{"id":3147,"date":"2014-08-31T18:34:35","date_gmt":"2014-08-31T16:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3147"},"modified":"2022-11-18T12:22:38","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:38","slug":"predigt-2-korinther-72-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-korinther-72-16\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Korinther 7,2 \u2013 16"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/P09-2K0702-0716.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Traurigkeit nach Gottes Willen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod.<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">2. Kor. 7.10<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Regel verbinden wir mit Traurigkeit eher etwas Schlechtes. Niemand m\u00f6chte gern traurig sein. Doch es gibt eine Traurigkeit, die von Gott gegeben und von Gott gewollt ist. Was unterscheidet diese Traurigkeit von der \u00fcblichen Traurigkeit? Warum ist die gottgewollte Traurigkeit so wichtig? Was bewirkt die gottgewollte Traurigkeit in uns? Wir erfahren Antworten auf diese Fragen in dem heutigen Text aus 2. Korinther 7. M\u00f6ge Gott uns durch die Betrachtung des Textes zu der von Ihm gewollten Traurigkeit f\u00fchren und ermutigen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;\" align=\"justify\">\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wie wir bereits wissen, war die Beziehung zwischen Paulus und die Gemeinde in Korinth ziemlich problematisch. Falsche Lehrer hatten sich in die Gemeinde eingeschlichen und Misstrauen in ihrer Beziehung zu Paulus ges\u00e4t. Deswegen appellierte Paulus noch einmal an die Korinther: <\/span><b>Gebt uns Raum in euren Herzen! Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand verletzt, wir haben niemand \u00fcbervorteilt. <\/b><span style=\"font-weight: normal;\">Eigentlich m\u00fcsste Paulus eine tiefe Ablehnung gegen\u00fcber den Korinthern empfnden. Denn ihre Lebensweise war fleischlich und obendrein hatten sie sich auch noch gegen ihn gewandt. Wie war aber Paulus gegen\u00fcber der Gemeinde trotz all dem eingestellt? Betrachten wir Vers 3: <\/span><b>Nicht sage ich das, um euch zu verurteilen; denn ich habe schon zuvor gesagt, dass ihr in unserem Herzen seid, mitzusterben und mitzuleben. <\/b><span style=\"font-weight: normal;\">Anstelle sie zu verurteilen, waren die Korinther in seinem Herzen. Paulus f\u00fchlte sich mit den Korinthern zutiefst verbunden. Er sah eine unaufl\u00f6sliche Gemeinschaft mit ihnen im Leben und Tod. Paulus liebte die Korinther trotz all dem, was zwischen ihnen gelaufen war, sehr. Er war bereit ihnen zu vergeben. M\u00fcsste aber Paulus nicht zumindest ein schlechtes Bild \u00fcber die Korinther haben? Betrachten wir Vers 4:<\/span><b> Ich rede mit gro\u00dfer Zuversicht zu euch; ich r\u00fchme viel von euch; ich bin erf\u00fcllt mit Trost; ich habe \u00fcberschw\u00e4ngliche Freude in aller unsrer Bedr\u00e4ngnis.<\/b><span style=\"font-weight: normal;\"> Nein, Paulus dachte nicht schlecht \u00fcber die Gemeinde. Im Gegenteil, er war regelrecht stolz auf sie. Wenn Paulus mit seinen Mitarbeitern \u00fcber die Korinther sprach, redete er viel Gutes \u00fcber sie. Wenn er an sie dachte, wurde er mit gro\u00dfer Zuversicht erf\u00fcllt. Der Gedanke an die Korinther erf\u00fcllte ihn mit Trost. Sie wurden ihm sogar zum Anlass riesengro\u00dfer Freude inmitten seiner schwierigen Leiden. Bei all dem wirft sich uns nat\u00fcrlich die Frage auf: <\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">\u201eWarum? Warum um alles auf der Welt war Paulus so positiv gegen\u00fcber den Korinthern eingestellt?