{"id":2260,"date":"2012-10-31T00:11:48","date_gmt":"2012-10-30T23:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2260"},"modified":"2022-11-18T12:23:36","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:36","slug":"predigt-matthaus-2631-46","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-2631-46\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 26,31 &#8211; 46"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/P11Mt26-3146.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Nicht wie ich will, sondern wie du willst!<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist\u2019s m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch an mir vor\u00fcber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(26,39)<\/p>\n<p>Wir betrachten heute den Gebetskampf des Herrn im Garten Gethsemane und erhalten dabei tiefen Einblick in die Gef\u00fchlswelt unseres Herrn Jesus, der sich am Vortag seiner Kreuzigung befand. Eine Frage muss uns unbedingt in den Sinn kommen: Warum ist der heutige Text so wichtig? Wahrscheinlich sind wir nur dann in der Lage Jesu Passaopfer, also das Evangelium, hinreichend zu verstehen, wenn wir uns vor Augen gef\u00fchrt haben, was dieser Schritt f\u00fcr Jesus bedeutete und welchen Gebetskampf er f\u00fchren musste, um sich darauf vorzubereiten. Das macht den heutigen Text so wichtig, f\u00fcr dich und f\u00fcr mich (weil wir dadurch das Evangelium besser verstehen).<\/p>\n<p>Spurgeon schrieb in seiner Predigt zu Jesu Gebetskampf im Garten Getsemane:<br \/>\nIn einem Garten brachte uns Adams Selbstsucht das Verderben und in einem anderen Garten stellt uns das Todesringen des zweiten Adams wieder her. \u201eSo sind wir bis an die Pforte des Gartens von Gethsemane gekommen, lasst uns nun eintreten; aber zuerst lasst uns die Schuhe von unsern F\u00fc\u00dfen ausziehen, wie Mose tat, als er den Busch sah, der mit Feuer brannte und doch nicht verzehrt ward.\u201c <em>Und dann f\u00fcgt er folgendes an<\/em>: \u201eIch zittre vor der Aufgabe, die vor mir liegt, denn wie soll mein schwaches Wort diese Todesk\u00e4mpfe beschreiben?\u201c <em>Und f\u00e4hrt fort mit den Worten<\/em>: \u201eIch hoffe, ich habe nicht in vermessener Weise in die Bundeslade hineingeblickt oder in das verh\u00fcllte Allerheiligste geschaut.\u201c <em>Und gegen Ende seiner Predigt schreibt er<\/em>: \u201eIch..muss den Vorhang wiederum fallen lassen mit den Worten..: Nur Gott und Gott alleine wei\u00df, wie tief der Schmerz war und wie hei\u00df!\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Mose sehen auch wir, wie unser Herr Jesus brannte und doch nicht verzehrt ward. Ziehen auch wir, in geistlicher Hinsicht, unsere Schuhe aus, denn wir betreten den heiligen Boden von Gethsemane.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tJesus bereitet seine J\u00fcnger vor (31-35)<\/strong><\/p>\n<p>Wir befinden uns am Vorband der Kreuzigung des Herrn. Nach der j\u00fcdischen Sitte war der Tag der Kreuzigung bereits am Vorabend eingetroffen. Jesus hatte soeben das letzte, herzbewegende Abendmahl mit seinen J\u00fcngern gehalten und mit ihnen den neuen Bund geschlossen. Ihre Herzen gl\u00fchten wom\u00f6glich noch vom Echo ihres Lobgesangs.<\/p>\n<p>Womit konfrontierte Jesus die bewegte Stimmung? Vers 31: <strong>\u201eDa sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle \u00c4rgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.