{"id":201,"date":"2009-07-12T14:18:02","date_gmt":"2009-07-12T13:18:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=201"},"modified":"2023-01-29T20:21:00","modified_gmt":"2023-01-29T19:21:00","slug":"predigt-joh-91-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-joh-91-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Joh 9,1-12"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/J23-P09-0112.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jesus\u00a0 heilt\u00a0 einen\u00a0 Blindgeborenen<\/h2>\n<p align=\"center\">\n<address style=\"text-align: center;\">\u201eJesus antwortete: Es hat weder dieser ges\u00fcndigt noch seine Eltern,<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.\u201c<br \/>\n(9,3)<\/address>\n<p>Was f\u00fcr Gedanken kommen euch, wenn ihr einen blinden Mann am Stra\u00dfenrand sitzen oder mit seinem wei\u00dfen Stock sich vorw\u00e4rts tasten seht? In unserem heutigen Text begegnet Jesus einem Mann, der von Geburt an blind war. Als die J\u00fcnger ihn sahen, kamen ihnen sehr schicksalhafte Gedanken. Aber Jesus sah ihn v\u00f6llig anders! Denn Jesus sah ihn aus der Perspektive Gottes und half den J\u00fcngern, damit sie aus ihren dunklen Gedanken herauskommen w\u00fcrden. Danach heilte Jesus den blinden Mann und offenbarte sich so als das Licht der Welt. M\u00f6ge Gott uns heute helfen, Jesu Betrachtungsweise zu lernen und seine Einstellung, mit der er Gottes Werk diente!<\/p>\n<p><strong>Teil 1: \u201eEs sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm\u201c (1-5)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eUnd Jesus ging vor\u00fcber und sah einen Menschen, der blind geboren war.\u201c<\/strong> Als Jesus wohl noch in Jerusalem war, sah er einen Mann, der blind geboren war. Er lebte von Geburt an in v\u00f6lliger Dunkelheit und kannte nicht das Aussehen der Menschen noch irgendwelcher Dinge in der Welt, nicht einmal das Gesicht seiner Mutter. Normalerweise nehmen die Kinder \u00fcber die Augen ihre Umwelt wahr und k\u00f6nnen von sich aus lernen, die Dinge mit Sprache zu benennen und sie zu verstehen. Aber der Blindgeborene konnte nur m\u00fchsam mit Tasten und vielen Erkl\u00e4rungen sprechen lernen und eine behelfsm\u00e4\u00dfige Vorstellung von der Wirklichkeit erlangen. Damals gab es keine Schulen oder andere Einrichtungen, in denen Blinde irgendwie unterst\u00fctzt oder gef\u00f6rdert wurden, auch keine Blindenschrift oder gar Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Blinde. Der Blindgeborene konnte kaum etwas selbst\u00e4ndig tun, sondern war immer auf die Hilfe anderer angewiesen, und zwar auch, als er erwachsen wurde. Er konnte sich nur jeden Tag auf die Stra\u00dfe f\u00fchren lassen und bei den Vor\u00fcbergehenden um Almosen betteln. Es muss schwer f\u00fcr ihn gewesen sein, sich selbst f\u00fcr wertvoll zu halten. Wenn er immer wieder erlebte, dass andere ihn zur\u00fcckwiesen und wegen seiner Behinderung verachteten, muss er sich v\u00f6llig wertlos und elend gef\u00fchlt haben.<\/p>\n<p>Wie reagierten die J\u00fcnger Jesu, als sie diesen Mann sahen? Sie m\u00fcssen gro\u00dfes Mitleid gehabt haben, als sie den Blinden am Stra\u00dfenrand sitzen sahen. Bestimmt hatten sie spontan den Wunsch, ihm irgendwie zu helfen. Aber sie brauchten nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, dass keiner von ihnen in der Lage dazu war, ihm aus seiner Not herauszuhelfen. Daher f\u00fchlten sie sich beim Anblick des Mannes sehr hilflos. Sofort entstand in ihnen ein dringendes Verlangen, sich die Not dieses Mannes irgendwie erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Spontan fragten sie daher Jesus: <strong>\u201eMeister, wer hat ges\u00fcndigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?