{"id":262,"date":"2009-08-30T13:40:05","date_gmt":"2009-08-30T12:40:05","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=262"},"modified":"2023-01-29T20:21:33","modified_gmt":"2023-01-29T19:21:33","slug":"predigt-joh-121-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-joh-121-11\/","title":{"rendered":"Predigt: Joh 12,1-11"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center; \">Die Salbung in Betanien<\/h2>\n<p>Joh. 12,1-11<\/p>\n<address style=\"text-align: center; \">\u201eDa nahm Maria ein Pfund Salb\u00f6l von unverf\u00e4lschter, kostbarer Narde und salbte die F\u00fc\u00dfe Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine F\u00fc\u00dfe; das Haus aber wurde erf\u00fcllt vom Duft des \u00d6ls.\u201c (3)<\/address>\n<p>Im heutigen Text geht es um Jesu Salbung in Betanien. In Betanien hatte Jesus ein gro\u00dfes Werk vollbracht, er hatte Lazarus von den Toten auferweckt. Dieses m\u00e4chtige Zeichen erregte viel Aufsehen. In Jerusalem beschlossen die Hohepriester und Pharis\u00e4er Jesus endg\u00fcltig zu t\u00f6ten. Doch f\u00fcr Jesus, der nach dem Zeitplan Gottes lebte, war die Zeit des Sterbens noch nicht gekommen, deshalb hielt er sich in Ephraim, nahe der W\u00fcste auf. Aber Jesus kam ein weiteres Mal nach Betanien. Und dort geschah etwas Bemerkenswertes. Maria salbte die F\u00fc\u00dfe Jesu und betete ihn somit an. Durch diese Liebestat wurde Jesu Herrlichkeit als Sohn Gottes offenbart. Heute wollen wir erfahren warum Jesus anbetungsw\u00fcrdig ist und welche Bedeutung unsere Anbetung hat. Gott helfe uns dabei.<\/p>\n<p><strong>Teil<\/strong><strong> I Maria salbt<\/strong><strong> Jesus<\/strong> (1-3)<\/p>\n<p>Wann und wo fand das Ereignis des heutigen Textes statt? Vers 1 sagt: <strong>\u201eSechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten.\u201c<\/strong> Raum und Zeit dieses Ereignisses werden deshalb so genau beschrieben, weil kein gew\u00f6hnliches Passafest anstand. In sechs Tagen w\u00fcrde DAS Passafest schlechthin stattfinden, denn nicht irgendwelche gew\u00f6hnlichen L\u00e4mmer w\u00fcrden geopfert werden, sondern das makellose Lamm Gottes. In sechs Tagen w\u00fcrde das Passafest seine Erf\u00fcllung finden, Jesus w\u00fcrde sein Leben f\u00fcr die S\u00fcnder hingeben. Obwohl Jesus seinen schmerzhaften Tod immer n\u00e4her kommen sah, ging er ein letztes Mal nach Betanien.<\/p>\n<p>Warum ging Jesus nach Betanien? Vers zwei lautet: <strong>\u201eDort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente ihm; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch sa\u00dfen.\u201c<\/strong> Jesus ging nach Betanien um seine Freunde zu besuchen. Sie ahnten wohl nichts von den dunklen Stunden und Tage, durch die Jesus in weniger als einer Woche hindurchgehen w\u00fcrde. Deshalb bereiteten sie ihm ein Mahl vor, wir k\u00f6nnen uns ein gro\u00dfes Festmahl am Abend vorstellen. Zudem erfahren wir, dass Marta ihm diente und der auferweckte Lazarus mit am Tisch sa\u00df. In gewisser Weise war es ein gro\u00dfes Abschiedsmahl. Jesus w\u00fcrde sich von seinen Freunden verabschieden.<\/p>\n<p>Wie liebevoll muss die Atmosph\u00e4re gewesen sein! Joh. 11,5 besagt: <strong>\u201eJesus aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und Lazarus.