{"id":211,"date":"2009-07-19T17:13:42","date_gmt":"2009-07-19T16:13:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=211"},"modified":"2025-05-25T18:05:03","modified_gmt":"2025-05-25T16:05:03","slug":"predigt-joh-913-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-joh-913-41\/","title":{"rendered":"Predigt: Joh 9,13-41"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/J24-P09-1341.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Der Blindgeborene bezeugt Jesu Gnade<\/h2>\n<p align=\"center\">&nbsp;<\/p>\n<address style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-style: normal;\">\u201e<\/span>eins aber wei\u00df ich: dass ich blind war und bin nun sehend.\u201c<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Johannes 9,25b<\/address>\n<p>Wir wollen unsere Bibeln aufschlagen und Johannes 9 lesen. Bevor wir uns auf den Text st\u00fcrzen, wollen wir ganz kurz unseren heutigen Abschnitt in Kontext bringen. In Johannes 8 haben wir gesehen wie Jesus im Tempelvorhof lehrte. Er stand neben 4 riesigen Leuchtern, die beim Laubh\u00fcttenfest entz\u00fcndet wurden und deren Licht man in ganz Jerusalem gesehen hatte. Und dann sagte er: <strong>\u201eIch bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.\u201c<\/strong> Was f\u00fcr eine atemberaubende Verk\u00fcndigung! Und Jesu Proklamation blieb nicht bei leeren Worten. Der Text in Kapitel 9 steht in engem Zusammenhang mit diesem Wort. Letzte Woche haben wir durch die Botschaft von H. R. geh\u00f6rt, wie Jesus Gottes Werke wirkte. Jesus hatte gesagt: <strong>\u201eWir m\u00fcssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.\u201c<\/strong> Und nachdem Jesus, das Licht der Welt, diese Worte gesprochen hatte, schenkte er einem Blindgeborenen das Augenlicht. Wir haben gesehen, dass es ein herrliches Wunder war.<\/p>\n<p>Unser heutiger Text schlie\u00dft daran an. Was wir aber gut verstehen m\u00fcssen, ist die Tatsache, dass diese Heilung Jesu Gnade war. Was ist Gnade? Gnade ist unverdiente G\u00fcte, Freundlichkeit, Erbarmen und Herzlichkeit Gottes. Der Blindgeborene hatte die Heilung nicht verdient. Er hatte keinen Anspruch darauf. Am Wunder selbst hatte er keinen Anteil. Er hatte die Heilung nicht deshalb erfahren, weil er gerecht war, oder weil er ein moralisches Leben gef\u00fchrt hatte, oder weil er gute Werke getan hatte. Er hatte sich die Heilung nicht dadurch erworben, weil er im Vergleich mit anderen Menschen besonders viel gelitten hatte. Die Tatsache, dass er zum ersten Mal in seinem Leben sehen konnte, war ganz einfach souver\u00e4ne Gnade Gottes. Das sollten wir uns zutiefst bewusst machen.<\/p>\n<p>Wir haben ebenfalls Gnade erfahren. Aber wie gehen wir mit Gottes Gnade um? Gerade das wollen wir heute im Text durch den Blindgeborenen lernen. Drei Punkte wollen wir heute beherzigen: das Bekenntnis zur Gnade, ein Festwerden (oder Wachstum) in der Gnade, und v\u00f6llige Gen\u00fcge durch die Gnade.<\/p>\n<p>Teil 1 Das Bekenntnis zur Gnade (13-23)<\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. <strong>\u201eDa f\u00fchrten sie ihn, der vorher blind gewesen war, zu den Pharis\u00e4ern.\u201c<\/strong> Die Nachbarn des Bettlers und die Juden, die ihn vorher gekannt hatten, konnten ihren Augen nicht trauen. Der Blindgeborene konnte sehen. Und was f\u00fcr eine \u00fcberflie\u00dfende Freude und tiefe Dankbarkeit musste er ausgestrahlt haben. Er war so gl\u00fccklich. Wir wissen nicht, warum sie diesen Mann zu den Pharis\u00e4ern brachten. Vielleicht war er ihnen einfach eine Spur zu gl\u00fccklich. Vielleicht war seine Freude f\u00fcr sie nur schwer zu ertragen. Vermutlich aber sahen sie Aufkl\u00e4rungsbedarf bez\u00fcglich seiner Heilung. Aus diesen oder jenen Gr\u00fcnden brachten sie ihn zu den religi\u00f6sen Leitern. Und damit fing der ganze \u00c4rger an. Vers 14 macht einen kleinen Einschub: Ach \u00fcbrigens, <strong>\u201ees war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen \u00f6ffnete.