\u201c <\/strong>(2) Ihre Worte verraten, dass sie fest davon \u00fcberzeugt waren, dass die Behinderung des Mannes die Folge einer S\u00fcnde von ihm oder von seinen Eltern war. Nach ihrer Vorstellung herrschte also eine Art Gesetz \u00fcber die ganze Welt, dass wer s\u00fcndigt, eine schwere Krankheit oder ein anderes schweres Leiden auferlegt bekommt. Gott war f\u00fcr sie also ein strenger Richter, der jede S\u00fcnde der Menschen erbarmungslos ahndet. Genau genommen gab es in ihrer Vorstellung gar keinen richtigen Platz f\u00fcr einen pers\u00f6nlichen Gott, der im Leben jedes Menschen nach seinem freien Willen wirken kann; vielmehr war Gott seinem Gesetz unterworfen und konnte nur zusehen, wie danach die S\u00fcnden aller Menschen bestraft werden. Nach ihrer Vorstellung w\u00e4ren die Menschen f\u00fcr alle Leiden, die ihnen im Leben widerfahren, selbst verantwortlich. Auch der blindgeborene Mann w\u00e4re f\u00fcr seine Behinderung verantwortlich und m\u00fcsste zus\u00e4tzlich zu seinem praktischen Leiden t\u00e4glich sich selbst wegen seiner S\u00fcnde verdammen oder seine Eltern wegen deren S\u00fcnde verdammen. Au\u00dferdem k\u00f6nnte er gar keine Hoffnung auf Heilung oder Ver\u00e4nderung seiner Lage haben; denn wie k\u00f6nnte er es wagen, Gott um Heilung zu bitten, wenn er davon ausgehen m\u00fcsste, dass seine Behinderung Gottes absichtliche Bestrafung der S\u00fcnde w\u00e4re? Er war seinem Schicksal v\u00f6llig hilflos ausgeliefert. Die Frage der J\u00fcnger zeigt, dass sie voller schicksalhafter, dunkler Gedanken waren. Sie hatten es n\u00f6tig, vom Licht erleuchtet zu werden.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wie sah Jesus den blindgeborenen Mann? Betrachten wir Vers 3: <strong>\u201eJesus antwortete: Es hat weder dieser ges\u00fcndigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.\u201c <\/strong>Wie anders ist die Ansicht Jesu als die der J\u00fcnger! Jesus betrachtete seine Blindheit nicht als ein Schicksal oder als eine Strafe Gottes f\u00fcr S\u00fcnde. Jesus lehnte damit die Vorstellung ab, dass Gott quasi mechanisch nach einem Schema handeln und die S\u00fcnden der Menschen entsprechend bestrafen w\u00fcrde. Vielmehr war seine Blindheit eine Gelegenheit, durch die Gottes Werke offenbar werden sollten. Gott wollte also gerade an dem dunkelsten Punkt in seinem Leben wirken; gerade am Schwachpunkt des Mannes wollte er seine Herrlichkeit offenbaren.<\/p>\n<p>Was sollen wir hier von Jesus lernen? Viele Menschen haben schicksalhafte Elemente in ihrem Leben. Manche leiden unter k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen, die sie ihr Leben lang beeintr\u00e4chtigen. Manche leiden unter bestimmten folgenschweren Ereignissen in ihrer Kindheit, zum Beispiel dass sie die Scheidung ihrer Eltern erfahren mussten und nur mit einem Elternteil aufwachsen konnten. Ohne das Licht Jesu k\u00f6nnen solche leidvollen, dunklen Elemente das ganze Leben \u00fcberschatten. Wir sollen lernen, selbst gr\u00f6\u00dfte Probleme, die wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen und die uns deshalb wie ein Schicksal vorkommen, aus der Sicht Jesu zu betrachten. Wir sollen uns oder den betroffenen Mitmenschen im Licht Jesu betrachten, bis wir erkennen, dass gerade in diesen dunklen, schicksalhaften Elementen unseres Leben Gott seine Werke tun und seine Herrlichkeit offenbaren will.