{"id":2336,"date":"2013-01-17T22:42:46","date_gmt":"2013-01-17T21:42:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2336"},"modified":"2022-11-18T12:23:30","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:30","slug":"predigt-1-mose-221-19-sonderlektion-2-zum-jahresanfang-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-mose-221-19-sonderlektion-2-zum-jahresanfang-2013\/","title":{"rendered":"Predigt: 1.Mose 22,1 &#8211; 19 (Sonderlektion 2 zum Jahresanfang 2013)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-13-Genesis22pre.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die Schwierigkeiten von Genesis 22<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201cDa erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen H\u00f6rnern im Gestr\u00fcpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohnes. Und Abraham nannte den Ort: \u201aDer HERR wird daf\u00fcr sorgen\u2019, so dass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der HERR daf\u00fcr sorgen!\u201d<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">1. Mose 22:13,14<\/p>\n<p>In Boston werden wir zu Beginn des Jahres eine Serie von Bibelstudien und Predigten starten mit dem Thema: schwierige AT Texte. Wir sa\u00dfen vor nicht zu langer Zeit zusammen und haben einfach angefangen schwierige Texte zu sammeln. Und gleich einer der ersten Texte finden wir hier in 1. Mose 22. F\u00fcr die meisten von uns ist das ein altbekannter Text. Wir haben diesen Text immer wieder auch auf Bibelfreizeiten studiert. Wenn wir diesen Text auf Freizeiten studiert haben, dann eigentlich immer am Ende und nicht selten im letzten Gottesdienst. Vorher hatten wir all die ermutigenden Geschichten aus Abrahams Leben geh\u00f6rt: der Segen den Gott auf sein Leben ausgegossen hat; die sch\u00f6nen Versprechen die Gott dem Abraham zugesagt und gehalten hat. Es ist kein Text mit dem man eine christliche Freizeit beginnt. Es ist nicht unbedingt ein Text, mit dem man sich ein frohes, neues Jahr w\u00fcnscht. Es ist ein schwieriger Text.<\/p>\n<p>Vielleicht gibt es heute einige hier, die mit den Meinungen von Atheist Richard Dawkins sympathisieren. In seinem Buch \u201eder Gotteswahn\u201c schrieb Dawkins: \u201eGott beauftragte Abraham aus seinem lange ersehntem Sohn ein Brandopfer zu machen. Abraham baute den Altar, legte Feuerholz darauf und b\u00fcndelte Isaak auf den Altar. Sein m\u00f6rderisches Messer war bereits in seiner Hand, als der Angel dramatisch intervenierte mit der Nachricht, dass es eine spontane \u00c4nderung im Plan gab: Gott hatte nur Spa\u00df gemacht und war dabei Abraham zu versuchen und seinen Glauben zu testen. Ein moderner Moralist kann nicht anders als sich zu fragen, wie ein Kind sich jemals von solch einem psychologischen Trauma erholen k\u00f6nnte. Nach den Standards moderner Moralvorstellungen ist diese abscheuliche Geschichte ein Beispiel f\u00fcr Kindesmissbrauch, Schikane in zwei asymmetrisch veranlagten Machtverh\u00e4ltnissen und der erste aufgezeichnete Gebrauch der N\u00fcrnberger Ausrede: \u201aIch war nur den Befehlen gehorsam.\u2019 Und trotzdem ist diese Legende eine der grundlegenden Mythen aller drei monotheistischen Religionen.\u201c<\/p>\n<p>Oder um einen anderen ber\u00fchmten Intellektuellen zu zitieren: der vor nicht allzu langer Zeit verstorbene Christopher Hitchens bezog sich in seinem Buch \u201eDer Herr ist kein Hirte\u201c immer wieder auf die Geschichte von 1. Mose 22. W\u00e4hrend einer Pr\u00e4sentation sagte er Folgendes: \u201eIst es nicht wahr, dass alle Weltreligionen Abraham zum Stammvater haben? Absolut, und wir vergessen nicht, das zu betonen. Und wof\u00fcr war Abraham am meisten bekannt? Er war bekannt daf\u00fcr zu sagen, dass wenn Gott will, dass ich meinen Jungen t\u00f6te, ich das nat\u00fcrlich in die Hand nehme.\u2019 Und der einzige Unterschied zwischen den monotheistischen Religionen ist, dass einige sagen, dass es Isaak war, und andere sagen, dass es Ishmael war. Es gibt j\u00e4hrliche religi\u00f6se Feste in denen bekannt wird: \u201awir w\u00fcnschten, dass wir ebenfalls zu solch einem Glauben f\u00e4hig w\u00e4ren. Und wir schlagen uns auf unsere Brust in Sympathie f\u00fcr diejenigen, bei denen das der Fall ist.