\u201c<\/strong> Bez\u00fcglich der Heilungstat war es v\u00f6llig irrelevant und unwichtig, ob es am Sabbat oder an irgendeinem anderen Tag war. Aber es ist f\u00fcr uns wichtig das zu wissen, um die folgende Kontroverse verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Geheilte befand sich vor den Pharis\u00e4ern. Es handelte sich hier vermutlich um Mitglieder des Sanhedrin, des obersten Rates der Juden. Sie waren die religi\u00f6se Elite des Landes. Sie waren diejenigen, die unter den R\u00f6mern das Sagen hatten. Und sie wussten nur zu gut, wie man jemanden ins Kreuzverh\u00f6r nehmen konnte. Sie fragten ihn zun\u00e4chst, wie er sehend geworden war. Sehen wir uns die Antwort des ehemaligen Bettlers in Vers 15b an: <strong>\u201eEr aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.\u201c<\/strong> Es war eine ganz einfache Tatsachenschilderung des \u00dcbernat\u00fcrlichen. Niemand k\u00f6nnte einem Blindgeborenen einfach einen Brei auf die Augen legen und sagen <strong>\u201eGeh \u2026 und wasche dich!\u201c<\/strong> und die Person dadurch heilen. Niemand k\u00f6nnte das tun au\u00dfer dem Messias. Wie reagierten aber die Pharis\u00e4er darauf?<\/p>\n<p>Einige von ihnen sagten: <strong>\u201eDieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat h\u00e4lt.\u201c<\/strong> Mit gr\u00f6\u00dfter \u00dcberzeugung sagten einige Pharis\u00e4er, dass Jesus auf keinen Fall von Gott sein kann. Sie sagten, dass Jesus den Sabbat nicht hielt. Was meinten sie eigentlich damit? Ihr Argument war, dass der Blindgeborene sich nicht in akuter Lebensgefahr befand. Deshalb h\u00e4tte er an jedem anderen beliebigen Tag der Woche au\u00dfer dem Sabbat geheilt werden k\u00f6nnen. Als zweites, in der Mishna sind 39 T\u00e4tigkeiten \u00fcberliefert, die am Sabbat ausdr\u00fccklich verboten waren. Dazu geh\u00f6rte unter anderem das Kneten. Ganz eindeutig knetete Jesus, als er den Brei bereitete. Als drittes, es war am Sabbat ebenfalls verboten, Salbe auf die Augen zu tun. Auf der anderen Seite gab es ein paar Pharis\u00e4er, die argumentierten, dass s\u00fcndige Menschen keine Wunder vollbringen konnten. Und sie fingen sich an zu streiten.<\/p>\n<p>Was war das Problem der Pharis\u00e4er? Die Pharis\u00e4er machten eine Grundannahme. Und auf dieser Grundannahme hatten sie ihr ganzes Gedankengeb\u00e4ude aufgerichtet. Dieses Gedankengeb\u00e4ude war ihr Ma\u00dfstab, um zu urteilen, was richtig und was falsch ist. Warum ist das so problematisch? Wir k\u00f6nnen hier zwei Gr\u00fcnde anf\u00fchren. Es ist zum einen absolut problematisch, weil die Pharis\u00e4er von der falschen Grundannahme ausgingen. Sie beurteilten Jesus zum Beispiel nach ihrer pers\u00f6nlichen Auslegung des Sabbatgebotes. Ihre Auslegung aber hatte nichts mit dem wahren Geist des Sabbats zu tun. Alles gr\u00fcndete vielmehr auf ihre menschlichen Traditionen. Der Sabbat h\u00e4tte eigentlich ein Bild f\u00fcr den wahren kommenden Sabbat sein sollen, wenn wir in Gottes ewige Ruhe einkehren. Jeder Sabbat h\u00e4tte daher eine Predigt des Evangeliums sein sollen. Aber stattdessen war dieser Tag zu einer religi\u00f6sen Pflicht\u00fcbung verkommen. Der zweite Grund weshalb ihre Haltung so schlimm war, war dass sich die Pharis\u00e4er so fest an ihr Gedankengeb\u00e4ude klammerten, dass sie daf\u00fcr bereit waren Fakten, Tatsachen und Evidenzen zu ignorieren. Im weiteren Verlauf des Evangeliums sehen wir, dass sie sogar bereit waren, Fakten aus dem Weg zu r\u00e4umen. Letzten Endes f\u00fchrte es dazu, dass sie Jesus lieber umbringen lie\u00dfen, als sich den Tatsachen zu stellen.