{"id":3255,"date":"2014-12-14T18:48:57","date_gmt":"2014-12-14T17:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3255"},"modified":"2022-11-18T12:22:24","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:24","slug":"predigt-lukas-157-80","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-157-80\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 1,57 \u2013 80"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Lk-P01-5780.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Benedictus<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eund hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David\u201c<\/h3>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: center;\" align=\"justify\">(1,69)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Worum geht es im heutigen Text? Auf dem ersten Blick k\u00f6nnte man meinen, im heutigen Text ginge es um die Geburt von Johannes dem T\u00e4ufer. Rein sachlich gesehen, mag das richtig sein. Aber der Evangelist Lukas ist sehr anschaulich darin, uns ein jeweiliges Ereignis im Gesamtzusammenhang zu zeigen. Der Kommentator Robert H. Stein macht deutlich, dass Johannes wichtig war, weil er jemandem diente, der noch wichtiger war als er. Johannes Aufgabe war von Bedeutung, weil er Jesus diente, dessen Aufgabe unvergleichlich wichtiger war. Und das macht uns Lukas auch deutlich, indem er 2 Verse (57.58) der Geburt von Johannes widmet aber 15 Verse (2,6-20) der Geburt von Jesus. Johannes wird als <b>\u201eProphet des H\u00f6chsten\u201c<\/b> genannt aber Jesus als <b>\u201eGottes Sohn\u201c<\/b> (35), <b>\u201eeine Macht des Heils\u201c<\/b> (69) und der <b>\u201eHerr\u201c<\/b> (76). (\u00dcber Johannes sagte man \u201eWas&#8230;will aus diesem Kindlein werden\u201c (66) \u00fcber Jesus lesen wir im ganzen Evangelium immer wieder \u201eWer\u201c ist er (Vgl. 7,49; 9,9)) <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">So ist der Lobgesang des Zacharias auch absolut christuszentriert und Jesus selbst, seine gro\u00dfe Gnade und Barmherzigkeit, ist Hauptthema unseres Textes.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und ich will euch schon im Vorfeld verdeutlichen, was passiert, wenn wir es tats\u00e4chlich schaffen, diesen Hauptpunkt im Herzen annehmen und anzuwenden. (Mit Hauptpunkt ist das Evangelium Jesu Christi gemeint). Gl\u00fccklicherweise finden wir im heutigen Text einen Mann, Zacharias, der uns zeigt, was passiert. Er hat durch den heiligen Geist das Evangelium begriffen. Sein Herz war erf\u00fcllt mit der frohen Botschaft. Was bewirkte das Evangelium in ihm? Die Antwort lautet: Benedictus! (Lobpreis) Wenn das Evangelium Christi unser Lebensinhalt ist, dann sind Lobpreis, Anbetung und Verherrlichung Gottes unser Alltag. Lobpreis, Anbetung, Verherrlichung Gottes ist eine Frucht, die entsteht, wenn das Evangelium unser Herz und unseren Verstand erobert. Und dieses Gott anbetende Leben, vervollst\u00e4ndigt unsere Freude. Sie macht uns wahrhaft gl\u00fccklich, weit mehr, als z.B. die Geburt von Johannes Zacharias gl\u00fccklich machen konnte.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir wollen die Details des heutigen Textes in 2 Teilen betrachten:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Erstens, Die wunderbare Erf\u00fcllung von Gottes Plan (58-66)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Betrachten wir, wie Gottes Plan sich bewahrheitete. Wir lesen: <b>\u201eUnd f\u00fcr Elisabeth kam die Zeit, dass sie geb\u00e4ren sollte; und sie gebar einen Sohn.\u201c<\/b> Dadurch ging in Erf\u00fcllung, was der Engel prophezeit hatte: <b>\u201eF\u00fcrchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erh\u00f6rt, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn geb\u00e4ren, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.