<\/p>\n<p>Es gibt zahllose Beispiele f\u00fcr Menschen, die in ihrem Leben unter schicksalhaften Elementen gelitten haben, an denen dann aber Gottes Werke offenbar wurden. Abraham zum Beispiel litt jahrzehntelang darunter, dass er von seiner Frau kein Kind bekommen konnte. Auch als er schon Glauben an Gott gefasst hatte, kam ihm dieses Problem immer wieder wie ein Schicksal vor, das er durch nichts \u00fcberwinden konnte. Er beschwerte sich manchmal bei Gott, warum Gott ihm keine Nachkommen gegeben hatte (1. Mose 15,2.3). Aber schlie\u00dflich, als er selbst gar keine Hoffnung mehr auf Nachkommen haben konnte, gab Gott ihm den verhei\u00dfenen Sohn Isaak und schenkte ihm und Sarah durch ihn gro\u00dfe Freude und Lachen. Auf diese Weise tat Gott gerade an dem dunkelsten Punkt in seinem Leben sein Werk und offenbarte da, wo er ohnm\u00e4chtig war, seine Herrlichkeit.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel sehen wir im Leben von Josef. Als er als Teenager von seinen Br\u00fcdern verkauft und von heute auf morgen als Sklave in \u00c4gypten leben musste, sah dies wie ein schweres Schicksal aus. Josef h\u00e4tte dar\u00fcber eigentlich unendlich traurig und bitter sein und \u00fcber sein Leben verzweifeln k\u00f6nnen. Aber Gott war mit ihm und gebrauchte dies, um ihn zu einer reifen Pers\u00f6nlichkeit zu erziehen und ihn zu seiner Zeit zum Regenten \u00fcber ganz \u00c4gypten zu machen und ihn f\u00fcr ein gro\u00dfes Rettungswerk zu gebrauchen.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, dass wir geistliche Einsicht erlangen und lernen, unser Leben und die schicksalhaften Elemente darin aus der Sicht Jesu zu betrachten. Dann kann man erfahren, dass Gott gerade dadurch sein Werk tun und unser Leben zu einer Quelle des Segens machen will. Es gab eine junge Frau, die nicht gelernt hat, andere zu lieben, und kaltherzig war. Sie wurde eines Tages schwer krank. Viele wollten sie besuchen, aber sie wies alle ab, sodass niemand sie besuchen wollte. Aber eine Klosterfrau besuchte sie mit der Liebe Jesu; durch sie erkannte die junge Frau inmitten des Leidens Gottes Liebe und wurde davon ver\u00e4ndert. Durch diese Erfahrung konnte die Frau (Miss Annie Sullivan) sp\u00e4ter sich mit gro\u00dfer Geduld und Hingabe um ein mehrfach schwerbehindertes M\u00e4dchen namens Helen Keller k\u00fcmmern und ihr zu einem urspr\u00fcnglich nicht vorstellbaren Leben verhelfen.<\/p>\n<p>Wenn es in unserem Leben schwere Probleme gibt, die wir nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen, passiert es leicht, dass wir diese Probleme wie ein Schicksal betrachten, das unser Leben \u00fcberschattet. Aber wir lernen von Jesus, dass vor ihm selbst die schwersten Probleme kein Schicksal sind, sondern Gott gerade daran seine Werke tun und seine Herrlichkeit offenbaren will. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, selbst gr\u00f6\u00dfte Probleme nicht als Schicksal zu sehen, sondern als eine Gelegenheit, durch die Gott seine Herrlichkeit offenbaren will!