\u201c<\/strong> Jesus liebte diese drei Geschwister. Und sie waren vor allem aufgrund des Todes und der Auferstehung des Lazarus mit Jesus durch dick und d\u00fcnn gegangen. Gro\u00dfe Freude und Dankbarkeit muss sie erf\u00fcllt haben, als sie mit Jesus Gemeinschaft haben durften! Das Mahl dr\u00fcckt ihre Dankbarkeit aus. Marta diente dem Herrn wie gewohnt. Wir wissen, dass sie eine flei\u00dfige Dienerin war, vielleicht die flei\u00dfigste Dienerin ihrer Zeit. Das war Ausdruck ihrer Liebe. Aber gegen die Hilfe ihrer kleinen Schwester hatte sie nat\u00fcrlich nichts einzuwenden, sie sollte dem Herrn genauso flei\u00dfig dienen wie Marta. Aber wo war Maria dieses Mal wieder hin? In der K\u00fcche war sie jedenfalls nicht zu finden.<\/p>\n<p>Ja, wo war Maria und was tat sie w\u00e4hrenddessen? Lesen wir Vers 3: <strong>\u201eDa nahm Maria ein Pfund Salb\u00f6l von unverf\u00e4lschter, kostbarer Narde und salbte die F\u00fc\u00dfe Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine F\u00fc\u00dfe; das Haus aber wurde erf\u00fcllt vom Duft des \u00d6ls.\u201c<\/strong> Maria hatte sich zur\u00fcckgezogen und wusste, der Herr ist da! Er sa\u00df zu Tisch und ihr auferweckter Bruder sa\u00df mit am Tisch. Wie gro\u00df war ihre einstige Entt\u00e4uschung gegen\u00fcber Jesus gewesen! Wie gro\u00df ihre Bitterkeit! Sie war nicht aufgestanden wie Marta, um Jesus zu begr\u00fc\u00dfen, als er nach dem Tod des Lazarus eingetroffen war. Und als sie Jesus begegnete, brach sie vor seine F\u00fc\u00dfe zusammen und ihre ersten Worte waren: <strong>\u201eHerr, w\u00e4rst du hier gewesen, mein Bruder w\u00e4re nicht gestorben.\u201c<\/strong> (11,32) Daraufhin muss sie angefangen haben auf eine ganz entsetzliche Weise zu weinen. \u00dcber Jesu damalige Reaktion hei\u00dft es: <strong>\u201eAls Jesus sah, wie sie weinte\u2026ergrimmte er im Geist und wurde sehr betr\u00fcbt.\u201c<\/strong> (11,33) <strong>\u201eUnd Jesus gingen die Augen \u00fcber.\u201c<\/strong> (11,35) Maria hatte geschafft, was keiner vor ihr geschafft hatte, n\u00e4mlich Jesus mit bitteren Worten und bitteren Tr\u00e4nen tiefgehend zu verletzten und ihn sogar zum weinen zu bringen. Nun wusste sie, dass alles zu Unrecht geschehen war. Zu Unrecht hatte sie Jesus Vorw\u00fcrfe gemacht und zu Unrecht hatte sie Trauerstimmung verbreitet. Da sa\u00df er nun, mit ihrem auferweckten Bruder. Nicht nur hatte Jesus ihr Lazarus wiedergegeben, Jesus hatte ihr zudem noch etwas viel Wichtigeres gegeben, n\u00e4mlich den Auferstehungsglauben. So wie Jesus f\u00fcr Lazarus die Auferstehung und das Leben gewesen war, so w\u00fcrde Jesus auch ihre Auferstehung und ihr Leben sein und das in Ewigkeit.<\/p>\n<p>Was sollte sie tun? Auf welche angemessene Weise h\u00e4tte sie ihre Bu\u00dfe zum einen und ihre gro\u00dfe Dankbarkeit zum anderen erweisen k\u00f6nnen? Eine Suppe kochen, zu wenig, etwas Sch\u00f6nes basteln, zu unbedeutend vielleicht ein Lied singen, naja. Als sie dar\u00fcber nachdachte, muss ihr Blick auf das Pfund Salb\u00f6l gefallen sein, das sie besa\u00df. Es war kein minderwertiges Salb\u00f6l, sondern von unverf\u00e4lschter, kostbarer Narde. Im Vers 5 erfahren wir den Preis des Salb\u00f6ls. In heutige W\u00e4hrung umgerechnet war es ca. 30.000 \u20ac wert. Dieses Salb\u00f6l war ihr Schatz gewesen, ihr Herz hing daran. Es war der Garant ihres Gl\u00fcckes. Und als sie das Pfund Salb\u00f6l in die H\u00e4nde nahm, da nahm sie ihr ganzes Herz in die Hand. Und nun konnte sie keine Macht der Welt mehr aufhalten. Sie ging zum Herrn und fiel ihm vor die F\u00fc\u00dfe und fing an seine F\u00fc\u00dfe zu salben. Wenige Tropfen h\u00e4tten gen\u00fcgt, um die F\u00fc\u00dfe Jesu zu salben, doch sie gab hin was sie hatte. So unverf\u00e4lscht