{"id":2783,"date":"2013-10-19T08:07:12","date_gmt":"2013-10-19T06:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2783"},"modified":"2022-11-18T12:23:05","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:05","slug":"predigt-offenbarung-151-1621","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-offenbarung-151-1621\/","title":{"rendered":"Predigt: Offenbarung 15,1 \u2013 16,21"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Offb-P17.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Vollendung von Gottes Zorn<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">(Die wahrhaftige Gerechtigkeit Gottes)<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Bl\u00f6\u00dfe sehe (V.15)<\/h3>\n<p>Im letzten Kapitel haben wir davon erfahren, dass Gott extra noch einmal einen Engel sandte, der alle Menschen auf der Erde vor dem bevorstehenden Gericht warnen solle. Denn Gott liebt die Menschen und m\u00f6chte am liebsten, dass jedermann errettet werde. So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. Doch jetzt war die Zeit der Verschonung vorbei. Unaufhaltsam und erbarmungslos schreitet das Gericht voran und h\u00f6rt nicht auf, bis der Zorn Gottes vollendet ist. Lasst uns betrachten, wie Gott seinen Zorn vollendet, und welche Ermahnung uns der Herr Jesus in Hinblick darauf gibt.<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Die feierliche Ank\u00fcndigung des Gerichts im Himmel (V. 1-8)<\/strong><\/p>\n<p>Welches weiteres Zeichen sah Johannes? Lesen wir gemeinsam Vers 1: Und ich sah ein andres Zeichen am Himmel, das war gro\u00df und wunderbar: sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen; denn mit ihnen ist vollendet der Zorn Gottes. Dieses weitere Zeichen war nicht eines von vielen Zeichen. Denn es war ein gro\u00dfes Zeichen. Doch nicht allein gro\u00df, sondern auch wunderbar. Warum war es gro\u00df und wunderbar? Johannes sah sieben Engel, die die letzten sieben Plagen hatten. Und dies Zeichen ist wahrhaftig gro\u00df und wunderbar. Denn mit den letzten sieben Plagen wird der Zorn Gottes vollendet. Endlich gelangt Gott zu seinem Zielpunkt: Seine Alleinherrschaft in Frieden und Gerechtigkeit. Es ist die Erh\u00f6rung des Gebets: Dein Reich komme. Es ist die Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung Jesu: Selig sind, die da hungert und d\u00fcrstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden (Matth\u00e4us 5.6).<br \/>\nDoch was l\u00e4sst Gott Johannes noch schauen, bevor er sein Gericht \u00fcber die Erde ausrichtet? Betrachten wir zun\u00e4chst die Verse 2 \u2013 3a: Und ich sah, und es war wie ein gl\u00e4sernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten \u00fcber das Tier und sein Bild und \u00fcber die Zahl seines Namens, die standen an dem gl\u00e4sernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes Johannes sah etwas, das war wie ein gl\u00e4sernes Meer, mit Feuer vermengt. Das gl\u00e4serne Meer kennen wir bereits aus Kapitel 4. Es geh\u00f6rt zur Thronumgebung Gottes und ist wie ein Kristall. Es ist nicht wie ein \u00fcbliches Meer aufgew\u00fchlt, sondern frei von Wellen, ruhig und klar. Das Feuer selbst ist Ausdruck von Gott als das verzehrende Feuer, Ausdruck \u201eseiner richterlichen Herrlichkeit\u201c (POHL 173). Dies muss herrlich ausgesehen haben. Durch das Feuer leuchtete das kristalline Meer und bricht dessen Licht in alle Richtungen. Eben an diesem Ort standen die \u00dcberwinder \u00fcber das Tier bzw. Seinen Forderungen, ihn anzubeten und seinen Namen zu tragen. Aus der geistlichen Finsternis und aus den Unruhen auf der Erde waren sie gekommen und standen nun an jenen Ort voller Herrlichkeit, Heiligkeit und Ruhe.