{"id":2448,"date":"2013-03-24T21:49:37","date_gmt":"2013-03-24T20:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2448"},"modified":"2022-11-18T12:23:22","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:22","slug":"predigt-daniel-91-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-daniel-91-27\/","title":{"rendered":"Predigt: Daniel 9,1 &#8211; 27"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dan-P09.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 align=\"CENTER\"><span style=\"font-size: x-large;\"><b>Daniels Gebet und Gottes Offenbarung<\/b><\/span><\/h2>\n<h3 align=\"CENTER\">\u201e<b>Neige dein Ohr, mein Gott, und h\u00f6re, tu deine Augen auf und sieh an unsere Tr\u00fcmmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine gro\u00dfe Barmherzigkeit. Ach Herr, h\u00f6re! Ach Herr, sei gn\u00e4dig! Ach Herr, merk auf! Tu es und s\u00e4ume nicht &#8211; um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.\u201c<\/b><\/h3>\n<p align=\"CENTER\">(18.19)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Heute erhalten wir ein wenig mehr Einblick in das Glaubensleben von Daniel. Wir sehen, wie er mit dem Wort Gottes umging und welches Gebet er sprach. Und: Wir sehen die Antwort Gottes auf sein Gebet. Daniels Gebet war grandios, keine Frage, doch die Antwort Gottes auf sein Gebet sprengt einfach alle Erwartungen, die Daniel jemals haben konnte. Daniels gro\u00dfartiges Gebet steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu Gottes ph\u00e4nomenaler Offenbarung. M\u00f6ge der Herr sich auch uns heute offenbaren.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Teil I Daniels Gebet (1-19)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was erfahren wir \u00fcber die Zeit und den Kontext des heutigen Textes? Betrachten wir Verse 1 und 2. Wir befinden uns im ersten Regierungsjahr des Darius. Daniel schreibt: <b>\u201ein diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den B\u00fcchern auf die Zahl der Jahre, von denen der Herr geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass n\u00e4mlich Jerusalem siebzig Jahre w\u00fcst liegen sollte.\u201c<\/b> Im Kapitel 6 haben wir bereits Einblick erhalten, in Daniels intensivem Gebetsleben. Die heutigen Verse zeigen uns, dass er sich auch dem pers\u00f6nlichen Bibelstudium widmete. Und diese Gewohnheit f\u00fchrte ihn zu einer spektakul\u00e4ren Entdeckung. Der Prophet Jeremia hatte prophezeit: <b>\u201esodass dies ganze Land w\u00fcst und zerst\u00f6rt liegen soll. Und diese V\u00f6lker sollen dem K\u00f6nig von Babel dienen siebzig Jahre. Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den K\u00f6nig von Babel und jenes Volk, spricht der Herr, um ihrer Missetat willen, dazu das Land der Chald\u00e4er und will es zur ewigen W\u00fcste machen.\u201c<\/b> (Jer. 25,11.12) Daniel achtete auf die 70 Jahre, die Gott festgelegt hatte. Er verstand also die Bedeutung des Wortes Gottes und wusste es auf sich und seine Zeit zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie gro\u00df war die Sehnsucht nach der geliebten Heimat! Dreimal am Tag betete Daniel, nach Jerusalem ausgerichtet. Alle im Exil lebenden Juden sehnten sich nach Jerusalem. Der ganze Psalm 137 thematisiert diese Sehnsucht. Er f\u00e4ngt an mit den Worten: <b>\u201eAn den Wassern zu Babel sa\u00dfen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.\u201c<\/b> (Ps 137,1) (Daraus ist der bekannte Schlager entstanden: \u201eBy the rivers of Babylon\u201c) Im Psalm 137 lesen wir weiter: <b>\u201eVergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine h\u00f6chste Freude sein.\u201c<\/b> (5.6)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Jetzt stand die R\u00fcckkehr zum Greifen nahe. Was h\u00e4tte Daniel alles tun k\u00f6nnen? 2 Extremszenarien w\u00e4ren durchaus denkbar: 1) Absolute Passivit\u00e4t: Daniel h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen: Gott hat es prophezeit und sein Wille wird so oder so geschehen. Was muss ich denn gro\u00df unternehmen? Nichts! Ich muss einfach nur abwarten, bis geschieht, was geschehen muss.