{"id":2118,"date":"2012-07-29T18:16:17","date_gmt":"2012-07-29T17:16:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2118"},"modified":"2022-11-18T12:24:05","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:05","slug":"predigt-matthaus-2017-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-2017-34\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 20,17 &#8211; 34"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/P11Mt20-1734.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>So  wie  der  Menschensohn<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>So wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse,<br \/>\nsondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(20,28)<\/p>\n<p>Heute geht es um wahre Gr\u00f6\u00dfe. Schon von klein auf vergleichen wir Menschen uns mit andern und streben danach, gr\u00f6\u00dfer als andere zu sein, nicht nur ein paar Zentimeter l\u00e4nger, sondern auch schneller zu rennen, h\u00f6her zu springen, besser Fu\u00dfball oder Klavier zu spielen usw. Sp\u00e4ter geht es darum, wer coolere Klamotten oder das neuere Handy hat oder bei den Freunden beliebter ist. Sp\u00e4ter, wer beim Schulabschluss, im Studium und im Beruf erfolgreicher ist oder ein gr\u00f6\u00dferes Auto oder Haus hat. Aber was macht einen Menschen wirklich gro\u00df? Unser heutiger Text zeigt, dass auch die J\u00fcnger Jesu den Wunsch nach Gr\u00f6\u00dfe hatten und danach strebten, die Nummer eins zu sein. Jesus tadelt ihren Wunsch nicht, sondern lehrt sie, auf welchem Weg man wirklich gro\u00df wird und belegt dabei seine Lehre mit seinem eigenen Beispiel. Lasst uns heute erkennen, wie wir wahrhaft gro\u00dfe M\u00e4nner und Frauen werden!<\/p>\n<p>1.<strong>Die \tdritte Ank\u00fcndigung von Leiden und Auferstehung (17-19)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. Jesus zog hinauf nach Jerusalem, wo er leiden und sterben w\u00fcrde. Nach Vers 29 befand er sich gerade in Jericho, der letzten Station unten im Jordantal, bevor er Jerusalem oben auf dem Gebirge erreichen w\u00fcrde. Was lehrte Jesus seine J\u00fcnger in dieser Zeit? Betrachten wir die Verse 17-19: <strong>\u201e<\/strong><strong>Und Jesus zog hinauf nach Jerusalem und nahm die zw\u00f6lf J\u00fcnger beiseite und sprach zu ihnen auf dem Wege:  Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohen\u00adpriestern und Schriftgelehrten \u00fcberantwortet werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Heiden \u00fcberantworten, damit sie ihn verspotten und gei\u00dfeln und kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen.\u201c <\/strong>Jesus nahm die zw\u00f6lf J\u00fcnger extra beiseite und k\u00fcndigte ihnen sein Leiden, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung an. Es war schon das dritte Mal, dass Jesus ihnen diese Ereignisse ank\u00fcndigte, und er tat es diesmal so ausf\u00fchrlich wie noch nie vorher. Trotzdem verzichtete Jesus darauf, seine bevorstehenden Qualen und die Dramatik seines Sterbens am Kreuz auszumalen. Obwohl ihn die Gedanken daran beunruhigt haben m\u00fcssen, redete Jesus sachlich und n\u00fcchtern dar\u00fcber. Dass Jesus so n\u00fcchtern dar\u00fcber redete, zeigt, dass er sein bevorstehendes Leiden und Sterben nicht ichbezogen, sondern als Gottes Ratschluss betrachtete und willens war, ihm zu folgen.