und kostbar das Salb\u00f6l war, so unverf\u00e4lscht und kostbar war ihr Herz und ihre Liebe, die sie Jesus v\u00f6llig hingab. Sie muss die F\u00fc\u00dfe Jesu f\u00f6rmlich in \u00d6l getr\u00e4nkt haben. Um sie anschlie\u00dfend zu trocknen, nahm sie ihr eigenes Haar. Paulus nennt die langen Haare der Frauen ihre \u201eHerrlichkeit\u201c. Doch Maria wusste, dass ihre gr\u00f6\u00dfte Herrlichkeit gerade gut genug war, um die F\u00fc\u00dfe des Herrn zu trocknen. Und sogleich f\u00fcllte sich nicht nur das ganze Zimmer, sondern das ganze Haus mit dem Duft des \u00d6ls, jeder konnte die Liebe und Dankbarkeit mit der Maria sich hingab f\u00f6rmlich riechen.<\/p>\n<p>Was lernen wir von der Salbung durch Maria? Wir lernen Jesus kennen und wir lernen wahre Anbetung kennen. Maria hatte erkannt, dass Jesus kostbarer ist als alle irdischen Sch\u00e4tze. Selbst der gr\u00f6\u00dfte Schatz ist im Vergleich zu Jesus nichts wert. Deshalb sch\u00fcttete sie das \u00d6l auf die F\u00fc\u00dfe Jesu. Somit erh\u00f6hte sie den Herrn.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erkannte sie die Relation ihrer eigenen Person im Vergleich zu Jesus. Sie stellte sich nicht \u00fcber Jesus, wie die religi\u00f6sen Oberen. Sie stellte sich auch nicht auf die gleiche Ebene, wie viele aus dem Volk. Sie fiel vor ihm nieder und trocknete seine F\u00fc\u00dfe mit ihren Haaren. Man sagt, dass Haare f\u00fcr Frauen ein Element ihrer Pers\u00f6nlichkeit seien. Deshalb werden sie auch stundenlang gepflegt, gewaschen, gef\u00f6hnt, geb\u00fcrstet, frisiert usw. usf. Doch Maria stellte ihre Pers\u00f6nlichkeit, also sich selbst in den niedrigsten Dienst des Herrn.<\/p>\n<p>Alles in allem sehen wir in Maria die beste Antwort auf die Gnade Jesu. Durch die Auferstehung ihres Bruders und durch Jesu g\u00f6ttliches Wort hatte sie Gott in Jesus erkannt. Somit erlangte sie selbst Auferstehungsglauben und war nicht mehr abh\u00e4ngig von den G\u00fctern dieser Welt, noch vom Ansehen der Person. Sie betete den Herrn mit allem was ihr zur Verf\u00fcgung stand an. Sie gab dem Herrn alles, was sie hatte und was anderen Frauen heilig war, hin.<\/p>\n<p>In welcher Hinsicht ist Maria Vorbild f\u00fcr uns? Die erste Frage lautet: Haben wir auch Grund um Jesus anzubeten? Mag sein, dass wir keinen Bruder haben, der Lazarus hei\u00dft und den Jesus vor unseren Augen auferweckt hat. Doch Jesu g\u00f6ttliche Worte: <strong>\u201eIch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?\u201c<\/strong> (Joh. 11,25.26) sind auch an uns gerichtet. \u201eGlaubst du das?\u201c fragt Jesus. Aus diesem Grund wurde das Johannesevangelium geschrieben. Der Verfasser sagt: <strong>\u201eDiese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.\u201c<\/strong> (Joh. 20,30) Wir sind also angesprochen. Wenn Jesus sagt, dass er deine Auferstehung und dein Leben ist und dass du nicht sterben sondern leben wirst, wenn du glaubst, dann ist das Grund genug ihm von ganzem Herzen zu danken. Au\u00dferdem ist Gott allein Spender und Erschaffer des Lebens. Somit ist Jesus w\u00fcrdig, als Sohn Gottes von uns angebetet zu werden. Er hat uns nicht nur sein Versprechen gegeben, er hat auch sein Leben f\u00fcr unser Heil gelassen. Zwar sch\u00fcttete Maria ihr kostbares Salb\u00f6l aus, doch Jesus hat sein kostbares Blut f\u00fcr unser Heil ausgesch\u00fcttet. Ihm geb\u00fchren unsere tiefe Dankbarkeit und unsere aufrichtige Anbetung.