{"id":2223,"date":"2012-10-08T23:47:41","date_gmt":"2012-10-08T22:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2223"},"modified":"2022-11-18T12:23:38","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:38","slug":"predigt-matthaus-2514-46","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-2514-46\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 25,14 &#8211; 46"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/P11Mt25-1446.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Recht  so,  du  t\u00fcchtiger  und  treuer  Knecht<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du t\u00fcchtiger und treuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem treu gewesen, ich will dich \u00fcber viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(25,21)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir durch das Gleichnis von den klugen und den t\u00f6richten Jungfrauen gelernt, dass es nicht genug ist, der Form nach ein Glaubensleben zu f\u00fchren, sondern dass wir auch genug pers\u00f6nlichen Glauben haben sollen, damit unsere Flamme f\u00fcr Jesus bis zu seiner Wiederkunft brennt. Unser heutiger Text ist der letzte Teil von Jesu Lehren \u00fcber die letzte Zeit. Wof\u00fcr und wie sollen wir leben, bis Jesus wiederkommt? Nach welchem Kriterium werden beim Weltgericht alle Menschen beurteilt werden und ewiges Leben oder Strafe erhalten? Gott helfe uns, die richtige Einstellung und Lebensweise zu lernen, sodass wir bei seiner Wiederkunft von ihm gelobt werden und seine gro\u00dfe Belohnung erhalten!<\/p>\n<p>I. <strong>Du \tt\u00fcchtiger und treuer Knecht (14-30)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 14 und 15: <strong>\u201eDenn es ist wie mit einem Menschen, der au\u00dfer Landes ging: er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Verm\u00f6gen an;<\/strong> <strong>dem einen gab er f\u00fcnf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner T\u00fcchtig\u00adkeit, und zog fort.\u201c <\/strong>Der Mensch in Jesu Gleichnis verreiste ins Ausland und rief davor seine Knechte und ver\u00adtrau\u00adte ihnen sein Verm\u00f6gen an. Dabei gab er nicht jedem Knecht gleich viel, sondern gab dem einen f\u00fcnf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, je nach ihrer T\u00fcchtigkeit. Als er ihnen sein Verm\u00f6gen anvertraute, setzte er sein Vertrauen in sie, in der Hoffnung, dass sie ihr Bestes tun w\u00fcrden und mit dem anvertrauten Verm\u00f6gen in seinem Sinne handeln w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wie reagierten die ersten beiden Knechte? Die Verse 16 und 17 lauten: <strong>\u201eSogleich ging der hin, der f\u00fcnf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere f\u00fcnf dazu.<\/strong> <strong>Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.\u201c <\/strong>Der erste Knecht ging sofort hin und fing an, mit dem anvertrauten Gut zu handeln. Das zeigt, dass er die neue Aufgabe von seinem Herrn sofort annahm und versuchte, mit den anvertrauten Zentnern zu handeln, um f\u00fcr seinen Herrn Gewinn zu bringen. Das war f\u00fcr ihn bestimmt nicht einfach; denn eigentlich hatte er ja einen andern Beruf; er war ein Knecht, der bis dahin auf dem Acker oder im Stall oder im Haus gearbeitet hatte, aber er war kein Kaufmann. Er muss sich viele Gedanken gemacht haben, wie er gut handeln und f\u00fcr seinen Herrn Gewinn bringen konnte. Er muss manches ausprobiert und auch riskiert haben und muss dabei wohl auch