{"id":2050,"date":"2012-06-04T07:43:26","date_gmt":"2012-06-04T06:43:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=2050"},"modified":"2025-05-25T17:46:27","modified_gmt":"2025-05-25T15:46:27","slug":"predigt-matthaus-1714-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1714-27\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 17,14 &#8211; 27"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/P11Mt17-1427.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Die gro\u00dfe S\u00fcnde des Unglaubens <\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Mt 17,17<\/p>\n<p>Wenn wir an die Person des Herrn Jesus denken, haben wir in der ersten Linie einen sehr sanftm\u00fctigen und verst\u00e4ndnisvollen Menschen vor Augen. Doch heute werden wir unseren Meister einmal ganz anders kennenlernen, ihn als ver\u00e4rgert und aufgebracht erleben. Lasst uns betrachten, was und warum den Herrn Jesus so tief bek\u00fcmmert hatte und wie wir vermeiden k\u00f6nnen, ihn so zu betr\u00fcben.<\/p>\n<p><strong>Teil I: Jesu Klage \u00fcber den Unglauben (Verse 14 \u2013 20)<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Ereignis der Verkl\u00e4rung kehrte der Herr Jesus mit seinen J\u00fcngern Petrus, Jakobus und Johannes vom Berg zur\u00fcck. Kaum angekommen, wurde der Herr mit einer Not konfrontiert. Was war das f\u00fcr eine Not? Betrachten wir Vers 14. Und als sie zu dem Volk kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel ihm zu F\u00fc\u00dfen und sprach: Herr, erbarme dich \u00fcber meinen Sohn! Denn er ist monds\u00fcchtig und hat schwer zu leiden; er f\u00e4llt oft ins Feuer und oft ins Wasser Ein Mann fiel aus lauter Verzweilfung bettelnd vor dem Herrn Jesus nieder und bat um die Heilung seines Sohnes.<\/p>\n<p>Denn seinem Sohn ging es elendig. Dieser Junge war von einem b\u00f6sen Geist besessen, wie aus V. 18 ersichtlich wird. Aus dem Mk-Evangelium wissen wir, dass der b\u00f6se Geist den Jungen zu Boden zerrte und ihn so sehr qu\u00e4lte, dass er am Mund sch\u00e4umte und mit den Z\u00e4hnen knirschte und schlie\u00dflich wie gel\u00e4hmt war. Unter dem Antrieb des b\u00f6sen Geistes, der den Tot des Jungen suchte, lief der Junger sogar ins Feuer oder ins Wasser. Wie schlimm muss es f\u00fcr einen Vater sein, sich so was an seinem eigenen Sohn anzusehen, der auch noch der einzige war. Der Vater muss unheimlich mitgelitten haben, als er sah, wie sein Sohn leidet. So muss ihm der Herr Jesus als die einzige Hoffnung f\u00fcr die L\u00f6sung seines Problems erschienen sein. Doch der war zu der Zeit auf dem Berg gewesen, weswegen der Vater zun\u00e4chst zu den J\u00fcngern ging, die nicht mit Jesus auf dem Berg waren. &#8211; Konnten die J\u00fcnger das Problem des Mannes bzw. des Jungen l\u00f6sen? Wie berichtet der Vater hier\u00fcber? &#8211; Betrachten wir Vers 16: Und ich habe ihn zu deinen J\u00fcngern gebracht und sie konnten ihm nicht helfen. Der Bericht des Vaters ist eindeutig. Die J\u00fcnger waren nicht in der Lage gewesen, den Jungen zu heilen. Wie reagierte der Herr Jesus auf diese negative Nachricht? Naja, sicherlich hatte er Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine J\u00fcnger und wollte sie wegen ihres Versagens erst einmal tr\u00f6sten, oder? &#8211; O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? Lesen wir noch einmal gemeinsam den Vers 17: Jesus aber antwortete und sprach: O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? Bringt ihn mir her!