\u201c<\/strong> 500 Jahre zuvor hatte Gott dem Propheten Sacharja dieses Ereignis vorausgesagt. 500 Jahre! Gott hat es gewusst, jeder konnte es nachlesen, Jesus lehrte ihnen die Bibel.<\/p>\n<p>Wie reagierten die J\u00fcnger? Verse 33-35: <strong>\u201ePetrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle \u00c4rgernis nehmen, so will ich doch niemals \u00c4rgernis nehmen an dir.\u201c<\/strong> Das einzige was wir Petrus positiv zurechnen k\u00f6nnen, war seine gutgemeinten Worte, die aus seinen gutgemeinten Gef\u00fchlen stammten. Aber das ist auch schon alles, denn zum einen widersprach er der g\u00f6ttlichen Offenbarung im AT und er widersprach der NT-Offenbarung Jesu. (Er widersprach quasi Gott und Jesus, in der ganzen Bibel).<\/p>\n<p>Und Jesus, der die Wahrheit kennt und lehrt, korrigierte ihn sogleich: <strong>\u201eJesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnen.\u201c<\/strong> Petrus empfing Gottes AT-Prophezeiung, Jesu NT-Prophezeiung und Jesu personenspezifische Prophezeiung. Betrachten wir Vers 35: <strong>\u201ePetrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben m\u00fcsste, will ich dich nicht verleugnen. Das Gleiche sagten auch alle J\u00fcnger.\u201c<\/strong> Wisst ihr, es ist immer \u00e4u\u00dferst problematisch, wenn wir 1) ganz direkt und offen der Bibel oder Gott widersprechen  und 2) ein weit aus besseres Bild von uns selbst haben, als die Bibel uns vermittelt.<\/p>\n<p>Petrus und alle J\u00fcnger h\u00e4tten beim H\u00f6ren der Worte Jesu mit zerbrochenem Herzen auf die Knie fallen und in Sack und Asche Bu\u00dfe tun sollen. Sie h\u00e4tten an ihre Herzen klopfen und Gott um Beistand bitten sollen.<\/p>\n<p>Wie kann man Menschen helfen, die jede Offenbarung ablehnen und dabei einen hervorragenden Eindruck von sich selbst haben? Durch Lukas 22 erfahren wir, Jesu Gebet, haupts\u00e4chlich f\u00fcr Simon aber auch f\u00fcr die anderen J\u00fcnger.<\/p>\n<p>Wir sehen, wie Jesus im Wort und im Gebet bem\u00fcht war, seine J\u00fcnger auf die finstere Stunde vorzubereiten, die bevorstand. Auch wir haben Jesu Wort und Jesu Gebet. M\u00f6gen seine vielseitigen Bem\u00fchungen uns empf\u00e4nglich machen, f\u00fcr die Wahrheit.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tJesu Gebetskampf (36-46)<\/strong><\/p>\n<p>Was tat unser Herr, nachdem er sich um seine J\u00fcnger gek\u00fcmmert hatte? Betrachten wir Vers 36: \u201eDa kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hie\u00df Gethsemane und sprach zu den J\u00fcngern: Setzt euch hier, solange ich dorthin gehe und bete.\u201c Angenommen Jesus h\u00e4tte vor der Aufgabe Gottes fliehen wollen, dann h\u00e4tte er niemals den Garten Gethsemane aufgesucht. Das w\u00fcrde jeglicher Logik widersprechen. Der Garten war sein gewohnter Aufenthaltsort in Jerusalem. Aus diesem Grund hatte Judas die Soldaten des Hohepriesters dorthin beordert. Und Jesus wusste ganz genau, dass sie ihn dort festnehmen w\u00fcrden. Trotzdem ging Jesus in den Garten. Er war entschlossen, seinem Leiden nicht auszuweichen, sondern entgegen zu gehen.<\/p>\n<p>Was geschah im Garten? Betrachten wir die einzelnen Ereignisse: <strong>\u201eUnd er nahm mit sich Petrus und die zwei S\u00f6hne des Zebed\u00e4us und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betr\u00fcbt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!\u201c<\/strong> (37.38) Unser Herr Jesus war ersch\u00fcttert. Seine Seele war betr\u00fcbt bis an den Tod. Er trauerte und zagte.