{"id":2192,"date":"2012-09-24T20:52:05","date_gmt":"2012-09-24T19:52:05","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2192"},"modified":"2022-11-18T12:23:39","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:39","slug":"predigt-matthaus-251-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-251-13\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 25,1 &#8211; 13"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/P11Mt25-0113.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Von den klugen und t\u00f6richten Jungfrauen<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag                                                  \t\t\t\t\t       noch Stunde. <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Mt. 25.13<\/p>\n<p>Es waren nur noch drei Tage, bis der Herr Jesus Abschied von seinen J\u00fcngern nehmen w\u00fcrde. Bis dahin musste er sie unbedingt eine wichtige Sache lehren. Ihm war es ein ernstes Anliegen, seinen J\u00fcngern die richtige Haltung einzusch\u00e4rfen, die sie bis zu seiner Wiederkunft aufbringen sollten. Hierf\u00fcr setzte er seine Weisheit ein und lehrte ihnen das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Wir werden heute dieses Gleichnis n\u00e4her kennen lernen, um dadurch die richtige Haltung, die der Herr Jesus uns vermitteln will,  gut verinnerlichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Teil 1: Die klugen und die t\u00f6richten Jungfrauen<\/strong> (V. 1 &#8211; 4)<\/p>\n<p>Mit was vergleicht der Herr Jesus in diesem Gleichnis das Himmelreich? Betrachten wir Vers 1: <strong>Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Br\u00e4utigam entgegen.<\/strong> Der Herr Jesus vergleicht das Himmelreich mit zehn Jungfrauen, die einem Br\u00e4utigam mit ihren Lampen entgegenkommen wollen. Das W\u00f6rtchen \u201eDann\u201c weist darauf hin, dass dieses Gleichnis zeitlich in die Endzeit einzuordnen ist, also vor und w\u00e4hrend der Wiederkunft des Herrn. Was haben aber jene zehn Jungfrauen mit dem Br\u00e4utigam zu tun? Wollte der Br\u00e4utigam sie etwa alle heiraten? Oder nur eine von diesen, vielleicht die mit der sch\u00f6nsten Lampe? Um gut zu verstehen, worum es in diesem Gleichnis geht, m\u00fcssen wir einen kleinen Exkurs in die j\u00fcdische Hochzeitssitte nehmen.<\/p>\n<p>Mann und Frau verliebten und verlobten sich. Nach etwa einem Jahr Verlobungszeit, fand die Hochzeit statt. Die Hochzeit wurde damit eingeleitet, dass der Gl\u00fcckliche sein Schatz vom Elternhaus  heimholte. Mit der Braut warteten mindestens 10 Brautjungfern auf das Kommen des Br\u00e4utigams. Sobald sie benachrichtigt wurden, dass der Br\u00e4utigam sich mit seinen Leuten dem Haus der Braut n\u00e4herte, gingen die Braut samt den Brautjungfern dem Zug des Br\u00e4utigams entgegen, um ihn ehrenvoll zu empfangen. Dabei f\u00fchrten die Brautjungfern Stocklampen mit sich, weil die Hochzeit wegen der Hitze erst am Abend gefeiert wurde. Da diese Lampen sehr klein waren, passte in ihnen nicht so viel \u00d6l hinein. Aus diesem Grund nahmen sie fl\u00e4schen\u00e4hnliche Gef\u00e4\u00dfe mit, in welches sie zus\u00e4tzliches \u00d6l aufbewahrten. Als es nun zu der Begegnung kam, wurde die Braut von ihrem Zuk\u00fcnftigen und seinem Freundeskreis umringt. Sogleich wurde Musik gemacht. Man schlug die Pauke und sang fr\u00f6hliche Hochzeitslieder. Alle gingen dann gemeinsam zum Hochzeitshaus, wo dann die eigentliche Feier stattfand. Die Haust\u00fcr wurde verschlossen, um das Eintreten von Fremden oder Kriminellen zu vermeiden. Denn schlie\u00dflich war es schon sehr sp\u00e4t geworden.