{"id":1833,"date":"2011-12-18T22:40:52","date_gmt":"2011-12-18T21:40:52","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1833"},"modified":"2022-11-18T12:24:23","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:23","slug":"predigt-lukas-21-20-weihnachtspredigt-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-21-20-weihnachtspredigt-2011\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 2,1 &#8211; 20 (Weihnachtspredigt 2011)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/lk-21-12-8.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eUnd der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.\u201c<\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(10.11)<\/p>\n<p>Vor zwei Wochen fragte ich einen Studenten vor der UB, welche Bedeutung die biblische Botschaft, gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, f\u00fcr ihn habe. Freundlich erkl\u00e4rte er mir, dass die Weihnachtszeit nur in famili\u00e4rer Hinsicht von Bedeutung f\u00fcr ihn sei. \u201eIch habe viel Stress wegen der Uni und der Arbeit. An Weihnachten kann ich mich ausruhen und sch\u00f6ne und ruhige Zeit mit meiner Familie verbringen.\u201c sagte er l\u00e4chelnd und f\u00fcgte noch hinzu: \u201edas ist doch die Hauptsache\u201c. Und das war mein Stichwort, darauf hatte ich gewartet. \u201eIst das wirklich die Hauptsache, ist die Hauptsache an Weihnachten nicht etwas v\u00f6llig anderes?\u201c Verlegen aber immer noch l\u00e4chelnd gab er zu: \u201eStimmt, die Hauptsache ist etwas anderes\u201c, gab mir daraufhin die Hand und ging fort.<\/p>\n<p>Was ist die Hauptsache? Worauf kommt es an? Und inmitten unserer stressreichen und turbulenten Zeit, in der jeder seinen eigenen Weg geht und jeder seine eigene Wahrheit zu haben scheint, in der jeder glauben kann was und woran er m\u00f6chte und inmitten der pluralistischen Str\u00f6mungen die wesentliche Hauptsache des Lebens aus den Augen verliert und neu definiert, k\u00f6nnen wir Gott von ganzem Herzen danken, denn wir haben heute, hier und jetzt, im Zentrum des aufgekl\u00e4rten Kontinents, die Gelegenheit, in die Schrift zu blicken und uns inmitten dieser kalten und finsteren Welt von der Klarheit des Herrn umleuchten zu lassen. Wir k\u00f6nnen erfahren, was die Hauptsache im Leben ist, wie Gott sich in der Geschichte offenbart hat, was von Zeugen gesehen, geh\u00f6rt und best\u00e4tigt worden ist. Danken wir Gott, denn wir h\u00f6ren und lesen heute die frohe Weihnachtsbotschaft. Diese Botschaft ver\u00e4nderte die Geschichte und sie ist unsere einzige Hoffnung und sie hat die Kraft, Jesus nicht nur in die Welt kommen zu lassen, sondern in unsere eigenen Herzen. Sie ist nicht nur in der Lage gro\u00dfe Freude und Frieden in der Zeit der Bibel zu generieren, sondern auch hier und jetzt. Und uns bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als im Staunen und Demut zu beten: \u201eHerr, wer kann dein gewaltiges Werk begreifen? Wer kann das Wunder deiner H\u00e4nde erfassen? Dein Werk ist viel gr\u00f6\u00dfer als ich es begreifen kann. Erf\u00fclle mich mit der wahren Weihnachtsbotschaft. Lass mich erfahren, wer Jesus ist, warum er gekommen ist und welche Bedeutung er f\u00fcr mich hat.\u201c Segne unseren Weihnachtsgottesdienst, Herr.