{"id":2206,"date":"2012-10-05T22:49:26","date_gmt":"2012-10-05T21:49:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2206"},"modified":"2022-11-18T12:23:38","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:38","slug":"2206","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/2206\/","title":{"rendered":"Predigt: 2.Korinther 11,16 &#8211; 12,10 (Sonderlektion &#8211; So. 30.Sept)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/2012-09-30-2Korinther1112pre.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gottes St\u00e4rke in unserer Schwachheit<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">2. Korinther 11,30<\/p>\n<p>Was w\u00fcrden wir als verr\u00fcckt bezeichnen? In der Zeitung \u201eDie Welt\u201c war ein kurzer Artikel \u00fcber die Briten und ihre Lust an verr\u00fcckten Sachen. Unter anderem erw\u00e4hnte dieser Artikel eine Frau namens Helen Skelton: Sie \u201ehatte noch nie zuvor in einem Kajak gesessen. Jetzt legte sie in einem solchen eine Meisterleitung hin: Sie paddelte solo 3.235 Kilometer den Amazonas hinunter, von Nauta in Peru bis Almerin in Brasilien, wo der Fluss zu einem Gezeitenstrom wird. 95km pro Tag, sechs Tage die Woche, sechs Wochen lang, umringt von Piranhas, Alligatoren, Anakondas und Heerscharen von M\u00fccken.\u201c Das ist sicherlich verr\u00fcckt, weil es lebensgef\u00e4hrlich ist. Wer w\u00fcrde sich so etwas freiwillig antun wollen? Aber wenigstens kann man dadurch ber\u00fchmt werden.<\/p>\n<p>Christen, die es wirklich ernst meinen mit Jesus, werden regelm\u00e4\u00dfig als verr\u00fcckt beschimpft. Ein deutsches Ehepaar, das nach S\u00fcdafrika gezogen ist, schrieb in einem Artikel in der Zeit: \u201eIn unserem deutschen Freundeskreis w\u00e4ren wir auf mehr Verst\u00e4ndnis gesto\u00dfen, wenn wir Buddhisten, Veganer oder alkoholabh\u00e4ngig geworden w\u00e4ren. \u201aIhr glaubt echt an die Bibel?\u2019 \u2013 \u201aJa, wir leben danach.\u2019 \u2013 Also seid ihr Fundamentalisten? Wie Bush und die Leute, die vor Abtreibungskliniken stehen?\u2019 \u2013 \u201aNein, aber wir glauben, dass Jesus wiederauferstanden ist und in uns lebt.\u2019 \u2013 \u201aEwiges Leben, Himmel und H\u00f6lle?\u2019 \u2013 \u201aGenau. Und wir glauben an ein Leben nach dem Tod.\u201c Und die Autoren sagten dann, dass das ein guter Moment war, eine Flasche Wein zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>In der gesamten Kirchengeschichte hat es wohl kaum einen Menschen gegeben, der es mit Jesus und seinem Evangelium so ernst meinte wie Apostel Paulus. Wenn wir seine Geschichte in der Apostelgeschichte lesen, ist das nicht nur abenteuerlich, sondern auch verr\u00fcckt. Rein menschlich gesehen scheint sein Leben keinen Sinn zu ergeben. Im heutigen Text sehen wir, wie Paulus mit dem Vorwurf konfrontiert war, verr\u00fcckt zu sein. Die Lutherbibel \u00fcbersetzt das mit dem Wort \u201aNarr\u2019 und dessen Eigenschaften als \u201aTorheit\u2019. Das ist sicherlich solides Deutsch aus dem 19. Jahrhundert. Das Wort \u201aNarr\u2019 erinnert uns heute vielleicht an schlechtem Karneval in Mainz und K\u00f6ln. Das ist vielleicht nicht ganz so weit verfehlt. Aber ich finde, die W\u00f6rter \u201averr\u00fcckt\u2019 und \u201awahnsinnig\u2019 etwas besser.<\/p>\n<p>Apostel Paulus kontert den Vorwurf mit einer brillanten und sarkastischen Rede. In dieser Rede stellt Paulus die Welt auf den Kopf. Er fragt die Korinther sozusagen: \u201eIhr nennt mich verr\u00fcckt? Wollt ihr wirklich einen Verr\u00fcckten sehen? Ich zeige euch einen Verr\u00fcckten!\u201c Indem er in die Rolle eines Verr\u00fcckten schl\u00fcpft, zeigt er, dass sein \u201aWahnsinn\u2019 und seine \u201aVerr\u00fccktheit\u2019 tausendmal mehr Sinn ergeben, als alle Weisheit dieser Welt. Das Leben einer Person wie Paulus ergibt deshalb so viel Sinn, weil das Evangelium Sinn macht. Das Evangelium macht folgende \u201averr\u00fcckte\u2019 Aussage: \u201eIn unserer gr\u00f6\u00dften Schw\u00e4che ist unsere gr\u00f6\u00dfte Kraft.