<br \/>\nGott hatte die \u00dcberwinder an diesen Ort gebracht. Ebenso wie Gott die Israeliten aus der Macht des Pharao erl\u00f6ste und sie ans andere Ufer des Schilfmeeres gebracht hatte, so hatte Gott auch jene \u00dcberwinder in den Verfolgungen des Tieres geistlich bewahrt und sie ans herrliche Ufer des gl\u00e4sernen Meeres gebracht. Und ebenso wie die Israeliten am Ufer des Schilfmeeres, so singen nun auch jene \u00dcberwinder am gl\u00e4sernen Meer das Lied des Mose. Dies ist zugleich das Lied des Lammes. Das Moselied kommt durch Jesus zu seiner eigentlichen Erf\u00fcllung. Denn die wahre Erl\u00f6sung kam durch Jesus, dem Lamm Gottes. Und eben durch das Vertrauen auf das Blut des Lammes konnten jene Heilige das Tier geistlich besiegen. Mit voller Freude \u00fcber ihre Erl\u00f6sung und mit Gottes Harfen in der Hand singen und spielen sie das Lied des Lammes. Gro\u00df und wunderbar sind deine Werke, Herr, allm\u00e4chtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du K\u00f6nig der V\u00f6lker. Wer sollte dich, Herr, nicht f\u00fcrchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle V\u00f6lker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden. Gro\u00df und wunderbar ist das Erl\u00f6sungswerk in Jesu Blut. Es macht uns lebendig und zu tapferen \u00dcberwinder. Gro\u00df und wunderbar ist die Hoffnung, die uns die Erl\u00f6sung gibt, n\u00e4mlich die himmlische Heimat, welche voller Herrlichkeit und Ruhe ist. Gro\u00df und wunderbar wird aber auch der Zorn Gottes an diejenigen sein, die nicht auf das Blut des Lammes vertrauen. Indem Gott seinen Zorn vollendet, wird er allem Unrecht ein Ende bereiten und Gerechtigkeit und Frieden aufrichten. Gerecht und wahrhaftig sind Gottes Wege daher. Und wer wird es dann noch wagen, Gott nicht mehr zu f\u00fcrchten und seinen Namen nicht zu preisen? Denn Gott wird sich als derjenige erweisen, der allein heilig ist. \u201eAm Ende steht er untastbar als Gott da, und zwar er allein\u201c (POHL: 176). Alle V\u00f6lker werden dann kommen und Gott anstelle des Tieres anbeten. Das Tier hatte Gott die Anbetung gestohlen, doch am Ende wird sie wieder dem wahren Gott zuteil. Alle werden sich vor Gott niederwerfen und erkennen, dass seine Gerichte gerecht sind.<br \/>\nWie reagiert Gott auf das Lied der \u00dcberwinder? Betrachten wir die Verse 5-6a: Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftsh\u00fctte im Himmel, und aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten Auf das Lied der \u00dcberwinder hin, tut sich der Tempel Gottes auf, die himmlische Stiftsh\u00fctte, der Aufenthaltsort der himmlischen Bundeslade. Und heraus kommen die sieben Engel mit den letzten sieben Plagen. Das Gericht kommt also aus dem Heiligsten vom Heiligen sowie aus der \u201eBundestreue Gottes zu seinem Volk\u201c (POHL: 178).<br \/>\nWie waren die Engel ausgestattet? Betrachten wir die Verse 6b-7: angetan mit reinem, hellem Leinen und geg\u00fcrtet um die Brust mit goldenen G\u00fcrteln. Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Engeln sind mit reinem, hellem Leinen angetan und haben einen goldenen G\u00fcrtel um ihre Brust. Sie sind priesterlich gekleidet. Gottesdienst ist es das, was sie tun werden. Ihre Ausf\u00fchrung der letzten Gerichtsakte \u00fcber die Erde ist ein heiliger Dienst. Ebenso sind auch die goldenen Schalen ein Bild f\u00fcr den priesterlichen Dienst der Engel. Im AT wurden sogenannte Sprengschalen zum rituellen Blutausgie\u00dfen benutzt. Doch nicht mit Blut, sondern mit Glut sind die Schalen der sieben Engeln gef\u00fcllt. Sie sind voll von der Glut des Zornes Gottes, der lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.<br \/>\n\u201eUm meines Namens willen halte ich halte lange meinen Zorn zur\u00fcck\u201c, sagte Gott einst in Jesaja (48.9a). Sieben Siegel, sieben Trompeten \u2013 Gott hatte Seinen Zorn bis aufs geht nicht mehr gestreckt, doch nun wollte Gott nichts mehr von Seinem Zorn zur\u00fccklassen. Es war an der Zeit Seinen Zorn unaufhaltsam, ohne Verz\u00f6gerung zu vollenden. Betrachten wir Vers 8: Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft; und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren. Wie Weihrauch den gottesdienstlichen Raum einnimmt, breitet sich die richterliche Gottesgegenwart in undurchdringlicher Dichte aus [\u2026] Gott ist jetzt f\u00fcr alles andere unzug\u00e4nglich [\u2026] Wer ihn (\u2026) bitten m\u00f6chte, von seinem Vorhaben abzustehen, wird nicht mehr vorgelassen\u201c (POHL 178).<\/p>\n<p>Soweit das Vorspiel im Himmel. Lasst uns nun unserem Gott zuschauen, wie er Sein Zorn vollendet und sich dabei in wunderbarer Weise verherrlicht.<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Die Ausgie\u00dfung der sieben Schalen des Zornes Gottes (V. 16.1 \u2013 21)<\/strong><\/p>\n<p>Im Himmel steht jetzt alles bereit f\u00fcr die Vollendung von Gottes Zorn: Die sieben Engeln mit den Zornesschalen und hinter ihnen der raucherf\u00fcllte Tempel. Was jetzt noch fehlt, ist der Befehl Gottes.<br \/>\nBetrachten wir den n\u00e4chsten Vers. Und ich h\u00f6rte eine gro\u00dfe Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gie\u00dft aus die sieben Schalen des Zornes Gottes auf die Erde! Laut und unheilvoll ergeht der gemeinsame Einsatzbefehl an die Engel. Und ab ging der Erste und goss seine Schale auf die Erde, so nach einer w\u00f6rtlichen \u00dcbersetzung des zweiten Verses. Gleich einer feurigen Glutfluss trifft der Zorn Gottes auf die Erde. Ein schlimmes und b\u00f6ses Geschw\u00fcr bef\u00e4llt alle, die das Zeichen des Tieres an sich hatten und es anbeteten. Dieses Geschw\u00fcr ist eine Ironie zum Malzeichen des Tieres. Sie lie\u00dfen sich vom Tier zeichnen, nun sollten sie auch von Gott gezeichnet werden.<br \/>\nOhne Verz\u00f6gerung folgt der zweite Engel. Betrachten wir Vers 3: Und der zweite Engel goss aus seine Schale ins Meer, und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben. Die Meere der Welt werden zu Blut, und zwar das eines Totens. Geronnen, faulig und stinkend ist das Blut eines Toten. So werden aus den Meere widerliche, klumpige Blutlachen. Millionen von Seelebewesen sterben. F\u00fcr den Menschen f\u00e4llt ein erheblicher Teil der Sch\u00f6pfung weg.