{"id":2122,"date":"2012-07-31T22:15:23","date_gmt":"2012-07-31T21:15:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2122"},"modified":"2022-11-18T12:24:04","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:04","slug":"predigt-matthaus-201-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-201-16\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 20,1 &#8211; 16"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/P11Mt20-0116.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Die G\u00fcte des Hausherrn<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so g\u00fctig bin?\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(15)<\/p>\n<p>Am Ende des letzten Kapitels haben wir Jesu Prinzip \u00fcber das Reich Gottes vernommen: <strong>\u201eAber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.\u201c<\/strong> Dieses geistliche Prinzip ist sehr geheimnisvoll und vielleicht ist es uns nicht leicht gefallen, es zu verstehen. Gl\u00fccklicherweise geht Jesus im heutigen Text detailliert auf dieses Prinzip ein und erl\u00e4utert es anhand eines speziell daf\u00fcr konzipierten Gleichnisses. Lasst uns erfahren, wer im Himmelreich zuerst bzw. zuletzt belohnt wird und aus welchem Grund. Lasst uns dadurch lernen, eine falsche Herzenshaltung abzulegen oder vorzubeugen und stattdessen unserem Herrn dankbar zu sein, der uns g\u00fctig und gn\u00e4dig ist und das ewige Leben schenkt. M\u00f6ge die G\u00fcte des Herrn viele Herzen erreichen und ergreifen. Teilen wir Gottes Herzensanliegen, das f\u00fcr die Verlorenen schl\u00e4gt. (Dann m\u00fcssen wir eines sch\u00f6nen Tages, wenn wir an der Himmelspforte stehen und es kaum erwarten k\u00f6nnen, in die himmlische Herrlichkeit eingelassen zu werden, nicht lange Schlange stehen und warten\u2026die Schlage kann ziemlich lang sein\u2026)<\/p>\n<p><strong>Teil I\tDer Hausherr stellt Arbeiter f\u00fcr seinen Weinberg ein (1-7)<\/strong><\/p>\n<p>Wem oder was gleicht das Himmelreich? Betrachten wir den Text: <strong>\u201eDenn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der fr\u00fch am Morgen ausging, um Arbeiter f\u00fcr seinen Weinberg einzustellen.\u201c<\/strong> Der Hausherr steht f\u00fcr Gott, der einen Weinberg vorbereitet hatte. Der Weinberg steht f\u00fcr das Werk Gottes. Gott wirkt unter uns und wir k\u00f6nnen uns am Erl\u00f6sungswerk Gottes beteiligen. Hierf\u00fcr hat er alle Voraussetzungen geschaffen. Gottes Erl\u00f6sungswerk hat eine feste Grundlage in Christus Jesus und es wurde sehr fr\u00fch am Morgen der Menschheitsgeschichte vorbereitet, n\u00e4mlich direkt nach dem S\u00fcndenfall. Sp\u00e4ter erfahren wir, dass alle Beteiligten am Erl\u00f6sungswerk das ewige Leben erhalten, im Gleichnis als Silbergroschen dargestellt.<\/p>\n<p>Wem begegnete der Hausherr fr\u00fch am Morgen? Vers 2: <strong>\u201eUnd als er mit den Arbeitern einig wurde \u00fcber einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher war es \u00fcblich, sich im Morgengrauen an \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze zu stellen, um Arbeit zu finden, vor allem zur Erntezeit. Heutzutage gibt es die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit oder viele private online-Stellenb\u00f6rsen, doch damals fanden sich Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage eben auf offener Stra\u00dfe. Und wie man das so kennt, ergibt sich aus diesem Arbeitsmarkt ein Lohngleichgewicht, damals ein Silbergroschen.