<\/p>\n<p>Spurgeon schreibt \u00fcber die Verzagtheit Jesu: \u201eDas Wort im Original ist sehr schwer zu \u00fcbersetzen. Es kann die Abgezogeheit des Geistes bedeuten, seine vollst\u00e4ndige Versunkenheit in den Schmerz, so dass jeder Gedanke ausgeschlossen war, der das Elend h\u00e4tte mildern k\u00f6nnen. Ein brennender Gedanke verzehrte seine ganze Seele und verbrannte alles, was Trost h\u00e4tte geben k\u00f6nnen\u201c Dann zitiert er Psalm 22: \u201e<strong>Mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs<\/strong> (Ps 22,15).\u201c Goodwin schreibt zum Wort \u201eZagen\u201c: \u201eDas Wort bezeichnet eine Mattigkeit, Kraftlosigkeit und ein Sinken des Geistes, wie es in Krankheiten und Ohnmachten stattfindet.\u201c <em>Spurgeon f\u00fcgt hinzu<\/em>: \u201eDie Krankheit des Epaphroditus, durch die er dem Tode nahe gebracht wurde, ist mit demselben Wort benannt. Er (Jesus) war in einer furchtbaren Seelen-Ohnmacht und erlitt einen innerlichen Tod, in dessen Begleitung nicht w\u00e4ssrige Tr\u00e4nen des Auges sich fanden, sondern blutiges Weinen des ganzen Menschen\u201c.<\/p>\n<p>Wir sehen, dass Jesus ein Mensch war. Als Mensch war er allen Schw\u00e4chen und Bed\u00fcrfnissen eines Menschen ausgesetzt. In seiner dunkelsten Stunde sehnte er sich nach der Gemeinschaft seiner engsten Angeh\u00f6rigen. Sie sollten mit ihm wachen. Ihnen vertraute er den inneren Sturm seines Herzens an. Sie bat er um Unterst\u00fctzung. Sie sollten mit ihm eine geistliche Gemeinschaft bilden, die Gottes Verhei\u00dfung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Was tat Jesus im Anschluss? Vers 39a: <strong>\u201eUnd er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete\u201c<\/strong>. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen bzw. Christen wusste Jesus ganz genau, dass menschliche Gemeinschaft niemals gen\u00fcgt, um mit den Konflikten des Lebens zurechtzukommen, schon gar nicht im Angesicht der aller gr\u00f6\u00dften Not, wenn die Seele gemartert ist. Er ging ein wenig weiter, nicht zu weit, um die Gemeinschaft seiner J\u00fcnger zu verlassen aber weit genug, um eine pers\u00f6nliche Gemeinschaft mit Gott zu haben und fiel nieder auf sein Angesicht und betete: <strong>\u201eMein Vater, ist&#8217;s m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch an mir vor\u00fcber\u201c. <\/strong>Die <strong>Frage<\/strong>, die sich uns stellt ist: Warum um alles in der Welt war es f\u00fcr Jesus so unertr\u00e4glich, den Kelch zu trinken? War es der Tod? War es die unertr\u00e4gliche Folter des Kreuzes?<\/p>\n<p>Spurgeon schlussfolgert in seiner Predigt: \u201eWir sehen klar, dass sein tiefer Schmerz und sein Elend nicht durch k\u00f6rperliche Pein verursacht waren. Es muss etwas gewesen sein, sch\u00e4rfer als K\u00f6rperschmerz, schneidender als Hohn, furchtbarer als Verlust, mit dem der Heiland jetzt rang und was ihn trauern und zagen machte&#8230;Glaubt ihr, es sei die Furcht vor der nahen &#8230;Kreuzigung gewesen? Sie macht nicht einmal solche arme Memmen, wie wir sind, gro\u00dfe Tropfen Blut schwitzen, wie h\u00e4tte sie denn solches Grauen in ihm bewirkt? Leset die Geschichten der M\u00e4rtyrer und ihr werden sie oft frohlockend finden in der Erwartung der grausamsten Leiden.\u201c<\/p>\n<p>Wie kommen wir der Antwort n\u00e4her? Dazu m\u00fcssen wir uns fragen, was der \u201eKelch\u201c eigentlich bedeutet, den Jesus nur schwerlich austrinken konnte.