<\/p>\n<p>Warum k\u00fcndigte Jesus ihn sein Leiden zum dritten Mal an? Jesu Leiden, Tod und Auferstehung bilden den Kern von Gottes Werk zur Erl\u00f6sung der Menschen. Dass die J\u00fcnger dieses Werk verstehen w\u00fcrden, war deshalb extrem wichtig. Aber nach Jesu erster Ank\u00fcndigung hatte Petrus ihm widersprochen und versucht, ihn von diesem Weg abzubringen (16,21-23). Sp\u00e4ter hatte Jesus ihnen seinen Weg zum zweiten Mal angek\u00fcndigt, aber die J\u00fcnger reagierten statt mit geistlicher Einsicht nur mit traurigen Gef\u00fchlen; es hei\u00dft \u00fcber ihre Reaktion lediglich: <strong>\u201eUnd sie wurden sehr betr\u00fcbt\u201c<\/strong> (17,23). Nun blieb nicht mehr viel Zeit. Denn Jesus w\u00fcrde in ein bis zwei Tagen Jerusalem erreichen und in die Stadt einziehen. F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter w\u00fcrde er am Kreuz sterben m\u00fcssen. Es war dringend n\u00f6tig, dass die J\u00fcnger sein Werk zur Erl\u00f6sung der Menschen verstehen und ihren Glauben und ihr Leben darauf bauen w\u00fcrden. Aber die J\u00fcnger erwarteten etwas v\u00f6llig anderes. Wie wir im anschlie\u00dfenden Abschnitt erfahren, erwarteten sie, dass Jesus ein m\u00e4chtiges K\u00f6nigreich aufrichten w\u00fcrde, und besch\u00e4ftig\u00adten sich damit, wer von ihnen darin welche Position erhalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dass die J\u00fcnger zu diesem Zeitpunkt mit ihren Gedanken und Vorstellungen immer noch so weit von der Realit\u00e4t entfernt waren, h\u00e4tte Jesus eigentlich zur Verzweiflung bringen k\u00f6nnen. Wann w\u00fcrden sie aus ihrer eigenen Gedankenwelt herauskommen und die Wirklichkeit erkennen? Wie w\u00fcrden sie reagieren, wenn Jesus tats\u00e4chlich leiden und sterben w\u00fcrde, wenn sie es nicht vom Herzen angenommen und verstanden h\u00e4tten? Und wie sollten sie sp\u00e4ter Jesu Tod und Auferstehung der ganzen Welt predigen? Aber Jesus verzweifelte nicht. Stattdessen lehrte er sie noch einmal ausf\u00fchrlich sein bevorstehendes Leiden und Sterben und seine Auferstehung. Jesus lehrte die J\u00fcnger wiederholt, damit sie klare geistliche Einsicht bekommen w\u00fcrden. Sie sollten Jesu Leiden und Tod f\u00fcr ihre S\u00fcnden nicht blo\u00df theoretisch und vage, sondern von Herzen verstehen, sodass sie nach dem Geist des Kreuzes leben konnten.<\/p>\n<p>Hierdurch  wird klar, dass die Wiederholung eine Methode Gottes ist, um uns Menschen zur Einsicht zu verhelfen. Bestimmte Bibelstellen oder ganze B\u00fccher der Bibel wiederholt zu studieren, kann einigen vielleicht manchmal langweilig vorkommen. Aber durch die wiederholte Lehre will Gott uns Menschen helfen, die wir oft in eigenen Gedanken befangen sind, sodass wir davon frei werden und die Wahrheit klar verstehen und einsehen k\u00f6nnen. Daher sollten wir, wenn wir beim Bibelstudium oder im Gottesdienst einen Text wiederholt betrachten, nicht denken: \u201eDas kenn\u2018 ich schon, das hab ich schon alles verstanden.