<\/p>\n<p>Wie froh m\u00fcssen die angeheuerten Arbeiter gewesen sein! Sie geh\u00f6rten zu den Gl\u00fccklichen! Sie hatten Erfolg! Ihr Tag war gerettet! Ihr Lohn war ihnen sicher. Ihre Frauen w\u00fcrden sie mit offenen Armen empfangen. Die Kinder w\u00fcrden gutgelaunt sein. Zudem war die Arbeit gut und machte ihnen vielleicht sogar Freude, jedenfalls besser als auf dem Bau zu schaffen oder auf dem Friedhof zu graben etc.<\/p>\n<p>Wem gleichen die Arbeiter, die fr\u00fch am Tag berufen wurden? Nat\u00fcrlich kann man das Gleichnis im historischen Kontext auslegen, dazu sp\u00e4ter mehr. Aber wenn wir es in unserem pers\u00f6nlichen Leben anwenden, steht es f\u00fcr Menschen, die in jungen Jahren berufen wurden, also f\u00fcr die meisten von uns. Wir mussten nicht lange warten, bis die Gnade Gottes uns erreicht hat. Wir mussten nicht lange suchen, um das Reich Gottes zu finden. Wir haben uns gefreut, als wir eingeladen wurden, von Jungend auf ein Leben im Reich Gottes zu f\u00fchren. Und gerne haben wir mitgearbeitet im Erl\u00f6sungswerk Gottes und unserem Herrn gedient und waren froh, dass wir unsere Jahre und Kr\u00e4fte nicht au\u00dferhalb des Weinbergs vergeudet haben.<\/p>\n<p>Was tat der Hausherr daraufhin? Vers 3: <strong>\u201eUnd er ging aus um die dritte Stunde und sah andere m\u00fc\u00dfig auf dem Markt stehen\u201c<\/strong>. Ein normaler Arbeitstag dauerte in der Regel von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends. Um die dritte Stunde, also um 9 Uhr morgens begab sich der Hausherr erneut auf die Suche nach Arbeiter und fand einige m\u00fc\u00dfig auf dem Markt stehen, zu denen er sprach: <strong>\u201eGeht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.\u201c<\/strong> (4)<\/p>\n<p>Diese Menschen standen noch immer auf dem Markt. Vielleicht wollten sie nicht im Weinberg arbeiten oder kamen zu sp\u00e4t. Doch sie konnten keine andere Arbeit finden und waren dementsprechend geknickt. Sie f\u00fchlten sich unn\u00fctz, hatten keinen Erfolg, wie Taugenichtse, die niemand haben wollte. Doch gl\u00fccklicherweise wollte der Hausherr sie einstellen und sandte sie zum Weinberg.<\/p>\n<p>Das ganze wiederholte sich um die sechste Stunde, also um 12 Uhr mittags und um 15 Uhr. Und zur gro\u00dfen \u00dcberraschung auch um die elfte Stunde, also um 17 Uhr, nur eine Stunde vor Feierabend. Vers 6: <strong>\u201eUm die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag m\u00fc\u00dfig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Je sp\u00e4ter die Stunde, umso hoffnungsloser wurden die Arbeitsuchenden. Den ganzen Tag hatten sie herumgelungert, sinnlos ihre Zeit verplempert und am Ende klagten sie \u201eNiemand hat uns eingestellt\u201c. Ihr Tag schien gelaufen zu sein. Ihnen graute es sicher, heimzugehen\u2026 vielleicht standen sie deshalb noch drau\u00dfen herum&#8230;<\/p>\n<p>Wer gleicht diesen Leuten? Viele Jugendliche und junge Erwachsene wollen nichts von Gott und seiner Berufung wissen. Sie m\u00f6chten lieber ihren eigenen Weg gehen und etwas Besseres finden und ein besseres Leben f\u00fchren, als mit Gott und sich selbst entfalten und unabh\u00e4ngig sein. Doch je mehr die Jahre vergehen, umso mehr erkennt der Mensch, dass er seine Zeit und Kraft gerade mit den Dingen, die er so gerne machen wollte, vergeudet hat. Am Ende, praktisch eine Stunde vor Feierabend, blicken viele resigniert zur\u00fcck und sind niedergeschlagen. \u201eWenn ich nochmal von vorne beginnen k\u00f6nnte\u2026 ich w\u00fcrde so vieles anders machen\u2026\u201c, sind typische S\u00e4tze, die dann fallen. Doch obwohl ihr Dasein in ihren Augen so hoffnungslos schien, sah sie der Hausherr mit anderen Augen. Er sandte auch diese zu seinem Weinberg. Selbst kurz vor dem Ende durften sie teilhaben und zusammenwirken.