem er sagte: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eIhre vielen S\u00fcnden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (47). Jesus hat der Frau ihre vielen S\u00fcnden vergeben. Das zeigte sich daran, dass sie Jesus gegen\u00fcber viel Liebe gezeigt hat. Ihre Liebeserweise war eine Reaktion darauf, dass Jesus sie angenommen und ihre vielen S\u00fcnden vergeben hatte; daher gab sie Jesus ihr Bestes, ihr Salb\u00f6l, ihre Tr\u00e4nen, ihr Herz. Und Jesus bel\u00e4sst es nicht dabei, die Liebe der Frau zu erkl\u00e4ren. Er sagt weiter: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eWem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> Diese Worte richten sich an den Pharis\u00e4er Simon. Jesus liebte ihn genauso wie die Frau. Jesus war in sein Haus gekommen, um ihm zu helfen; er hatte ihm extra ein Gleichnis erz\u00e4hlt und sich so darum bem\u00fcht, dass Simon die geistlichen Realit\u00e4t erkennen k\u00f6nnte. Aber Simon liebte Jesus nur sehr oberfl\u00e4chlich, weil er die Vergebung seiner S\u00fcnden von Jesus nicht angenommen hatte. Interessanterweise sagte Jesus diesen zweiten Teil des Verses nicht pers\u00f6nlich auf Simon bezogen, sondern allgemein. Damit wollte er wohl nicht nur erreichen, dass Simon sich nicht angegriffen f\u00fchlt und ungehindert den Grund f\u00fcr seine Lieblosigkeit erkennen kann. Jesus sagt damit auch, dass es sich hier um ein geistliches Prinzip handelt, das nicht nur f\u00fcr Simon und die Frau, sondern f\u00fcr alle Menschen gilt. Wem seine vielen S\u00fcnden vergeben werden, der wird Jesus gegen\u00fcber viel Liebe zeigen. Wem dagegen wenig vergeben wird, sei es weil er seine S\u00fcnde nicht erkannt hat oder weil er die Vergebung seiner S\u00fcnden wegen Stolz oder Unglauben nicht angenommen hat, der liebt Jesus und die anderen Menschen wenig.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Die Liebe eines Menschen ist ein Ausdruck davon, wie viel er die Vergebung seiner S\u00fcnden angenommen hat. Indirekt sagt Jesus damit auch, dass wir Menschen von uns aus gar nicht dazu in der Lage sind, wirklich zu lieben, wenn wir nicht zuerst Gottes Liebe bzw. seine Vergebung angenommen haben. Daher schreibt auch der Apostel Johannes in seinem Brief: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eDarin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsre S\u00fcnden\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (1. Joh 4,10). Und wenig weiter hei\u00dft es schlussfolgernd: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eLasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (1. Joh 4,19). Unsere Liebe zu Jesus ist eine Folge seiner Liebe zu uns, eine Reaktion auf seine Gnade der Vergebung unserer S\u00fcnden. Und das Ma\u00df, mit dem ein Mensch seine Vergebung annimmt, bewirkt das Ma\u00df, wie viel er oder sie Jesus lieben wird. Es bestimmt auch, wie viel jemand seine Glaubensgeschwister lieben wird. Johannes schreibt dazu: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eWenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein L\u00fcgner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass eder auch seinen Bruder liebe\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (1. Joh 4,20.21). Wie viel wir die Vergebung unserer S\u00fcnden von Jesus angenommen haben, bestimmt entscheidend, wie viel wir ihn und unsere Br\u00fcder und Schwestern lieben. Anders herum ist das Ma\u00df, wieviel wir Jesus und unsere Br\u00fcder lieben, ein Indikator daf\u00fcr, wie viel wir die Vergebung unserer S\u00fcnden angenommen haben und behalten.