{"id":2275,"date":"2012-11-22T10:36:16","date_gmt":"2012-11-22T09:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2275"},"modified":"2022-11-18T12:23:35","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:35","slug":"predigt-matthaus-2647-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-2647-75\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 26,47 &#8211; 75"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P11Mt26-4775.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Jesus vor dem Hohen Rat<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eJesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(26,64)<\/p>\n<p>Durch die letzte Lektion erhielten wir einmaligen Einblick in den Garten Gethsemane. Wir sahen den unaussprechlichen Gebetskampf unseres Herrn. Wir sahen die ungeheuerliche Last des Kelchs, der so bitter war, dass unser Herr dreimal auf sein Angesicht fiel und im Gebetskampf Wasser und Blut lie\u00df.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir unseren Herrn in seiner gr\u00f6\u00dften Schwachheit beobachtet haben, konnten wir bei Petrus ein gegenteiliges Auftreten beobachten. Er war es, der vollen ernstes behauptete: <strong>\u201eWenn sie auch alle \u00c4rgernis nehmen, so will ich doch niemals \u00c4rgernis nehmen an dir.\u201c<\/strong> (33) <strong>\u201eUnd wenn ich mit dir sterben m\u00fcsste, will ich dich nicht verleugnen.\u201c<\/strong> (35) Wir sahen einen schwachen Jesus, der in seiner Schwachheit betete. Und wir sahen einen starken Petrus, der nicht betete, sondern einschlief.<\/p>\n<p>Im heutigen Text bekommt er seine Rechnung. Heute begegnen wir dem tiefen Fall des sonst so stolzen Alpha-J\u00fcngers. Wir sehen, wie er die S\u00fcnde beging, die er niemals, niemals vollbringen wollte, selbst wenn er sterben m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu sehen wir, wie sich unser Herr Jesus aus dem Garten erhoben hat. Der Jesus, der sich von seinem Angesicht, im Garten erhob, war nicht derselbe Jesus, der in Schwachheit zusammengebrochen war. Wir sehen einen Jesus voller Autorit\u00e4t und geistlicher Souver\u00e4nit\u00e4t, trotz Verrat durch einen J\u00fcnger, trotz Ungerechtigkeit, durch einen korrupten Prozess und trotz wiederholter Verleumdung durch seinen Spitzenj\u00fcnger.<\/p>\n<p>Jesus war wirklich bereit, den Kelch auszutrinken und sich als Lamm Gottes f\u00fcr die S\u00fcnde der Welt verfluchen und richten zu lassen. Gelobt sei der Name unseres Herrn, dessen Herrlichkeit im heutigen Text aufleuchtet, wie die Sonne in ihrer Pracht.<\/p>\n<p><strong>I. Jesus wird verraten und festgenommen (47-56)<\/strong><\/p>\n<p>Was geschah, nach Jesu Gebetskampf in Gethsemane? Vers 47 berichtet: <strong>\u201eUnd als er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zw\u00f6lfen, und mit ihm eine gro\u00dfe Schar mit Schwertern und Stangen, von den Hohenpriestern und \u00c4ltesten des Volkes.\u201c<\/strong> Judas war zum Anf\u00fchrer der Gegner Jesu geworden. Alle 4 Evangelien erw\u00e4hnen explizit: Judas, einer der Zw\u00f6lf. Nicht irgendwer verriet Jesus, sondern sein enger Wegbegleiter.<\/p>\n<p>Wie hinterh\u00e4ltig gestaltete Judas seinen Verrat? Verse 48 und 49 beschreiben: <strong>\u201eUnd der Verr\u00e4ter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich k\u00fcssen werde, der ist\u2019s; den ergreift. Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegr\u00fc\u00dft, Rabbi! und k\u00fcsste ihn.\u201c<\/strong> Judas war eins geworden, mit den Verr\u00e4tern und M\u00f6rdern des Herrn. Er hatte sich mit ihnen verb\u00fcndet und einen Plan geschmiedet und einen geheimen Code vereinbart, mit dem er seinen Herrn verraten wollte. Und er trat an Jesus heran, schaute ihm ins Gesicht und dr\u00fcckte ihm einen Kuss auf, mit den heuchlerischen Worten: \u201eSei gegr\u00fc\u00dft, Rabbi!\u201c Ein Kuss ist in der Regel Ausdruck herzlicher Sympathie und Liebe. Mit einem Kuss verriet Judas seinen Herrn, der ihn unaufh\u00f6rlich und bis zur letzten Minute geliebt hatte.<\/p>\n<p>Der Kuss bringt 2 Dinge \u00fcber ihn zum Ausdruck, erstens, seine herzlose Hinterlist und zweitens, wie wenig er seinen Herrn kannte. Erwartete er wirklich, dass Jesus beim Anblick der Schar die Flucht ergreifen w\u00fcrde? Jeder andere h\u00e4tte es getan. Und selbst Judas schien damit gerechnet zu haben und w\u00e4hlte diesen geheimen Code, anstatt offen auf Jesus zu zeigen. Im Mk-Ev. lesen wir: \u201e<strong>Welchen ich k\u00fcssen werde, der ist\u2019s; den ergreift und f\u00fchrt ihn sicher ab<\/strong>\u201c (Mk 14,44).<\/p>\n<p>Was aber tat der Herr? Vers 50: <strong>\u201eJesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, dazu bist du gekommen? Da traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn.\u201c<\/strong> Jesus h\u00e4tte ihn, ohne zu \u00fcbertreiben, als Widersacher, Verleumder oder Teufel beschimpfen k\u00f6nnen. Er h\u00e4tte ihn mitdenselben Worten von sich weisen k\u00f6nnen, wie einst Petrus: <strong>\u201eGeh weg von mir, Satan! Du bist mir ein \u00c4rgernis\u201c<\/strong> (Mt. 16,23). Stattdessen lesen wir die Worte: <strong>\u201eMein Freund\u201c<\/strong>. Wir sehen, dass Jesus wirklich der Christus ist. Er liebt sogar seine Feinde. Er suchte das Gespr\u00e4ch mit seinem Verr\u00e4ter: <strong>\u201eMein Freund, dazu bist du gekommen?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Jesus war gefasst und ruhig. Was tat aber einer seiner J\u00fcnger? Betrachten wir den Text. Ein J\u00fcnger, wir wissen durch das Johannesevangelium, dass es Petrus war, <strong>\u201ezog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.\u201c<\/strong> Angriff ist die beste Verteidigung, muss sich Petrus gedacht haben und holte zum Erstschlag aus. Gl\u00fccklicherweise traf er nur ein Ohr.<\/p>\n<p>Warum war seine Handlung nicht angemessen? Betrachten wir, welche Gr\u00fcnde Jesus nannte und wie sich dadurch seine messianische Herrlichkeit offenbart. Zun\u00e4chst einmal erfahren wir im Vers 52 ein allgemeing\u00fcltiges Prinzip: <strong>\u201eStecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.\u201c<\/strong> Zwar war der \u00dcberraschungsangriff eine geeignete Gelegenheit, die Flucht zu ergreifen, doch Jesus befahl ihm, sein Schwert zur\u00fcckzustecken. Petrus w\u00fcrde n\u00e4mlich Opfer seines eigenen Schwerts werden. Jesus rettete ihm quasi das Leben.<\/p>\n<p>Warum war Jesus nicht angewiesen auf Petrus\u2018 Schwert? Vers 53: <strong>\u201eOder meinst du, ich k\u00f6nnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zw\u00f6lf Legionen Engel schickte?\u201c<\/strong> Eine r\u00f6mische Legion bestand aus bis zu 6.000 Soldaten. 