<\/p>\n<p>Und wenn ich noch einen Punkt anmerken darf: wir sehen im Verhalten der Pharis\u00e4er eine sehr passende Illustration des Menschen heutzutage. So viele Menschen bauen ihr gesamtes Gedankengeb\u00e4ude auf eine falsche Grundannahme auf. Zum Beispiel gibt es f\u00fcr nur zwei prinzipielle M\u00f6glichkeiten die Existenz des Universums zu erkl\u00e4ren: entweder es war alles ein riesiger kosmischer Zufall oder aber es gibt einen Sch\u00f6pfergott. Moderne Wissenschaft geht von der Grundannahme aus, dass Gott keine Rolle spielt im Universum. Sie sagen, dass Glaube an Gott unwissenschaftlich und unseri\u00f6s ist. Und sie versuchen daher das gesamte Universum, alle Naturph\u00e4nomene und nicht zuletzt den Menschen selbst mit einer rein materialistischen und naturalistischen Denkweise zu erkl\u00e4ren. Und das steht im krassen Widerspruch zu allen menschlichen Erfahrungen und nicht zuletzt mit der unendlichen Komplexizit\u00e4t des Lebens. Aber diese Tatsachen werden unterdr\u00fcckt. Insofern ist unsere heutige Gesellschaft mit dem Verhalten der Pharis\u00e4er sehr gut vergleichbar.<\/p>\n<p>Kommen wir zum Text zur\u00fcck. Es herrschte Zwietracht unter den Pharis\u00e4ern. Als die Pharis\u00e4er sich dann aber fertig gestritten hatten, fragten sie den ehemals Blinden, was er \u00fcber Jesus denken w\u00fcrde: <strong>\u201eWas sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat?\u201c<\/strong> Was f\u00fcr eine heikle und brenzlige Situation f\u00fcr den Geheilten! In Johannes 5 haben wir einen Gel\u00e4hmten kennen gelernt. Er hatte viel Gnade erfahren. Aber er hatte keine Bereitschaft, sich den Konsequenzen dieser Gnade zu stellen. Im Vergleich mit dem Gel\u00e4hmten hatte es der Blindgeborene aber noch viel schwieriger. In Kapitel 5 fing der Widerstand gegen Jesus erst an, sich zu regen. In Kapitel 9 hingegen war die Feindschaft Jesus gegen\u00fcber in voller Bl\u00fcte. Es ging nur noch um die Frage, wann und wie Jesus beseitigt werden sollte. Inmitten einer solchen Menge stand der Geheilte. Er hatte es mit Menschen zu tun, die einen unverhohlenen Hass gegen\u00fcber Jesus hatten. Wie antwortete der Blindgeborene aber? Lesen wir in Vers 17b die Antwort: <strong>\u201eEr aber sprach: Er ist ein Prophet.\u201c<\/strong> Diese Antwort ist zutiefst bemerkenswert.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir in dieser Antwort herauslesen? Zum einen, <em>der Blindgeborene bekannte sich zur Gnade. <\/em>Der ehemals Blinde h\u00e4tte sich hier einfach rausreden k\u00f6nnen. Seine Begegnung mit Jesus war so kurz und so schnell. Er h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, dass er Jesus nicht kannte. Er h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, dass er Jesus noch nie gesehen habe und w\u00fcrde damit vermutlich sogar die Wahrheit sagen. Er h\u00e4tte einfach die Aussage verweigern k\u00f6nnen: \u201eich sage nichts ohne meinen Anwalt.\u201c Aber er tat das nicht. Stattdessen bekannte er klar: <strong>\u201eEr ist ein Prophet.\u201c<\/strong> Er lie\u00df sich nicht durch die feindselige Atmosph\u00e4re einsch\u00fcchtern. Ohne Furcht und Zagen antwortete er, dass Jesus ein Prophet sein musste. Sein Urteil \u00fcber Jesus fiel eindeutig positiv aus. Seine Antwort war absolut respektvoll gegen\u00fcber Jesus. Und auf diese Weise bekannte er sich zu Jesus und dessen Gnade. Er brachte seinen aufrichtigen Wunsch zum Ausdruck, Jesus gegen\u00fcber loyal zu sein. Wie konnte er das tun? Wir werden im weiteren Verlauf des Textes sehen, dass er sich an die Gnade klammerte. Er ging von den Tatsachen der Gnadentaten Jesu aus. Infolge dessen \u00fcberwog seine Dankbarkeit alle Furcht und Angst. Seine Freude \u00fcberbot alle finsteren Elemente. Die Gnade in ihm \u00fcberwand alle feindselige und giftige Atmosph\u00e4re, die in diesem Raum geherrscht haben muss. In aller Klarheit bekannte er sich also zur Gnade Jesu Christi.