<\/p>\n<p>Der Herr Jesus hatte \u00fcberhaupt kein Verst\u00e4ndnis. Er war vielmehr zu tiefst entt\u00e4uscht und betr\u00fcbt \u00fcber den Unglauben der J\u00fcnger sowie der gesamten Generation seinerzeit.<\/p>\n<p>Vermutlich hatten die J\u00fcnger anfangs mit Zuversicht versucht, den b\u00f6sen Geist wie damals, als der Herr Jesus sie ausgesandt hatte, auszutreiben. Doch der b\u00f6se Geist blieb in dem Jungen. Denn dieser b\u00f6se Geist, mit dem es die J\u00fcnger zu tun hatten, war hartn\u00e4ckig. Er lie\u00df sich nicht ohne Beten und Fasten austreiben, wie es der Herr sp\u00e4ter seinen J\u00fcngern erkl\u00e4rte. Als die Schwierigkeiten auftraten, wurden die J\u00fcnger schnell verunsichert, anstatt weiter zu glauben, den b\u00f6sen Geist durch Gottes Kraft austreiben zu k\u00f6nnen. Schon verga\u00dfen sie, was der Herr ihnen damals sagte, als er sie \u00fcber die b\u00f6sen Geister bevollm\u00e4chtigte. Schon verloren sie ihren Blick auf ihren Meister, der doch voll hinter ihrer Absicht stand, den Jungen zu heilen und ihnen Kraft daf\u00fcr geben wollte. Anstatt weiter auf Jesus zu schauen, schauten sie auf den Jungen, der sich auf den Boden w\u00e4lzte, die Z\u00e4hne knirschte und am Mund sch\u00e4umte. Ihr Glaube war futsch. Sie gaben auf.<\/p>\n<p>Mit dem Glauben des Vaters stand es nicht besser. So wie er die Not seines Sohnes detailliert beschrieb, zeigt, dass er ebenfalls nicht auf Jesus schaute, sondern auf die Schwere des Problems. Und dann sagte er sp\u00e4ter auch noch zu dem Herrn Jesus: Wenn du aber etwas kannst \u2026 (Mk. 9.22), was zeigt, dass der Vater Zweifel an Jesu Heilungskraft hatte.<\/p>\n<p>Wo der Herr Jesus hinsah, herrschte Unglaube. Hier waren die J\u00fcnger, die aufgegeben hatten, den Jungen zu heilen. Da war der verzweifelte Vater, der nach dem Versagen der J\u00fcnger nicht mehr glauben konnte. Dort war das schaulustige Volk, das gespannt war, ob der Herr Jesus den Jungen heilen k\u00f6nne oder nicht. Und nach Mk. waren dort auch Schriftgelehrte anwesend, die sich mit den J\u00fcngern stritten. \u00dcberall Unglaube. Unglaube soweit das Auge reicht. Einfach schrecklich f\u00fcr Jesus, er muss klagen: O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden?<\/p>\n<p>Nicht allein ungl\u00e4ubig, sondern auch verkehrt war diese Generation. Verkehrt war sie, weil sie ohne Grund und Anhaltspunkt zweifelte. Sie hatten s\u00e4mtliche Wunder durch Jesu Hand erlebt. Und die J\u00fcnger selbst hatten durch Jesu Vollmacht Geister ausgetrieben. Eindeutig verkehrt. \u00dcberhaupt kein Anlass, ungl\u00e4ubig zu sein. Der Unglaube war f\u00fcr den Herrn Jesus einfach nicht mehr auszuhalten. Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? Und wie lange sollte er noch bei seinen J\u00fcngern sein und wie lange sollte er sie noch erdulden, bis sie endlich einen stabilen Glauben lernen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber warum reagierte der Herr Jesus auf die S\u00fcnde des Unglaubens so heftig? Im Laufe seines Erdenlebens wurde er doch mit vielen S\u00fcnden konfrontiert, auf die er aber nicht so heftig reagierte? Da begegnete er beispielsweise dem Z\u00f6llner Matth\u00e4us, doch tadelte er ihn nicht einmal und lud ihn sogar zur Nachfolge ein. Ein anderes Mal begegnete er einer Ehebrecherin, doch tadelte er auch sie nicht einmal, sondern sagte zu ihr: So verdamme ich dich auch nicht. Wieder ein anderes Mal begegnete er dem geldgierigen Zach\u00e4us. Aber Jesus tadelte auch ihn nicht, sondern kehrte in sein Haus ein. Aber wieso reagierte der Herr Jesus dann auf die S\u00fcnde des Unglaubens so heftig?