6.000 x 12 sind 72.000 Engel und es waren keine kitschigen Engelchen in Babygestalt mit dicken B\u00e4uchlein, \u00c4rmchen und Beinchen, sondern Streitkr\u00e4fte mit unermesslicher Durchschlagskraft. Ein Engel schlug in einer Nacht die ganze Erstgeburt der \u00c4gypter. Ein Engel schlug in einer anderen Nacht das 185.000-Mann starke assyrische Heer. Jesus war wirklich nicht auf Petrus\u2018 Schwert angewiesen. Schon gar nicht bei Petrus\u2018 Zielgenauigkeit.<\/p>\n<p>Aus welchem weiteren Grund war Petrus Aktion unangebracht? Betrachten wir Vers 54: <strong>\u201eWie w\u00fcrde dann aber die Schrift erf\u00fcllt, dass es so geschehen muss?\u201c<\/strong> Jesus stand da, verraten von seinem J\u00fcnger, gefangengenommen von einer ruchlosen Meute und befand sich auf dem Weg gr\u00f6\u00dfter Ungerechtigkeit. Der unertr\u00e4gliche Gestank des bitteren Kelchs wurde immer st\u00e4rker. Doch unser Herr f\u00fcgte sich dem Ganzen, obwohl er mehr als zw\u00f6lf Legionen Engel bereit stehen sah. Ein Fingerschnips und der Vater w\u00fcrde sie senden. <strong>\u201eWie w\u00fcrde dann aber die Schrift erf\u00fcllt\u201c<\/strong>? Wie w\u00fcrde die Menschheit dem Gericht entkommen? Wer w\u00fcrde das Himmelreich sehen? Aus Jesu Sicht musste die Schrift erf\u00fcllt werden. Er war bereit, alles daf\u00fcr zu tun und jeden Preis zu zahlen.<\/p>\n<p>In diesen Versen begegnen wir einem Jesus voller Erhabenheit. Wir sehen das Lamm Gottes, das willig war, zu leiden und zu sterben, um den Willen Gottes zu tun.<\/p>\n<p>Wie kommt Jesu Souver\u00e4nit\u00e4t noch zum Ausdruck? Verse 55 und 56: <strong>\u201eZu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen R\u00e4uber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Habe ich doch t\u00e4glich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber das ist alles geschehen, damit erf\u00fcllt w\u00fcrden die Schriften der Propheten. Da verlie\u00dfen ihn alle J\u00fcnger und flohen.\u201c<\/strong> Jesus stellte seine Angreifer zur Rede. Sie waren bewaffnet und in gro\u00dfer Schar, in n\u00e4chtlicher Dunkelheit ausgezogen, um Jesus festzunehmen. Machte das irgendeinen Sinn? Hatte sich Jesus verborgen oder je zur Wehr gesetzt? War er ein Dieb oder ein R\u00e4uber? War er nicht t\u00e4glich im Tempel gewesen und hatte das Reich Gottes gepredigt? Und vielleicht fragten sich die Knechte der Hohenpriester und Schriftgelehrten selbst, was sie da eigentlich taten. Machte das irgendeinen Sinn? Doch Jesus kl\u00e4rte sie auf: <strong>\u201edamit erf\u00fcllt w\u00fcrden die Schriften der Propheten\u201c<\/strong>. Und gerade als Jesus dieses Wort sagte, erf\u00fcllte sich eine Prophezeiung der Schrift. Wir lesen: <strong>\u201eDa verlie\u00dfen ihn alle J\u00fcnger und flohen.\u201c<\/strong> Wenige Stunden zuvor hatte Jesus vorausgesagt: <strong>\u201eIn dieser Nacht werdet ihr alle \u00c4rgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben: \u00bbIch werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.\u00ab\u201c<\/strong> Wir sehen, wie gefasst unser Herr war, obwohl er verraten worden war und nun Opfer einer Intrige wurde. Gelobt sei unser Herr, der entschlossen war f\u00fcr unser Heil zu leiden. Gepriesen sei er, der selbst vor der gr\u00f6\u00dften Schmach Souver\u00e4nit\u00e4t und geistliche Autorit\u00e4t ausstrahlte.