{"id":2903,"date":"2014-01-14T23:14:48","date_gmt":"2014-01-14T22:14:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2903"},"modified":"2022-11-18T12:22:55","modified_gmt":"2022-11-18T11:22:55","slug":"predigt-hosea-11-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-hosea-11-23\/","title":{"rendered":"Predigt: Hosea 1,1 \u2013 2,3"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Hos-P1A.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Eine dramatische Liebesgeschichte<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Teil I<\/h2>\n<h3 align=\"CENTER\">\u201eAls der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land l\u00e4uft vom Herrn weg der Hurerei nach.\u201c<br \/>\n<b><\/b><\/h3>\n<p align=\"CENTER\">(Hos 1,2)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Buch Hosea ist in vielerlei Hinsicht besonders. Es ist besonders geschrieben, teils in Prosa und teils als Lyrik und in einer sehr leidenschaftlichen Sprache. Besonders ins Auge f\u00e4llt der schier unfassbare Befehl, den Hosea von Gott gleich zweimal empfing, n\u00e4mlich hinzugehen und eine Prostituierte zu heiraten (Kap. 1 und Kap 3). So unfassbar diese Forderung in unseren Augen erscheint, so unfassbar ist die Liebe Gottes zu uns Menschen. Es ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, dass wir von Gott geliebt werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Besonders ist auch der inhaltliche Aufbau des Buches. Das ganze Buch kann man in drei Themenbereiche unterteilen: (die sich durchgehend abl\u00f6sen und erg\u00e4nzen, auch das ist besonders am Buch Hosea, dass sich das Thema schnell \u00e4ndert, dass Metaphern und Personen sich blitzartig abl\u00f6sen&#8230;was den Kommentatoren bei der Textaufteilung Kopfschmerzen bereitet). 1) Beweis f\u00fcr die Schuld Israels, 2) Strafe\/Fluch, der infolge dessen verh\u00e4ngt wird und 3) Segen, der letztendlich ausgeteilt wird.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">(Interessant ist die Gewichtung dieser 3 Themen. Ca. 2\/3 des Buches befasst sich mit der Beweisf\u00fchrung. Gott bestraft und verflucht Israel nicht willk\u00fcrlich, sondern beweist ausgiebig, dass Israel die Strafe auch verdient hat.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ca. \u00bc des Buches befasst sich mit dem Fluch. Das ist ein gro\u00dfer Teil! Und es sind exakt die Strafen und Fl\u00fcche, die Gott im mosaischen Gesetz angedroht hatte (20 von 27 Fl\u00fcchen im Pentateuch)! Gottes Wort ist wirklich wahr und kein Witz und niemand sollte sich mit ihm verscherzen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dem Segen sind nur etwa 1\/10 der Kapazit\u00e4t gewidmet.)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nun ist es unheimlich wichtig, das Timing von Fluch und Segen zu verstehen (weil sie sich st\u00e4ndig abwechseln. Das sehen wir bereits im heutigen Text, wenn wir von Kapitel 1 zu Kapitel 2 \u00fcbergehen.) Alle Strafen und Fl\u00fcche, die Gott in diesem Buch verh\u00e4ngt, w\u00fcrden in K\u00fcrze geschehen. Das Nordreich Israel w\u00fcrde sehr bald durch die Assyrer untergehen. Juda w\u00fcrde einige Zeit sp\u00e4ter durch Babylon ins Exil geschafft werden. Dadurch erf\u00fcllte sich der Fluch. Das war aber nicht Gottes finales Ziel.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gott wollte sein Volk segnen. Der Segen erf\u00fcllt sich aber deutlich sp\u00e4ter! Teils durch das Ende des Exils und letztendlich durch Christus in der NT-Zeit.