<\/p>\n<p>Unglaube ist keine kleine und harmlose S\u00fcnde. Nein, Unglaube ist eine sehr schlimme und gravierende S\u00fcnde. Denn Unglaube ist nichts anderes als Misstrauen gegen\u00fcber Jesu \u00fcber alles geliebten Vater. Eine Beleidigung der Liebe Gottes. Und das empfand der Herr, der in des Vaters Scho\u00df war, als abscheulich und unertr\u00e4glich. Gott hatte durch Jesus den Israeliten seine Liebe bisher in vielf\u00e4ltiger Form bewiesen gehabt. Aber mit ihrem Unglauben ignorierten sie alle bisherigen Offenbarungen Gottes. Unglaube ist auch deswegen so eine schwerwiegende S\u00fcnde, weil der Mensch sich durch den Unglauben selbst von der Kraft und Gnade Jesu abschneidet, sodass ihn Gott kaum helfen oder durch ihn wirken kann.<\/p>\n<p>Der Herr Jesus hatte viel ausgehalten in seinem Leben, viele S\u00fcnden, viele Feindseligkeiten, viele Entbehrungen und viele Leiden. Aber den Unglauben seinerzeit<\/p>\n<p>wollte er nicht erdulden. Dieser schmerzte ihn und lie\u00df Jesus aufschreien: O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden?<\/p>\n<p>Dieses Wort gilt auch uns. Wie lange soll der Herr Jesus unsere zwei Herzen in uns noch erdulden, dass wir mal zuversichtlichen Glaubens, mal voll Unglauben und Resignation sind, sobald Schwierigkeiten oder andere Probleme auftreten.<\/p>\n<p>Wie lange noch soll der Herr Jesus sich ansehen, wie wir mit einem zweifelnden Herzen am Werk Gottes arbeiten. Mal Hand aufs Herz, glauben wir eigentlich noch wirklich daran, dass der Herr durch uns in diesem Land und in dieser Stadt m\u00e4chtig wirken will oder haben wir angesichts der Schwierigkeiten innerlich schon aufgegeben?<\/p>\n<p>Wie lange noch soll der Herr Jesus sich unsere ungl\u00e4ubigen Gedanken w\u00e4hrend des Alltags anh\u00f6ren oder sich mit ansehen, wie wir unsere allt\u00e4glichen Probleme mit Unglauben angehen. Wie viele Jahre Bibelstudium brauchen wir eigentlich noch, um einen stabilen Glauben zu lernen?<\/p>\n<p>Wir tun sehr gut daran, wenn wir f\u00fcr unseren Unglauben dasselbe Problembewusstsein haben wie der Herr es hat. Wir sollen nicht meinen, dass wir bei gro\u00dfen Schwierigkeiten berechtigt seien, ungl\u00e4ubig zu denken. Denn der Herr Jesus schloss in seinen Tadel auch den Vater ein, der ja durchaus ein sehr gro\u00dfes Problem hatte. Machen wir heute ein f\u00fcr alle Mal Schluss mit unseren zwei Herzen. Wehren wir jeden ungl\u00e4ubigen Gedanken in uns ab.<\/p>\n<p>Kehren wir zum Text zur\u00fcck. Konnte der Herr Jesus den Jungen heilen? &#8211; Betrachten wir Vers 18: Und Jesus bedrohte ihn, und der D\u00e4mon fuhr von ihm aus; und von jener Stunde an war der Junge geheilt. Der Herr Jesus war durchaus in der Lage den Jungen zu heilen. Der Herr Jesus herrschte \u00fcber den D\u00e4mon, sodass er ihn bedrohen und schlie\u00dflich austreiben konnte. Die Schuld lag also nicht bei Gott, dass die J\u00fcnger gescheitert waren. Denn durch Jesus hatte Gott ja m\u00e4chtig gewirkt.