{"id":2152,"date":"2012-09-03T00:27:32","date_gmt":"2012-09-02T23:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2152"},"modified":"2022-11-18T12:23:41","modified_gmt":"2022-11-18T11:23:41","slug":"predigt-matthaus-23-1-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-23-1-39\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 23, 1 &#8211; 39"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/P11Mt23-0139.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Jesus  tadelt  die  Heuchelei<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fcken versammelt unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(23,37)<\/p>\n<p>Dieser Ausruf Jesu \u00fcber Jerusalem beschreibt den Hintergrund unseres heutigen Textes und fasst ihn zusammen. In Jesu Wort <strong>\u201eJerusalem, Jerusalem &#8230;\u201c<\/strong> kommt die lange einseitige Liebe Gottes zu den Juden und ihren religi\u00f6sen Leitern zum Ausdruck, die von ihnen fort\u00adw\u00e4hrend ignoriert und abgelehnt wurde, sogar oft mit Gewalt. Doch obwohl sie nun auch den Sohn, Jesus selbst ablehnten, hat er sie geliebt und so oft versucht, sie bei sich zu versam\u00admeln, wie eine Henne bei Gefahr ihre K\u00fcken ruft und erst dann wieder ruhig wird, wenn sie alle unter ihren Fl\u00fcgeln sind. Jesus hatte sie so oft mit sanften Worten der Wahrheit und mit treffenden Gleichnissen angesprochen und mit m\u00e4chtigen Wundern zur Einsicht aufgerufen. Denn Jesus wollte, dass auch sie bei ihm Gottes Liebe und Hilfe und Schutz vor der Macht der S\u00fcnde finden, die auch sie dringend brauchten. Aber sie hatten auf all sein Rufen nicht geh\u00f6rt und waren nicht zu ihm gekommen. Und das nicht, weil sie sein Rufen nicht geh\u00f6rt h\u00e4tten. Mit gro\u00dfem Schmerz musste Jesus vielmehr sagen: <strong>\u201eIhr habt nicht gewollt.\u201c <\/strong>Jesus wusste, dass sie als Folge ihrer sturen Ablehnung das Gericht heraufbeschworen, vor dem er sie so gerne bewahrt h\u00e4tte. Vor diesem Hintergrund warnt Jesus im heutigen Text das Volk und seine J\u00fcnger vor ihrem schlech\u00adten Einfluss und spricht sieben Wehrufe \u00fcber sie aus, die f\u00fcr sie wie eine letzte Chance zur Selbst\u00aderkenntnis und zur Umkehr waren. M\u00f6ge Gott uns helfen, Jesu Worte gut zu verstehen und zu erken\u00adnen, was ihr Problem war und warum genau sie scheiterten! M\u00f6ge Gott uns helfen, uns auch selbst vor diesem Wort zu erkennen und zu finden, was wir tun m\u00fcssen, um nicht solche Menschen wie sie zu werden!<\/p>\n<p>I. <strong>Wer sich selbst \terniedrigt (1-12)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eDa redete Jesus zu dem Volk und zu seinen J\u00fcngern.\u201c<\/strong> Jesus hatte den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er durch vier Gleichnis Gelegenheit gegeben, sowohl sich selbst als auch Jesus als Gottes Sohn zu erkennen. Aber statt ihn zu erkennen, hatten sie ihm viele Fangfragen gestellt, um ihn zu einer Aussage zu verleiten, wegen der sie ihn anklagen und zum Tod verurteilen k\u00f6nnten. Da wandte sich Jesus an das Volk und seine J\u00fcnger, also an die Menschen, die ihm nachfolgten, und begann sie vor den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern ausdr\u00fccklich zu warnen. Warum tat er das? Eigent\u00adlich hatten die J\u00fcnger kaum etwas mit den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern zu tun. Aber dass Jesu sie trotzdem ausf\u00fchrliche vor ihnen warnte, zeigt, dass er in den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern eine akute Gefahr f\u00fcr die J\u00fcnger und ihren Glauben sah. Ihr Einfluss war tats\u00e4chlich die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr ihren Glauben und ihren Lebensweg zum Himmelreich. Obwohl Jesus sonst nie schlecht \u00fcber andere Menschen redete, warnte er seine Nachfolger deshalb ausf\u00fchrlich vor ihnen, dass sie sich bewusst vor ihrem schlechten Einfluss h\u00fcten w\u00fcrden und auf keinen Fall werden w\u00fcrden wie sie.<\/p>\n<p>Und hier zeigt sich schon die Relevanz und Aktualit\u00e4t des heutigen Textes f\u00fcr uns. Wir sind durch unsern Glauben auch J\u00fcnger Jesu geworden und wollen ihm nachfolgen. Eigentlich haben wir nichts mit Leuten wie den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern zu tun, vielleicht denken wir sogar einfach, dass es solche Leute heute gar nicht mehr gebe. Zwar gibt es heute die j\u00fcdische Partei der Pharis\u00e4er nicht mehr, trotzdem besteht auch f\u00fcr die Christen bis heute eine akute Gefahr, wie die Pharis\u00e4er zu werden. Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt uns, dass es zu allen Phasen der Geschichte immer wieder passierte, dass die Christen wie Pharis\u00e4er wurden, deren Fr\u00f6mmigkeit nur oberfl\u00e4chlich und scheinheilig war und die schlech\u00adten Einfluss auf die anderen Menschen ausge\u00fcbt haben, gerade so, wie Jesus es hier beschrie\u00adben hat. Lasst uns deshalb erkennen, wie sie zu solchen Menschen werden konnten und was wir tun k\u00f6nnen, um nicht so wie sie zu werden!<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 2. Jesus sagt: <strong>\u201eAuf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er.\u201c<\/strong> Die Pharis\u00e4er waren, wie wir wissen, eine religi\u00f6se Partei, die es sich zum Ziel gemacht hatte, genau nach dem Gesetz des Mose zu leben. Die Schriftgelehrten, die zum \u00fcberwiegenden Teil auch selbst Pharis\u00e4er waren, studierten das Gesetz besonders gr\u00fcndlich und genossen noch h\u00f6heren Respekt als religi\u00f6se Lehrer (sie hatten sozusagen ihren \u201eMaster\u201c gemacht). Wenn sie lehrten, setzten sie sich in den Synagogen auf den sogenannten \u201eStuhl des Mose\u201c, der ganz vorne neben dem Pult mit den Schriftrollen stand, und lehrten von dort aus die Leute. Dadurch demonstrierten sie, dass sie sich als autorisierte Lehrer in der Tradition von Mose verstanden, und unterstrichen ihre Forderung nach ent\u00adsprechendem Respekt. Das an sich war nicht das Problem. Denn tats\u00e4chlich hatten sie das Gesetz von Mose, in dem sie Gott und seinen Willen h\u00e4tten erkennen und lehren k\u00f6nnen. Was war aber das Problem?<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 3: <strong>\u201eAlles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen&#8217;s zwar, tun&#8217;s aber nicht.\u201c<\/strong> Hier bringt Jesus den Kern ihres Problems zum Ausdruck. Was sie den Leute sagten, war grunds\u00e4tzlich richtig und in Ordnung, sodass die J\u00fcnger ruhig danach leben sollten. Das gro\u00dfe Problem war aber, dass sie selber nicht nach dem lebten, was sagten. Sie lehrten also die anderen, lehrten aber sich selber nicht und lebten folglich auch nicht nach dem, was sie durch Gottes Wort als richtig erkannten. Sie hielten es nicht f\u00fcr n\u00f6tig, sich selbst auch unter dem Licht des Wortes zu betrachten, darin Gottes Willen f\u00fcr sie zu erkennen und danach auch zu handeln, da sie wohl dachten, dass sie wegen ihres Status als religi\u00f6se Leiter sowieso in Ordnung w\u00e4ren. Als Folge davon stand ihre Lehre und ihr eigenes Leben im Widerspruch, sie f\u00fchrten ein Doppelleben, und zwar auf raffinierte und professionelle Weise. Wie ernst das Problem ist, das Wort zwar zu h\u00f6ren, aber nicht praktisch danach zu leben, hat Jesus im Gleichnis vom Hausbau beschrieben, wo er sagt: <strong>\u201eDarum, wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stie\u00dfen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegr\u00fcndet.  Und wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie nicht, der gleicht einem t\u00f6richten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stie\u00dfen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war gro\u00df\u201c <\/strong>(7,24-27). Das Tun des Wortes ist im wahrsten Sinne des Wortes von fundamentaler Bedeutung. Aber die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten ignorierten das in grob fahrl\u00e4ssiger Weise. Weil sie Gottes Wort zwar lehrten, aber selber nicht danach lebten, hatte ihr Leben keine richtige Grundlage, und ihr ganzes Leben war auf Sand gebaut.<\/p>\n<p>Wie weit gingen sie in ihrer Praxis, die anderen zu lehren, aber selber nicht danach zu leben? Jesus sagt im Vers 4: <strong>\u201eSie binden schwere und unertr\u00e4g\u00adli\u00adche B\u00fcrden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger daf\u00fcr kr\u00fcmmen.