<\/p>\n<p>Im Bibelkommentar lesen, dass ein Kelch im AT h\u00e4ufig das Symbol f\u00fcr Gottes Zorn \u00fcber die S\u00fcnde darstellt. \u201eAm folgenden Tag sollte Christus die S\u00fcnden vieler tragen \u2013 und der Zorn Gottes in seiner ganzen F\u00fclle sollte auf ihn niedergehen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir uns den Leidensschrei Jesu im Kapitel 27 vor Augen f\u00fchren, den Jesus aus tiefstem Herzen seines blutenden K\u00f6rpers und seiner zerbrochenen Seele herausschrie, weil er es einfach nicht ertragen konnte, von Gott verlassen zu werden, k\u00f6nnen wir andeutungsweise nachvollziehen, was der Kelch f\u00fcr Jesus bedeutete und wie bitter er in Wirklichkeit war. Denn Jesus ist zwar Mensch, doch einzigartig unter den Menschen. Er ist makellos und vollkommen rein, deshalb auch als einziger qualifiziert, sein Leben als Passalamm hinzugeben. Was bedeutet es f\u00fcr den einzig s\u00fcndenfreien Menschen, der nicht nur Mensch ist, sondern Gottes Sohn, erstmals mit S\u00fcnde in Ber\u00fchrung zu kommen? Diese Frage kann keiner von uns beantworten, denn wir alle sind in S\u00fcnde geboren und aufgewachsen.<\/p>\n<p>Uns S\u00fcndern ist der Umgang mit der S\u00fcnde nichts Neues. Damit soll keineswegs der Tatbestand der S\u00fcnde in irgendeiner Weise relativiert werden. Wie sehr bereiten uns selbst \u201ekleine S\u00fcnden\u201c Schmerzen zu! Ich sage ein falsches Wort und verletze einen Bruder oder Schwester und kann mich nicht dazu aufrappeln, mich sofort zu entschuldigen. Die Folge ist, dass ich mich ab sofort miserabel f\u00fchle, meine Gedanken kreisen einzig darum, meine Seele ist betr\u00fcbt und mein Gesichtsausdruck verfinstert. Oder ich begehe eine S\u00fcnde vor Gott und habe keine Kraft, sofort Bu\u00dfe zu tun. Was geschieht? Eine Woche lang plagt mich schlechtes Gewissen, geistlich gesehen ringe ich um meine Identit\u00e4t und Existenz, ich f\u00fchle mich verachtet und versto\u00dfen, weil ich zwar um Vergebung bitten kann aber genau wei\u00df, dass mir die Kraft fehlt, echte Bu\u00dfe zu tun und umzukehren. Doch trotz all der Unannehmlichkeiten im Umgang mit unserer S\u00fcnden haben wir es gut, denn wir wissen, dass alle unsere S\u00fcnden bereits geb\u00fc\u00dft sind.<\/p>\n<p>Im Umkehrschluss bedeutete es f\u00fcr Jesus, die volle Wucht der S\u00fcnde der Welt auf sich zunehmen. Eine \u201ekleine S\u00fcnde\u201c von mir gen\u00fcgt und ich bin eine Woche lang wie ein KO-geschlagener. Wer kann sagen, was es f\u00fcr den schuldlosen Jesus bedeutete, zum ersten Mal schlagartig mit der ganzen S\u00fcnde der Welt in Ber\u00fchrung zu kommen? Was sah Jesus, als er die S\u00fcnde der Welt auf sich zukommen sah? Er sah das Aufblitzen des g\u00f6ttlichen Zorns. Er sah das Gericht Gottes aufflammen. Er sah, wie er als inkarnierter Gott und personifizierte Reinheit zum personifizierten Fluch wurde. <strong>\u201eEr hat den, der von keiner S\u00fcnde wusste, f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht\u201c<\/strong> (2.Kor. 5,21) Er, der in Ewigkeit im Scho\u00dfe des Vaters sa\u00df und eins war mit ihm, verbunden mit der Quelle der Herrlichkeit und des Lebens, der vollkommenen Frieden im Herzen besa\u00df, sah die Trennung all dessen auf sich einschlagen. Wer kann nachvollziehen, was Jesus durchlitt, als er im Garten auf sein Angesicht lag? \u201eDie ganze H\u00f6lle war hineingetr\u00e4ufelt in den Kelch, aus dem unser Gott und Heiland Jesus Christus trinken musste\u201c, schreibt Spurgeon. Allein seine Worte und sein Schwei\u00df und Blut, als Zeichen seiner Agonie, geben uns Zeugnis.