<\/p>\n<p>\u201eWarum konnten wir ihn nicht austreiben?\u201c, fragten die J\u00fcnger daraufhin ihren Meister. Woran liegt es denn, dass es bei dir klappte, aber nicht bei uns?, war ihre Frage. Kommt uns die Lage der J\u00fcnger nicht bekannt vor? Da gibt es etwas, was wir f\u00fcr Gott tun wollen. Doch es gelingt irgendwie nicht. Und wir fragen uns, warum? Und das schlimme ist, wir wissen es wirklich nicht, wie auch die J\u00fcnger? Welche Antwort gibt der Herr Jesus ihnen und uns? Lesen wir einmal gemeinsam Vers 20: Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so k\u00f6nnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unm\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>\u201eWegen eures Kleinglaubens\u201c, erkl\u00e4rte der Herr. Was ist \u201eKleinglaube\u201c? Werfen wir das \u201el\u201c aus der Vorsilbe \u201eKlein\u201c heraus, dann wissen wir es: \u201eKleinglaube ist Kein Glaube.\u201c Kleinglaube ist lediglich ein theoretischer, kraftloser Glaube, der nicht zur Tat schreitet. Kein Wunder, dass in mehreren alten Handschriften anstelle des Wortes \u201eKleinglaube\u201c \u201eUnglaube\u201c steht. \u201eKleinglaube und Unglaube sind vor Gott dasselbe\u201c, erkl\u00e4rt ein Bibelkommentator. Also waren die J\u00fcnger ungl\u00e4ubig? Zu dem Zeitpunkt ja. Glaube ist nicht von sich aus konstant, sondern kann erheblich schwanken, wenn er nicht bewusst aufrechterhalten wird. Die J\u00fcnger hatten mal Glaube, mal waren sie voller Unglauben. Dieses geistliche Ph\u00e4nomen kennen wir allzu gut, nicht wahr? Der Herr Jesus sagt auch uns: \u201eWegen eures Kleinglaubens\u201c, wenn uns die Arbeit f\u00fcr Gott nicht gelingt.<\/p>\n<p>Wollte der Herr Jesus also den J\u00fcngern sagen, dass sie einen besonders gro\u00dfen Glauben haben m\u00fcssten, um den Jungen zu heilen? &#8211; Betrachten wir noch einmal Vers 20b: Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so k\u00f6nnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unm\u00f6glich sein. Keineswegs war ein besonders gro\u00dfer Glaube erforderlich, um den Jungen zu heilen. Entscheidend war nicht die Gr\u00f6\u00dfe ihres Glaubens, sondern dass sie \u00fcberhaupt Glauben haben. Selbst wenn dieser Glaube so winzig sein sollte wie ein Senfkorn, w\u00e4re er ausreichend gewesen, um Gewaltiges zu bewirken. Ein Senfkorn ist wirklich winzig, hat etwa einen Durchmesser von 2mm. Und euch wird nichts unm\u00f6glich sein., versprach der Herr seinen J\u00fcngern, wenn sie Glauben haben w\u00fcrden. Dieses Versprechen gilt auch uns. Ist das nicht ermutigend? Wenn wir Glauben haben, dann wird uns nichts unm\u00f6glich sein, selbst wenn dieser Glaube nur so winzig sein sollte wie ein Senfkorn. \u201eHabt Glauben an Gott\u201c fordert der Herr Jesus uns auf. Wir sollen in allen Bereichen unseres Lebens und st\u00e4ndig Glauben haben. Wenn auf den Glauben unabh\u00e4ngig von seiner Gr\u00f6\u00dfe so eine gro\u00dfe Verhei\u00dfung liegt, dann sollten wir doch auf jeden Fall danach trachten, Glauben zu haben, oder nicht? Wie k\u00f6nnen wir stets Glauben haben? \u201eAuf Jesus schauen\u201c. \u201eAuf Jesus schauen\u201c ist die L\u00f6sung. Wir sollen von Jesus bzw. von seinem Wort ausgehend denken, anstatt von der Situation. Wir sollen auf den Herr Jesus schauen, anstatt uns durch Schwierigkeiten in der Situation sogleich verunsichern zu lassen. Wenn wir beispielsweise einladen gehen, dann sollen wir auf Jesus schauen, der uns ganz willentlich Bibelsch\u00fcler anvertrauen will, anstelle uns von schroffen Ablehnungen solgeich verunsichern zu lassen. Denn der Unglaube in diesem Land scheint hartn\u00e4ckiger als jener b\u00f6se Geist zu sein.