<\/p>\n<p><strong>Teil I\u00a0\u00a0 Gro\u00dfe Freude (1-12)<\/strong><\/p>\n<p>Was erfahren wir \u00fcber die Lebensumst\u00e4nde der damaligen Zeit? Betrachten wir die Verse 1-3. R\u00e4umlich befinden wir uns in Galil\u00e4a, der n\u00f6rdlichen Provinz Pal\u00e4stinas. Nicht der lokale K\u00f6nig, sondern der r\u00f6mische Kaiser Octavian, auch bekannt als Augustus, was \u201eder Erhabene\u201c bedeutet, war der wahre Herrscher \u00fcber das Land. Er gilt als Stifter der &#8211; von Historikern so hochgepriesenen &#8211; pax Augusta, des augustineschen Friedens. Diese Errungenschaft ist als herausragendes Beispiel in die Geschichte eingegangen. Ein m\u00e4chtiges Reich mit innerer Sicherheit, Wohlstand und Frieden. F\u00fcr alle anderen Reiche galt das r\u00f6mische Reich als Vorbild. Demzufolge wurde auch das Wappentier dutzende Male kopiert und geklaut. Und selbst die Bundesrepublik hat bis heute den r\u00f6mischen Adler auf seinen Wappen und hie\u00df einst \u201eDas heilige r\u00f6mische Reich deutscher Nation\u201c.<\/p>\n<p>Und da sa\u00df er, der glorreiche Kaiser auf seinem Thron, m\u00e4chtigster Herrscher seiner Zeit. Sein vollst\u00e4ndiger Name lautet \u00fcbersetzt: \u201eImperator Caesar, Sohn des Verg\u00f6ttlichten, der Erhabene, H\u00f6chster Oberpriester, 13 Mal Konsul, 21 Mal Imperator, 37 Mal Inhaber der tribunizischen Gewalt, Vater des Vaterlandes\u201c. (Wer kann seinen Namen wiederholen?) Da war er, Alleinherrscher eines m\u00e4chtigen Imperiums, in seinem Palast, im Herzen Roms und alle Reichsbewohner mussten nach seiner Pfeife tanzen.<\/p>\n<p>Doch wie war es um der inneren Beschaffenheit des Reiches gestellt? Was war am Mythos des r\u00f6mischen Friedens dran? Betrachten wir Verse 1-3. Es ist von einer Sch\u00e4tzung der r\u00f6mischen Welt die Rede. Dieser Reichszensus wird im Tatenbericht des Augustus erw\u00e4hnt und diente dem Kaiser, besseren \u00dcberblick \u00fcber seine Steuerzahler zu gewinnen. Dazu musste jedermann in seine Vaterstadt einkehren; eine Methode der Volksz\u00e4hlung, die auch hundert Jahre danach noch praktiziert wurde. Und weil Josef ein Nachkomme Davids war, musste er mit Maria nach Bethlehem, der Stadt Davids, reisen. Er musste reisen, mit seiner hochschwangeren Frau, mehr als 150km. Das war die ungeschminkte Realit\u00e4t des r\u00f6mischen Reichs. Du wurdest nicht umgebracht, solange du deine Steuern gezahlt hast; alles verlief friedlich, solange du dich dem Imperator unterworfen hast. Das war das Erfolgsgeheimnis, Wohlstand f\u00fcr viele, erm\u00f6glicht durch das vergossene Blut unz\u00e4hliger Unterworfener. Das angepriesene Reicht legt gerade in unserem Text sein h\u00e4ssliches, grausames und unmoralisches Gesicht offen.<\/p>\n<p>So kam es, dass Jesus in Bethlehem zur Welt kam und nicht in Nazareth. Augustus hatte das uneingeschr\u00e4nkte Sagen und Jesus hatte sich bedingungslos zu f\u00fcgen, so scheint es. Jesus schien Spielball der Steuer- und Fiskalpolitik des Kaisers zu sein, doch der Schein tr\u00fcgt. Jahrhunderte vorher hatte der Prophet Micha prophezeit: \u201e<strong>Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den St\u00e4dten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.\u201c<\/strong><strong> (Mi. 5,1)<\/strong>. Der m\u00e4chtigste Machthaber der Welt hatte sich einer h\u00f6heren Macht zu f\u00fcgen. Unbewusst diente Augustus dem Werk Gottes, Jesus nach der Prophezeiung in Bethlehem auf die Welt kommen zu lassen. Er, der als Kaiser, Priester und g\u00f6ttlicher Sohn gefeiert wurde hatte wirklich keine Ahnung dass er dazu gebraucht wurde, Gottes gro\u00dfer Verhei\u00dfung zu dienen.<\/p>\n<p>Gelobt sei Gott, der lebt und wirkt; sein Wort ist wahr und er ist seinem Wort treu. W\u00e4hrend alle gro\u00dfen Herrscher wie ein C\u00e4sar, ein Alexander und Napoleon vergehen und ihre Reiche kollabieren, erweist sich Gott als wahrer Herrscher \u00fcber die Geschichte, der seinem Sohn alle Macht gegeben hat, im Himmel wie auf Erden. So beten alle Christen der Welt einm\u00fctig: \u201e <strong>Dein Reich komme. Dein Wille geschehe\u201c<\/strong>. (Mt. 6,10)<\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. So machten sich Josef und Maria auf, um den langen und beschwerlichen Weg nach Bethlehem anzutreten. Welche Umst\u00e4nde \u00fcberschatteten die ohnehin schwierigen Bedingungen der Geburt Jesu? In den Versen 6 und 7 lesen wir: <strong>\u201eUnd als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie geb\u00e4ren sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.