{"id":3327,"date":"2015-02-22T18:12:26","date_gmt":"2015-02-22T17:12:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3327"},"modified":"2022-11-18T12:22:17","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:17","slug":"predigt-lukas-512-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-512-26\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 5,12 \u2013 26"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Lk-P05-1226.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u00a0Jesus und die Gef\u00e4hrten<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Lukas 5,20<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vor kurzem erschien ein Film \u00fcber Stephen Hawking, der bekannteste Physiker unserer Zeit (\u201eA theory of everything\u201c). Eddie Redmayne spielt den Physiker. Redmayne wurde f\u00fcr seine hervorragende schauspielerische Leistung f\u00fcr den Oscar nominiert. F\u00fcr mich aber ist der Star im Film die Frau von Hawking. Bei Hawking wird w\u00e4hrend seines Studiums seine neurodegenerative Erkrankung diagnostiziert (Amyotrophe Lateralsklerose). Diese Krankheit w\u00fcrde Hawking Schritt f\u00fcr Schritt die Kontrolle \u00fcber seinen K\u00f6rper nehmen, ihn l\u00e4hmen und zum Tod f\u00fchren. Die \u00c4rzte sagten, dass Hawking lediglich 2 Jahre zu leben hat (ein gro\u00dfer Irrtum). Jane l\u00e4sst sich trotzdem auf Stephen Hawking ein. Der Vater von Hawking versuchte sie davon abzubringen mit den Worten: \u201eDas wird kein Kampf werden. Es wird eine brutale Niederlage f\u00fcr uns alle werden.\u201c Das alles spielt keine Rolle f\u00fcr sie. Jane und Stephen Hawking heiraten. Hawking\u2019s Krankheit schreitet unaufh\u00f6rlich voran. Aber Jane k\u00fcmmert sich aufopferungsvoll um ihren behinderten Mann. Sie haben gemeinsam 3 Kinder. Ein ums andere Mal rettet sie ihm das Leben. Was sie leistet, ist wirklich heroisch. Das Tragische im Film ist nicht so sehr der k\u00f6rperliche Verfall von Hawking. Das eigentlich Tragische ist die Tatsache, dass die Ehe zerbricht. Die Beziehung hat nicht gehalten, was sie versprochen hat. Ein schwacher Trost bleibt, dass Stephen und Jane bis auf den heutigen Tag eng miteinander befreundet sind. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Im heutigen Text betrachten wir zwei Heilungen. W\u00e4hrend seines \u00f6ffentlichen Dienstes heilte Jesus unz\u00e4hlige Menschen. Aber diese beiden Heilungen zu Beginn von Jesu Wirksamkeit hatten solch eine wichtige Bedeutung, dass uns diese Geschichte in allen drei synoptischen Evangelien \u00fcberliefert wird. Bei der zweiten Heilung sehen wir ebenfalls einen Gel\u00e4hmten. Der Gel\u00e4hmte hatte ebenfalls Freunde, die an seiner Seite standen. Wir wissen nicht viel \u00fcber diese Freunde. Wir wissen nicht, was aus ihnen sp\u00e4ter geworden ist. Aber wir wissen, dass sie dem Gel\u00e4hmten in einem absolut entscheidenden Moment das Leben gerettet haben. Der Gel\u00e4hmte hatte ihnen nicht nur seine Gesundheit zu verdanken. Er verdankte ihnen nichts weniger als sein ewiges Leben. Wir kommen gleich darauf zu sprechen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aufgrund des Textes m\u00f6chte ich vier Beobachtungen diskutieren und dann mit vier Anwendungen abschlie\u00dfen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Beobachtung 1, in beiden Geschichten ging es um hoffnungslose Krankheiten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vers 12: <b>\u201eUnd es begab sich, als er in einer Stadt war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz.\u201c<\/b> Aussatz konnte eine Reihe von verschiedenen Hautkrankheiten sein. Der Kontext macht klar, dass es sich hier vermutlich um Lepra handelte. Lukas ist der einzige von den drei Evangelisten, der erw\u00e4hnt, dass dieser Mensch <i>voller<\/i> Aussatz war. Lukas war Arzt und wollte die medizinischen Details etwas genauer haben. <i>Voller<\/i> Aussatz bedeutet, dass es eine weit fortgeschrittene Krankheit war. Die Krankheit war unheilbar. Der K\u00f6rper war dabei, bei lebendigem Zustand zu verfaulen. Es war ein Krankheitsstadium, bei dem jede Hoffnung unangebracht und vergeblich war. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als ob die Krankheit nicht schon schlimm genug war, war Aussatz auch mit einem gewaltigen Stigma beladen. Als kleinen Vergleich: zu Beginn der 80er Jahre wurde zum ersten Mal AIDS klinisch beschrieben. AIDS trat geh\u00e4uft unter homosexuellen M\u00e4nnern auf; aber auch h\u00e4ufig bei Drogenabh\u00e4ngigen, Prostituierten, Empf\u00e4ngern von Bluttransfusionen. Obwohl es mittlerweile wirksame Medikamente gegen HIV gibt, obwohl eine HIV-Infektion nicht mehr t\u00f6dlich verlaufen muss, ist AIDS bis auf den heutigen Tag stigmatisiert. Aber selbst die Isolation, die durch eine HIV-Infektion kommt, steht in keinem Verh\u00e4ltnis, wie Leprakranke in der Antike isoliert wurden. Auss\u00e4tzigen war es verboten, sich anderen Menschen zu nahen. Wenn sie es taten, dann mussten sie andere \u00f6ffentlich mit den Worten \u201eunrein\u201c warnen. Lepra im fortgeschrittenen Stadium, ausgeschlossen von der Gesellschaft, war eine bittere, hoffnungslose Situation. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die andere Person, die Heilung erf\u00e4hrt, ist ein Gel\u00e4hmter. Vers 18 sagt, dass sich der Gel\u00e4hmte auf einem Bett befand. Ein Krankenbett, einen Meter breit und 2 Meter lang, war seine ganze Welt. Diese Welt konnte er nicht selbstst\u00e4ndig verlassen. F\u00fcr uns gibt es eine ganze Reihe an Aktivit\u00e4ten, die wir f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich erachten: Einkaufen zu gehen, uns selbst zu waschen, auf die Toilette zu gehen. F\u00fcr ihn war keine dieser Aktivit\u00e4ten selbstverst\u00e4ndlich. F\u00fcr die einfachsten Dinge im Leben war er auf andere angewiesen. Ganz zu schweigen von seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, zu heiraten, Kinder zu haben. Er war ein Gefangener seines eigenen K\u00f6rpers. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie bei dem Auss\u00e4tzigen gab es keine Behandlung, keine Reha, kein Medikament, das ihm helfen konnte. Sowohl der Auss\u00e4tzige als auch der Gel\u00e4hmte befanden sich in einer ausweglosen, hoffnungslosen Situation. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Beobachtung 2, in beiden Geschichten kamen die Menschen im Glauben zu Jesus.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vers 12b: <b>\u201eAls der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.\u201c<\/b> Der Vers erw\u00e4hnt das Wort \u201eGlauben\u201c nicht. Und doch ist der ganze Vers voll von Glauben. Er kam zu Jesus durch den Glauben. Als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht. Er befand sich zu Jesu F\u00fc\u00dfen durch den Glauben. (Kein Ort ist besser als zu Jesu F\u00fc\u00dfen). Und dann folgte sein Gebet aus Glauben: <b>\u201eHerr, willst du, so kannst du mich reinigen.\u201c<\/b> Der Auss\u00e4tzige machte seine Heilung nicht davon abh\u00e4ngig, ob Jesus es konnte oder nicht. Er vertraute darauf, dass Jesus die Allmacht besa\u00df, es zu tun. Er machte seine Heilung allein von Jesu gutem Willen abh\u00e4ngig. Das ist Glauben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bei dem Gel\u00e4hmten war die Situation etwas komplizierter. Vers 18: <b>\u201eUnd siehe, einige M\u00e4nner brachten einen Menschen auf einem Bett; der war gel\u00e4hmt. Und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.