{"id":3037,"date":"2014-05-05T23:22:23","date_gmt":"2014-05-05T21:22:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=3037"},"modified":"2022-11-18T12:22:45","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:45","slug":"predigt-2-korinther-112-211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-2-korinther-112-211\/","title":{"rendered":"Predigt: 2. Korinther 1,12 \u2013 2,11"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/P02-2K0112-0211.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vergebt und tr\u00f6stet!<\/b><\/span><\/span><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"CENTER\">\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>sodass ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn tr\u00f6sten sollt,<br \/>\ndamit er nicht in allzu gro\u00dfe Traurigkeit versinkt.\u201c<\/b><i><b> <\/b><\/i><\/span><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">(2,7)<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Letzte Woche haben wir erfahren, wie Apostel Paulus am Anfang seines Briefs Gott, den Vater Jesu Christi, den Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes gelobt hat, der uns in aller Tr\u00fcbsal tr\u00f6stet, damit wir auch andere in ihrer Tr\u00fcbsal tr\u00f6sten k\u00f6nnen. Paulus betrachtete Leiden und Traurigkeit nicht negativ, sondern als eine Gelegenheit, Gottes Trost zu erfahren und innerlich reif zu werden. Dies waren nicht nur fromme Worte, sondern Paulus bekam tats\u00e4chlich in allem Leiden und Traurigkeiten den n\u00f6tigen Trost von Gott, sodass er nie entt\u00e4uscht oder verletzt aufgab, sondern immer neu Motivation und Kraft bekam, andere zu tr\u00f6sten und aufzubauen, auch wenn sie ihm Schwierigkeiten bereitet hatten \u2013 wie zum Beispiel die Korinther Gemeinde. Im Vers 11 hat Paulus seinen Wunsch f\u00fcr sie ausgedr\u00fcckt, dass sie durch ihr Gebet an seinem Leben und Wirken teilnehmen w\u00fcrden. Doch um das von Herzen tun zu k\u00f6nnen, mussten sie Paulus\u2018 Leben f\u00fcr Gott wirklich verstehen und ihm fest vertrauen k\u00f6nnen. Aber gerade daran fehlte es bei einigen in der Korinther Gemeinde. Im heutigen Text geht Paulus auf zwei Probleme ein, die bei manchen dort zu Befremden und Misstrauen gef\u00fchrt hatten. Zum einen erkl\u00e4rt Paulus ihnen, warum er sein Vorhaben, sie zu besuchen, ge\u00e4ndert hatte. Dieser Punkt mag f\u00fcr uns heute wie eine Kleinigkeit klingen, wo man Besuche leicht kurzfristig nachholen oder durch Gespr\u00e4che per Telefon oder Skype teilweise ersetzen kann. Aber wenn wir den Text lesen, merken wir, dass manche Korinther an der Verschiebung von Paulus\u2018 Besuch Ansto\u00df genommen hatten, manche hatten ihn deshalb sogar \u00f6ffentlich kritisiert. Paulus reagierte nicht \u00e4rgerlich, sondern erkl\u00e4rte ihnen geduldig, wie er grunds\u00e4tzlich vor Gott lebte und warum er seinen Plan ge\u00e4ndert hatte. Im zweiten Teil geht es um einen Mann in der Gemeinde, der durch seine S\u00fcnde viele in der Gemeinde betr\u00fcbt hatte. Paulus ermutigte sie dazu, ihm zu vergeben und ihn zu tr\u00f6sten und zu lieben. In beiden Teilen k\u00f6nnen wir heute Paulus\u2018 brennendes Herz f\u00fcr die Korinther kennen lernen, mit dem er sie liebte und umarmte und in allem ihr Wohl suchte. Lasst uns von ihm lernen, wie wir mit Jesu Liebe im Herzen andere unter allen Umst\u00e4nden lieben und selbst gro\u00dfe Probleme \u00fcberwinden k\u00f6nnen!<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Teil 1: Damit ihr die Liebe erkennt, die ich habe besonders zu euch (1,12-2,5)<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie beginnt Apostel Paulus diesen Abschnitt? Betrachten wir Vers 12: <b>\u201e<\/b><b>Denn dies ist unser Ruhm: das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt und g\u00f6ttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes unser Leben in der Welt gef\u00fchrt haben, und das vor allem bei euch.