\u201c (Das ist \u00fcbrigens die Hauptbotschaft des 2. Korintherbriefes). Dieser Satz ist nicht einfach eine abstrakte Formel. Diese Wahrheit hat die Kraft, Leben zu ver\u00e4ndern und auf den Kopf zu stellen. Die Art und Weise wie wir in unserem Leben angeben und worauf wir stolz sind, wird ma\u00dfgeblich davon abh\u00e4ngen, wie sehr wir diesen Satz verinnerlicht haben: In unserer gr\u00f6\u00dften Schw\u00e4che ist unsere gr\u00f6\u00dfte Kraft.<\/p>\n<p>Wir wollen im heutigen Text \u00fcber vier Dinge nachdenken. Erstens, <em>schlechtes Angeben;<\/em> zweitens, <em>verr\u00fccktes Angeben;<\/em> drittens, <em>gutes Angeben<\/em>, und als letztes, <em>wie wir gute Angeber werden k\u00f6nnen<\/em>.<\/p>\n<p>Erstens, schlechtes Angeben (11.16-23a)<\/p>\n<p>Was genau war das Problem in Korinth? In 11,5 spricht Paulus von sogenannten \u00dcberaposteln: <strong>\u201eIch meine doch, ich sei nicht weniger als die \u00dcberapostel.\u201c<\/strong> Wer waren diese \u00dcberapostel? In Vers 13 sagt er: <strong>\u201eDenn solche sind falsche Apostel, betr\u00fcgerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi.\u201c<\/strong> Zus\u00e4tzlich zu den vielen Problemen, von welchen die Korinther Gemeinde also ohnehin bereits geplagt, kam ein neues Problem hinzu: falsche Lehrer, die in der Gemeinde ihr Unwesen trieben. Was wissen wir noch \u00fcber die falschen Apostel? 11,20 sagt: <strong>\u201eIhr ertragt es, wenn euch jemand knechtet, wenn euch jemand ausn\u00fctzt, wenn euch jemand gefangen nimmt, wenn euch jemand erniedrigt, wenn euch jemand ins Gesicht schl\u00e4gt.\u201c<\/strong> Das ist eine krasse Liste. Ich wei\u00df nicht genau, ob diese Liste wirklich sprichw\u00f6rtlich zu nehmen ist, oder eher symbolisch zu verstehen ist. Ich wei\u00df nicht, ob Korinther wirklich ins Gesicht geschlagen wurden. Aber es scheint Tatsache, dass die Korinther von den Irrlehrern misshandelt wurden und tyrannisiert wurden.<\/p>\n<p>Was ist eines der Markenzeichen der falschen Lehrer? Eines der Schl\u00fcsselw\u00f6rter, das wir in unserem Text wiederholt vorfinden, ist das Wort \u201ar\u00fchmen\u2019. Um nur einige Beispiele zu nennen, Vers 16: <strong>\u201eso nehmt mich an als einen T\u00f6richten, damit auch ich mich ein wenig r\u00fchme.\u201c<\/strong> Vers 17: <strong>\u201eweil wir so ins R\u00fchmen gekommen sind.\u201c<\/strong> Vers 18: <strong>\u201eDa viele sich r\u00fchmen nach dem Fleisch, will ich mich auch r\u00fchmen.\u201c<\/strong> Vers 30: <strong>\u201eWenn ich mich den r\u00fchmen soll, will ich mich meiner Schwachheit r\u00fchmen.\u201c<\/strong> Und so weiter und so sofort. Es gibt viele weitere Beispiele in Kapitel 10 und sp\u00e4ter in Kapitel 12. Ganz offensichtlich ist das \u201aR\u00fchmen\u2019 ein ganz wichtiger Streitpunkt in diesen Kapiteln. Das Markenzeichen der Irrlehrer war also ihr exzessives R\u00fchmen. Aber was genau ist mit R\u00fchmen gemeint?<\/p>\n<p>R\u00fchmen ist ein schrecklich altmodisches Wort, was heutzutage in Deutschland kaum jemand benutzt. Die relativ neue Basisbibel\u00fcbersetzung schreibt \u201aangeben\u2019. Und damit k\u00f6nnen wir vermutlich schon eher etwas anfangen. Aber ich denke selbst dieses Konzept des Angebens ist nicht wirklich zeitgem\u00e4\u00df. Wir alle sind in einer Kultur aufgewachsen, in welcher Angeber nicht unbedingt gerne gesehen werden. Die meisten von uns hatten Eltern, die uns gelehrt haben, dass bescheiden zu sein eine Tugend ist, gro\u00dfe Klappe und Prahlerei eher nicht. Die Sache ist, dass man Demut und Bescheidenheit nicht wirklich lehren kann. Das sind Eigenschaften in unserem Herzen. Aber man seine Kinder zumindest lehren, so zu tun als ob. Falls wir diese Lektion nicht von unseren Eltern gelernt haben, haben die meisten von uns das in der Schule gelernt. Wer in der Schule zu viel angegeben hat, bekam hinterher von den Klassenkameraden Pr\u00fcgel. Es wird nat\u00fcrlich dann zum Problem, wenn man selbst in der Schule seine Lektion noch nicht gelernt hat. Ich hatte einen Kollegen im Studium, der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zum Ausdruck bringen musste, dass er so viel praktische Erfahrung im Labor besa\u00df im Vergleich mit allen anderen. Wir haben diesen Studenten gehasst.