\u201c Denn es ist Gottes Hilfe f\u00fcr uns und eine Gelegenheit von ihm f\u00fcr uns, das, was wir noch nicht wirklich verstanden haben, dieses Mal zu verstehen, damit unser Glaube immer klarer und st\u00e4rker wird. Wenn wir den n\u00e4chsten Abschnitt betrachten, stellen wir fest, dass die J\u00fcnger offensichtlich auch Jesu dritte Leidensank\u00fcndigung zun\u00e4chst nicht verstanden haben (vgl. Lk 18,34). Aber wenn wir den Bericht der Apostelgeschichte und die weitere Geschichte betrachten, stellen wir fest, dass sie diesen Kern des Evangeliums nachher doch klar verstanden und ihr Leben ganz danach gef\u00fchrt haben. \u2013 M\u00f6ge Gott uns helfen, dass wir die Chance durch wiederholte Lehre gut nutzen und dadurch klare Einsicht in die Wirklichkeit und starkes Vertrauen auf ihn bekommen! M\u00f6ge Gott uns besonders helfen, die Bedeutung von Jesu Leiden und Tod f\u00fcr uns klar zu verstehen und nach dem Geist des Kreuzes zu leben! Gott helfe uns auch, den anvertrauten Menschen mit Geduld und Zuversicht das Evangelium wiederholt zu bezeugen, bis sie zu klarer geistlicher Einsicht durchdringen!<\/p>\n<p><strong>2.Vom \tHerrschen und Dienen (20-28)<\/strong><\/p>\n<p>Wer kam zu Jesus, nachdem er die J\u00fcnger seinen Weg von Leiden, Tod und Auferstehung gelehrt hatte? Es hei\u00dft: \u201e<strong>Da trat zu ihm die Mutter der S\u00f6hne des Zebed\u00e4us mit ihren S\u00f6hnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine beiden S\u00f6hne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken\u201c <\/strong>(20.21). Hier tritt eine Mutter von J\u00fcngern in Erscheinung, was in der damaligen Zeit sehr ungew\u00f6hnlich war. Sie war die Mutter der S\u00f6hne des Zebed\u00e4us, also von Jakobus und Johannes, denen Jesus wohl wegen ihres starken aufbrausenden Charakters den Beinamen \u201eDonners\u00f6hne\u201c gegeben hatte. Die Mutter kam nun zu Jesus mit der Bitte, dass er ihre zwei S\u00f6hne in seinem Reich einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken sitzen lassen w\u00fcrde. Vom Kontext her k\u00f6nnen wir sagen, dass sie mit \u201ein deinem Reich\u201c ein irdisches messianisches Reich meinte, wie es die Juden von dem kommenden Messias erwarteten und das Jesus nach der Erwartung vieler seiner J\u00fcnger nun in Jerusalem aufrichten w\u00fcrde. Das Anliegen der Mutter war offensichtlich auch das Anliegen ihrer zwei S\u00f6hne, denn in seiner Antwort hat Jesus Jakobus und Johannes und nicht ihre Mutter angesprochen. Jedenfalls war das Anliegen total entfernt von dem, was Jesus gerade angek\u00fcndigt hatte. Denn Jesus w\u00fcrde in Jerusalem keine starke Nation Israel aufrichten, sondern w\u00fcrde dort f\u00fcr die S\u00fcnde leiden und sterben und nach drei Tagen auferstehen. Aber die Gedanken und W\u00fcnsche der ehrgeizigen Br\u00fcder und ihrer Mutter waren jenseits dieser Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus? Zuerst sagte Jesus ihnen: \u201e<strong>Ihr wisst nicht, was ihr bittet\u201c (22a). <\/strong>Jesus sagte Jakobus, Johannes und ihrer Mutter, dass ihnen nicht klar war, worum sie baten. Sie dachten, dass sie um die besten Pl\u00e4tze in einem irdischen Reich bitten w\u00fcrden, das Jesus vermeintlicherweise nun bald in Jerusalem aufrichten w\u00fcrde und das f\u00fcr begrenzte Zeit besteht. Aber Jesus w\u00fcrde nach seinem Tod und seiner Auferstehung das ewige Reich im Himmel aufrichten, in dem Gott selbst im Mittelpunkt steht und das ewig besteht. Dort zur Rechten und zu Linken Jesu zu sitzen, ist ein unfassbar gro\u00dfes Privileg. Dann fragte Jesus sie:<strong> \u201eK\u00f6nnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?\u201c<\/strong> Hier lehrt Jesus die zwei J\u00fcnger, dass mit ihm in seinem Reich am Tisch zu sitzen, erfordert, auch den Kelch zu trinken, den Jesus trinken w\u00fcrde. Der \u201eKelch\u201c steht hier f\u00fcr das seelische und k\u00f6rperliche Leiden bis zum Tod. Wir wissen nicht, wie gut Jakobus und Johannes das begriffen haben. Aber sie antworteten mutig: <strong>\u201eJa, das k\u00f6nnen wir.