\u201c<\/b> Paulus erkl\u00e4rt hier zun\u00e4chst, wie er und seine Mitarbeiter grunds\u00e4tzlich vor Gott gelebt haben. Obwohl Paulus sonst mit R\u00fchmen sehr zur\u00fcckhaltend war, sagte er hier, dass es ihr Ruhm war, dass ihnen ihr Gewissen bezeugte, dass sie ihr Leben in der Welt in Einfalt und g\u00f6ttlicher Lauterkeit f\u00fchrten. Paulus sagte mit gutem Gewissen, dass er sein Leben in Einfalt gef\u00fchrt hat, also nicht mit vielf\u00e4ltigen Gedanken und Motiven im Hinterkopf, und in g\u00f6ttlicher Lauterkeit bzw. Reinheit. Paulus stellte dies klar, weil ihn offenbar manche in Korinth als einen undurchsichtigen Mann darstellten, der mit menschlichen Mitteln arbeitet und von daher zweifelhaft sei. Wenn er nur fromme Absichten vorgegeben h\u00e4tte, aber auch unreine Motive oder Methoden gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re er nicht vertrauensw\u00fcrdig gewesen. Aber Paulus f\u00fchrte sein Leben in dieser Welt sowohl von seinen Motiven als auch von seiner Methoden her in g\u00f6ttlicher Klarheit. Er lebte in der Welt, aber <b>\u201enicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes\u201c<\/b>. Fleischliche Weisheit ist, dass man vor allem auf sich selbst und die Wahrung seiner eigener Interessen achtet und sie mit Diplomatie oder mit seinen Ellenbogen durchzusetzen versucht. Aber Paulus lebte in der Gnade Gottes. Er war ein ehrgeiziger und selbstgerechter Mann gewesen und hatte Jesus und seine Gemeinde verfolgt. Aber Gottes Gnade hatte ihn vom zu einem Diener Jesu Christi gemacht; und als solcher lebte er nicht wieder in fleischlicher Weisheit, sondern Gottes Gnade bestimmte seine Denkweise und Lebensweise. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was schreibt er ihnen weiter? Die Verse 13 und 14 sagen: <b>\u201eDenn wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr lest und auch versteht. Ich hoffe aber, ihr werdet es noch v\u00f6llig verstehen, wie ihr uns zum Teil auch schon verstanden habt, n\u00e4mlich, dass wir euer Ruhm sind, wie auch ihr unser Ruhm seid am Tage unseres Herrn Jesus.\u201c <\/b>Hier nimmt Paulus grundlegend zum Inhalt seiner Briefe Stellung. Offenbar meinten manche, dass hinter Paulus\u2018 Worten in Wirklichkeit andere Gedanken und Ziele standen, sodass man bei seinen Briefen zwischen den Zeilen lesen musste, um die eigentliche Aussage zu verstehen. Aber Paulus machte klar, dass er ihnen nichts anderes schrieb als das, was sie lasen und verstanden. Hier wiederholt sich \u201everstehen\u201c bzw. \u201everstanden\u201c. Paulus freute sich, dass sie ihn zum Teil schon verstanden haben. Er hoffte aber, dass sie es noch v\u00f6llig verstehen w\u00fcrden. Eine w\u00f6rtlichere \u00dcbersetzung sagt hier, dass sie es \u201ebis ans Ende verstehen\u201c werden. Paulus blickte bei den ganzen Fragen auf das Ende und w\u00fcnschte sich, dass auch die Korinther darauf sehen und von dorther urteilen und verstehen w\u00fcrden. Das Ende ist der Tag des Herrn Jesus, an dem im hellen Licht seines Angesichts alles offenbar und klar sein wird. Was w\u00fcrden sie dann klar verstehen? Allem Misstrauen, aller Undankbarkeit und aller Kritik zum Trotz wird dann die Tatsache klar sein, dass Paulus und seine Mitarbeiter ihr Ruhm sind. Auch wenn sie jetzt noch misstrauisch waren, seine Briefe und seine Person kritisierten, w\u00fcrden dann an jenem Tag ihre Herzen ganz von Dank und R\u00fchmen erf\u00fcllt sein f\u00fcr das, was er f\u00fcr sie getan hat, durch die Gr\u00fcndung ihrer Gemeinde und auch durch sein Sorgen und Ringen um ihr weiteres