<\/p>\n<p>Wie wir sehen ist Angeberei zur Zeit nicht so wirklich in Mode. Man macht sich damit nicht beliebt. Eine der wenigen Ausnahmen, in welchen Angeberei in unserer Gesellschaft akzeptiert sind, ist in unseren Anschreiben und Lebensl\u00e4ufen unserer Bewerbungen. Zu Paulus Zeiten war es allerdings anders. Prahlerei war absolut die Norm, sowohl bei den Juden als auch bei den R\u00f6mern. Die Frage ist dann, inwiefern das R\u00fchmen, von dem Paulus hier spricht, auf uns anwendbar ist. Und wie ich finde ist das sehr anwendbar. Die Frage ist, was steckt hinter Angeberei? Die Antwort darauf ist: \u201aStolz\u2019. Prahlen und Angeben ist ein Ausdruck dessen, worauf wir in tiefstem Inneren unseres Herzens stolz sind. Stolz ist etwas, womit wir durchaus etwas anfangen k\u00f6nnen. Jeder Mensch hat Stolz. Und jeder Mensch ist auf etwas stolz. Was Paulus also zum Problem nahm, ist die Tatsache, dass einige in der Korinther sich falscher Dinge r\u00fchmten. Oder mit anderen Worten, sie waren auf die falschen Dinge stolz.<\/p>\n<p>Was hat es mit Stolz auf sich? Eine Psychologin namens Jessica Tracy schrieb: \u201eDie Bibel hat unrecht. Stolz kommt nur dann vor dem Fall, wenn es Hybris (\u00dcberheblichkeit) ist \u2013 also exzessiver Stolz, der dazu tendiert in Selbstverherrlichung und Einbildung \u00fcberzugehen. &#8230; Es gibt schlechten Stolz und guten Stolz.\u201c Tracy nennt das \u00fcberheblichen oder authentischen Stolz. Hier ist ein Beispiel f\u00fcr schlechten Stolz: Nehmen wir einmal an, dass jemand eine gro\u00dfartige Leistung vollbringt. Anstatt sich auf die Leistung zu fokussieren, sagt die Person: \u201eIch bin so gro\u00dfartig.\u201c Authentischer oder guter Stolz w\u00e4re, zu sagen: \u201eIch habe wirklich hart gearbeitet und verdiene das Lob.\u201c Und wisst ihr was? Ich beginne hier mit der These, dass Jessica Tracy gar nicht so Unrecht hat. Es gibt guten Stolz und auch schlechten Stolz. Sie sagt, dass schlechter Stolz etwas mit einer falschen Wahrnehmung der Realit\u00e4t, einschlie\u00dflich unserer selbst zu tun hat.<\/p>\n<p>\u00dcber die schlechte Art von Stolz schrieb C.S. Lewis: \u201eDie Christen haben recht: es ist der Stolz, der die Hauptursache des Elends in allen Nationen und allen Familien ist, seitdem die Welt begann. Andere Laster k\u00f6nnen manche Menschen zusammen bringen: ab und zu findet man gute Gemeinschaft unter betrunkenen und unkeuschen Menschen. Aber Stolz bedeutet immer Feindschaft \u2013 Stolz ist Feindschaft. Es ist nicht einfach nur Feindschaft zwischen Menschen und anderen Menschen, sondern auch Feindschaft mit Gott. In Gott begegnen wir jemandem, der uns in jeglicher Hinsicht unendlich \u00fcberlegen ist. Und so lange wir nicht Gott als solchen anerkennen \u2013 und als Konsequenz erkennen, dass wir nichts im Vergleich zu ihm sind, kennen wir Gott \u00fcberhaupt nicht. Solange wir stolz sind, k\u00f6nnen wir Gott nicht begegnen. Ein stolzer Mensch schaut immer auf Dinge und Personen herab: und nat\u00fcrlich ist es so, dass so lange man nach unten schaut, man Dinge nicht zur Kenntnis nehmen kann, die \u00fcber einem stehen.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, die Realit\u00e4t, die es f\u00fcr jeden Menschen wahrzunehmen gilt, ist Gott selbst. Und so lange wir Gott ignorieren, machen wir die Rechnung komplett ohne den Wirt: unsere Wahrnehmung ist massiv gest\u00f6rt und unser Herz erf\u00fcllt sich mit allen Formen von falschem, \u00fcberheblichen Stolz. Und sofern das unsere Kultur zul\u00e4sst, kann sich das in falschem R\u00fchmen \u00e4u\u00dfern. Wie \u00e4u\u00dferte sich das in Korinth? Es \u00e4u\u00dferte sich darin, worauf die falschen Lehrer stolz waren. Sehen wir uns noch einmal den Vers 18 an: <strong>\u201eDa viele sich r\u00fchmen nach dem Fleisch, will ich mich auch r\u00fchmen.