\u2019 Warum blasen die Juden das Widerhorn, die Schophar? Weil die Shophar das Widder symbolisiert, dass anstelle des Sohnes geschlachtet wurde. Das Blutopfer ist die Hauptsache. Und es muss ein Kind involviert sein. Das scheint mir abscheulich zu sein.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr einige von euch mag das eine \u00dcberraschung sein, aber wisst ihr was? Ich nehme diese Kritiken sehr ernst. Ich w\u00fcrde das nicht einfach abtun wollen. Zu einem gewissen Grad stimme ich mit den Reaktionen von Dawkins und Hitchens \u00fcberein. Sie haben insofern Recht, dass 1. Mose 22 in der Tat eine schockierende Geschichte ist. Es ist ein schwieriger Text. Und wenn dieser Text uns nicht extrem herausfordert, wenn wir nicht ersch\u00fcttert sind, wenn dieser Text keine Emotionen in uns hervorruft, dann k\u00f6nnte es vielleicht sein, dass der Text nicht mehr so auf uns wirkt, wie er es tun sollte. Wenn dem so ist, dann k\u00f6nnte es sich als sehr hilfreich erweisen, wenn wir Leuten zuh\u00f6ren, die mit diesem Text ihre Probleme haben. Mein Gebet heute ist, dass wir durch 1. Mose 22 neu ergriffen werden. Ich habe deshalb einen etwas unkonventionellen Ansatz gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Wir wollen \u00fcber drei Fragen nachdenken: erstens, <em>was sind die Probleme von 1. Mose 22?<\/em> Zweitens, <em>was k\u00f6nnten m\u00f6gliche L\u00f6sungen f\u00fcr diese Probleme sein?<\/em> Drittens, <em>was bedeutet das f\u00fcr uns?<\/em><\/p>\n<p>Erstens, was sind die Probleme von Genesis 22?<\/p>\n<p>Bevor wir anfangen \u00fcber die Probleme zu reden, wollen wir ganz kurz auf den Hintergrund der Geschichte eingehen. Unser Text beginnt mit den Worten: <strong>\u201eNach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham&#8230;\u201c<\/strong> Was f\u00fcr Geschichten gehen unserem Kapitel voraus? Im vorigen Kapitel sehen wir die Geburt von Isaak. 25 Jahre hatte Abraham in einer pers\u00f6nlichen Beziehung mit Gott gelebt. Isaak war Gottes 25-j\u00e4hriges Jubil\u00e4umsgeschenk an Abraham. Abrahams Freude an Isaak wurde getr\u00fcbt als er Hagar und Ischmael wegschicken musste. Nach dieser schmerzhaften Episode erfahren wir in Kapitel 21 noch, dass Abraham mit Abimelech einen Bund schloss. Wir k\u00f6nnen nicht genau sagen, wie viele Jahre seither vergangen waren. Aber das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr \u201eJunge\u201c im heutigen Kapitel wird oftmals f\u00fcr Teenager oder f\u00fcr junge M\u00e4nner verwendet. Die meisten Ausleger sind sich einig, dass Isaak mindestens 15 Jahre alt war, oder \u00e4lter noch. Zum Zeitpunkt von 1. Mose 22 kannte und diente Abraham Gott seit 40 Jahren oder l\u00e4nger noch.<\/p>\n<p>Vers 2: \u201e<strong>Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort um Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!\u201c<\/strong> Gott verwendet hier vier verschiedene Ausdr\u00fccke, die sich alle auf Isaak beziehen. Gott sagte <strong>\u201edeinen Sohn\u201c<\/strong>, d.h. der Sohn, auf den Abraham 25 Jahre warten musste. Gott sagte <strong>\u201edeinen einzigen\u201c<\/strong>, was ganz der Realit\u00e4t entsprach, weil Abraham Ischmael enterbt hatte. Gott sagte auch <strong>\u201eden du lieb hast\u201c<\/strong>. Und lieb haben klingt fast schon zu schwach um den Ozean von Emotionen in Abrahams Herzen treffend zu beschreiben. Und damit es keine Missverst\u00e4ndnisse gab, sagte Gott auch noch <strong>\u201eIsaak\u201c<\/strong>. Dieser Sohn sollte als Brandopfer dargebracht werden. F\u00fcr den Fall, dass ihr nicht wisst, was ein Brandopfer ist: es bedeutete, dass Abraham seinen Sohn auf den Altar legen sollte, ihn mit einem Messer schlachten sollte, das Blut seines Sohnes an den Altar sprenkeln sollte, um dann alles, was von seinem Sohn noch \u00fcbrig war, mit Feuer zu verbrennen. Hier ist die erste Schwierigkeit, die viele mit diesem Text haben. Wie kann Gott so etwas Unmenschliches verlangen? Ist das nicht Mord? Angenommen Gott w\u00fcrde so etwas in unserer Zeit verlangen, angenommen er w\u00fcrde den jungen Eltern in unserer Gemeinde erscheinen, um so etwas einzufordern, wer w\u00fcrde da nicht mit Entsetzen reagieren? Und w\u00e4re der Aufschrei nicht gerechtfertigt?