<br \/>\nWas geschieht mit dem restlichen Wasser der Erde? &#8211; Betrachten wir den Vers 4: Und der dritte Engel goss aus seine Schale in die Wasserstr\u00f6me und in die Wasserquellen; und sie wurden zu Blut. Das S\u00fc\u00dfwasser wird ebenfalls zu Blut. Kein Trinkwasser mehr! Ein schreckliches Gericht! Geht da Gott nicht zu hart mit den Menschen um? &#8211; Betrachten wir die Verse 5-7: Und ich h\u00f6rte den Engel der Wasser sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger, dass du dieses Urteil gesprochen hast; denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind\u00b4s wert. Und ich h\u00f6rte den Altar sagen: Ja, Herr, allm\u00e4chtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht.<br \/>\n\u201eSo furchtbar die Strafen sind, so erhaben leuchtet darin die Rechtlichkeit Gottes auf\u201c (POHL 183). Der Engel des Wassers \u2013 ja ausgerechnet der Engel des Wassers- obgleich Gott seinen Zust\u00e4ndigkeitsbereich verdorben hat, bezeugt : Gerecht bist du. Wir Menschen lassen uns vom Augenblick steuern und urteilen ungeschichtlich. Gott aber ist ein Gott, der da ist und war. Er \u201erichtet und handelt aus der Breite der Geschichte heraus.\u201c (ebd.) Dies ist die Geschichte der Langmut und Freundlichkeit Gottes im Kontrast zu der Unbu\u00dffertigkeit und Bosheit der Menschen. Wer dieser Geschichte nur einmal standzuhalten versucht, wird doch niederst\u00fcrzen und zugeben m\u00fcssen: O Heiliger, gerecht bist du (vgl. ebd). Und auch bei diesem dritten Schalengericht richtet Gott nicht ohne Zusammenhang mit der Vergangenheit. Gott war da, als die Welt seine Heiligen ermordete. Er hat es gesehen. \u201eDiese Blutd\u00fcrstigen bekommen nun ihr Blut, aber nicht so wie sie es sich w\u00fcnschten, sondern zum Entsetzen und Erbrechen.\u201c (ebd.).<br \/>\nDie blutigen Wasserstr\u00f6me und Meere sind zugleich Zeugen f\u00fcr die Blutschuld der Verfolger. Der Mensch neigt dazu, seine Schuld zu verbergen. Aber Gott bringt sie im wahrsten Sinne des Wortes an die Oberfl\u00e4che. Der ganzen Menschheit wird die Blutschuld an Seine Heiligen un\u00fcbersehbar gemacht. Wie Gott f\u00fcr Seine Heiligen einsteht, ist einfach wunderbar. Der Tod seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN, hei\u00dft es in einem Psalm (116,15).<br \/>\nMit dem Zeugnis des Wasserengels ist es aber noch nicht getan. Das Gesetz des Mose verlangt zwei Zeugen. Der Altar oder vermutlich die M\u00e4rtyrer unter dem Altar treten als einen zweiten Zeugen auf. Ja, Herr, allm\u00e4chtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht, lautet ihr Zeugnis. Was f\u00fcr eine wunderbare Szene, die wir in den Versen 5-6 zu sehen bekommen! Hier ist der allm\u00e4chtige Gott, der sich f\u00fcr Seine Heiligen voll einsetzt. Und da sind der Engel und die Heiligen, die Gott Seine Gerechtigkeit bezeugen und voll auf Seine sind.<br \/>\nWelche Katastrophe tritt als N\u00e4chstes ein? &#8211; Betrachten wir Vers 8: Und der vierte Engel goss aus seine Schale \u00fcber die Sonne; und es wurde ihr Macht gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuer. Gott hat einst die Sonne als Lebensspenderin eingesetzt. Doch jetzt zur Strafe. Was ist das f\u00fcr ein gewaltiger Gott, der mit der Sonne machen kann, wie es Ihm gef\u00e4llt! Aufgrund der erh\u00f6hten Sonneneinstrahlung werden die Erdbewohner einer extremen Hitze ausgesetzt sein. Dieses Gericht ist umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass die Leute kein Trinkwasser mehr haben und dass die pralle Sonne auf die Geschw\u00fcre knallt. H\u00e4sslich und entstellt sieht nun jeder aus. Ein treffendes Bild f\u00fcr die gefallene Natur des Menschen.