manchen Misserfolg erlebt haben. Aber er gab nicht auf. Denn er liebte seinen Herrn und wollte ihn nicht entt\u00e4uschen. Wenn er auch manchmal verzweifelt dasa\u00df und feststellen musste, dass er wieder keinen Gewinn gemacht hatte, sondern sogar Verlust, und dass es wirklich schwer war, erfolgreich zu handeln, dachte er an seinen Herrn. Er dachte an den strahlenden Blick und das Vertrauen, mit dem ihm sein Herr sein Verm\u00f6gen anvertraut hatte, und an die Stimme, mit der er ihn liebevoll beauftragt hatte, f\u00fcr ihn gut zu handeln. Vielleicht hatte er gesagt: \u201eHandle damit, bis ich wiederkomme!\u201c Wenn er an seinen Herrn dachte, bekam er eine neue Motivation und neue Kraft, weil er seinen Herrn lieb hatte und ihn nicht entt\u00e4uschen wollte. Er wollte, wenn sein Herr zur\u00fcckkommen w\u00fcrde, nicht mit leeren H\u00e4nden dastehen, sondern wollte ihm gro\u00dfe Freude machen. Darum konnte er nicht aufgeben, sondern stand immer wieder auf, \u00fcberlegte und bekam neue Ideen, wie er es besser machen k\u00f6nnte, und handelte. Schlie\u00dflich gewann er weitere f\u00fcnf Zentner Silber dazu. Er machte 100% Gewinn! Der zweite Knecht hatte nur zwei Zentner anvertraut bekommen; aber auch er muss wie der erste Knecht aus Liebe zu seinem Herrn alles eingesetzt haben, um f\u00fcr ihn Gewinn zu erzielen; denn er gewann zwei weitere Zentner dazu und hatte somit auch 100% Gewinn.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr stehen der Herr und seine Knechte? Es ist nicht schwer zu erkennen, dass der Herr, der ins Ausland ging, f\u00fcr Jesus selbst steht, der bald auferstehen und zum Himmel auffahren w\u00fcrde. Die Knechte repr\u00e4sentieren uns Christen. Das Verm\u00f6gen, das der Herr seinen Knechten anvertraut hat, steht vor allem f\u00fcr das Evangelium, das Gott uns anvertraut hat und das sein gro\u00dfes Verm\u00f6\u00adgen von unsch\u00e4tzbarem Wert ist. Ein Zentner Silber entspricht in etwa dem Verdienst eines Tage\u00adl\u00f6hners von zwei Jahren. Es ist auf heute \u00fcbertragen mit zwei Jahresgeh\u00e4ltern eines Arbeiters zu vergleichen, also etwa mit 50.000 Euro. Ein Zentner Silber war kein gewaltiges Verm\u00f6gen, aber eine beachtliche Summe, mit der man durchaus handeln konnte. Was bedeutet es dann, dass der Herr im Gleichnis seinen Knechten unterschiedlich viel von seinem Verm\u00f6gen gab? So wie der Herr im Gleichnis jedem Knecht mindestens die beachtliche Summe von einem Zentner Silber gegeben hat, hat Gott jedem von uns das Evange\u00adlium anvertraut, mit dem jeder wirken kann. Dazu hat er uns unterschiedlich gro\u00dfe Aufgaben in seinem Heilswerk gegeben und entsprechend dazu geh\u00f6rige Gaben, sodass wir in unterschiedlich gro\u00dfem Umfang wirken k\u00f6nnen. Dabei weist der Ausdruck \u201eeinem jeden nach seiner T\u00fcchtigkeit\u201c darauf hin, dass Gott nicht v\u00f6llig willk\u00fcrlich einigen mehr und den andern weniger an Aufgabe gibt, sondern sich dabei an der Kapazit\u00e4t eines jeden orientiert. Gott hat jedem von uns sein kostbares Evangelium anvertraut und hat uns als Hirten und Missionare bzw. als Bibellehrer f\u00fcr die Studenten berufen. Die Aufgaben, die wir dabei in der Gemeinde konkret haben, und die entsprechende Verantwortung m\u00f6gen unterschiedlich gro\u00df sein. Aber jeder ist vom Herrn Jesus dazu beauftragt, mit dem Evangelium zu handeln und f\u00fcr ihn Gewinn zu bringen. Egal, ob wir f\u00fcnf, zwei oder einen Zentner anvertraut