\u201c<\/strong> Vers 18 sagt, dass sich die Narren nach dem Fleisch r\u00fchmten, d.h. so wie es jeder andere Mensch in der Welt tut. Sie waren stolz auf die Dinge, die man \u00e4u\u00dferlich sehen konnte. Sie waren stolz auf ihre Errungenschaften. Sie waren stolz auf ihre religi\u00f6se und nationale Abstammung: sie waren stolz darauf, echte Hebr\u00e4er zu sein, und Abrahams Kinder und Diener Christi zu sein. Mit einem Wort, sie waren stolz auf sich selbst. Ihre Angeberei beruhte auf ihre eigene St\u00e4rke und Kraft. Das ist schlechtes Angeben.<\/p>\n<p>Zweitens, verr\u00fccktes Angeben (11,21b-19)<\/p>\n<p>Wie in der Einleitung erw\u00e4hnt, h\u00e4lt Paulus eine l\u00e4ngere Rede im heutigen Text. Diese Rede ist bekannt unter dem Titel \u201eNarrenrede\u201c. Paulus wurde von einigen in der Korinther Gemeinde f\u00fcr verr\u00fcckt gehalten. Und Paulus kontert dieses Argument auf geniale Art und Weise, indem er wirklich so tut als ob er verr\u00fcckt w\u00e4re. Damit da ja keine Missverst\u00e4ndnisse auftreten, macht er das sehr klar in seinem Brief. Hier sind einige Beispiele: in Vers 16 sagt Paulus: <strong>\u201eso nehmt mich an als einen T\u00f6richten.\u201c<\/strong> In Vers 17: <strong>\u201eWas ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gem\u00e4\u00df, sondern wie in Torheit.\u201c<\/strong> In Vers 23: <strong>\u201eIch rede t\u00f6richt.\u201c<\/strong> Schlie\u00dflich am Ende seiner Rede in Kapitel 12, sagt er in Vers 11: <strong>\u201eIch bin ein Narr geworden\u201c.<\/strong> Was er damit meint, ist, dass die vorigen Abschnitte vor allem als seine Parodie zu verstehen sind. Wir haben gesehen, dass die falschen Lehrer stolz waren auf ihre Errungenschaften. Worauf war Paulus dann stolz?<\/p>\n<p>In den Versen 23b und folgende, gibt Paulus die vollst\u00e4ndigste Aufz\u00e4hlung seiner bisherigen Leiden. Vers 23b: <strong>\u201eIch habe mehr gearbeitet, ich bin \u00f6fter gefangen gewesen, ich habe mehr Schl\u00e4ge erlitten, ich bin oft in Todesn\u00f6ten gewesen.\u201c<\/strong> Paulus hatte mehr und h\u00e4rter gearbeitet, weil er f\u00fcr seinen Dienst im Werk kein Geld nahm. Er hatte eine Doppelbelastung, in Vollzeit in der Mission zu dienen  aber auch gleichzeitig f\u00fcr sein materielles \u00dcberleben zu arbeiten. Paulus war wegen seines Glaubens auch \u00f6fter im Gef\u00e4ngnis und musste auch Schl\u00e4ge \u00fcber sich ergehen lassen.<\/p>\n<p>Er erw\u00e4hnt weitere Details im folgenden Versen. Verse 24 und 25a: <strong>\u201eVon den Juden habe ich f\u00fcnfmal erhalten vierzig Gei\u00dfelhiebe weniger einen. Ich bin dreimal mit St\u00f6cken geschlagen; einmal gesteinigt worden;\u201c<\/strong> In 5. Mose gab Gott die Anweisung, dass man bei einer Bestrafung nicht mehr als 40 Schl\u00e4ge bekommen sollte. Um sicher zu gehen wurden 39 Schl\u00e4ge gegeben. Die 40 Hiebe weniger einem waren also eine typische Bestrafung unter Juden. Die Tatsache, dass Paulus zum Zeitpunkt des Briefes bereits f\u00fcnfmal diese dem\u00fctigende Strafe erhalten hatte, zeigt uns, dass er in seiner Mission allezeit versuchte, einen engen Kontakt mit seinen Landsleuten zu halten. Und dann hei\u00dft es, dass er dreimal mit St\u00f6cken geschlagen wurde. Das war eine typisch r\u00f6mische Bestrafung. Eine von diesen Ereignissen erfuhr Paulus in der r\u00f6mischen Stadt Philippi. Eigentlich sollten r\u00f6mische Staatsb\u00fcrger von dieser Strafe ausgenommen werden. In Apostelgeschichte sehen wir ja auch, dass Paulus Philippi nicht verlie\u00df, bevor er eine offizielle Entschuldigung von den Stadtrichtern erhalten hatte. Die Tatsache, dass er eine solche Strafe dreimal erhalten hatte, zeigt uns aber, dass die R\u00f6mer es mit dem Halten dieses Gesetzes nicht zu genau nahmen. Weiter hei\u00dft es dann in Vers 25b: <strong> \u201edreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer.\u201c<\/strong> Der einzige Schiffbruch von Paulus, von dem wir in Apostelgeschichte erfahren, war auf dem Weg nach Rom. Und diese Fahrt lag zum Zeitpunkt, als Paulus 2. Korinther schrieb, noch vor ihm. Die dreifachen Schiffbr\u00fcche waren also bereits vorher schon passiert. Sie zeigen, wie gef\u00e4hrlich die Seereisen waren und wie h\u00e4ufig Reisende Unf\u00e4llen ausgesetzt waren.<\/p>\n<p>Vers 26: <strong>\u201eIch bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Fl\u00fcsse, in Gefahr unter R\u00e4ubern, in Gefahr unter Juden, in Gefahr unter Heiden, in Gefahr unter St\u00e4dten, in Gefahr in W\u00fcsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Br\u00fcdern;\u201c<\/strong> Reisen in der Antike waren zwar durchaus m\u00f6glich. Aber sie waren immer auch wesentlich gef\u00e4hrlicher als heutzutage. Paulus sah sich immer gr\u00f6\u00dfter Lebensgefahr ausgesetzt. Vers 27: <strong>\u201ein M\u00fche und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Bl\u00f6\u00dfe;\u201c<\/strong> Dieser Vers zeigt uns die vielen k\u00f6rperlichen Entbehrungen, mit denen sich Paulus ausgesetzt sah. Verse 28 und 29: <strong>\u201eund au\u00dfer all dem noch das, was t\u00e4glich auf mich einst\u00fcrmt, und die Sorge f\u00fcr alle Gemeinden. Wer ist schwach und ich werde nicht schwach? Wer wird zu Fall gebracht und ich brenne nicht?\u201c<\/strong> W\u00e4hrend die vorherigen Leiden vor allem auf die vielen, unm\u00f6glichen k\u00f6rperlichen Strapazen bezeugen, handeln Verse 28 und 29 eher von seinen geistlichen Strapazen. Paulus hatte immer ein Herz f\u00fcr die Schwachen im Glauben. Wir sehen das in seinen Briefen an die Korinther und an die R\u00f6mer, wie er sich immer f\u00fcr sie einsetzte und sie verteidigte. Wenn sie zu Fall kamen, dann fing Paulus selbst an innerlich zu brennen. Und das endet den Leidenskatalog, den Paulus hier auff\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wenn wir das alles lesen, dann bekommt eine Stelle wie R\u00f6mer 8,18 noch mal eine ganz andere Dimension, oder? <strong>\u201eDenn ich bin \u00fcberzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegen\u00fcber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.\u201c<\/strong> Der R\u00f6merbrief wurde \u00fcbrigens kurz nach dem 2. Brief an die Korinther geschrieben. Die Frage ist jetzt: warum schreibt Apostel Paulus das alles? Warum gibt er uns diese lange Liste an Leiden und Entbehrungen, die er erfahren musste? F\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis ist es absolut wichtig zu verstehen, dass Paulus immer noch als ein Verr\u00fcckter redet. Und das ist nicht einfach nur eine normale Rede, die er hier h\u00e4lt. Als ein Verr\u00fcckter prahlt der Apostel, dass er alle diese Leiden erfahren hat. Das wiederum ist purer Sarkasmus: die falschen Lehrer waren stolz auf ihre religi\u00f6se Herkunft, auf ihre geistliche Autorit\u00e4t, auf die Errungenschaften in ihrem Leben, auf ihre Bildung. Paulus sagt uns, dass er stolz ist auf alle die Leiden, die er erfahren hat. Die falschen Lehrer machten allezeit klar, dass sie stolz auf ihre Triumphe waren. Ihr Verhalten war triumphalistisch. Paulus hingegen sagt, dass er stolz auf seine Niederlagen war. Die Irrlehrer waren stolz darauf, Jesu Knechte zu sein, obwohl sie es nicht waren. Paulus hingegen bewies, dass er als Jesu Knecht authentisch war, weil sein ganzer Lebenswandel Jesu Demut widerspiegelte. Paulus war stolz auf seine Wunden und Narben. Die falschen Lehrer f\u00fchrten sich auf wie die Helden. Paulus spielte den Anti-Helden. Um das ganze zusammen zu fassen: wir sehen, dass Paulus ihr Spiel spielte, und dass er sie dabei v\u00f6llig l\u00e4cherlich machte.