\u201c<\/strong> Sie leiteten von Gottes Gesetz viele Satzungen und Regeln ab und schn\u00fcrten daraus unertr\u00e4glich schwere Pakete zusammen und erlegten sie den Menschen auf und forderten von ihnen, sie Tag zu Tag zu tragen. Aber sie selbst machten nicht einmal einen Finger daf\u00fcr krumm. Sie hielten es offenbar f\u00fcr ausreichend, wenn sie das Wort verstehen und an andere weitergeben konnten. Dadurch vers\u00e4umten sie st\u00e4ndig die Gelegenheit, durch den praktischen Gehorsam Gott zu begegnen und sich selbst vor dem Wort als S\u00fcnder zu er\u00adken\u00adnen. Auf diese Weise lebten sie nicht vor Gott, sondern nur vor den Menschen und bem\u00fchten sich le\u00addig\u00adlich darum, die Fassade eines \u00e4u\u00dferlich frommen Lebens aufrecht zu erhalten. Das hatte tragische Folgen.<\/p>\n<p>Was kann das f\u00fcr uns bedeuten? Wir wenden auch relativ viel Zeit und M\u00fche auf, um Gottes Wort zu studieren, und haben die Aufgabe, es auch an andere weiterzugeben. Dazu kommen wir zum Bibel\u00adstudium, Gebetsstunde und Gottesdienst zusammen. So weit, so gut. Aber es besteht auch f\u00fcr uns eine Gefahr, wie die Pharis\u00e4er zu werden, wenn wir n\u00e4mlich Gottes Wort nur theoretisch studieren und es vielleicht auch andere lehren, es aber vers\u00e4umen, das Wort auf uns selbst zu beziehen und ihm selber praktisch zu gehorchen. Dann stehen wir in der Gefahr, \u00e4u\u00dferlich zwar weiter am Bibelstudium und am Gottesdienst teilzunehmen, aber immer weniger pers\u00f6nlich Gemeinschaft zu haben und seinem Wort im Wirklichkeit nicht mehr zu gehorchen, und dann haben wir bereits die gleiche tragische Entwicklung begonnen, wie die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er sie durchlaufen habenund m\u00fcssten dasselbe Ende wie sie erfahren. Wie k\u00f6nnen wir das vermeiden? Wir m\u00fcssen das unbedingt vermeiden. Wir d\u00fcrfen nie zulassen, dass wir nur ein \u00e4u\u00dferliches Glaubensleben f\u00fchren. Kurz gesagt m\u00fcssen wir nach Vers 3 uns selber mit dem Wort Gottes belehren und ihm Alltag gehorchen. Wir sollen uns immer neu selbst unter das Wort stellen und im Licht des Wortes Gottes Wesen und seinen Willen und auch uns selbst neu erkennen und uns entscheiden, dementsprechend zu leben, und sollen ernsthaft jeden Morgen neu Gott um Hilfe bitten, dass wir praktisch danach leben k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnen wir tun, wenn wir wenigstens einmal in der Woche vor Gott zu seinem Wort eine Stellungnahme schreiben und dann jeden Tag ernsthaft daf\u00fcr beten und darum k\u00e4mpfen, nach dem  Willen Gottes, den wir erkannt haben, auch praktisch zu leben. Dann und nur dann kann unser Leben im Einklang mit Gottes Willen stehen und mit dem, was wir selbst sagen, und wir k\u00f6nnen verhindern, dass unser Leben oberfl\u00e4chlich und scheinheilig wird wie das der Pharis\u00e4er. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen, uns jeden Tag und jede Woche unter Gottes Wort zu stellen, es f\u00fcr uns pers\u00f6nlich anzunehmen und danach zu leben, sodass wir kluge Menschen werden, die Gottes Wort h\u00f6ren und tun und die dadurch andere auf Gott hinweisen!<\/p>\n<p>Was war \u00fcberhaupt das Motiv der Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten, aus dem sie ihr scheinbar frommes Leben f\u00fchrten, wenn es ihnen offensichtlich gar nicht darum ging, durch ihre Taten Gottes Anerkennung zu erlangen? Jesus sagt: <strong>\u201eAlle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern gro\u00df. Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen und haben&#8217;s gern, dass sie auf dem Markt gegr\u00fc\u00dft und von den Leuten Rabbi genannt werden\u201c<\/strong> (5-7). Ihr Beweggrund f\u00fcr ihre religi\u00f6sen T\u00e4tigkeiten war es, die Anerkennung der anderen Menschen zu erlangen. Damals trugen gesetzestreue Juden zum Gebet an der Stirn und am linken Arm Riemen, an deren Enden in ledernen Kapseln Pergamentst\u00fcckchen mit Schriftworten enthalten waren, durch die sie sich an Gottes Worte erinnern wollten. Die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er machten diese Gebetsriemen auffallend breit, damit man ihre scheinbare Fr\u00f6mmigkeit von weitem erkennen konnte. Auch die Quasten, die die Juden damals an den vier Zipfel ihres Gewandes anbrachten und die sie an Gottes Worte erinnern sollten, machten sie besonders gro\u00df, damit man ihnen schon von weitem ihre Fr\u00f6mmigkeit ansehen konnte. Auf diese Weise machten sie alle religi\u00f6sen Dinge, die sie eigentlich vor Gott