<\/p>\n<p>Die zweite Frage, die sich uns stellt, ist: Wie k\u00f6nnen wir einen angemessenen Weg der Anbetung finden? Sicherlich gibt es viele verschiedene M\u00f6glichkeiten, Jesus anzubeten. Manche beten Jesus durch harte Arbeit an, so wie Marta. Andere wiederum opfern ihre Sch\u00e4tze, so wie Maria. Viele von uns schreiben tiefe und aufrichtige Stellungnahmen und legen somit ein \u00f6ffentliches Bekenntnis ab. Uns er\u00f6ffnen sich viele Wege und M\u00f6glichkeiten der Danksagung und der Anbetung, wenn wir ein brennendes Herz f\u00fcr Jesus haben.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Vorbereitungen habe ich \u00fcberlegt, welche M\u00f6glichkeiten sich mir anbieten. Offen gesagt habe ich kein Salb\u00f6l. Und wenn, dann bin ich nicht in der Lage Jesu physischem Leib so zu dienen wie Maria. Doch ich habe eine M\u00f6glichkeit der Danksagung und der Anbetung gefunden, die sowohl dem Willen Gottes dient, als auch anderen Menschen auf geistlich nachhaltige Weise hilft, n\u00e4mlich durch pers\u00f6nliches Zweierbibelstudium. Es dient dem Willen Gottes, weil Jesus sich gerade im Johannesevangelium um einzelne Menschen pers\u00f6nlich gek\u00fcmmert hat, bis sie zum Glauben an ihn gekommen sind. Er half einem frommen Mann Namens Nathanael, bis er ihn als den K\u00f6nig Israels erkannte. Er half einem Intellektuellen, Namens Nikodemus, bis er vom neuen geboren wurde. Er half einer s\u00fcndigen Frau, bis sie zu einer Quelle des lebendigen Wassers ver\u00e4ndert wurde. Es dient also dem Willen Gottes und es ist die nachhaltigste Hilfe, die ich einem Menschen leisten kann. Au\u00dferdem erfordert das Bibelstudiumswerk die v\u00f6llige Hingabe, wir m\u00fcssen unsere Zeit, unsere M\u00fche und unsere Sch\u00e4tze zur Verf\u00fcgung stellen. Das Zweierbibelstudiumswerk ist kein neues Werk, aber ich bete, dass ich ihm mit neuem Bewusstsein, n\u00e4mlich der Danksagung und der Anbetung, dienen kann.<\/p>\n<p><strong>Teil II Jesus nimmt Marias Anbetung an<\/strong> (4-11)<\/p>\n<p>Welche Stimmen gab es zur Salbung? Verse 4 und 5 lauten: <strong>\u201eDa sprach einer seiner J\u00fcnger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum ist dieses \u00d6l nicht f\u00fcr dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben?\u201c<\/strong> Es war nicht Marta, die sich beschwerte, auch nicht Lazarus, es war der J\u00fcnger Judas, der in diesem Akt die gr\u00f6\u00dfte Verschwendung aller Zeiten sah. Aus wohlfahrts\u00f6konomischer Betrachtungsweise schien sein Vorschlag sozial optimal zu sein. Dreihundert Silbergroschen entsprachen dem durchschnittlichen Jahreseinkommen eines Arbeiters, jede Menge Arme h\u00e4tten damit versorgt werden k\u00f6nnen. Wie aber kommentiert der Verfasser seine Worte? Vers 6: <strong>\u201eDas sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war.\u201c<\/strong> Judas war alles andere als ein barmherziger Samariter. Die Armen k\u00fcmmerten ihn wenig. Er wollte den Erl\u00f6s aus dem Salb\u00f6l in die eigene Tasche stecken. Und als er sah wie Maria die Flasche mit dem Salb\u00f6l zerbrach und den Inhalt auf die F\u00fc\u00dfe Jesu sch\u00fcttete, da durchfuhr ihn ein stechender Schmerz, so dass er nicht die Klappe halten konnte, sondern in der Gegenwart aller Mahlteilnehmer die Salbung Jesu durch Maria kritisierte. Es ist offensichtlich, dass Judas das Geld mehr liebte als seinen Meister. Wer Jesus nicht liebt, sondern sich selbst und die Welt, der versteht die Liebe und Hingabe der J\u00fcnger Jesu nicht.