\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-weight: normal;\"> Das war doch die Gemeinde, wo einer seine Stiefmutter geheiratet hatte, wo ein Bruder den andern vors Gericht brachte, wo man mit seinen Gaben prahlte und sich zu allem obendrein angema\u00dft hatte, Paulus apostolische Autorit\u00e4t anzuzweifeln. Aber ausgerechnet \u00fcber diese Gemeinde sagte Paulus: <\/span><b>Ich rede mit gro\u00dfer Zuversicht zu euch; ich r\u00fchme viel von euch; ich bin erf\u00fcllt mit Trost; ich habe \u00fcberschw\u00e4ngliche Freude in aller unsrer Bedr\u00e4ngnis. <\/b><span style=\"font-weight: normal;\">Das klingt schon fast sarkastisch. Oder war Paulus vielleicht ein bisschen blau\u00e4ugig? Oder w<\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">arum sonst war Paulus so positiv gegen\u00fcber den Korinthern eingestellt?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Paulus leitet den n\u00e4chsten Vers mit <\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">\u201eDenn\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\"> ein. Er kommt also in den n\u00e4chsten Versen selber auf den Grund zu sprechen. Betrachten wir zun\u00e4chst Vers 5.<\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Als Paulus in Mazedonien war, war er in gro\u00dfer Not. Er war sowohl \u00e4u\u00dferlich als auch innerlich bedr\u00e4ngt. \u00c4u\u00dferlich hatte er vermutlich mit den Anfeindungen der ungl\u00e4ubigen Umgebung zu k\u00e4mpfen. Innerlich plagte ihn die Angst und Unruhe. Warum? Paulus hatte Titus, noch bevor er in Mazedonien war, mit einem Brief zur Gemeinde in Korinth gesendet. In diesem Brief, den sogn. Tr\u00e4nenbrief, hatte Paulus die Gemeinde scharf getadelt und sie zur klaren Position zwischen ihm und seinen Gegnern aufgefordert. Nun stand es offen, wie die Korinther auf diesen Brief reagieren w\u00fcrden. Wie w\u00fcrden sie den Tadel von Paulus verdauen?<\/span><\/span><i><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wor\u00fcber w\u00fcrden sie traurig sein? Dar\u00fcber, dass Paulus sie mit dem Brief verletzt hat oder dar\u00fcber, dass sie Paulus verletzt haben? Werden sie Bu\u00dfe tun oder sich beleidigt von Paulus abkehren?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Derartige Sorgen m\u00fcssen Paulus geplagt haben. Deswegen brach Paulus seine aussichtsreiche Mission in Troas ab. Voll Sorge um Korinth hatte er sich nach Mazedonien aufgemacht, in der Hoffnung, Titus dort zu treffen. Er konnte es nicht abwarten, zu erfahren, wie es gelaufen war. Aber als Paulus in Mazedonien ankam, war Titus zun\u00e4chst noch nicht da. Deswegen wurde seine Angst noch gr\u00f6\u00dfer. Doch dann geschah die erfreuliche Wende.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Betrachten wir die Verse 6 \u2013 7. Endlich war Titus da! Was f\u00fcr ein Trost f\u00fcr Paulus nach langer Zeit von voller Sorge und Ungewissheit! Nat\u00fcrlich war es nicht nur die blo\u00dfe Ankunft von Titus die Paulus tr\u00f6stete. Der entscheidende Trost war die gute Nachricht von Titus. Titus berichtete \u00fcber das Verlangen der Korinther sowie \u00fcber deren Weinen und Eifer f\u00fcr Paulus. <\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">Die Korinther verlangten danach, Paulus wiederzusehen und ihre Beziehung zu ihm zu erneuern. Sie weinten \u00fcber ihre S\u00fcnde und bedauerten den Bruch zwischen ihnen und Paulus. Sie eiferten f\u00fcr Paulus, sodass sie bereit waren, ihn vor den falschen Lehrern zu verteidigen <\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">(vgl. John Mac Arthur 