{"id":2707,"date":"2013-09-16T21:31:31","date_gmt":"2013-09-16T19:31:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2707"},"modified":"2022-11-18T12:23:08","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:08","slug":"predigt-offenbarung-111-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-offenbarung-111-19\/","title":{"rendered":"Predigt: Offenbarung 11,1 &#8211; 19"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Offb-P13.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Zwei Zeugen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eUnd ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(11,3)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Letzte Woche haben wir erfahren, wie der starke Engel dem Johannes das kleine B\u00fcchlein zu essen gab, das in seinem Mund s\u00fc\u00df wie Honig war, aber im Magen bitter war, und wie zu ihm anschlie\u00dfend gesagt wurde: \u201eDu musst abermals weissagen &#8230;\u201c Heute erfahren wir einen Teil der s\u00fc\u00dfen und zugleich bitteren Botschaft, die Johannes danach erfahren und an uns weitergegeben hat. Seid ihr bereit, die Worte anzunehmen, die einerseits s\u00fc\u00df sind, aber andererseits auch schwer verdaulich sind? M\u00f6ge Gott uns helfen, sein Wort zu empfangen und dadurch die Wahrheit zu erkennen!<\/p>\n<p>I. Die beiden Zeugen (1-14)<\/p>\n<p>Wie beginnt dieses Kapitel? Betrachten wir Vers 1: \u201eUnd es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten.\u201c Johannes wurde ein Schilfrohr als Messstab gegeben, mit der er den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten messen sollte. Aber was bedeutet diese Aufforderung? Wie wir wissen, war der Tempel der Juden zu diesem Zeitpunkt schon zerst\u00f6rt und ist bis heute nicht wieder aufgebaut worden. Manche Ausleger schlussfolgern aus der erneuten Erw\u00e4hnung des Tempels hier, dass der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut werden wird. Aber warum sollte Gott nochmals einen Tempel aus Steinen wollen? Jesus hat im Johannesevangelium seinen Leib als Tempel bezeichnet (Joh 2,19), und an mehreren Stellen in den Briefen ist Jesu Leib ein Bild f\u00fcr die Gemeinde der Christen, die selbst auch als ein Tempel des Heiligen Geistes bezeichnet werden. Darum k\u00f6nnen wir sagen, dass Johannes nicht ein Geb\u00e4ude messen sollte, sondern die gesamte Gemeinde der Gl\u00e4ubigen, die Gott anbeten. Und wozu? Was bedeutet das? Durch Messen erf\u00e4hrt man, wie gro\u00df etwas ist, und das ist eine T\u00e4tigkeit, die man insbesondere dann tut, wenn man etwas in Besitz nimmt. Wer ein neues M\u00f6belst\u00fcck, etwa einen Schrank oder eine Couch, kauft oder ein Auto oder ein ganzes Haus, misst es, nicht nur, damit er wei\u00df, ob es in sein Zimmer, in seine Garage oder auf sein Grundst\u00fcck passt, sondern auch, damit er wei\u00df, was er hat.) Dass Johannes im Auftrag Gottes die Gemeinde messen sollt, dr\u00fcckt aus, dass sie klar zu Gottes Besitz geh\u00f6rt und unter seinem Schutz steht.<\/p>\n<p>Aber erstaunlicher Weise lesen wir im n\u00e4chsten Vers, dass Johannes einen Teil beim Messen weglassen soll. Vers 2 sagt: \u201eAber den \u00e4u\u00dferen Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang.\u201c Am Tempel der Juden war der \u00e4u\u00dfere Vorhof der Bereich, in den die Heiden, die zum Judentum konvertiert waren, gehen durften, w\u00e4hrend die \u201erichtigen\u201c Juden, die von Abraham abstammten, in den inneren Vorhof kommen durften. So gibt es auch in dem Tempel, den Johannes messen soll, n\u00e4mlich in der Gemeinde der Christen, eine Unterscheidung in zwei Bereiche. Der \u00e4u\u00dfere Vorhof, den Johannes nicht messen soll, weil er den Heiden gegeben ist, steht f\u00fcr die Menschen in der Gemeinde, die zwar \u00e4u\u00dferlich, aber aus Gottes Sicht nicht wirklich dazugeh\u00f6ren \u2013 und deshalb nicht mitgemessen werden sollen. Denn auch wenn sie sich \u00e4u\u00dferlich wie Christen verhalten und sich auch als solche verstehen, haben sie keine pers\u00f6nliche Beziehung des Vertrauens und Gehorsams gegen\u00fcber Jesus.