{"id":219,"date":"2009-07-26T14:01:01","date_gmt":"2009-07-26T13:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=219"},"modified":"2023-01-29T20:20:59","modified_gmt":"2023-01-29T19:20:59","slug":"predigt-joh-101-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-joh-101-18\/","title":{"rendered":"Predigt: Joh 10,1-18"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/J25-P10-0118.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center; \">Ich bin der gute Hirte<\/h2>\n<address style=\"text-align: center; \">\u201eIch bin der gute Hirte. Der gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/address>\n<address style=\"text-align: center; \">(11)<\/address>\n<p>Im heutigen Text geht es um den guten Hirten. Jesus ist der gute Hirte und wir sind seine Schafe. Nur leben wir in einer aufgekl\u00e4rten Zeit, in der die Metapher Jesu nicht ernst genommen werden k\u00f6nnte: Der Mensch ist doch kein halbintelligentes Schaf. Der Mensch ist ein selbstbewusstes Wesen, das gelernt hat ohne Gott zurrecht zu kommen. F\u00fcr k\u00f6rperliche Leiden gibt es \u00c4rzte und medizinische Hilfe, f\u00fcr mentale Probleme gibt es Psychologen und Psychopharmazeutika und f\u00fcr technische Probleme gibt es Ingenieure und technische L\u00f6sungen. So lernt der Mensch von Jugend auf sein Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Aber heute wollen wir durch die Botschaft Jesu erfahren, warum sein Gleichnis der tats\u00e4chlichen Realit\u00e4t entspricht, warum er der gute Hirte ist und wir Schafe, die den guten Hirten ben\u00f6tigen. Gott segne unsere Gemeinschaft in seinem Wort.<\/p>\n<p><strong>Teil I Der gute Hirte kennt seine\u00a0<span style=\"font-weight: normal; \"><strong>Schafe <\/strong>(1-6)<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Welche Szenarien beschreibt Jesus zu Beginn seines Gleichnisses? Verse 1 und 2 lauten: <strong>\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur T\u00fcr hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein R\u00e4uber. Der aber zur T\u00fcr hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.\u201c<\/strong> Jesus beschreibt einen Stall, indem sich Schafe aufhalten. Gott hat sein Volk immer wieder als Schafe bezeichnet. Und Schafe ben\u00f6tigen einen Hirten. Das lateinische Wort f\u00fcr Hirte lautet \u201ePastor\u201c. So war auch das Volk Israel stets auf geistliche Pastoren, also Hirten, angewiesen. Wenn wir auf Kapitel 9 zur\u00fcckblicken, sehen wir Pharis\u00e4er, die sich dem Volk als Hirten aufdr\u00e4ngten. Sie hatten die religi\u00f6se und politische Macht und konnten sogar Menschen, wie den Blindgeborenen, aus der Gesellschaft exkommunizieren. Vor allem an den Sabbattagen schlug ihre Stunde, an denen sie das Volk anhand ihrer Vielzahl von erfundenen Sabbatregeln terrorisierten.<\/p>\n<p>Jesus aber wollte ihnen die Augen \u00f6ffnen. Waren sie wirklich Hirten? Waren sie nicht viel mehr Diebe und R\u00e4uber? Ausschlaggebend f\u00fcr die Identit\u00e4t ist die T\u00fcr, darauf kommen wir noch zu sprechen. Doch ausschlaggebend ist auch die Lebensweise des Hirten. Was tut der gute Hirte, im Gegensatz zu Dieben und R\u00e4ubern? Vers 3 sagt: <strong>\u201eDem macht der T\u00fcrh\u00fcter auf, und die Schafe h\u00f6ren seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und f\u00fchrt sie hinaus.\u201c<\/strong> Der gute Hirte kennt jedes seiner Schafe, er ruft sie beim Namen. Jeden Morgen ruft er sie pers\u00f6nlich und f\u00fchrt sie hinaus. Die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Was tut der gute Hirte mit den Schafen? Lesen wir Vers 4: <strong>\u201eUnd wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.