<\/p>\n<p>Das zeigt, dass Gott jeden Menschen erretten will. Keiner ist zu jung oder zu alt, zu unerfahren oder \u00fcberqualifiziert. F\u00fcr niemanden ist es zu fr\u00fch oder zu sp\u00e4t. Das Himmelreich ist offen f\u00fcr alle, die die Einladung annehmen. Gott kann und will jeden erretten und als Mitarbeiter seines Erl\u00f6sungswerkes gebrauchen. Viele bezeugen in ihren Glaubenszeugnissen, wie Gott sie aus der Hilflosigkeit, der Verzweiflung und der Resignation herausgef\u00fchrt und ihnen lebendige Hoffnung, Sinn und das ewige Leben geschenkt hat. Bei Gott besteht Hoffnung f\u00fcr jeden.<\/p>\n<p>Was durch das Gleichnis noch auff\u00e4llt, ist die sich st\u00e4ndig wiederholende Initiative Gottes. Im Gleichnis ging der Hausherr gleich 5-mal, um zu suchen und Menschen anzusprechen und einzuladen. Manche Studenten, die wir einladen, werfen ein: \u201eWo ist Gott? Warum macht er nichts, wenn es ihn gibt?\u201c Wenn wir aber die Bibel studieren, erkennen wir, dass Gott von Anfang der Geschichte an, immer und immer wieder seine Arme ausgestreckt hat. \u00dcber die Jahrtausende hindurch sandte er seine Auserw\u00e4hlten, um die Menschen anzusprechen und einzuladen. Als wir noch vor wenigen Wochen die B\u00fccher der K\u00f6nige Israels studiert haben, fiel auf, wie oft, wie sehr und mit welcher Intensit\u00e4t Gott seine Propheten sandte, um das Volk von ihrer Abg\u00f6tterei zur\u00fcck zum wahren Gott zu f\u00fchren. Gott lebt und Gott wirkt, damals, wie auch heute, derselbe Gott, dasselbe Werk. M\u00f6gen viele die Einladung Gottes annehmen.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tDie Arbeiter empfangen ihren Lohn (8-16)<\/strong><\/p>\n<p>Was geschah, als offiziell der Feierabend ausgerufen wurde? Verse 8 und 9: <strong>\u201eAls es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren und jeder empfing seinen Silbergroschen.\u201c<\/strong> Zur gro\u00dfen \u00dcberraschung aller wurden die letzten zuerst entlohnt. Weder das klassische Fifo-Prinzip  kam zu tragen (first in first out) noch das verwandte \u201efirst come first serve\u201c-Prinzip.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem empfing jeder Nachz\u00fcgler den vollen Lohn. Wir sehen, wie nahezu verschwenderisch der Hausherr mit der Entlohnung umging. Jeder Unternehmensberater h\u00e4tte die Sparbremse gezogen. Sie h\u00e4tten ihm vielmehr geraten, Mitarbeiter zu entlassen, um Kosten zu senken. Doch dem Hausherrn ging es nicht ums Geld, sondern um die Menschen.<\/p>\n<p>Den restlichen, die lange warten mussten, brannte es sicher unter den N\u00e4geln. Sie vertr\u00f6steten sie sich mit der falschen Hoffnung, mehr als einen Silbergroschen zu empfangen. Doch die \u00dcberraschung, die eigentlich keine war, war gro\u00df: <strong>\u201eAls aber die Ersten kamen, meinten sie, sie w\u00fcrden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder einen Silbergroschen.\u201c<\/strong> Und ihre Emp\u00f6rung war gro\u00df: <strong>\u201eUnd als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>War der Hausherr ungerecht? Betrachten wir seine aufschlussreiche Antwort. Lesen wir Verse 13-15: <strong>\u201eEr antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden \u00fcber einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so g\u00fctig bin?