<\/p>\n<p>Wenn wir f\u00fcr einen Bibelsch\u00fcler Bibelstudium vorbereiten, dann sollen wir auf den Herrn Jesus schauen, dass er ganz willentlich unsere Vorbereitungen gebrauchen m\u00f6chte, um den Sch\u00fcler anzusprechen, anstelle auf unser Unverm\u00f6gen zu schauen. Wenn wir Stellungnahme schreiben, dann sollen wir auf den Herrn Jesus schauen, dass er uns ganz willentlich mit seinem Wort sehr pers\u00f6nlich ansprechen will.<\/p>\n<p>Wir finden in der Bibel verschiedene Beispiele, in denen ganz vorbildlich auf den Herrn Jesus geschaut wurde. Denken wir beispielsweise an die blutfl\u00fcssige Frau. Sie hatte viele Misserfolge bei der Heilung ihrer Krankheit erlebt. Doch als sie den Herrn Jesus sah, war sie bereit alle ihre negativen Erfahrungen zu \u00fcberwinden und auf ihn mit den Worten \u201eWenn ich nur seine Kleider ber\u00fchren k\u00f6nnte, so w\u00fcrde ich gesund.\u201c(Mk. 5.28) zu schauen. Oder denken wir an den Synagogenvorsteher Jairus, der trotz seiner sterbenden Tochter noch auf Jesus schauen konnte mit den Worten: komm doch und lege deine H\u00e4nde auf sie, damit sie gesund werde und lebe. Und selbst als sie gestorben war, konnte er noch glauben, dass der Herr sie heilen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und noch etwas. Obwohl du und ich keine Spitzenj\u00fcnger sind, d\u00fcrfen wir trotzdem auf den Herrn Jesus schauen und dadurch glauben, dass der Herr durch uns m\u00e4chtig wirken will. Denn es waren ja nicht die Spitzenj\u00fcnger Petrus, Jakobus und Johannes, durch die der Herr den Jungen heilen wollte. Sie waren ja mit dem Herrn Jesus auf dem Berg gewesen. Nein, es waren die anderen J\u00fcnger, wie Thomas oder Phillipus, durch die der Herr wirken wollte. Wir sollen daher nicht auf uns schauen und uns bedauern nach dem Motto: \u201eIch bin halt nicht so geistlich weit wie der- oder diejenige in der Gemeinde\u201c, sondern auf den Herrn Jesus schauen. Der Herr Jesus m\u00f6chte auch genau durch dich und mich m\u00e4chtig wirken, nicht weil wir so gro\u00dfartig sind, sondern weil Jesus Jesus ist und wenn wir nur eine Glauben haben wie ein Senfkorn kann der Herr Jesus Berge versetzen, wie z.B. einen Studentenberg aus einem Vorlesungssaal im Neuenheimer Feld in die Landhausstra\u00dfe 12 versetzen.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir aber wiederum stets auf den Herrn Jesus schauen? In der Stillen Zeit empfangen wir Gottes Wort, das unseren Blick auf den Herrn hebt. Doch w\u00e4hrend des Alltags kann es leicht geschehen, dass wir unseren Blick auf den Herrn Jesus verlieren. Deswegen m\u00fcssen wir unseren Blick durch den Tag hindurch auf Jesus halten, indem wir unsere Gedankenwelt h\u00fcten. Wie k\u00f6nnen wir sie h\u00fcten? Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an Susis Missionsbericht bzgl ihres Aufenthalts in Chicago: Susi fragte Mother Barry, wie es ihr denn gelinge, immer so jung und frisch auszusehen. Mother Barry antwortete, dass sie viele Worte Gottes in ihrem Kopf habe, an die sie sich mich immer wieder erinnern w\u00fcrde\u201c Wir k\u00f6nnen unsere Gedankenwelt h\u00fcten, indem wir sie mit Gottes Wort oder F\u00fcrbitten f\u00fcllen nach dem Motto \u201eBetet ohne Unterlass\u201c. Wir sollten auch bewusst ungl\u00e4ubige Gedanken abwehren. Da ungl\u00e4ubiges Denken in gewisser Weise eine Gewohnheit des alten Menschen ist, m\u00fcssen wir immer wieder neu ansetzten, ungl\u00e4ubige Gedanken abzuwehren und auf diese Weise diese Gewohnheit nach und nach uns abzugew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Aufgabe in Heidelberg m\u00fcssen wir Glauben haben. Wenn wir aber nicht einmal einen winzigen Glauben haben, dann verletzen wir Jesu Herz. Und er kann auch nur \u00fcber uns klagen: O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht! Lasst uns allezeit Glauben haben, indem wir stets auf den Herrn Jesus schauen und unsere Gedankenwelt h\u00fcten!<\/p>\n<p>Was lehrte der Herr Jesus seinen J\u00fcngern noch?<\/p>\n<p><strong>Teil II: Die zweite Ank\u00fcndigung von Jesu Tod und Auferstehung (V. 22 &#8211; 23)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 22 und 23: Als sie aber beinander waren in Galil\u00e4a, sprach Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird \u00fcberantwortet werden in die H\u00e4nde der Menschen und sie werden ihn t\u00f6ten, und am dritten Tag wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betr\u00fcbt. Der Herr Jesus kam mit seinen J\u00fcngern nach Galil\u00e4a und er\u00f6ffnete ihnen erneut, dass er \u00fcberliefert und schlie\u00dflich get\u00f6tet werden, jedoch am dritten Tag auferstehen w\u00fcrde. Der Herr wollte die J\u00fcnger auf diese Weise auf seinen tragischen Weggang vorbereiten. Sie sollten den Glauben nicht verlieren, wenn der von ihnen angenommene Messias und Gottessohn auf einmal get\u00f6tet wird. Der Herr Jesus wollte in den Herzen der J\u00fcnger auch Hoffnung s\u00e4en, indem er sie darauf klar hinwies, dass er auferstehen w\u00fcrde. Doch wie nahmen die J\u00fcnger das Wort ihres Herrn auf? &#8211; Betrachten wir noch einmal Vers 23b: Und sie wurden sehr betr\u00fcbt.<\/p>\n<p>Es ist zum einen sehr gut nachzuvollziehen, dass die J\u00fcnger sehr traurig wurden, wenn sie davon erfuhren, dass ihr Meister ermordet werden sollte. Doch dass nur davon berichtet wird, dass sie auf seine Worte lediglich mit Traurigkeit reagierten, zeigt, dass sie das Wort der Auferstehung nicht angenommen hatten. Sie hatten weder Hoffnung noch Freude dar\u00fcber, weil sie an den zweiten Teil der Offenbarung Jesu nicht glaubten. Es war leichter zu glauben, dass ihr Herr ermordet werden w\u00fcrde als dass er auferstehen w\u00fcrde. Denn die Auferstehung war etwas au\u00dferhalb ihres Erfahrungsbereiches, etwas was sie sich nicht vorstellen konnten. Die J\u00fcnger glaubten nicht dem vollst\u00e4ndigen Wort Gottes. Das hatte zur Folge, dass sie keine Einsicht in Gottes Plan erlangten, was die Bedeutung des Todes und Auferstehung des Herrn anbelangt.<\/p>\n<p>Wir sollen dem vollst\u00e4ndigen Wort Gottes glauben, auch die Elemente, die nicht mit dem Verstand zu erkl\u00e4ren sind oder nicht so leicht vorstellbar sind. Wenn wir dem Wort Gottes vollst\u00e4ndig glauben, bekommen wir gr\u00f6\u00dfere Einsicht in Gottes Plan und k\u00f6nnen dadurch mehr Orientierung und Hoffnung f\u00fcr unsere Mission bekommen, anstelle wie die J\u00fcnger in Traurigkeit zu versinken.