2000: 1686)<\/span><\/span><sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">1<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie war es zu diesem gro\u00dfen Umschwung in der Gemeinde gekommen? <span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Betrachten wir Vers 8. <\/span><\/span>Der Tr\u00e4nenbrief, den Paulus offenbar mit einem r\u00fccksichtslosen Ernst geschrieben hatte, hatte die Korinther schmerzvoll getroffen. Zweimal erw\u00e4hnt Paulus in diesem Vers, dass der Brief die Korinther traurig gemacht hatte. Doch anstelle dass es ihm leid tat, die Korinther traurig gemacht zu haben, freute sich Paulus dar\u00fcber. Warum? War er etwa schadenfroh? Betrachten wir Vers 9. Paulus sagt: <b>so freue ich mich doch jetzt nicht dar\u00fcber, dass ihr betr\u00fcbt worden seid, sondern dar\u00fcber, dass ihr betr\u00fcbt worden seid zur Reue. Denn ihr seid betr\u00fcbt worden nach Gottes Willen, sodass ihr von uns keinen Schaden erlitten habt. <\/b><span style=\"font-weight: normal;\">Beim genaueren Hinsehen f\u00e4llt auf, dass sich Paulus nicht \u00fcber die Traurigkeit der Korinther an sich freute, sondern \u00fcber die Art ihrer Traurigkeit. Er freute sich dar\u00fcber, dass sie nach dem Willen Gottes betr\u00fcbt worden waren. In anderen \u00dcbersetzungen steht anstelle von \u201eGottes Wille\u201c, \u201eGottes Sinn\u201c oder \u201eGott gem\u00e4\u00df\u201c. D.h. Paulus freute sich dar\u00fcber, dass die Korinther ganz im Sinne Gottes betr\u00fcbt worden waren. Er freute sich dar\u00fcber, dass sie gottgem\u00e4\u00df betr\u00fcbt worden waren. <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Was unterscheidet diese Art von Traurigkeit von der \u00fcblichen Traurigkeit? Lesen wir gemeinsam Vers 10: <\/span><b>Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. <\/b><span style=\"font-weight: normal;\">Die gottgewollte Traurigkeit f\u00fchrte die Korinther zur Reue und in letzter Konsequenz zur Seligkeit. <\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wie k\u00f6nnen wir uns das konkret vorstellen? <\/span><\/span><span style=\"font-weight: normal;\">Als die<\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\"> Korinther mit dem scharfen Tadel von Paulus konfrontiert worden waren, wurden sie zun\u00e4chst einmal sehr traurig. Sie waren traurig dar\u00fcber, dass sie Paulus und damit auch Gott Unrecht getan haben. Es tat ihnen leid, dass sie Gott und Paulus betr\u00fcbt hatten. Sie waren traurig \u00fcber ihre S\u00fcnde. Dies wiederum bewirkte in ihnen eine Sinnes\u00e4nderung. W\u00e4hrend sie zuvor misstrauisch und rebellisch gegen\u00fcber Paulus eingestellt waren, kam es nun zu jenem Verlangen, Weinen und Eifer um Paulus. Auf diese Weise wurde ihre Beziehung mit Paulus und damit auch mit Gott wiederhergestellt. Sie konnten wieder an dem Segen und Freude der Gemeinschaft mit Gott und Paulus teilhaben. Sie waren nun wieder auf den rechten Pfad zur Seligkeit. Auf diese Weise wirkte die gottgewollte Traurigkeit in ihnen Reue zur Seligkeit. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Ganz anders hingegen ist die weltliche Traurigkeit. Paulus sagt: <\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b>die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Was meinte Paulus damit? H\u00e4tten die Korinther auf die scharfe Kritik von Paulus mit weltlicher Traurigkeit reagiert, w\u00e4re alles ganz anders verlaufen. Sie w\u00e4ren nicht dar\u00fcber betr\u00fcbt gewesen, dass sie Paulus und Gott verletzt haben. Nein, sie w\u00e4ren dar\u00fcber betr\u00fcbt gewesen, dass sie selber verletzt worden sind. Sie w\u00fcrden nicht \u00fcber ihre S\u00fcnde trauern, sondern \u00fcber ihren verletzten Stolz. Ihre Trauer um ihren verletzten Stolz w\u00fcrde sie zum einen dazu veranlassen, sich selbstzubemitleiden, etwa so \u201e<\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">Ja, wir machen immer alles falsch. Wir sind halt nicht so gut wie die anderen Gemeinden usw.