<\/p>\n<p>Hier ist eine weitere Frage: warum musste Gott Abraham \u00fcberhaupt versuchen? Die Schlachter \u00dcbersetzung schreibt, dass Gott Abraham pr\u00fcfen wollte. Die NIV sagt, dass Gott Abraham testen wollte. In Vers 12 lesen wir, wie der Engel spricht: <strong>\u201edenn nun wei\u00df ich, dass du Gott f\u00fcrchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!\u201c<\/strong> Das k\u00f6nnte den falschen Eindruck erwecken, dass Gott nicht wusste, wie Abraham reagieren w\u00fcrde: \u201aGott musste ein Experiment durchf\u00fchren, um herauszufinden, wie sein Pr\u00fcfling darauf reagieren w\u00fcrde; Gott wollte Abraham testen, weil er nicht wusste, was in Abrahams Herzen vor sich ging.\u2019 Diese Annahme ist aber im direkten Widerspruch zu dem, was die Bibel sagt. Die Bibel sagt uns, dass Gott allwissend ist. Nichts ist vor seinen Augen verborgen. In Psalm 139 z.B. hei\u00dft es: <strong>\u201eHerr, du erforschst mich und kennst mich! &#8230; du verstehst meine Gedanken von ferne. &#8230; du bist vertraut mit allen meinen Wegen; ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr nicht v\u00f6llig w\u00fcsstest.\u201c<\/strong> Gott kannte Abraham in- und auswendig. Er hatte es nicht n\u00f6tig, Abraham zu testen, um herauszufinden, ob Abraham Gott am meisten liebt. Und wir folgern daraus: wenn wir das Wort \u201etesten\u201c und \u201epr\u00fcfen\u201c verwenden, und wenn die Bibel davon spricht, dass Gott testet oder pr\u00fcft, dann haben wir es mit zwei grundverschiedenen Dingen zu tun. Wir testen, weil wir nicht wissen. Gott testet, obwohl er alles wei\u00df.<\/p>\n<p>Und das bringt uns aber zur\u00fcck zur Frage, warum Gott Abraham pr\u00fcfte. Die Antwort darauf lautet nicht, dass Gott sein Wissen erweitern wollte, sondern um Abraham etwas zu zeigen, und um den Lesern und H\u00f6rern neues Wissen zu vermitteln. Walter Kaiser, ein Professor f\u00fcr AT, sagte folgendes: \u201eGott kann seine Kreaturen in Umst\u00e4nde besonderer Pr\u00fcfungen bringen, nicht mit der Absicht, sich selbst Informationen zu beschaffen, sondern um den Individuen und anderen den Charakter ihres Herzens zu offenbaren. Gottes Attribute bleiben in diesem Kontext in allen Formen g\u00f6ttlichen Pr\u00fcfens, zur Probe stellen und dem Versuchen von Personen unangetastet.\u201c<\/p>\n<p>Der erste Punkt, womit viele Menschen ihre Probleme haben ist, wie Gott von Abraham so etwas Krasses verlangen kann, wie seinen Sohn als Brandopfer darzubringen. Die zweite Schwierigkeit f\u00fcr viele ist Abrahams bedingungsloser Gehorsam. Fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen stand Abraham auf. Wahrscheinlich hatte er ohnehin nicht geschlafen. Er spaltete Holz zum Brandopfer. Denken wir ganz kurz dar\u00fcber nach, wie grotesk das eigentlich ist: Abraham musste in seinem Kopf berechnen, wie viel Holz es mindestens brauchte, um seinen Sohn v\u00f6llig zu verbrennen! Und dann zog Abraham los, drei Tagereisen weit. Am dritten Tag sah Abraham die Berge von Morija. Dann folgte Abrahams und Isaaks Vater-und-Sohn Bergwanderung.<\/p>\n<p>Schauen wir uns die Verse 6-8 an. <strong>\u201eUnd Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand, und sie gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Und er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer? Und Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird f\u00fcr ein Lamm zum Brandopfer sorgen! Und sie gingen beide miteinander.\u201c<\/strong> Diese Konversation zwischen Abraham und Isaak ist das einzige Gespr\u00e4ch zwischen den beiden, welches die Bibel \u00fcberliefert. Viele Ausleger haben hier angemerkt, wie meisterhaft der Schreiber von Genesis die Geschichte erz\u00e4hlt. Ich wei\u00df nicht, ob ihr das bemerkt habt, aber die Erz\u00e4hlung verlangsamt sich. Es werden immer mehr Details sichtbar. Das Tempo wird aber noch langsamer.