<\/p>\n<p>Die 10 Jungfrauen aus dem Gleichnis von dem Herrn Jesus haben also die Aufgabe, den Zug der Braut zu formieren. Sie begleiten die Braut zum Br\u00e4utigam mit leuchtenden Lampen in der Nacht.  Die Braut wird im Gleichnis allerdings kein einziges Mal erw\u00e4hnt, sondern lediglich der Br\u00e4utigam und die 10 Jungfrauen. Aber f\u00fcr wen stehen der Br\u00e4utigam und diese zehn Jungfrauen eigentlich? Schlicht gesprochen, stehen die 10 Jungfrauen f\u00fcr die Gemeinde, also f\u00fcr uns. Wir warten  gemeinsam auf das Kommen von Jesus Christus, der unser himmlischer Br\u00e4utigam ist.<\/p>\n<p>Dies h\u00f6rt sich bis jetzt sehr nett an, doch dann kommt das gro\u00dfe Aber, aber\u2026 Betrachten wir                Vers 2: <strong>Aber f\u00fcnf von ihnen waren t\u00f6richt und f\u00fcnf waren klug.<\/strong> Zwischen den 10 Jungfrauen gibt es einen wichtigen Unterschied. Obgleich die Brautjungfern alle dieselbe Aufgabe haben; obgleich sie alle mit derselben Braut befreundet sind; obgleich sie alle auf denselben Br\u00e4utigam warten usw. , unterscheiden sie sich doch in einer wichtigen Sache. Die einen sind t\u00f6richt, die anderen klug. Und das Schlimme ist, dass nicht nur wenige, sondern die H\u00e4lfte von ihnen t\u00f6richt ist. Sie sind nicht die Ausnahme, sondern fast schon die Regel. Der Teil der Gemeinde, der t\u00f6richt ist, kann also von beachtlicher Gr\u00f6\u00dfe sein.<\/p>\n<p>Nun wird es interessant. Wer sind denn die T\u00f6richten und wer die Klugen in der Gemeinde? Sind etwa die Klugen die Intelligenten und Gebildeten und die T\u00f6richten diejenigen, denen es an IQ fehlt? Lesen wir gemeinsam die Verse 3 und 4: <strong>Die T\u00f6richten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein \u00d6l mit. Die Klugen aber nahmen \u00d6l mit in ihren Gef\u00e4\u00dfen, samt ihren Lampen. <\/strong><\/p>\n<p>Was die t\u00f6richten Jungfrauen zu t\u00f6richten Jungfrauen macht, ist, dass sie kein Reserve\u00f6l f\u00fcr die Stocklampen mitnehmen. Obwohl sie \u00fcberhaupt keine Ahnung davon haben, wann der Br\u00e4utigam kommen w\u00fcrde, nehmen sie kein Reserve\u00f6l mit. Warum machen sie das? Sie h\u00e4tten es doch wissen m\u00fcssen, dass sie Reserve\u00f6l ben\u00f6tigen. F\u00fcr ihr Verhalten lassen sich verschiedene Gr\u00fcnde finden. Vielleicht hatten sie es schlicht und einfach vergessen gehabt, Reserve\u00f6l mitzunehmen. Ihr Kopf drehte sich um andere Dinge, wie etwa: \u201e<em>Wie sieht meine Frisur aus?; Was f\u00fcr ein Kleid ziehe ich an? Welche Kette passt zu meinen Schuhen?<\/em>\u201c Weil sie sich mit vielen anderen, unwichtigen Dingen besch\u00e4ftigt haben k\u00f6nnten, verga\u00dfen sie das Wesentliche, n\u00e4mlich das \u00d6l.