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">2) Absolute Frohlockung: Daniel h\u00e4tte anfangen k\u00f6nnen zu jubeln, wie beim Fu\u00dfball. Er h\u00e4tte fr\u00f6hliche Lieder singen und heitere T\u00e4nze auff\u00fchren k\u00f6nnen. Er h\u00e4tte ein Fest feiern k\u00f6nnen, das 7 Tage und 7 N\u00e4chte gedauert h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Diese Extremszenarien und der dazwischen liegende Intervall an M\u00f6glichkeiten waren durchaus nachvollziehbar. Was tat Daniel aber zu unser aller Erstaunen? Betrachten wir Vers 3: <b>\u201eUnd ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche.\u201c<\/b> \u201eWas?\u201c k\u00f6nnte der interessierte Leser sich fragen. Ist das die angemessene Reaktion auf den bevorstehenden Umbruch? <b>\u201eBeten und flehen unter Fasten\u2026 in Sack und Asche\u201c?<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Warum betete Daniel so ernsthaft zu Gott? Betrachten wir Verse 4-6: <b>\u201eIch betete aber zu dem Herrn, meinem Gott und bekannte und sprach: Ach, Herr, du gro\u00dfer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben ges\u00fcndigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtr\u00fcnnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen. Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem Namen zu unsern K\u00f6nigen, F\u00fcrsten, V\u00e4tern und zu allem Volk des Landes redeten.\u201c<\/b> Schnell wird klar, warum Daniel so unter Schock stand, als er sich mit dem Ende des Exils besch\u00e4ftigte. Er war so best\u00fcrzt, weil er das Kernproblem sah, n\u00e4mlich die S\u00fcnde. Weil das Problem der S\u00fcnde gravierend ist, konnte er sich nicht oberfl\u00e4chlich freuen. Stattdessen brach er vor Gott zusammen, sprach ein umfangreiches Bu\u00dfgebet und legte ein umfassendes Schuldeingest\u00e4ndnis ab. Er bekannte die schlimmen S\u00fcnden, die das Volk gegen Gott begangen hatte.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir wissen, dass Daniel ein ziemlich heiliges Leben gef\u00fchrt hat. Bereits in jungem Alter lebte er ausgesondert. In allen Kapiteln des Buches Daniel strahlte er eine heilige Aura aus. Gott selbst stellte ihm durch den Propheten Hesekiel ein hervorragendes Zeugnis aus, indem es hei\u00dft: <b>\u201eund wenn dann diese drei M\u00e4nner im Lande w\u00e4ren, Noah, Daniel und Hiob, so w\u00fcrden sie durch ihre Gerechtigkeit allein ihr Leben retten, spricht Gott der Herr.\u201c<\/b> (Hes 14,14) Hat Daniel auch sich selbst gemeint, als er sagte: <b>\u201eDu, Herr, bist gerecht, wir aber m\u00fcssen uns alle heute sch\u00e4men.\u201c<\/b> (7) <b>\u201eDenn wir sind abtr\u00fcnnig geworden und gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unseres Gottes und wandelten nicht in seinem Gesetz, das er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten\u201c<\/b>? (9.10) Wer kann sagen, dass er frei von S\u00fcnde ist, wenn er vor Gott steht? Im Vers 20 steht: <b>\u201eAls ich noch so redete und betete und meine und meines Volkes Israel S\u00fcnde bekannte\u201c<\/b>. Daniel sah auch die zerst\u00f6rerische Kraft der S\u00fcnde in seinem Herzen, die nichts anderes vorhatte, als ihn wegzuzerren von seinem Gott und die Beziehung zu unterbrechen. F\u00fcr diese Wurzel allen \u00dcbels flehte Daniel um Vergebung. Wer Gott am n\u00e4chsten steht, sieht seine s\u00fcndige Natur am deutlichsten und sucht umso intensiver das Gebet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Daniel hielt sich nicht f\u00fcr etwas Besseres, sondern identifizierte sich vollst\u00e4ndig mit seinem Volk. Aus diesem Grund konnte er auch stellvertretend f\u00fcr sein Volk beten. Und dass der Ungehorsam und die S\u00fcnde des Volkes von kollektiver Natur waren zeigt sich durch die Aufz\u00e4hlung Daniels in den Versen 7 und 8: <b>\u201ewir aber m\u00fcssen uns <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>alle<\/b><\/span><b> heute sch\u00e4men, die von Juda und von Jerusalem und vom ganzen Israel, die, die nahe sind und die zerstreut sind in allen L\u00e4ndern, wohin du sie versto\u00dfen hast um ihrer Missetat willen, die sie an dir begangen haben. Ja, Herr, wir, unsere K\u00f6nige, unsere F\u00fcrsten und unsre V\u00e4ter m\u00fcssen uns sch\u00e4men, dass wir uns an dir vers\u00fcndigt haben.