Wachstum. Paulus f\u00fcgte aber gleich dazu, dass dann auch <b>sie<\/b> <b>sein<\/b> Ruhm sein werden, d.h. dass dann die wichtige Rolle, die die Korinther Gl\u00e4ubigen f\u00fcr sein Leben und Aposteldienst spielen, auch offenbar sein wird. Hier k\u00f6nnen wir von Paulus lernen, dass seine Sichtweise von den ihm anvertrauten Menschen nicht von ihrem aktuellen Verhalten abhing, sondern dass er sie im Hinblick auf den Tag des Herrn Jesus sah. Dadurch konnte er sie ungeachtet ihrer momentan Haltung und Verhalten mit Zuversicht sehen, dass seine echten Motive und seine M\u00fchen f\u00fcr sie am Ende offenbar werden. Wenn wir im Hinblick auf den Tag Jesu Christi denken, ist das keine Flucht vor der Gegenwart. Wenn wir uns selbst und unsere Mitmenschen im Hinblick auf den Tag Jesu sehen, bekommen wir eine richtige Persektive auf uns selbst und auf die anderen und k\u00f6nnen sie ungeachtet ihres momentanen Verhaltens lieben und ihnen auf bestm\u00f6gliche Weise dienen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Im n\u00e4chsten Abschnitt geht Apostel Paulus nun konkret auf die \u00c4nderung seiner Reisepl\u00e4ne ein. In den Versen 15 und 16 sagt er: <b>\u201eUnd in solchem Vertrauen wollte ich zun\u00e4chst zu euch kommen, damit ihr abermals eine Wohltat empfinget.<\/b> <b>Von euch aus wollte ich nach Mazedonien reisen, aus Mazedonien wieder zu euch kommen und mich von euch geleiten lassen nach Jud\u00e4a.\u201c <\/b>Hier erl\u00e4utert er den Grund, aus dem er die Korinther fr\u00fcher hatte besuchen wollen (in der Elberfelder \u00dcbersetzung hei\u00dft es statt \u201ezun\u00e4chst\u201c \u201efr\u00fcher\u201c). Denn anders als am Ende des 1. Korintherbriefs, wo Paulus angek\u00fcndigt hat, dass er durch Mazedonien reisen und dann zu ihnen kommen wollte, hatte er sich dann vorgenommen, fr\u00fcher zu ihnen zu kommen, indem er direkt von Ephesus her\u00fcber nach Korinth segeln und von dort aus mit ihnen zusammen nach Mazedonien reisen wollte. Paulus wollte dies, damit sie nochmals eine Wohltat empfingen; im Urtext steht hier \u201echaris\u201c, er wollte also, dass sie nun nochmals Gnade bekommen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aber genau diesen Plan hatte Paulus nicht ausgef\u00fchrt, sondern war nun doch auf dem langen Landweg \u00fcber Mazedonien unterwegs zu ihnen, wo er in verschiedenen St\u00e4dten Halt machte. Und daran nahmen viele in Korinth Ansto\u00df. Paulus fragte: <b>\u201eBin ich etwa leichtfertig gewesen, als ich dies wollte? Oder ist mein Vorhaben fleischlich, so dass das Ja Ja bei mir auch ein Nein Nein ist?\u201c<\/b> Paulus\u2018 rhetorische Frage thematisiert, was manche ihm offenbar vorgeworfen haben, dass er etwa leichtfertig Dinge ank\u00fcndigte und nachher nicht hielt. Oder dass er fleischlich gesinnt sei und deshalb oft seine Meinung \u00e4ndere. (Wer fleischlich gesinnt ist, sich also von eigenn\u00fctzigen Interessen leiten l\u00e4sst, \u00e4ndert seinen Plan h\u00e4ufig, wenn die Situation sich \u00e4ndert und sein Plan ihm Nachteile bringen w\u00fcrde.) Aber Paulus war weder leichtfertig gewesen, als er sich vornahm, die Korinther schnell zu besuchen, da dies damals die beste Art und Weise zu sein schien, ihnen zu helfen. Aber dann erfuhr er, wie es aktuell um sie stand, und er erkannte, dass es besser war, wenn er sie erst sp\u00e4ter besuchen w\u00fcrde. Weder sein erstes Vorhaben noch seine sp\u00e4tere Entscheidung waren fleischlich, weil sie nicht aus eigenn\u00fctzigen Motiven kamen, sondern immer darauf ausgerichtet waren, was f\u00fcr Gott und f\u00fcr sie am besten war. Paulus handelte nach dem festen Prinzip, Gott und den ihm anvertrauten Menschen auf bestm\u00f6gliche Weise zu dienen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie bekr\u00e4ftigte Paulus an dieser Stelle seine Authentizit\u00e4t? Er schreibt ihnen im Vers 18: <b>\u201eGott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist.\u201c <\/b>Paulus rief Gott als Zeugen daf\u00fcr an, dass sein Wort an sie nicht Ja und Nein zugleich war, also nicht beliebig interpretierbar oder ver\u00e4nderbar war. Warum war Paulus dieser Punkt so wichtig, sodass er sogar Gott als Zeugen anrief? Paulus war es wichtig, die Authentizit\u00e4t seiner Aussagen klar zu machen, weil sonst nicht nur seine Reisepl\u00e4ne, sondern alles, was er gesagt hatte, in Frage gestellt w\u00fcrde \u2013 wom\u00f6glich auch das Evangelium von Jesus selbst, das er ihnen gepredigt hatte, und damit die Grundlage, auf der die ganze Gemeinde stand.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Darum spricht Paulus anschlie\u00dfend auch \u00fcber Jesus: <b>\u201eDenn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottes\u00adverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja\u201c <\/b>(19.20a). Weil die Authentizit\u00e4t von Paulus\u2018 Worten in Frage gestellt wurde, hielt Paulus es f\u00fcr notwendig, auch das Evangelium in Schutz zu nehmen. Aus diesem Anlass machte er eine gro\u00dfartige Aussage \u00fcber Jesus: Jesus Christus war nicht Ja und Nein zugleich; Jesus war nicht beliebig so oder so verstehbar oder interpretierbar. Jesus war nicht Ja und Nein, sondern es war \u201eJa\u201c in ihm. Denn auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja. Jesus ist die Best\u00e4tigung und Erf\u00fcllung von Gottes Worten. Jesus ist das gro\u00dfe Ja zu Gottes Willen, die Menschen zu erretten \u2013 sein ganzer Plan wird durch Jesus bejaht. Deshalb sollen wir Menschen auch Ja zu Jesus sagen. Vers 20 sagt: \u201e<b>Denn auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.\u201c <\/b>Weil in Jesus das Ja zu Gottes Verhei\u00dfungen ist, ist es angemessen und richtig, dass wir zu Jesus Amen sagen und damit \u201eJa\u201c sagen zu dem, was Gott gesagt und getan hat. An Jesus zu glauben, ist nicht eine hochkomplizierte oder schwer begr\u00fcndbare Entscheidung. Zu Jesus \u201eJa\u201c zu sagen, ist naheliegend und konsequent, weil Jesus, sein Leben auf der Erde, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung ein einziges \u201eJa\u201c ist zu dem, was Gott \u00fcber tausend Jahre lang zuvor gesagt hat. An Jesus zu glauben, bedeutet, wahr- und anzunehmen, dass Gott das, was er gesagt hat, auch getan hat, also seine Wahrhaftigkeit anzuerkennen. Glaube an Gott ist von seinem Wesen her sehr positiv. Unglaube ist dagegen von seinem Wesen her sehr negativ, es ist ein Verneinen von Gottes Reden, Handeln und von seinem ganzen Wesen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Betrachten wir auch die Verse 21 und 22: <b>\u201eGott ist&#8217;s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.\u201c <\/b>Obwohl der Glaube die logische und richtige Antwort auf Gottes Offenbarung ist und aus tiefem Herzen kommt, ist er nicht von Anfang an fest und unangreifbar. Die Korinther hatten den Glauben angenommen, aber es gab viele Versuchungen, die ihr Bleiben im Glauben bedrohten. Verschiedene Probleme in der Gemeinde und in der Beziehung zwischen ihnen und ihrem Apostel und Gr\u00fcnder waren auch eine potenzielle Gefahr f\u00fcr ihren Glauben. Aber Paulus war nicht voller Sorge, sondern voller Zuversicht, weil Gott sowohl ihn selbst als auch sie fest machte in Christus und sie bereits gesalbt und versiegelt und ihnen den Heiligen Geist als Pfand gegeben hatte. Das gilt auch f\u00fcr uns. Es ist gro\u00dfartig, wenn Gott uns selbst oder unseren Freund zum Glauben an Jesus gef\u00fchrt hat. Aber trotzdem ist diese kostbare Erkenntnis