<br \/>\nWas bedeutet das f\u00fcr uns? In unserer Zeit gibt es viele Gemeinden und in jede Gemeinde kommen viele verschiedene Menschen. Wir k\u00f6nnen nicht in die Herzen der Menschen hineinschauen und wissen daher oft nicht, wer wirklich zu Jesus und zu seiner Gemeinde dazugeh\u00f6rt und wer nicht. Aber auch wenn wir das oft nicht wissen, ist es Gott nicht verborgen, wer wirklich auf das Blut Jesu vertraut und ihm darum folgt, und wer aus anderen Motiven kommt, ohne pers\u00f6nlich auf das Blut Jesu zu vertrauen und ihm zu gehorchen \u2013 also ein Heide ist. Darum ist es wichtig, dass wir wirklich vor Jesu Kreuz f\u00fcr alle unseren S\u00fcnden Bu\u00dfe tun und seine Gnade in seinem Blut annehmen und uns reinigen lassen und lernen, in einer tiefen Beziehung der Liebe und des Gehorsam mit ihm leben. Denn dies macht schon im Leben hier einen gewaltigen Unterschied, und am Ende wird gerade aufgrund dessen unterschieden.<\/p>\n<p>Ob Menschen Christen oder in Wirklichkeit Heiden sind, macht schon auf dieser Welt einen gewaltigen Unterschied. Betrachten wir noch einmal Vers 2b. Die Heiden werden die heilige Stadt 42 Monate lang zertreten, was auf schwere Verfolgung hinweist, die die Gemeinde der Gl\u00e4ubigen erfahren wird. Hier bezeichnet Heiden alle Menschen, die nicht pers\u00f6nlich an Jesus Christus glauben. Auch wenn sich in unserer Zeit noch viele ungl\u00e4ubige oder andersgl\u00e4ubige Menschen gegen\u00fcber den Christen tolerant zeigen, werden sie in der letzten Zeit aktiv und rabiat gegen die Christen vorgehen. Jesus hat bereits im Lukasevangelium gesagt: \u201eUnd Jerusalem wird zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden erf\u00fcllt sind\u201c (Lk 21,24). Dabei sagt uns die Zahl \u201e42 Monate\u201c, dass die Zeit der Verfolgung von Gott bereits bestimmt und begrenzt ist. Dreieinhalb Jahre lang zu leiden, ist zwar nicht kurz, aber doch eine begrenzte Zeit, die zu Ende gehen wird.<\/p>\n<p>Was wird Gott in dieser Zeit tun? Lesen wir gemeinsam den Vers 3: \u201eUnd ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern.\u201c Gott bleibt in dieser Zeit nicht passiv. Er gibt seinen zwei Zeugen Macht, von ihm zu weissagen, und zwar auch dreieinhalb Jahre lang. Wer sind die Zeugen? Durch den Hinweis im Vers 8, dass ihr Herr gekreuzigt wurde, k\u00f6nnen wir sagen, dass sie Christen sind. Sie werden den Menschen von Gott weissagen, vor allem, dass er alle Menschen richten wird und alle, die an seinen Sohn Jesus glauben, erretten wird. In Vers 4 werden sie die zwei \u00d6lb\u00e4ume und zwei Leuchter genannt, die vor dem Herrn der Erde stehen, was viele damaligen Leser bestimmt an die Stelle in Sacharja Kap. 4 erinnert hat, wo der Prophet in der Vision zwei \u00d6lb\u00e4ume und einen goldenen Leuchter sah (Sach 4,1-6). Die Bezeichnung der beiden Zeugen als \u00d6lb\u00e4ume weist auf ihre Salbung und damit auf ihre Autorisierung hin, die sie von Gott f\u00fcr ihr Zeugnis bekommen haben. Mit ihrer Weissagung von Gottes Gericht und von seiner Rettung durch den Glauben an Jesus werden sie in jenen letzten Tagen wie helle Leuchter inmitten der finsteren Welt scheinen. Dabei bedeutet \u201ezwei Zeugen\u201c nicht unbedingt, dass in diesen letzten Tagen nur zwei einzelne Christen als Gottes Zeugen auftreten werden. Wir k\u00f6nnen die beiden Zeugen vielmehr als Repr\u00e4sentanten f\u00fcr alle Christen verstehen, die den Menschen die Botschaft vom Gerichts und von der Errettung verk\u00fcndigen und so in jener dunklen Zeit als helle Lichter leuchten werden.