<\/p>\n<p>Wir sehen als zweites, <em>dass seine Antwort unvollst\u00e4ndig war<\/em>. Jesus ist ein Prophet, wie wir in 5. Mose 18,25 lesen: <strong>\u201eEinen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Br\u00fcdern;\u201c<\/strong> Aber Jesus ist noch weit mehr als nur ein Prophet. Jesus ist der Christus. Nur er vereinigt in sich alle \u00c4mter des Gesalbten: K\u00f6nig aller K\u00f6nige, Herr aller Herren, der wahre Hohepriester, der f\u00fcr uns in alle Ewigkeiten F\u00fcrbitte ablegt und der sich selbst f\u00fcr uns als Schlachtopfer Gott dargebracht hat, und der Prophet aller Propheten, der alle alttestamentlichen und neutestamentlichen Propheten \u00fcberragt in seiner Weisheit, in seiner Kraft, in seiner Wirksamkeit und in seiner Predigt. Die Worte keines anderen Menschen haben die Welt so gepr\u00e4gt und ver\u00e4ndert wie Jesu Worte. Jesus ist der Sohn Gottes. Die Antwort des Blindgeborenen war nicht vollst\u00e4ndig, weil seine Erkenntnis noch nicht vollst\u00e4ndig war. Er hatte Jesus noch nicht als Messias, als Herrn, als Heiland und als allumfassende totale Wahrheit kennen gelernt. Aber er tat, was er tun konnte. Er legte sein Zeugnis nach bestem Wissen und Gewissen ab.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Pharis\u00e4er? Vers 18: <strong>\u201eNun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war.\u201c<\/strong> In einer anderen \u00dcbersetzung lesen wir: \u201edie Juden glaubten immer noch nicht\u2026\u201c Die Beweislage war eigentlich eindeutig. Hier war ein Mensch, der fest behauptete, dass Jesus ihm das Augenlicht gegeben hatte. Die Nachbarn, die ihn vorher gesehen hatten und die anderen, die ihn als Bettler gekannt hatten, bezeugten, dass ein Wunder geschehen war. Aber es war den Pharis\u00e4ern nicht genug. Sie blieben ungl\u00e4ubig. Wir sehen, dass Unglaube weder ein intellektuelles Problem noch ein Problem fehlender Beweislage ist. Es ist vielmehr ein Problem des Herzens. Mit anderen Worten, die Pharis\u00e4er konnten nicht glauben, weil sie nicht glauben wollten, ungeachtet aller Zeugenaussagen. Was taten sie also?<\/p>\n<p>Sie gingen zu den Eltern des Blindgeborenen. Sie fragten: <strong>\u201eIst das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend?\u201c<\/strong> Diese Frage klingt schon wie eine Einsch\u00fcchterung. Die Eltern konnten nicht anders, als zu bekennen, dass der Blindgeborene ihr Sohn war. Sie konnten das absolut nicht ignorieren. Zu gro\u00df war ihr Schmerz damals gewesen, als er auf die Welt gekommen war. Zu gro\u00df war ihr Kummer gewesen, als sie erfahren mussten, dass es f\u00fcr Blindgeborene keine Hoffnung auf Heilung gab. Zu gro\u00df m\u00fcssen ihre Sorgen f\u00fcr die Zukunft ihres Sohnes gewesen sein. Alles das kam zum Ausdruck, als sie sagten: <strong>\u201eWir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist.\u201c<\/strong> Aber sie konnten die Frage nicht beantworten, weshalb ihr Sohn sehend war. Betrachten wir Verse 22 und 23: <strong>\u201esie f\u00fcrchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgesto\u00dfen werden.\u201c<\/strong> Mit dem Zeugnis der Eltern blieb den Pharis\u00e4ern nichts anderes \u00fcbrig, als das \u00fcbernat\u00fcrliche Wunder zu akzeptieren. Wir wollen im zweiten Teil \u00fcber den weiteren Verlauf des dramatischen Dialogs zwischen dem ehemals Blinden und den Pharis\u00e4ern nachdenken.<\/p>\n<p>Teil 2 Ein Festwerden oder Wachsen in Gnade (24-34)<\/p>\n<p>Noch einmal wurde der ehemals Blinde vor die Pharis\u00e4er zitiert. Sie beschworen ihn: <strong>\u201eGib Gott die Ehre! Wir wissen dass dieser Mensch ein S\u00fcnder ist.