\u201c<\/b> (13) Durch Gottes gn\u00e4diges Wirken geschah das Unm\u00f6gliche. Gott erwies einem alten Ehepaar seine Barmherzigkeit. \u00dcber die Wirkung dieser Gebetserh\u00f6rung lesen wir: <b>\u201eUnd ihre Nachbarn und Verwandten h\u00f6rten, dass der Herr gro\u00dfe Barmherzigkeit an ihr getan hatte und freuten sich mit ihr.\u201c<\/b> Dadurch erf\u00fcllte sich eine weitere Prophezeiung des Engels: <b>\u201eUnd du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich \u00fcber seine Geburt freuen.\u201c<\/b> (14) Gott ist wirklich wunderbar. Sein Wort ist die Wahrheit und geht in Erf\u00fcllung! Das ist die wichtigste Konstante, die wir in diesem Universum haben, gerade im Hinblick auf die vielf\u00e4ltigen Verhei\u00dfungen des Evangeliums. Worauf sonst willst du dich in dieser Welt verlassen? Auf Gottes Wort k\u00f6nnen wir unser Leben bauen!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die wunderbare Frucht der Wirksamkeit Gottes h\u00f6rte an dieser Stelle nicht auf. Am achten Tag, nach dem Gesetz des Mose, kamen die Beschneider und dem Kind sollte sein Name gegeben werden: Zacharias Jr. Wir wissen nicht, warum sie ihn eigendynamisch nach seinem Vater benennen wollten, vielleicht war es in dieser Familie Brauch, vielleicht. hatte Zacharias diesen Wunsch Jahre zu vor ge\u00e4u\u00dfert, \u00fcblich war es jedenfalls nicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jedenfalls stoppte Elisabeth diese Aktion, indem sie sprach: <b>\u201eNein, sondern er soll Johannes hei\u00dfen.\u201c<\/b> was zur allgemeinen Verwirrung beitrug. Wie konnte sie als alte Frau mutig und bestimmt gegen die ganze Gesellschaft auftreten und sie mit einem bestimmten \u201eNein\u201c zum Einhalt gebieten? Sie konnte es, weil Gott ihrem Mann den Namen des Kindes bereits offenbart hatte! Die Feiergesellschaft unternahm einen zweiten Versuch, dieses Mal bei Zacharias, der eine Tafel zum Schreiben forderte, auf dem zu lesen war: <b>\u201eEr hei\u00dft Johannes.\u201c<\/b> (Punkt) <b>Und Sie wunderten sich alle.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Eltern zerbrechen sich den Kopf \u00fcber die Namensgebung ihrer Kinder. Es wird gr\u00fcndlich \u00fcberlegt, verglichen, ausgetauscht, bis der richtige Name feststeht. (Bei uns hat es Monate gedauert) Die Namensfindung ist das gute Recht der Eltern. Aber Elisabeth und Zacharias verzichteten darauf und gehorchten dem Willen Gottes. Sie akzeptierten Gottes Willen nicht nur im Herzen, sondern setzten sich entschieden daf\u00fcr ein! Warum? Weil sie an Gott glaubten! Sie glaubten daran, dass Gott den besten Plan hatte, auch wenn dieser Name \u00fcberhaupt nicht in die Familie zu passen schien.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Warum sollte das Kind Johannes genannt werden? Johannes bedeutet in etwa so viel wie: Gott ist gn\u00e4dig und zeigt nicht nur die Gnade Gottes im Leben von Zacharias und Elisabeth sondern auch, dass eine neue Zeit anbrechen w\u00fcrde. Die Zeit der Gnade w\u00fcrde durch Jesus Christus anbrechen und Johannes war sein Vorbereiter. Und im Hinblick auf die Gnade Gottes spielte alles andere eine nachrangige Rolle, z.B. ob der Name sch\u00f6n und passend war oder nicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie zeigte sich Gottes wunderbares Wirken noch? Lesen wir Vers 64: <b>\u201eUnd sogleich wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge gel\u00f6st und er redete und lobte Gott.\u201c <\/b>Erneut erf\u00fcllte sich Gottes Prophezeiung durch den Engel, der gesprochen hatte: <b>\u201eUnd siehe, du wirst stumm werden und nicht reden k\u00f6nnen bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird\u201c.