{"id":3218,"date":"2014-10-26T23:11:57","date_gmt":"2014-10-26T22:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3218"},"modified":"2022-11-18T12:22:33","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:33","slug":"predigt-2-korinther-121-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-korinther-121-10\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Korinther 12,1 \u2013 10"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P15-2K1201-1210.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(9)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der heutige Text ist thematisch eine Fortsetzung der Textpassagen, die wir in den vergangenen Wochen studiert haben. Paulus war gezwungen, sich widerwillig zu r\u00fchmen. Warum? Weil er der Korinthergemeinde helfen wollte! Er wollte ihnen helfen, am Evangelium festzuhalten, das er ihnen gebracht hatte. Dieses Evangelium hatte ihm der Herr offenbart, es hatte g\u00f6ttlichen Ursprung, voller Wahrhaftigkeit und Kraft. Mittlerweile waren die Korinther fehlgeleitet durch falschen Apostel und hatten einen anderen Jesus, einen anderen Geist und ein anderes Evangelium angenommen (wir erinnern uns). Das ist der Kontext unserer Textpassage. Die Gemeinde h\u00f6rte falsches R\u00fchmen und vertraute den Schwindlern. Als Paulus sich r\u00fchmte, war seine Art sich zu r\u00fchmen v\u00f6llig anders. Paulus r\u00fchmte sich seiner Schwachheit und gab das authentische Zeugnis eines echten Apostels. Betrachten wir die Fortsetzung im heutigen Text.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir lesen in den Versen 1-4: <b>\u201eGer\u00fchmt muss werden; wenn es auch nichts n\u00fctzt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren \u2013 ist er im Leib gewesen? Ich wei\u00df es nicht; oder ist er au\u00dfer dem Leib gewesen? Ich wei\u00df es auch nicht; Gott wei\u00df es -, da wurde derselbe entr\u00fcckt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen \u2013 ob er im Leib oder au\u00dfer dem Leib gewesen ist, wei\u00df ich nicht; Gott wei\u00df es -, der wurde entr\u00fcckt in das Paradies und h\u00f6rte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Habt ihr schon einmal von der \u201ePluralis Majestatis\u201c geh\u00f6rt? Das war die Art und Weise der Adeligen und W\u00fcrdentr\u00e4ger, von sich selbst zu reden. Sie sagten nicht \u201eich habe\u201c, sondern \u201ewir haben\u201c; sie sagten nicht \u201emir geht es wohl\u201c, sondern \u201euns geht es wohl\u201c. So Schrieb bspw. Kaiser Wilhelm Anfang des 20. Jhr.: <i>\u201e<\/i><i>Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, K\u00f6nig von Preu\u00dfen\u201c.<\/i> Warum haben sie das gemacht? Sie taten es, um ihre \u00dcberlegenheit und Macht zu demonstrieren. Sie machten aus der ersten Person Singular einfach die Pluralform!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wenn wir den heutigen Text lesen, dann finden wir etwas \u00c4hnliches. Paulus gebrauchte auch eine grammatikalische Variation. Er wandelte die erste Person Singular nicht um in erste Person Plural sondern in die dritte Person Singular! Er sagte nicht: \u201eIch bin gewesen, ich wurde, ich war\u2026\u201c sondern \u201eEr ist gewesen, er wurde, er war\u201c. (Er vermied es zu sagen: ich, ich, ich&#8230;) Dieser grammatikalische Eingriff von Apostel Paulus hatte einen gezielten Effekt, n\u00e4mlich einen gegens\u00e4tzlichen, wie beim \u201ePluralis Majestatis\u201c. Er diente nicht dazu die Person von Paulus zu erheben, sondern ihn von Selbstruhm und Ehre maximal zu distanzieren!