\u201c<\/strong> Lesen wir die Antwort in Vers 25. <strong>\u201eEr antwortete: Ist er ein S\u00fcnder? Das wei\u00df ich nicht; eins aber wei\u00df ich: dass ich blind war und bin nun sehend.\u201c<\/strong> Dieser Mann wollte sich nicht auf theologische Diskussionen mit den Pharis\u00e4ern einlassen. Es mag sein, dass Jesus nach ihrem Verst\u00e4ndnis den Sabbat \u00fcbertreten hatte. Aber darum ging es hier \u00fcberhaupt nicht. Es ging hier vielmehr um die Tatsache, dass durch die Hand Jesu Christi ein \u00fcbernat\u00fcrliches Wunder geschehen war, und dass dieses Wunder eine vollm\u00e4chtige Botschaft zugunsten der g\u00f6ttlichen Herkunft Jesu Christi war. Wir haben vorhin gesehen, dass die Pharis\u00e4er von einer falschen Grundannahme ausgingen. Sie waren so gefangen in ihrem Gedankengeb\u00e4ude, dass sie Tatsachen ignorierten, unter die Tische spielten oder gar zu beseitigen suchten. Das machte es f\u00fcr sie unm\u00f6glich, die Gnade zu erkennen. Der Blindgeborene aber hatte einen ganz anderen Ansatz. Er sagte: <strong>\u201eeins aber wei\u00df ich: dass ich blind war und bin nun sehend.\u201c<\/strong> Hier ist sein Lebenszeugnis. Er ging von Fakten und Tatsachen aus. Er bezeugte wer er vor der Begegnung mit Christus war. Und er bezeugte, zu welcher Person er nach der Begegnung mit Jesus ver\u00e4ndert worden war. Sein Zeugnis ist kurz und pr\u00e4gnant und doch wirkungsvoll. In der Tatsache, was Jesus f\u00fcr ihn getan hatte, wurzelte sein Glaube. Hier war die Grundlage f\u00fcr seine \u00dcberzeugung. Hier war das Fundament f\u00fcr sein Vertrauen in Christus. Er konnte die Gnade erkennen, weil er von Tatsachen ausging und nicht von menschlichen Grundannahmen. Was sind die Tatsachen unseres Lebens? Von welchen Tatsachen gehen wir aus?<\/p>\n<p>Wiederum fragten die Pharis\u00e4er ihn: <strong>\u201eWas hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan?\u201c<\/strong> Der Blindgeborene antwortete: <strong>\u201eIch habe es euch schon gesagt und ihr habt\u2019s nicht geh\u00f6rt! Was wollt ihr\u2019s abermals h\u00f6ren? Wollt ihr auch seine J\u00fcnger werden?\u201c<\/strong> Dieser Mann wurde immer mutiger und aus Sicht der Pharis\u00e4er immer unversch\u00e4mter. Voller Ironie fragte er sie: \u201eSeid ihr auch solch Fans von Jesus, wie ich es bin?\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Geheilte immer mutiger wurde, wurden die Pharis\u00e4er immer w\u00fctender. Vers 28: <strong>\u201eDa schm\u00e4hten sie ihn\u201c,<\/strong> die Vulgata \u00fcbersetzt hier sogar, dass sie ihn fluchten. Sie schimpften ihn: <strong>\u201eDu bist sein J\u00fcnger; wir aber sind Moses J\u00fcnger. Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.\u201c<\/strong> Die Pharis\u00e4er waren sich so sicher, dass Gott mit Mose geredet hatte. Aber h\u00e4tten sie dann nicht auch wissen m\u00fcssen, was Mose \u00fcber Jesus gelehrt hatte? Matthew Henry kommentiert, dass sowohl Mose als auch Christus im gleichen Haus Gottes dienten: Mose als Diener, Christus als Sohn. Auf dem Berg der Verkl\u00e4rung waren Mose, Elia und Christus vereint. Wenn sie also echte J\u00fcnger Mose w\u00e4ren, dann h\u00e4tten sie l\u00e4ngst vor Jesus auf die Knie fallen m\u00fcssen. Die Pharis\u00e4er hatten keine Ahnung woher Jesus kam. Aber wessen Schuld war das?<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich kam die Auseinandersetzung zu einem dramatischen H\u00f6hepunkt. <strong>\u201eDer Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan.\u201c<\/strong> Was er damit meinte war: \u201eSeid nicht ihr die Experten? Ihr seid noch die Besserwisser und Alleswisser! Und ihr k\u00f6nnt mir noch nicht einmal sagen, aus welcher Autorit\u00e4t Jesus mir die Augen aufgetan hat. Ich gebe euch jetzt mal eine bessere Erkl\u00e4rung.