\u201c<\/strong> Kannst du nachvollziehen, was wir im Evangelium lesen? Der Herr der Herrlichkeit wurde in eine Krippe gelegt, weil er in einem schmutzigen und stinkenden Stall geboren wurde. Sein Kinderbett war eine unhygienische Krippe, aus der normalerweise Tiere fressen und saufen. Jeder sucht f\u00fcr sein neugeborenes Kind die beste Umgebung und die beste Ausstattung, ein gutes Krankenhaus, ein sch\u00f6nes Kinderzimmer, ein sicheres Kinderbett, Kinderwagen, Kindersitz. Doch schau, der K\u00f6nig der K\u00f6nige und der Herr aller Herren kam nicht im Palast auf die Welt, sondern in einem Stall und lag in einer Krippe. Gottes Werk ist wirklich unfassbar.<\/p>\n<p>Wer wurde eingeladen, den neugeborenen Jesus in der Krippe zu besuchen? Betrachten wir Vers 8. Einfache Hirten h\u00fcteten des Nachts ihre Herden. Nichts besonderes, \u00f6der Alltag, Schafeh\u00fcten wie immer, es war dunkel, es war kalt, kein besonders aufregender Job. Doch was geschah? Betrachten wir Vers 9: <strong>\u201eUnd der Engel des Herrn trat zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie f\u00fcrchteten sich sehr.\u201c<\/strong> Wie aus dem Nichts kam der Engel des Herrn und wie aus dem Nichts leuchtete die Klarheit des Herrn um sie, eine Klarheit, die wir uns kaum vorstellen k\u00f6nnen, ein helles Licht vom Herrn, voller Herrlichkeit, das nicht zu vergleichen ist, mit dem was wir auf Erden kennen. Die Finsternis wich dem Licht. Die M\u00fcdigkeit wich der Aufregung. Die Langeweile wich der Sensation. Die Ein\u00f6de der Herrlichkeit. Die Klarheit des Herrn ver\u00e4nderte alles. Und die Klarheit des Herrn war verbunden mit der Geburt Jesu Christi. M\u00f6ge die Klarheit des Herrn auch unsere Herzen erleuchten, die Finsternis beseitigen und den tristen Alltag ausf\u00fcllen, mit Begeisterung, Licht und Herrlichkeit.<\/p>\n<p>Wie lautete die Botschaft des Engels f\u00fcr die wom\u00f6glich zu Tode ge\u00e4ngstigten Hirten? Betrachten wir Vers 10: <strong>\u201eUnd der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p>Warum ist die Ank\u00fcndigung des Engels so bemerkenswert? Sie ist au\u00dferordentlich bemerkenswert, weil er uneingeschr\u00e4nkte Freude ank\u00fcndigt. Normalerweise ist Freude auf gewisse Ereignisse oder Personengruppen beschr\u00e4nkt und zudem kurzatmig. Beschr\u00e4nkt und kurzatmig, keine sch\u00f6ne Kombination. Ein Beispiel: Ein Angestellter freut sich, wenn sein Monatsgehalt pl\u00f6tzlich um 500,- steigt. Doch dann erf\u00e4hrt er, dass alle seine Kollegen 1000,- mehr bekommen. Was geschieht? Die Freude weicht dem \u00c4rger.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel: Als unser Team vor einem Jahr auf der WM in S\u00fcdafrika Tore schoss, jubelten wir. Und unsere Freude wurde immer gro\u00dfer, weil wir immer weiter kamen. Auf \u00a0unvergleichliche Weise wurden die Engl\u00e4nder besiegt und die Argentinier geschlagen. Wir jubelten, doch ganz England und Argentinien trauerten. Die Freude war also auf uns beschr\u00e4nkt. Und wir musste unsere Freude schweren Herzens abgeben, als wir auf die Spanier trafen. So ist es leider mit der Freude in dieser Welt. Sie ist beschr\u00e4nkt und kurzatmig; fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ist sie verflogen.