\u201c<\/strong> Sie wollten einfach alles tun, um die angesehenen Pl\u00e4tze neben Jesus zu erlangen. Aber was sagte Jesus ihnen daraufhin? Er sagte: <strong>\u201eMeinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben steht mir nicht zu. Das wird denen zuteil, f\u00fcr die es bestimmt ist von meinem Vater.\u201c<\/strong> Jesus sagte ihnen voraus, dass sie wirklich seinen Kelch trinken w\u00fcrden. Wie wir wissen, wurde Jakobus sp\u00e4ter tats\u00e4chlich der erste M\u00e4rtyrer unter den Aposteln, und Johannes wurde durch seine Verbannung auf die Insel Patmos eine Art \u201elebender M\u00e4rtyrer\u201c. Aber trotzdem konnte Jesus ihnen das erbetene besondere Privileg nicht einr\u00e4umen. Denn wer in seinem ewigen Reich die ehrenvollsten Pl\u00e4tze zur an Jesu Seite bekommt, wird allein von Gott in seiner Souver\u00e4nit\u00e4t bestimmt.<\/p>\n<p>Wie reagierten die anderen J\u00fcnger auf den Vorsto\u00df von Jakobus und Johannes? Vers 24 sagt, dass sie \u00fcber die zwei Br\u00fcder unwillig wurden. Sie \u00e4rgerten sich dar\u00fcber, dass sie sich offenbar f\u00fcr besser hielten und f\u00fcr berechtigt, die angesehensten Pl\u00e4tze zu bekommen; und es hat ihnen gewaltig gestunken, dass sie sich aktiv darum bem\u00fchten. Ihr \u00c4rger \u00fcber die zwei Br\u00fcder l\u00e4sst uns erkennen, dass sie selbst gerne diese Positionen bekommen h\u00e4tten und nicht einsahen, warum sie hinter dem Br\u00fcderpaar zur\u00fcckstehen sollten. Obwohl die J\u00fcnger gemeinsam Jesus nachfolgten und ihm dienten, herrschte unter ihnen latent st\u00e4ndig Konkurrenz und Rivalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie half Jesus ihnen? Vers 25 sagt: <strong>\u201eAber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre V\u00f6lker nieder\u00adhalten und die M\u00e4chtigen ihnen Gewalt antun.\u201c <\/strong>Die Herrscher in der Welt halten ihre V\u00f6lker nieder, und viele tun ihren Landsleuten sogar Gewalt an, um ihre Macht zu erhalten oder an die Spitze der Macht zu gelangen. Auch in unserer Zeit, nach etwa zweitausend Jahren konnten wir das in \u00c4gypten und in Libyen sehen und sehen es zurzeit in Syrien, wo der Staatspr\u00e4sident inzwischen mit Kampfhubschraubern und Panzern auf die Landsleute schie\u00dfen l\u00e4sst, die gegen seine Regierung Partei ergreifen. Warum sagt Jesus das zu seinen J\u00fcngern? Obwohl keiner der J\u00fcnger anstrebte, K\u00f6nig zu werden oder Gewalt gegen die anderen J\u00fcnger einzusetzen, war das Prinzip, durch das sie gro\u00df werden wollten, doch dasselbe; denn sie wollten gro\u00df werden, indem sie sich selbst gro\u00df machen und die anderen erniedrigen wollten. Sie folgten zwar Jesus nach, aber der Weg, auf dem sie gro\u00df werden wollten, war der der Menschen in der Welt.