\u201c Lesen wir auch die Verse 31-33: <strong>\u201cWir wissen, dass Gott die S\u00fcnder nicht erh\u00f6rt; sondern den, der gottesf\u00fcrchtig ist und seinen Willen tut, den erh\u00f6rt er. Von Anbeginn der Welt an hat man nicht geh\u00f6rt, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. W\u00e4re dieser nicht von Gott, er k\u00f6nnte nichts tun.\u201c<\/strong> Hier ist ein gewaltiges Pl\u00e4doyer des geheilten Menschen f\u00fcr die Person Jesus Christus. Er&nbsp; tr\u00e4gt sein Argument in drei Schritten vor.<\/p>\n<p>Erstens, <em>Gott erh\u00f6rt keine S\u00fcnder<\/em>. Dieses Wort ist nicht zu verallgemeinern. Es bedeutet nicht, dass Gott generell nicht die Gebete von S\u00fcndern und Ungl\u00e4ubigen erh\u00f6rt. Es bezieht sich hier auf das Wunder. Was er damit meinte, ist, dass Gott falschen Propheten nicht dabei helfen w\u00fcrde, Wunder zu tun. Gott tut seine Werke und Wunder durch diejenigen, die ihn f\u00fcrchten, oder wortw\u00f6rtlich \u00fcbersetzt, diejenigen, die ihn anbeten. Was er also damit sagte ist, dass Jesus auf alle F\u00e4lle in der rechten Beziehung zu Gott stand. Gott selbst musste an ihm Gefallen haben. Und Gott selbst segnete und best\u00e4tigte seinen Dienst auf Erden.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>die Heilung eines Blindgeborenen ist ein absolut einmaliges Wunder<\/em>. Der Blindgeborene war ein Analphabet. Er hatte nie eine schulische Bildung genie\u00dfen k\u00f6nnen. Obwohl er aber nicht gebildet war, wusste er, dass es in der ganzen Menschheit keinen einzigen Pr\u00e4zedenzfall gab, in welchem ein Blindgeborener wieder sehen konnte. Er sagte \u201evon Anbeginn der Welt\u201c, und im Griechischen lesen wir <em>ex ton \u00e4on<\/em>, wortw\u00f6rtlich: von Ewigkeit her. Er war sich der Tatsache bewusst, dass ein absolut einmaliges Wunder unter ihnen geschehen war. Es war ein einmaliges Ereignis, ein einzigartiges Zusammenspiel von g\u00f6ttlicher Allmacht und g\u00f6ttlicher G\u00fcte. Er war sich der Bedeutung des Wunders absolut bewusst.<\/p>\n<p>Drittens, <em>weil nun Jesus dieses Wunder tat, muss er von Gott sein<\/em>. Mit einfacher Logik und etwas gesundem Menschenverstand kam er schlie\u00dflich zur Schlussfolgerung: Jesus muss von Gott sein. Alles andere macht keinen Sinn. Alles andere ist mit der Schrift im Widerspruch. In Lukas 7,22 hatte Jesus gesagt: <strong>\u201eBlinde sehen, Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein, Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht \u00e4rgert an mir.\u201c<\/strong> Mit anderen Worten, weil alle diese Werke unter ihnen geschahen, konnte man die Gewissheit haben, dass in Jesus Christus Gottes Reich mitten unter ihnen war.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine grandiose Entwicklung sehen wir hier! Wir sehen eine gro\u00dfe Steigerung im Bekenntnis des Blindgeborenen zu Christus. Zu Beginn des Verh\u00f6rs hatte dieser Mensch ihnen geantwortet, dass er nicht wei\u00df, ob Jesus ein S\u00fcnder ist. Aber nun sagte er: <strong>\u201eWir wissen, dass Gott die S\u00fcnder nicht erh\u00f6rt.\u201c<\/strong> Und er folgerte ganz korrekt, dass Jesus kein S\u00fcnder sein konnte. Auf diese Weise wurde er immer fester in der Gnade. Gnade war in seinem Leben nichts Statisches. Sein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Gnade wurde immer klarer. Seine \u00dcberzeugungen wurden immer gewisser. In seinem Herzen wuchsen Furchtlosigkeit, Freimut und Freiheit des Evangeliums. Auch wenn alles im Laufe eines Dialogs und eines Tages stattfand, wuchs dieser Mensch in Gnade.