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Im Verlaufe seines Glaubenslebens hatte Paulus verschiedene Erscheinungen und Offenbarungen erfahren. Von den meisten berichtet die Apostelgeschichte. Sie dienten dazu, Paulus bspw. zu ermutigen, als Apostel Christi zu leben (<b>\u201eF\u00fcrchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht\u201c<\/b> (Apg. 18,9ff); <b>\u201eSei getrost\u2026so musst du auch in Rom Zeuge sein\u201c<\/b> (Apg. 23,11)) oder um ihm Orientierung f\u00fcr das Werk Gottes zu geben (<b>\u201eKomm her\u00fcber und hilf uns\u201c<\/b> sagte ein Mazedonier in einer Erscheinung bei Nacht und Paulus \u00e4nderte seine Missionsrichtung. (Apg. 16,9.10)); oder um ihm das Evangelium und die Anwendung des Evangelium zu offenbaren, z.B. f\u00fcr die Heiden (Vgl. Gal 1,1.2; Gal 2,2; Eph. 3,3).<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Diese Erscheinungen und Offenbarungen sind uns in der Apg und seinen Briefen \u00fcberliefert. Allerdings hatte Paulus 14 Jahre vor dem Verfassen des heutigen Textes eine viel h\u00f6here Offenbarung erleben d\u00fcrfen. Die wahrscheinlich H\u00f6chste, die einem wiederfahren kann. Er wurde entr\u00fcckt bis in den dritten Himmel. (Bei den Juden bestand der erste Himmel aus der Erdatmosph\u00e4re, der zweite Himmel aus dem Weltraum und der dritte Himmel war das Reich Gottes oder anders ausgedr\u00fcckt das Paradies). Bis dorthin wurde er entr\u00fcckt! Er war aber nicht in der Lage zu sagen, ob er leibhaftig dorthin transportiert wurde oder ohne Leib; was f\u00fcr ihn auch keine Rolle spielte. Im besagten Paradies h\u00f6rte Paulus <b>\u201eunaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.\u201c<\/b> (Andere Bibeln \u00fcbersetzen, dass er Worte h\u00f6rte, die kein Mensch aussprechen darf \/ oder die unaussprechlich sind). Es handelte sich also um eine ganz pers\u00f6nliche Offenbarung, die f\u00fcr Paulus gedacht war, was auch erkl\u00e4rt, warum er sie f\u00fcr sich behalten hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was mag der Grund daf\u00fcr gewesen sein, der Paulus dazu gezwungen hatte, diese Offenbarung zu erw\u00e4hnen \u2013 wenn auch nur am Rande? Nochmals: Die Korinthergemeinde war dominiert durch falsche Apostel. Was konnte es f\u00fcr die falschen Apostel besseres geben, ihre Autorit\u00e4t \u00fcber die Korinther zu untermauern, als zu behaupten, eine g\u00f6ttliche Erscheinung und Offenbarung gesehen zu haben. Nicht nur das, sondern zu behaupteten leibhaftig im Paradies gewesen zu sein \u2013 damit nicht genug \u2013 auch noch die g\u00f6ttliche Botschaft geh\u00f6rt zu haben, die sie den Korinthern unter die Nase rieben. Sie m\u00fcssen Dinge gesagt haben wie: Wir waren leibhaftig im Paradies und h\u00f6rten Gottes Stimme zu uns sagen: Ihr seid meine Apostel, in Korinth, nicht Paulus&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Solche unsinnige Zeugnisse m\u00fcssen sie von sich gegeben haben und weil sie sprachversiert waren, schenkte ihnen die Gemeinde ihre Ohren und Herzen. Wir erinnern uns, im letzten Kapitel hatten sie die Frechheit besessen sich als Knechte Christi zu bezeichnen, obwohl sie sich von der Gemeinde bezahlen lie\u00dfen und sie vielf\u00e4ltig unterdr\u00fcckten. Paulus antwortete durch das authentische Zeugnis eines echten Knechts Christi, mit dem sie nichts zu tun hatten! Nun behaupteten sie g\u00f6ttliche Offenbarungen gehabt zu haben und Paulus kontert mit seinem authentischen Zeugnis. W\u00e4re Paulus ein Heuchler und Scharlatan gewesen, wie sie, h\u00e4tte er behauptet, leibhaftig im Paradies gewesen zu sein. Stattdessen betont und wiederholt er die Tatsache, dass er nicht wisse, ob er im Leib oder au\u00dfer dem Leib gewesen ist, nur Gott wei\u00df es! W\u00e4re er ein Betr\u00fcger gewesen, dann h\u00e4tte er Worte wiedergegeben, die sein Ansehen steigern lie\u00dfen, stattdessen sagt Paulus, dass ihm untersagt ist, wiederzugeben, was er geh\u00f6rt hat. Sein Zeugnis ist authentisch und \u00e4hnelt dem Zeugnis unseres Herrn, als er nach dem Zeitpunkt seiner Wiederkehr gefragt wurde. Jesus sagte, dass er es nicht wisse. W\u00e4re er ein L\u00fcgner, w\u00fcrde er ein Datum nennen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Lesen wir Verse 5 und 6: <b>\u201eF\u00fcr denselben will ich mich r\u00fchmen; f\u00fcr mich selbst aber will ich mich nicht r\u00fchmen, au\u00dfer meiner Schwachheit. Und wenn ich mich r\u00fchmen wollte, w\u00e4re ich nicht t\u00f6richt; denn ich w\u00fcrde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich h\u00f6her achte, als er an mir sieht oder von mir h\u00f6rt.