<\/p>\n<p>Wie sollen wir als solche, durch die Gott m\u00e4chtig wirken will, leben?<\/p>\n<p><strong>Teil III: Damit wir ihnen aber keinen Ansto\u00df geben (V. 24-27)<\/strong><\/p>\n<p>In Galil\u00e4a kam der Herr Jesus auch nach Kapernaum. Dort traten ihnen sogleich die Einnehmer der Tempelsteuer entgegen und sagten zu Petrus, ob deren Meister etwa nicht die Steuer bezahlen w\u00fcrde. Allein die negative Formulierung ihrer Frage zeigt, wie misstrauisch sie gegen\u00fcber den Herrn Jesus eingestellt waren. Obwohl der Herr Jesus in Kapernaum viel gewirkt hatte, stie\u00df er auch dort auf viel Unglauben.<\/p>\n<p>Petrus erwiderte den Steuereinnehmern mit einem einzigen Wort: \u201eJa\u201c. Denn mehr wusste er ihnen wohl nicht zu entgegnen. Er konnte es ihnen nicht begr\u00fcnden, warum der Herr die Tempelsteuer nicht bezahlt hatte. Wie versuchte der Herr Jesus Petrus zu helfen? &#8211; Betrachten wir die Verse 25 &#8211; 26: Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die K\u00f6nige auf Erden Zoll oder Steuern: von ihren Kindern oder von den Fremden? Als er antwortete: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: So sind die Kinder frei. Der Herr versucht Petrus mit einem Bild aus der Politik zu helfen. So wie die Herrscher dieser Welt nicht von ihren S\u00f6hnen, sondern von ihren Untertanen Steuern oder von Ausl\u00e4ndern Zoll einnahmen, so gilt auch die Tempelsteuer nicht f\u00fcr die Kinder Gottes. Der Herr Jesus machte dem Petrus also deutlich, dass sie von Gott her nicht dazu verpflichtet seien, die Tempelsteuer zu zahlen. Wie ging aber der Herr mit diesem Recht um? Beharrte er darauf? &#8211; Lesen wir gemeinsam Vers 27: Damit wir ihnen aber keinen Ansto\u00df geben, geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenst\u00fcck finden; das nimm und gib\u00b4s ihnen f\u00fcr mich und dich. Nein, er beharrte nicht auf sein Recht. Durch sein Auftreten in Wort und Tat hatte der Herr viel Ansto\u00df gegeben. Dies musste so sein, um Menschen zu erretten. Doch wollte er nicht unn\u00f6tig Anlass zum \u00c4rgernis geben und war auch bereit, auf sein Recht zu verzichten. Wie w\u00fcrde des denn aussehen, wenn der Messias sich in Streitereien um Geld verwickeln w\u00fcrde? W\u00fcrde dies nicht die Vertrauensw\u00fcrdigkeit Seiner Person beeintr\u00e4chtigen, sein Werk der Rettung von Menschen sehr belasten und seinen Vater blamieren. Was sollen wir hieraus lernen? Paulus, der das Herz Jesu gut verstand, sagt es treffend: Erregt keinen Ansto\u00df weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden (1. Kor. 10. 32 -33).<\/p>\n<p>Wir sollen bereit sein auf unsere Rechte zu verzichten, selbst wenn es ums Geld geht, um bei niemanden unn\u00f6tig Ansto\u00df zu erregen. Wie sieht es denn aus, wenn wir, die Gott zur Rettung vieler Menschen gebrauchen m\u00f6chte, uns in Streitereien um Geld oder um andere materielle Dinge verwickeln w\u00fcrden? W\u00e4re dies nicht hinderlich f\u00fcr Gottes Werk? Vielmehr sollen wir wie Paulus trachten jedermann in allem zu Gefallen zu leben und danach suchen, was nicht uns, sondern vielen dient, damit m\u00f6glichst viele gerettet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen aber nur solch ein Leben f\u00fchren, wenn wir daran glauben, dass sich Gott selbst um uns k\u00fcmmert. Der Herr Jesus tat genau das, indem er sich auf Gottes F\u00fcrsorge lehnte und glaubte, dass sein Vater extra f\u00fcr ihn Geld ins Maul eines Fisches legt.