<br \/>\nWerden die Menschen nicht dann Gott f\u00fcrchten und Bu\u00dfe tun? &#8211; Betrachten wir Vers 9: Und die Menschen wurden versengt von der gro\u00dfen Hitze und l\u00e4sterten den Namen Gottes, der Macht hat \u00fcber diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben. Wenn es den Menschen schlimm geht, dann gibt es auf einmal Gott doch (vgl. POHL: 185). \u201eUnter Fl\u00fcchen erinnern sie sich seiner. In flammender Emp\u00f6rung fragen sie: Wie kann er das zulassen? und vermauern sich neu in ihrer Unbu\u00dffertigkeit. (ebd.)\u201c Es ist kein Zufall, dass die sieben Plagen den \u00e4gyptischen Plagen \u00e4hneln. So wie die \u00c4gypter trotz der Plagen nicht Bu\u00dfe taten, so auch diese gottlosen Menschen nicht. Sie verh\u00e4rten ihr Herz. Ihre Gottesl\u00e4sterung bildet einen scharfen Kontrast zum Lobpreis der \u00dcberwinder im Himmel. Soweit Himmel und Erde voneinander entfernt sind, soweit klaffen auch die geistliche und irdische Sichtweise \u00fcber Gott auseinander.<br \/>\nWie setzt Gott sein Gericht fort? &#8211; Betrachten wir den Vers 10a-11: Und der f\u00fcnfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und l\u00e4sterten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschw\u00fcre und bekehrten sich nicht von ihren Werken. Nun ist das Tier an der Reihe, den Schl\u00e4gen Gottes ausgesetzt zu werden. Die f\u00fcnfte Schale trifft das Zentrum seiner Macht. Sein Reich wird verfinstert. \u201eRegierung, Verwaltung und Verkehr sind wie gel\u00e4hmt. (\u2026) Die Menschen, die die Finsternis mehr lieben als das Licht (\u2026), bekommen ihre Finsternis nun faustdick.\u201c (POHL: 186). Am liebsten wollte man ihnen sagen: Meine G\u00fcte, kehrt doch um! Nur ein Blick auf das Kreuz gen\u00fcgt. \u201eAber sie bei\u00dfen sich lieber die Zunge ab, als zu rufen: Wir haben ges\u00fcndigt!\u201c (ebd.)<br \/>\nWas geschieht, als der sechste Engel seine Schale ausgie\u00dft? Betrachten wir den Vers 12: Und der sechste Engel goss aus seine Schale auf den gro\u00dfen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet w\u00fcrde den K\u00f6nigen vom Aufgang der Sonne. Zum Verst\u00e4ndnis dieses Gerichtes ist es wichtig, die Ausdr\u00fccke \u201eVertrocknung des Stromes Euphrats\u201c und \u201eK\u00f6nige vom Aufgang der Sonne\u201c zu kl\u00e4ren. Der gro\u00dfe Euphrat war einst der nat\u00fcrliche Schutz f\u00fcr die Stadt Babel. Denn die Stadt Babel war durch die Arme des Euphratflusses umgeben, sodass sie kaum einnehmbar war. Aber als der K\u00f6nig Kyrus kam, leitete er das Wasser in ein Talbecken um, sodass er durch die Flusstore in die Stadt eindringen und sie erobern konnte. Im Osten wurde Babylonien in seiner ganzen L\u00e4nge von einem m\u00e4chtigen Bergland flankiert. Von diesem Bergland im Osten fielen zu allen Zeiten immer wieder wilde V\u00f6lker in Babylonien ein, weil es ein verlockendes Kulturland hatte. Vor diesem Hintergrund k\u00f6nnte die \u201eAustrocknung des Stromes Euphrats\u201c ein Bild f\u00fcr den Wegfall von Schutz und die \u201eK\u00f6nige vom Osten\u201c ein Bild f\u00fcr die feindliche Bedrohung sein. Aber Schutz vor was? Bzw. was ist denn die feindliche Bedrohung? &#8211; Betrachten wir die Verse 13-14 und Vers 16 (Vers 15 werde ich im dritten Teil gesondert behandeln): Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fr\u00f6schen; es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den