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ravi Zacharias macht manchmal einen Witz und erz\u00e4hlt die Geschichte eines Pastors, der einen Vortrag zu seinem Spezialthema vorbereitet hat: Demut. Gut vorbereitet stellt er sich an die Kanzel und sieht, dass nicht viele gekommen sind und sagt: Ich habe einen ausf\u00fchrlichen Vortrag zum Thema Demut vorbereitet; aber da heute nicht viele da sind, warte ich auf ein gr\u00f6\u00dferes Publikum.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wisst ihr, dem\u00fctig ist nicht derjenige, der st\u00e4ndig sagt, er sei dem\u00fctig. Wenn einer von morgens bis abends behauptet, dem\u00fctig zu sein, stimmt etwas nicht. Man wird ihn genau beobachten, um zu sehen, wie er sich im Alltag verh\u00e4lt. Dieses Zeugnis wird das nachhaltigste Zeugnis sein, nicht das Zeugnis, das er von sich selbst gibt.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Paulus h\u00e4tte die Korinthergemeinde vielf\u00e4ltig beeindrucken k\u00f6nnen, durch Gottes Wirken in seinem Leben. Und es w\u00fcrde der Wahrheit entsprechen und nicht gelogen sein. Er wollte aber nicht h\u00f6her geachtet werden, als man an ihm sah oder von ihm h\u00f6rte. Sein authentisches Leben nach dem Evangelium sollte lebendiges Zeugnis sein. Und wollte er sich wirklich seiner eigenen Person r\u00fchmen, dann nur seiner Schwachheit (dazu kommen wir noch zu sprechen). Wir sehen seine Demut.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie kam es, dass er so dem\u00fctig war? Lesen wir Verse 7: <b>\u201eUnd damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht \u00fcberhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, n\u00e4mlich des Satans Engel, der mich mit F\u00e4usten schlagen soll, damit ich mich nicht \u00fcberhebe.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die hohe Offenbarung, die Paulus 14 Jahre zuvor erfahren hatte, war gut, erbaulich und sicher ermutigend. Eine Gnade Gottes. Doch f\u00fcr Paulus beinhaltete sie zugleich eine gro\u00dfe Gefahr, n\u00e4mlich sich zu \u00fcberheben! Selbst Paulus war vor Selbst\u00fcberheben und Hochmut nicht gefeit. Und wir wissen, wie gef\u00e4hrlich es ist, sich zu \u00fcberheben. Man macht sich immer mehr zum Zentrum der Bewunderung, f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr andere. Man dr\u00e4ngt sich immer mehr an die Stelle, die allein Gott geb\u00fchrt. Die Konsequenz ist entsprechend bitter. Hochmut kommt vor dem Fall!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Auf welche \u00fcberraschende Weise bewahrte Gott Paulus davor abzuheben? Ihm wurde gegeben, er beschreibt es als <b>\u201eein Pfahl ins Fleisch\u201c<\/b>. Ein Pfahl im Fleisch zu haben klingt \u00e4u\u00dferst grausam. (Ich muss an die N\u00e4gel am Kreuz denken, die unser Herr Jesus ertragen musste.) Paulus spricht weiter: <b>\u201en\u00e4mlich des Satans Engel, der mich mit F\u00e4usten schlagen soll\u201c<\/b>. Normale Faustschl\u00e4ge sind schlimm genug. Wie schl\u00e4gt der Engel des Satans zu? Sicher nicht mit Samthandschuhen und h\u00e4lt sich auch nicht an irgendwelche Regeln des internationalen Boxweltverbandes, sondern arbeitet mit Tiefschl\u00e4gen. Mittlerweile kannte Paulus den Grund dieser Attacken und Schmerzen: <b>\u201edamit ich mich nicht \u00fcberhebe.