<\/p>\n<p>Warum liebte er Jesus nicht und warum konnte er Marias Anbetung nicht akzeptieren? Im Gegensatz zu Maria sah Judas in Jesus nicht den w\u00fcrdigen Sohn Gottes, dem alles Lob, alle Ehre und Anbetung geb\u00fchren. Im Gegensatz zu Maria war Jesus f\u00fcr ihn nicht die Auferstehung und das Leben. Im Gegensatz zu ihr hatte er keinen Glauben an die Auferstehung, deshalb hing sein Herz an die irdischen Sch\u00e4tze. Geld war ihm wichtiger als Jesus. Und in wenigen Tagen w\u00fcrde er seinen Meister auf die niedertr\u00e4chtigste Art und Weise verraten und verkaufen. Mit einem Kuss, dem Zeichen der Liebe, w\u00fcrde er Jesus verraten und f\u00fcr 30 Silberlinge an die Oberen verkaufen. Der Name Judas Iskariot ist somit als Inbegriff des Verrates in die Geschichte eingegangen.<\/p>\n<p>In welcher Hinsicht ist Judas eine Warnung f\u00fcr uns? Das Wesen von Judas ist nicht weltfremd, im Gegenteil. Sie spiegelt das menschliche Wesen wieder. Unser nat\u00fcrliches \u201eIch\u201c ist nicht weit vom nat\u00fcrlichen Judas angesiedelt, auch wir haben Elemente der Weltliebe und der egoistischen Eigenliebe in uns. Deshalb ist es von enormer Bedeutung, dass wir ein Leben der Dankbarkeit f\u00fchren. Wenn wir unsere Dankbarkeit verlieren, wandeln wir auf dem Weg von Judas, der J\u00fcnger und Apostel war, aber seine Dankbarkeit und Liebe verloren hatte. Lasst uns an Maria ein Vorbild nehmen, die ein gl\u00fchendes Herz voller Dankbarkeit und Liebe besa\u00df. W\u00e4hrend Judas durch eigene Hand am Strick starb, war Jesus f\u00fcr Maria die Auferstehung und das ewige Leben. M\u00f6ge der Herr unsere Herzen mit neuem Dank und frischer Liebe erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Judas hatte versucht Marias Anbetung abzuwerten und l\u00e4cherlich zu machen. Wie aber hat Jesus ihre Tat bewertet? Vers 7 lautet: \u201e<strong>Da sprach Jesus: Lass sie in Frieden! Es soll gelten f\u00fcr den Tag meines Begr\u00e4bnisses.\u201c<\/strong> Jesus stellte sich voll und ganz hinter Maria. Er nahm ihre teure Danksagung und Anbetung an. Zudem schenkte Jesus ihrer Hingabe eine wahrhaftige Bedeutung, denn ohne ihr Wissen hatte Maria zur Salbung am Tag des Begr\u00e4bnisses beigetragen. In der Parallelstelle im Matth\u00e4usevangelium f\u00fcgte Jesus hinzu: <strong>\u201eWahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Ged\u00e4chtnis, was sie getan hat.\u201c<\/strong> (Mt. 26,13) Maria hatte einen Beitrag zur Begr\u00e4bnis des Leichnams Jesu geleistet. Jesus ist der Christus, das hei\u00dft der Gesalbte. Es war Gottes Plan, seinen Christus zu salben. Diesem Plan hatte Maria gedient. Und tats\u00e4chlich tauchen Maria und ihre Salbung in drei der vier Evangelien auf. Dadurch offenbart sich Jesus als der Sohn Gottes, der w\u00fcrdig ist angebetet zu werden.<\/p>\n<p>Welchen abschlie\u00dfenden Hinweis gab Jesus allen Beteiligten mit auf dem Weg? Lesen wir Vers 8: <strong>\u201eDenn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.\u201c<\/strong> Wir wissen, unter welchen bescheidenen Verh\u00e4ltnissen Jesus sein Leben verbracht hat. Sein Kreissaal war ein Stall, sein Babybett eine Krippe und sein Sterbebett das Kreuz. Er hatte kein Haus, kein Bett und nicht immer genug zu essen. Aber diesen besonderen und sehr kostspieligen Dienst lie\u00df Jesus gew\u00e4hren. Was lernen wir dadurch? Betrachten wir Vers 8. Jesus gibt gr\u00fcnes Licht, den Armen zu helfen. Doch wichtig ist, dass wir Jesus die erste Priorit\u00e4t geben. Nichts anderes lehren die 10 Gebote und das h\u00f6chste Gebot, als zu aller erst Gott zu lieben und dann die Mitmenschen. Das ist sehr wichtig, denn Jesus ist unser Herr und unser K\u00f6nig. Wir k\u00f6nnen Gott nicht gefallen, wenn wir den Menschen den Vorrang geben. Die klare geistliche Ordnung die uns Jesus vorgibt ist entscheidend f\u00fcr unser Glaubensleben.