<\/p>\n<p>Sicherlich hat sich nicht allein M. K., sondern auch Gott dabei etwas gedacht, dass gerade ich diese Predigt schreiben durfte. Ich glaube, dass der g\u00f6ttliche Grund der ist, dass ich zu denjenigen Christen geh\u00f6re, die sehr schnell ungl\u00e4ubig und verkehrt denken und sich durch Schwierigkeiten sehr leicht verunsichern lassen. Sobald Schwierigkeiten auftreten, werde ich im Glauben schwach und verunsichert und schaue nicht mehr auf Jesus, sondern vielmehr auf die Situation oder auf mich. Ich glaube, dass der Herr Jesus mir durch die Predigtvorbereitung sehr helfen wollte.<\/p>\n<p>Durch die Predigtvorbereitung wurde mir bewusst, wie gravierend der Herr das Problem des Unglaubens erachtet. Mir war das bis dahin nicht so bewusst. Als ich versuchte mit diesem Problembewusstsein des Herrn w\u00e4hrend des Alltags bewusst gl\u00e4ubig zu denken, wurde mir erst klar, wie ungl\u00e4ubig ich eigentlich bin. Anfangs, als ich mich mit dem Text besch\u00e4ftigte, verstand ich nicht so richtig, warum der Herr Jesus seine J\u00fcnger als \u201eUngl\u00e4ubige\u201c bezeichnete. Doch als ich versuchte, w\u00e4hrend des Alltags bewusst nicht ungl\u00e4ubig zu denken, wurde mir klar dass ich un\u00fcbertrieben ein \u201eUngl\u00e4ubiger\u201c bin. Ich betete zum Herrn und sagte: \u201eHerr, ich bin ein Ungl\u00e4ubiger. Hilf mir dir wie ein Kind zu glauben.\u201c<\/p>\n<p>In den letzten Tagen versuchte ich mehr auf den Herrn Jesus zu schauen. Als wir beispielsweise letzten Samstag in der Sambi-Gruppe einladen gingen, wollte ich auf den Herr schauen und glauben, dass er das Einladen reichlich segnet. Als ich mehrere Absagen erfuhr, wollte ich wieder zum Unglauben neigen. Doch dann erinnerte ich mich an die Stellungnahme, die ich zu diesem Text geschrieben hatte, und sagte mir: \u201eNein, ich muss glauben. Der Herr will das, dass ich das mache und er wird es segnen.\u201c Und siehe da, tats\u00e4chlich bekam ich danach eine Zusage. Ein Student gab mir seine Nummer und wir machten bereits den ersten Termin aus.<\/p>\n<p>Auch die Predigtvorbereitung nahm ich zum Anlass, mehr auf Jesus zu schauen. Da ich in der Regel w\u00e4hrend der Predigtvorbereitung sehr schnell verzage, sobald Schwierigkeiten auftreten, wollte ich diesmal konsequent auf den Herrn schauen und getrost mit seiner Hilfe rechnen. Auf dieser Weise konnte ich auch Gottes Hilfe vielfach empfangen.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Gott uns helfen, dass wir nicht mehr den Herr Jesus durch unseren Unglauben betr\u00fcben, sondern allezeit auf ihn schauen.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die gro\u00dfe S\u00fcnde des Unglaubens O du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? Mt 17,17 Wenn wir an die Person des Herrn Jesus denken, haben wir in der ersten Linie einen sehr sanftm\u00fctigen und verst\u00e4ndnisvollen Menschen vor Augen. Doch heute werden wir unseren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-2050","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2050"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13233,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2050\/revisions\/13233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}