und f\u00fcr ihn tun sollten, vor den Menschen, um von ihnen als fromm angesehen zu werden \u2013 obwohl sie tats\u00e4chlich in ihrem Alltag weder nach dem Wort Gottes lebten noch aufrichtig zu Gott beteten. Jesus hatte in der Bergpredigt gelehrt: <strong>\u201eWenn du aber betest, so geh in dein K\u00e4mmer\u00adlein und schlie\u00df die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir\u2019s vergelten\u201c <\/strong>(6,6). Aber sie beteten lieber stehend in den Synaogen und an den Stra\u00dfenecken, um durch ihr Gebet ihre Fr\u00f6mmigkeit vor den Menschen zu demonstrieren. Aus demselben Motiv sa\u00dfen sie auch gerne in den Synagogen ganz vorne und am Tisch am Kopfende und lie\u00dfen sich auf dem Marktplatz von den Leuten gr\u00fc\u00dfen und \u201eRabbi\u201c nennen, was so viel wie \u201ewerter Meister\u201c hei\u00dft. Sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus den J\u00fcngern aus seinem inst\u00e4ndigen Herzenswunsch heraus, dass sie nicht wie die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten werden sollten? Betrachten wir die Verse 8-10. Jesus ermahnte sie, dass sie sich nicht Meister lassen sollten, weil nur einer ihr Meister ist, n\u00e4mlich Jesus selbst. Keiner von ihnen sollte sich Vater nennen lassen, weil nur allein Gott unser aller Vater ist. Sie sollten sich auch nicht Lehrer nennen lassen und sich auf diese Weise \u00fcber die anderen Menschen stellen, als ob nur sie allein Gottes Willen richtig lehren k\u00f6nnten und die Menschen nur durch sie zu Gott kommen k\u00f6nnten. Jesus betont, dass die J\u00fcnger alle Br\u00fcder und daher vor Gott gleich sind und dass niemand berechtigt ist, sich \u00fcber die anderen zu stellen und sich als ihr Vermittler mit Gott darzustellen.<\/p>\n<p>Wie sollen wir als J\u00fcnger Jesu vielmehr leben? Betrachten wir Vers 11: <strong>\u201eDer Gr\u00f6\u00dfte unter euch soll euer Diener sein.\u201c<\/strong> Jesu J\u00fcnger sollen sich nicht \u00fcber die anderen Menschen stellen, sonderns sollen sich als ihre Diener verstehen und ihnen dienen. Um das tun zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir uns selbst erniedrigen. Das ist f\u00fcr niemanden leicht. Aber Jesus sagt: <strong>\u201eDenn wer sich selbst erh\u00f6ht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erh\u00f6ht\u201c<\/strong> (12). Jesu Wort ist eine Verhei\u00dfung, die uns die geistliche Realit\u00e4t lehrt. Wir sollen uns nicht f\u00fcr besser als andere halten, wie etwa die Pharis\u00e4er sich \u00fcber die anderen Menschen gestellt haben, sonst werden schlie\u00dflich wir sie erniedrigt werden. Wir sollen uns vielmehr erniedrigen und den anderen dienen, wie Jesus es getan hat, der sich selbst erniedrigt und allen Arten von Menschen gedient hat und schlie\u00dflich von Gott hoch erh\u00f6ht wurde. Es reicht nicht, wenn wir das verstanden haben, sondern wir m\u00fcssen das verinnerlichen und praktisch als Diener der Studenten leben. Wenn wir auf diese Weise Jesu Wort gehorchen, sind wir T\u00e4ter des Wortes und das wird wirksam der Gefahr vorbeugen, dass wir wie die Pharis\u00e4er werden. M\u00f6ge Gott uns helfen, immer dem\u00fctig vor Gott und vor den anderen Menschen zu sein! Gott helfe uns vor allem dabei, mit ihm t\u00e4glich Gemeinschaft zu haben und seine Worte auf uns selbst zu beziehen und ihnen praktisch zu gehorchen, sodass wir wirklich als Christen leben und unsere Worte und unser praktisches Leben \u00fcbereinstimmen!<\/p>\n<p><strong>II. Jerusalem, \tJerusalem! (13-39)<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, dass Jesu warnende Worten \u00fcber die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er von etliche von ihnen, die in der N\u00e4he standen, geh\u00f6rt wurden und sie nach und nach dazu\u00adkamen. Sie  m\u00fcssen Jesus deswegen emp\u00f6rt und voller Zorn angeschaut haben. Aber Jesus lie\u00df sich nicht davon einsch\u00fcchtern, sondern sprach sieben Wehrufe \u00fcber sie aus. Jesu Wehrufe waren die beste und letzte Gelegenheit, durch die sie sich selbst erkennen und Bu\u00dfe tun konnten. Lasst uns durch Jesu Wehrufe noch klarer erkennen, wer sie waren, was das Ausma\u00df und wie schlimm die Auswirkung ihres heuchlerischen Lebens war und wir uns von ihrem Einfluss sch\u00fctzen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Betrachten wir den ersten Wehruf in den Versen 13 und 14: <strong>\u201e<\/strong><strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er<\/strong>, <strong>ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschlie\u00dft vor den Menschen!