<\/p>\n<p>Was sehen wir hier noch? Der Wahnsinn in Paulus Liste besteht darin, dass Paulus sich allen diesen Leiden freiwillig aussetzte. Paulus h\u00e4tte nicht so viel arbeiten m\u00fcssen, wenn er z.B. bereit gewesen w\u00e4re, von der Korinther Gemeinde Geld anzunehmen. Er h\u00e4tte sich das Leben etwas einfacher machen k\u00f6nnen. Warum zur\u00fcck in eine Stadt gehen, deren Leute ihn gerade gesteinigt haben? Warum vor eine w\u00fctende Menschenmasse treten, wenn er gerade der Grund war, dass die Menschen so w\u00fctend waren? Muss das wirklich sein? Seine Leiden waren eine Konsequenz dessen, dass er Gott diente wie ein Verr\u00fcckter.<\/p>\n<p>Wir haben im ersten Teil das schlechte Angeben der Irrlehrer gesehen, wir haben im zweiten Teil das verr\u00fcckte Angeben von Paulus gesehen. Jetzt bleibt noch als drittes, gutes Angeben.<\/p>\n<p>Drittens, gutes Angeben (11,30-12,10)<\/p>\n<p>Vers 30 sagt: <strong>\u201eWenn ich mich denn r\u00fchmen soll, will ich mich meiner Schwachheit r\u00fchmen.\u201c<\/strong> In diesem Vers ist die Essenz von Paulus\u2019 Stolz und Angeberei. Er war stolz darauf schwach zu sein. Diese Schw\u00e4che untermauert Paulus mit zwei konkreten Beispielen.<\/p>\n<p>Erstens, <em>er erz\u00e4hlt von seiner Erfahrung in Damaskus<\/em>. Verse 32 und 33: <strong>\u201eIn Damaskus bewachte der Statthalter des K\u00f6nigs Aretas die Stadt der Damaszener und wollte mich gefangen nehmen. Und ich wurde in einem Korb durch ein Fenster die Mauer hinuntergelassen und entrann seinen H\u00e4nden.\u201c<\/strong> Stop. Was genau hat es mit diesen Versen auch sich? In den vorigen Versen gibt Paulus eine lange Liste seiner Strapazen und Leiden. Vorher sprach er von Schl\u00e4gen, Gef\u00e4ngnis und Schiffbruch. Aber hier spricht Paulus, dass er in einem Korb die Mauer runtergelassen wurde. Wie passt das zusammen? Was will er uns damit sagen?<\/p>\n<p>Das Ereignis in Damaskus geschah sehr kurz nach Paulus eigener Bekehrung. Als die Juden ihm nachstellten, um ihn zu t\u00f6ten, floh er. Paul Barnett, der einen hervorragenden Kommentar zu 2. Korinther verfasst hat, schreibt folgendes: \u201eEs ist schwierig sich hier eines sch\u00e4ndlichen Eindruckes zu erwehren. Hier werden keine Mauern zum Umsturz gebracht f\u00fcr den Sieg; wir finden keine Krone aus Gold, um den Sieg zu kr\u00f6nen. Stattdessen entkommt Paulus wie ein Feigling der Schlacht, in dem er an der Mauer hinunter gelassen wird in etwas, was auch ein Fischkorb h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.\u201c Ist das nicht l\u00e4cherlich? Ist das nicht alles ein wenig traurig? Und vor allem, ist das nicht auch ziemlich peinlich? Es ist das genaue Gegenteil einer heroischen Tat. Das ist das erste Beispiel, mit dem Paulus seine Schw\u00e4che illustriert.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>Paulus spricht von einem Pfahl in seinem Fleisch<\/em>. In den ersten 6 Versen von Kapitel 12 berichtet Paulus von einer krassen Vision, die er sah. Paulus wurde entr\u00fcckt in den dritten Himmel. Dabei wusste er noch nicht einmal ob er bei dieser Erfahrung noch in seinem K\u00f6rper war oder nicht. Was ist der dritte Himmel? Das kann ein sprachlicher Ausdruck daf\u00fcr sein, dass Paulus wirklich einen Einblick ins Paradies hatte: nicht einfach die himmlische Atmosph\u00e4re in der Luft, sondern der Ort, an welchem Gottes Thron ist. In dieser krassen Vision sagt Paulus dann, dass er unaussprechliche Worte h\u00f6rte, die kein Mensch wiedergeben kann. Paulus hatte einen Einblick in Gottes Reich und Herrlichkeit, wie kaum ein anderer Mensch. Wie ihr sicherlich alle bemerkt habt, spricht Paulus von sich selbst in der dritten Person. Erst in Vers 7 wird es dann richtig klar, dass er in diesen Versen \u00fcber sich selbst sprach.