<\/p>\n<p>Mit seiner Rede hatte der ehemals Blinde die Pharis\u00e4er mundtot gemacht. Sie hatten keine sachlichen Argumente mehr dagegen. Stattdessen sagten sie: <strong>\u201eDu bist ganz in S\u00fcnden geboren und lehrst uns?\u201c<\/strong> Dieses Wort war ein pers\u00f6nlicher Angriff auf ihn. Es war einfach nur noch w\u00fcste Beschimpfung. Sie sagten: <strong>\u201eDu bist in S\u00fcnden geboren.\u201c<\/strong> Habt ihr verstanden, was die Pharis\u00e4er damit zum Ausdruck brachten? Letzte Woche hatten wir studiert, wie die J\u00fcnger Jesus gefragt hatten: <strong>\u201eMeister, wer hat ges\u00fcndigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?\u201c<\/strong> Sie brachten damit zum Ausdruck, dass alles Leiden auf S\u00fcnde zur\u00fcck zu f\u00fchren war. Schlimmer noch, sie glaubten an einen zornigen unvers\u00f6hnlichen Gott, der Menschen k\u00f6rperliche Leiden zuf\u00fcgte, um sie f\u00fcr ihre S\u00fcnden zu strafen. Die Pharis\u00e4er hatten das gleiche Bild \u00fcber k\u00f6rperlichen Leiden. Sie sagten ihm: \u201eDie Tatsache, dass du behindert auf die Welt gekommen bist, zeigt doch, dass du vor Gott keinen Wert hast. Du ungebildeter, bettelnder, wertloser S\u00fcnder willst uns fromme, heilige, intellektuelle, religi\u00f6se Menschen belehren?\u201c Und schlie\u00dflich stie\u00dfen sie ihn hinaus. Sie schmissen ihn nicht einfach nur vom Tempel raus. Sie exkommunizierten ihn. Er verlor nicht nur seine Vorrechte am religi\u00f6sen Leben wie Opfer und Tempelbesuch. Er verlor auch seine Rechte als j\u00fcdischer B\u00fcrger in der Gesellschaft. Er w\u00fcrde fortan als Verfolgter und Ge\u00e4chteter leben. Es war eine harte Bestrafung.<\/p>\n<p>Teil 3 Volle Gen\u00fcge durch Gnade (35-41)<\/p>\n<p>Lesen wir gemeinsam den Vers 35. <strong>\u201eEs kam vor Jesus, dass sie ihn ausgesto\u00dfen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn.\u201c<\/strong> Vers 35 ist unglaublich tr\u00f6stlich. Es musste f\u00fcr den Blindgeborenen sehr, sehr hart gewesen sein, ausgesto\u00dfen zu werden. Er wurde der erste Mensch in der Bibel, der wegen seines Zeugnisses aus der Synagoge ausgesto\u00dfen wurden. Aber das Tr\u00f6stliche war, dass Jesus davon wusste. Und Jesus kannte seinen Schmerz. Jesus kannte seine Entt\u00e4uschungen.<\/p>\n<p>Das ist aber nicht alles. Vers 35 sagt weiter, dass Jesus ihn fand. Nicht der Blindgeborene fand Jesus. Es war anders herum. Jesus fand den Blindgeborenen. Jesus besuchte ihn. Jesus kam in dessen Not zu ihm. Die Initiative ging allein von Jesus aus. Und mit was f\u00fcr einer Freundlichkeit und Liebe besuchte Jesus ihn. Und wie half Jesus ihm? Er fragte ihn: <strong>\u201eGlaubst du an den Menschensohn?\u201c<\/strong> Jesus forderte ihn zum Glauben an den Messias heraus. Wie antwortete der vormals Blinde: <strong>\u201eHerr, wer ist\u2019s?, dass ich an ihn glaube.\u201c<\/strong> Der Geheilte hatte Jesus noch nie gesehen. Er wusste nur vom H\u00f6rensagen, wer sein Heiler war. Nun begegnete er Jesus zum ersten Mal als sehende Person.<\/p>\n<p>Lesen wir auch gemeinsam den Vers 37: <strong>\u201eJesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist\u2019s.\u201c<\/strong> Bislang hatte der Blindgeborene Jesus als Wunderheiler und Prophet erkannt. Aber nun offenbarte sich Jesus ihm als der Sohn Gottes. Bislang hatte er von Jesus das physische Augenlicht erhalten. Aber jetzt sollte er durch Jesus auch das geistliche Augenlicht erhalten. Was fand er in Christus? In Jesus fand er das Licht der Welt, das gekommen war, seine Finsternis zu erleuchten. Er fand in Jesus die Wahrheit Gottes, mit welcher er alles in Einklang bringen konnte. Und er fand schlie\u00dflich in Christus die ganze F\u00fclle der Gottheit leibhaftig.