<\/p>\n<p>Ein anderer Grund k\u00f6nnte sein, dass sie einfach davon ausgingen, dass das \u00d6l in ihren Lampen schon ausreichen w\u00fcrde. \u201e<em>Das passt schon. Mein \u00d6l wird schon gen\u00fcgen. Ich mach mir jetzt keine Sorgen dar\u00fcber<\/em>.\u201c k\u00f6nnte ihre Haltung gewesen sein.. Wenn sie so eingestellt waren, dann gingen sie mit dem Kommen des Br\u00e4utigams sehr locker um. Sie nahmen es nicht ernst genug.<\/p>\n<p>Die t\u00f6richten Jungfrauen k\u00f6nnten aber auch kalkuliert haben, etwa so: \u201e<em>Hmmm das \u00d6l in der Lampe h\u00e4lt ca. f\u00fcr eine halbe Stunde. Jetzt ist es schon 20.45 Uhr. Nach meinen Erfahrungen mit Hochzeiten kommt der Br\u00e4utigam in der Regel um 21 Uhr. Selbst wenn ich noch 15 Minuten Versp\u00e4tung miteinberechne, m\u00fcsste das \u00d6l in der Lampe gerade noch so reichen. Dann spar ich lieber das Geld und kauf kein weiteres \u00d6l. Au\u00dferdem ist es mir zu umst\u00e4ndlich, st\u00e4ndig ein Gef\u00e4\u00df mit mir herumzutragen..<\/em>\u201c  Sie k\u00f6nnten kalkuliert haben, um sich jeglichen Aufwand und Umst\u00e4nde f\u00fcr die Vorbereitung auf das Kommen des Br\u00e4utigams zu ersparen.<\/p>\n<p>Wie auch immer die Jungfrauen gedacht haben, jedes der drei Gr\u00fcnde beinhaltet eine ungeistliche und damit eine t\u00f6richte Einstellung in Bezug auf das Kommen des Br\u00e4utigams.<\/p>\n<p>Die klugen Jungfrauen hingegen sind deswegen klug, weil sie f\u00fcr den Fall, dass der Br\u00e4utigam zu sp\u00e4t kommen k\u00f6nnte, Reserve\u00f6l mitnehmen. Die klugen Jungfrauen denken etwa so: \u201e<em>Wir nehmen lieber mehr \u00d6l mit als zu wenig. Denn wir wissen nicht, wann er kommt. Es kann ja sein, dass er aus irgendeinem Grund sehr sp\u00e4t erst kommt. Wir wollen auf keinen Fall riskieren, dass wir bis dahin kein \u00d6l mehr haben. Lasst uns tanken, tanken, tanken, was das Zeug h\u00e4lt. Wir brauchen \u00d6l, \u00d6l, \u00d6l! So sind wir auf das Kommen des Br\u00e4utigams bestens vorbereitet.<\/em>\u201c Die klugen Jungfrauen sind bedachtsam und vorausdenkend, sodass sie die n\u00f6tigen Vorbereitungen f\u00fcr das Kommen des Br\u00e4utigams treffen bzw. Reserve\u00f6l mitnehmen.<\/p>\n<p>Doch die interessante Frage ist noch nicht beantwortet, wer in der Gemeinde die Klugen und wer die T\u00f6richten sind. Wir m\u00fcssen daher im Folgenden das Gleichnis noch weiter aufl\u00f6sen: Die Gemeinsamkeit der 10 Jungfrauen, die die Gemeinde repr\u00e4sentieren, ist die Lampe. So haben wir auch in der Gemeinde viele Gemeinsamkeiten. Wir haben beispielsweise alle dasselbe Bekenntnis. Wir bekennen Jesus als unseren Herren und Heiland. Wir alle erwarten seine Wiederkunft. Wir alle besuchen denselben Gottesdienst und nehmen an dieselben Veranstaltungen teil, wie etwa an der Freitags- und Samstagsgebetsstunde, an das Kreisbibelstudium, an die Bibelfreizeiten usw. Wir tun viele gleiche T\u00e4tigkeiten, wie etwa Einladen gehen, Zweier-Bibelstudium geben usw. Wir haben dieselbe Orientierung, dem Werk Gottes zu dienen, n\u00e4mlich prim\u00e4r die Studenten in Heidelberg mit dem Evangelium zu erreichen.  Wir allen haben eine Lampe. Punkt.