<\/p>\n<p>Welchen besonderen Schutz wird ihnen dazu gegeben werden? Vers 5 sagt: \u201eUnd wenn ihnen jemandSchaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muss er so get\u00f6tet werden.\u201c Hier weist der wiederholte Ausdruck \u201eWenn ihnen jemand Schaden tun will\u201c darauf hin, dass die Zeugen des Evangeliums in jener Zeit viele Feinde haben werden. Viele werden die Christen, die Gottes Ratschluss verk\u00fcndigen, hassen und versuchen, ihre Verk\u00fcndigung durch alle m\u00f6glichen Arten von Verfolgung zu beenden. Aber Gottes Zeugen stehen in jener Zeit unter seinem besonderen Schutz. Manchen mag es auf den ersten Augenblick etwas befremdlich vorkommen, dass die Angriffe durch die Feinde so stark abgewehrt werden. Aber darin zeigt sich, wie gro\u00df Gottes Wille ist, den ungl\u00e4ubigen Menschen in der Welt selbst in jener Zeit noch eine Gelegenheit zu geben, seinen Ratschluss zu erkennen und sich zu ihm zu bekehren. Wie wir am Ende von Kap. 9 schon erfahren haben, werden die Menschen sogar nach den schweren Gerichten weiter stur an ihrem G\u00f6tzendienst festhalten und sich weigern, sich zu Gott zu bekehren. Die Herzen der meisten werden steinhart sein und ihr Verstand wie vernagelt, sodass sie trotz der eindeutigen Zeichen es ablehnen werden, Gott anzuerkennen. Gott k\u00f6nnte sie wegen ihrer willentlichen Ablehnung zurecht sofort verwerfen und sein Gericht abspulen, das \u00fcber ihrer S\u00fcnde kommen muss. Aber seht was Gott tut! Statt einfach sein Gericht abzuwickeln, stellt Gott in jener Zeit seine Zeugen auf und sch\u00fctzt sie durch besondere Vollmacht, damit sie nicht von ihren Feinden \u00fcberwunden und mundtot gemacht werden k\u00f6nnen, sondern den Menschen von Gott und seinem Evangelium weissagen, sodass m\u00f6glichst viele sich noch bekehren und gerettet werden.<\/p>\n<p>Welche besondere Macht wird Gott seinen Zeugen au\u00dferdem geben? Betrachten wir Vers 6: \u201eDiese haben Macht, den Himmel zu verschlie\u00dfen, damit es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht \u00fcber die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen.\u201c Gott wird seinen Zeugen in jenen Tagen Macht geben, mit der sie den Himmel verschlie\u00dfen, Wasser zu Blut verwandeln und auf der Erde Plagen aller Art bewirken k\u00f6nnen. Ihre Vollmacht mag uns verwundern, weil wir bisher nur kannten, dass Gott Christen Vollmacht zur Heilung gibt. Aber in jenen Tagen werden die Zeugen Macht, Plagen zu veranlassen, ben\u00f6tigen, damit die Menschen die Richtigkeit ihres Zeugnisses anerkennen und trotz ihrer harten Herzen zu Gott umkehren k\u00f6nnen. Wie Mose das Wasser im Nil zu Blut verwandelte, um den Pharao zur Bu\u00dfe zu f\u00fchren, und wie der Prophet Elia betete und Gott es daraufhin drei Jahre nicht regnen lie\u00df, damit die Israeliten Bu\u00dfe tun, so werden auch die Zeugen Gottes Handeln am Himmel und auf der Erde erbitten, damit die Menschen erkennen, dass ihr Zeugnis annehmen und sich zu Gott bekehren werden.<\/p>\n<p>Was wird dann passieren? Wird es durch ihr mutiges hingebungsvolles Weissagen zu einer gro\u00dfen Erweckungsbewegung kommen? Betrachten wir Vers 7: \u201eUnd wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen k\u00e4mpfen und wird sie \u00fcberwinden und wird sie t\u00f6ten.\u201c Nachdem sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier (englisch: the biest) aus dem Abgrund auftauchen und mit ihnen k\u00e4mpfen und sie \u00fcberwinden und t\u00f6ten. Die Christen, die den Menschen das Evangelium voller Hingabe bezeugt haben, werden schlie\u00dflich auch ihr Leben daf\u00fcr lassen m\u00fcssen, ohne dass dadurch sichtbare Fr\u00fcchte zu sehen sein werden. Sie werden so dem Weg Jesu konsequent folgen, der Gott bis zum Tod am Kreuz gehorcht hat.