bekommen haben, sollen wir aus Liebe zu Jesus unser Bestes tun, um f\u00fcr ihn Gewinn zu bringen, das hei\u00dft so zu wirken, dass sein Name mehr Ehre bekommt und sein Reich w\u00e4chst. Wie der Herr im Gleichnis hat uns auch Jesus selbst keine bestimmten Vorschriften gemacht, wie wir zu handeln h\u00e4tten. Wir sollen jeder aus eigenem Antrieb und in eigener Verantwortung \u00fcberlegen und finden, wie wir am besten f\u00fcr ihn Gewinn bringen k\u00f6nnen. Wie wir Menschen \u00fcberhaupt zu erreichen versuchen, und wie wir ihnen das Evangelium von Jesus weitergeben, das sie rettet, sollen wir immer neu bedenken und auf die beste uns bekannte Weise tun. Wir sollen unsere Arbeit f\u00fcr Gott nicht routinem\u00e4\u00dfigf\u00fchren erledigen, sondern eigen\u00adverantwortlich und mit viel Eigeninitiative immer neu den jeweils besten Weg finden, wie wir f\u00fcr ihn Gewinn bringen k\u00f6nnen. Wir sollen nicht wie Angestellte wirken, die von 8 bis 17 Uhr blo\u00df ihren Job erledigen, sondern wie Unternehmer, die alles einsetzen und ihr Bestes tun, um das Ziel zu erreichen. Wie handeln wir mit dem uns anvertrauten Gut? Mit wie viel Engagement und Eigenini\u00adtia\u00adtive dienen wir Gottes Heilswerk? M\u00f6ge Gott uns helfen, wie der erste und zweite Knecht spon\u00adtan und aktiv unser Herz und Willen und Kreativit\u00e4t und alles einzusetzen, um mit dem anvertrau\u00adten Evangelium f\u00fcr Gott, seine Ehre und sein Reich viel Gewinn zu erlangen!<\/p>\n<p>Betrachten wir weiter den Text! Was machte der dritte Knecht? Vers 18 sagt: <strong>\u201eDer aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.\u201c <\/strong>Er vergrub das Geld seines Herrn in der Erde. Auch er wusste, wozu sein Herr ihm das Geld anvertraut hatte, wie seine sp\u00e4tere Antwort an den Herrn verr\u00e4t. Aber er war offenbar nicht dazu bereit, daf\u00fcr eigenverantwortlich zu arbeiten und die damit verbundenen M\u00fchen und Risiken auf sich zu nehmen. F\u00fcr ihn war der anvertraute Zentner eher eine Last, die er irgend\u00adwie los werden wollte. Dadurch, dass er das Silber in der Erde vergrub, meinte er wohl, dass er seine minimale Pflicht gegen\u00fcber dem Herr erf\u00fcllt h\u00e4tte, denn er sorgte so ja daf\u00fcr, dass es wenigstens nicht weniger wurde. Aber er ignorierte dadurch praktisch den Willen des Herrn.<\/p>\n<p>F\u00fcr welche Menschen steht der dritte Knecht? Er steht f\u00fcr diejenigen, die auch von Gott seine Gabe bekommen haben, die aber seinen Auftrag, f\u00fcr seine Ehre und sein Reich Gewinn zu bringen, nicht tragen wollen. Sie kommen vielleicht auch in die Gemeinde und nehmen am Gottesdienst teil, aber sie wollen sich nicht dar\u00fcber hinaus spontan f\u00fcr die Vermehrung seines Reiches hingeben und daf\u00fcr gro\u00dfe M\u00fchen und Risiken eingehen. Im Grunde liegt ihr gr\u00f6\u00dftes Interesse an ihrem eigenen Gl\u00fcck, das sie im Leben erstreben und erlangen wollen.<\/p>\n<p>Was passierte, als der Herr dieser Knechte  zur\u00fcckkam? Vers 19 sagt: <strong>\u201eNach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.\u201c<\/strong> Nach langer Zeit kam der Herr zur\u00fcck und forderte von ihnen Rechenschaft. Denn sein gr\u00f6\u00dftes Interesse bestand darin, zu erfahren, was seine Knechte mit dem ihnen anvertrauten Verm\u00f6gen gemacht hatten. Was sagte der erste Knecht zu ihm? Vers 20 sagt: <strong>\u201eDa trat herzu, der f\u00fcnf Zentner empfangen hatte, und legte weitere f\u00fcnf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir f\u00fcnf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere f\u00fcnf Zentner gewonnen.