<\/p>\n<p>Also gibt es doch keinen Unterschied zwischen den klugen und t\u00f6richten Christen? Oooh doch! Die klugen Christen sind die, die sich auf die Wiederkunft Christi vorbereiten, die t\u00f6richten Christen aber nicht. Nach dem Gleichnis bereiten die klugen Christen \u00d6l vor, was sinnbildlich f\u00fcr die Glaubenskraft steht.<\/p>\n<p>Wie bereiten sie aber dieses besondere \u00d6l vor?  Die klugen Christen nehmen am Gemeindeleben mit einer anderen Haltung als die t\u00f6richten Christen teil. Der kluge Christ m\u00f6chte durch die verschiedenen Veranstaltungen der Gemeinde geistlich auftanken. Der t\u00f6richte Christ hingegen macht einfach so alles mit, eben aus Gewohnheit. Der kluge Christ nimmt beispielsweise am Bibelstudium teil, um ein Wort ganz pers\u00f6nlich zu empfangen. Der t\u00f6richte Christ hingegen sitzt da wie ein Kartoffelsack. Der kluge Christ h\u00f6rt sich Stellungnahmen an, um Gnade durch sie zu empfangen. Der t\u00f6richte Christ hingegen langweilt sich beim Zuh\u00f6ren. Der kluge Christ nimmt am Gottesdienst teil, um sich an Gott zu erfreuen. Der t\u00f6richte Christ hingegen denkt schon an das Mittagessen. W\u00e4hrend die t\u00f6richten Christen nur auf die Lampe bzw. auf die \u00e4u\u00dfere Form achten, achten die klugen Christen darauf, dass ihre Lampe mit Inhalt gef\u00fcllt ist. F\u00fcr sie sind die Gemeindeaktivit\u00e4ten keineswegs inhaltslos.<\/p>\n<p>Indem der kluge Christ durch das Gemeindeleben geistlich auftankt, bereitet er sich auf die Wiederkunft Seines Herrn vor. Der t\u00f6richte Christ hingegen vers\u00e4umt diese wichtige Vorbereitung. Dies kann wie bei den t\u00f6richten Jungfrauen verschiedene Gr\u00fcnde haben. Die einen sind durch viele andere, irdische Dinge zerstreut, dass sie nicht mehr Acht auf ihren geistlichen Zustand haben. Ihre pers\u00f6nliche Beziehung zum Herrn Jesus l\u00e4sst nach, ohne dass sie es merken. Die anderen nehmen ihr Glaubensleben recht locker, das Wiederkommen des Herrn Jesus nicht so wirklich ernst. Sie meinen, dass ihr derzeitiger geistlicher Zustand schon okay sei, schon ausreichen w\u00fcrde. \u201eDas passt schon\u201c, ist ihr Motto. Da gibt es noch welche, die berechnen. Sie wollen den Weg des m\u00f6glichst geringsten Aufwands gehen, sei es in Form von Zeit, Geld und Kraft. Solche meinen, sie k\u00f6nnten ihr Glaubensleben auf Sparflamme, ja sozusagen auf Standby stellen.<\/p>\n<p>Zurzeit ist der \u00dcbergang von der t\u00f6richten zur klugen Jungfrau oder leider auch umgekehrt noch m\u00f6glich. Jeder von uns kann eine \u201ekluge Jungfrau\u201c sein. Klugheit ist nicht wie bei Intelligenz eine Frage der Veranlagung, sondern eine Frage der Einstellung oder Einsicht. M\u00f6ge daher jeder von uns (einschlie\u00dflich der Prediger) die Einsicht haben, als ein kluger Christ am Gemeindeleben teilzunehmen.<\/p>\n<p>Welche Folgen wird es f\u00fcr einen Christen haben, der zu wenig \u00d6l hat?