<\/p>\n<p><strong>II. Jesu Verurteilung und Verleugnung (57-75)<\/strong><\/p>\n<p>Wo f\u00fchrte man den gefangenengenommenen Jesus hin? Vers 57 berichtet, wie Jesus zum Hohepriester Kaiphas gef\u00fchrt wurde. Dort waren alle Schriftgelehrten und \u00c4ltesten versammelt, die sich im Voraus dar\u00fcber einig waren, Jesus zum Tode zu verurteilen. Das Komplott war geplant und bestens vorbereitet worden.<\/p>\n<p>Da erfahren wir im Vers 58: <strong>\u201ePetrus aber folgte ihm von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, um zu sehen, worauf es hinauswollte.\u201c<\/strong> Warum folgte Petrus seinem Herrn? Die Antwort steht im Vers: <strong>\u201eum zu sehen, worauf es hinauswollte.\u201d<\/strong> Das war alles. Der Text zeigt, dass Petrus keine Hilfe leisten wollte. Es war die Neugier, die ihn zum Palast f\u00fchrte. Was h\u00e4tte Petrus getan, wenn er einen Fernseher gehabt h\u00e4tte oder ein Radio?? Wir kommen noch zu den Folgen seiner Handlung.<\/p>\n<p>Betrachten wir den Prozess. Vers 59: <strong>\u201eDie Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn t\u00f6teten.\u201c<\/strong> Ein korrupter Faktor des ganzen Verfahrens springt uns sofort ins Auge, n\u00e4mlich das bereits feststehende Ergebnis. Sie suchten Jesus zu t\u00f6ten. Das war ihr Ziel. Das Ergebnis stand fest, noch bevor die Befragung der Zeugen begonnen hatte. Zur Korruptheit des Verfahrens lesen wir im Bibelkommentar: \u201eEin solches Verh\u00f6r war aus mehreren Gr\u00fcnden illegal: Ein Verh\u00f6r wegen eines Verbrechens durfte nicht nachts abgehalten werden; und ein Verh\u00f6r, das zur Todesstrafe f\u00fchrte, durfte nur in der \u00d6ffentlichkeit auf dem Tempelgel\u00e4nde stattfinden.\u201c<\/p>\n<p>Was fehlte noch zu einem korrupten Verfahren? Richtig, die falschen Zeugen. Betrachten wir Vers 60: <strong>\u201eUnd obwohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch nichts.\u201c<\/strong> Selbst Jesu \u00e4rgsten Feinde konnten ihm kein einziges Vergehen nachweisen. Nichts. Nicht ein einziger Anklagepunkt. Sie musste falsche Aussagen erfinden, um ihr Ziel zu erreichen. Funktionierten die Falschaussagen der falschen Zeugen? Nein, sie fanden nichts! Auf peinlichste Weise m\u00fcssen sie sich selbst widersprochen haben.<\/p>\n<p>Weiter erfahren wir, wie zuletzt zwei auftraten und eine Art Verzweiflungsanklage erhoben: <strong>\u201eEr hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen aufbauen.\u201c<\/strong> Doch auch damit hatten sie keinen Erfolg. Interessanterweise w\u00fcrden sie selbst den Tempel Gottes in K\u00fcrze abbrechen, n\u00e4mlich Jesu Leib und die Kraft Gottes w\u00fcrde ihn nach nur drei Tagen wieder aufbauen. Doch sie hatten keine Ahnung was sie da sagten.<\/p>\n<p>Und irgendwann ergriff der Hohepriester pers\u00f6nlich das Wort: <strong>\u201eUnd der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Aber Jesus schwieg still.\u201c<\/strong> Manchmal ist Schweigen Silber und Reden Gold. Aber Jesus sagte nichts. Obwohl er sich glaubhaft h\u00e4tte verteidigen k\u00f6nnen, lie\u00df er alle Ungerechtigkeit \u00fcber sich ergehen, um die Erf\u00fcllung der Schrift nicht zu behindern. Doch das Schweigen Jesu brachte den Hohepriester erst recht in Rage. \u201e<strong>Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschw\u00f6re dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.\u201c<\/strong> In diesem Fall w\u00e4re Schweigen Gold gewesen. Doch Jesus schwieg nicht. Souver\u00e4n sagte er: <strong>\u201eDu sagst es.