<\/b> (20) Man k\u00f6nnte Gottes Z\u00fcchtigungsma\u00dfnahme als zu hart empfinden. Zacharias hatte nur einmal das falsche gesagt. Andere waren viel schlimmer und wurden nicht gez\u00fcchtigt, er schon, jeder konnte es sehen, das war sicher auch sehr peinlich. Aber Gott hatte ein genaues Timing festgelegt und hielt sich auch daran. Au\u00dferdem hei\u00dft es \u00fcber Gottes Zucht: \u201e<b>Denn<\/b>\u00a0<b>wen der Herr lieb hat, den z\u00fcchtigt er\u201c <\/b>(Heb 12,6). Und Gottes Zucht in Zacharias war sehr wirksam. In dieser Zeit des Schweigens und der reduzierten Kommunikation &#8211; sagen wir Gott gab ihm eine besondere Stille Zeit &#8211; reifte in Zacharias etwas heran. Aber kein Groll oder Murren. Sobald er wieder reden konnte, lobte er Gott! Er muss seine stille Zeit genutzt haben, um sich Gedanken \u00fcber den Plan Gottes zu machen und er hatte die stille Zeit sicher im Wort und im Gebet verbracht, so dass Lob Gottes quasi aus ihm heraussprudelte. Das ist die ideale Art, auf Gottes Wirken zu antworten, selbst wenn wir gez\u00fcchtigt werden. Wir sollten Gottes Zucht als Gottes Liebe zu uns annehmen. Wir sind ihm nicht gleichg\u00fcltig. M\u00f6ge er wirksam in uns sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Gottes Wirken zog weitere Kreise. Lesen wir die Verse 65 und 66: <b>\u201eUnd es kam Furcht \u00fcber alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Jud\u00e4as. Und alle die es h\u00f6rten, nahmen\u2019s zu Herzen und sprachen: Was, meinst du, will aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.\u201c<\/b> Durch seinen weisen Plan bewirkte der Herr Gottesfurcht in den Menschen und richtete die Aufmerksamkeit der ganzen Region auf Johannes \u2013 auf \u201eGott ist gn\u00e4dig\u201c \u2013 der den Weg des Herrn vorbereiten w\u00fcrde. Nochmal zusammengefasst haben wir im ersten Teil 1) gesehen, dass Gottes Wort sich bewahrheitet und 2) dass er in allem was er getan hat, sehr wirksam gewesen ist: In Zacharias aber auch in den Verwandten\/Nachbarn und der ganzen Gegend.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zweitens, Eine Macht des Heils (67-80)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zacharias lobte Gott, sobald seine Zunge gel\u00f6st wurde. Es blieb aber nicht beim einmaligen, spontanen Lob. Er formulierte seinen bekannten Lobgesang, der uns Gott sei Dank (und Lukas sei Dank) \u00fcberliefert ist: <b>\u201eUnd sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erf\u00fcllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erl\u00f6st sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David\u201c.<\/b> Der Heilige Geist bef\u00e4higte Zacharias dazu Gottes bevorstehendes Heilswerk 1) zu \u00fcberblicken und 2) auch wertzusch\u00e4tzen und sich daran zu erfreuen. Und dieses Heilswerk durch Jesus Christus begeisterte ihn und f\u00fchrte dazu, dass er nicht anders konnte, als Gott zu loben. Das ist die logische Konsequenz, wenn ein Mensch vom Evangelium ergriffen ist.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bemerkenswert ist die Priorisierung seines Lobgesangs. Es war nicht die Freude \u00fcber Johannes, die ihn Gott preisen lie\u00df, es war Gottes Heilswerk durch Jesus Christus, die ihn zum Jubeln brachte. Durch Jesus Christus hat Gott sein Volk leibhaftig besucht und erl\u00f6st. Jesus Christus, dessen Inkarnation bereits seit 3 Monaten begonnen hatte, ist Immanuel, Gott mit uns. Durch ihn besuchte und erl\u00f6ste Gott sein Volk. Durch ihn hat er eine Macht des Heils aufgerichtet. (Im Hause seines Dieners David zeigt eindeutig, dass Jesus mit der Macht des Heils gemeint ist, durch den Gott sein Volk besucht und erl\u00f6st und nicht etwa Johannes, der nicht von David abstammte.)