<\/p>\n<p>Wie werden die Menschen auf ihren Tod reagieren? Die Verse 8 und 9 sagen: \u201eUnd ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der gro\u00dfen Stadt, die hei\u00dft geistlich: Sodom und \u00c4gypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. Und Menschen aus allen V\u00f6lkern und St\u00e4mmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, dass ihre Leichname ins Grab gelegt werden.\u201c Die Menschen werden sich \u00fcber den Tod der Zeugen sehr freuen. Sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname begraben werden, sondern werden sie dreieinhalb Tage mit Genugtuung ansehen (die neue NIV sagt hier \u201egaze\u201c, d.h. anstarren, glotzen). Vers 10 sagt ausdr\u00fccklich, dass die Menschen auf der Erden sich dar\u00fcber freuen und fr\u00f6hlich sein und einander Geschenke senden werden, weil die beiden Propheten tot sind, und zwar weil sie die Menschen so gequ\u00e4lt haben. Dies zeigt uns, dass ihrer Botschaft vom Gericht die Menschen sehr wohl getroffen und innerlich sehr beunruhigt hat, sodass es f\u00fcr sie eine Qual wurde, die Botschaft zu h\u00f6ren \u2013 aber trotzdem haben sie sich geweigert, sie anzunehmen. Hier kommt noch einmal zum Ausdruck, wie tiefgehend die Menschen in der letzten Zeit Gott und seine Herrschaft ablehnen und hassen werden. Welchen Kontrast sehen wir hier! Wie sehr liebt Gott die Menschen, wie sehr bem\u00fcht er sich darum, sie trotz ihrer harten Herzen zur Einsicht und zur Umkehr zu bewegen, bis dahin, dass er daf\u00fcr das Leben seiner Zeugen einsetzt! Aber die Menschen in der Welt werden sich freuen und einander Geschenke senden, wenn sie endlich gestorben sind.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns? Wir erfahren in diesem Kapitel noch dramatischer als vorher, wie Gott sich in der letzten Zeit um die Rettung der Menschen bem\u00fcht, die ihn stur ablehnen. Wir haben schon im Kapitel 9 gesehen, dass die Menschen \u00fcberhaupt nicht bereit sind, Bu\u00dfe zu tun, auch wenn sie schon schwere Gerichte erlebt haben, sondern weiter auf ihrer S\u00fcnde beharren. Hier erfahren wir nun, dass Gott seine Zeugen dreieinhalb Jahre lang weissagen l\u00e4sst und die G\u00fcltigkeit ihrer Worte mit allerlei Plagen belegt. Aber trotz ihres Zeugnisses und trotz der vielen Beweise am Himmel und auf der Erde weigern sich die Menschen stur, Bu\u00dfe zu tun und Gott anzuerkennen. Der geistliche Kampf wird noch heftiger und geht bis zu dem Punkt, dass schlie\u00dflich das Tier gegen sie k\u00e4mpft und sie \u00fcberwindet und t\u00f6tet. Die Menschen auf der ganzen Erde freuen sich dar\u00fcber \u2013 die Menschen, denen die Zeugen jahrelang geweissagt haben! Was k\u00f6nnen wir hier \u00fcber das Wesen der Menschen in den letzten Tagen erkennen? Was f\u00fcr ein starker Widerstand und was f\u00fcr eine tiefe Abneigung gegen Gott zeigt sich hier in den Menschen, obwohl sie 1260 Tage lang beobachtet und selbst erlebt haben, dass die Weissagung der Zeugen eintreffen. Entgegen der Tatsachen und wider alle Vernunft weigern sie sich, Gott anzuerkennen. Es ist ein Kennzeichen der Endzeit, das Paulus schon im 2. Timotheusbrief beschrieben hat: \u201eDas sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochm\u00fctig, L\u00e4sterer, den Eltern ungehorsam,undankbar, gottlos, lieblos, unvers\u00f6hnlich, verleum\u00adderisch, zuchtlos, wild, dem Guten feind, Verr\u00e4ter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; sie haben den Schein der Fr\u00f6mmigkeit, aber deren Kraft verleug\u00adnen sie; solche Menschen meide\u201c (2.Tim 3,1-5). Was sollen wir dann daraus lernen? Wir leben zwar noch