<\/p>\n<p>(Achtet auf all die Details in den folgenden Versen!) Verse 9 und 10: <strong>\u201eUnd als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort einen Altar und schichtete das Holz darauf; und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und fasste das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.\u201c<\/strong> Bruce Waltke, der einen fantastischen Kommentar zu Genesis geschrieben hat, sagte, dass das Geschichtserz\u00e4hlung im Zeitlupentempo ist. Der Altar war fertig, das Holz darauf gerichtet. Abraham band seinen Sohn, legte ihn auf den Altar und nahm das Messer in die Hand. (\u00dcbrigens, das Messer in Abrahams Hand war kein Schweizer Taschenmesser. Es war eher eine Machete, gro\u00df genug um Arme und Beine abzuhauen).<\/p>\n<p>Am H\u00f6hepunkt der Geschichte und sprichw\u00f6rtlich in der letzten Sekunde wird Abraham gestoppt. Vers 12: <strong>\u201eLege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun wei\u00df ich, dass du Gott f\u00fcrchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!\u201c<\/strong> Abrahams Messer ber\u00fchrte Isaak nicht. Aber es kann \u00fcberhaupt keinen Zweifel daran geben, dass Abraham zum Letzten bereit war. In seinem Herzen hatte er bereits Isaak geopfert. H\u00e4tte Gott nicht interveniert, dann w\u00e4re Isaak durch die Hand seines Vater gestorben. Und das bereitet vielen Leuten Kopfschmerzen. Es ist das zweite, gro\u00dfe Problem mit unserem Text. Man k\u00f6nnte meinen, dass Abraham ein eiskalter M\u00f6rder ist, ein Killer-Roboter, der bereit ist, sein eigenes Fleisch und Blut umzubringen, es sei denn Gott dr\u00fcckt auf den \u201eAus\u201c-Knopf.<\/p>\n<p>Wenn Menschen mit diesen Schwierigkeiten konfrontiert werden, reagieren sie meist auf zwei verschiedene Art und Weisen. Da sind zum einen sie s\u00e4kularen Humanisten und Relativisten, Leute wie die Herren Dawkins und Hitchens, die ich zu Beginn zitiert habe. Sie w\u00fcrden sagen, dass Abraham des versuchten Mordes schuldig ist. Abraham ist ein Krimineller, der eingesperrt geh\u00f6rt. Nach seiner Freilassung sollte ihm per einstweiliger Verf\u00fcgung verboten werden, sich seinem Sohn weniger als 100 Metern zu n\u00e4hern. Und dann gibt es eine andere Gruppe von Leuten, die religi\u00f6sen Moralisten. Sie w\u00fcrden die gleiche Geschichte lesen und zu folgender Schlussfolgerung kommen: \u201eAbrahams blinder Glaube, sein absoluter Gehorsam, sein radikaler Fundamentalismus verdienen unseren gr\u00f6\u00dften Respekt. Wir sollten alle seinem Beispiel folgen und so sein wie er. Was ist dein Isaak? Lasst uns alle unseren Isaak opfern!\u201c<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde hier gerne argumentieren, dass beide Ans\u00e4tze verfehlt sind. Gott hatte Gefallen an Abrahams Gehorsam. Gottes Befehl an Abraham muss f\u00fcr Abraham einen gewissen Sinn ergeben haben. Und das lag nicht daran, dass er ein religi\u00f6ser Spinner war. Das war er nicht. Als ein vern\u00fcnftig denkender, emotional ausgeglichener Mensch hatte Gottes Befehl f\u00fcr ihn eine Bedeutung, die f\u00fcr uns nicht offensichtlich ist. Wir haben Schwierigkeiten, das zu verstehen. Aber das liegt daran, dass Abrahams Kultur uns v\u00f6llig fremd ist. Ich w\u00fcrde argumentieren, dass sowohl s\u00e4kulare Humanisten als auch religi\u00f6se Moralapostel die Geschichte nicht ganz so verstanden haben, wie sie gemeint ist. Wir kommen damit zum zweiten Teil.<\/p>\n<p>Zweitens, was k\u00f6nnten m\u00f6glichen L\u00f6sungen daf\u00fcr sein?<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte gleich zu Beginn sagen, dass die L\u00f6sungen, die ich hier vorschlage nicht komplett befriedigend sind. Genesis 22 ist ein schwieriger Text, und ich glaube nicht, dass es daf\u00fcr einfache L\u00f6sungen gibt. Aber ich glaube, dass es drei Punkte gibt, die wir besser verstehen m\u00fcssen. Die drei Punkte sind zum einen, <em>die Bedeutung des Erstgeborenen<\/em>; zweitens, <em>worum es in Abrahams Text wirklich ging<\/em>; drittens, <em>die Bedeutung des stellvertretenden Opfers<\/em>.