<\/p>\n<p>Doch schau, welche Worte unser Herr am Ende seines Gebets an Gott richtete: \u201edoch nicht wie ich will, sondern wie du willst!\u201c (39b) Am Ende des aufrichtigen und ehrlichen Gebets Jesu steht der Wille Gottes. Wir wissen, dass Jesus am Ende seines ersten Gebets noch keinen Frieden gefunden hatte. Doch genau so entschieden, wie er trotz innerer Not nach Gethsemane gekommen war, so entschieden betete er f\u00fcr den Willen Gottes. Jesu Herz war ersch\u00fcttert, doch seine geistliche Ausrichtung unver\u00e4ndert. Er war zwar Mensch im zerbrechlichen K\u00f6rper aber nach wie vor das s\u00fcndenfreie Lamm Gottes.<\/p>\n<p>Was tat Jesus nach seinem ersten Gebetskampf? Verse 40 und 41: <strong>\u201eUnd er kam zu seinen J\u00fcngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: K\u00f6nnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.\u201c<\/strong> Ihr Herr und Meister rang im Gebet ums Leben. Er hatte sie darum gebeten, zu wachen und mit ihm zu beten. Und obwohl sie gro\u00dfm\u00e4ulig angek\u00fcndigt hatten, ihr Leben f\u00fcr Jesus zu lassen, vermochten sie nicht auch nur eine Stunde zu wachen. Gerade im Anblick ihrer eigenen Anfechtung, h\u00e4tten sie zumindest f\u00fcr sich selbst beten m\u00fcssen. Denn es war, wie Jesus es sagte: <strong>\u201eDer Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.\u201c<\/strong> Die J\u00fcnger w\u00fcrden sehr bald das volle Ausma\u00df der Schw\u00e4che ihres Fleisches kennen lernen.<\/p>\n<p>Was tat Jesus, der nicht wirklich mit der Unterst\u00fctzung seiner J\u00fcnger rechnen konnte? Vers 42: <strong>\u201eZum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist&#8217;s nicht m\u00f6glich, dass dieser Kelch an mir vor\u00fcbergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!\u201c<\/strong> Wir sehen, wie unser Herr, der seinen inneren Konflikt offenbar noch nicht gel\u00f6st hatte, wiederum im Gebet zu Gott kam und seinen Vater anrief. Wieder sch\u00fcttete Jesus seinem himmlischen Vater sein Herz aus. \u201eGibt es keine andere M\u00f6glichkeit, die Welt zu erretten? Muss ich diesen Kelch ergreifen, ihn an die Lippen setzen und entleeren?\u201c Der Gebetskampf unseres Herrn ging in die zweite Runde. Doch, obwohl Jesu Niedergeschlagenheit noch immer nicht beendet war, schloss er sein Gebet mit folgenden Worten ab: <strong>\u201eso geschehe dein Wille!\u201c<\/strong> Die Gr\u00f6\u00dfe Jesu leuchtet auf. Er lief weder davon, noch setzte er seinen Vater unter Druck. Gottes Wille war und blieb sein h\u00f6chstes Gebot.<\/p>\n<p>Was taten w\u00e4hrenddessen die J\u00fcnger? Vers 43: <strong>\u201eUnd er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf.\u201c<\/strong> In ihrem Zustand waren die J\u00fcnger kaum anzusprechen. Vielleicht steht auch deshalb im Vers 44: <strong>\u201eUnd er lie\u00df sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal und redete dieselben Worte.\u201c<\/strong> Unser Herr, von seinen J\u00fcngern allein gelassen, kam ein drittes Mal im Gebet zum Vater. Er wiederholte sein Gebet.<\/p>\n<p>Leider erfahren wir keine genauen Details dar\u00fcber, was sich w\u00e4hrend Jesu dritten Gebets ereignete. Auskunft k\u00f6nnen wir uns aber durch die Verse 45 und 46 beziehen: <strong>\u201eDann kam er zu seinen J\u00fcngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die H\u00e4nde der S\u00fcnder \u00fcberantwortet wird. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verr\u00e4t.\u201c<\/strong> Unser Herr gibt uns ein beeindruckendes Beispiel dessen, was es hei\u00dft, ein Gebetsleben zu f\u00fchren. W\u00e4hrend viele beten, um Gott mit aller Kraft umzustimmen und seinen Willen zu ver\u00e4ndern, f\u00fcgte sich Jesus dem Willen Gottes und lie\u00df stattdessen sein aufgew\u00fchltes Herz ver\u00e4ndern. Im Gebet fand er Frieden und Zuversicht: Es gab keinen anderen Weg. Das Heil verlorener S\u00fcnder hing einzig und allein vom Blut des Gotteslamms ab. Der Vater muss sich nach wie vor zu seinem lieben Sohn bekannt haben, an dem er Wohlgefallen hat. Und der Vater muss dem Sohn versichert haben, dass das Heil der s\u00fcndigen Welt in der Hand des Sohns lag. An ihm w\u00fcrde Gottes lang vorbereitetes Erl\u00f6sungswerk stehen oder fallen. Jesus hatte die Wahl. Kelch oder Verdammung f\u00fcr alle. Und unser Herr entschied sich f\u00fcr seine eigene Verdammung. <strong>\u201eWer kann aber sein Geschick ermessen?\u201c<\/strong> fragt der Prophet Jesaja auf unserem Herrn blickend. \u201e<strong>Er war&#8230;voller Schmerzen und Krankheit&#8230; F\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen&#8230; Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c<\/strong> (Jes 53)<\/p>\n<p>Was hei\u00dft es f\u00fcr mich, Empf\u00e4nger der Gnade Jesu zu sein? Ich lerne den pers\u00f6nlichen Bezug des Evangeliums kennen. Mein Heil ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Wenn es Jesus schon so schwer gefallen ist, der alle anderen an Heiligkeit und Gehorsam \u00fcbertrifft, muss der Preis der S\u00fcndenvergebung verheerend gewesen sein. So wei\u00df ich, dass ich nicht errettet bin durch ein Dogma oder einem Zauberspruch oder meiner Einbildung, sondern durch die schmerzhafte Entscheidung meines Herrn, sich f\u00fcr meine S\u00fcnden hinzugeben. So lerne ich meinen Herrn erneut kennen, \u00fcber den geschrieben steht: <strong>\u201eLasst uns&#8230;aufsehen zu Jesus, dem Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er h\u00e4tte Freude haben k\u00f6nnen, das Kreuz erduldete\u201c<\/strong> (Hebr. 12,2). Und schlie\u00dflich erf\u00fcllt sich am Kreuz das prophetische Wort Jesajas: <strong>\u201eAls er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird\u201c<\/strong>. (Jes 53,7) Jesu unfassbare Hingabe vor Augen f\u00fchrend will ich ihm mit neuem Bewusstsein danken daf\u00fcr, dass er meine S\u00fcnden \u2013 mit allen ihren Konsequenzen &#8211; auf sich genommen hat. So will ich beherzigen, womit Spurgeon seine Predigt abschlie\u00dft: \u201eIch beschw\u00f6re euch bei Gethsemane, meine Br\u00fcder, liebt ihn recht, der euch so unermesslich liebte und leget dar und werdet dargelegt f\u00fcr ihn.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Nicht wie ich will, sondern wie du willst! \u201eUnd er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist\u2019s m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch an mir vor\u00fcber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!\u201c (26,39) Wir betrachten heute den Gebetskampf des Herrn im Garten Gethsemane [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2260"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2264,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2260\/revisions\/2264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}