in uns nicht unangreifbar und unumst\u00f6\u00dflich, weil wir schwache Gef\u00e4\u00dfe f\u00fcr die kostbare Wahrheit sind und auf verschiedene Weise versucht werden k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen uns fragen: wie kann ich trotz meiner Schwachheit und aller Versuchungen im Glauben bis zum Ende fest bleiben? Wenn wir ehrlich sind, k\u00f6nnen wir das von uns aus nicht. Aber Gott selbst ist es, der uns fest macht, der uns versiegelt hat und uns den Geist gegeben, der uns hilft und uns selbst in der schwersten Versuchung daran zu erinnern, dass wir trotz unserer Schwachheit und S\u00fcnde als seine Kinder ihm geh\u00f6ren und ewig bei ihm bleiben sollen. Gelobt sei Gott daf\u00fcr!<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nun kommt Paulus wieder zu seinem urspr\u00fcnglichen Thema zur\u00fcck, n\u00e4mlich warum er seinen Besuch bei ihnen verschoben hatte. Warum hatte er das getan? Er schreibt im Vers 23: <b>\u201eIch rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele, dass ich euch schonen wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.\u201c<\/b> Paulus rief Gott zum Zeugen bei seiner Seele an und gab so seiner Aussage h\u00f6chste Glaubw\u00fcrdigkeit. Er war zur geplanten Zeit nicht nach Korinth gekommen, weil er die Korinther schonen wollte. Wie ist das zu verstehen? Verschiedene Stellen weisen darauf hin, dass das Verh\u00e4ltnis zwischen der Korinther Gemeinde und Paulus damals schlecht gewesen war. Es gab einige, die gegen Paulus Partei ergriffen und mit Verleumdungen und anderen Mitteln darauf hinarbeiteten, die Gemeinde von Paulus abzuwenden. Wenn Paulus damals nach Korinth gekommen w\u00e4re, w\u00e4re es unweigerlich zu einer Konfrontation gekommen und Paulus h\u00e4tte viele strafen, etwa aus der Gemeinde ausschlie\u00dfen m\u00fcssen. Aber das wollte er nicht. Er wollte sie lieber schonen und daf\u00fcr beten, dass Gott dieses Problem auf andere Weise l\u00f6sen m\u00f6ge. Seine Kritiker hatten ihm wegen der Verschiebung seines Besuchs wiederum Unzuverl\u00e4ssigkeit und Unberechenbarkeit vorgeworfen. Aber in Wirklichkeit war Paulus\u2018 Liebe zu ihnen sein Beweggrund daf\u00fcr gewesen. Im Vers 24 f\u00fcgt er an: <b>\u201eNicht dass wir Herren w\u00e4ren \u00fcber euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht im Glauben.\u201c<\/b> Hier zeigt Paulus sein grunds\u00e4tzliches Selbstverst\u00e4ndnis ihnen gegen\u00fcber. Obwohl er die Gemeinde gegr\u00fcndet und viele von ihnen zum Glauben gef\u00fchrt hatte, betrachtete er sich selbst nicht als Herrn \u00fcber ihren Glauben. Er erkannte ihren Glauben grunds\u00e4tzlich an und verstand sich als Gehilfen ihrer Freude. Er wollte ihnen helfen, dass sie im Glauben an Jesus gesund sein und in der Freude in ihm leben k\u00f6nnten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vor diesem Hintergrund k\u00f6nnen wir auch Paulus\u2018 anschlie\u00dfenden Worte verstehen, wo er sagt: <b>\u201eIch hatte aber dies bei mir beschlossen, dass ich nicht abermals in Traurigkeit zu euch k\u00e4me. Denn wenn ich euch traurig mache, wer soll mich dann fr\u00f6hlich machen? Doch nur der, der von mir betr\u00fcbt wird\u201c <\/b>(2,1.2). Hier bringt Paulus nochmals zum Ausdruck, warum er nicht zu ihnen gekommen war. Wenn er gekommen w\u00e4re und sie viele von ihnen h\u00e4tte tadeln und strafen m\u00fcssen, h\u00e4tte er dadurch zwangsl\u00e4ufig viele traurig gemacht. Aber er hatte er sich entschlossen, den ganzen Besuch zu verschieben. Hier sehen wir, dass Paulus sie wirklich liebte. Er nahm viel R\u00fccksicht auf sie und orientierte sein Verhalten immer daran, was f\u00fcr sie am besten war. Er verzichtete auf seinen Besuch und nahm daf\u00fcr weitere Kritik in Kauf, weil