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der Hausherr war alles andere als ungerecht, im Gegenteil, wenn er ungerecht gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte er ihnen weniger als vereinbart gegeben. Stattdessen erf\u00fcllte er haargenau die vertraglichen Bedingungen, die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffen waren. In Wirklichkeit \u00e4rgerten sich diese Arbeiter nicht an der Ungerechtigkeit des Hausherrn, sondern an seiner G\u00fcte! Ging es sie etwas an, welche Vereinbarungen der Hausherr mit den Sp\u00e4tank\u00f6mmlingen getroffen hatte? Konnte er mit seinem Eigentum nicht so umgehen, wie es ihm lieb war? Hatte er nicht Macht dazu? Doch, er hat die Macht dazu, mit seinem Eigentum umzugehen, wie es ihm gefiel. Der Hausherr besa\u00df Macht und Souver\u00e4nit\u00e4t. Wozu gebraucht er seine Macht? Er setzte sie nicht willk\u00fcrlich ein, sondern um G\u00fcte auszu\u00fcben. Durfte er nicht g\u00fctig sein? Wer konnte es ihm verbieten? Wir lernen seine Macht und seine G\u00fcte kennen.<\/p>\n<p>Schnell wird die Herzenshaltung der ersten Arbeiter deutlich. Sie verglichen sich mit den anderen und missachteten ihre Kollegen. Ihnen g\u00f6nnten sie weniger als sich selbst. Dabei wurden sie sehr unzufrieden, mit ihrem eigenen Lohn. Sie wurden undankbar und m\u00fcrrisch. Au\u00dferdem zeigen ihre Worte, dass sie viel von sich und ihrer Arbeit hielten. Das ist das klassische Selbstgerechtigkeits-Problem. Alles in allem wird deutlich, dass sie ganz und gar nicht das Herzensanliegen des Hausherrn teilten. Seine G\u00fcte war f\u00fcr sie ein Fremdwort, dabei hatten auch sie die G\u00fcte des Hausherrn erfahren.<\/p>\n<p>Wen wollte Jesus wom\u00f6glich mit diesem Gleichnis ansprechen? Wahrscheinlich war es f\u00fcr die J\u00fcnger gedacht, denn unter allen Menschen waren sie die ersten, die Jesus nachfolgten, also zum Weinberg angeheuert wurden. Sie waren von Anfang an dabei, als es noch keine christliche Gemeinden und Kirchen gab. Sie wanderten Tag und Nacht mit Jesus, liefen durch W\u00fcsten, gerieten in Gefahr durch Wind und Wellen, waren ohne Herberge und litten Verfolgung. Jesu Wort: <strong>\u201eSo werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.\u201c<\/strong> war eine ernstzunehmende Warnung f\u00fcr sie. Unz\u00e4hlige w\u00fcrden ihnen folgen und sich dem Weinberg, also dem Erl\u00f6sungswerk Gottes, anschlie\u00dfen. Das Reich Gottes w\u00fcrde explosionsartig zunehmen. Jesus hatte es prophezeit. Aus allen Himmelsrichtungen w\u00fcrden sie herbeistr\u00f6men. Wem w\u00fcrden die J\u00fcnger gleichen, den ersten oder den letzten?<\/p>\n<p>W\u00fcrden sie \u00fcber die Nachz\u00fcgler murren, weil diese gleichgesetzt waren und sogar bevorzugt behandelt wurden? W\u00fcrden sie sich \u00fcber die G\u00fcte Gottes \u00e4rgern, sich selbst mit anderen vergleichen und scheel dreinschauen? W\u00fcrden sie Gottes Tadel empfangen: <strong>\u201eNimm, was dein ist und geh!\u201c<\/strong>? Das w\u00e4re wirklich tragisch!<\/p>\n<p>Welche Bedeutung hat Jesu Wort: <strong>\u201eSo werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.\u201c<\/strong> f\u00fcr uns? Uns stellen sich genau die gleichen Fragen wie den J\u00fcngern. Da wir relativ jung berufen sind, haben wir dem Werk Gottes mit unserer Jungendkraft gedient. Auch wir k\u00f6nnten dazu neigen, uns mit anderen zu vergleichen. Auch wir k\u00f6nnen dazu neigen, unsere Dankbarkeit zu verlieren und selbstgerecht zu werden.<\/p>\n<p>Aber sind wir dazu berufen worden? Ermutigt uns die Bibel nicht dazu Gott dankbar zu sein, weil er uns unter Unz\u00e4hligen auserw\u00e4hlt hat, obwohl wir unw\u00fcrdige S\u00fcnder gewesen sind? Ist es nicht selbstverst\u00e4ndlich, unserem Herrn immer \u00e4hnlicher zu werden und sein Herz zu verstehen und zu eigen zu machen? Gott ist voller G\u00fcte. Teilen wir sein g\u00fctiges Herz.