<\/p>\n<p><strong>Teil 2: Ich kenne euch nicht <\/strong>(V. 5 &#8211; 10)<\/p>\n<p>Als die Brautjungfern auf den Br\u00e4utigam warteten, waren sie anfangs sicherlich voller Aufregung gewesen. Sie unterhielten sich \u00fcber dies und jenes und lachten miteinander. Doch je l\u00e4nger sie warteten, ging ihre heitere Stimmung immer weiter zur\u00fcck. Mittlerweile war es schon fast Mitternacht geworden, und der Br\u00e4utigam war immer noch nicht da. Bei den j\u00fcdischen Hochzeiten war es zwar Brauch, dass der Br\u00e4utigam bewusst sp\u00e4t kam. Er lie\u00df sozusagen auf sich warten. Doch bei dieser Hochzeit kam er viel zu sp\u00e4t. Deswegen wurden die Jungfrauen alle m\u00fcde und schliefen ein, wie Vers 5 berichtet. Doch was geschah aber dann? Betrachten wir Vers 6: <strong>Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Br\u00e4utigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!<\/strong> Die Jungfrauen wurden von einer lauten Stimme mit klaren Worten aufgeweckt: <strong>Siehe, der Br\u00e4utigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!<\/strong> Die Aufregung kehrte bei den Jungfrauen wieder zur\u00fcck. \u201e<em>Ach du meine G\u00fcte, der Br\u00e4utigam wird gleich da sein. Schnell aufstehen und die Lampen fertig machen<\/em>.\u201c, dachten sie sich bestimmt. So standen die Jungfrauen auf und wollten zun\u00e4chst einmal ihre Lampen in Ordnung bringen, wie Vers 7 berichtet. Wie es \u00fcblich war, reinigten sie zun\u00e4chst einmal den Lampendocht. W\u00e4hrend die klugen Jungfrauen noch das Reserve\u00f6l nachf\u00fcllten, z\u00fcndeten die t\u00f6richten Jungfrauen den Docht sogleich an. Doch dann gab es ein gro\u00dfes Ups. Die Flamme wurde n\u00e4mlich immer kleiner und kleiner und kleiner und die Augen der t\u00f6richten Jungfrauen immer gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer&#8230; \u201e<strong>Gebt uns von eurem \u00d6l<\/strong>\u201c, sagten sie dann verzweifelt zu den klugen Jungfrauen, \u201e<strong>denn unsere Lampen verl\u00f6schen<\/strong>.\u201c erg\u00e4nzten sie. Vielleicht hatten sie erwartet, dass die klugen Jungfrauen ohne Z\u00f6gern auf ihre Bitte eingehen w\u00fcrden. Immerhin kannten sie sich doch. Sie hatten doch vorher viel Gemeinschaft miteinander gehabt, \u00fcber vieles gelacht und geredet. Aber die klugen Jungfrauen sagten: \u201c<strong>Nein<\/strong>\u201d. Die Augen der t\u00f6richten Jungfrauen wurden noch gr\u00f6\u00dfer. \u201c<em>Sie haben Nein gesagt. H\u00e4, was, wieso, warum denn nicht<\/em>?\u201d, dachten sie sich  bestimmt. Die klugen Jungfrauen erkl\u00e4rten \u2013 Vers 9: <strong>sonst w\u00fcrde es f\u00fcr uns und euch nicht genug sein. <\/strong>So machten sie ihren Kolleginnen deutlich, dass ihre Bitte irrsinnig sei. Sie k\u00f6nnten ihnen ihr \u00d6l nicht geben, weil es sonst weder f\u00fcr sie noch f\u00fcr die t\u00f6richten Jungfrauen ausreichen w\u00fcrde. Dann h\u00e4tten ja beide nichts davon gehabt. Die t\u00f6richten Jungfrauen waren wirklich dumm. Doch die klugen Jungfrauen wollten sie nicht im Regen stehen lassen. <strong>Geht aber zum Kaufmann und kauft f\u00fcr euch selbst<\/strong>. gaben sie ihnen daher als Rat. Sie wollten sie ermutigen, sich noch schnell selbst \u00d6l zu erwerben. Vielleicht w\u00fcrden sie es ja noch schaffen, bevor der Br\u00e4utigam kommt. Mehr konnten die klugen Jungfrauen f\u00fcr ihre Kolleginnen auch nicht tun. Sie konnten ihr Problem nicht l\u00f6sen, sondern sie lediglich dazu ermutigen, selbst \u00d6l zu erwerben.