<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">\u201c Zum anderen w\u00e4ren sie auf Paulus beleidigt gewesen. Ihre negative Einstellung gegen\u00fcber Paulus w\u00fcrde sich nicht zum Guten wenden, sondern sich noch versch\u00e4rfen. Sie w\u00fcrden nicht danach trachten, die Beziehung mit ihm wiederherzustellen, sondern eher dazu tendieren, den Kontakt mit ihm zu vermeiden. Dadurch w\u00e4re auch ihre Beziehung zu Gott stark beeintr\u00e4chtigt worden. <\/span><\/span>Sie k\u00f6nnten nicht mehr an der Freude und dem Segen der Gemeinschaft mit Gott teilhaben. Anstelle von geistlicher Freude w\u00e4ren sie erf\u00fcllt mit lauter negativen Gef\u00fchlen wie Groll, Verbitterung, Hass, Selbstmitleid, Selbstverdammnis, Schuldgef\u00fchle usw. Das Resultat ihrer Traurigkeit w\u00e4re nicht Seligkeit, sondern psychische Leiden und Beziehungslosigkeit gegen\u00fcber Gott und Paulus. Psychische Leiden und Beziehungslosigkeit gegen\u00fcber Gott und seinen Knechten sind Wesensz\u00fcge des ewigen Todes. Deswegen sagt Paulus: <span style=\"font-style: normal;\"><b>die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod<\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Vor diesem Hintergrund verstehen wir, warum sich Paulus so sehr \u00fcber die Korinther gefreut hatte. Die Korinther hatten zwar in ihrer Vergangenheit viel Mist gebaut. Aber in der einen Sache, wo es wirklich darauf ankam, haben sie richtig gehandelt. Sie reagierten auf den Tadel von Paulus nicht mit weltlicher sondern gottgem\u00e4\u00dfer Traurigkeit, sodass sie Bu\u00dfe tun konnten. Sie waren im Herzen von Paulus, weil sie M\u00e4nner und Frauen der Bu\u00dfe waren. Auch der K\u00f6nig David hatte in seinem Leben viel Mist gebaut, aber er war dennoch ein Mann nach dem Herzen Gottes, weil er ein Mann der Bu\u00dfe war. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wie kam die Bu\u00dfe der Korinther zum Ausdruck? Betrachten wir Vers 11: <\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b>Siehe: eben dies, dass ihr betr\u00fcbt worden seid nach Gottes Willen, welches M\u00fchen hat das in euch gewirkt, dazu Verteidigung, Unwillen, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in allen St\u00fccken bewiesen, dass ihr rein seid in dieser Sache. <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Die Bu\u00dfe der Korinther kam durch ein \u201eBem\u00fchen\u201c, \u201eVerteidigung\u201c, \u201eUnwillen\u201c, \u201eFurcht\u201c, \u201eVerlangen\u201c, \u201eEifer\u201c und \u201eBestrafung\u201c zum Ausdruck. Das \u201eBem\u00fchen\u201c meint, dass die Korinther nun wieder eifrig und aktiv nach Gerechtigkeit strebten. Sie beendeten jede Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der S\u00fcnde und jede Sorglosigkeit gegen\u00fcber den Verf\u00fchrern. \u201eVerteidigung\u201c kann auch mit \u201eVerantwortung\u201c \u00fcbersetzt werden. Die Korinther nahmen Verantwortung f\u00fcr die Missst\u00e4nde in ihrer Gemeinde und sorgten sich darum, dass Vertrauen von Paulus wiederzugewinnen. \u201eUnwille\u201c meint, dass sie heiligen Zorn \u00fcber ihre S\u00fcnde und gegen diejenigen hatten, die die Gemeinde verf\u00fchrten. Sie bekamen \u201e<\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">Furcht\u201c