nicht in den allerletzten Tagen, von denen unser heutiger Text spricht, aber bereits in der letzten Zeit. Wir haben auch schon viele Reaktionen der Menschen erlebt, die wir auf Gott und sein Evangelium angesprochen haben. Manche sind offen, viele reagieren gleichg\u00fcltig, etliche lehnen es auch klar ab oder \u00e4rgern sich richtiggehend daran. Wir sollen uns nicht dar\u00fcber wundern. Auch wenn wir f\u00fcr die Einladung oder das Bibelstudium gut vorbereitet haben, sollen wir uns nicht wundern, wenn viele das Wort Gottes ablehnen oder sogar aggressiv darauf reagieren. Wir sollen wissen, dass Gott das f\u00fcr die letzte Zeit so vorausgesagt hat und dass es erstmal kein Zeichen daf\u00fcr ist, dass wir etwas falsch gemacht haben, sondern daf\u00fcr, dass wir in der letzten Zeit leben. Gleichzeitig sollen wir auch wissen, dass Gott will, dass wir trotzdem den Menschen das Evangelium verk\u00fcndigen und ihnen Gottes Gericht und die Errettung durch den Glauben an Jesus Christus voraussagen sollen, damit die Menschen es h\u00f6ren und diejenigen, die bereit dazu sind, Bu\u00dfe tun und gerettet werden k\u00f6nnen. Darum sollen wir das Evangelium treu bezeugen und uns nicht dabei entmutigen lassen, auch wenn viele unser Zeugnis ablehnen. Denn Gott will, dass alle von seinem Evangelium erfahren, sodass noch viele dadurch errettet werden. Denn wenn Gott selbst noch in den letzten Tagen die Christen als seine Zeugen gebraucht, in der fast alle ihr Herz sehr hart gemacht haben, wie viel mehr sollen wir jetzt in unserer Zeit sein Evangelium bezeugen, wo noch viel mehr Menschen offen daf\u00fcr sind!<\/p>\n<p>Aber k\u00f6nnt ihr euch vorstellen, was es erfordert, in jener Zeit als Zeuge zu leben und den Menschen das Evangelium von der Gnade und vom Gericht zu bezeugen? Es ist nicht leicht, das Evangelium mit gro\u00dfer Hingabe oder sogar bis zum Tod zu be\u00adzeugen, wenn wir keinen Sinn darin sehen. Mit welcher Motivation k\u00f6nnen wir so leben und kontinuierlich uns daf\u00fcr einsetzen, dass das Evangelium verbreitet und in die Herzen der Menschen gepflanzt wird, wenn wir zunehmend Ablehnung und Widerstand oder sogar pers\u00f6nliche Angriffe erfahren? Es erscheint zu schwer, zu leidvoll und zu kostspielig, so zu leben. Wir brauchen die richtige Perspektive daf\u00fcr. Lasst uns das im 2. Teil erfahren!<\/p>\n<p>Welche Wende wird passieren, nachdem die get\u00f6teten M\u00e4rtyrer dreieinhalb Tage lang von den Menschen angeschaut wurden? Betrachten wir die Verse 11 und 12: \u201eUnd nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre F\u00fc\u00dfe; und eine gro\u00dfe Furcht fiel auf die, die sie sahen. 12 Und sie h\u00f6rten eine gro\u00dfe Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.\u201c Dieser Vers berichtet von einer dramatischen, unerwarteten Wendung. Nach dreieinhalb Tagen werden die verstorbenen Zeugen zum Leben auferweckt und steigen vor den Augen der Menschen in den Himmel hinauf. Was f\u00fcr ein gewaltiges Zeichen f\u00fcr die Gegenwart und Auferstehungskraft Gottes war das und f\u00fcr das Evangelium von der Rettung zum ewigen Leben! Was f\u00fcr ein Beleg f\u00fcr die Autorit\u00e4t ihrer Zeugnisse! Als die Zeugen vom Tier get\u00f6tet wurden und die Menschen sich \u00fcber ihren Tod auch noch gefreut haben, sah es so aus, als ob all ihre Hingabe vergeblich gewesen w\u00e4re. Welchen Sinn hatte all ihre Hingabe aus Glauben und ihr Glaubensmut, mit dem sie den hartherzigen Menschen Gottes Botschaft verk\u00fcndigt hatten? Ihr M\u00e4rtyrertod mag sinnlos ausgesehen haben. Aber als Gott sie zum Leben auferweckte und vor den Augen der Welt in den Himmel hinaufholte, wurde ihr Zeugnis best\u00e4tigt, und durch ihr Zeugnis bis zum Tod konnten sie selbst hervorragende Zeugen werden f\u00fcr Gott, der sie zum Leben erweckte.