<\/p>\n<p>Die t\u00f6richten Jungfrauen h\u00f6rten auf den Rat der klugen. Sie gingen weg, um \u00d6l zu kaufen. Da waren es nur noch 5 Jungfrauen, die auf den Br\u00e4utigam warteten. Die Situation danach mag vielleicht so stattgefunden haben: Nachdem die 5 t\u00f6richten Jungfrauen gegangen waren, kehrte f\u00fcr einen Moment wieder n\u00e4chtliche Stille ein. Die f\u00fcnf Jungfrauen schauten traurig nach unten, sch\u00fcttelten nur den Kopf und bedauerten die Dummheit der anderen Jungfrauen. \u201e<em>Wie kann man nur so dumm sein und kein \u00d6l mitbringen\u2026<\/em>\u201c regten sie sich innerlich auf. Doch dann wurden ihre Gedanken durch ein Ger\u00e4usch unterbrochen. Sie h\u00f6rten den Br\u00e4utigam und seine Leute kommen. \u201eDer Br\u00e4utigam kommt. Schnell richten wir unsere Lampen auf\u201c, sagten sie zueinander. Was geschah dann? Lesen wir gemeinsam Vers 10: <strong>Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Br\u00e4utigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die T\u00fcr wurde verschlossen. <\/strong>Der entscheidende Augenblick war nun gekommen. Der Br\u00e4utigam war da. Doch als er ankam, traf er lediglich auf die klugen Jungfrauen, die ihn mit einer leuchtenden Lampe empfingen. Die anderen Jungfrauen waren noch dabei, \u00d6l zu kaufen. Sie hatten es nicht geschafft, rechtzeitig vom Kaufmann umzukehren. Es war einfach zu knapp gewesen, jetzt noch \u00d6l zu erwerben. So wurde in dem Moment, als der Br\u00e4utigam kam, eine Sache ganz klar: Wer sich von den 10 Jungfrauen auf sein Kommen vorbereitet hat und wer nicht. Und dies war auch in dem Moment das Entscheidende. Denn nur die Jungfrauen, die bereit waren, konnten mit dem Br\u00e4utigam ins Hochzeitshaus einkehren.  Dann aber wurde die T\u00fcr verschlossen.<\/p>\n<p>Die Hochzeitsfeier begann. Buntes Treiben und Lachen erf\u00fcllte das Hochzeitshaus. Doch dann machte es heftig klopf, klopf an der T\u00fcr. Na nu, wer war denn das? &#8211; Betrachten wir Vers 11: <strong>Sp\u00e4ter kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr tu uns auf!<\/strong> Es waren die t\u00f6richten Jungfrauen. Sie wollten, dass der Br\u00e4utigam sie nachtr\u00e4glich hereinkommen lassen w\u00fcrde. Sicherlich hatten sie sich erhofft, dass der Br\u00e4utigam Verst\u00e4ndnis f\u00fcr sie haben w\u00fcrde. Sie wollten ja \u00d6l f\u00fcr die Lampen kaufen. Dies m\u00fcsste doch ein vern\u00fcnftiger Grund gewesen sein. Doch welche bittere Antwort h\u00f6rten sie vom Br\u00e4utigam? Lesen wir gemeinsam Vers 12: <strong>Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.<\/strong> Der Br\u00e4utigam kannte diese  Jungfrauen wirklich nicht. Woher sollte er sie denn kennen? Als er kam, waren sie ja gar nicht da gewesen. Ihr Aussehen war ihm fremd. So machte der Br\u00e4utigam ihnen nicht auf. Denn sie k\u00f6nnten ja auch Einbrecher gewesen sein.  W\u00e4hrend drinnen Freude und Heiterkeit herrschten, blieben die t\u00f6richten Jungfrauen drau\u00dfen in der kalten Finsternis stehen. Sie durften gar nicht an der Hochzeit teilnehmen. Sie wurden wie Nicht-Eingeladene behandelt. Und das alles nur, weil sie nicht gen\u00fcgend \u00d6l hatten.<\/p>\n<p>Was ist die Bedeutung des zweiten Teils dieses Gleichnisses?