\u201c<\/b> Jesus befand sich gerade in einem v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Haus. In der ersten Reihe sa\u00dfen die Pharis\u00e4er, weil sie rechtzeitig gekommen waren und sich die besten Pl\u00e4tze gesichert hatten. Jesus war meterweit abgeschirmt von einer Menschenmenge. Selbst wenn der Gel\u00e4hmte h\u00e4tte Rollstuhl fahren k\u00f6nnen, gab es kein Durchkommen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Gel\u00e4hmte hatte eine Gruppe von absolut au\u00dfergew\u00f6hnlichen und einzigartigen Freunden. Es waren Freunde, wie sie die Welt nicht gesehen hatte. Ortberg widmete ein ganzes Buchkapitel \u00fcber diese Geschichte. Er versuchte, sich vorzustellen, was sich in den K\u00f6pfen der Freunde in diesem Moment abgespielt haben musste. Unter den vieren gab es einen, der BWL studiert hatte. Er war ein Organisator, ein Macher. Er versammelte die anderen drei zu einem Spontan-Meeting: \u201eWir haben folgenden Ist-Zustand: Der Weg zu Jesus ist versperrt. Der gew\u00fcnschte Soll-Zustand lautet: Wir m\u00fcssen unseren Freund zu Jesus bringen. Welche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen wir daf\u00fcr ergreifen? Lass uns eine Brainstorming Session einlegen. Habt ihr Ideen?\u201c Dann meldete sich der J\u00fcngste zu Wort, der mit dem Piercing und dem Tattoo: \u201eIch hatte gerade voll die coole Idee. Wie w\u00e4re es, wenn wir auf das Dach steigen w\u00fcrden, es abdecken und unseren Freund von oben zu Jesus herablassen?\u201c Der BWLer fragte: \u201eOkay. Gibt es noch andere Ideen?\u201c Es gab keine. Und so lesen wir in Vers 19: <b>\u201eUnd weil sie wegen der Menge keinen Zugang fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie au das Dach und lie\u00dfen ihn durch die Ziegel hinunter mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus.\u201c<\/b> Es ist eine der coolsten und kreativsten Aktionen, die wir in der ganzen Bibel finden. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was geschah als n\u00e4chstes? Alle sahen ein gro\u00dfes klaffendes Loch in der Decke. Die Pharis\u00e4er und die Schriftgelehrten sahen einen ganz klaren Fall von Vandalismus. Der Hausbesitzer sah, wie Leute ungefragt ein neues offenes Fenster in seinem Haus installierten. Die J\u00fcnger und Zuh\u00f6rer sahen eine unwillkommene Unterbrechung und St\u00f6rung von Jesu Predigt. Was sah Jesus? Vers 20a: <b>\u201eUnd als er ihren Glauben sah&#8230;\u201c<\/b> Die absolut unkonventionelle, aktionistische, kreative Tat der vier Freunde war in Jesu Augen ein Akt des Glaubens. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Beide Kranke kamen also im Glauben zu Jesus. Der eine mit pers\u00f6nlichem Glauben, der andere durch den Glauben, den er sich von seinen Freunden geliehen hatte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Beobachtung 3, in beiden Geschichten tat Jesus weit mehr als erwartet.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Auss\u00e4tzige kniete vor Jesus, erwartungsvoll auf das, was Jesus tun w\u00fcrde. Und dann folgte die \u00dcberraschung. Vers 13: <b>\u201eUnd er streckte die Hand aus und r\u00fchrte ihn an und sprach: Ich will\u2019s tun, sei rein!\u201c<\/b> Sp\u00e4ter im Evangelium sehen wir, wie Jesus Menschen mit einem einzigen Wort aus Kilometerentfernung heilt oder b\u00f6se Geister austreibt. Jesus h\u00e4tte diesen Menschen aus der Ferne heilen k\u00f6nnen. Aber hier r\u00fchrte Jesus den unreinen Menschen an. Er brach damit alle sozialen Normen. Toni meinte, dass es mehr als eine Ber\u00fchrung war, eher eine Umarmung. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jeder von uns kennt F\u00e4lle, in welchen eine einfache Ber\u00fchrung so viel mehr aussagt, so viel mehr in unseren Herzen verursacht, als 1.000 Worte. Manchmal ist es das ermutigende Schulterklopfen eines guten Freundes, das mehr Trost schenkt als jede verbale Ermutigung. Manchmal kann eine einfache Umarmung mehr das Gef\u00fchl von angenommen sein vermitteln, als jede andere Geste. Man kann getrost davon ausgehen, dass dieser Leprakranke seit Jahren nicht von Menschen anger\u00fchrt wurde. Jesus ber\u00fchrte ihn und zwar noch bevor der Kranke geheilt war. Als Jesus ihn anr\u00fchrte, tat er weit mehr, als der Auss\u00e4tzige gebeten hatte und weit mehr als man in dieser Situation h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Als Jesus ihn anr\u00fchrte war das sein Ausdruck von Liebe, sein Ausdruck von v\u00f6lliger Annahme. Es war die Botschaft, dass es keine menschliche Kondition, keine noch so ansteckende Krankheit gab, die ihn davon abhalten konnte, einem bed\u00fcrftigen Menschen Barmherzigkeit zu zeigen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als der Gel\u00e4hmte durch das Dach hindurch zu Jesus gebracht wurde, war das kein weniger spannender Moment. Vers 20 sagt: <b>\u201eUnd als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c<\/b> Das ist wirklich erstaunlich. Mindestens zwei Punkte sollten uns zum Nachdenken bringen. So schlimm die L\u00e4hmung auch war, f\u00fcr Jesus war sie sekund\u00e4r. Jesus sah eine andere L\u00e4hmung, eine andere Krankheit, ein anderes Problem, das viel gravierender und fundamentaler war, als jede k\u00f6rperliche Krankheit. Nicht die Leiden waren das Problem, es war die S\u00fcnde. Manche stellen hier die Frage, welche S\u00fcnden ein Gel\u00e4hmter Mann wohl begangen haben k\u00f6nnte. Aber Jesus wusste, dass die schlimmsten S\u00fcnden, die ein Mensch begehen kann, Stolz, G\u00f6tzendienst, Lieblosigkeit, nicht einmal erfordern, dass man den kleinen Finger bewegt. In jedem menschlichen Herzen, in eurem Herzen und in meinem Herzen, befindet sich eine Zerbrochenheit und Krankheit, die eine Millionenmal schlimmer ist, als die schlimmsten k\u00f6rperlichen Leiden. Und so lange das Problem der S\u00fcnde nicht gel\u00f6st ist, ist das L\u00f6sen von allen anderen Problemen lediglich Makulatur. Das ist der eine Punkt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der andere Punkt wird in Vers 21 eingeleitet: <b>\u201eUnd die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er fingen an zu \u00fcberlegen und sprachen: Wer ist der, dass er Gottesl\u00e4sterungen redet? Wer kann S\u00fcnden vergeben als allein Gott?\u201c<\/b> Mit der Frage \u201ewer kann S\u00fcnden vergeben als allein Gott?\u201c hatten die Pharis\u00e4er auf jeden Fall Recht. Stellen wir uns vor auf der Stra\u00dfe wird ein Mensch von einem anderen grundlos zu Boden geschlagen. Stellen wir uns dann vor: noch w\u00e4hrend das Opfer auf der Stra\u00dfe liegt, gehe ich zum T\u00e4ter und sage zu ihm: \u201eMensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c Nat\u00fcrlich w\u00e4re das v\u00f6llig absurd. Ich bin ja nicht derjenige, der gesch\u00e4digt wurde. Nur derjenige, an dem das Unrecht getan wurde, kann Vergebung aussprechen (oder auch nicht). Als Jesus dem Gel\u00e4hmten die S\u00fcnden vergab, gab er zu verstehen, dass sich alle S\u00fcnden gegen ihn selbst richteten. Jede S\u00fcnde war ein Affront gegen Jesus selbst. Aber er hatte alles vergeben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die dritte Beobachtung ist also, dass Jesus in beiden F\u00e4llen mehr als man in dieser Situation h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Er tat weit mehr als worum man ihn bat. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Beobachtung 4, beide Heilungen offenbaren wer Gott in Jesus Christus ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nach der Heilung des Auss\u00e4tzigen gab Jesus ihm zwei Instruktionen: <b>\u201eUnd er gebot ihm, dass er niemandem sagen sollte. Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere f\u00fcr deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.