\u201c<\/b> (7.8) <span style=\"text-decoration: underline;\">Niemand<\/span> war frei von Schuld. <span style=\"text-decoration: underline;\">Alle<\/span> waren S\u00fcnder. Ob in Juda, Jerusalem, Israel, nahe oder \u00fcberall zerstreut, der einfache Mann, die V\u00e4ter, F\u00fcrsten und K\u00f6nige. \u00dcberall Frevel. \u00dcberall S\u00fcnde. \u00dcberall Ungehorsam.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und so langsam verstehen wir, warum Daniel es f\u00fcr dringend notwendig hielt, im Beten und Flehen, im Fasten, in Sack und Asche vor Gott niederzufallen. Daniel verstand den Zusammenhang der Geschichte. Vers 11: <b>\u201eDarum trifft uns auch der Fluch, den er geschworen hat und der geschrieben steht im Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, weil wir an ihm ges\u00fcndigt haben.\u201c<\/b> Durch das Gesetz des Mose hatte Gott eine wundersch\u00f6ne k\u00f6nigliche und priesterliche Nation aus ihnen geformt. Sie steckte voller Erwartungen und Hoffnungen, n\u00e4mlich ein Segen f\u00fcr alle V\u00f6lker zu sein. Dasselbe Gesetz warnte sie vor der S\u00fcnde. Schlie\u00dflich zerst\u00f6rte die S\u00fcnde ihre hoffnungsvolle Nation. Nicht abrupt, zwar schleichend aber kontinuierlich. Wir haben die B\u00fccher der K\u00f6nige studiert. Durch die S\u00fcnde zerbrach das K\u00f6nigreich in zwei Teile. Das K\u00f6nigreich Israel ging durch die Assyrier f\u00fcr immer unter. Das Reich Juda wurde von Babel zerschlagen und zertreten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und Daniel macht deutlich, dass Gott keine Schuld daran hat. Vers 12: <b>\u201eUnd Gott hat seine Worte gehalten, die er geredet hat gegen uns und unsere Richter, die uns richten sollten, dass er ein so gro\u00dfes Ungl\u00fcck \u00fcber uns hat kommen lassen; denn unter dem ganzen Himmel ist derartiges nicht geschehen wie in Jerusalem.\u201c<\/b> Gott hatte sein Volk mehrfach gewarnt, nicht nur einmal, nicht nur in einer Generation, sondern im gesamten AT-Kanon. Wie ist das Volk mit den vielf\u00e4ltigen Warnungen Gottes umgegangen? Vers 13: <b>\u201eWie es geschrieben steht im Gesetz des Mose, so ist all dies gro\u00dfe Ungl\u00fcck \u00fcber uns gekommen. Aber wir beteten auch nicht vor dem Herrn, unserm Gott, so dass wir uns von unsern S\u00fcnden bekehrt und auf deine Wahrheit geachtet h\u00e4tten.\u201c<\/b> Das Wort Gottes ging in Erf\u00fcllung, genauso wie Gott es vorhergesagt hatte. Doch selbst als alles genauso eingetroffen war, betete keiner. Das Volk war festgefahren in ihrer S\u00fcnde und Gottlosigkeit. Die Macht der S\u00fcnde l\u00e4hmt, weil sie hat den Stachel des Todes hat.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir verstehen immer besser, warum es Daniel so ungemein wichtig war, zu beten und die S\u00fcnde seines Volkes zu bekennen. Die 70 Jahre Exil waren um. Doch ohne Umkehr w\u00fcrde das Volk zwar zur\u00fcckkehren, in ihre Heimat und alles wieder aufbauen. Allerdings w\u00e4re es nur eine Frage der Zeit, bis sie die Beziehung zu Gott wieder verlassen und der n\u00e4chsten Katastrophe entgegen rasen w\u00fcrden. Daniel sah die Gefahr eines Teufelskreises. Deshalb sein intensives Gebet.