\u201c<\/strong> Warum geht der gute Hirte voran und treibt die Herde nicht vor sich her? Der Hirte f\u00fchrt die Schafe auf die Weidepl\u00e4tze und zum frischen Wasser. Allerdings kann der Weg dorthin rau und gef\u00e4hrlich sein. Sie kann, so wie David es im Psalm 23 beschrieben hat, durch finstere T\u00e4ler f\u00fchren. Schafe sind \u00e4ngstlich und w\u00fcrden eine solche Wanderung nicht \u00fcberstehen. Doch David bezeugte: <strong>\u201eUnd ob ich schon wanderte im finstern Tal, f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich.\u201c<\/strong> (Ps. 23,4) Das Vorangehen des Hirten ist also von essentieller Bedeutung. Dem Hirten folgt die Herde \u00fcberall hin.<\/p>\n<p>Was geschieht hingegen, wenn nicht der Hirte, sondern ein Fremder auftaucht? Vers 5 verk\u00fcndet: <strong>\u201eEinem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Welches Bild von Schafen vermittelt uns Jesus in seinem Gleichnis? In der Vergangenheit hatten wir mehrmals die Gelegenheit Jes. 53 zu studieren. Dort haben wir haupts\u00e4chlich die Schwachpunkte der Schafe kennen gelernt. Schafe sind hilflos, weil sie kurzsichtig sind und deshalb sehr leicht und sehr schnell in die Irre gehen. Das stimmt und genau dieses Verhalten spiegelt die menschliche Natur wieder. In unserer Zeit ist es eine Tugend geworden, den eigenen Weg zu gehen. Getrieben wird der Mensch von kurzfristigen Zielen. Spr\u00fcche wie: \u201eDas Leben ist kurz\u201c, \u201eman lebt nur einmal\u201c oder \u201ejust do it\u201c rechtfertigen den heutigen Genuss, denn wer wei\u00df was morgen kommt. Schafe ohne Hirten sind verlorene Wesen, sie haben keine \u00dcberlebenschancen. Das gleiche gilt auch f\u00fcr den Menschen. <strong>\u201eWir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg.\u201c<\/strong> (Jes. 53,6a) Doch im heutigen Text sehen wir, dass Schafe hervorragende F\u00e4higkeiten entfalten, wenn sie bei ihrem Hirten sind. Sie kennen die Stimme ihres Hirten und nur ihm folgen sie nach. Ein Fremder kann kommen und noch so sehr locken, als scheue Tiere folgen sie ihm nicht, denn sie kennen den Fremden nicht. Wir sehen, dass eine Beziehung zwischen Schaf und Hirte besteht. Diese Vertrauensbeziehung ist ein weiterer Hinweis f\u00fcr den guten Hirten.<\/p>\n<p>Nun hatte Jesus den Pharis\u00e4ern Indizien geliefert, um den guten Hirten von Dieben und R\u00e4ubern zu unterscheiden. Nun konnten die Pharis\u00e4er sich selbst im Lichte des Gleichnisses betrachten. Wer waren sie? Hatten sie eine intakte Beziehung zum Volk? Die Antwort ist ein eindeutiges \u201eNein\u201c, vor allem wenn wir ihre Worte aus Kap. 7 aufgreifen, mit denen sie das Volk beschimpften und als verflucht bezeichneten (7,49). Welches Leben f\u00fchrte hingegen Jesus? Jesus kam indessen zu einzelnen Menschen, rief sie beim Namen und diese folgten ihm nach. Als Jesus Simon wahrscheinlich zum ersten Mal sah, sprach er zu ihm: <strong>\u201eDu bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas hei\u00dfen, das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Fels.\u201c<\/strong> Jesus sah ihn und er kannte ihn und er rief ihn beim Namen und Simon fing an Jesus ein f\u00fcr allemal nachzufolgen. Als Nathanael zum unbekannten Jesus kam, kannte Jesus ihn. Jesus sagte ihm was Nathanael im Verborgenen getan hatte. Nathanael sprach verwundert: <strong>\u201eWoher kennst du mich?\u201c<\/strong> (Joh. 1,48) Jesu Gleichnis ist eindeutig. Er ist der gute Hirte, den er im Gleichnis beschreibt. Er ist der gute Hirte, weil er alle Schafe kennt. Und somit war es auch klar wer die Diebe und R\u00e4uber waren. Doch haben die Pharis\u00e4er es begriffen? Vers 6 lautet: <strong>\u201eDies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte.\u201c<\/strong> Dieser Einschub des Verfassers zeigt uns, dass sie doch in der Lage h\u00e4tten sein sollen zu verstehen. Sie, die Lehrer Israels, waren jedoch nicht im Stande das Wort Gottes auf sich selbst anzuwenden. Aber das Gesetz auf andere zu richten, darin waren sie meisterhaft.<\/p>\n<p>In diesem ersten Teil haben wir sehen k\u00f6nnen, dass Jesus der gute Hirte ist, weil er seine Schafe kennt und weil eine Vertrauensbeziehung sie verbindet. Warum ist Jesus noch der gute Hirte?<\/p>\n<p><strong>Teil II  Ich bin die T\u00fcr<\/strong> (7-10)<\/p>\n<p>Wie ging Jesus mit ihrer Unverst\u00e4ndnis um? Lesen wir den Vers 7: <strong>\u201eDa sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die T\u00fcr zu den Schafen.\u201c<\/strong> Jesus unternahm eine weitere Hilfsma\u00dfnahme um ihnen zu helfen. Dabei stellte er sich als die T\u00fcr des Schafstalls vor. Welche Bedeutung hat Jesus als T\u00fcr? In der damaligen Zeit stellten sich einige Hirten quer vor die T\u00fcr des Stalls und \u00fcbernachteten dort um die Schafe zu bewachen. So ist Jesus beides, T\u00fcr und guter Hirte, weil er seine Schafe pers\u00f6nlich besch\u00fctzt. Die T\u00fcr ist der direkteste Weg zum Stall, doch diesen Weg versperrt Jesus f\u00fcr Diebe und R\u00e4uber. Welchen besseren Schutz kann die Herde haben, als Jesus selbst, der voller G\u00fcte und Vollmacht ist. Das gleiche gilt f\u00fcr die Gemeinde, f\u00fcr den der Schafstall steht. <strong>\u201eIst Gott f\u00fcr uns, wer kann wider uns sein?\u201c<\/strong> (R\u00f6m. 8,31)<\/p>\n<p>Zum anderen ist Jesus eine offene und einladende T\u00fcr f\u00fcr alle Schafe, die zu Jesus geh\u00f6ren m\u00f6chten, die zur Herde Gottes gez\u00e4hlt werden wollen. Und wie Vers 16 deutlich macht, besitzt Jesus zwar viele Schafe, aber nur eine Herde. Und als T\u00fcr ist Jesus der einzige Weg zu Gott. Das wird insbesondere durch Kap. 14,6 deutlich: <strong>\u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.\u201c<\/strong> Weil Jesus die T\u00fcr ist, besitzt er allein den Exklusivanspruch. Kein anderer Weg, keine andere T\u00fcr f\u00fchrt zu Gott.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung hatte dieses Wort f\u00fcr die Pharis\u00e4er? Betrachten wir Vers 8: <strong>\u201eAlle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und R\u00e4uber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.\u201c<\/strong> Die Angabe \u201evor mir\u201c ist nicht nur zeitlich zu verstehen. Damit sind auch all diejenigen gemeint, die sich vor Jesus stellen. Und es macht den Anschein, als ob die Pharis\u00e4er es sich zur Ehrensache erkl\u00e4rt hatten, sich vor Jesus zu stellen. Sie beschimpften ihn als Samariter, als Besessenen und als Gottesl\u00e4sterer. Paulus schrieb \u00fcber den Antichrist: <strong>\u201eEr ist der Widersacher, der sich erhebt \u00fcber alles, was Gott oder Gottesdienst hei\u00dft\u201c<\/strong> (2.Thess 2,4a). Auf diesen Pfad befanden sich die religi\u00f6sen Oberen, denn sich vor Jesus zu stellen bedeutet sich \u00fcber Gott zu erheben. Vor solchen Menschen warnte Jesus seine Schafe: <strong>\u201eSeht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie rei\u00dfende W\u00f6lfe.\u201c<\/strong> (Mt. 7,15)<\/p>\n<p>Was bedeutet es aber durch Jesu T\u00fcr hindurchzugehen? Lesen wir den Vers 9: <strong>\u201eIch bin die T\u00fcr; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.