<\/p>\n<p>Erstens, <em>was ist die Bedeutung des Erstgeborenen<\/em>? Wir haben gesehen, dass Gott den Isaak als Abrahams einzigen Sohn bezeichnete. Dreimal tut Gott das, in den Versen 2, 12 und Vers 16. Wenn Isaak der einzige Sohn war, dann bedeutet das automatisch, dass er als der Erstgeborene angesehen wurde. Und das ist etwas, was f\u00fcr uns westliche Christen des 21. Jahrhunderts nicht so einfach zu verstehen ist. In unserer Gesellschaft z\u00e4hlt das Recht des Individuums mehr als das Recht des Kollektivs. Zu Abrahams Zeiten war so ziemlich das Gegenteil der Fall. Als einziger Sohn stand Isaak nicht einfach f\u00fcr sich selbst als Individuum. Isaak repr\u00e4sentierte die gesamte Familie, den ganzen Clan. Die gesamte Hoffnung der Sippe lag auf Isaak. Und deshalb gab es auch das Erstgeburtsrecht. Das Erstgeburtsrecht bedeutete, dass Isaak das ganze Erbe zustand, auch wenn er noch Geschwister gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ich will euch ein biblisches Beispiel daf\u00fcr geben, wie Gott diese antiken Gebr\u00e4uche und Strukturen in der Gesellschaft f\u00fcr sich gebrachte. In Exodus 13,12 lesen wir: <strong>\u201eso sollst du alles, was den Mutterscho\u00df als erstes durchbricht, f\u00fcr den Herrn aussondern, auch jeden ersten Wurf vom Vieh, den du bekommst; alles, was m\u00e4nnlich ist, soll dem HERRN geh\u00f6ren.\u201c<\/strong> Was Gott hier sagt ist, dass alle Erstgeburt ihm geh\u00f6rt. Das Interessante hier ist, dass dieses Wort im Kontext des Auszugs der Israeliten aus \u00c4gypten gegeben wurde. Gott richtete alle Erstgeborenen. Nur wo der Engel des Todes das Blut des Lammes an den T\u00fcrpfosten fand, ging der Engel vor\u00fcber. Und das lehrt uns etwas fundamental Wichtiges: die Erstgeborenen der Israeliten waren genauso Gottes Gericht verfallen wie die \u00c4gypter. Der einzige Unterschied war, dass Gott den Israeliten einen Weg offenbart hatte, wie sie dem Gericht entkommen konnten.<\/p>\n<p>Aber dann stellt sich die Frage: warum die Erstgeborenen? Sie waren nicht s\u00fcndiger als der Rest der Menschheit; sie waren nat\u00fcrlich auch nicht weniger s\u00fcndig. Warum mussten dann die erstgeborenen S\u00f6hne sterben? (Ich bin ebenfalls ein Erstgeborener und sympathisiere mit ihnen). Der Grund ist, weil sie die ganze Familie repr\u00e4sentierten. Sie standen f\u00fcr die ganze Familie ein, in all ihrer St\u00e4rke wie auch in all ihrer Schuld und S\u00fcnde. Und das ist etwas, was Abraham verstanden hatte. Tim Keller sagte es folgenderma\u00dfen: Wenn Gott Abraham den Befehl gegeben h\u00e4tte, Sarah zu opfern, dann h\u00e4tte Abraham gesagt: \u201eDas ist verr\u00fcckt! Ich muss halluzinieren. Sarah zu opfern, w\u00e4re Mord!\u201c Aber als Gott Isaak forderte, verstand Abraham dass Gott etwas verlangte, was ihm zustand. Abraham verstand, dass er ein gefallener S\u00fcnder war. Er wusste, dass seine Familie s\u00fcndig war. Er verstand, dass Isaak als erstgeborener Sohn gerichtet war, wegen seiner S\u00fcnde und wegen der Schuld der ganzen Familie. F\u00fcr Abraham machte es Sinn, dass Gott jedes Recht hatte, Isaak als Brandopfer zu verlangen.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>wir m\u00fcssen verstehen, was genau an Abrahams Versuchung so schrecklich f\u00fcr ihn war<\/em>.\u00a0 Worum ging es in Abrahams Test? In Vers 2 macht Gott deutlich, dass er wusste, wie sehr Abraham Isaak liebte. In Vers 12 sagt der Engel: <strong>\u201enun wei\u00df ich, dass du Gott f\u00fcrchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen!\u201c<\/strong> Die Pr\u00fcfung ging darum, ob Abraham Gott f\u00fcrchtete. Es ging darum, ob Abraham Gott an erster Stelle liebte. Es ging darum, ob Abraham den Gott, der segnet mehr sch\u00e4tzte als den Segen, den Er schenkt. Aber wer ist der Gott, den Abraham f\u00fcrchten sollte? Wer ist der Gott, den Abraham lieben sollte?