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Warum ist die Macht des Heils so entscheidend? Warum sollte sie analog auch in uns Freude und Lobpreis bewirken? Im Urtext wird f\u00fcr \u201eMacht\u201c das Wort \u201eHorn\u201c verwendet, weil ein Horn die Kraft des Tieres symbolisierte. (Stichwort: Stier. Niemand will wirklich am eigenen Leib erfahren, welche Kraft Stierh\u00f6rner entfalten k\u00f6nnen). Horn des Heils oder auf Deutsch: Macht des Heils zeigt, wie m\u00e4chtig die Heilskraft Jesu ist. Sie ist eine g\u00f6ttliche Macht und somit st\u00e4rker als jede Macht, die wir in dieser Welt kennen. Und diese Macht des Heils ist auch zwingend erforderlich, um eine andere Macht zu bezwingen, gegen die wir absolut machtlos sind, n\u00e4mlich die Macht der S\u00fcnde, wie es auch im Vers 77 hei\u00dft: <b>\u201eund Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer S\u00fcnden\u201c<\/b>. Jeder von uns wei\u00df, wie gro\u00df die Macht der S\u00fcnde ist. Sie ist so gro\u00df, dass sie es oftmals schafft, in uns zu regieren, ohne dass wir es gro\u00dfartig mitbekommen (dieser Effekt ist in Unbekehrten gro\u00df oder bei Frischbekehrten). Und selbst wenn wir zunehmendes S\u00fcndenbewusstsein erlangen und unser M\u00f6glichstes mobilisieren, um den Kampf gegen die S\u00fcnde aufzunehmen, m\u00fcssen wir immer wieder erkennen, dass wir aus eigener Kraft v\u00f6llig machtlos sind. S\u00fcnde kann nicht wegtrainiert werden, S\u00fcnde kann nicht ausgesessen werden oder durch Disziplin oder Willenskraft bezwungen werden. S\u00fcnde ist eine t\u00f6dliche Krankheit, denn ihr Sold ist der Tod. S\u00fcnde ist eine teuflische Krankheit, denn ihr Vater ist der Teufel. S\u00fcnde ist dar\u00fcber hinaus eine Krankheit, f\u00fcr die wir keine Medizin entwickeln k\u00f6nnen. Sie ist teuflisch und t\u00f6dlich und zerst\u00f6rerisch! Sie zerst\u00f6rt nicht nur das makellose Bild Gottes in uns, sondern auch die Beziehung zu unserem Sch\u00f6pfer (Und zu unseren Mitmenschen). Schlie\u00dflich gipfelt die S\u00fcnde in der ewigen Verdammnis.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wenn ein Mensch tief versunken im Sumpf der S\u00fcnde ist, erscheint ihre Macht als schier grenzenlos; das Leben erscheint als hoffnungslos. Selbst gutdisziplinierte religi\u00f6se Menschen wie Paulus konnten nicht anders als einen entsetzlichen Schrei der Verzweiflung herauszulassen, wie in R\u00f6m 7: \u201e<b>I<\/b><b>ch elender Mensch! Wer wird mich erl\u00f6sen von diesem todverfallenen Leibe?\u201c<\/b> (24)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Deswegen ben\u00f6tigen wir eine Macht des Heils. Es ist das Evangelium Jesu Christi, das uns diese Macht des Heils verk\u00fcndet. Die Macht des Heils ist st\u00e4rker als alle finsteren M\u00e4chte des B\u00f6sen. Die Macht des Heils triumphiert \u00fcber S\u00fcnde, Tod und Teufel.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie wirkt die Macht des Heils? Es hei\u00dft: <b>\u201eUnd hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils\u201c<\/b>. Das Aufrichten erinnert an Joh 3, wo es hei\u00dft: <b>\u201eUnd wie Mose in der W\u00fcste die Schlange erh\u00f6ht hat, so muss der Menschensohn erh\u00f6ht werden\u201c<\/b> (Joh 3,14). Der Menschensohn wurde erh\u00f6ht, die Macht des Heils wurde aufgerichtet, wie einst die eherne Schlange. Das Kreuz Christi ist das ultimative Zeichen der aufgerichteten Macht des Heils.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Warum f\u00fchrt das Kreuz zum Heil? Und warum ist das die gute Nachricht f\u00fcr uns? S\u00fcnde muss ges\u00fchnt werden, jemand muss den Preis zahlen. Das Evangelium ist die gute Nachricht f\u00fcr uns, weil nicht wir den Preis zahlen m\u00fcssen, den wir Gott schulden, sondern weil Jesus diesen \u00fcbernommen hat. Im Umkehrschluss werden wir als schuldenfrei behandelt, obwohl nur Jesus schuldenfrei ist, weil er als Schuldner bestraft wurde, die wir eigentlich verdient h\u00e4tten.