\u201c<\/strong> Wenn ein Schaf durch Jesus, die T\u00fcr, hindurchgeht, wird es selig. Im Urtext steht f\u00fcr selig das Wort errettet. Das Schaf, das durch Jesu T\u00fcr geht, ist errettet, errettet von seinen Feinden, es kann nicht mehr verloren gehen, au\u00dferdem hat es t\u00e4glichen Zugang zur saftigen Weide und zum sicheren Stall. Wenn ein Mensch sich entschlie\u00dft durch Jesu T\u00fcr einzutreten, wird er einer Gemeinschaft von seligen und erretteten Menschen beigef\u00fcgt. Das sind alles Menschen, die sich f\u00fcr Jesus entschieden haben, weil jeder erkannt hat, dass Jesus der Weg, ja die T\u00fcr zum Vater ist. Diese Gemeinschaft finden wir in der Gemeinde, sp\u00e4ter im Himmelreich. In der Gemeinschaft der Gemeinde besch\u00fctzt uns Jesus vor geistlichen Feinden. Durch Jesus erlangen wir die wahre Seligkeit.<\/p>\n<p>Wie brachte Jesus den klaren Unterschied zwischen sich selbst, dem guten Hirten, und einem Dieb letztendlich zum Ausdruck? Vers 10 verk\u00fcndet: <strong>\u201eEin Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben sollen.\u201c<\/strong> Der Dieb sucht den Tod der Schafe, Jesus hingegen schenkt das Leben und das in \u00fcberreichem Ma\u00df. Mit ihrer aggressiven Art und peniblen Satzungen stahlen die Pharis\u00e4er dem Volk die Freiheit, Gott nach seinem Willen zu dienen. Sie zwangen Menschen, die sich zu Jesus bekannten, von Jesus abzulassen. Sie versuchten nichts anderes als die Schafe Gottes vom Weg des Lebens abzubringen. Das war ihre Art zu schlachten und umzubringen.<\/p>\n<p>Wie wirkt hingegen der gute Hirte? Er kommt um das Leben und volle Gen\u00fcge zu schenken. Wie hat Jesus das Leben und volle Gen\u00fcge geschenkt? Er hat Menschen, angefangen mit seinen J\u00fcngern, mit dem lebendigen Wort Gottes besucht. Diese haben angefangen ihm, also dem Weg des Lebens, nachzufolgen. Er hatte Nikodemus den Weg des neuen geistlichen Lebens kundgetan. Dabei hat er sich selbst als T\u00fcr zum ewigen Leben verk\u00fcndet. Er hat das ausgetrocknete Leben der samaritischen Frau ver\u00e4ndert, so dass sie zu einer Quelle lebendigen Wassers ver\u00e4ndert wurde, das zum ewigen Leben quoll. Er hatte den todkranken Sohn des k\u00f6niglichen Beamten aus den F\u00e4ngen des Todes entrissen. Seine J\u00fcnger, die ihm wie Schafe nachfolgten, waren \u00fcberzeugt von ihm, so bekannte Petrus: <strong>\u201eHerr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Leben.\u201c<\/strong> (6,68) Und der Verfasser schrieb bereits in seinem Prolog: <strong>\u201eIn ihm war das Lebens\u201c<\/strong>. (1,4) \u201e<strong>Und von seiner F\u00fclle haben wir alle genommen Gnade um Gnade<\/strong>.\u201c (1,16) Jesus schenkt das Leben und volle Gen\u00fcge. Auch wir k\u00f6nnen von seiner F\u00fclle Gnade um Gnade sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Der Kontrast zwischen einem Dieb und Jesus k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Und der Unterschied zwischen den Pharis\u00e4ern und Jesus konnte ebenfalls nicht gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n<p>In diesem zweiten Teil haben wir Jesus, den guten Hirten kennen gelernt, weil er die T\u00fcr zur Seligkeit ist. Warum ist Jesus noch der gute Hirte?<\/p>\n<p><strong>Teil III Der gute Hirte<\/strong> <strong>l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe <\/strong>(11-18)<\/p>\n<p>Das Volk Israel war umgeben von Dieben und R\u00e4ubern, was sie aber am dringlichsten ben\u00f6tigten war ein guter Hirte. Was aber macht den guten Hirten aus? Lesen wir den Vers 11: <strong>\u201eIch bin der gute Hirte. Der gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/strong> Jesus offenbart sich selbst als den guten Hirten. Sp\u00e4testens an dieser Stelle wird deutlich, dass es nur einen guten Hirten gibt. Woran erkennt man den guten Hirten? <strong>\u201eDer gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/strong> Und das ist eine einmalige Eigenschaft des guten Hirten. Schafe ben\u00f6tigen zwar Hingabe und F\u00fcrsorge, sind aber im Gegenzug geeignete Nutztiere. Im 1.Kor. 9,7 hei\u00dft es: <strong>\u201eOder wer weidet eine Herde und n\u00e4hrt sich nicht von der Milch der Herde?