\u201c<\/b> Der Auss\u00e4tzige sollte niemanden von dem Wunder weitererz\u00e4hlen. Die andere Anweisung war, f\u00fcr seine Reinigung zu opfern und sich dem Priester zu zeigen. Die letzten Worte \u201eihnen zum Zeugnis\u201c sind aufschlussreich. Jesus hatte ein gewaltiges Wunder getan. Jesus wollte, dass die Priester dieses Wunder sahen. Sie sollten erkennen, dass mit Jesu Kommen eine neue \u00c4ra angebrochen war. Das Gnadenjahr des Herrn, von dem Jesus in Lukas 4 gesprochen hatte, hatte begonnen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Heilung des Gel\u00e4hmten ist ebenfalls aufschlussreich im Bezug auf Jesus Identit\u00e4t. Wir haben gesehen, dass die Schriftgelehrten und die Pharis\u00e4er meckerten. Jesus antwortete darauf: <b>\u201eWas denkt ihr in euren Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden S\u00fcnden zu vergeben \u2013 sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!\u201c<\/b> Der Gel\u00e4hmte war auf der Stelle geheilt. Er nahm das Bett, auf dem er Jahre lang gelegen hatte, in die Hand, ging nach Hause und pries Gott. Vers 26: <b>\u201eUnd sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht erf\u00fcllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.\u201c<\/b> Jesu Wunder war ein Zeichen. Es war der Beweis daf\u00fcr, dass Jesus g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t hat. Jesus ist Gottes Sohn und der inkarnierte Gott. Jesus hat Macht und Autorit\u00e4t. Jesus ist befugt, S\u00fcnden zu vergeben, weil er selbst Gott ist. Beide Wunder demonstrieren also, dass Jesus der Messias, der Christus ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Das waren die vier Beobachtungen. Sowohl der Auss\u00e4tzige als auch der Gel\u00e4hmte befanden sich in einer ausweglosen und hoffnungslosen Lage. Beide kamen zu Jesus im Glauben und Vertrauen auf ihn. Jesus tat mehr als um was er gebeten wurde und mehr als was man h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Und Jesus demonstrierte durch die Zeichen, dass er der Sohn Gottes ist. Wir kommen zu den Anwendungen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Anwendung 1, jeder von uns hat ein Krankenbett. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><a name=\"_GoBack\"><\/a> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich habe vorhin erw\u00e4hnt, dass das Tragebett die ganze Welt vom Gel\u00e4hmten war. Tagein, tagaus lag er auf diesem Bett. Wenn er dieses Bett kurzzeitig verlassen wollte, war er auf Hilfe von au\u00dfen angewiesen. Wenn dieses Bett das Kaputte in der menschlichen Natur repr\u00e4sentieren sollte, dann hat jeder von uns ein Krankenbett. Jeder von uns hat Bereiche im Leben, von denen wir wissen, dass sie nicht so sind, wie eigentlich h\u00e4tten sein sollen. Jeder von uns hat S\u00fcnde im Leben. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vielleicht leiden manche von uns seit vielen Jahren unter J\u00e4hzorn oder unter anderen emotionalen Problemen. Manche leiden darunter, nicht in der Lage zu sein, in entscheidenden Momenten die Gef\u00fchle im Griff zu haben. Und durch diese Gef\u00fchlsausbr\u00fcche gingen schon viele Beziehungen zu Bruch. Das ist ein Krankenbett. Oder manch andere leiden darunter, weil sie nicht in der Lage sind, ihr Studium, ihr Schulleben oder ihr Arbeitsleben auf die Reihe zu kriegen. Jemand sagte einmal: die h\u00e4rtesten 3 Jahre meines Lebens waren die 8. Klasse. Und weil man immer und immer wieder mit Niederlagen konfrontiert ist, bekommt man Versagens\u00e4ngste. Das ist ein Krankenbett. Oder manche haben vielleicht eine Beziehung, die sie nicht haben sollten. Sie tun alles, um es zu verheimlichen. Was f\u00fcr eine L\u00e4hmung. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Hier ist ein weiterer Aspekt, \u00fcber den man in unserer Gemeinde kaum \u00f6ffentlich redet. Und doch glaube ich, dass weit mehr unter diesem Problem leiden, als man es zugeben will. Ich vermute, dass sich viele von uns Pornos im Internet anschauen. Die Gesellschaft versucht das Problem zu trivialisieren. Der Spiegel versucht davon zu \u00fcberzeugen, dass es nicht so schlimm ist. Aber tief im Innersten wissen wir, dass es eigentlich nicht okay ist. Internetpornographie ist vielleicht die Seuche unserer Zeit. Das Problem betrifft viele M\u00e4nner aber nicht nur. Und wir sch\u00e4men uns dessen so sehr, dass wir das lieber unter den Teppich kehren, als dar\u00fcber zu reden. Wenn man seit Jahren unter diesem Problem leidet, dann ist das ein Bett, das wir nicht verlassen k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Alle diese Krankheiten haben gemeinsam, dass sie uns l\u00e4hmen. Manche von diesen Problemen l\u00e4hmen uns auch k\u00f6rperlich. Wir sind morgens sprichw\u00f6rtlich nicht in der Lage, aus dem Bett zu kommen. Aber auch dann noch, wenn uns diese Probleme nicht am normalen Alltag hindern, sind wir gel\u00e4hmt. Wir sind gel\u00e4hmt in unserer Beziehung zu Gott. Wir sind gel\u00e4hmt in unserer Beziehung zu Mitmenschen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Anwendung 2, weil jeder von uns ein Krankenbett hat, braucht jeder von uns Freunde wie der Gel\u00e4hmte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Geschichten vom Auss\u00e4tzigen und Gel\u00e4hmten unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt. Der Auss\u00e4tzige kam alleine, der Gel\u00e4hmte hingegen wurde von Freunden gebracht. Ein wesentlicher Grund, weshalb der Auss\u00e4tzige allein kam, war der, dass er niemanden hatte. Er war allein; er war isoliert. Beim Gel\u00e4hmten war die Situation anders. Der Freundeskreis des Gel\u00e4hmten war absolut einmalig. Die Frage ist nun, was biblischer und besser ist: sollen wir alleine zu Jesus zu kommen oder in Gemeinschaft zu Jesus zu kommen? Und die Antwort lautet, dass beides wichtig ist. Wir m\u00fcssen alleine zu Jesus kommen. Aber wir brauchen auch die Gemeinschaft, um zu Jesus zu kommen. Dietrich Bonhoeffer schriebe eines der wichtigsten und einflussreichsten christlichen B\u00fccher des 20. Jahrhunderts (Gemeinsames Leben). Bonhoeffer schrieb: \u201eWer nicht allein sein kann, der h\u00fcte sich vor Gemeinschaft. &#8230; Umgekehrt aber gilt der Satz: wer nicht in der Gemeinschaft steht, der h\u00fcte sich vor dem Alleinsein. &#8230; wir erkennen: nur in der Gemeinschaft stehend k\u00f6nnen wir allein sein, und nur wer allein ist, kann in der Gemeinschaft leben. Beides geh\u00f6rt zusammen.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich wei\u00df nicht, wie es euch ergeht, aber mein Eindruck ist, dass die meisten von uns einigerma\u00dfen darin erfahren sind, Jesus <i>allein<\/i> zu begegnen. Mein Eindruck ist, dass aber die Begegnung mit Jesus in Gemeinschaft ein Bereich ist, in dem wir als Gemeinde gro\u00dfen Bedarf zum Wachsen haben. Vor allem glaube ich daran, dass es einige S\u00fcnden und L\u00e4hmungen gibt, von denen wir nur in Gemeinschaft wirklich geheilt werden k\u00f6nnen. Genau wie Gott die Freunde des Gel\u00e4hmten gebrauchte, um den Gel\u00e4hmten zu heilen, genauso ist christliche Gemeinschaft und christliche Freundschaft das Mittel, das Gott gebraucht, um uns zu heilen. Weil wir alle Krankenbetten in unserem Leben haben, brauchen wir die Gef\u00e4hrten des Krankenbetts: Menschen, die bereit sind, uns in unserer Schw\u00e4che zu lieben und uns tragen zu helfen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ortberg sagte, dass hier eine gewaltige Ironie zu tragen kommt. Unsere Schw\u00e4chen sind das, worauf wir am wenigsten stolz sind. Es ist das, was wir am wenigsten mit anderen teilen wollen. Wir tragen lieber eine Maske. Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass wenn andere unsere Schw\u00e4che kennen, sie all ihren Respekt vor uns verlieren. Wir denken viel zu oft: \u201ewenn die anderen nur w\u00fcssten, was in meinem Leben vor sich geht oder was ich angestellt habe, wenn die anderen nur eine Ahnung davon h\u00e4tten, was wirklich in meinem Herzen ist, dann k\u00f6nnte ich niemals geliebt und angenommen werden.