<\/p>\n<p>Welche Einstellung hatte Jesus aufgrund dieser Ansicht? Betrachten wir Vers 4; Jesus sagt: <strong>\u201eWir m\u00fcssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.\u201c <\/strong>Jesus wusste, dass der blind geborene Mann nicht sinnlos litt, sondern dass Gottes Werke an ihm offenbar werden sollten; und Jesus wusste, das es Gottes Werk ist, Menschen zu heilen und ihnen neues Leben zu geben. Hier sehen wir, dass dieses Wissen Jesu nicht einfach ein theoretisches Wissen war. Jesus hatte aufgrund dessen vielmehr das klare Bewusstsein, dass er Gottes Werke wirken musste. Die Worte \u201eWir m\u00fcssen\u201c dr\u00fccken dabei aus, dass Jesus das Mitwirken in Gottes Werk nicht f\u00fcr blo\u00df eine gute Sache hielt, f\u00fcr die man sich, so oft man Zeit hat, engagieren sollte, sondern f\u00fcr seine g\u00f6ttliche Mission und h\u00f6chste Verpflichtung, und zwar solange er daf\u00fcr Zeit hatte, also in seiner begrenzten Lebenszeit. Und Jesus sagt das nicht nur f\u00fcr sich selbst, sondern er bezieht seine J\u00fcnger dabei voll mit ein. Jesus sagte nicht: \u201e<em>Ich muss<\/em> die Werke Gottes wirken\u201c, sondern er sagt: <strong>\u201e<em>Wir<\/em> <em>m\u00fcssen<\/em> die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat \u2026\u201c <\/strong>Manche denken: \u201eGott ist allm\u00e4chtig. Das, was Gott tun will, wird er sowieso mit seiner Allmacht tun.\u201c Das klingt zwar plausibel, aber im Licht des Wortes Jesu ist es eine verkehrte Einstellung. Er will und kann sein Werk tun, aber er will durch uns wirken; er will gerade durch unser Wirken sein Werk tun. Wir haben vorhin eine neue Betrachtungsweise gelernt, n\u00e4mlich dass wir auch vor gro\u00dfen Problemen nicht hilflos sitzen bleiben, sondern sie als Gelegenheiten betrachten sollen, durch die Gott seine Werke offenbaren will. Hier k\u00f6nnen wir von Jesus die dementsprechende Einstellung lernen, n\u00e4mlich dass wir aktiv daf\u00fcr wirken sollen, dass an den Problemen Gottes Herrlichkeit offenbar werde. Wir beten, dass Gott zahllose Studenten in Heidelberg zum Glauben und zum neuen Leben in Jesus f\u00fchren m\u00f6ge. Das ist wichtig und gut, aber es ist nicht genug. Denn Gott will dieses Werk nicht alleine, sondern mit uns zusammen und durch uns tun. Darum sollen wir nicht nur weiter f\u00fcr sie beten, sondern auch aktiv hingehen und sie einladen, mit ihnen Bibelstudium f\u00fchren und ihnen auf bestm\u00f6gliche Weise beim Glauben helfen. M\u00f6ge Gott uns von allen fatalistischen Gedanken frei machen und uns helfen, alle unl\u00f6sbaren Probleme als Gelegenheiten zu sehen, durch die Gottes Werke offenbar werden sollen! M\u00f6ge Gott uns auch helfen, nicht passiv sitzen zu bleiben, sondern mit ihm zusammen aktiv seine Werke zu wirken, und zwar nicht irgendwann, sondern heute!<\/p>\n<p>Mit welchem Bewusstsein war Jesus entschlossen, Gottes Werke zu wirken? Betrachten wir Vers 5; Jesus sprach:<strong> \u201eSolange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.