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">An dieser Stelle k\u00f6nnen wir kurz innehalten und uns fragen, wie wir mit der S\u00fcnde umgehen. Siehst du die wahre Realit\u00e4t deiner S\u00fcnde? Nimmst du sie zum Problem? Oder gehst du nur oberfl\u00e4chlich damit um und relativierst alles? Lasst uns der Wahrheit ins Auge sehen. Lasst uns sehen, welche verheerende Macht unsere S\u00fcnde hat. Lasst uns von Daniel lernen, f\u00fcr dieses Problem zu beten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was waren seine konkreten Gebetsanliegen? Hatte er eine L\u00f6sung f\u00fcr das gro\u00dfe S\u00fcndenproblem? Betrachten wir die Verse 15ff. <b>\u201eUnd nun, Herr, unser Gott, der <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>du dein Volk<\/b><\/span><b> aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt hast mit starker Hand und hast <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>dir<\/b><\/span><b> einen Namen gemacht\u201c<\/b> (15) <b>\u201eAch Herr, um aller <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deiner Gerechtigkeit<\/b><\/span><b> willen wende ab deinen Zorn und Grimm von <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deiner Stadt Jerusalem<\/b><\/span><b> und <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deinen heiligen Berg<\/b><\/span><b>\u201c<\/b> (16) <b>\u201eUnd nun, unser Gott, h\u00f6re das Gebet deines Knechtes und sein Flehen. Lass leuchten dein Antlitz \u00fcber <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>dein zerst\u00f6rtes Heiligtum<\/b><\/span><b> um <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deinetwillen<\/b><\/span><b>, Herr!\u201c<\/b> (17) <b>\u201eNeige dein Ohr, mein Gott&#8230;tu deine Augen auf&#8230;und sie an die Stadt, die nach <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deinem Namen<\/b><\/span><b> genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deine gro\u00dfe Barmherzigkeit<\/b><\/span><b>.\u201c<\/b> (18) <b>\u201eAch Herr, h\u00f6re! Ach Herr, sei gn\u00e4dig! Ach Herr, merk auf! Tu es und s\u00e4ume nicht \u2013 um <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deinetwillen<\/b><\/span><b>, mein Gott! Denn <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deine Stadt<\/b><\/span><b> und <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>dein Volk<\/b><\/span><b> ist nach <\/b><span style=\"text-decoration: underline;\"><b>deinem Namen<\/b><\/span><b> genannt.\u201c<\/b> (19)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Eigentlich war Daniel unheimlich begabt, nicht nur geistlich, sondern auch in seinem Beruf. Er war quasi ein Verwaltungsgenie, im gewaltigen Verwaltungsapparat der K\u00f6nigreiche, Babylon, Medien und Persien. Erfolgreich muss er viele Probleme gel\u00f6st und viele Prozesse nachhaltig optimiert haben. Durch sein Gebet wird allerdings deutlich, dass er keine Ahnung hatte, wie man das gigantische S\u00fcndenproblem in den Griff bekommen kann. Das S\u00fcndenproblem konnte er nicht l\u00f6sen, obwohl er genial war! Was er tun konnte war vor der Heiligkeit Gottes niederfallen und um Erbarmen zu flehen! Die L\u00f6sung lag einzig und allein bei Gott! Deshalb auch wiederholt die Formulierungen: <b>\u201enicht unsere Gerechtigkeit, sondern deine gro\u00dfe Barmherzigkeit \u2013 um deinetwillen; deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.\u201c<\/b> Gott ist barmherzig und um seines Namens willen sollte er sein Volk und sein Heiligtum wieder herstellen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Betrachten wir, wie Gott antwortete und wie er die L\u00f6sung des S\u00fcndenproblems offenbart hat.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Teil II Gottes Antwort und Offenbarung (20-27)<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir lesen ab Vers 20: <b>\u201eAls ich noch so redete und betete und meine und meines Volkes Israel S\u00fcnde bekannte und mit meinem Gebet f\u00fcr den heiligen Berg meines Gottes vor dem Herrn, meinem Gott, lag, eben als ich noch so redete in meinem Gebet, da flog der Mann Gabriel, den ich zuvor im Gesicht gesehen hatte, um die Zeit des Abendopfers dicht an mich heran. Und er unterwies mich und redetet mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dir zum rechten Verst\u00e4ndnis zu verhelfen. Denn als du anfingst zu beten, erging ein Wort und ich komme, um dir\u2019s kundzutun; denn du bist von Gott geliebt. So merke nun auf das Wort, damit du das Gesicht verstehst.