<\/p>\n<p>So wie das Kommen des Br\u00e4utigams im Gleichnis durch das laute Rufen angek\u00fcndigt wird, so k\u00fcndigen auch die schrecklichen Zeichen der Endzeit, die wir schon im Kapitel 24 kennen gelernt haben, die Wiederkunft des Herrn an. In dieser Zeit der Bedr\u00e4ngnis werden die t\u00f6richten Christen vom Glauben abfallen, weil sie keinen ausdauernden Glauben haben. Die klugen Christen hingegen, die sich vorbereitet haben, werden Glauben halten.<\/p>\n<p>Die t\u00f6richten Christen werden sich dann, wie im Gleichnis beschrieben, Hilfe bei den klugen Christen aus der Gemeinde suchen, etwa so: \u201e<em>Hey du, wir waren doch damals in demselben Kreis. Wir haben doch damals gemeinsam im Chor gesungen. Wei\u00dft du noch auf der Sommerbibelfreizeit 2012. Da haben du und ich Lebenszeugnis vorgetragen Bruder, hilf mir! Gib mir was  von deinem \u00d6l.<\/em>\u201c Aber die klugen Christen werden ihr Problem auch nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen nicht f\u00fcr sie stellvertretend beten. Das geht einfach nicht. Das einzige was die klugen Christen tun k\u00f6nnen, ist die t\u00f6richten zu ermutigen, selbst noch Glauben zu erwerben, in der Hoffnung, dass es f\u00fcr sie nicht zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Nach diesem Gleichnis war es aber zu sp\u00e4t. Die t\u00f6richten Jungfrauen kamen nicht mehr ins Hochzeitshaus hinein. Und so werden auch die t\u00f6richten Christen nicht an der himmlischen Hochzeit teilnehmen. Sie werden etwa so was zu Jesus sagen: \u201e<em>Herr, Herr, mach doch die T\u00fcr auf. Hab ich nicht dies und das damals alles in der Gemeinde mitgemacht?<\/em>\u201c. Doch die Antwort des Herrn wird f\u00fcr sie erschreckend sein: \u201e<strong>Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht<\/strong>.\u201c Der Herr Jesus sagt nicht ohne Grund: <em>\u201eIch kenne euch nicht\u201c<\/em>. Er zeigt damit an, dass diese Christen nicht in der Beziehung zu ihm standen. Sie haben nichts mit ihm zu tun gehabt. Sie haben nur \u00e4u\u00dferlich am Gemeindeleben teilgenommen, aber pers\u00f6nlich mit dem Herrn Jesus keine Gemeinschaft gehabt.<\/p>\n<p>An dem tragischen Ausgang der Erz\u00e4hlung k\u00f6nnen wir zwei wichtige Punkte deutlich sehen: Erstens die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gemeinde, selbst einer biblischen Gemeinde, ist \u00fcberhaupt keine Garantie f\u00fcr die eigene Errettung. Sie ist keine Eintrittskarte f\u00fcr die himmlische Hochzeit. Der Herr Jesus kl\u00e4rt uns in diesem Gleichnis \u00fcber die Notwendigkeit dar\u00fcber auf, dass jeder ganz individuell Verantwortung f\u00fcr seinen pers\u00f6nlichen Glauben tr\u00e4gt. Zweitens ist bei der Wiederkunft Jesu die entscheidende Frage, ob man bis dahin Glauben halten konnte oder nicht. Nicht ohne Grund sagte der Herr Jesus einmal: <strong>Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden? (Lk.18.8)<\/strong><\/p>\n<p>Welche Haltung sollen wir daher in Hinblick auf die Wiederkunft Jesus aufbringen?