K\u00f6nigen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am gro\u00dfen Tag Gottes, des Allm\u00e4chtigen. (\u2026) Und er versammelte sie an einen Ort, der hei\u00dft auf Hebr\u00e4isch Harmagedon. Johannes sieht nun aus den M\u00fcndern der imitierten Trinit\u00e4t \u2013 Drache, Tier, falscher Prophet- D\u00e4monen herausschl\u00fcpfen, die ungehindert die K\u00f6nige der ganzen Welt verf\u00fchren. Das Gericht der sechsten Schale besteht also darin, dass Gott seinen letzten Schutz f\u00fcr das endzeitliche \u201eBabel\u201c abziehen und es der feindlichen Bedrohung durch die D\u00e4monen preisgeben wird. Nicht mit Gewalt, sondern mit Zeichen und L\u00fcgenwort verf\u00fchren die D\u00e4monen die Machthaber der Welt, um sie zu versammeln zum Kampf gegen Gott. Daf\u00fcr, dass sich die Menschheit gegen ihren einzigen Heiland zusammenbringen l\u00e4sst, gegen den marschiert, der sie liebte bis in den Tod, &#8211; daf\u00fcr, ist wirklich Verf\u00fchrung notwendig! (vgl. POHL 189).<br \/>\nHarmagedon ist der Ort, wo der Satan die Menschheit gegen Gott versammelt. Was hat es aber mit diesem Namen auf sich? Das Wort \u201eHarmagedon\u201c setzt sich aus den zwei hebr\u00e4ischen W\u00f6rtern \u201eHar\u201c und \u201emagedon\u201c zusammen. Magedo oder nach der eigentlichen, hebr\u00e4ischen Schreibweise \u201eMegiddo\u201c ist der Name einer Stadt bzw. der Ebene, die an dieser Stadt angrenzt. Auf dieser Ebene wurden viele Schlachten gef\u00fchrt. Es war der Ort, wo die Israeliten mehrere Schlachten gegen heidnische V\u00f6lker gewonnen hatten. Mit \u201eMegiddo\u201c ist daher die Assoziation verbunden, dass den Feinden des Volkes Gottes ein kurzer Prozess gemacht wird. \u201eHar\u201c bedeutet im Hebr\u00e4ischen Berg. Da es aber keinen Berg in der N\u00e4he der Ebene \u201eMegiddo\u201c gibt, ist \u201eHar\u201c vermutlich ein Bild. Ein Bild f\u00fcr den H\u00f6hepunkt der satanischen Rebellion. Kurz gesagt, gerade im H\u00f6hepunkt der satanischen Rebellion wird Gott mit Seinen Feinden einen \u201eMegiddo\u201c machen. Dem ersten Eindruck nach sieht es so aus, als w\u00fcrde der Satan seine Leute an einem Ort versammeln, vielmehr aber treibt er sie in ein Geschick, n\u00e4mlich in den Untergang. Das ist das Gericht der sechsten Schale und zugleich eine Verhei\u00dfung f\u00fcr das Volk Gottes.<br \/>\nEine Schale ist noch \u00fcbrig. Betrachten wir den Vers 17: Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es kam eine gro\u00dfe Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! Der siebte Engel gie\u00dft seine Schale \u00fcber die Luft aus. Die Luft ist nach Epheser 2,2 der Bereich, wo der Satan herrscht. \u201eDieser Machtraum, dieser d\u00e4monische G\u00fcrtel, hat sich zwischen den Himmel Gottes und die Erde der Menschen geschoben und riegelt die Erde von Gott ab, um sie sich v\u00f6llig zu unterjochen.\u201c (POHL193). Aber sogleich, als der Engel seine Schale ausgie\u00dft, verk\u00fcndet eine laute Stimme im Tempel die wunderbare Botschaft: Es ist geschehen! Denn mit der siebten Schale ist die Macht des Drachen endlich gebrochen. Was dann noch folgt, gleicht dem Hinterherpurzeln haltloser Fassaden (ebd.).