\u201c<\/strong> Jeder Strafverteidiger h\u00e4tte sich die Haare gerauft. Denn mit diesen 3 Worten besiegelte Jesus sein eigenes Todesurteil. Wir sehen die Entschlossenheit unseres Herrn, sich selbst f\u00fcr unsere Erl\u00f6sung hinzugeben. \u201e<strong>Du sagst es<\/strong>\u201c, bedeutet: Ja, beim lebendigen Gott, ich bin der Christus, der Sohn Gottes! Jesus ist der Christus, der Gesalbte, kein Zweifel. Gott selbst hatte ihn zum Christus gesalbt. Als Kind wurde ihm unter anderem auch Myrrhe zum einbalsamieren geschenkt. Die Evangelien berichten, wie ihn Frauen mit kostbarem \u00d6l salbten und in K\u00fcrze w\u00fcrde sein Leichnam gesalbt werden. Zus\u00e4tzlich bezeugten viele Zeichen und Wunder Jesus unmissverst\u00e4ndlich als den Christus. Zudem sprach er Worte vom Reich Gottes, die nicht aus dieser Welt stammten und bis dahin unerh\u00f6rt waren. Au\u00dferdem war Jesus voller Barmherzigkeit und Hirtenherz und liebte selbst seine Feinde. Zudem war Jesus als einziger s\u00fcndenfrei. Er hatte die 40-t\u00e4gige Versuchung des Satans makellos \u00fcberstanden. Im Garten Gethsemane hatte er sich aus seinem eigenen Wasser und Blut erhoben und war entschlossen, den bitteren Kelch auszutrinken. Niemand ist wie Jesus. Er ist der einzigartige Christus und Sohn Gottes. Und zu all den erw\u00e4hnten Punkten, die ihn eindeutig als Christus bezeugen, kommt seine himmlische Autorit\u00e4t, mit der er die volle Wahrheit ausspricht: <strong>\u201eDoch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.\u201c<\/strong> Jesus sah seinen Tod, doch nicht nur das. Er sah auch seine Auferstehung, seine Himmelfahrt und seine Wiederkunft. Jesus sah die ganze restliche Spanne der Menschheitsgeschichte und fasste sie in einem einzigen Satz zusammen. Wer kann es ihm gleichtun? Der Hohepriester schien voller Autorit\u00e4t zu sein. Er schien die Macht in seinen H\u00e4nden zu halten. Doch konnte er Jesus gleichtun? Jesus sitzt zur Rechten der Kraft Gottes. Und Jesus wird kommen auf den Wolken des Himmels voller Macht und Herrlichkeit und wird die Welt richten. Gelobt sei unser Herr, der sich hier offenbart. Gelobt sei der Name des Herrn, bis in Ewigkeit.<\/p>\n<p>Wie reagierte der Hohepriester auf diese gewaltige Offenbarung des Christus? Der Text berichtet: <strong>\u201eDa zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gel\u00e4stert! Was bed\u00fcrfen wir weiter Zeugen? <\/strong><strong>Siehe, jetzt habt ihr die Gottesl\u00e4sterung geh\u00f6rt. Was ist euer Urteil? <\/strong><strong>Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.\u201d<\/strong> Die Israeliten zerrissen sehr oft ihre Kleider. Doch dem Hohepriester war es nicht gestattet seine Kleider zu zerrei\u00dfen. Es gab nur eine einzige Ausnahme, n\u00e4mlich bei Gottesl\u00e4sterung. Damit dr\u00fcckte er seine gro\u00dfe Betroffenheit aus und den tiefen Schmerz dar\u00fcber, dass Gottes Name gel\u00e4stert wurde. Doch wir k\u00f6nnen zu Recht Zweifel an seiner Authentizit\u00e4t haben. War er wirklich todtraurig? Hinter der scheinheiligen Maskerade rieb er sich wohl die H\u00e4nde. Er selbst hatte bewirkt, wozu die falschen Zeugen nicht imstande waren. Er hatte sein Ziel erreicht. Innerlich muss er gejubelt haben, w\u00e4hrend seine Gefolgschaft Jesus einstimmig zum Tode verurteilte. Und in den Versen 67 und 68 sehen wir, wie die vermeintlichen Gegner der Gottesl\u00e4sterung ihre b\u00f6sartige und abscheuliche Seite zeigten. Sie spukten den Herrn der Herrlichkeit ins Gesicht und schlugen ihn mit ihren F\u00e4usten und verh\u00f6hnten ihn. Da stellt sich die Frage: Wer l\u00e4stert Gott?