<\/p>\n<p>Was passierte in derselben Stunde, als sie zum Himmel auffuhren? Vers 13 sagt: \u201eUnd zu derselben Stunde geschah ein gro\u00dfes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt st\u00fcrzte ein; und es wurden get\u00f6tet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.\u201c Selbst als die Christen, die das Evangelium bezeugt hatten, vor den Augen der Menschen auferstanden und zum Himmel auffuhren, taten die Menschen noch keine Bu\u00dfe. Erst als in der gleichen Zeit auch noch ein gro\u00dfes Erdbeben geschah, erschraken die anderen und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. Sie erkannten den lebendigen Gott als Gott und Sch\u00f6pfer an und machten so einen ersten wichtigen Schritt auf ihn zu. So segnete Gott die Hingabe der M\u00e4rtyrer, deren Treue bis zum Tod bis dahin als sinnlos ausgesehen hatte.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 14: \u201eDas zweite Wehe ist vor\u00fcber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.\u201c Hier erhalten wir eine Orientierungshilfe zum besseren \u00dcberblick der Ereignisse. In Kap. 9,12 haben wir schon gelesen, dass das erste Wehe nach der 5. Posaune vor\u00fcber war. Das zweite Wehe umfasste das reitende Heer nach dem Blasen der sechsten Posaune und die Ereignisse mit den zwei Zeugen. Nun wird das dritte und letzte Wehe angek\u00fcndigt, das schnell kommt. Lasst uns betrachten, wie es beginnt!<\/p>\n<p>II. Die Reiche der Welt sind unseres Herrn und seines Christus geworden (15-19)<\/p>\n<p>Was passierte dann? Betrachten wir Vers 15: \u201eUnd der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich gro\u00dfe Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.\u201c Schlie\u00dflich bl\u00e4st der siebte Engel seine Posaune. Aber anders als bei den ersten sechs Posaunen passiert daraufhin kein weiterer Gerichtsakt, sondern gro\u00dfe Stimmen im Himmel heben zu einer feierlichen Verk\u00fcndigung an, die wie die Proklamation des Sieges nach einem langen Krieg ist. Sie verk\u00fcndigen, dass nun die Reiche der Welt Gott und seinem Christus geh\u00f6ren und dass er von Ewigkeit zu Ewigkeit regieren wird. Gott hat die volle Herrschaft in der ganzen Welt \u00fcbernommen, die nach dem S\u00fcndenfall teilweise unter die Macht der S\u00fcnde und des Satans geriet. Aber an dem Tag, wenn die siebte Posaune geblasen wird, nimmt Gott seinen gro\u00dfe Macht wieder v\u00f6llig an sich und wird \u00fcber alle Reiche uneingeschr\u00e4nkt herrschen. Das wird der H\u00f6hepunkt der Geschichte sein und ihr Ziel, an dem Gott sich offenbart.<\/p>\n<p>Wie wird Gottes Umgebung im Thronsaal auf diese Verk\u00fcndigung reagieren? Die Verse 16 und 17 sagen: \u201eUnd die vierundzwanzig \u00c4ltesten, die vor Gott auf ihren Thronen sa\u00dfen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herr, allm\u00e4chtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine gro\u00dfe Macht und herrschest!\u201c Die vierundzwanzig \u00c4ltesten fallen vor Gott nieder und loben und preisen ihn daf\u00fcr, dass er seine gro\u00dfe Macht an sich genommen hat und uneingeschr\u00e4nkt \u00fcber alles herrscht. Gott stellt so den Zustand wieder vollst\u00e4ndig her, den er am Beginn der Sch\u00f6pfung schuf, und zeigt sich dadurch als der allm\u00e4chtige Gott, der des Lobs und aller Anbetung w\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p>Was sagen die \u00c4ltesten weiter an jenem Tag? Vers 18 sagt: \u201eUnd die V\u00f6lker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen f\u00fcrchten, den Kleinen und den Gro\u00dfen, und zu vernichten, die die Erde vernichten.