<\/p>\n<p>Und dann kommt der krasse Kontrast. Damit Paulus nicht \u00fcberheblich wird, wurde ihm ein Pfahl ins Fleisch gegeben, ein Engel des Satans, der ihn mit F\u00e4usten schl\u00e4gt. Wir wissen nicht genau worauf sich das bezieht. Manche Interpreten sehen das als einen k\u00f6rperlichen Schmerz, mit dem Paulus konfrontiert war. Als Paulus Gott anflehte, diesen Dorn zu entfernen, bekommt er einen \u00fcberraschenden Satz zu h\u00f6ren. Vers 9a: <strong>\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig.\u201c<\/strong> Dieser Vers ist einer der ber\u00fchmtesten Verse der Briefes und auch einer bekanntesten Verse der gesamten Bibel. Lesen wir auch Paulus Zusammenfassung seines ganzen Arguments in Vers 9b und 10: <strong>\u201eDarum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in N\u00f6te, in Verfolgungen und \u00c4ngsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.\u201c<\/strong> Was ist also gutes Angeben dann? Gutes Angeben ist wenn wir unsere Schw\u00e4che zum Objekt unseres Stolzes machen. Wir prahlen mit unserer Schw\u00e4che.<\/p>\n<p>Viertens, wie k\u00f6nnen wir gute Angeber werden?<\/p>\n<p>Was bedeutet dieser Text f\u00fcr uns? Wir lernen, dass wir mit Paulus sagen sollen: \u201eam allerliebsten r\u00fchme ich mich meiner Schwachheit. Wenn ich schwach bin, so bin ich stark.\u201c Klingt gut, klingt christlich, also lasst uns das tun. Wenn wir uns dann diese Woche mit dem Text besch\u00e4ftigen, dann wollen wir dar\u00fcber nachdenken, was f\u00fcr Schw\u00e4chen wir denn genau haben. Aber ist das wirklich so einfach? Jeder von uns hat peinliche Momente im Leben; es sind die Momente als wir uns in dem Fischkorb oder Obstkorb befanden, wie Paulus in Damaskus; die Momente unserer Niederlagen in unserem Leben; es k\u00f6nnen zerbrochene Beziehungen sein, Freunde die wir verloren haben; es k\u00f6nnen schmerzhafte, die traumatische Momente in der Familie, Gemeinde oder in unserem Studium oder Berufsleben sein. Manche, wenn nicht vieler dieser Momente sind der Tatsache geschuldet, dass wir selbst S\u00fcnder sind: dass wir die falschen Entscheidungen getroffen haben, obwohl wir eigentlich wissen, was richtig ist; die Momente, in welchen wir uns f\u00fchlen, wie Petrus sich gef\u00fchlt haben muss, nachdem er Jesus verleugnet hatte.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir wirklich darauf stolz sein? Zwei Gr\u00fcnde sprechen dagegen.<\/p>\n<p>Erstens, <em>warum sollte man stolz auf etwas sein, was nicht gut ist?<\/em> Schw\u00e4che ist keine gute Sache. Misshandlung, N\u00f6te, Verfolgungen, von denen Paulus hier spricht, oder die Tatsache, dass ihn ein Engel Satans mit F\u00e4usten schl\u00e4gt, sind nicht gut! Die Schw\u00e4che, von der Paulus spricht, ist ein Resultat einer gefallenen und zerbrochenen Welt. Weil Schw\u00e4che also ein Resultat von S\u00fcnde ist, (und es ist erst einmal egal, ob diese S\u00fcnde extern oder intern ist), ist Schw\u00e4che an sich keine gute Sache.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>es ist emotional fast unm\u00f6glich, mit unseren Schw\u00e4chen wirklich ehrlich zu sein<\/em>. Haben nicht alle Menschen die Tendenz, irgendwie besser dastehen zu wollen, als sie wirklich sind? Unser ganzes Leben lang sind wir damit aufgewachsen, zu versuchen, unsere Schw\u00e4chen so gut wie nur irgendwie m\u00f6glich zu verstecken. Ich glaube, dass das auch in der Gemeinde so ist. Nat\u00fcrlich schreiben wir Stellungnahme. Und nat\u00fcrlich benutzen wir dieses Forum, um unsere Fehler und S\u00fcnden zu bekennen. Aber kann ich euch etwas fragen: wie ehrlich sind wir im Umgang mit uns selbst? Ist es nicht so, dass wir selbst in unseren Stellungnahmen noch versuchen, die Kontrolle dar\u00fcber zu wahren, wie viel Bu\u00dfe wir nun tun oder nicht? Vollkommen ehrlich mit unseren Schw\u00e4chen zu sein ist deshalb emotional fast unm\u00f6glich, weil es voraussetzt, dass wir bereit sind, jede Kontrolle und Bestimmung \u00fcber unser Leben abzugeben. Und das ist etwas, woran wir uns bis zum bitteren Ende klammern.