<\/p>\n<p><b>Erstens &#8211; Kontext (1,1)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was erfahren wir \u00fcber den zeitlichen Kontext? Vers 1 lautet: <b>\u201eDies ist das Wort des Herrn, das geschehen ist zu Hosea, dem Sohn Beeris, zur Zeit des Usija, Jotam, Ahas und Hiskia, der K\u00f6nige von Juda und zur Zeit Jerobeams, des Sohnes des Joasch, des K\u00f6nigs von Israel.\u201c<\/b> Als Gott Hosea berief, war die Nation gespalten, in das gro\u00dfe Nordreich Israel und das K\u00f6nigreich Juda. Israel befand sich bei Hoseas Berufung auf dem H\u00f6hepunkt ihres Wohlstands. Man nimmt an, dass Hosea in den 750-760er v. Chr. berufen wurde und ca. 30 Jahre lang wirkte. Kurz nach dem Ende seiner Wirksamkeit w\u00fcrde das Reich Israel durch die Assyrer untergehen. Diesen Untergang sagte Hosea voraus (wie gesagt, als es Israel pr\u00e4chtig ging). Man geht davon aus, dass Hosea selbst aus dem Nordreich Israel stammte, dass seine Botschaft aber f\u00fcr beide Reiche gedacht war und insbesondere f\u00fcr Juda als Abschreckung dienen sollte (auch wenn Juda nur beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt wird). (Wenn auch nur kurz, war Hosea wohl Zeitgenosse von Jesaja [vgl. Jes 1,1]. In Hos 1,1 wird nur Jerobeam als K\u00f6nig von Israel erw\u00e4hnt. Er steht wohl Repr\u00e4sentativ f\u00fcr 6 weitere K\u00f6nige aus Israel, die nicht erw\u00e4hnt werden. Somit hat Hosea unter den Propheten wohl die meisten K\u00f6nige in seiner Amtszeit erlebt).<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir erfahren bereits durch die ersten Worte des Textes einen ganz wichtigen Hinweis zum gesamten Buch: <b>\u201eDies ist das Wort des Herrn\u201c<\/b>. Das bedeutet, dass dieses Buch Gottes Wort und Gottes Botschaft beinhaltet. Alles in diesem Buch, die Erz\u00e4hlungen, die Prophezeiungen, die Schlussfolgerungen, kommen von Gott und verleihen dem Buch Gewicht. Obwohl Gott sein Wort zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort in der Geschichte gab, ist seine Botschaft letztendlich zeitlos und auch f\u00fcr das wahre Israel g\u00fcltig, das sind nach dem Galaterbrief wir, die an Christus glauben (vgl. Gal 3,29).<\/p>\n<p><b>Zweitens \u2013 Befehl \u2013 Erl\u00e4uterung \u2013 Gehorsam (1,2.3)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Betrachten wir Gottes Befehl an Hosea. Verse 2 und 3: <b>\u201eAls der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land l\u00e4uft vom Herrn weg der Hurerei nach. Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblajims, zur Frau, die ward schwanger und gebar ihm einen Sohn.\u201c<\/b> Was wir in diesen Versen erfahren, ist in jederlei Hinsicht dramatisch (apropos dramatisch, siehe Titel). Wir kommen gleich darauf zu sprechen. Wir finden hier ein sehr typisches Muster daf\u00fcr, wie Gott im AT durch Propheten wirkte. Wir finden immer wieder folgendes Muster (vllt. nicht in derselben Reihenfolge): Befehl \u2013 Erl\u00e4uterung \u2013 Gehorsam. So auch hier. Befehl: Geh hin und heirate eine Prostituierte und zeuge Kinder mit ihr. Erl\u00e4uterung: denn das Land l\u00e4uft dem Herrn weg der Hurerei nach. Gehorsam: Und er ging hin und nahm Gomer&#8230;zur Frau, die ward schwanger.