\u201c <\/strong>Jesus war sich bewusst, dass er das Licht der Welt ist. Licht hat die Eigenschaft, dass es st\u00e4ndig leuchtet. Und Jesus war sich dessen bewusst, dass sein Licht st\u00e4ndig in die Dunkelheit leuchten soll. Welche Wirkung hat das Licht? Zum einen offenbart Licht die Wirklichkeit und f\u00fchrt uns Menschen zur Erkenntnis. Das gilt sowohl f\u00fcr das physische Licht, das ein dunkles Zimmer hell und die Dinge darin sichtbar macht, als auch im geistlichen Sinne f\u00fcr das wahre Licht, das die geistliche Realit\u00e4t erhellt. Dar\u00fcber hinaus ist das Licht nach Kap. 1,5 auch eine Kraft, die die finsteren Elemente vertreibt und so die Finsternis und S\u00fcnde in den Menschen \u00fcberwindet. Jesus erhellte als das Licht der Welt die Gedanken der J\u00fcnger, die von Klein auf schicksalhaft gedacht hatten, und vertrieb ihre dunklen, schicksalhaften Gedanken. Jesus war auch das Licht f\u00fcr den Mann, der von Geburt an physisch nicht hatte sehen k\u00f6nnen. Lasst uns im zweiten Teil sehen, wie Jesus ihn aus der physischen Finsternis herausholte und ihm ein neues Leben im Licht erm\u00f6glichte!<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Teil 2: \u201eGeh zum Teich Siloah und wasche dich!\u201c (6-12)<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 6-7a: <strong>\u201eAls er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah &#8211; das hei\u00dft \u00fcbersetzt: gesandt &#8211; und wasche dich!\u201c<\/strong> Jesus war entschieden, Gottes Werke zu wirken, solange es Tag ist. Daher wollte er dem blindgeborenen Mann helfen, und zwar heute und nicht irgendwann sp\u00e4ter. Vers 14 zeigt, dass der Zeitpunkt ung\u00fcnstig war, da\u00a0 dieser Tag ein Sabbat war und die Juden Ansto\u00df nehmen w\u00fcrde, wenn Jesus ihn am Sabbat heilen w\u00fcrde. Jesus hatte auch kein Operationsbesteck und auch sonst keine Heilmittel. Daher nahm er, was er hatte \u2013 Spucke und Erde \u2013 und machte daraus einen Brei und strich ihn dem Blinden auf seine blinden Augen. Dann gab Jesus dem Mann den Befehl: \u201eGeh zum Teich Siloah und wasche dich!\u201c Dadurch forderte er den blindgeborenen Mann dazu heraus, praktischen Glauben an Jesus aufzubringen, damit er sowohl die Heilung seiner physischen Augen als auch den Glauben an Jesus erlangen w\u00fcrde.\u00a0 Hier sehen wir Jesu Handeln, das der Ausdruck seines Bewusstseins war, dass wir Gottes Werke wirken sollen, und zwar jetzt gleich und nicht irgendwann sp\u00e4ter. Jesus hatte eigentlich kein Mittel dazu. Aber Jesus tat trotzdem die notwendigen Schritte, um den Mann zu heilen, weil er Gottes Werke tun muss, solange es Zeit war.<\/p>\n<p>Wie reagierte der Mann? V. 7b sagt: \u201e<strong>Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.<\/strong>\u201c Der blindgeborene Mann muss, obwohl er keine Schule besucht hatte, gewusst haben, dass Erde und Speichel normalerweise keine heilende Wirkung gegen Blindheit haben. Au\u00dferdem war es f\u00fcr ihn ausgesprochen schwierig, als Blinder quer durch Jerusalem zum Teich Siloah zu gehen, was er vermutlich deswegen noch niemals gemacht hatte. Aber er \u00fcberwand seine eigenen Gedanken und tat, was Jesus gesagt hatte. Dadurch bewies er sein Vertrauen und seinen Gehorsam gegen\u00fcber Jesus.<\/p>\n<p>Was geschah, als er Jesu Wort praktisch gehorchte? Betrachten wir noch einmal den Vers 7b: \u201e<strong>Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.<\/strong>\u201c Das Wasser im Teich Siloah war nur gew\u00f6hnliches Wasser. Aber als der Mann Jesu Wort gehorchte und hinging und sich auf seinen Befehl hin \u00a0im Teich wusch, erlebte er die Wirksamkeit Gottes; er wurde sehend. Zum ersten Mal konnte er die Sonne scheinen und die bunten Blumen bl\u00fchen sehen und die Berge hinter der Stadt. Er sah die Menschen, von denen er bis dahin nur ihre Stimme geh\u00f6rt hatte. Er konnte die Stra\u00dfen und H\u00e4user sehen und konnte selbst\u00e4ndig den Weg finden und gehen, den er gehen musste, um zu seinem Ziel zu kommen. Jesus hatte ihn geheilt und ihm ein neues Leben geschenkt!