<\/strong> <strong>Ihr geht nicht hinein und die hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen\u201c. <\/strong>Hier nennt Jesus sie Heuchler. Sie lebten nicht nach dem, was sie in Gottes Wort erkannt hatten und was sie auch die anderen lehrten. Trotzdem wollten sie Anerkennung der anderen Menschen als fromme Menschen erlangen und mussten deshalb Glauben und Fr\u00f6mmigkeit heucheln, die sie in Wirklichkeit nicht hatten. Der erste Wehruf erging sie, weil sie das Himmelreich f\u00fcr andere Menschen zuschlossen. Sie weigerten sich nicht nur selbst Jesu Einladung zum Leben unter seiner Herrschaft anzunehmen, sondern lie\u00dfen auch die anderen, die eigentlich hineinwollten, nicht hinein, indem sie Jesus offen kritisierten, ablehnten und verleumdeten. So hinderten sie Menschen am Glauben und an der Errettung durch Jesus. Auf diese Weise hatte ihr heuchlerisches Leben ohne Gehorsam einen katastrophalen Einfluss auf andere.<\/p>\n<p>Betrachten wir den zweiten Wehruf: \u201e<strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen gewinnt; und wenn er&#8217;s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der H\u00f6lle, doppelt so schlimm wie ihr.\u201c <\/strong>Der zweite Wehruf erging gegen sie wegen des b\u00f6sen Einflusses ihrer Aktivit\u00e4ten, ihres vermeintlichen Dienstes f\u00fcr Gott.  Sie wirkten mit Eifer flei\u00dfig und unternahmen sogar weitere Reisen ins Ausland, um Menschen zum j\u00fcdischen Glauben zu bekehren. Aber wenn sie einen Heiden zum Judengenossen bekehrten hatten, lehrten sie ihn absichtlich und unabsichtlich ein scheinheiliges heuchlerisches Glaubensleben zu f\u00fchren und machten so aus ihm ein Kind der H\u00f6lle, das sogar doppelt so schlimm wie sie selbst, weil er von Anfang an unter ihrem schlechten Einfluss stand. Hier sehen wir, dass sie wegen ihres Lebens ohne Gehorsam gegen\u00fcber Gottes Wort nicht nur selbst verkehrte Menschen wurden, sondern auch auf andere Menschen schrecklichen Einfluss aus\u00fcbten.<\/p>\n<p>Betrachten wir den dritten Wehruf: \u201e<strong>Weh euch, ihr verblendeten F\u00fchrer, die ihr sagt: Wenn einer schw\u00f6rt bei dem Tempel, das gilt nicht; wenn aber einer schw\u00f6rt bei dem Gold des Tempels, der ist gebunden<\/strong>.\u201c Der dritte Wehruf hatte ihre geistliche Verblendung zum Inhalt. Jesus nannte sie<strong> \u201everblendete F\u00fchrer\u201c. <\/strong>Ihre Verblendung war eine Folge davon, weil sie nur andere lehrten, aber selbst nicht nach dem Wort gehandelt haben. Dadurch dass sie nur theoretisch \u00fcber das Wort nachdachten, konnten sie den wahren Sinn nicht verstehen und verpassten die Gelegenheit, sich selbst zu erkennen und welchen Willen Gott mit dem Wort ausgedr\u00fcckt hat. Als Folge davon entwickelten sie ein sehr eigenartiges Verst\u00e4ndnis und entwickelten Gedanken und Theorien, die unvern\u00fcnftig und von Gottes Willen weit entfernt waren. So sagten sie z.B., dass ein Schwur beim Tempel ung\u00fcltig sei, aber ein Schwur beim Gold des Tempels bindend w\u00e4re. Das war unlogisch und t\u00f6richt; denn der Tempel selbst war heilig, das Gold war nur eine Verzierung davon. Jesus lehrte sie: <strong>\u201e<\/strong><strong>Ihr Narren und Blinden! Was ist mehr: das Gold oder der Tempel, der das Gold heilig macht? Oder: Wenn einer schw\u00f6rt bei dem Altar, das gilt nicht; wenn aber einer schw\u00f6rt bei dem Opfer, das darauf liegt, der ist gebunden. Ihr Blinden! Was ist mehr: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heilig macht? Darum, wer schw\u00f6rt bei dem Altar, der schw\u00f6rt bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer schw\u00f6rt bei dem Tempel, der schw\u00f6rt bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer schw\u00f6rt bei dem Himmel, der schw\u00f6rt bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.