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es ist den Propheten des AT wirklich hoch anzurechnen, dass sie auf Gottes Wort h\u00f6rten, auch wenn es ihre Lebensplanung auf den Kopf stellte. Gottes Befehle waren nicht immer einfach zu befolgen, so wie in diesem speziellen Fall. Hosea wollte vielleicht eine ganz andere Frau heiraten. Er hatte seine Zukunft sicher geplant und wollte seine Tr\u00e4ume verwirklichen. Aber Gottes Befehl war ein gravierender Einschnitt in seinem Leben. In der Regel legen wir unsere Partnerwahl gerne in die Hand Gottes, weil Gott es einfach besser wei\u00df als wir. So ist es z.B. mir und meiner Frau ergangen. Immer noch ist es ein Topthema in unserer Ehe, wie geheimnisvoll und wunderbar Gott uns zusammengef\u00fchrt hat. Doch Hosea musste in den sauren Apfel bei\u00dfen, weil Gott etwas Spezielles mit seiner Ehe ausdr\u00fccken wollte. Wir kommen gleich dazu. Und das Bemerkenswerte ist, dass wir weder Klage noch Murren von ihm h\u00f6ren, wie bei manch anderen Propheten, wie z.B. Mose, der wegen seiner Sprachprobleme nicht so richtig wollte oder Jonah, der vor Gott floh oder Jeremia, der sich f\u00fcr zu jung hielt. Hosea gehorchte Gott einfach und das ohne wenn und aber! Das ist bemerkenswert. Er ersparte Gott und sich selbst viel Zeit und \u201eW\u00fcstentraining\u201c. Gott konnte gleich anfangen, durch ihn zu wirken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Warum war der \u201esaure Apfel\u201c letztendlich doch Gottes Gnade f\u00fcr ihn? Weil nur er in der Lage war, Gottes Herz, Gottes Schmerzen und Gottes Leidenschaft im Rahmen dieser dramatischen Liebesgeschichte nachzuvollziehen und zu teilen. Menschen w\u00fcrden ihn immer und immer wieder fragen, wie ausgerechnet er, als gottesf\u00fcrchtiger Mann und Prophet eine ehebrecherische Frau heiraten konnte. Und jedes Mal w\u00fcrde er antworten und sagen: Schau, wir sind das ehebrecherliche Volk, das vom Herrn wegrennt und sich der Prostitution hingibt. Wenn du mich richtest, weil ich Gomer geheiratet habe, dann richtest du Gott, der uns liebt. Und wenn du Gomer richtest, weil sie Hurerei getrieben hat, dann richtest du dich selbst, weil du vom Herrn wegrennst und dich der geistlichen Prostitution hingibst. Du bist Gomer, wir sind Gomer.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">So wie Gomer als Bild f\u00fcr das Israel steht, so ist ihre Prostitution ein Bild f\u00fcr Israels G\u00f6tzendienst. Mit Jerobeam wurde G\u00f6tzendienst zum Brauch in Israel. Doch man verwarf Gott nicht komplett, sondern nahm neue G\u00f6tzen hinzu, haupts\u00e4chlich die Baale. Doch sollte Gott sich damit zufrieden geben, mit Baalen geteilt zu werden? Gott hatte in der W\u00fcste Sinai Israel zu seiner Braut gemacht. Gott, der k\u00f6nigliche Br\u00e4utigam erbarmte sich \u00fcber Israel, einer mittellosen Sklavin. Am Berg Sinai ging er den Bund der Ehe mit ihr ein. Der Ehevertrag wurde in Stein gemei\u00dfelt und begann mit den Worten: <b>\u201eIch bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus \u00c4gyptenland, aus der Knechtschaft, gef\u00fchrt habe.\u00a0Du sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir.\u201c<\/b> (2.Mose 20,2.3) Einstimmig war Israel den Bund der Ehe mit Gott eingegangen und hatte gesagt: Ja, ich will. Welcher Ehemann ist damit zufrieden, wenn seine Frau ihn zwar nicht v\u00f6llig verl\u00e4sst, ihn aber mit anderen M\u00e4nnern teilt? Ich kenne keinen Mann und umgekehrt keine Frau, die bereit ist ihren Ehepartner mit anderen zu teilen! Und deshalb auch das aller erste Gebot: <b>\u201eDu sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir.\u201c<\/b> Doch Israel trat dieses Gebot mit F\u00fc\u00dfen. Und obgleich sie Gott nicht v\u00f6llig verlie\u00dfen, sagt Gott: Sie laufen weg von mir. Wie zerschmettert muss sich das Herz Gottes als betrogener Ehemann angef\u00fchlt haben! Und sein zerbrochenes Herz teilt Gott mit Hosea.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie schwer muss es Hosea gefallen sein, sich mit Gomer anzufreunden und sie als seine Frau zu lieben und zu umarmen! Welchen Ekel musste er dabei \u00fcberwinden! Multipliziere das Ganze mit Faktor x (wobei x sehr gro\u00df sein muss) und erweitere es mit einer Exponentialfunktion, um dir vorzustellen, was es f\u00fcr Gott hei\u00dft, ein s\u00fcndiges Volk zu lieben und zu ertragen. Und dann schau in dein eigenes Herz! Jesus attestiert uns kein gutes Herz. Dadurch bekommen wir ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Dimension der Liebe Gottes.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Drittens<\/b> &#8211; <b>Strafe, angek\u00fcndigt durch die Namen der Kinder (1,4-9)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was erfahren wir \u00fcber die Namen seiner Kinder? Verse 4 und 5: <b>\u201eUnd der Herr sprach zu ihm: Nenne ihn Jesreel; denn es ist nur noch eine kurze Zeit, dann will ich die Blutschuld von Jesreel heimsuchen am Hause Jehu und will mit dem K\u00f6nigreich des Hauses Israel ein Ende machen. Zur selben Zeit will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Ebene Jesreel.\u201c<\/b> Fr\u00fcher hat man die Namen der Kinder nicht vor der Geburt ausgesucht, sondern sie nach den Gegebenheiten der Geburt benannt. (Man hat sich also nicht so sehr den Kopf zerbrochen, wie heutzutage). Au\u00dferdem bekamen die Kinder positive Namen. (Ein Beispiel verdeutlicht das Ganze. Als Jakobs Frau Rahel ihr letztes Kind zur Welt brachte, gab es Komplikationen bei der Geburt, so dass sie kurz darauf verstarb. Vor ihrem Tod nannte sie das Kind Ben-Oni, das hei\u00dft Sohn meines Ungl\u00fccks (vgl. 1.Mose 35,18). Sie nannte das Kind also nach den ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nden der Geburt. Aber weil es \u00fcblich war, den Kindern einen Namen mit positiver Bedeutung zu geben, wurde das Kind von seinem Vater zu Ben-Jamin umbenannt, Sohn meines Gl\u00fccks, obwohl die verstorbene Rahel die Lieblingsfrau von Jakob war.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In unserer Geschichte \u00fcbernahm Gott die Namensgebung der Kinder und alle drei bekamen Namen mit wirklich bitterem Beigeschmack.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Welche Botschaft implementierte Gott in diese Namen? Der erste Sohn wurde Jesreel genannt. Eigentlich hat Jesreel eine gute Bedeutung, n\u00e4mlich: Gott hat ges\u00e4t oder gepflanzt. Aber zur Zeit Hoseas war der Name mit schrecklichen Dingen verbunden (vergleichbar mit Pearl Harbor f\u00fcr die Amerikaner. Es hat eine wundersch\u00f6ne Bedeutung: Perlen Hafen, ist aber seit dem 2. Weltkrieg unweigerlich mit dem japanischen \u00dcberraschungsangriff verbunden.) So war es auch mit Jesreel, gute Bedeutung aber schlechte Assoziation.