er sich als Gehilfe ihrer Freude verstand und immer das Beste f\u00fcr sie suchte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Im Vers 3 und 4 sagt er weiter: <b>\u201eUnd eben dies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, \u00fcber die traurig sein m\u00fcsste, \u00fcber die ich mich freuen sollte. Habe ich doch zu euch allen das Vertrauen, dass meine Freude euer aller Freude ist. <\/b><sup><b>4<\/b><\/sup><b> Denn ich schrieb euch aus gro\u00dfer Tr\u00fcbsal und Angst des Herzens unter vielen Tr\u00e4nen; nicht, damit ihr betr\u00fcbt werden sollt, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich habe besonders zu euch.\u201c<\/b> Statt sie zu besuchen, schrieb Paulus ihnen einen Brief, und zwar in gro\u00dfer Traurigkeit und Angst des Herzens und unter vielen Tr\u00e4nen. Obwohl wir den so genannten Tr\u00e4nenbrief nicht mehr haben, muss er darin ihre S\u00fcndenprobleme behandelt und sie zur Bu\u00dfe ermutigt haben, und vermied aber gleichzeitig eine pers\u00f6nliche Konfrontation. Sein Ziel war es ja nicht, Recht zu behalten oder sie zu tadeln, sondern dass ihre Beziehung zu Jesus und zueinander wieder in Ordnung k\u00e4me. Hier sehen wir, dass Paulus ein starkes Bewusstsein f\u00fcr die Beziehung zu ihnen hatte. Er wollte die Beziehung nicht unn\u00f6tig besch\u00e4digen. Er wollte ihnen zur Freude im Herrn verhelfen. Er wusste, dass Christen untereinander gro\u00dfen Einfluss und Verantwortung f\u00fcr die geistliche Freude haben. Hier sehen wir Paulus\u2018 reifen Glauben und seine Liebe. Obwohl viele Korinther Paulus stark angriffen, liebte er sie weiter und suchte, was f\u00fcr sie am besten ist, weil er selbst die Liebe Jesus im Herzen behielt. Wenn wir die Liebe Jesu zu uns tief wahr- und annehmen, k\u00f6nnen wir auch die anderen unabh\u00e4ngig von ihrem Verhalten lieben und uns so verhalten, wie es f\u00fcr sie geistlich am besten ist. Es soll uns in der Gemeinde nicht um eigene Interessen gehen, sondern um das geistliche Wohl der anderen, und dazu bef\u00e4higt uns die Liebe Jesu. Wenn wir t\u00e4glich in der Gnade Jesu leben wie Paulus, wird er uns dazu bef\u00e4higen, den anderen zu helfen, in der Freude in Jesus zu leben. M\u00f6ge Gott unsere Gemeinschaft in diesem Sinne weiter segnen!<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Teil 2: Darum ermahne ich euch, dass ihr ihm Liebe erweist (2,6-11)<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Betrachten wir Vers 5: <b>\u201eWenn aber jemand Betr\u00fcbnis angerichtet hat, der hat nicht mich betr\u00fcbt, sondern zum Teil &#8211; damit ich nicht zu viel sage &#8211; euch alle.\u201c<\/b> Hier geht Paulus auf ein Mitglied der Gemeinde ein, der durch seine S\u00fcnde viele betr\u00fcbt hatte. Wir wissen nicht, wer derjenige war oder was er genau getan hatte. Aber dass Paulus ihnen extra schreibt, <b>\u201eder hat nicht mich betr\u00fcbt\u201c<\/b> weist darauf hin, dass der Mann vermutlich gegen Paulus aufgetreten und schlecht \u00fcber ihn geredet hatte und viele verwirrt und gegen ihn aufgebracht hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was sagte Paulus \u00fcber ihn? Wie sollten sie mit ihm umgehen? Lesen wir die Verse 6 und 7: <b>\u201eEs ist aber genug, dass derselbe von den meisten gestraft ist, so dass ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn tr\u00f6sten sollt, damit er nicht in allzu gro\u00dfe Traurigkeit versinkt.