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Daher sollen wir uns an dieser Stelle fragen: Wie viel Liebe zu Jesus und zu meinen Br\u00fcdern habe ich in meinem Herzen? Wenn wir Jesu Gnade der Vergebung im Herzen haben, wird unser Herz von der Liebe zu Jesus und zu unseren Br\u00fcdern voll sein und uns zu vielen Taten der Liebe treiben. Wenn wir aber wenig Liebe zu Jesus haben, wenn unsere Gemeinschaft mit ihm und unser Dienst f\u00fcr ihn eher formal und oberfl\u00e4chlich sind und unsere Liebe zu unseren Geschwistern oberfl\u00e4chlich ist, ist das ein alarmierendes Zeichen daf\u00fcr, dass wir Jesu Gnade der Vergebung unserer S\u00fcnden nur wenig angenommen oder im Herzen vergessen haben. Dann sind wir nicht viel anders als Simon. Was k\u00f6nnen wir dann tun? Wir sollen zu Jesus kommen und ihn bitten, dass wir uns selbst vor ihm neu erkennen und seine Gnade der Vergebung neu annehmen k\u00f6nnen, bis unser Herz von der Liebe zu ihm und zu den Br\u00fcdern erf\u00fcllt ist. M\u00f6ge Jesus jedem von uns helfen, zu ihm zu kommen und unsere eigene Lage vor ihm zu erkennen und seine Gnade neu und in vollem Ma\u00dfe anzunehmen!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">Jesus belie\u00df es nicht dabei, das geistliche Prinzip zu lehren. Jesus wandte sich direkt an die Frau und sprach zu ihr: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eDir sind deine S\u00fcnden vergeben\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (48). Jesus sprach ihr die Vergebung ihrer S\u00fcnden ausdr\u00fccklich zu. Sie sollte sich ganz sicher sein, dass ihre S\u00fcnden alle vergeben waren, und sollte auf Dauer mit dieser Gewissheit in Liebe zu Gott und den N\u00e4chsten leben. Durch diese Verk\u00fcndigung sollten auch die anderen, die mit am Tisch sa\u00dfen, erkennen, dass Jesus wirklich die S\u00fcnden vergibt. Aber sie fragten mit skeptischem Ton: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eWer ist dieser, der auch die S\u00fcnden vergibt?\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> (49) Jesus ging nicht direkt darauf ein, sondern sagte zu der Frau: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eDein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!\u201c<\/b><\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"> Jesus best\u00e4tigte, dass sie durch ihren Glauben die Vergebung ihrer S\u00fcnden erlangt hatte. Jesus hatte ihr alle ihre S\u00fcnden vergeben, obwohl sie in sich keine Grundlage dazu hatte, obwohl sie nichts hatte, womit sie ihre S\u00fcnde h\u00e4tte wieder gut machen konnte. Jesus vergab ihr einfach von sich aus, weil er S\u00fcnder so sehr liebt und ihnen vergibt. In Wirklichkeit war das aber gar nicht einfach. Jesus konnte ihr nur deshalb alle ihre S\u00fcnden vergeben, weil Jesus bald all ihre S\u00fcnde und die S\u00fcnde der ganzen Welt auf sich nehmen und die Strafe daf\u00fcr am Kreuz bezahlen w\u00fcrde. Die Frau konnte das zu der Zeit noch nicht bis dahin sehen, aber sie hat doch bereits die Vergebung ihrer S\u00fcnden erlangt, weil sie an Jesu Gnade glaubte. M\u00f6ge Gott uns helfen, auf Jesus zu schauen und seine herrliche Gnade der Vergebung neu zu erkennen, die er am Kreuz erworben hat. M\u00f6ge er jedem von uns helfen, die Vergebung seiner S\u00fcnde neu von Herzen zu erkennen und v\u00f6llig anzunehmen, sodass wir von der Liebe zu Jesu erf\u00fcllt sind und auch uns untereinander herzlich lieben k\u00f6nnen! Lesen wir noch einmal das Leitwort: <\/span><span style=\"font-family: Calibri,serif;\"><b>\u201eDeshalb sage ich dir: Ihre vielen S\u00fcnden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.\u201c<\/b><\/span><i><b> <\/b><\/i><span style=\"font-family: Calibri,serif;\">(47)<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Viel S\u00fcndenvergebung und viel Liebe \u201eDeshalb sage ich dir: Ihre vielen S\u00fcnden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.\u201c (47) Im heutigen Text begegnen zwei Menschen Jesus, die kaum unterschiedlicher h\u00e4tten sein k\u00f6nnten. 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