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es ist viel spekuliert worden \u00fcber den Pfahl im Fleisch und \u00fcber die Faustschl\u00e4ge des Satans Engel. Krankheiten, wie z.B. ein Augenleiden stehen hoch im Kurs oder die heftige Verfolgung, die Paulus seit Anbeginn seiner apostolischen Wirksamkeit ertragen musste, durch Juden, durch Heiden, durch falsche Br\u00fcder und die ihn mehr als nur einmal in Todesn\u00f6te gebracht hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Fakt ist, dass wir nicht wissen, was es war. Aber eines wissen wir, n\u00e4mlich, dass es \u2013 was es auch immer gewesen sein mag \u2013 Paulus unheimlich schw\u00e4chte. Wie ging Paulus damit um? Vers 8: <b>\u201eSeinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche.\u201c<\/b> Paulus betete, dass es aufh\u00f6ren m\u00f6ge. Doch es kam keine Antwort. Dann muss er erneut daf\u00fcr gebetet haben, mit klarer Begr\u00fcndung, warum Gott sein Gebet erh\u00f6ren sollt, z.B. dass er ohne die Angriffe des Satans und sein Handicap viel besser als Apostel Christi leben und dem Werk Gottes dienen konnte! Doch keine Antwort! Daraufhin muss er sein Gebet intensiviert haben und wie er schreibt, zum Herrn gefleht haben, mit der dringenden Bitte, um des Evangeliums Willen seine Schwachheit von ihm zu nehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Da kam die Antwort. Sie \u00fcberrascht! Lesen wir Vers 9a: <b>\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Herr zeigte ihm im \u00fcbertragenen Sinne die flache Hand und sagte: <b>\u201eLass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen\u201c<\/b>. <b>\u201eLass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Gelobt sei der Herr, f\u00fcr seine Antwort, die wir an dieser Stelle finden. Sie ist nicht von dieser Welt, sie ist vom Reich Gottes und beinhaltet die volle Sch\u00f6nheit der Botschaft des Evangeliums. Wisst ihr, diese Welt w\u00fcrde uns niemals sagen, was Christus hier sagt. Die Welt sagt uns eher Dinge wie: Du musst stark sein! Keine Schw\u00e4che zeigen! Das h\u00f6ren wir von der Welt. Doch entweder sagt sie uns nicht, wie wir als schwache Erdenb\u00fcrger, die vom Wesen her zerbrechlich sind, stark sein sollen oder sie legt uns zweifelhafte Methoden nahe, indem sie uns Dinge zufl\u00fcstert wie: Glaube an dich! Sie will uns zum Gegenstand des pers\u00f6nlichen Glaubens machen. Und damit nicht genug, sie verlangt auch noch, dass andere ebenfalls an uns glauben und viele sind beleidigt, wenn andere nicht an sie glauben. Man soll also auch noch Gegenstand des Glaubens anderer werden. H\u00f6chst bedenklich! Was sagt uns stattdessen unser Herr Jesus? Lesen wir nochmals den Vers 9a: <b>\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Welt mustert Schw\u00e4che aus \u2013 das kennen wir von unserem Bildungsweg oder von der beruflichen Laufbahn. (Praktikant) Andere religi\u00f6se Stimmen sagen ebenfalls, dass wir unsere Schwachheit \u00fcberwinden und stark sein m\u00fcssen, um von Gott angenommen zu werden. Das Evangelium Christi ist die einzige Botschaft im gesamten Universum, die uns sagt, dass wir schwach sind und daran auch nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen aber auch nichts \u00e4ndern m\u00fcssen (weil wir es sowieso nicht k\u00f6nnen). Warum nicht? Weil wir in unserer Schwachheit Gnade gefunden haben! Einige Kapitel zuvor, im Kontext der Geldsammlung, dr\u00fcckte Paulus ein und dieselbe Botschaft des Evangelium mit folgenden Wortes aus: <b>\u201eDenn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich w\u00fcrdet.\u201c<\/b> (2.Kor 8,9) Christus, mit seiner universalen und ultimativen Macht wurde schwach f\u00fcr dich und f\u00fcr mich, damit du und ich durch seine Schwachheit stark werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Diese Botschaft des Evangeliums, als direkte Antwort des Herrn auf sein Gebet, muss in Paulus Glaubensleben eingeschlagen haben wie eine Bombe. Sie wurde zum gro\u00dfen Geheimnis seines erfolgreichen Glaubenswandels als Apostel und Knecht Jesu Christi.