<\/p>\n<p>Weil wir jung berufen wurden, haben die meisten von uns noch ein langes Glaubensleben vor sich. Wie wollen wir die zuk\u00fcnftigen Jahre im Erl\u00f6sungswerk Gottes zusammenarbeiten? Wollen wir die Gesinnung der Ersten haben oder die der Letzten?<\/p>\n<p>Inwiefern haben sich die Letzten von den Ersten unterschieden? Die allerletzten hatten nur eine Stunde zu arbeiten. W\u00e4hrend sich die ersten mental bereits auf den Feierabend vorbereiteten, setzten sich die Letzten ins Zeug, um mit ganzer Kraft zu schaffen. W\u00e4hrend die anderen verschwitzt waren, waren sie noch frisch und unverbraucht. W\u00e4hrend die anderen schon Erm\u00fcdungserscheinungen und Schmerzen sp\u00fcrten, hatten sie Freude und Begeisterung bei der Arbeit, denn obwohl sie den Lohn nicht verdient hatten, w\u00fcrden sie entlohnt werden. Und sie konnten mit Freude nachhause gehen und ihr ganzes Haus w\u00fcrde sich mit ihnen freuen. Und wie gro\u00df muss ihre Dankbarkeit gewesen sein. Sie wussten besser als jeder andere, dass sie Empf\u00e4nger der Gnade des Hausherrn waren. Sie hatten bekommen, was sie nicht verdient hatten.<\/p>\n<p>So ist es auch mit den letzten im Himmelreich. Ihre Berufung ist frisch. Die erste Liebe zu Jesus, dem Erl\u00f6ser, gl\u00fcht. Sie arbeiten eifrig und sind voller Freude und Kraft. Sie wissen ganz genau, dass sie Empf\u00e4nger der unverdienten Gnade Gottes sind. Ihr Dank ist grenzenlos und demnach preisen sie ihren Herrn am Tag und in der Nacht. Und ihnen f\u00e4llt es nicht schwer, die G\u00fcte Gottes zu verstehen und zu teilen. Viele folgen ihrem Beispiel, weil sich die G\u00fcte Gottes in ihnen wiederspiegelt.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger Jesu m\u00fcssen das Gleichnis ihres Herrn letztendlich begriffen und von ganzem Herzen zu eigen gemacht haben. Denn das Neue Testament bezeugt, dass obwohl sie die ersten J\u00fcnger Jesu waren, so lebten und wirken, als w\u00e4ren sie frisch bekehrt. Weil sie ihre Herzenshaltung erneuerten, konnten sie ein weltweiter Segen f\u00fcr die Verlorenen sein.<\/p>\n<p>Lasst uns diesem Beispiel folgen. Erneuern auch wir unsere Haltung. Werfen wir fort, was uns zu den ersten macht: Die Selbstgerechtigkeit, die Undankbarkeit, den scheelen Blick. Werfen wir fort, was unangebracht ist und den Tadel Jesu anzieht. Lasst uns Gott mit derselben Hingabe von Frischbekehrten dienen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist das heutige Wort wie ein mahnender Zeigefinger. Im Dienst Gottes wirke ich wie ein hundertj\u00e4hriger Rentner, verrostet und tr\u00e4ge, krank, lahm und abgek\u00fchlt. Ich bereite mich zwar nicht auf meinen Feierabend vor, aber auf die Mittagspause. Durch den Text lerne ich aber, was im Reich Gottes z\u00e4hlt und was nicht z\u00e4hlt. Was nicht z\u00e4hlt, ist meine bisher erbrachte Leistung. Denn das ewige Leben ist 100% Gnade. Was aber z\u00e4hlt ist meine Haltung im Dienst Gottes. Meine Haltung entscheidet, ob ich zu den ersten oder den letzten geh\u00f6re. M\u00f6ge die Mahnung des Wortes Jesu und das Gebet mir helfen, meine Haltung zu erneuern, um nicht zu den Letzten zu geh\u00f6ren, die Gottes Herz nicht verstehen, sondern zu den ersten, die voller Freude sind. M\u00f6ge Gottes Herz meine Gesinnung pr\u00e4gen. M\u00f6ge seine G\u00fcte in mir wohnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die G\u00fcte des Hausherrn \u201eOder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? 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