<\/p>\n<p>Ein guter Freund von mir erz\u00e4hlte mir von seiner Beziehung mit seiner Verlobten. Und was mich daran am meisten faszinierte, war die Tatsache, wie ehrlich beide mit ihren Schw\u00e4chen umgehen. Z.B. sagte er seiner Verlobten: \u201eIch m\u00f6chte, dass wenn wir als Ehepaar zusammen leben, du immer auch einen Blick auf alle meine Computeraktivit\u00e4ten wirfst.\u201c Sie fragte dann: \u201ewarum?\u201c \u2013 \u201eWeil M\u00e4nner Versuchungen im Internet ausgesetzt sind?\u201c \u2013 \u201eHei\u00dft das, dass du jeden Tag Pornos schaust?\u201c \u2013 Er sagte dann: \u201eNee, nicht jeden Tag.\u201c Ist das nicht eine erfrischende Ehrlichkeit mit Schw\u00e4che? Ist das nicht ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie wir freiwillig die Kontrolle \u00fcber uns selbst ein st\u00fcckweit mehr abgeben k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Hier ist die alles entscheidende Frage: wie k\u00f6nnen wir stolz auf unsere Schw\u00e4chen sein? Sehen wir uns noch einmal 12,9 an: <strong>\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c<\/strong> Die zwei entscheidenden Worte sind zum einen Gnade und Gottes Kraft. Nur wenige Jahre bevor Paulus diesen Brief schrieb, lebte die personifizierte Demut und Sanftmut Gottes unter den Menschen. Paulus gibt uns einen Einblick in seine Leiden. Aber seine Schw\u00e4chen sind nur ein Schatten des Menschen, der unsere Schwachheit trug. Jesus hat mehr gearbeitet als sie alle. Er wurde gefangen. Jesus wurde von den Juden misshandelt, bevor er von den R\u00f6mern gegei\u00dfelt wurde. Jesus litt nicht nur Todesnot, er starb am Kreuz. Paulus mag einen Tag und eine Nacht auf dem tiefen Meer getrieben sein. Jesus hingegen lag drei Tage im Grab, in der Finsternis des Todes. Jesus hat alle Macht im Himmel und auf Erden. Aber er starb den Tode der ultimativen Schw\u00e4che, der ultimativen Blo\u00dfstellung, der Schande und der Scham. Warum?<\/p>\n<p>Die Herrlichkeit von Gottes Gnade besteht darin, dass er S\u00fcnder unendlich viel besser behandelt, als sie es verdienen. Die Gnade Gottes ist, dass Jesus am Kreuz in Schwachheit blo\u00dfgestellt wurde, damit wir Gottes Kraft anziehen k\u00f6nnen. Am Kreuz behandelte Gott Jesus auf solche Weise wie wir es verdient h\u00e4tten, damit er uns so behandeln kann, wie Jesus es verdient. Die Kraft Gottes, von welcher der Apostel Paulus spricht, ist das Evangelium. Und nur wenn wir verstehen, dass wir von Gott erkannt und unendlich geliebt sind, finden wir die Kraft, wirklich ehrlich mit uns selbst zu werden. In dem Ma\u00dfe, in dem wir vom Evangelium ver\u00e4ndert werden, lernen wir, unsere abscheulichsten Schw\u00e4chen als eine Gelegenheit wahrzunehmen, mehr von Gottes St\u00e4rke zu erfahren. In dem Ma\u00dfe, in welchem wir im Evangelium wachsen, werden wir zu Menschen ver\u00e4ndert, die sich ihrer Schw\u00e4che r\u00fchmen k\u00f6nnen, um Gott alle Ehre zu geben, die ihm geb\u00fchrt.<\/p>\n<p>Pastor Greear betet jeden Tag folgendes Gebet, um im Evangelium zu wachsen:<\/p>\n<p>\u201eVater, es gibt nichts, was ich tun kann, um damit zu bewirken, dass du mich mehr liebst.<\/p>\n<p>Vater, kein Versagen kann bewirken, dass du mich weniger liebst.<\/p>\n<p>Deine Anwesenheit und deine Anerkennung sind alles, was ich heute brauche, um ewige Freude zu haben.<\/p>\n<p>Wie du zu mir bist, m\u00f6chte ich zu anderen sein.<\/p>\n<p>Deine Barmherzigkeit will ich am Kreuz bemessen. Deine Macht will ich an der Auferstehung bemessen.<\/p>\n<p>Diesem Ma\u00dfstab entsprechend will ich beten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Gottes St\u00e4rke in unserer Schwachheit \u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c 2. Korinther 11,30 Was w\u00fcrden wir als verr\u00fcckt bezeichnen? 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