<\/p>\n<p>Wie half ihnen Jesus? Wie wird man wirklich gro\u00df? Jesus sagte ihnen: <strong>\u201eSo soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch gro\u00df sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht\u201c<\/strong> (26.27). Jesu Antwort zeigt, dass er ihren Wunsch, gro\u00df zu werden, nicht kritisiert hat; Jesus ist nicht dagegen, dass sie gro\u00dfe Menschen werden wollen. Vielmehr hat Jesus ihnen den Weg gezeigt, wie sie wahrhaft gro\u00df werden. Dieser Weg ist kurz gesagt, den anderen zu dienen. Was? Durch dienen gro\u00df werden? Das klingt paradox! Denn normal sind doch die Diener diejenigen, die \u201egro\u00dfen Leuten\u201c dienen! Wieso wird man durch dienen gro\u00df? Wenn wir genau hinsehen, sagt Jesus nicht durch dienen; sondern er sagt: \u201eder sei euer Diener\u201c und \u201eder sei euer Knecht\u201c. Es geht also nicht blo\u00df darum, anderen ab und zu oder \u00f6fter zu dienen. Sondern wir m\u00fcssen uns selbst als Diener identifzieren und mit dieser Haltung anderen begegnen. Ein Knecht fragt gar nicht danach, was er selbst m\u00f6chte; er richtet sein ganzes Denken und Tun darauf aus, was sein Herr m\u00f6chte und braucht. Wie wir wissen, galt damals ein Knecht nicht viel mehr als eine Ware, die man beliebig kaufen oder verkaufen konnte. Er hatte immer f\u00fcr den Herrn zur Verf\u00fcgung zu stehen und zu tun, was sein Herr will. zu sehen. Dass sie selbst Diener sein sollten, bedeutete, dass die anderen Herren waren, um denen sie dienen sollten. Sind die anderen denn etwa besser als sie? Aber gerade dadurch, dass sie sich als Diener der anderen verstehen und ihnen tats\u00e4chlich dienen, werden sie wahrhaft gro\u00df. Denn diejenigen, die es als ihre Aufgabe sehen, anderen zu dienen, und sich auf deren Bed\u00fcrfnisse konzentrieren, k\u00f6nnen sie verstehen und ihnen wirklich helfen. Wenn die Menschen auf diese Weise erlebt, dass ihnen durch die J\u00fcnger geholfen wurde, werden sie diese automatisch von Herzen achten und lieben. Die J\u00fcnger selbst sind ein gutes Beispiel. Auch wenn sie diese Lehre Jesu vielleicht nicht sofort annehmen und umsetzen konnten, haben sie sp\u00e4ter doch die Identit\u00e4t als Diener der anderen Menschen angenommen und so gelebt und gro\u00dfen positiven Einfluss auf sie ausge\u00fcbt. Wer \u00fcber die anderen Menschen Macht aus\u00fcben und sich selbst dadurch gro\u00df machen will, kann nie ihre Herzen gewinnen und wird nicht wirklich als gro\u00dfer Mensch geachtet. Aber wenn wir anderen von Herzen dienen und es zu unserem Ziel machen, ihr Problem zu l\u00f6sen und ihrem Bed\u00fcrfnis abzuhelfen, werden wir gro\u00dfe Menschen.<\/p>\n<p>Damit die J\u00fcnger und wir Jesu Lehre von der wahren Gr\u00f6\u00dfe ganz klar einsehen k\u00f6nnen, veranschaulicht er sie noch dem besten Beispiel, n\u00e4mlich mit seinem eigenen. Lesen wir Vers 28: <strong>\u201e<\/strong><strong>so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele.\u201c <\/strong>Jesus ist der Sohn Gottes, der himmlische Ehre, Macht und Herrlichkeit hatte. Aber er ist auf die Erde gekommen, um uns S\u00fcndern zu dienen. Hier lehrt Jesus, bis zu welchem Punkt er uns Menschen gedient hat und mit welchem Ziel. Sein Dienen hatte das klare Ziel, die Menschen zur Erl\u00f6sung von unserer S\u00fcnde und vom Tod zu f\u00fchren. F\u00fcr dieses Ziel hat Jesus alles eingesetzt und hat sogar sein Leben gegeben, damit viele erl\u00f6st werden. Wir sollen Jesu Beispiel folgen, indem wir wie er Diener der anderen werden und dabei auch seine Hingabe und auch sein Ziel annehmen, n\u00e4mlich die Menschen zur Erl\u00f6sung zu f\u00fchren. Die Menschen haben viele Probleme, sodass wir manchmal nicht so recht wissen, wie wir ihnen helfen sollen. Aber wir sollen von Jesus lernen, Menschen mit dem klaren Ziel zu helfen, sie zur Erl\u00f6sung zu f\u00fchren. Wenn wir dieses Ziel haben, finden wir immer Orientierung, wie wir f\u00fcr sie beten und ihnen helfen k\u00f6nnen. Wenn wir Menschen mit diesem Ziel dienen, hat unsere Hilfe eine absolute, ewige Bedeutung. Wenn wir Menschen mit diesem Ziel dienen, werden wir wirklich gro\u00df. M\u00f6ge Gott uns helfen, wie Jesus den Glaubensgeschwistern und den Studenten in unserer Stadt und unserm Land zu dienen und daf\u00fcr hinzugeben, dass viele erl\u00f6st werden!