<\/p>\n<p>Wir sind am Ende des Textes angekommen. Wir haben viel \u00fcber Gnade gesprochen. Aber Gnade ist kein Single. Gnade ist seit jeher verheiratet, und zwar mit Apostelamt. Gnade ist immer verbunden mit Mission: wir dienen nicht der Mission um gerettet zu werden. Wir dienen der Mission, weil wir durch unverdiente Gnade gerechtfertigt wurden. Apostel Paulus schrieb: <strong>\u201eUnd seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.\u201c<\/strong> Wir dienen der Mission, in dem wir Studenten zum Bibelstudium einladen und in Tr\u00e4nen f\u00fcr ihre Errettung beten. Wir dienen der Mission, indem wir unser Leben und unser Herz aussch\u00fctten f\u00fcr die Erziehung von J\u00fcngern. Wir dienen der Mission, indem wir der Stadt Heidelberg Bestes suchen und das tun, was zum Frieden, zum Shalom dieser Stadt dient. Das ist das Leben, zu welchem wir berufen sind.<\/p>\n<p>Und was wir uns dabei wirklich zu Herzen nehmen m\u00fcssen: aus Gnade zu leben bedeutet nicht, dass von nun an alles gut ist in unserem Leben. Das Gegenteil ist der Fall. In unserem Glaubensleben erfahren wir viele Niederlagen und bittere Entt\u00e4uschungen. Und oft erfahren wir Leiden nicht trotz der Gnade, sondern weil wir durch Gnade leben. Der Blindgeborene hatte alles richtig gemacht. Er hatte Jesus die Ehre gegeben und nach bestem Wissen und Gewissen Jesus bezeugt. Obwohl er alles richtig gemacht hatte, wurde er ausgesto\u00dfen. Wir m\u00f6gen ebenfalls in alle m\u00f6glichen Bedr\u00e4ngnisse kommen: Doppelbelastung von Schule und Nachfolge, Studium und Gemeinde, Beruf und Berufung, das \u00dcberwinden von Sprachproblemen und kulturellen Barrieren und Missverst\u00e4ndnissen, famili\u00e4re Schwierigkeiten, Anfechtungen von innen und au\u00dfen usw. Und die Frage bleibt: wie \u00fcberleben wir dieses Kreuzfeuer?<\/p>\n<p>Der ehemals blinde Mann hatte mit Bravour alle Verfolgungen und Anfeindungen \u00fcberwunden. Er konnte ein wirksamer und treuer Zeuge f\u00fcr Christus sein. Das ist auch unser Ziel. Wir wollen ebenfalls um Christi willen alle Schwierigkeiten und Probleme unseres Hirten- und Missionslebens herausfordern. Wir wollen ebenfalls Zeugen Jesu Christi sein. Wie k\u00f6nnen wir zu unserem Zeugnis f\u00fcr Christus stehen? Die Antwort darauf lautet: ein tiefes Verankertsein in den Tatsachen der Gnade. Drei Punkte haben wir im heutigen Text \u00fcber die Gnade gelernt. Wir sollen uns zur Gnade bekennen, wir sollen in der Gnade fest werden und wachsen, und wir sollen als drittes zur vollen Gen\u00fcge durch die Gnade in Christus kommen. Der Blindgeborene verdankte Jesus sein Augenlicht. Wir hingegen verdanken Jesus unsere Ewigkeit.<\/p>\n<p>Gerade deshalb stellt der Text einige sehr pers\u00f6nliche Fragen an uns: Wann war das letzte Mal bei dir, dass du so von der Gnade Jesu ergriffen warst, wie der blindgeborene Mann? Wann war das letzte Mal bei dir, als zu bekennen konntest: \u201eeins aber wei\u00df ich, n\u00e4mlich dass Christus f\u00fcr mich am Kreuz gestorben ist und dass er auferstanden ist und dass er daher mein ein und alles ist? Was war das letzte Mal, dass die Gnade Jesu ein solches Feuer in deinem Herzen angez\u00fcndet hatte, dass kein Regen der Tr\u00fcbseligkeiten es ausl\u00f6schen und kein Sturmwind der Welt es ausblasen konnte? Wie sehr stehst du in der Gnade Jesu Christi? Wirst du heute so in der Gnade stehen, dass du mit Martin Luther sagen kannst: \u201eHier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir\u201c?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Der Blindgeborene bezeugt Jesu Gnade &nbsp; \u201eeins aber wei\u00df ich: dass ich blind war und bin nun sehend.\u201c Johannes 9,25b Wir wollen unsere Bibeln aufschlagen und Johannes 9 lesen. Bevor wir uns auf den Text st\u00fcrzen, wollen wir ganz kurz unseren heutigen Abschnitt in Kontext bringen. 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