\u201c<\/strong> Seine Worte zeigen, dass er sich all die Jahre hindurch bewusst gewesen war, dass der Herr ihm f\u00fcnf Zentner und damit eine wichtige Aufgabe und ein gro\u00dfes Privileg gegeben hatte. Und er hatte stets treu daf\u00fcr gewirkt, um f\u00fcr seinen geliebten Herrn Gewinn zu bringen. Voller Freude konnte er nun seinem Herrn berichten, dass sich das anvertraute Gut verdoppelt hatte.<\/p>\n<p>Wie reagierte sein Herr darauf? Lesen wir gemeinsam den Vers 21: <strong>\u201e<\/strong><strong>Da sprach sein Herr zu ihm: <\/strong><strong>Recht so, du t\u00fcchtiger und treuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem treu gewesen, ich will dich \u00fcber viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!\u201c <\/strong>Der Herr lobte den Knecht als t\u00fcchtigen und treuen Knecht. Er freute sich sehr \u00fcber seinen Bericht, aber nicht wegen dem erwirtschafteten Gewinn \u2013 den erw\u00e4hnt er gar nicht \u2013, sondern wegen der Treue seines Knechts, die er gleich zweimal erw\u00e4hnt. Hinter dem Gewinn, den der Knecht erzielt hatte, sah der Herr die Treue des Knechts und die T\u00fcchtigkeit, mit der er aus Liebe zu ihm gearbeitet hatte.<\/p>\n<p>Als der zweite Knecht vor den Herrn trat, sagte er fast dieselben Worte wie der erste. Er hatte zwar statt f\u00fcnf Zentnern nur zwei Zentner anvertraut bekommen, aber auch er hatte diese Menge f\u00fcr den Herrn verdoppeln k\u00f6nnen. Vers 23 sagt: <strong>\u201eSein Herr sprach zu ihm: Recht so, du t\u00fcchtiger und treuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem treu gewesen, ich will dich \u00fcber viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!\u201c<\/strong> Obwohl der zweite Knecht nur 40% von dem Gewinn des ersten Knechts eingebracht hatte, lobte sein Herr ihn mit exakt den selben Worten und versprach auch ihm, ihn \u00fcber viel zu setzen. Auch ihn lud er ein, zur Freude seines Herrn in sein Haus bzw. sein Reich hineinzugehen. Das verr\u00e4t, worum es dem Herrn eigentlich gegangen war. Ihm war es nicht darum gegangen, einige Zentner Silber mehr zu besitzen, sondern darum, dass seine Knechte durch diese Aufgabe ihre Liebe und Treue zu ihm zeigen konnten, sodass er sie aufgrund dessen \u00fcberreich belohnen konnte. Wie froh war der Herr \u00fcber sie, und wie froh m\u00fcssen die Knechte gewesen sein, die nach ihrer relativ kleinen Arbeit f\u00fcr den Herrn nun \u00fcbergro\u00dfen Lohn erhielten! Sie durften hineingehen in das Haus ihres Herrn. Sie w\u00fcrden aber nicht nur dort mit ihm feiern d\u00fcrfen. Der eigentlich Lohn bestand darin, dass er sie dort \u00fcber viel setzen w\u00fcrde. Das hei\u00dft sie w\u00fcrden eine viel gr\u00f6\u00dfere und viel bedeutungsvollere Aufgabe erhalten. In einem \u00e4hnlichen Gleichnis hat Jesus die treuen Knechte \u00fcber mehrere St\u00e4dte gesetzt. Jesus willl uns, wenn wir uns hier mit unserer Aufgabe als treu und t\u00fcchtige Knechte erweisen, in sein herrliches Reich hineinlassen und uns eine gro\u00dfe wirklich bedeutungsvolle Aufgabe geben.<\/p>\n<p>Was sagte der dritte Knecht, als auch er vor den Herrn treten musste? In Vers 24 und 25 sagt er zum Herrn: <strong>\u201eHerr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht ges\u00e4t hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; und ich f\u00fcrchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine.\u201c <\/strong>Der dritte Knecht meinte, dass sein Herr ein harter Mann w\u00e4re, der ungerechte und unangemessene Forderungen stellen w\u00fcrde. Er f\u00fcrchtete sich davor, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen und das anvertraute Silber einzusetzen und dabei evtl. auch Verlust zu erleiden. Nun wollte er seinen Zentner m\u00f6glichst schnell wieder loswerden. Mit seinen Worten <strong>\u201eSiehe, da hast du das Deine\u201c<\/strong> zeigte er, dass er das er seine Aufgabe, mit dem Zentner zu handeln, nie von Herzen angenommen hatte. Dabei hielt er sich selbst wohl f\u00fcr gerecht und gab alle Schuld dem Herrn, der angeblich zu hart war und von ihm zu viel verlangt hatte.<\/p>\n<p>Was antwortete darauf sein Herr? <strong>\u201eSein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du b\u00f6ser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht ges\u00e4t habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Dann h\u00e4ttest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen w\u00e4re, h\u00e4tte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl der dritte Knecht sich als unschuldig darstellte, lie\u00df der Herr seine Ausrede nicht gelten. Vielmehr nannte er ihn einen b\u00f6sen und faulen Knecht. Wenn er seinen Herrn f\u00fcr einen harten Mann hielt, dann h\u00e4tte er konsequenterweise das Geld seines Herrn wenigstens zu den Wechs\u00adlern bzw. zur Bank bringen sollen, sodass der Herr bei seiner Wiederkunft wenigstens Zinsen daf\u00fcr bekommen h\u00e4tte. Aber dass er nicht einmal das tat, zeigt, dass er gar nicht bereit war, dem Herrn und seinem Interesse zu dienen. Dass er sich weigerte, selbst das Geringste f\u00fcr den Herrn zu tun, zeigt seine b\u00f6se Haltung gegen\u00fcber dem Herrn und steht in scharfem Kontrast zur Haltung der ersten beiden Knechte, die \u00fcber Wenigem treu gewesen waren.<\/p>\n<p>Was befahl der Herr daraufhin? Er sagte: <strong>\u201eDarum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.\u201c <\/strong>Der Zentner wurde dem Knecht, der ihn so verachtet hatte, weg\u00adge\u00adnommen und dem gegeben, der inzwischen zehn Zentner hatte. Jemand k\u00f6nnte sagen, dass das nicht der sozialen Gerechtigkeit entspricht. Aber Jesus erkl\u00e4rt das geistliche Prinzip, das dahinter\u00adsteht. Er sagt im Vers 29: <strong>\u201eDenn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die F\u00fclle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.\u201c<\/strong> Dieses Prinzip k\u00f6nnte man auch mit \u201eaus etwas wird mehr, aber aus nichts wird gar nichts\u201c beschreiben. Wer wie die ersten beiden Knechte den Willen aufbringt, den Herrn zu erfreuen und seinen Willen zu erf\u00fcl\u00adlen, dem wird mehr gegeben werden \u2013 mehr Liebe zum Herrn, mehr Motivation, mehr Ideen, mehr Kraft \u2013 und schlie\u00dflich auch mehr Gewinn f\u00fcr den Herrn. Wer dagegen nicht bereit ist, f\u00fcr das Interesse des Herrn zu wirken, aus welchem Grund auch immer, und sich auf den Stand\u00adpunkt stellt: \u201eIch hab nicht genug, um Gott und seinem Werk zu dienen\u201c, oder: \u201eIch bin noch nicht bereit, vielleicht sp\u00e4ter\u201c, der wird auch das verlieren, was er bereits hatte. Die ersten beiden Knechte hatten nach dem ersten Teil des Prinzips gelebt. Sie hatten angenommen, was der Herr ihnen gege\u00adben hatte, und hatten es eingesetzt, und hatten schlie\u00dflich mehr, als am Anfang, sogar unver\u00addient und unerwartet viel mehr. Aber der dritte Knechte weigerte sich, die mit dem Zentner ver\u00adbun\u00adde\u00adne Aufgabe anzunehmen mit dem Argument, dass sein Herr von ihm zu viel verlangen w\u00fcrde. Als Folge davon verlor er alles, was er hatte. In Vers 30 sagt der Herr: \u201e<strong>Und den un\u00adn\u00fctzen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappern.\u201c<\/strong> Es war wirklich schlimm, dass der dritte Knecht den Herrn so wenig liebte und seinen Auftrag als eine Last ansah und nicht tragen wollte. M\u00f6ge Gott uns helfen, uns immer bewusst zu sein, dass Gott uns mit dem Evangelium ein gro\u00dfes Privileg und die Aufgabe gegeben hat, f\u00fcr ihn Gewinn zu bringen! Gott helfe uns, aus Liebe zu ihm seine Aufgabe vom Herzen treu zu tragen und t\u00fcchtig daf\u00fcr zu wirken, damit wir f\u00fcr ihn Gewinn erlangen und von ihm sein Lob und seine gro\u00dfe Belohnung erhalten k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>II. <strong>Er \twird sie voneinander scheiden (31-46)<\/strong><\/p>\n<p>Das Gleichnis von den anvertrauten Zentnern endet damit, dass der Herr Rechenschaft von seinen Knechten fordert und ihnen den entsprechenden Lohn bzw. Strafe gibt. Direkt im Anschluss daran spricht Jesus nicht mehr gleichnishaft, sondern sozusagen im Klartext dar\u00fcber, wie er am Ende tats\u00e4chlich \u00fcber alle Menschen Gericht halten wird. Betrachten wir den Vers 31: <strong>\u201eWenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit\u201c. <\/strong>Am Ende wird Jesus in seiner Herrlichkeit kommen. Alle Engel werden mit ihm kommen und seine gro\u00dfe Macht und Herrlichkeit unterstreichen bzw. mit zum Ausdruck bringen. Es wird ein herrliches, gro\u00dfartiges und universales Ereigis sein, das ganz anders ist als das erste Kommen Jesu in die Welt, bei dem er als in Niedrigkeit gekommen war und als ein Mensch in einem Stall geboren wurde. Wenn Jesus am Ende kommt, wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen.<\/p>\n<p>Was wird er dann tun? Betrachten wir die Verse 32 und 33: <strong>\u201eund alle V\u00f6lker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den B\u00f6cken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die B\u00f6cke zur Linken.\u201c <\/strong>Er wird alle Menschen aus allen V\u00f6lkern vor ihm versammeln und wird sie scheiden, also in zwei Gruppen aufteilen. Jesus verglich diese gro\u00dfe Trennung mit der Trennung, die damals ein Hirte gew\u00f6hnlich abends zwischen den Schafen und den B\u00f6cken in seiner Herde vornahm. Schafe und Ziegen\u00adb\u00f6cke sehen \u00e4hnlich aus, sind aber in ihren Eigenschaften und Bed\u00fcrfnissen verschieden, da die B\u00f6cke streitlustiger und wegen ihres d\u00fcnneren Fells k\u00e4lteempfindlicher sind als Schafe, die ein bekanntlich ein dickes Fell haben. Deshalb trennte ein Hirte im Nahen Osten abends seine Tiere fein s\u00e4uberlich in zwei Gruppen, damit jede Gruppe entsprechend behandelt wurde. Mit dergleichen Sorgfalt wird Jesus, wenn er wiederkommt, alle Menschen in zwei Gruppen aufteilen.<\/p>\n<p>Was wird er dann zu denen zu seiner Rechten sagen? Betrachten wir Vers 34: <strong>\u201eDa wird dann der K\u00f6nig sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!