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir Jesus mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t lieben und unsere Mitmenschen nachhaltig helfen? Uns bietet sich das Bibelstudiumswerk an. Manchmal so scheint es, als ob unsere M\u00fche und Hingabe eine nicht enden wollende Verschwendung sei, eine Vergeudung von M\u00fche, Zeit und Material, das auf den Boden gekippt wird und im Sande verl\u00e4uft. Oftmals sind es andere Menschen, die Jesus nicht lieben und unser Bibelstudiumswerk und die Stufe davor, n\u00e4mlich die Einladung, bel\u00e4cheln oder offensiv anprangern, so wie Judas. Doch wichtig ist nicht was Menschen dazu sagen, wichtig ist was Jesus dazu sagt. <strong>\u201eLass sie in Frieden\u201c<\/strong> sagt Jesus zu allen Sp\u00f6ttern und allen Kritikern. Lasst sie in Frieden anbeten. Jesus schenkt unser Hingabe und Anbetung, selbst \u00fcber unserer Vorstellung hinaus, wahrhaftigen und ewigen Sinn. Er gebraucht sie f\u00fcr die Errettung einzelner Menschen, die in seinem Himmelreich einen Platz reserviert bekommen.<\/p>\n<p>Wie reagierte die Bev\u00f6lkerung auf Jesus, der Lazarus erweckt hatte? Betrachten wir die Verse 9-11. Die Menschen kamen, um Jesus zu sehen und um Lazarus zu sehen. Denn die Auferweckung des Lazarus war eine Sensation. Doch bald w\u00fcrde die Welt eine noch viel gr\u00f6\u00dfere und herrlichere Auferstehung erleben, n\u00e4mlich die des Lammes Gottes. <strong>\u201eAber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu t\u00f6ten; denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.\u201c<\/strong> (10.11) Armer Lazarus, gerade erst war er von den Toten zur\u00fcck ins Leben gerufen worden und schon sollte er wieder sterben.<\/p>\n<p>Die Auferweckung des Lazarus ist das siebte und letzte Zeichen des Johannesevangeliums. Der Verfasser hat durch die verschiedenen Zeichen Jesus vorgestellt. Nun lag es an den Menschen darauf zu antworten. Doch wir sehen, dass verglichen mit dem restlichen Volk Maria die passendste Antwort darauf gegeben hat. Sie fing an Jesus mit allem was ihr zur Verf\u00fcgung stand anzubeten. Das ist die einzig richtige Antwort auf Jesus. M\u00f6gen auch wir ein Leben der Liebe, Dankbarkeit und Anbetung f\u00fchren. M\u00f6gen unsere Herzen f\u00fcr Jesus neu entflammen. M\u00f6ge der wohlriechende Duft unserer Anbetung nicht nur diesen Raum, sondern die ganze Stadt erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Lesen wir das Leitwort, Vers 3: <strong>\u201eDa nahm Maria ein Pfund Salb\u00f6l von unverf\u00e4lschter, kostbarer Narde und salbte die F\u00fc\u00dfe Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine F\u00fc\u00dfe; das Haus aber wurde erf\u00fcllt vom Duft des \u00d6ls.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/J29-P12-01111.doc\">Download<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Salbung in Betanien Joh. 12,1-11 \u201eDa nahm Maria ein Pfund Salb\u00f6l von unverf\u00e4lschter, kostbarer Narde und salbte die F\u00fc\u00dfe Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine F\u00fc\u00dfe; das Haus aber wurde erf\u00fcllt vom Duft des \u00d6ls.\u201c (3) Im heutigen Text geht es um Jesu Salbung in Betanien. 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