\u201c <\/strong>Schafe liefern Milch, das kann der Hirte trinken, oder leckere Schafsk\u00e4se anfertigen. Schafe liefern Fleisch, leckere Lammkeulen z.B. Sie liefern Wolle, das zu Textilien weiterverarbeitet wird. Sie sind also mit Haut und Haaren n\u00fctzlich. Ein Hirte hat in der Regel keinen Mangel an Nahrung und Kleidung und kann sehr gut von der Herde leben. Doch der gute Hirte ist ganz anders. Er dient den Schafen nicht, um selber Nutzen davon zu tragen. Er dient ihnen nicht, um sich selbst zu helfen. Er l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe. Manchmal geraten Hirten aufgrund ihrer Herde in Lebensgefahr. Doch keiner von ihnen w\u00fcrde sein Leben zum Wohl der Schafe opfern. Vielmehr k\u00e4mpfen sie um die Herde, weil ihre eigene Existenz davon abh\u00e4ngt. Sie brauchen die Herde um zu \u00fcberleben. Doch Jesus ist ein v\u00f6llig anderer Hirte. Mit seiner Offenbarung wies er auf seinen Kreuzestod hin, weswegen er in die Welt gekommen war. F\u00fcr Jesus sind seine Schafe nicht Mittel zum Zweck, sondern das Ziel seiner Mission. Am Kreuz hat er f\u00fcr alle seine Schafe sein Leben gelassen. Das ist das Werk des guten Hirten.<\/p>\n<p>Was taten hingegen falsche Hirten? Betrachten wir die Verse 12 und 13. Jesus vergleicht den Hirten mit dem Mietling. Der klare Unterschied zwischen Hirte und Mietling wird deutlich, wenn ein Wolf auftaucht. Der Mietling, dem die Schafe nicht geh\u00f6ren, wird f\u00fcr seine Arbeit bezahlt. Er hat kein Eigeninteresse an den Schafen und l\u00e4sst sie gerade dann im Stich, wenn sie die gr\u00f6\u00dfte Hilfe ben\u00f6tigen. Das ist ein gro\u00dfer Unterschied zum guten Hirten, der sein Leben f\u00fcr die Schafe l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Welche Tatsache ist letztendlich ein Hinweis daf\u00fcr dass Jesus der gute Hirte ist? Lesen wir Verse 14 und 15: <strong>\u201eIch bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/strong> Jesus ist der gute Hirte, weil Gott ihn genauestens kennt und Jesus kennt den Vater wie niemand sonst. <strong>\u201eNiemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Scho\u00df ist, der hat ihn uns verk\u00fcndigt.\u201c<\/strong> (Joh. 1,18)<\/p>\n<p>Das gleiche gilt auch f\u00fcr Jesus. Niemand kennt Jesus so gut wie der Vater. \u00dcber Jesus schrieb Paulus: <strong>\u201ezu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis.\u201c<\/strong> (Kol. 2,2b.3) Christus ist geheimnisvoll. Die Menschen seiner Zeit fragten ihn immer wieder wer er sei. Das normale Volk fragte ihn, die Pharis\u00e4er fragten ihn, der Hohepriester und Pilatus fragte ihn danach. Und bis heute gr\u00fcben die Welt und die Medien \u00fcber die Person Jesu. Weil sie ihn nicht kennen, versuchen sie ihn zu analysieren, doch sie kommen nicht voran. Aber der Vater kennt ihn und er bekennt sich zu Jesus: <strong>\u201eDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\u201c<\/strong> (2.Petr. 1,17b) Weil Gott Jesus kennt und ihn in seinem Amt best\u00e4tigt, ist er zweifelsohne der gute Hirte.<\/p>\n<p>Nun kommen die Privilegien der Schafe Jesu zum Vorschein, denn die Schafe Jesu kennen ihren Hirten. Das im Vers 14 gebrauchte Wort f\u00fcr \u201ekennen\u201c beschreibt einen kontinuierlichen Lernprozess. Wir, die J\u00fcnger und die Schafe Jesu lernen Jesus immer besser kennen. Doch wir sollen uns nicht mit oberfl\u00e4chlicher Erkenntnis zufrieden geben. Wir sollen Jesus so gut kennen, wie der Vater Jesus kennt und wie Jesus den Vater kennt. Kennst du Jesus so gut? Lasst uns ihn Tag f\u00fcr Tag besser kennen lernen.