<br \/>\nWelche gewaltigen Ausma\u00dfe wird der Ausguss der siebten Schale haben? Betrachten wir die Verse 18-21: Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein gro\u00dfes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind \u2013 ein solches Erdbeben, so gro\u00df. Und aus der gro\u00dfen Stadt wurden drei Teile, und die St\u00e4dte der Heiden st\u00fcrzten ein. Und Babylon, der gro\u00dfen, wurde gedacht vor Gott, dass ihr gegeben werde der Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns. Und alle Inseln verschwanden, und die Berge wurden nicht mehr gefunden. Und ein gro\u00dfer Hagel wie Zentnergewichte fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen l\u00e4sterten Gott wegen der Plage des Hagels; denn diese Plage ist sehr gro\u00df. Beim Ausguss der siebten Schale offenbart Gott seine Macht und Power noch einmal in besonderer Weise: Ein gewaltiges Erdbeben, wird sich ereignen, das die alte Sch\u00f6pfung aus ihren Fugen hebt. Die gro\u00dfe Stadt \u201eBabel\u201c, vermutlich ein Bild f\u00fcr die Weltkultur, wird in drei Teile zerschlagen. Die St\u00e4dte der Heiden st\u00fcrzen ein, Inseln und Berge verschwinden. Vom Himmel f\u00e4llt riesiger Hagel. Und was ist die Antwort darauf von unten? L\u00e4sterung. Ist das nicht erschreckend? So bitter auch das Gericht ist, die Menschen kehren einfach nicht um. Sp\u00e4testens hier sehen wir, dass wir nicht die H\u00e4rte des Zornes Gottes, sondern die H\u00e4rte der Herzen der Menschen zum Problem nehmen sollten. Weder Gottes volle Liebe am Kreuz noch Gottes vollen Zorn erweicht ihre Herzen.<\/p>\n<p>Lasst uns nun betrachten, welche Ermahnung und Verhei\u00dfung uns der Herr angesichts des bevorstehenden Zornes Gottes gibt.<\/p>\n<p><strong>Teil 3: Selig ist, der da wacht (V.15)<\/strong><\/p>\n<p>Vers 14 endete mit dem Hinweis auf den \u201egro\u00dfen Tag Gottes\u201c. Mit jedem Ausguss der Schale kommt dieser gro\u00dfe Tag Gottes n\u00e4her und n\u00e4her. Und gerade dann, als der gro\u00dfe Tag Gottes vor der T\u00fcr steht, kurz bevor dem Ausguss der siebten Schale, platzt die Ermahnung Jesu hinein: Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Bl\u00f6\u00dfe sehe. Jesu Wort hat einen Ton von h\u00f6chster Dringlichkeit. Er m\u00f6chte jeden unbedingt auf den \u201egro\u00dfen Tag Gottes\u201c, den Tag seines Kommens vorbereiten.<br \/>\nAm Freitag kam unser Mitbewohner, wieder zur\u00fcck von seiner Reise. Er war viele Wochen weg. So war sein Wiederkommen etwas Besonderes. Als er wiederkam, war der bequeme Stuhl, den ich mir von ihm ausgeliehen habe ohne ihn zu fragen, wieder in sein Zimmer, die Bettw\u00e4sche von einem Freund, den ich auf sein Bett schlafen lie\u00df, ohne ihn zu fragen, war abgezogen, und ebenso auch der W\u00e4schest\u00e4nder, den ich in sein Zimmer aufstellte, ohne ihn zu fragen, war beseitigt, die Wohnung war aufger\u00e4umt, der K\u00fchlschrank voll, an seiner Zimmert\u00fcr hing ein \u201eWelcome Back!\u201c-Schild und auf dem Tisch lag Essen. Und als sich die T\u00fcr \u00f6ffnete, erklang ein \u201eHallooo!\u201c Wir waren best m\u00f6glichst auf sein Kommen vorbereitet. Denn er schrieb uns zwei Tage vorher eine Email und k\u00fcndigte uns den Zeitpunkt an, wann er wieder kommen wird. So aber wird es eben mit dem Kommen Jesu nicht sein. Siehe, ich komme wie ein Dieb, sagt der Herr. So wie man bei einem Dieb nicht wei\u00df, wann er kommen wird, so wissen wir auch nicht, wann der Herr kommen wird. \u201eIhr wisst weder Tag noch Stunde\u201c (Matth\u00e4us 25.13b) sagt Jesus.