\u201c<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir haben bereits dar\u00fcber nachgesinnt, dass Daniel sehr vielf\u00e4ltig auf das Ende der Exilzeit h\u00e4tte reagieren k\u00f6nnen. Er hat sich aber f\u00fcr das tiefe Gebet entschieden. Er flehte Gott an, f\u00fcr S\u00fcndenvergebung. Und damit traf er offensichtlich genau das Herz Gottes. Das gefiel Gott so sehr, dass er sofort antwortete! Und zwar als Daniel noch im Gebet war. Gabriel hatte sich beeilt und kam angeflogen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie lautete die Antwort Gottes? Vers 24: <b>\u201eSiebzig Wochen sind verh\u00e4ngt \u00fcber dein Volk und \u00fcber deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die S\u00fcnde abgetan und die Schuld ges\u00fchnt und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erf\u00fcllt und das Allerheiligste gesalbt werden.\u201c<\/b> Die 70 Jahre Exil waren zwar um, doch es w\u00fcrde noch 70 Wochen dauern, bis Gottes Erl\u00f6sungswerk vollbracht sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wie werden die 70 Wochen aufgeteilt? Betrachten wir Vers 25: <b>\u201eSo wisse nun und gib acht: Von der Zeit an, als das Wort erging, Jerusalem werde wiederaufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein F\u00fcrst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang wird es wieder aufgebaut sein mit Pl\u00e4tzen und Gr\u00e4ben, wiewohl in kummervoller Zeit.\u201c<\/b> Diese 70 Wochen sind nicht w\u00f6rtlich, sondern symbolisch gemeint. Sogenannte \u201eJahrwochen\u201c (1 Tag dauert 1 Jahr). Die 70 Wochen sind wiederum unterteilt in 7 Wochen und anschlie\u00dfend 62 Wochen, zusammen also 69 der 70 Wochen. Ganz am Ende kommt die letzte Woche.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was geschieht in den ersten 7 Wochen? In den ersten 7 Wochen oder 49 Jahren wird Jerusalem wieder aufgebaut werden. Diese Zeit erf\u00fcllte sich wom\u00f6glich mit Nehemias Wiederherstellung der \u201eStra\u00dfen und Gr\u00e4ben\u201c.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was w\u00fcrde nach 62 Wochen oder 434 Jahren geschehen? Vers 26a: <b>\u201eUnd nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein.\u201c<\/b> Diese Verse beschreiben das Kommen Jesu Christi. Er ist Christus, der Gesalbte. Und er w\u00fcrde ausgerottet werden. Diese Prophezeiung erf\u00fcllte sich ca. 30 n. Chr., durch seine Kreuzigung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Welche Ver\u00e4nderung w\u00fcrde dieser Gesalbte bewirken? Betrachten wir Vers 24. Dort hei\u00dft es: <b>\u201edann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die S\u00fcnde abgetan und die Schuld ges\u00fchnt\u201c<\/b>. Frevel ist der Versto\u00df gegen die g\u00f6ttliche Ordnung. Durch den Gesalbten sind Frevel, S\u00fcnde und Schuld beendet, abgetan und ges\u00fchnt. Das geschieht durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz. <b>\u201eund es wird ewige Gerechtigkeit gebracht\u201c<\/b>. Erst durch das Opfer unseres Herrn ist Gerechtigkeit vor Gott m\u00f6glich; davor v\u00f6llig undenkbar. Jesu Blut bewirkt eine ewige Gerechtigkeit, so dass kein zweites Opfer notwendig ist. <b>\u201eUnd Gesicht und Weissagung erf\u00fcllt\u201c<\/b>. Das zeigt, dass Jesus alle messianischen Prophezeiungen erf\u00fcllt. <b>\u201eUnd das Allerheiligste gesalbt werden\u201c<\/b>. Das Allerheiligste befand sich im Tempel, doch wie kann der Tempel gesalbt werden? Jesus ist der wahre Temple und er ist das Allerheiligste, weil er selbst Gott ist. Er ist wahrhaftig der Gesalbte.