<\/p>\n<p>Was musste Jesus schlie\u00dflich noch \u00fcber sich ergehen lassen? Betrachten wir den letzten Abschnitt. Petrus hatte sich unter die M\u00e4gde und Knechte der Feinde Jesu gemischt. Er hat sich wohl als einen von ihnen ausgegeben und sich so verhalten, wie sie, um wie ein Cham\u00e4leon, nicht aufzufallen. Und so kam es, wie es kommen musste. In schlechter Gesellschaft vollbrachte er die S\u00fcnde, die er niemals tun wollte. Obwohl er versichert hatte, lieber sterben zu wollen, als Jesus zu verleugnen, verleugnete er seinen Herrn gleich dreimal und jedes Mal k\u00f6nnen wir eine negative Steigerung feststellen. Beim ersten Mal sagte er: \u201eIch wei\u00df nicht, was du sagst.\u201c Beim zweiten Mal: \u201eIch kenne den Menschen nicht.\u201c Und beim dritten Mal verfluchte er sich selbst und fing an zu schw\u00f6ren: \u201eIch kenne den Menschen nicht.\u201c Schlie\u00dflich lesen wir die Worte: <strong>\u201eUnd alsbald kr\u00e4hte der Hahn. Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.\u201c<\/strong> Wir sehen den tiefen Fall des Primus unter den J\u00fcngern.<\/p>\n<p>Was muss Petrus in diesem Moment erkannt haben? Er muss erkannt haben, dass Jesus wirklich alles wusste. Und obwohl Jesus alles wusste, hatte er ihn trotzdem geliebt und als J\u00fcnger behalten und ermutigt. Also liebte Jesus ihn nicht, weil Petrus der Beste war, sondern obwohl Petrus ein gefallener S\u00fcnder war. Petrus fing an die tiefe Liebe und Barmherzigkeit Jesu Christi zu begreifen. Wie hei\u00df m\u00fcssen die Tr\u00e4nen gewesen sein, die ihm in der kalten Nacht die Wangen herunter str\u00f6mten?<\/p>\n<p>Erneut sehen wir, dass Jesus wirklich kein gew\u00f6hnlicher Mensch gewesen ist. Er musste gleich 3 gro\u00dfkalibrige Schocks erdulden. 1) Den Verrat durch seinen J\u00fcnger 2) Die Ungerechtigkeit des Mordprozesses und 3) Die dreifache Verleumdung durch den leitenden J\u00fcnger. Eines dieser Punkte gen\u00fcgt und unser Herz ist f\u00fcr immer verbittert. Doch Jesus ertrug alles. Er ist wirklich das Agnus Dei, das Lamm Gottes, das sich bereitwillig hingab, wie es hei\u00dft: <strong>\u201eAls er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird\u201c<\/strong> (Jes 53,7). Jesus selbst sprach: <strong>\u201eDarum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, da\u00df ich&#8217;s wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es.\u201c<\/strong> (Joh 10,17.18) Im Anbetracht der Person Jesu Christi k\u00f6nnen wir nicht anders, als mit der Verbl\u00fcffung Jesajas zu fragen: <strong>\u201eWer aber kann sein Geschick ermessen?\u201c<\/strong> (53,8)<\/p>\n<p>So lasst uns Jesus danken, der entschlossen war, sich selbst hinzugeben. Obwohl wir Jesu J\u00fcnger sind, verraten auch wir hin und wieder unseren Herrn, auch wir klagen ihn unrechtm\u00e4\u00dfig an und auch wir verleugnen seinen Namen und tun so als w\u00fcrden wir ihn nicht kennen. Jesus kennt unsere Schw\u00e4chen und S\u00fcnden. Nehmen wir sein Opfer an und kehren wir zu ihm zur\u00fcck. Ihm geb\u00fchrt ewiger Dank und Lob.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus vor dem Hohen Rat \u201eJesus sprach zu ihm: Du sagst es. 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