\u201c<\/strong> Er wird ihnen das Reich Gottes geben. Sie werden ewig im Himmelreich leben d\u00fcrfen, das schon von Anbeginn der Welt f\u00fcr sie bereitet war. Sie bekommen damit das gr\u00f6\u00dfte Privileg, die himmlische Herrlichkeit und ewige Freude! Warum w\u00fcrden sie diesen gr\u00f6\u00dften \u00fcberhaupt existierenden Segen erhalten? Der K\u00f6nig sagt im Vers 35 und 36 weiter zu ihnen: <strong>\u201eDenn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gef\u00e4ngnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.\u201c <\/strong>Der Grund daf\u00fcr, dass sie das Reich ererben d\u00fcrfen, ist, dass sie dem K\u00f6nig liebevoll geholfen haben, als er in Not gewesen war. Jesus nennt sie im folgenden Vers \u201eGerechte\u201c, was darauf hinweist, dass sie durch den Glauben an Jesus Gottes Gerechtigkeit erlangt haben. Sie werden die Begr\u00fcndung des K\u00f6nigs Jesus nicht verstehen, sondern werden ihn fragen: <strong>\u201eHerr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gef\u00e4ngnis gesehen und sind zu dir gekommen?\u201c <\/strong>(37-39) Ihnen ist nicht bewusst, dass sie dem K\u00f6nig so gedient und ihm geholfen haben. Doch was wird ihnen dann der K\u00f6nig antworten? Vers 40 sagt: <strong>\u201eUnd der K\u00f6nig wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan.\u201c<\/strong> Sie haben diese Liebeswerke eigentlich nicht an dem K\u00f6nig getan, sondern an seinen Br\u00fcdern. Aber dass sie selbst die geringsten Br\u00fcder auf diese Weise praktisch und hingebungsvoll geliebt haben, wertet der K\u00f6nig als Liebe zu ihm. Die geringsten Br\u00fcder stehen hier f\u00fcr die Christen ohne Ansehen, die in materieller oder geistlicher Not sind und Hilfe ben\u00f6tigen oder auch f\u00fcr die Hilfesbed\u00fcrftigen allgemein. Die Gerechten haben ihnen wie selbstverst\u00e4ndlich gedient, weil in ihren Herzen Jesu Liebe und daher auch die Liebe zu den N\u00e4chsten brennt. Von ihrer Liebe bewegt k\u00f6nnen sie nicht an den Menschen, die in Not sind, einfach vor\u00fcbergehen, sondern \u00fcben t\u00e4tlich die N\u00e4chstenliebe an ihnen aus, ohne nach einem Lohn oder gar einer Gegenlei\u00adstung zu fragen. Aber der Herr wertet gerade solche praktische hingebungsvolle N\u00e4chstenliebe als Liebe zu sich selbst. Gerade daran misst er die Liebe zu sich selbst und wird sie \u00fcberreich belohnen.<\/p>\n<p>Was wird er dagegen zu denen zu seiner Linken sagen? Betrachten wir den Vers 41: <strong>\u201eDann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!\u201c<\/strong> Die Menschen zur Linken des K\u00f6nigs werden verflucht und in das ewige Feuer geschickt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. Ihr Urteil steht in krassem Kontrast zu dem Urteil \u00fcber die zur Rechten des K\u00f6nigs. Was ist der Grund, aus dem sie so ein hartes Urteil empfangen werden? Der K\u00f6nig sagt weiter in den Versen 42-43: <strong>\u201eDenn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gef\u00e4ngnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.\u201c <\/strong>Der Grund f\u00fcr ihr hartes Urteil ist, dass sie keine Liebe gegen\u00fcber ihm ge\u00fcbt haben, als er sich in Not befunden hat. Dieses Urteil werden sie nicht einfach verstehen k\u00f6nnen. Sie werden dem K\u00f6nig antworten und sagen: <strong>\u201eHerr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gef\u00e4ngnis und haben dir nicht gedient?\u201c<\/strong> Ihre Frage zeigt, dass sie sich nicht bewusst waren, dass sie dem K\u00f6nig nicht gedient haben. Vielleicht haben sie vieles gemacht, womit sie meinten, seinen Willen schon erf\u00fcllt zu haben. Aber was wird der K\u00f6nig ihnen sagen? Er wird antworten: <strong>\u201eWahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.