<\/p>\n<p>Deshalb ist die Botschaft des Engels so besonders. Er verk\u00fcndet eine Freude, die weder beschr\u00e4nkt noch von kurzer Dauer ist. Verstehst du das? Er verk\u00fcndete eine Freude, nicht von dieser Welt. Sie kam von oben. Eine universelle Freude mit ultimativem Ausma\u00df, die jedem widerfahren kann, wenn er sich darauf einl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Worauf einl\u00e4sst? Womit ist die vollkommene Freude verkn\u00fcpft? Lesen wir die Verse 10 und 11: \u201e<strong>Und der Engel sprach zu ihnen:<\/strong> <strong>F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird;<\/strong> <strong>denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.\u201c<\/strong> Die universale Freude ist untrennbar, untrennbar mit der Person unseres Herrn Jesus Christus verbunden. \u201e<strong>denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.\u201c <\/strong>Durch ihn, mit ihm und in ihm k\u00f6nnen wir uns freuen. Durch ihn, mit ihm und in ihm haben wir gro\u00dfe Freude, denn er ist unser Heiland. Heiland ist die mittel- und althochdeutsche \u00dcbersetzung der lateinischen Bezeichnung \u201eSalvator\u201c, Retter. Jesus ist unser Retter, er ist Christus, der Retter, der lange vor seiner Geburt im AT verk\u00fcndet war.<\/p>\n<p>Warum ist die umfassende Freude mit einer Person verbunden? Ich erinnere mich an das Jahr 2008, als sich die USA mitten im Wahlkampf befand und der Spiegel auf dem Titelblatt ein Bild von Obama abbildete, mit dem Thema: \u201eDer Messias-Faktor. Barack Obama und die Sehnsucht nach einem neuen Amerika&#8220;. Darin sehen wir die verzweifelte Hoffnung der Welt auf einen grundlegenden Wandel in der Welt, in der wir leben. Und als das Unvorstellbare geschah und er Pr\u00e4sident wurde, war fast die ganze Welt entz\u00fcckt. Die Welt jubelte, auch in fernen L\u00e4ndern. Die K\u00f6nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaft verlieh ihm vor Begeisterung den Friedensnobelpreis, obwohl er noch nichts f\u00fcr die Welt erreicht hatte, au\u00dfer Pr\u00e4sident zu werden. Schon bald wurde seine Person von Biographen wie G\u00fcnther und Marschall in Verbindung gebracht, mit Worten wie \u201e\u201eWunderheiler\u201c und \u201eVers\u00f6hner\u201c, seine Wahlveranstaltungen seien \u201epolitische Gottesdienste&#8220;. (Er) pr\u00e4sentiere [\u2026] sich als \u201eErl\u00f6sungsfigur&#8220; und \u201eRetter&#8220;, welcher \u201emessianische Erwartungen&#8220; wecke.\u201c<\/p>\n<p>Hat er die in ihm gesteckten Erwartungen erf\u00fcllt, wenigstens f\u00fcr sein Land? Vor nicht allzu langer Zeit wurde die Kreditw\u00fcrdigkeit der USA hinuntergestuft und der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der Welt drohte die Zahlungsunf\u00e4higkeit. Und letzte Woche fielen die Umfragewerte des Pr\u00e4sidenten auf unter 50%. Die Antwort ist ein n\u00fcchternes: \u201eNein\u201c.<\/p>\n<p>Die Erwartungen, die in ihm gesteckt wurden, zeugen jedoch von einer immensen Sehnsucht der postmodernen Welt, nach einem Hoffnungstr\u00e4ger, nach einer Messias-Figur, nach einem Erretter und Erl\u00f6ser, der uns herausf\u00fchrt aus der Verkehrtheit und Verlorenheit dieser verdorbenen Welt, ein Heiland, der jeden Menschen versteht und jede Rasse, Kultur und Nation mit offenen Armen empf\u00e4ngt, annimmt und nachhaltig hilft und das unabh\u00e4ngig vom Einkommen, Herkunft und Ansehen. Das Herz schreit nach Hilfe, Heilung und Gerechtigkeit, die Seele sehnt sich nach Halt und Erl\u00f6sung. Die ganze Welt trachtet nach einer Person, den sie lieben und dem sie zujubeln k\u00f6nnen, der jedem Menschen Freude schenkt. Und liebe Geschwister, jeder Versuch das Rad neu zu erfinden ist zum Scheitern verurteilt. Warum eine neue Messias-Figur erfinden, wenn wir das Original haben? \u201e<strong>Kommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.