bzw. Ehrfurcht vor Gott, der durch die S\u00fcnde am meisten betroffen war<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\"> (vgl. John Mac Arthur 2000: 1686)<\/span><\/span><sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">1<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">. Sie hatten \u201eVerlangen\u201c danach, die Beziehung zu Paulus wiederherzustellen. <\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">Das Wort \u201eEifer\u201c meint im Allgemeinen eine so gro\u00dfe Liebe zu jemanden zu haben, das man alles und jeden hasst, der oder das dem Geliebten schaden k\u00f6nnte <\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">(vgl. John Mac Arthur 2000: 1686)<\/span><\/span><sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">1<\/span><\/span><\/sup><i><span style=\"font-weight: normal;\">.<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\"> Solch eine Liebe hatte sie nun Paulus gegen\u00fcber ergriffen. Das Wort \u201eBestrafung\u201c zeigt noch einmal den Unwillen der Korinther gegen\u00fcber der S\u00fcnde, der so weit ging, dass sie bereit waren, die Schuldigen zu bestrafen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">M\u00fchen\u201c, \u201eVerteidigung\u201c, \u201eUnwillen\u201c, \u201eFurcht\u201c, \u201eVerlangen\u201c, \u201eEifer\u201c und \u201eBestrafung\u201c machen eine starke Ver\u00e4nderung in der Einstellung und im Verhalten der Korinther deutlich. Sie sind Ausdr\u00fccke echter Bu\u00dfe. Die gottgewollte Traurigkeit hatte in den Korinthern echte Bu\u00dfe bewirkt. Diese Bu\u00dfe war so gr\u00fcndlich, dass Paulus sagen konnte:<\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b> Ihr habt in allen St\u00fccken bewiesen, dass ihr rein seid in dieser Sache. <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wie wirkte sich die Bu\u00dfe der Korinther auf den Besuch von Titus aus? Da Titus von der bedrohlichen Lage in Korinth wusste, k\u00f6nnen wir uns gut vorstellen, dass er mit Kummer und Bangen nach Korinth gereist war. Aber als Titus aus Korinth zur\u00fcckgekommen war, war er wie verwandelt. Vers 13 berichtet: <\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b>Au\u00dfer diesem unserm Trost aber haben wir uns noch \u00fcberschw\u00e4nglicher gefreut \u00fcber die Freude des Titus <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Als Titus von Korinth zur\u00fcckgekommen war, strahlte er vor Freude. Seine Freude war so gro\u00df, dass er auch Paulus und seine Mitarbeiter zur \u00fcberschw\u00e4nglichen Freude angesteckt hatte. Was hatte Titus so ver\u00e4ndert? Paulus sagt: <\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b>denn sein Geist ist erquickt worden von euch allen. <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Titus wurde durch die Korinther erquickt. Vers 15 berichtet, dass die Korinther Titus mit Furcht und Zittern aufgenommen hatten. Das bedeutet, dass sie seine Autorit\u00e4t anerkannt und sich den Mahnungen des Tr\u00e4nenbriefes gebeug hatten. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Welche Auswirkungen hatte die Bu\u00dfe der Korinther auf die Beziehung mit Paulus? Betrachten wir Vers 16: <\/span><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><b>Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann. <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Obwohl die Korinther in ihrer Vergangenheit vielfach das Vertrauen von Paulus missbraucht hatten, war, nachdem sie Bu\u00dfe getan hatten, wieder eine neu Vertrauensbeziehung mit den Korinthern