<\/p>\n<p><strong>Teil \t3: Darum wachet! (V. 13)<\/strong><\/p>\n<p>Das \tGleichnis von den 10 Jungfrauen beinhaltet eigentlich ein sehr \tsch\u00f6nes, ja romantisches Ereignis, n\u00e4mlich die Hochzeit. Doch wenn \tes dem Herrn Jesus darum ginge, eine Lovestory zu erz\u00e4hlen, dann \tw\u00e4re er n\u00e4her auf die Beziehung zwischen dem Br\u00e4utigam und der \tBraut eingegangen. Aber die Braut wird kein einziges Mal im Text \terw\u00e4hnt. Die Hauptrolle nehmen die Brautjungfern ein, die in der \tRealit\u00e4t eher eine Nebenrolle haben. Der Herr Jesus erz\u00e4hlt das \tGleichnis vielmehr mit gro\u00dfem Ernst, weil er seine J\u00fcnger durch \tdieses Gleichnis eine wichtige Haltung einsch\u00e4rfen wollte, mit der \tsie seine Wiederkunft erwarten sollten. Um welche Haltung geht es \tnun? Lesen wir gemeinsam Vers 13: <strong>Darum wachet! Denn ihr wisst \tweder Tag noch Stunde.<\/strong> Schon im vorausgegangenen Kapitel hatte \tder Herr Jesus es ihnen gesagt: <strong>Darum wachet; denn ihr wisst \tnicht, an welchem Tag euer Herr kommt. <\/strong>Und dann noch einmal:<strong> Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer \tStunde, da ihr\u00b4s nicht meint. <\/strong>Und in dem heutigen Text zum \tdritten Mal:<strong> Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde. <\/strong>Wachen, immer bereit sein, dies war die Haltung, die seine \tJ\u00fcnger unbedingt zu Herzen nehmen sollten. Unter dem Gesichtspunkt \tdieses Gleichnisses bedeutet wachsam sein, dass wir stets darauf \tbedacht sind, am Gemeindeleben mit einer aufnahmebereiten Haltung, \tanstelle mit einer inneren Passivit\u00e4t teilzunehmen.<\/p>\n<p>Wir \tbefinden uns in der Zeit, die vor der Bedr\u00e4ngnis steht. In dieser \tZeit ist es wichtig, dass sich jeder von geistlich zur\u00fcstet, also \t\u201e\u00d6l\u201c tankt, was das Zeug h\u00e4lt, damit du und ich einen Glauben \thaben, der nicht nur bis morgen oder \u00fcbermorgen, sondern bis zur \tWiederkunft Jesu Christi reicht. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir \tallezeit auf die Wiederkunft unseres Herrn bereit sein, obwohl wir \tweder Tag noch Stunde seines Kommens wissen.<\/p>\n<p>Durch \tdie Besch\u00e4ftigung mit der Predigt habe ich den Wunsch bekommen, ein \tkluger Christ zu sein. Ich m\u00f6chte diese wertvolle Zeit nicht \tvers\u00e4umen, sondern sie nutzen um mich geistlich zuzur\u00fcsten. Ferner \thabe ich gemerkt, dass mich der Herr Jesus auf meine Haltung, mit \tder ich am Gemeindeleben teilnehme, ansprechen m\u00f6chte.  Im \tVergleich zu der Zeit, als ich noch frisch in der Gemeinde war, hat \tmeine aufnahmebereite Haltung etwas nachgelassen. Aber infolge von \tJesu Wort: <strong>Darum wachet.<\/strong> tue ich Bu\u00dfe daf\u00fcr und erneuere \tmeine Haltung, mit der ich am Gemeindeleben teilnehme. Nichts soll \tf\u00fcr mich zur Gewohnheit werden, sondern alles frisch und neu.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: <strong>Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag                                                                                           noch Stunde.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Von den klugen und t\u00f6richten Jungfrauen Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde. Mt. 25.13 Es waren nur noch drei Tage, bis der Herr Jesus Abschied von seinen J\u00fcngern nehmen w\u00fcrde. Bis dahin musste er sie unbedingt eine wichtige Sache lehren. 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