\u201c <\/strong>Ihre verzerrte Sichtweise und verkehrtes Verst\u00e4ndnis kamen daher, dass sie Gottes Worte nur theoretisch im Kopf bedachten, ohne pers\u00f6nlich zu Gott zu kommen im Gebet und eine Beziehung zu ihm zu haben und ohne ihm praktisch zu gehorchen. Als Folge davon wurden sie Narren und Blinde, die eigentlich intelligent waren und sehr gute Kenntnisse der Bibel hatten. Wenn wir Gottes Worte eher theoretisch betrachten, anstatt darin Gottes Willen f\u00fcr uns selbst zu finden und ihm zu gehorchen, k\u00f6nnen auch wir leicht unwichtige Dinge wichtig nehmen und ein eigenartiges Verst\u00e4ndnis der Schrift entwickeln. Wenn wir dies bei uns feststellen, ist es ein Merkmal daf\u00fcr, dass wir es vers\u00e4umen, mit Gott genug Gemeinschaft zu haben und seinem Wort pers\u00f6nlich zu gehorchen.<\/p>\n<p>Wie schlimm war ihre geistliche Blindheit? Wegen ihrer geistlichen Blindheit konnten sie auch Gottes gr\u00f6\u00dftes Werk nicht erkennen und Jesus nicht als ihren Messias wahrnehmen. Wegen ihrer Blindheit konnten sie auch ihre eigene Lage nicht erkennen. Jesus hatte ihnen durch seine Gleichnisse bestm\u00f6gliche Gelegenheiten gegeben, dass sie sich selbst erkennen konnten. Aber das Wort Jesu ging an ihnen vorbei, sodass sie einfach in ihrer eigenen Gedankenwelt blieben und weder Gott noch sich selbst erkannten. Weil sie es grob vernachl\u00e4ssigten, Gottes Worte auf sich selbst zu beziehen und von Herzen davon zu lernen, wurden sie geistlich blind und dumm, obwohl sie gute Augen und einen gut funktionierenden Kopf hatten. So wurden sie die tragischsten Menschen in der Geschichte.<\/p>\n<p>Betrachten wir Jesu vierten Wehruf: \u201e<strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler<\/strong>, <strong>die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und K\u00fcmmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, <\/strong>n\u00e4mlich<strong> das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Ihr verblendeten F\u00fchrer, die ihr M\u00fccken aussiebt, aber Kamele verschluckt!\u201c <\/strong>Im vierten Wehruf  nennt Jesus sie nochmals Heuchler und verblendete F\u00fchrer. Sie hielten manche kleineren Dinge im Gesetz sehr genau; zum Beispiel legten sie, wenn sie mittags in ihrem Gem\u00fcsegarten einige K\u00fcmmelk\u00f6rner f\u00fcr ihren Salat holten oder einige Minzebl\u00e4tter f\u00fcr ihren Abendtee, immer eines von zehn K\u00f6rnern bzw. Bl\u00e4ttern beiseite, um es zum Priester als Opfergabe zu bringen. Gleichzeitig aber ignorierten sie das Wichtigste im Gesetz, n\u00e4mlich in einer richtigen Beziehung zu Gott zu leben, die Barmherzigkeit zu anderen und den Glauben an Gott und sein Wort zu haben. Mit ihrem peinlich genauen Einhalten bestimmter \u00e4u\u00dferer Vorschriften bekamen sie das Gef\u00fchl von Fr\u00f6mmigkeit und Gerechtigkeit, mit dem sie sich \u00fcber ihre schwerwiegenden Vers\u00e4umnisse hinwegt\u00e4uschten. Sie dachten offenbar, dass sie vor Gott bestehen k\u00f6nnten, wenn sie manche \u00e4u\u00dferlichen Gebote ganz genau hielten, und merkten nicht, dass sie den grundlegenden Willen Gottes in der Bibel in grob fahrl\u00e4ssiger Weise missachteten. Auf diese Weise waren sie wie Menschen, die aus ihrem Getr\u00e4nk sorgf\u00e4ltig jede M\u00fccke aussiebten, aber ganze Kamele verschluckten. Dieses unglaubliche Verhalten war auch ein Resultat davon, dass sie das Gesetz Gottes nur gelehrt, aber nicht darum gek\u00e4mpft haben, selbst danach zu leben. Dadurch war auch ihr Denken von der geistlichen Wirklichkeit abgekommen, sodass sie den Blick daf\u00fcr verloren, was vor Gott wichtig ist, das, was Gott am wichtigsten ist, im gro\u00dfen Stil leichtfertig ignorierten.<\/p>\n<p>Betrachten wir den f\u00fcnften Wehruf im Vers 25: \u201e<strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Sch\u00fcsseln au\u00dfen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier!\u201c<\/strong> Der f\u00fcnfte Wehruf richtete sich gegen sie, weil sie sich nur \u00e4u\u00dferlich gesehen um ein reines Leben k\u00fcmmerten, aber ihr Inneres nicht gereinigt haben.Mit den Bezeichnungen \u201eIhr Heuchler\u201c und \u201edu blinder Pharis\u00e4er\u201c hat Jesus ihr heuchlerisches, verkehrtes Verhalten unter\u00adstrichen und ihre Blindheit, durch die sie es nicht gemerkt haben. Sie bem\u00fchten sich sehr, das Geschirr, das sie verwendeten, kultisch rein zu halten. Aber im Kontrast zu solchen \u00e4u\u00dferen Ritualen war ihr Herz in einem schlimmen, schmutzigen Zustand, voller Neid, Habgier, Zorn, Ehebruch usw. Jesus sagte: <strong>\u201eDu blinder Pharis\u00e4er, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das \u00c4u\u00dfere rein wird!