entstanden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\">\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Was bedeutet das alles f\u00fcr uns? Im Laufe unseres Glaubenslebens werden auch wir mit Tadel von Gott, vielleicht sogar mit einem sehr scharfen Tadel konfrontiert. Gott tadelt uns durch Sein Wort oder auch durch Menschen, sofern deren Tadel biblisch ist (d.h. der Tadel muss berechtigt sein, der der biblischen Wahrheit entsprechen und aus Liebe geschehen). Wie reagieren wir aber auf den Tadel? Ob wir auf den Tadel mit weltlicher oder gottgewollter Traurigkeit reagieren, macht einen gro\u00dfen Unterschied. Gottgewollte Traurigkeit bewirkt in uns echte Bu\u00dfe. Sie l\u00e4sst uns das befreiende Gef\u00fchl der Vergebung erfahren und f\u00fchrt uns zur\u00fcck zur geistlichen Freude, die wir durch die Gemeinschaft mit Gott und den Geschwistern haben d\u00fcrfen. Sie erneuert uns geistlich, sodass andere durch uns erquickt werden k\u00f6nnen. Alles in Allem erh\u00e4lt sie uns auf den Pfad der Seligkeit. Weltliche Traurigkeit bewirkt in uns allerlei negative Gef\u00fchlen, die uns innerlich zerm\u00fcrben. Sie hindert uns daran, Bu\u00dfe f\u00fcr unser Fehlverhalten zu tun. Sie schneidet uns vom geistlichen Segen der Bu\u00dfe ab und zerst\u00f6rt unsere Beziehung zu Gott und den Geschwistern. In letzter Konsequenz gedacht ist die Art und Weise, wie wir gew\u00f6hnlich auf Tadel reagieren, so fatal wie die Wahl zwischen Seligkeit und Tod. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Deswegen m\u00fcssen wir uns fragen, wie wir auf Tadel reagieren, mit weltlicher oder gottgewollter Traurigkeit? Wir k\u00f6nnen dies feststellen, wenn wir uns folgende weitere Fragen stellen: Wor\u00fcber sind wir traurig, wenn wir getadelt werden? Sind wir dar\u00fcber traurig, dass unser Stolz verletzt worden ist. Oder sind wir dar\u00fcber traurig, dass wir Unrecht getan haben? Wie verarbeiten wir den Tadel? Verarbeiten wir ihn durch Selbstmitleid und Groll oder dadurch, dass wir den Tadel annehmen und reum\u00fctig zu Gott kommen. Wie behandeln wir denjenigen, der uns tadelt? Sind wir beleidigt auf ihn oder bedanken wir uns f\u00fcr seinen Tadel. Ein \u00e4lterer Lehrer in unserer Schule sagt immer: \u201eDanke f\u00fcr die Korrektur\u201c, wenn er gemerkt hat, dass er in einer Sache falsch gelegen hat. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Tat ist der Tadel sehr wertvoll. Der Tadel ist so wertvoll wie ein Spiegel. Wie wertvoll ein Spiegel ist, m\u00f6chte ich mit folgender Geschichte aus meiner Schulzeit verdeutlichen. Einmal erz\u00e4hlte uns unser Geschichtslehrer von einer Umfrage, in der Leute danach gefragt worden waren, was ihrer Meinung nach die gr\u00f6\u00dfte Erfindung gewesen sei. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Vermutlich war die Umfrage so aufgebaut, dass sie verschiedene Antwortm\u00f6glichkeiten enthielt, die man ankreuzen konnte. Bevor der Lehrer uns das Ergebnis der Umfrage verriet, fragte er uns, was wohl die meisten Leute f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Erfindung halten w\u00fcrden. Sofort waren tausend Finger oben. Einer sagte: \u201eComputer\u201c, einer: \u201eFlugzeug\u201c und ich sagte: \u201e das Rad\u201c. Aber keiner von uns hatte richtig getippt. Der Lehrer sagte, dass die meisten Leute \u201eden Spiegel\u201c als die gr\u00f6\u00dfte Erfindung der Menschheitgeschichte halten w\u00fcrden. Wir waren alle verwundert? Der Spiegel?! Aber dann erkl\u00e4rte er uns warum. Durch den Spiegel konnten sich die Menschen erstmals selber erkennen. Sie konnten erkennen, wie sie wirklich sind. Der Tadel ist deshalb so wertvoll, weil er wie ein Spiegel ist. Er hilft uns, uns selber zu erkennen. Ansonsten sind wir in unserem falschen Selbstbild gefangen. Aber indem Gott uns durch sein Wort und durch Menschen tadelt, bekommen wir R\u00fcckmeldung, wie wir wirklich sind. Z.b. hat A. vor einigen Jahren zu mir gesagt: <\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">\u201eDu denkst wie ein Kind!