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zacharias schmeckte durch den heiligen Geist die Macht des Heils, die m\u00e4chtiger ist als die Macht der S\u00fcnde und Lukas f\u00fchrt in seinem Evangelium verschiedene Beispiele auf. Wann immer S\u00fcnde und Unreinheit auf Jesus trafen, war der Einfluss einseitig! Wann immer Menschen mit S\u00fcnde und Unreinheit Jesus ber\u00fchrten, dominierte die Macht des Heils. S\u00fcnde wurde vergeben, b\u00f6se Geister wurden ausgetrieben, Unreinheit wurde rein. Einseitiger Effekt! Das ging bis hin zum Kreuz. Die 4 Evangelisten zitieren verschiedene Aussagen des gekreuzigten Jesus. Lukas allererstes Zitat vom gekreuzigten Jesus lautet: <b>\u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.\u201c<\/b> (23,34) Wenn S\u00fcnde auf S\u00fcnde trifft, bewirkt sie umso mehr S\u00fcnde, das sehen wir in unserer gefallen Welt, in der Krieg und Zerst\u00f6rung nicht wegzudenken sind. Sie zeugen davon, was passiert, wenn S\u00fcnde auf S\u00fcnde trifft oder wenn S\u00fcnder aufeinander treffen. Doch als S\u00fcnde auf Jesus traf, der Macht des Heils, wurde sie absorbiert, nicht reflektiert! Danke wir Gott, denn die Macht des Heils ist st\u00e4rker als die Macht der S\u00fcnde.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und wenn wir ein Paradebeispiel f\u00fcr jemanden suchen, der durch die Macht des Heils ver\u00e4ndert worden ist, finden wir Paulus, der bereits zitiert worden ist. Denn gerade mal ein Vers nach seinem entsetzlichen Verzweiflungsschrei schreibt er: <b>\u201eDank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!\u201c<\/b> (R\u00f6m 7,24a) Und zwei Verse danach bezeugt er: <b>\u201eSo gibt es nun keine Verdammnis f\u00fcr die, die in Christus Jesus sind.\u201c<\/b> (R\u00f6m 8,1) Paulus erkannte, dass die Macht des Heils \u00fcber seine S\u00fcnde siegt! Diese Erkenntnis ver\u00e4nderte ihn. Statt ein hoffnungsloses und niedergeschlagenes Leben f\u00fchrte er ein siegreiches Leben im Namen Jesu Christi. Glaubst du dass die Macht des Heils m\u00e4chtiger ist als die Macht deiner S\u00fcnde? Danken wir Gott daf\u00fcr!<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Jetzt wo wir uns Gedanken \u00fcber die Macht des Heils gemacht haben, wollen wir uns der Frage widmen: Welches Leben erm\u00f6glicht uns die Macht des Heils? Wir lesen ab Vers 70: <b>\u201ewie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten \u2013, dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern V\u00e4tern und ged\u00e4chte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erl\u00f6st aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">(In den Versen 70-75 begegnen wir der Sehnsucht der j\u00fcdischen Seele. Seit Anbeginn ihrer Existenz litt das j\u00fcdische Volk unter vielen verschiedenen Feinden. Das war schon zur Zeiten Abrahams so und zog sich durch die ganze Geschichte durch, von \u00c4gypten \u00fcber Babylon bis nach Rom. Nicht selten bedeutete die Fremdherrschaft durch Israels Feinde nicht nur den Verlust von Freiheit und Wohlstand, sondern auch gravierende Einschr\u00e4nkungen im Gottesdienst. Unter der Terrorherrschaft der Seleukiden und ihrem Kopf Antiochos Epiphanes litt Israel in besonderem Ma\u00dfe. Epiphanes entweihte den j\u00fcdischen Tempel in Jerusalem, indem er ihn pl\u00fcndern lie\u00df, G\u00f6tzenbilder aufstellten und Schweine opfern lie\u00df. Er zwang die Juden heidnisch zu leben, was dazu f\u00fchrte, dass viele den Sabbat entheiligten und G\u00f6tzen anbeteten. Es war unm\u00f6glich, ein freies und offenes Glaubensleben zu f\u00fchren und Gottesdienst zu feiern. Die treuen Juden wurden verfolgt und mussten Gott heimlich dienen. Was war ihre Hoffnung? Ihre Hoffnung bestand darin, an Gottes Verhei\u00dfungen festzuhalten. Nicht nur um Frieden, Freiheit und Wohlstand zu genie\u00dfen, sondern damit sie Gott dienten konnten, ohne Furcht ihr Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen! (Also nicht im Verborgenen).)<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Das Heil durch Jesus Christus geschah nicht spontan. Es war lange zuvor den V\u00e4tern und Propheten verhei\u00dfen. Jesus erf\u00fcllte die AT-Prophezeiungen, wie wir auch schon im 2.Kor Brief erfahren haben: \u201e<b>Denn<\/b>\u00a0<b>auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das<\/b>\u00a0<b>Amen, Gott zum Lobe.