\u201c<\/strong> Sie sollten vor Gott f\u00fcr ihr unreines Herz Bu\u00dfe tun, was jeder Mensch tun kann, der von Gott wei\u00df. Aber wir erfahren nichts von einer positiven Reak\u00adtion. Sie waren inzwischen so stolz und so blind f\u00fcr ihre eigene Realit\u00e4t, dass sie ihren schlim\u00admen inneren Zustand nicht erkennen konnten, sondern sich sogar einbildeten, dass sie vor Gott vorbildlich oder zumindest in Ordnung w\u00e4ren. Auch das war eine Folge davon, dass sie sich nicht selber lehrten.<\/p>\n<p>Betrachten wir den sechsten Wehruf: <strong>\u201e<\/strong><strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr seid wie die \u00fcbert\u00fcnchten Gr\u00e4ber, die von au\u00dfen h\u00fcbsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat!<\/strong><strong> <\/strong><strong>So auch ihr: von au\u00dfen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.\u201c <\/strong>Im sechsten Wehruf verglich Jesus sich mit \u00fcbert\u00fcnchten Gr\u00e4bern. Die Juden hatten die Praxis, dass sie Gr\u00e4ber, die in der N\u00e4he von Fu\u00dfwegen waren, mit Farbe anmalten, damit sie niemand ber\u00fchren und sich dadurch unrein machen w\u00fcrde. Dieses Bild glich den Pharis\u00e4er und Schrift\u00adgelehrten, die durch ihr unechtes, heuchlerisches Glaubensleben zwar an der Fassade sch\u00f6n aussahen, aber innerlich voller Dreck und Elementen des Todes waren. Das Schlimmste dabei war, dass sie trotz ihrer inneren Verdorbenheit von sich selbst und ihrer Fr\u00f6mmigkeit \u00fcberzeugt waren und so keine Chance hatten, Bu\u00dfe zu tun, es sei denn, dass sie Jesu Wort akzeptierten.<\/p>\n<p>Betrachten wir den siebten und letzten Wehruf Jesu in den Versen 29-30: <strong>\u201e<\/strong><strong>Weh euch, Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabm\u00e4ler baut und die Gr\u00e4ber der Gerechten schm\u00fcckt und sprecht: H\u00e4tten wir zu Zeiten unserer V\u00e4ter gelebt, so w\u00e4ren wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten!\u201c<\/strong> Im letzten Wehruf klagt Jesus ihr heuchlerisches, b\u00f6ses Verhalten gegen\u00fcber Gottes Knechten an. Sie bauten den Propheten, die ihre V\u00e4ter fr\u00fcher get\u00f6tet hatten, nachtr\u00e4glich Grabm\u00e4ler und schm\u00fcckten die Gr\u00e4ber der Gerechten, die von ihren V\u00e4tern umgebracht worden waren. Auf diese Weise distanzierten sie sich \u00f6ffentlich von ihren V\u00e4tern und behaupteten, dass sie sich an ihrer Stelle nicht so verhalten h\u00e4tten. Aber Jesus durchschaute sie und sagte: <strong>\u201e<\/strong><strong>Damit bezeugt ihr von euch selbst, dass ihr Kinder derer seid, die die Propheten get\u00f6tet haben.\u201c<\/strong> Jesus wusste, dass ihre Distanzierung von ihren V\u00e4tern nur zum Schein war und wie alles andere nur ihr Image beim Volk aufpolieren sollte. In Wirklichkeit war Umgang mit Gottes Dienern nicht besser als der ihrer V\u00e4ter, sondern sogar noch schlimmer. Daher sagt Jesus weiter: <strong>\u201eWohlan, macht auch ihr das Ma\u00df eurer V\u00e4ter voll!<\/strong> <strong>Ihr Schlangen, ihr Otternbrut!\u201c<\/strong> Jesus wusste, dass sie in Wirklichkeit falsche Schlangen, verlogen und b\u00f6se. Jesus wusste, dass sie in wenigen Tagen den Sohn Gottes selbst verhaften lassen und schuldlos zum Tod verurteilen w\u00fcrden. Voller Schmerz dar\u00fcber sagte Jesus zu ihnen: <strong>\u201eWie wollt ihr der h\u00f6llischen Verdammnis entrinnen?\u201c<\/strong> Weil sie in ihrer Bosheit und Verblendung bis zum \u00c4u\u00dfersten gehen w\u00fcrden, w\u00fcrden sie sich unweigerlich das Gericht zuziehen. Jesus sagt weiter: <strong>\u201eDarum: siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schrift\u00adgelehr\u00adte; und von ihnen werdet ihr einige t\u00f6ten und kreuzigen<\/strong>, <strong>und einige werdet ihr gei\u00dfeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern<\/strong>\u201c<strong>. <\/strong>Jesus k\u00fcndigte ihnen an, dass er ihnen Propheten, Weise und Schriftgelehrte senden, n\u00e4mlich seine Apostel und J\u00fcnger, die ihnen an allen Orten das Evangelium verk\u00fcndigen w\u00fcrden. Aber sie w\u00fcrden einige von ihnen t\u00f6ten und kreuzigen oder in ihren Synagogen gei\u00dfeln und w\u00fcrden sie von einer Stadt zur andern verfolgen. Wie wir wissen, haben sie tats\u00e4chlich bald nach der Entstehung der ersten Gemeinde in Jerusalem Hand an die Apostel gelegt und lie\u00dfen einige von ihnen schlagen; und es waren haupts\u00e4chlich die scheinbar frommen Juden, die im ersten Jahrhundert die Christen von einer Stadt zur anderen verfolgten und die Ausbreitung des Evangeliums massiv zu verhindern versuchten.