<\/p>\n<p><strong>3.Die \tHeilung von zwei Blinden (29-34)<\/strong><\/p>\n<p>Was passierte, als Jesus von Jericho wegging? Betrachten wir die Verse 29 und 30: <strong>\u201eUnd als sie von Jericho fortgingen, folgte ihm eine gro\u00dfe Menge. Und siehe, zwei Blinde sa\u00dfen am Wege; und als sie h\u00f6rten, dass Jesus vor\u00fcberging, schrien sie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\u201c <\/strong>Zwei Blinde am Stra\u00dfenrand h\u00f6rten die gro\u00dfe Menge vorbeigehen. Als sie wohl nachfragten und erfuhren, dass es Jesus war, der die Menge anf\u00fchrte, schrien sie so laut sie konnten nach Jesu Hilfe. Dass sie dabei Jesus <strong>\u201eHerr, du Sohn Davids<\/strong>\u201c nannten, zeigt, dass sie Jesus f\u00fcr den verhei\u00dfenen Messias hielten, der als Nachkomme Davids kommen sollte. Die Leute um sie herum fuhren sie an, dass sie schweigen sollten. Sie meinten, dass zwei blinde Menschen kein Recht h\u00e4tten, die Aufmerksamkeit Jesu zu beanspruchen, zumal jetzt, wo Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war, wo er scheinbar ein wichtiges Amt \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Aber die M\u00e4nner lie\u00dfen sich nicht einsch\u00fcchtern und lie\u00dfen sich nicht davon abhalten, weiter nach Jesu Hilfe zu schreien:<strong> Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser! <\/strong>Ihr Schreien zeigt, dass sie ihre ganze Hoffnung auf Jesus setzten.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus darauf? Vers 32 sagt: <strong>\u201eJesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich f\u00fcr euch tun soll?\u201c <\/strong>Obwohl Jesus eilig nach Jerusalem gehen sollte und wegen der bevorstehenden Leiden und Todesqualen innerlich belastet gewesen sein muss, \u00fcberh\u00f6rte Jesus das Schreien zweier elender Menschen nicht. Jesus rief die M\u00e4nner. Aber er heilte sie nicht sofort von ihrem offensichtlichen Leiden, sondern fragte sie, was sie von ihm wollten. Jesus achtet sehr darauf, worum wir bitten und was wir eigentlich von ihm wollen. Was antworteten die beiden M\u00e4nner? <strong>\u201eSie sprachen zu ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden.\u201c <\/strong>Manche schreien zu Gott um Hilfe, aber wissen eigentlich nciht so genau, was sie von Gott wollen. Aber die beiden M\u00e4nner hatten ein klares Gebetsanliegen. Wie reagierte Jesus darauf? Vers 34a sagt: \u201e<strong>Und es jammerte Jesus und er ber\u00fchrte ihre Augen\u201c. <\/strong>Jesus hatte Mitleid, als er sie in ihrer Blindheit sah und ihre Bitte h\u00f6rte. Er war dadurch dazu bewegt, ihnen zu dienen und sie von ihrem Leiden zu erl\u00f6sen. Was passierte dann? Vers 34b: \u201e<strong>und sogleich wurden sie wieder sehend, und sie folgten ihm nach.