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Jesreel war zum einen die K\u00f6nigsstadt, als auch eine Ebene, in der sich diese Stadt befand. Vers 4 befasst sich mit der Stadt Jesreel. Dort hatte es viel Blutvergie\u00dfen gegeben. Nabot wurde dort von Ahab umgebracht, Jehu lie\u00df dort Ahabs Frau Isebel vom Fenster st\u00fcrzen und er lie\u00df seine 70 Kinder enthaupten und ihre K\u00f6pfe in Jesreel aufstapeln. Aber Jehu begann in der N\u00e4he ein weiteres Massaker, er lie\u00df 42 Nachkommen Davids abschlachten und lud Blutschuld auf sich. Und nun die Botschaft Gottes durch den Namen des Kindes. Genauso wie Jehu Ahabs Geschlecht ausgel\u00f6scht hatte, w\u00fcrde Gott Jehus Geschlecht aus Israel ausrotten und nicht nur das, \u201e<b>und will mit dem K\u00f6nigreich des Hauses Israel ein Ende machen.\u201c<\/b> Gott sprach das Urteil \u00fcber das K\u00f6nigreich Israel.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auch die Ebene Jesreel war mit viel Blutvergie\u00dfen verbunden. Zwar fanden dort einige wichtige Siege f\u00fcr Israel statt, aber auch viele vernichtende Niederlagen, z.B. siegten dort die Philister gegen Saul, die \u00c4gypter gegen Juda und am aller wichtigsten, Israel wurde dort von den Assyrern besiegt! In Jesreel wurde also Israels Untergang besiegelt. Dadurch erf\u00fcllt sich Gottes Wort im Vers 5: <b>\u201eZur selben Zeit will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Ebene Jesreel.\u201c<\/b> Die implementierte Botschaft im Namen des ersten Sohnes Jesreel war also der Untergang des Reiches Israel. Und ca. 30 Jahre sp\u00e4ter ist Israel auch tats\u00e4chlich untergegangen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie wurde das zweite Kind genannt? Vers 6a: <b>\u201eUnd sie ward abermals schwanger und gebar eine Tochter. Und er sprach zu ihm: Nenne sie Lo-Ruhama\u201c<\/b>. Lo-Ruhama bedeutet \u00fcbersetzt: Keine Barmherzigkeit. Und die Botschaft liegt auf der Hand, V 6b: \u201e<b>denn ich will mich nicht mehr \u00fcber das Haus Israel erbarmen, sondern ich will sie wegwerfen.<\/b>\u201c Die Zeit Israels war gez\u00e4hlt. Sie ging als Nation unter.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Welche Botschaft hatte Gott f\u00fcr Juda? Vers 7: <b>\u201eDoch will ich mich erbarmen \u00fcber das Haus Juda und will ihnen helfen durch den Herrn, ihren Gott; ich will ihnen aber nicht helfen durch Bogen, Schwert, R\u00fcstung, Ross und Wagen.\u201c<\/b> Juda w\u00fcrde vorerst Gottes Schutz erfahren, weil sie vorerst treuer waren als Israel und sich dem G\u00f6tzenkult nicht so sehr hingaben. Deshalb wollte Gott sie vor den Assyrern bewahren, allerdings ohne milit\u00e4rische Intervention. Wie ging Gottes Wort in Erf\u00fcllung? Im 2.K\u00f6n. lesen wir: <b>\u201eDarum spricht der HERR \u00fcber den K\u00f6nig von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen <\/b>(Jerusalem)<b> und keinen Pfeil hineinschie\u00dfen und mit keinem Schild davor kommen &#8230;sondern er soll den Weg wieder zur\u00fcckziehen, den er gekommen ist&#8230; Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager von Assyrien 185.000 Mann&#8230;So brach Sanherib, der K\u00f6nig von Assyrien, auf und zog ab&#8230;\u201c <\/b>(19,32-36) Wir finden eine 1:1 Erf\u00fcllung des Wortes Gottes, ca. 50 Jahre (Im Jahr 701 v. Chr.), nachdem Gott zu Hosea gesprochen hatte.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Allerdings verstand es auch Juda nicht, den Segen Gottes langfristig zu w\u00fcrdigen, so dass auch sie sich das Gericht zuzogen und durch Babylon verschleppt wurden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie sollte Hoseas drittes Kind hei\u00dfen? Verse 8 und 9: <b>\u201eUnd als sie Lo-Ruhama entw\u00f6hnt hatte, ward sie wieder schwanger und gebar einen Sohn. Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein.\u201c<\/b> Lo-Ammi bedeutet: Nicht mein Volk. Am Berg Sinai hatte Gott zu seiner Braut gesprochen: \u201e<b>Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und<\/b>\u00a0<b>meinen Bund halten, so sollt ihr<\/b>\u00a0<b>mein Eigentum sein vor allen V\u00f6lkern\u201c <\/b>(2.Mose 19,5). Diesen Bund der Ehe hatte Israel gebrochen. Nicht nur einmal, nicht nur zweimal, sondern von ihrer Entstehung bis zur Zeit Hoseas. Das Ma\u00df war schlie\u00dflich voll. Das zeigt, dass Gott ein geduldiger Gott ist, doch irgendwann hat auch seine Geduld ein Ende. Der angedrohte Fluch im mosaischen Gesetz musste durchgesetzt werden. Somit bewies Gott seine Gerechtigkeit, seine Souver\u00e4nit\u00e4t, seine Treue und Glaubw\u00fcrdigkeit. Der gebrochene Bund war nicht mehr existent, deshalb war Israel nicht mehr sein Volk, so wie er nicht mehr Israels Gott (Ehyeh) war. (Lo-Ruhama, keine Barmherzigkeit; Lo-Ammi, nicht mein Volk, Lo-Ehyeh, nicht euer Gott). Mit dem Bund war Israels Identit\u00e4t und sogar Existenz dahin. Ein trauriges Zwischenergebnis in der Geschichte. Doch Gottes Plan h\u00f6rte nicht auf. Was hatte Gott im weiteren Verlauf der Geschichte vor?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Viertens<\/b> &#8211; <b>Israels Wiederherstellung an Jesreels gro\u00dfem Tag (2,1-3)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Welche \u00fcberraschende Wende k\u00fcndete Gott an? Betrachten wir Kapitel 2: <b>\u201eEs wird aber die Zahl der Israeliten sein wie der Sand am Meer, den man weder messen noch z\u00e4hlen kann. Und es soll geschehen, anstatt dass man zu ihnen sagt: Ihr seid nicht mein Volk, wird man zu ihnen sagen: O ihr Kinder des lebendigen Gottes! Denn es werden die Jud\u00e4er und die Israeliten zusammenkommen und werden sich ein gemeinsames Haupt erw\u00e4hlen und aus dem Lande heraufziehen; denn der Tag Jesreels wird ein gro\u00dfer Tag sein. Sagt euren Br\u00fcdern, sie seien mein Volk, und zu euren Schwestern, sie seien in Gnaden.\u201c<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir finden einen scharfen Kontrast zu Kapitel 1 vor. Wie k\u00f6nnen wir diesen Segen verstehen? Dieser Segen zeigt Gottes bestehende Hoffnung und Gottes Ziel f\u00fcr sein Volk. Die Untreue der Menschen hebt Gottes Treue nicht auf. Seine Verhei\u00dfung, die er Abraham gegeben hatte, w\u00fcrde (erneut) in Erf\u00fcllung gehen. Teilweise nach dem Ende des Exils. Israel w\u00fcrde zahlenm\u00e4\u00dfig zunehmen. Sie w\u00fcrden wieder Gottes Volk sein, Kinder des lebendigen Gottes genannt werden. Es w\u00fcrde keine gespaltene Nation mehr geben, sondern ein Land unter einer Leitung (Serubbabel, der das Volk zur\u00fcck f\u00fchrte). Au\u00dferdem w\u00fcrde Jesreel seine negative Bedeutung abstreifen und einen gro\u00dfen Tag erleben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das hebr\u00e4ische Wort \u201eheraufziehen\u201c bedeutet auch \u201eauferstehen\u201c. Im Exil w\u00fcrde Israel gel\u00e4utert werden und wieder zur Anbetung Gottes zur\u00fcckfinden. So spricht Gott an einer anderen Stelle: \u201e<b>So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gr\u00e4ber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gr\u00e4bern herauf und bringe euch ins Land Israels\u201c<\/b> (Vgl. Hes. 37,12-14) Der Tod Israels durch das Exil ging einher mit dem Ende des Fluchs. Seiner Auferstehung