<\/p>\n<p>Welches Gericht w\u00fcrden sie sich durch ihre S\u00fcnde zuziehen? Jesus sagt weiter: \u201e<strong>damit \u00fcber euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr get\u00f6tet habt zwischen Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch:<\/strong> <strong>Das alles wird \u00fcber dieses Geschlecht kommen.\u201c <\/strong>Hier k\u00fcndigt Jesus das harte Gericht an, das \u00fcber sie kommen w\u00fcrde. Dadurch w\u00fcrde auch das Blut der M\u00e4rtyrer vergolten, die durch sie gestorben waren. Wie wir wissen, hat dieses Geschlecht tats\u00e4chlich das Gericht getroffen, und zwar genau so, wie Jesus es hier vorausgesagt hat. 70 nach Chr., also etwa 40 Jahre sp\u00e4ter, kam es zu einer beispiel\u00adlosen Belagerung und Zerst\u00f6rung von Jerusalems, der Staat Israel verschwand f\u00fcr fast 2000 Jahre v\u00f6llig von der Landkarte und auch das Pharis\u00e4ertum verschwand.<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 37:<strong> \u201e<\/strong><strong>Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fcken versammelt unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!<\/strong><strong> <\/strong><strong>Siehe, euer Haus soll euch w\u00fcst gelassen werden.\u201c <\/strong>In diesem Vers dr\u00fcckt Jesus sowohl seine inst\u00e4ndige Liebe zu ihnen aus als auch den eigentlichen Grund f\u00fcr ihr geistlichen Scheiterns und seine Folgen!Jesus hatte immer wieder versucht, sie zu sich einzuladen, damit sie unter seiner guten Herrschaft im Frieden mit Gott leben k\u00f6nnten. Aber sie hatten Jesu Bem\u00fchungen und seine Einladungen bis zum Ende verworfen. Der Grund war nicht, dass sie nicht zu Gott kommen wollten, sondern ihr scheinheiliges Leben in der Welt genie\u00dfen wollten. Dass sie, nachdem sie alle Propheten Gottes abgelehnt hatten, auch Jesu Einladung und Jesus selbst ablehnten, war der entscheidende Grund f\u00fcr ihr Scheitern und das Gericht, dass sie sich dadurch unweigerlich zuzogen.<\/p>\n<p>Jesus sagte ihnen voraus:<strong> \u201eDenn ich sage euch:<\/strong> <strong>Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!\u201c <\/strong>Sie meinten, dass sie fest im Sattel s\u00e4\u00dfen und die Z\u00fcgel alle in der Hand h\u00e4tten und dass sie Jesus nun schnellstens beseitigen und ihn nie wieder sehen w\u00fcrden. Aber sie werden Jesus wieder sehen, wenn er als Herr und Richter wiederkommen w\u00fcrden. Dann werden sie ihn zwangsl\u00e4ufig loben m\u00fcssen, da bei seiner Wiederekunft alle Knie sich vor ihm beugen und alle Zungen bekennen m\u00fcssen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters (Phil 2,11).<\/p>\n<p>Wir haben heute Jesu Warnung und seinen Tadel an die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er geh\u00f6rt und den Grund f\u00fcr ihre tragische Entwicklung betrachtet. Auf den ersten Blick hatten sie scheinbar kaum eine Chance, sich selbst zu erkennen, da sie so stolz und begierig nach Ansehen von den Menschen und nach weltlichen Dingen waren und dadurch verblendet waren. Aber Jesus hat im Vers 3 den Grund genannt, den sie h\u00e4tten \u00e4ndern k\u00f6nnen, n\u00e4mlich dass sie das Wort Gottes zwar betrachteten und lehrten, aber sich selbst nicht belehrten und danach lebten. Als Christen m\u00fcssen wir uns immer neu selbst belehren lassen von Gottes Wort und davor Bu\u00dfe tun und darauf sehr achten, dass wir ihm praktisch gehorchen. Das ist das A und O im Glaubensleben und der sichere Schutz davor, der Tendenz der Pharis\u00e4er zu verfallen und ihren Weg zu gehen. M\u00f6ge Gott jedem von uns dabei helfen! Lesen wir das Leitwort: \u201e<strong>Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fcken versammelt unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus tadelt die Heuchelei \u201eJerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! 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