\u201c <\/strong>Sie wurden sofort sehend. Die eine Ber\u00fchrung Jesu gen\u00fcgte, sodass die beiden Blinden perfekt sehen konnten. Die beiden M\u00e4nner wurden aber nicht nur physisch sehend. Der Autor bemerkt, dass sie Jesus  nachfolgten. Durch ihre Heilung erkannten sie also auch die geistliche Realit\u00e4t klar, dass Jesus wirklich der verhei\u00dfene Christus ist, und entschieden sich auf der Stelle, ihm nachzufolgen. Auf diese Weise diente Jesus den Menschen jederzeit hingebungsvoll und umfassend, unabh\u00e4ngig von seiner eigenen pers\u00f6nlichen Lage.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung wurde ich von der Demut und Liebe Jesu sehr bewegt, der sein Leben auch zu meiner Erl\u00f6sung gegeben hat und f\u00fcr Viele. Ich erkannte, dass ich ihm wirklich folgen und als ein Diener der anderen leben und mich f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung hingeben soll. Ich musste aber erkennen, dass mir diese Haltung noch viel fehlte, dass ich mich nur hingeben wollte und immer noch etwas zu bekommen erwartete. Damit kann ich aber keinen Menschen zur Erl\u00f6sung f\u00fchren und nicht wahrhaft gro\u00df werde. Ich erkannte auch, dass ich ein St\u00fcckweit zufrieden war damit, dass Gott mich schon f\u00fcr wenige Menschen gebraucht hat, dass ich aber seinen Willen nicht l\u00e4nger ignorieren darf, dass er mich f\u00fcr die Erl\u00f6sung f\u00fcr Viele gebrauchen will. Ich will mir Jesu Hingabe f\u00fcr mich t\u00e4glich vor Augen halten und will ihm folgen und will von morgens bis abends mit der Haltung eines Dieners leben und mich hingeben f\u00fcr die Erl\u00f6sung f\u00fcr Viele.<\/p>\n<p>Heute haben wir den Weg zu echter Gr\u00f6\u00dfe erkannt. Man wird nicht wirklich gro\u00df, indem man eine bessere Ausbildung, mehr Erfolg im Beruf oder mehr Geld oder G\u00fcter hat als andere. Dadurch wird man h\u00f6chstens eine Zeitlang \u00e4u\u00dferlich respektiert und beneidet, aber wird kein wirklich gro\u00dfer Mensch, den die anderen vom Herzen hochachten, und schon gar nicht von Gott als gro\u00df erachtet. Wirklich gro\u00df werden wir, wenn wir anderen dienen und uns f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung hingeben. Jesus hat seine Herrlichkeit im Himmel aufgegeben, um uns Menschen zu dienen und sein Leben f\u00fcr unsere Erl\u00f6sung hinzugeben. Durch seinen Dienst wurde er der Gr\u00f6\u00dfte, den nun viele Millionen von Menschen von Herzen verehren und vor dem einmal alle ihre Knie beugen werden. Wir sollen wahrhaft gro\u00df werden, indem wir uns Jesu Gesinnung und sein Ziel aneignen und anderen dienen, insbesondere den jungen Menschen und Studenten in diesem Land, und uns f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung hingeben. Wir sollten nicht damit zufrieden sein, wenn wir bisher schon einem oder wenigen helfen konnten, sondern Jesu Herz verstehen und uns hingeben f\u00fcr die Erl\u00f6sung von Vielen. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen, so gesinnt zu sein und zu leben! M\u00f6ge Gott jeden von uns dadurch zu einem wahrhaft gro\u00dfen Menschen machen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort:<strong> \u201eSo wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse,sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr Viele.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download So wie der Menschensohn \u201eSo wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele.\u201c (20,28) Heute geht es um wahre Gr\u00f6\u00dfe. 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