<\/p>\n<p>Wir haben zu Beginn gesehen, dass Abraham Gott seit mehr als 40 Jahren kannte. Abraham kannte Gott so gut wie ein Mensch Gott diesseits kennen kann. Er kannte Gott als einen segnenden Gott; als einen Gott, der alle seine Versprechen und Verhei\u00dfungen erf\u00fcllt; als einen Gott, der Gebet erh\u00f6rt; als einen Gott, der Menschen liebhat und den Wert eines jeden Menschen sch\u00e4tzt. Und jetzt hatte er die Aufgabe, Gottes Befehl (Isaak zu opfern) mit der bisherigen Selbstoffenbarung Gottes in Einklang zu bringen. Wie kann Gott seine Verhei\u00dfung erf\u00fcllen, die Menschheit durch Isaak zu segnen, wenn Abraham diesen jetzt umbringt? Wie kann er ein Gott sein, der Menschenleben liebt und achtet, wenn er gleichzeitig Menschenopfer fordert? Oder allgemeiner formuliert: wenn es rechtm\u00e4\u00dfig von Gott ist, Isaak f\u00fcr die S\u00fcnden von Abraham einzufordern, wie kann er dann ein barmherziger und gn\u00e4diger Gott sein? Wie kann Gott heilig und liebevoll zugleich sein? Wie kann Gott gerecht sein und gleichzeitig auch der Gott sein, der S\u00fcnder rechtfertigt? Ich glaube, dass das der wahre Schrecken von Abrahams Versuchung war.<\/p>\n<p>Clare Carlisle, eine Schreiberin f\u00fcr den Guardian schrieb eine Serie an Artikeln \u00fcber den christlichen Philosophen Kierkegaard. Kierkegaard wiederum hatte enorm viel mit Genesis 22 zu k\u00e4mpfen und schrieb ein ganzes Buch dar\u00fcber. In ihrem Artikel schrieb sie Folgendes: \u201eIn diesem Text ist die Frage, wie man auf die mit Liebe und Verlust verbundenen Leiden reagieren soll, eng verbunden mit der Frage, wie man in Beziehung mit Gott leben kann. Wie viele Philosophen gezeigt haben \u2013 und unz\u00e4hlige Menschen aus erster Hand erfahren haben \u2013 ist das menschliche Leid das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr den Glauben an einen gerechten, liebenden und allm\u00e4chtigen Gott. Nach Kierkegaard betont Abrahams Versuchung gerade diese Herausforderung. Abraham ist gerade deswegen inspirierend, weil er in der Lage war, einen scheinbar unvereinbaren Widerspruch zusammen zu halten: er glaubte daran, dass der Gott, der ihm befahl das zu tun, was am Schrecklichsten und am Schmerzhaftesten war, auch der Gott war, der ihn liebte.\u201c<\/p>\n<p>Habt ihr das verstanden? Was glaubt ihr erm\u00f6glichte Abraham, den Berg hochzusteigen? War es Folgendes: \u201eIch kann es tun; ich kann Gott absolut gehorchen; ich kann Gott mehr als Isaak lieben\u201c? Auf keinen Fall. Es muss Folgendes gewesen sein: \u201eInmitten meiner allergr\u00f6\u00dften Not und unter schlimmsten Schmerzen glaube ich trotzdem daran, dass Gott gut ist. Gott liebt mich. Er wird sein Versprechen halten, auch wenn es bedeuten w\u00fcrde, Isaak von den Toten aufzuerwecken.\u201c Wisst ihr, ich glaube nicht, dass Abraham daran zweifelte, mit Isaak gemeinsam zur\u00fcck zu kehren. In Vers 5 sagte er den Knechten: <strong>\u201eBleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen.\u201c<\/strong> Und sp\u00e4ter, als Isaak Abraham nach dem Lamm fragte, sagte er: <strong>\u201eMein Sohn, Gott wird f\u00fcr ein Lamm zum Brandopfer sorgen!\u201c<\/strong> Das waren keine leeren Worte.<\/p>\n<p>Drittens, <em>wir m\u00fcssen die Bedeutung des stellvertretenden Opfers verstehen<\/em>. Was geschah, nachdem der Engel Abraham davon abgehalten hatte, Isaak zu schlachten? Verse 13 und 14: <strong>\u201eDa erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen H\u00f6rnern im Gestr\u00fcpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohnes. Und Abraham nannte den Ort: \u201aDer HERR wird daf\u00fcr sorgen\u2019, so dass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der Herr daf\u00fcr sorgen!\u201c<\/strong> Hier ist etwas, was sowohl s\u00e4kulare Humanisten als auch religi\u00f6se Moralisten gerne \u00fcberlesen. Der Berg, auf welchem Abraham Isaak fast opferte, hei\u00dft nicht \u201eAbraham gehorchte absolut \u201c. Der Berg hei\u00dft: \u201eJahwe Jireh\u201c, \u201eDer HERR wird daf\u00fcr sorgen.\u201c<\/p>\n<p>Abraham fand einen Widder, der sich im Gestr\u00fcpp verfangen hatte. Vers 13 sagt, dass Abraham den Widder an Stelle seines Sohnes opferte. Der Widder war das stellvertretende Opfer. Aber die urspr\u00fcnglichen H\u00f6rer dieser Geschichte m\u00fcssen sich an dieser Stelle den Kopf gekratzt haben. Irgendwie f\u00fchlt sich die Geschichte nicht vollst\u00e4ndig an. Es fehlt was. Wenn Abraham Isaak h\u00e4tte opfern sollen, dann ist doch der Widder kein ad\u00e4quater Ersatz. Der Widder ist viel weniger wert als Isaak. Er ist kein angemessenes, stellvertretendes Opfer. Stattdessen ist der Widder nichts anderes als ein Verweis auf das wahre stellvertretende Opfer.