\u201c Aber wisst ihr was? Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Es sind unsere Masken, die uns davon abhalten, wirklich tiefe Freundschaften zu schlie\u00dfen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Psychologe Henry Cloud erz\u00e4hlte folgende Geschichte. Es gab einen Pastor, der mit einer sexuellen Abh\u00e4ngigkeit zu tun hatte, mit welcher er seit Jahren k\u00e4mpfte. Er hatte seine S\u00fcnden oft bekannt und daf\u00fcr gebetet, aber er war nicht in der Lage, davon frei zu kommen. Irgendwann waren seine Verzweiflung und Schuldgef\u00fchle so gro\u00df, dass er sich einer Selbsthilfegruppe anschloss. Eines Tages kam er nicht zum Treffen. Cloud erfuhr, dass dieser Mann am Abend davor einen R\u00fcckfall erlitten hatte. Er lud ihn ein, wieder zu kommen. Bei den Treffen zuvor hatte der Pastor vor allem den anderen zugeh\u00f6rt. Ihm fiel es einfacher, die Betten der anderen zu tragen, als seine eigenen Schw\u00e4chen offen zu legen. Aber an jenem Morgen lie\u00df Henry Cloud ihm keine andere Wahl. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ganz langsam, unter gr\u00f6\u00dften Schmerzen fing der Pastor an, seine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Er sprach von vielen Jahren der Schuld: wie er an der Kanzel stand und Furcht davor hatte, dass ihn jemand dabei gesehen hatte, wo er die Nacht davor war; dass er so tat, als ob er f\u00fcr Gott spricht, obwohl er selbst der gr\u00f6\u00dfte Heuchler der Gemeinde war. Und wie er nicht in der Lage war, aufzuh\u00f6ren, obwohl sein eigenes Verhalten ihm solche Leiden zuf\u00fcgte. Er war kaum in der Lage, seine W\u00f6rter herauszuw\u00fcrgen. Die ganze Zeit dabei sah er auf den Boden. Er brachte es nicht fertig, der Gruppe in die Augen zu schauen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als er fertig war, sagte Cloud zu ihm: \u201eSchau auf die Leute.\u201c Der Mann antwortete: \u201eIch kann nicht. Ich sch\u00e4me mich zu sehr.\u201c Cloud sagte: \u201eSchau auf die Leute. Du musst den Leuten in die Augen sehen.\u201c Voller Furcht erhob der zerbrochene Mann sein Angesicht. Er sah auf die Leute, und jedes Paar Augen, das ihn anschaute, war voller Tr\u00e4nen. Keine Verurteilung, keine Verdammnis, nur Barmherzigkeit. Zum ersten Mal in seinem Leben war dieser Pastor nicht allein mit der S\u00fcnde, die seine Seele so lange gel\u00e4hmt und verkr\u00fcppelt hatte. Endlich sahen andere Menschen seine Missgestalt und wollten trotzdem seine Freunde sein. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er Gef\u00e4hrten, die bereit waren, sein Bett zu tragen, um den Ort der Heilung zu erreichen, den er selbst nicht erreichen konnte. Er fing an, wie ein kleines Kind zu weinen. Und er h\u00f6rte die Worte Jesu, die vor vielen Jahren zu einer anderen gel\u00e4hmten Seele gesprochen wurden: <b>\u201eMensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Henry Cloud schrieb, dass seine Sucht an diesem Tag gebrochen wurde. Es gab immer noch viel zu tun, und es war ein langer Weg. Es mussten S\u00fcnden bekannt werden, neue Gewohnheiten antrainiert werden. Er war noch nicht am Ende. Aber die grausame Macht seiner Abh\u00e4ngigkeit war an diesem Tag gebrochen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Frage an uns: wer von uns hat solche Freunde in dieser Gemeinde?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Anwendung 3, jeder von uns ist berufen, anderen Gel\u00e4hmten ein wahrer Freund zu sein. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mein Wunsch und mein Gebet ist es, dass die Kreise in unserer Gemeinde solche Gemeinschaften bilden k\u00f6nnen. Das erfordert Gottes Liebe in unseren Herzen. Und diese Liebe dr\u00fcckt sich dadurch aus, dass wir Priorit\u00e4ten setzen. Die Liebe dr\u00fcckt sich dadurch aus, dass wir uns Zeit f\u00fcr Beziehungen nehmen. Wir k\u00f6nnen keine Freundschaften in Eile aufbauen. Wir k\u00f6nnen nicht in Eile zuh\u00f6ren. Wir k\u00f6nnen nicht in Eile Vertrauen gewinnen. Und wir k\u00f6nnen nicht in Eile Betten tragen. M\u00e4nner und Frauen treffen sich bei uns getrennt einmal in der Woche, um unsere Stellungnahmen auszutauschen. Das reicht nicht aus. Wir brauchen Zeit f\u00fcr echte Gespr\u00e4che. Vor allem muss der Heilige Geist unter uns eine Umgebung voller Liebe und Gnade schaffen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Anwendung 4, in allem m\u00fcssen wir erkennen, dass Jesus der wahre Freund ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In den vorigen Anwendungen habe ich gesagt, dass wir den Mut aufbringen m\u00fcssen, vor anderen Christen wirklich ehrlich mit unseren Schw\u00e4chen zu sein. Ohne die Dinge mit anderen zu teilen, f\u00fcr die wir uns sch\u00e4men, ohne Bekenntnis unserer S\u00fcnden vor anderen wird unsere Gemeinschaft nur oberfl\u00e4chlich bleiben. Schlimmer noch, f\u00fcr viele unserer S\u00fcndenkrankheiten k\u00f6nnen wir keine Heilung finden. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Wie k\u00f6nnen wir den Mut aufbringen, ehrlich zu sein mit dem, wof\u00fcr wir uns eigentlich zutiefst sch\u00e4men? Wie k\u00f6nnen wir Schw\u00e4chen teilen, wenn jede Faser unseres Seins sich dagegen zu str\u00e4uben scheint? <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als die Pharis\u00e4er Jesus den Vorwurf machten, dass er Gott l\u00e4sterte, antwortete Jesus mit einer Gegenfrage: <b>\u201eWas ist leichter, zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?\u201c<\/b> Auf der einen Seite k\u00f6nnte man sagen, dass es viel einfacher ist, zu sagen, dass die S\u00fcnden vergeben sind. Das kann man ja nicht sehen, w\u00e4hrend eine Heilung f\u00fcr alle sichtbar ist. Aber das ist wirklich nur eine m\u00f6gliche Bedeutung. Diese Frage ist alles andere als einfach. Viele kluge Leute haben sich da schon den Kopf dar\u00fcber zerbrochen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich finde, dass Tim Keller die beste L\u00f6sung auf dieses Problem hatte. Was Jesus hier sicherlich auch implizierte, war folgendes: \u201eLiebe Freunde, es ist unendlich viel schwieriger zu sagen, dass die S\u00fcnden vergeben sind. Ich bin nicht einfach nur ein Wunderheiler. Ich bin der Erl\u00f6ser. Jeder Wunderheiler kann sagen: Nimm dein Bett und geh heim. Aber nur der Heiland der Welt kann zu den Menschen sagen: \u201eDir sind deine S\u00fcnden vergeben.\u201c Haben wir diesen Punkt verstanden? Nur der Retter der Welt kann das sagen, weil nur der Retter der Welt derjenige ist, der am Kreuz f\u00fcr die S\u00fcnden stirbt. Dieser Jesus ist die Grundlage und das Ziel von jeder christlichen Gemeinschaft. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir alle haben eine tiefe, unstillbare Sehnsucht in uns, wirklich gekannt und geliebt zu werden. Nur Jesus ist derjenige, der beides in vollkommenem Ma\u00dfe tut. Jesus ist die Liebe Gottes. Wenn wir vor Jesus stehen, dann stehen wir in der Gegenwart von Gnade und Barmherzigkeit. Nur wenn wir an diesen Jesus glauben, bekommen wir den Mut, unsere Schw\u00e4chen offen zu legen. Nur wenn wir an diesen Jesus glauben, werden wir mit der Liebe erf\u00fcllt, die Schw\u00e4chen der anderen zu tragen so wie Jesus die unsere getragen hat. Jesus ist der wahre Freund, der wahre Gef\u00e4hrte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download \u00a0Jesus und die Gef\u00e4hrten \u201eUnd als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c Lukas 5,20 Vor kurzem erschien ein Film \u00fcber Stephen Hawking, der bekannteste Physiker unserer Zeit (\u201eA theory of everything\u201c). Eddie Redmayne spielt den Physiker. Redmayne wurde f\u00fcr seine hervorragende schauspielerische Leistung f\u00fcr den Oscar nominiert. 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