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie lernte Paulus das Evangelium in seinem allt\u00e4glichen Leben anzuwenden? Folgendes Zeugnis bringt den Paradigmenwechsel in ihm sehr gut zum Ausdruck. Lesen wir die Verse 9b und 10: <b>\u201eDarum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in N\u00f6ten, in Verfolgungen und \u00c4ngsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Paulus erkannte: Ich muss kein Superheld sein, um Gott dienen zu k\u00f6nnen. Ich muss nicht furchtlos sein, mir muss es nicht immer gut gehen, ich muss keine vorgespielte St\u00e4rke demonstrieren, damit Menschen durch mich zum Herrn kommen, damit ich Gott verherrlichen kann. Ich bin schwach und ich darf Schw\u00e4che zeigen. Denn gerade in Misshandlungen, in N\u00f6ten, in Verfolgungen, in \u00c4ngsten und Schwachheit um Christi willen, erlebte er die lebendige Kraft des Herrn. Immer dann wenn er am Boden lag, erlebte er, wie die Kraft des Herrn ihn wieder aufrichtete, wie der Herr ihn ber\u00fchrte, ihn tr\u00f6stete, ihn ermutigte und wiederherstellte.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Er erkannte: Meine Schw\u00e4che ist absolut kein Hindernis, Gott zu lieben und ihm zu dienen! Meine Schw\u00e4che ist eine Gelegenheit, die Kraft Christi zu erfahren. So konnte er einerseits die Gnade Jesu als hinreichend akzeptieren und sich daran gen\u00fcgen lassen und andererseits das paradox-erscheinende Zeugnis ablegen: <b>\u201edenn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.\u201c<\/b> <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zum Schluss wollen wir uns \u00fcber die Anwendung in unserem Glaubensleben Gedanken machen. Wie steht es um uns? Welches Paradigma dominiert unser Glaubensleben? Ist es nicht so, dass uns unser Ansehen vor anderen Menschen wichtig ist? Wollen wir nicht, dass andere nur Gutes \u00fcber uns reden? Wollen wir nicht als gute Christen anerkannt werden, in der Gemeinde und in anderen Gemeinden? Und steht uns unsere Schwachheit nicht im Wege? Versuchen wir nicht alles um unsere Schwachheit zu retuschieren, damit wir als stark und nicht als schwach wahrgenommen werden? Ist das nicht zu unserer Realit\u00e4t geworden, die uns Tag auf Tag ein qu\u00e4lt und ungl\u00fccklich macht? Leben wir nicht nach den Spielregeln dieser Welt?<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Hand aufs Herz. Liegt es nicht daran, dass wir das Evangelium Christi nicht einmal ansatzweise so gut verstanden haben, wie Paulus? Ist das nicht der Grund, aus dem uns die Anwendung des Evangeliums im Alltag so schwer f\u00e4llt?<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und ist es nicht so, dass wir unsere Schwachheit f\u00fcr ein Hindernis halten, Gott zu dienen? Manchmal sogar als eine Ausrede, um Gott nicht zu dienen? Denken und sagen wir nicht Dinge wie: Ich k\u00f6nnte Gott viel besser dienen, wenn ich nicht immer so m\u00fcde w\u00e4re, wenn ich fitter w\u00e4re, wenn ich begabter w\u00e4re, redegewandter, mutiger, sch\u00f6ner&#8230;? Dann gibt es da auch noch den Teufel, der den Bibelsch\u00fclern das Wort aus dem Herzen raubt, sobald ich es ges\u00e4t habe. Der soll weg! Dann geht was!<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wisst ihr, ohne das Evangelium gibt es viele Ausreden. Beten wir f\u00fcr einen pers\u00f6nlichen Paradigmenwechsel durch das Evangelium. Unsere Schwachheit ist der Anlass f\u00fcr die wunderbare Begegnung mit dem Herrn. Unsere Schwachheit ist die Gelegenheit, von der alles \u00fcberragenden Kraft unseres Herrn erf\u00fcllt zu werden. Gepriesen sei der Herr, der uns in unserer Schwachheit annimmt.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig \u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c (9) Der heutige Text ist thematisch eine Fortsetzung der Textpassagen, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[10,4],"tags":[],"class_list":["post-3218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-korinther","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3218"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3220,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3218\/revisions\/3220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}