<\/p>\n<p>Nichts, was in unserem heutigen Text passiert, ist Zufall. Gott h\u00e4tte Abraham \u00fcberall hinschicken k\u00f6nnen, um Isaak zu opfern. Gott w\u00e4hlte die Berge von Morija, drei Tagereisen entfernt. Der Name Morija taucht noch einmal in der Bibel auf, in 2. Chronik 3,1: <strong>\u201eUnd Salomo fing an das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem, auf dem Berg Morija, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an dem Ort, den David bestimmt hatte, auf der Tenne Ornans, des Jebusiters.\u201c<\/strong> Die Stadt Jerusalem entstand an den Bergen von Morija. Unweit von der Stelle wo Abraham fast Isaak opferte, baute Salomo sp\u00e4ter den Tempel.<\/p>\n<p>Nicht weit entfernt vom Tempel, und viele hunderte Jahre sp\u00e4ter, sehen wir einen anderen Vater mit seinem Sohn. Der wahre Vater f\u00fchrte seinen Sohn, seinen einzigen, seinen eingeborenen Sohn, den er lieb hatte und an dem er Gefallen hatte auf den H\u00fcgel. Wie in 1. Mose 22 trug der Sohn das Holz, auf welchem er geschlachtet werden sollte. Aber dieses Mal gab es niemanden, der das Messer in letzter Sekunde stoppte. Als Jesus am Kreuz starb, gab es niemanden, der eingriff, um ihn zu retten. Am Kreuz rief Jesus laut: <strong>\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c<\/strong>, soviel ich wei\u00df die einzige Stelle in den Evangelien, in welcher Jesus Gott nicht als seinen Vater anrief, sondern als \u201emein Gott, mein Gott.\u201c Was geschah? Keine Antwort. Der Vater bezahlte den Preis durch sein Schweigen. Jesus, der Sohn Gottes, ist das wahre, stellvertretende Opfer. Und 1. Mose 22 ist eine der klarsten alttestamentlichen Verweise auf das Opferlamm Gottes in Jesus Christus. Ich glaube, dass das der Grund ist, warum Jesus in Johannes 8,56 sagte: <strong>\u201eAbraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das sind die m\u00f6glichen L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme von unserem Text. Wir m\u00fcssen die Bedeutung des Erstgeborenen verstehen, n\u00e4mlich dass sie nicht als Individuen dastanden, sondern die ganze Familie repr\u00e4sentierten; wir m\u00fcssen verstehen, dass es in Abrahams Pr\u00fcfung nicht nur um die Frage ging, ob er Gott liebte und f\u00fcrchtete, sondern auch welchen Gott er liebte und f\u00fcrchtete; und wir m\u00fcssen die Bedeutung des stellvertretenden Opfers verstehen, das von Gott selbst gebracht wurde.<\/p>\n<p>Drittens, was bedeutet dieser Text dann f\u00fcr uns?<\/p>\n<p>Es gibt so viele m\u00f6gliche Anwendungen. Ich m\u00f6chte mich nur auf drei beschr\u00e4nken. Erstens, <em>weil Gott ist derjenige, der den Preis bezahlt hat, finden wir unseren Friede und unsere Freude in Ihm ohne unser Zutun<\/em>. Viele, die den Text studieren, machen zur Hauptanwendung, dass wir wie Abraham bereit sein m\u00fcssen, Gott alles zu opfern. Und das ist okay. Aber hier geht es um so viel mehr. Letzten Endes hat Abraham nicht das erforderliche Opfer gebracht. Es war Gott. Gott bezahlte den Preis. Ein deutscher Evangelist sagte einmal Folgendes: \u201eWenn ich aufstehe, um das Evangelium zu predigen, dann predige ich oftmals zu Menschen, die \u00fcberhaupt keine Ahnung davon haben, wer Gott ist, weil sie G\u00f6tzen anbeten. Schreckliche G\u00f6tzen. Sie bereiten ihre Tische f\u00fcr ihre G\u00f6tter. Und ich sage ihnen dann, dass der christliche Gott es genau anders herum macht, dass er den Tisch bereitet f\u00fcr seine Kinder. Und in jeder anderen Religion suchen die Menschen Gott. Aber im christlichen Glauben ist es Gott, der den Menschen sucht.\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir vor dem vollendeten Opfer Jesu Christi stehen, dann finden wir in ihm unseren Frieden. Wir m\u00fcssen nichts mehr tun, um unsere Best\u00e4tigung zu finden. Wir sind geliebt und angenommen. Wir finden endlich Ruhe f\u00fcr unsere Seelen. Frage an die Gemeinde: wann war das letzte Mal, dass ihr zu Gottes Bankett gekommen seid? Wann war das letzte Mal, dass ihr am Tisch Gottes gegessen habt, und dass eure Seelen satt geworden sind und ihr mit unaussprechlicher Freude erf\u00fcllt wurdet? Gott ist derjenige, der bezahlt hat, damit wir in ihm die F\u00fclle finden.