\u201c<\/b> Er war von den meisten gestraft worden, vermutlich hatten sie ihn gemieden. M\u00f6glicherweise hatte Paulus sie im Tr\u00e4nenbrief dazu aufgefordert, damit sie dem Mann helfen w\u00fcrden, Bu\u00dfe zu tun. Aber Paulus dachte an sein Wohl und schrieb ihnen, dass er nun genug gelitten hatte und dass sie ihm nun vergeben und ihn tr\u00f6sten sollten, damit er nicht in allzu gro\u00dfe Traurigkeit versank. Was k\u00f6nnen wir hier \u00fcber Paulus lernen? Eben haben wir Paulus\u2018 Liebe und R\u00fccksichtnahme auf die ganze Gemeinde gesehen. Hier sehen wir seine Liebe zu einem einzelnen Gemeindeglied, der gegen ihn pers\u00f6nlich rebelliert und viel geistlihen Schaden in der Gemeinde angerichtet hatte. Aber Paulus vergab ihm nicht nur, sondern bat auch alle in der Gemeinde, ihm zu vergeben und ihn zu tr\u00f6sten. Im Vers 8 sagt Paulus weiter: <b>\u201eDarum ermahne ich euch, dass ihr ihm Liebe erweist.\u201c <\/b>Sie sollten ihm nicht nur vergeben, sondern ihn tr\u00f6sten und aktiv lieben, zum Beispiel ihn wieder zum Essen einladen oder wieder mit ihm Fu\u00dfball spielen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Hier k\u00f6nnen wir lernen, dass die Wahrheit und die Liebe die grundlegenden Elemente in einer Gemeinde sind. Als die S\u00fcnde des Mannes enth\u00fcllt wurde, sollte sie nicht einfach \u00fcbergangen oder todgeschwiegen werden, damit er vor Gott Bu\u00dfe tun konnte. Aber nun sollten ihm alle vergeben. Dass wir in einer Gemeinde zusammenleben, ist ohne Vergebung nicht m\u00f6glich, weil wir ungewollt immer wieder s\u00fcndigen. S\u00fcnde als S\u00fcnde anzusehen und zu behandeln, ist erforderlich. Eine Gemeinde ohne Wahrheit wird weltlich und verdorben. Aber ohne Gnade und Vergebung ist ein Zusammenleben nicht m\u00f6glich. Ohne Vergebung werden alle Beziehungen zerst\u00f6rt. ES ist nicht leicht, jemandem zu vergeen, der einen pers\u00f6nlich stark verletzt und au\u00dferdem in der Gemeinde viel geistlichen Schaden angerichtet hat. Aber Paulus schrieb, dass er jedem, dem er etwas zu vergeben hatte, vor Christi Angesicht vergeben hat. Vergebung ist m\u00f6glich, wenn wir selbst vor Christi Angesicht stehen und seine Gnade f\u00fcr uns bewusst wahrnehmen. Anderen ihre Schuld zu vergeben ist m\u00f6glich durch die Gnade der S\u00fcndenvergebung, die wir von Christus umsonst erhalten haben und erhalten. Diese Gnade sollen wir jederzeit auch mit anderen teilen. Dadurch k\u00f6nnen wir verhindern, was der Satan im Sinn hat, n\u00e4mlich dass die Liebesbeziehungen untereinander wegen der S\u00fcnde einzelner abk\u00fchlen und einzelne oder ganze Gruppen innerlich oder praktisch die Gemeinde verlassen. Doch durch die Wahrheit und die Gnade der Vergebung k\u00f6nnen wir trotz unserer Schw\u00e4chen und S\u00fcnden in der Gemeinde in Jesu zusammen bleiben und erfahren, dass unter uns die Liebesbeziehungen nicht abnehen, sondern tiefer und st\u00e4rker werden. M\u00f6ge Gott uns dabei weiter helfen! Lesen wir noch einmal das Leitwort: <b>\u201esodass ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn tr\u00f6sten sollt, damit er nicht in allzu gro\u00dfe Traurigkeit versinkt\u201c<\/b><i><b> <\/b><\/i>(2,7).<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Vergebt und tr\u00f6stet! \u201esodass ihr nun ihm desto mehr vergeben und ihn tr\u00f6sten sollt, damit er nicht in allzu gro\u00dfe Traurigkeit versinkt.\u201c (2,7) Letzte Woche haben wir erfahren, wie Apostel Paulus am Anfang seines Briefs Gott, den Vater Jesu Christi, den Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes gelobt hat, der uns in aller [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[10,4],"tags":[],"class_list":["post-3037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-korinther","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3037"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3037\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3038,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3037\/revisions\/3038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}