<br \/>\nWelche Ermahnung und Verhei\u00dfung zugleich gibt uns der Herr daher? Betrachten wir noch einmal Vers 15b: Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Bl\u00f6\u00dfe sehe. Selig ist; der wird es gut haben, wenn Jesus wiederkommt, der&#8230; ja was tut? Der da wacht und seine Kleider bewahrt. Was bedeutet das? Hinter Jesu Wort steckt ein Bild aus dem orientalischen Alltag. Im Orient war es normal, dass man ohne Kleidung ins Bett ging. Wenn also jemand wusste, das ein Dieb kommen wird, dann w\u00fcrde er ja nicht seine Kleidung ablegen, um ins Bett zu gehen. Nein, er w\u00fcrde vielmehr seine Kleidung anbehalten und wach bleiben, und zwar die ganze Nacht, weil er eben nicht wei\u00df, wann der Dieb kommt.<br \/>\nGem\u00e4\u00df dieses Bildes ist das \u201eAnbehalten der Kleider\u201c (wenn es auch seine eigene zus\u00e4tzliche Botschaft hat) weitgehend ein Bild und Bekr\u00e4ftigung f\u00fcr das Wachen. Wir wissen zwar nicht, wann der Herr kommt. Wir wissen aber, dass er kommt. Deswegen gilt: Wachen, immer bereit sein! Im Matth\u00e4us-Evangelium wiederholt Jesus die Aufforderung zum Wachen bzw. zum Bereitsein drei Mal (Mt 24, 42.44; 25.13). Es darf nicht sein, dass wir von Jesu Kommen \u00fcberrascht werden. Wer vom Dieb \u00fcberrascht, vom Schlafe hochspringt, steht nackt da. Und ebenso wird es Schande sein, wenn wir auf das Kommen des Herrn unvorbereitet sind.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir wachen? Wir haben heute gesehen, wie gewaltig und grausam Gottes Zorn sein kann. Gott h\u00f6rte nicht damit auf, bis die Worte erschallten: Es ist geschehen. Und das Erschreckende dabei ist: Gott hat absolut Recht damit, wenn Er das tut. Und das noch Erschreckendere dabei ist, dass wir genauso wie diese gottlosen Menschen den Zorn Gottes verdient haben. Wir sind prinzipiell nicht besser. Aber damit wir nicht den Zorn Gottes abbekommen, sandte Gott Seinen \u00fcber alles geliebten Sohn. Gott lie\u00df Jesus seinen erbarmungslosen Zorn sp\u00fcren und h\u00f6rte damit nicht auf, bis Jesus sagte: \u201eEs ist vollbracht.\u201c Gottes Zorn \u00fcber uns ist durch Jesus befriedigt. Wir, die wir an den Herrn Jesus glauben, stehen daher nicht mehr unter dem Gericht Gottes (alle anderen schon!!!), sondern unter der Verhei\u00dfung der himmlischen Heimat, welche voller Herrlichkeit ist. Ist das nicht unfassbare Gnade?<br \/>\nNiemals darf unser geistliches Bewusstsein f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe der Gnade Gottes einschlafen. Strapazen und Schwierigkeiten des Alltags k\u00f6nnen leicht dieses Bewusstsein schw\u00e4chen; es zu einer banalen Sache machen. Aber es gibt keinen einzigen Grund, diese Dankbarkeit zu verlieren. Wenn schon schreckliche Katastrophen in der Endzeit kein Grund daf\u00fcr sind, um wie viel weniger unsere allt\u00e4glichen Dinge. Ein wachsames Glaubensleben k\u00f6nnen wir dadurch f\u00fchren, indem wir allezeit diese Gnade mit echter Dankbarkeit im Herzen behalten. Dann werden wir automatisch ein Leben in echter Liebe und Freude f\u00fchren. Und gerade dies ist die beste Vorbereitung auf das Kommen des Herrn.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: Siehe, ich komme wie ein Dieb! Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Bl\u00f6\u00dfe sehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die Vollendung von Gottes Zorn (Die wahrhaftige Gerechtigkeit Gottes) Siehe, ich komme wie ein Dieb. 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