\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\"> Dieser Tadel hat anfangs nat\u00fcrlich sehr gezwiebelt. Aber im Nachhinein bin ich sehr dankbar daf\u00fcr. Ich h\u00e4tte das sonst nie gemerkt. Dadurch, dass er das gesagt hat, konnte ich mein Denken reflektieren und daran arbeiten, reifer zu denken.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber obwohl wir wissen, dass Tadel sehr wertvoll ist, sind wir doch sehr leicht dazu versucht, den Tadeln abzuweisen und darauf mit weltlicher Traurigkeit zu reagieren. Woran liegt das? Es liegt u.a. daran, dass Tadel an die Substanz geht. Tadel r\u00fcttelt an unserer Person. Wir defnieren uns gern \u00fcber unsere F\u00e4higkeiten und Leistungen. Aber Tadel macht unsere Mangelhaftigkeit und Schwachheit offenbar. Deswegen ist unsere nat\u00fcrliche Reaktion die, dass wir uns gegen Tadel mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen wehren. Wie k\u00f6nnen wir diese Abneigung vor dem Tadel \u00fcberwinden? <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Wir k\u00f6nnen diese Abneigung \u00fcberwinden, indem wir unseren Blick auf das Kreuz richten. Das Kreuz sagt uns: \u201e<\/span><\/span><i><span style=\"font-weight: normal;\">Wie mangelhaft du auch bist, du bist von Gott angenommen.<\/span><\/i><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">\u201c Das Kreuz stellt unsere Identit\u00e4t und Wert auf eine ganz neue Grundlage. Nicht mehr F\u00e4higkeiten und Leistungen machen unseren Wert aus, sondern die Tatsache, dass Gott uns unglaublich liebt. Wir sind unheimlich viel wertvoll, nicht weil wir dies oder jenes k\u00f6nnen, sondern weil Gott uns als seine Kinder angenommen hat. Wenn wir wissen, dass selbst der sch\u00e4rfste Tadel nichts an unserem Wert und an unserer tiefen Annahme von Gott \u00e4ndert, dann k\u00f6nnen wir Tadel leichter annehmen. Dann werden wir auf Tadel nicht mehr so empfindlich reagieren. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal; font-weight: normal;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Welt kennt das Kreuz nicht, deswegen hat sie ihre eigenen Mechanismen, um mit Tadel umzugehen. Wir aber kennen das Kreuz. Deswegen ziemt es uns Christen nicht auf Tadel mit weltlicher, sondern mit gottgewollter Traurigkeit zu reagieren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: <\/span><\/span><b>Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, <\/b><span style=\"font-style: normal;\"><b>die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. <\/b><\/span><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">2. Kor. 7.10<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">___________<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\"><sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">1 <\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-style: normal;\"><span style=\"font-weight: normal;\">MacArthur, J. (2000): Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Korinther. S.1686. In: John Mac Arthur. Studienbibel. Schlachter Version. CLV-Verlag. 1111<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die Traurigkeit nach Gottes Willen Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. 2. 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