<\/b>\u201c (1,20)) Unsere Feinde sind S\u00fcnde, Tod und Teufel. Unter der Herrschaft dieser finsteren M\u00e4chte ist es unm\u00f6glich Gott zu gefallen. Aber die Macht des Heils schenkt uns die Freiheit von der Versklavung unsere Feinde und erm\u00f6glicht ein Leben, das Gott gef\u00e4llt. Lesen wir die Verse 74 und 75: \u201e<b>dass wir, erl\u00f6st aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.\u201c <\/b>Wir wurden nicht erl\u00f6st und befreit, um ein eigensinniges Leben zu f\u00fchren. Wir wurden nicht erl\u00f6st und befreit, um die Gnade Christi zu verschwenden. Wir wurden erl\u00f6st und befreit, um ein Leben zu f\u00fchren, das Gott gef\u00e4llt. Und Christus selbst ist der Schl\u00fcssel dazu. Er ist es, der uns frei macht von unseren Feinden, er ist derjenige, der die Trennung zwischen dem heiligen Gott und uns aufhebt, so dass wir in ihm darin wachsen k\u00f6nnen, ein heiliges Leben zu f\u00fchren, das Gott gef\u00e4llt und durch sein Opfer erlangen wir Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Freiheit, Heiligkeit, Gerechtigkeit ist Christi Werk in unserem Leben. M\u00f6ge das Evangelium diese Fr\u00fcchte in uns bewirken.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Betrachten wir die Verse 76 und 77: <b>\u201eUnd du, Kindlein, wirst ein Prophet des H\u00f6chsten hei\u00dfen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer S\u00fcnden\u201c.<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Verse 68-75 (das sind 8 Verse) bilden im Originaltext einen einzigen Satz, mit dem Zacharias Gott preist, f\u00fcr sein Heilswerk durch Jesus Christus. Erst im Vers 76 widmet er seinem Sohn Johannes Aufmerksamkeit, allerdings nicht lange. Johannes, als Prophet Gottes hatte die gro\u00dfe Aufgabe, dem Herrn voranzugehen und ihm den Weg zu bereiten. Er tat es, indem er das Volk zur Bu\u00dfe aufforderte, sie taufte und auf den Messias hinwies, der schon bald auftreten w\u00fcrde.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und erstaunlicherweise stand die Relation wischen Johannes und Jesus auch f\u00fcr Zacharias au\u00dfer Frage, so dass er nach nur 2 Versen wieder umschwenkte und seine Begeisterung \u00fcber Jesus Ausdruck verlieh: \u201e<b>durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der H\u00f6he, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens.\u201c<\/b> Die Freude \u00fcber Jesus \u00fcberwog die Freude \u00fcber seinen Sohn. Er konnte sich nat\u00fcrlich doppelt freuen, weil sein Sohn dem Erl\u00f6sungswerk Christi unmittelbar dienen durfte. (Das ist sicherlich der gr\u00f6\u00dfte Wunsch den Eltern f\u00fcr ihre Kinder haben k\u00f6nnen). Das Evangelium lehrt uns eindeutig, dass Jesus unsere gr\u00f6\u00dfte Freude ist. Jesus ist das aufgehende Licht aus der H\u00f6he, der die Finsternis vertreibt und den Schatten des Todes. Er ist das aufgehende Licht aus der H\u00f6he, der die Dunkelheit unseres Herzens und die Finsternis unserer Seele vertreibt und mit seinem Frieden ersetzt.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zacharias empfing das Evangelium Jesu Christi und aus ihm sprudelte ein Lobgesang. M\u00f6ge das Evangelium Raum in uns finden und uns zum Jubeln bringen \u00fcber die Gnade Jesu Christi. Wenn Jesus unsere h\u00f6chste Freude ist, wird Gott am allermeisten durch uns verherrlicht.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Benedictus \u201eund hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David\u201c (1,69) Worum geht es im heutigen Text? Auf dem ersten Blick k\u00f6nnte man meinen, im heutigen Text ginge es um die Geburt von Johannes dem T\u00e4ufer. Rein sachlich gesehen, mag das richtig sein. 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