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Daniel brachte das S\u00fcndenproblem seines Volkes zu Gott. Und Gott erh\u00f6rte sein Gebet. Bald w\u00fcrde Gott das S\u00fcndenproblem ein f\u00fcr allemal l\u00f6sen, n\u00e4mlich durch das leibhaftige Opfer unseres Herrn. Gelobt sei sein Name, der unser Frevel beendet, unsere S\u00fcnde abtut und unsere Schuld s\u00fchnt und somit ewige Gerechtigkeit bringt. Gelobt sei sein herrlicher Name, indem alle Gesichte und Weissagungen erf\u00fcllt werden, ihm, dem Allerheiligsten, dem gesalbten Gottes.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gottes Offenbarung h\u00f6rte noch lange nicht auf. Worauf bezieht sich die letzte Woche? Betrachten wir Verse 26b und 27: <b>\u201eUnd das Volk eines F\u00fcrsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerst\u00f6ren aber dann kommt das Ende durch eine Flut und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verw\u00fcstung, die l\u00e4ngst beschlossen ist. Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verw\u00fcstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich \u00fcber die Verw\u00fcstung ergie\u00dfen wird.\u201c<\/b> Die letzte Woche oder die letzten 7 Jahre stehen uns noch bevor. Es sind die letzten 7 Jahre, in denen der Antichrist sein Unwesen treiben wird. Die Offenbarung des Johannes geht genauer darauf ein, z.B. was nach 3,5 Jahren, also der H\u00e4lfte dieser Zeit, geschieht. Sein Werk ist alles andere als sch\u00f6n. Es ist gottesl\u00e4sterlich und bringt Verderben und Verw\u00fcstung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Erneut k\u00f6nnen wir nur staunen dar\u00fcber, wie Gott auf Daniels Gebet antwortete. Als Daniel f\u00fcr das S\u00fcndenproblem betete, offenbarte Gott ihm seinen universalen Masterplan, zur Erl\u00f6sung der Welt von der S\u00fcnde. Diesen Plan hat Gott bereits kurz nach dem S\u00fcndenfall begonnen und sie geht bis in die Endzeit. Wirklich nur Gott kann unser S\u00fcndenproblem l\u00f6sen. Nur durch ihn haben wir Hoffnung auf den Sieg in Ewigkeit. Beten wir, um auch die letzte und turbulente Woche im Plan Gottes zu \u00fcberstehen und siegreich hervorzugehen. Beten wir f\u00fcr den Tag des Herrn, an dem wir in das ewige Reich eintreten und f\u00fcr immer frei sein werden, von S\u00fcnde, Tod und Ungerechtigkeit. Beten wir, damit Gottes Reich komme und sein Wille geschehe.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Pers\u00f6nlich lerne ich, wie Daniel Gottes Wort zu studieren. Doch es ist mir wichtig, auch zu verstehen, was im Werk Gottes so vor sich geht. Ich will es verstehen und auf mich und meine Gegenwart \u00fcbertragen. Es w\u00e4re tragisch, wenn Daniel nicht verstanden h\u00e4tte, was Gottes Wort f\u00fcr ihn und f\u00fcr seine Zeit bedeutet h\u00e4tte. Gottes Wort deckt meine S\u00fcnde auf. Gottes Wort zeigt mir das schreckliche Gesicht meiner S\u00fcnde, die meine Beziehung zu Gott und zu anderen vergiftet. M\u00f6ge das Wort Gottes mich zur tiefen Bu\u00dfe f\u00fchren, damit Gottes Kraft und nicht die Kraft der S\u00fcnde mein Leben regiert.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Zum anderen lerne ich, mein Gebetsleben auf der Grundlage des Wortes Gottes aufzubauen. Gott reagiert sofort auf Gebet, das ihm gef\u00e4llt. Dazu muss ich aufh\u00f6ren meine privaten Interessen Gott unter die Nase reiben zu wollen. Vielmehr sollen meine Interessen den Interessen Gottes dienen. In dieser Hinsicht will wieder flehentlich f\u00fcr mein wichtigstes Gebetsanliegen in diesem Jahr beten, n\u00e4mlich dass Gott mich dazu gebraucht, Menschen zu J\u00fcngern zu machen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Au\u00dferdem lerne ich, dass ich aktiv beten soll, dass Gottes Wille geschieht und sein Reich kommt, auch wenn Gottes Wille bereits feststeht. So will ich allezeit daf\u00fcr beten, dass Gottes Wille geschieht und dass sein Reich kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Daniels Gebet und Gottes Offenbarung \u201eNeige dein Ohr, mein Gott, und h\u00f6re, tu deine Augen auf und sieh an unsere Tr\u00fcmmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine gro\u00dfe Barmherzigkeit. Ach Herr, h\u00f6re! 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