<\/p>\n<p>Wir sehen wie bedeutungsvoll es ist, Jesu Herde anzugeh\u00f6ren. Woraus besteht die Herde Jesu eigentlich? Im Vers 16 sagt Jesus: <strong>\u201eUnd ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herf\u00fchren, und sie werden meine Stimme h\u00f6ren, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.\u201c<\/strong> Zu diesem Zeitpunkt befand sich Jesus in Jerusalem und seine Herde bestand aus j\u00fcdischen Schafen. Doch Jesus hatte noch viele andere Schafe. In Korinth sprach Jesus zu Paulus: <strong>\u201eich habe ein gro\u00dfes Volk in dieser Stadt.\u201c<\/strong> (Apg. 18,10b) Am Ende der Apostelgeschichte predigte Paulus in Rom: <strong>\u201eSo sei es euch kundgetan, dass den Heiden dies Heil Gottes gesandt ist; und sie werden es h\u00f6ren.\u201c<\/strong> Jesus meinte die vielen Heiden, die nicht von Israel abstammten. Auch sie w\u00fcrden seine Stimme h\u00f6ren und ihm folgen. Mit Vers 16 sind also auch wir gemeint, wir und die vielen Schafe, die Jesus auch in unserer Stadt besitzt und die seine Stimme h\u00f6ren werden.<\/p>\n<p>Jesus ist der gute Hirte, weil er den Vater kennt und der Vater kennt ihn. Wie innig ist seine Beziehung zum Vater? Lesen wir Verse 17 und 18: <strong>\u201eDarum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich\u2019s wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.\u201c<\/strong> Durch dieses Bekenntnis erfahren wir, dass Gottes Gebot auf den freiwilligen Gehorsam Jesu getroffen ist. Jesu Werk geschah nach dem Willen Gottes. Und Jesus gehorchte dem Willen Gottes von ganzem Herzen und aus freiem Willen. Darum ist er der gute Hirte und darum liebt ihn sein Vater.<\/p>\n<p>Im dritten Teil haben wir erfahren, dass Jesus der gute Hirte ist, weil er sein Leben f\u00fcr die Schafe l\u00e4sst. Jesu Opfer hat allerdings eine v\u00f6llig andere Bedeutung als das Opfer sonstiger Menschen. Wenn Romeo sein Leben f\u00fcr Julia opfert und Julia ihr Leben f\u00fcr Romeo, dann sind beide tot. Weder sie noch er finden dadurch das ewige Leben, geschweige denn die restliche Menschheit. Doch weil Jesu Opfer aus dem Willen Gottes geschehen ist, besitzt Jesu Opfer eine umfassende Bedeutung f\u00fcr alle Schafe Jesu.<\/p>\n<p>Durch die heutige Lektion haben wir auf vielf\u00e4ltige Weise erfahren, dass Jesus der gute Hirte ist. Jesus kennt seine Schafe. Jesus ist die T\u00fcr der Schafe. Jesus l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe und Jesus vollbringt den Willen des Vaters. Und wichtig ist, dass es nur einen guten Hirten gibt, n\u00e4mlich Jesus.<\/p>\n<p>Doch vor einigen Jahren traf mich ein Wort aus dem Johannesevangelium wie einen Blitz. Es war auf der europ\u00e4ischen Sommerkonferenz am Schloss Ehringerfeld im Jahr 2000. Jesus frage Petrus zum dritten Mal: <strong>\u201eHast du mich lieb?\u201c<\/strong> <strong>\u201eWeide meine Schafe\u201c<\/strong>. (Joh. 21,17) Ich kannte Jesu Liebe zu mir. Ich wollte Jesus auch ganz gerne lieben, wusste aber nicht wie. Doch nun wusste ich es. <strong>\u201eWeide meine Schafe.\u201c<\/strong> Dieser Vers ist seitdem zu meinem Hirten- ja sogar Lebensleitwort geworden.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Jesus, der gute Hirte, uns davor bewahren als Mietlinge zu leben, die unf\u00e4hig sind sich um seine Schafe zu k\u00fcmmern. M\u00f6ge er uns als echte Hirten einsetzen, die in der Lage sind Jesu kostbare Schafe zu weiden und somit unsere Liebesbeziehung am Leben erhalten.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss das Leitwort, Vers 11: <strong>\u201eIch bin der gute Hirte. Der gute Hirte l\u00e4sst sein Leben f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich bin der gute Hirte \u201eIch bin der gute Hirte. 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