<\/p>\n<p>Was zeigt das \u00fcber Jesus? Medizinisch gesehen ist es selbst heute noch v\u00f6llig unm\u00f6glich, dass ein Mensch, der von Geburt an blind ist, wieder sehen kann, selbst wenn er v\u00f6llig intakte Augen h\u00e4tte. Aber Jesus hat dem blindgeborenen Mann blo\u00df einen einzigen Satz\u00a0 gesagt: \u201eGeh zum Teich Siloah und wasche dich!\u201c; und er ging hin und wusch sich und wurde sehend. Dadurch offenbarte sich Jesus als der Messias, von dem Gott schon durch den Propheten Jesaja gesagt hat: Dann werden die Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge\u00f6ffnet werden. Jesus ist der verhei\u00dfene Messias und der allm\u00e4chtige Gott.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Nachbarn auf diese Heilung?\u00a0 Betrachten wir die Verse 8-10: <strong>\u201eDie Nachbarn nun und die, die ihn fr\u00fcher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasa\u00df und bettelte? Einige sprachen: Er ist&#8217;s; andere: Nein, aber er ist ihm \u00e4hnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin&#8217;s. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?\u201c<\/strong> Viele konnten den Mann, der blind geboren war und nun geheilt war, wieder erkennen; andere konnten ihren eigenen Augen nicht trauen, weil sie die Heilung dieses Mannes f\u00fcr v\u00f6llig unm\u00f6glich hielten. Als der geheilte Mann bezeugte, dass er es ist, der fr\u00fcher blind gewesen war, fragten sie ihn, wie er sehend geworden war. Der Mann antwortete: <strong>\u201eDer Mensch, der Jesus hei\u00dft, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend. Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich wei\u00df es nicht.\u201c <\/strong>Er schilderte klar die Tatsachen seiner Heilung. Aber sein Zeugnis von Jesus war nicht so stark, da er sonst nicht viel \u00fcber Jesus wusste. Die skeptische Reaktion der Leute deutet den weiteren Verlauf dieses Ereignisses an, den wir n\u00e4chste Woche ausf\u00fchrlich betrachten wollen.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort, Vers 3: <strong>\u201eJesus antwortete: Es hat weder dieser ges\u00fcndigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.\u201c <\/strong>Heute haben wir von Jesus gelernt, dass wir auch schicksalsartige Probleme nicht als Schicksal sehen sollen, sondern als Gelegenheit, durch die Gottes Werke offenbar werden sollen. M\u00f6ge Gott uns helfen, selbst gr\u00f6\u00dfte Probleme in unserem Leben oder im Leben unserer N\u00e4chsten nicht wie ein Schicksal anzusehen, sondern mit dem Glauben daf\u00fcr zu beten und aktiv daf\u00fcr mitzuwirken, dass Gott dadurch seine Herrlichkeit offenbaren wird!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus\u00a0 heilt\u00a0 einen\u00a0 Blindgeborenen \u201eJesus antwortete: Es hat weder dieser ges\u00fcndigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.\u201c (9,3) Was f\u00fcr Gedanken kommen euch, wenn ihr einen blinden Mann am Stra\u00dfenrand sitzen oder mit seinem wei\u00dfen Stock sich vorw\u00e4rts tasten seht? 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