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>aufgrund von Jesu Opfer h\u00e4lt Gott uns alle seine Versprechen<\/em>. Abraham k\u00e4mpfte mit der Frage, wie Gott sein Versprechen erf\u00fcllen kann, die Menschheit durch Isaak zu segnen, wenn Isaak jetzt stirbt. Gott erf\u00fcllte sein Versprechen an Abraham, weil Jesus anstelle von Isaak geopfert wurde. Jesus nahm die Stelle von Isaak ein. Die Erf\u00fcllungen von Gottes Versprechen stehen deswegen im direkten Verh\u00e4ltnis zum stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz. In 2. Korinther 1,20 lesen wir: <strong>\u201eDenn auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Stephen Um, Pastor der City-Life Gemeinde in Boston, erkl\u00e4rte, wie Gott uns antwortet, wenn wir nach seinen Verhei\u00dfungen beten. Angenommen, wir kommen zu Gott und fragen ihn: \u201eHerr, wirst du antworten, wenn ich dich anrufe?\u201c Dann ist seine Antwort: \u201eJa.\u201c \u201eHerr, wirst du meine Zuflucht sein, wenn ich in Not bin?\u201c \u201eJa.\u201c \u201eHerr, wird deine G\u00fcte und Barmherzigkeit mich mein ganzes Leben lang begleiten?\u201c \u201eJa.\u201c \u201eHerr, wenn ich dich zur Freude meines Lebens mache, wirst du mir dann alles geben, was sich mein Herz w\u00fcnscht?\u201c \u201eJa.\u201c \u201eHerr, was ist mit deinem Versprechen, dass du nicht an mir handelst nach meinen S\u00fcnden und mir nicht nach meiner Missetat vergiltst; ist das wahr?\u201c \u201eAuf jeden Fall: ja!\u201c \u201eHerr, ist es wahr, dass deine Barmherzigkeit niemals enden wird?\u201c \u201eJa.\u201c \u201eHerr, wirst du dich \u00fcber mich freuen und mit Singen \u00fcber mich fr\u00f6hlich sein trotz meiner Gebrochenheit, meinen Schw\u00e4chen und meiner Unreife?\u201c \u201eJa, ja, und nochmals, ja!\u201c Alle Gottesverhei\u00dfungen sind in Christus das Ja!<\/p>\n<p>Als letztes, <em>das Lamm ist w\u00fcrdig all unserer Anbetung<\/em>. Zu Anfang habe ich Richard Dawkins zitiert. Er bezeichnete den heutigen Text als ein Beispiel f\u00fcr Kindesmissbrauch und Schikane in asymmetrisch veranlagten Machtverh\u00e4ltnissen. Damit bin ich nicht einverstanden. Ich glaube, dass Isaak alt genug war, um seinen alten Vater \u00fcberw\u00e4ltigen oder zumindest entkommen zu k\u00f6nnen. Vermutlich war er seinem Vater gehorsam wie Abraham Gott gehorsam war. Das gilt umso mehr f\u00fcr die Person auf die Isaak hindeutet. Wir sehen im Garten Gethsemane, wie der Sohn Gottes mit Tr\u00e4nen, Schwei\u00df und Blut darum k\u00e4mpfte, Gottes Willen gehorsam zu sein. Jesu Unterordnung war absolut freiwillig. Warum w\u00fcrde Jesus sich jemals so etwas antun wollen?<\/p>\n<p>Jesaja sah in einer Vision den leidenden Christus, das Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird. In seinem wunderbaren Kapitel 53 schreibt er: <strong>\u201eWenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verl\u00e4ngern; &#8230; nachdem seine Seele M\u00fchsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die F\u00fclle haben;\u201c<\/strong> Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Jesus nach seinen Leiden alle seine Nachkommen sieht, die sein Tod gerettet hat. Und es bedeutet, dass er seine Freude, seine Lust und seine F\u00fclle an ihnen hat. Jesus schaut auf uns, die Erl\u00f6sten, und er sagt: \u201eIhr seid unendlich wertvoll in meinen Augen. Ich bin absolut zufrieden mit euch. Am Kreuz habe alles vollbracht, was notwendig war, um euch zu erl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist der Christus auf den Genesis 22 hinweist. Er ist der eine Nachkomme, durch den alle V\u00f6lker gesegnet werden, wie Vers 18 verspricht. Und er ist w\u00fcrdig all unsere Anbetung zu empfangen. <strong>\u201eW\u00fcrdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und St\u00e4rke und Ehre und Ruhm und Lob!\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die Schwierigkeiten von Genesis 22 \u201cDa erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen H\u00f6rnern im Gestr\u00fcpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohnes. 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