\u201c <\/strong>Der K\u00f6nig deckt hier ihr schweres Vers\u00e4umnis auf. Damit, dass sie selbst einen von den Geringsten nicht geliebt haben, haben sie ihn selbst nicht geliebt. Sie m\u00f6gen vieles getan haben in ihrem Leben, aber sie haben es vers\u00e4umt, ihren N\u00e4chsten die Liebe zu erweisen und ihnen praktisch zu dienen, wie sie es brauchten. Vermutlich haben sie es f\u00fcr nicht so wichtig gehalten, Liebe zu \u00fcben. Wahrscheinlich haben sie die geringen Menschen f\u00fcr nicht so wichtig gehalten. Aber der K\u00f6nig sagt, dass sie damit ihn selbst nicht geliebt haben. Er identifiziert sich vollst\u00e4ndig mit seinen Br\u00fcdern, selbst mit den Geringsten unter ihnen. Deshalb war ihr Lieblosigkeit unverzeihlich. Die Liebe ist Gott am wichtigsten. Vers 46 sagt abschlie\u00dfend: <strong>\u201eUnd sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Hier lernen wir, dass es im Weltgericht nur zwei Gruppen geben wird und dass jeder Mensch in eine der zwei Gruppen zugeteilt wird und dass die Urteile ganz gegens\u00e4tzlich ausfallen werden. W\u00e4hrend die einen das Reich des Vaters ererben und ewig mit ihm leben d\u00fcrfen, m\u00fcssen die anderen ewige Strafe erfahren. Wir lernen vor allem, dass das Kriterium, nach im Gericht ent\u00adschie\u00adden wird, gerade die Liebe ist \u2013 ob wir unsere Br\u00fcder konkret und praktisch geliebt haben oder nicht. Jesus lehrte schon das h\u00f6chste Gebot: <strong>\u201eDas h\u00f6chste Gebot ist dies: H\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und von allen deinen Kr\u00e4ften. Das andre ist dies: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese\u201c<\/strong> (Mk 12,29-31). Die Liebe ist wirklich Gottes gr\u00f6\u00dfter Wille. Wir sollen unser Glaubensleben nicht pflichtm\u00e4\u00dfig f\u00fchren. Selbst wenn wir unsere Aufgaben in der Gemeinde alle \u201evorschrifts\u00adm\u00e4\u00dfig\u201c erf\u00fcllen w\u00fcrden, aber dabei keine Liebe zu unseren N\u00e4chsten im Herzen haben und ihre Not \u00fcbersehen oder ignorieren, haben wir den Kernpunkt von Gottes Willen und sein gr\u00f6\u00dftes Herzensanliegen missachtet. Es ist richtig, dass wir uns bem\u00fchen, die S\u00fcnde in allen m\u00f6glichen Bereichen zu meiden. Aber wir m\u00fcssen uns vor allem bewusst sein, dass es die schlimmste S\u00fcnde ist, wenn wir unseren N\u00e4chsten nicht lieben und seine inneren oder \u00e4u\u00dferen N\u00f6te ignorieren. Wie k\u00f6nnen wir so leben? Wir k\u00f6nnen und sollen selbst den Geringsten so sehr beachten und ihn aktiv lieben, wenn wir uns t\u00e4glich neu bewusst machen, wie Gott uns einseitig und hingebungsvoll geliebt hat, indem er seinen Sohn Jesus f\u00fcr uns dahingab, und dass er unseren Bruder genauso liebt. Wenn wir daran denken, werden wir auch den geringsten Bruder so lieben, wie er es braucht.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort: <strong>\u201eDa sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du t\u00fcchtiger und treuer Knecht, du bist \u00fcber wenigem treu gewesen, ich will dich \u00fcber viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!\u201c<\/strong> (25,21) M\u00f6ge Gott uns helfen, aus Liebe zu ihm mit dem Evangelium treu und t\u00fcchtig zu wirken und f\u00fcr ihn viel Gewinn zu bringen! 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