brachte den Segen. Das kommt uns bekannt vor. Jesus starb in unserer S\u00fcnde und nahm den Fluch auf sich. Seine Auferstehung erm\u00f6glicht uns, als Kinder des lebendigen Gottes zu leben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">So schreibt Paulus im R\u00f6merbrief: <b>\u201eDazu hat er uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie er denn auch durch Hosea spricht (Hosea 2,25; 2,1): <\/b>(und dann zitiert er unseren Text)<b> \u00bbIch will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war.\u00ab \u00bbUnd es soll geschehen: Anstatt dass zu ihnen gesagt wurde: \u203aIhr seid nicht mein Volk\u2039, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.\u00ab<\/b> (R\u00f6m 9,24-26)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Jesus ist das eine Haupt, der Gottes Volk vereint, aus Juden und Heiden und sie zahlenm\u00e4\u00dfig wie den Sand am Meer macht. Auch Petrus bezieht sich auf diesen Segen, wenn er schreibt: <b>\u201eIhr aber seid&#8230;das heilige Volk, das Volk des Eigentums&#8230;die ihr einst nicht ein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.\u201c<\/b> (1.Petr. 2,9.10) In Christus werden wir wiederhergestellt, in Christus werden wir von Gott geliebt, in Christus finden wir Gnade und Barmherzigkeit, in Christus sind wir Gottes heiliges Volk und er unser pers\u00f6nlicher Gott.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Danken wir Gott, der unsere dramatische Liebesgeschichte durch Christus zu einem Happy End f\u00fchrt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>F\u00fcnftens \u2013 Pers\u00f6nliche Anwendung<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie k\u00f6nnen wir den Text auf unser pers\u00f6nliches Glaubensleben anwenden? Sicher nicht, indem wir Gottes Befehl f\u00fcr Hosea umsetzen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Zun\u00e4chst k\u00f6nnen wir uns mit Gomer identifizieren, um die tiefe der Liebe Gottes zu uns zu begreifen. Wenn wir einen Schritt weitergehen, k\u00f6nnen wir von Hosea lernen, dass nichts in dieser Welt uns das wahre Gl\u00fcck schenkt, das uns nur Gott geben kann, nicht einmal das Ehegl\u00fcck! Was ist die Ehe, ohne Gott im Zentrum?<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dieser Gedanke f\u00fchrt mich zu einer Frage: Wie kann ich als Bundespartner des neuen Bundes eine w\u00fcrdige Braut Christi sein und eine gl\u00fcckliche Beziehung mit ihm f\u00fchren? Die Antwort die ich finde ist, mich dem neuen Bund v\u00f6llig hinzugeben. Je tiefer ich in diesen Bund eintauche, umso w\u00fcrdiger kann ich als Braut Christi leben. Denn im neuen Bund treffe ich meinen wahren Br\u00e4utigam, der mich von meiner Knechtschaft der S\u00fcnde befreit, durch sein Blut den Brautpreis bezahlt und mich gl\u00fccklicher macht, als alles Geld dieser Welt. Sein Tod und seine Auferstehung als Grundpfeiler des neuen Bundes versprechen meine Auferstehung, nach meinem Tod und eine ewige Verbundenheit mit dem Herrn der Herrlichkeit. So kann ich heute mit Freude auf den einen Tag warten, an dem ich meinem Herrn von Angesicht zu Angesicht begegnen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Eine dramatische Liebesgeschichte Teil I \u201eAls der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land l\u00e4uft vom Herrn weg der Hurerei nach.\u201c (Hos 1,2) Das Buch Hosea ist in vielerlei Hinsicht besonders. 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