\u201c Der Zorn der V\u00f6lker, den sie erw\u00e4hnen und der sich Gott und seine Leute bezieht, zeigt, wie die S\u00fcnde am Ende der Zeit immer schlimmer wird. Doch nun ist die Zeit gekommen, in der Gott die Toten richtet und seinen Knechten, die seinen Namen f\u00fcrchten, ob sie gro\u00df oder nur klein sein m\u00f6gen, ihren Lohn gibt, und die zu bestrafen, die mit ihrer S\u00fcnde die Erde vernichten. Es ist die Zeit, in der Gott seine Gerechtigkeit herstellt und sich dadurch als wahrer Gott offenbart.<\/p>\n<p>Was wird dann passieren? Vers 19 sagt: \u201eUnd der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein gro\u00dfer Hagel.\u201c Der Tempel im Himmel ist bis dahin f\u00fcr die Menschen verborgen und nicht einzusehen. Dass er nun aufgetan wird, zeigt, dass Gott sich nun offenbart und weist bereits auf die herrliche Gemeinschaft hin, die wir Gl\u00e4ubigen mit Gott dort haben k\u00f6nnen. Die Lade seines Bundes, die dabei sichtbar wird, weist auf Gottes Treue hin, die sich nun zeigt und die sich auf seinen Bund bezieht, den er mit allen geschlossen hat, die auf das Blut des Lammes vertrauen. Die Blitze und Stimmen, der Donner und das Erdbeben und der gro\u00dfe Hagel, die dabei auftreten, zeigen, wie heilig dieser Gott ist und weisen auf das letzte Gericht hin, das noch kommen wird.<\/p>\n<p>Lesen wir noch einmal den Vers 15: \u201eUnd der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich gro\u00dfe Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.\u201c Die Wiederherstellung von Gottes Herrschaft ist der Kern von Gottes Willen und der H\u00f6hepunkt und Ziel der Geschichte. Es ist das Ereignis, f\u00fcr das wir Christen regelm\u00e4\u00dfig beten: \u201eVater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.\u201c Wenn die siebte Posaune erschollen ist, ist dieses Ziel erf\u00fcllt. Dann werden alle, die Gott geliebt und ihm gedient haben, ihren gro\u00dfartigen Lohn in seinem herrlichen Reich bekommen. Gott wird uns wahre Freude und vollkommenes Gl\u00fcck geben, das am meisten daraus kommt, dass wir ihn sehen und mit ihm Gemeinschaft haben d\u00fcrfen. Aber alle, die f\u00fcr sich selbst gelebt und damit Gottes Willen ignoriert haben, werden ihre gerechte Strafe erhalten. Gott wird die Gerechtigkeit herstellen und allen, die in Jesus ihren Trost und Zuflucht gesucht haben, f\u00fcr immer selig machen. Lasst uns im Hinblick auf diesen Tag leben und Jesus treu vertrauensvoll folgen! Ohne diese Hoffnung k\u00f6nnen wir nicht anders als nur f\u00fcr uns selbst zu leben. Aber wenn wir t\u00e4glich im Hinblick auf Gottes kommendes herrliches Reich leben, k\u00f6nnen wir den Sinn und das Ziel unseres einsehen und k\u00f6nnen ihm treu dienen, auch wenn es f\u00fcr uns mit Schmerzen und Verzicht verbunden. Im Hinblick auf Gottes Reich k\u00f6nnen wir uns daf\u00fcr hingeben, vielen jungen Menschen das Evangelium zu verk\u00fcndigen, und k\u00f6nnen m\u00f6gliche Ablehnung und Widerstand dabei ertragen, weil wir eine herrliche Hoffnung haben und auf diesem Weg Gottes ewige Belohung erhalten werden. Gott m\u00f6ge uns dabei helfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Zwei Zeugen \u201eUnd ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern.\u201c (11,3) Letzte Woche haben wir erfahren, wie der starke Engel dem Johannes das kleine B\u00fcchlein zu essen gab, das in seinem Mund s\u00fc\u00df wie Honig war, aber im Magen bitter war, und wie zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2707","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2707","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2707"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2707\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2710,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2707\/revisions\/2710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}