<\/strong>\u201c (Mt. 11,28) lautet die Einladung Jesu im Evangelium. \u201e<strong>Kommt her zu mir<\/strong>\u201c, l\u00e4dt er dich aus der Tiefe des Raumes, angefangen im Stall, in der Krippe, ein. \u201e<strong>Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.<\/strong>\u201c (1.Joh. 5,12) schreibt der J\u00fcnger des Herrn. Wer den Sohn hat, der hat allen Grund zur wahren und ewigen Freude, denn er hat alles worauf es im Leben ankommt. (Geschichte mit der Kunstgalerie) Wer den Sohn hat, der hat alles worauf es ankommt. Wer den Sohn hat, der hat allen Grund zur wahren und ewigen Freude.<\/p>\n<p>Diesen Jesus verk\u00fcndeten die Engel den Hirten und diesen Jesus m\u00f6chte ich euch ans Herz legen. Komm und schmecke die Freude am Herrn, sie ist in unserer ansonsten so fl\u00fcchtigen Welt einzigartig.<\/p>\n<p>Welches Zeichen gab der Engel den ver\u00e4ngstigten Hirten? Betrachten wir Vers 12: <strong>\u201eIhr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.\u201c<\/strong> \u201eWas f\u00fcr ein merkw\u00fcrdiges Zeichen\u201c, m\u00fcssen sich die Hirten erstaunt gedacht haben. \u201eDer Heiland der Welt, der verhei\u00dfene Christus liegt in einer Krippe? Und wir einfache Hirten sind seine ersten Besucher?\u201c Diese Vorstellung erweckt einen armseligen Eindruck. Doch welches himmlische Spektakel ereignete sich?<\/p>\n<p><strong>Teil II Friede auf Erden (13-20)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 13: <strong>\u201eUnd alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott\u201c<\/strong>. Alsbald sammelte sich die unz\u00e4hlige Menge der himmlischen Heerscharen und es waren unbeschreiblich viele. Wer kann sich das Bild vorstellen, das sich ereignete? Und wer kann sich ihren Lobpreis vorstellen, als sie anfingen Gott zu loben. Welch ein unvorstellbarer Chor muss es gewesen sein, als die Menge der himmlischen Heerscharen Gott mit der gewaltigen Wucht ihrer Stimmen lobten: <strong>\u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.\u201c<\/strong>? Gott geb\u00fchrt alle Ehre, Lob und Dank, denn er hat uns nicht sitzen lassen in der Finsternis. Als in uns die Fragen aufkamen: \u201eWer bin ich, wo komme ich her, was geschieht mit mir und was bedeutet mein Leben?\u201c, hat er uns umleuchtet, mit der Herrlichkeit seiner Klarheit. Er gab uns seinen Sohn, der alle Fragen beantwortet. Als wir Schmerzen im Herz f\u00fchlten, weil uns keiner verstehen wollte oder konnte, als wir in Feindschaft lebten mit anderen Menschen und in Ungewissheit gegen\u00fcber unserm Sch\u00f6pfer, wer ist Gott, wo ist Gott, wie ist Gott, da umleuchtete uns die Klarheit des Herrn, im Lichte seines Sohnes Jesus. Von ihm, durch ihn und in ihm bekommen wir Frieden und dieser unterscheidet sich von jeglichen Friedensformen dieser Welt. Die pax romana, der sogenannte r\u00f6mische Frieden, war ein Schatten im Vergleich zur Friedensherrschaft des Friede-F\u00fcrsten.<\/p>\n<p>Die Menge der himmlischen Heerscharen verk\u00fcndeten in ihrem Lobpreis wahren Frieden, den die Welt nicht kennt und das angefangen bei den Hirten. Und so mag ein Hirte den anderen erstaunt angeblickt haben und sie alle hatten dieselbe Frage. Und einer fragte den anderen: \u201eDu bist ein Hirte und ich bin ich Hirte. Wir haben ein anstrengendes Leben. Wir arbeiten Tag und Nacht und k\u00fcmmern uns um die Schafe unseres Herrn und sind vielen Angriffen und Gefahren ausgesetzt. Wir sind unbekannt und in der Welt unbedeutend. Au\u00dferdem sind wir schwach und unvollkommen. K\u00f6nnen wir Gott \u00fcberhaupt gefallen? Doch siehe, Gott hat an uns gedacht, die finstere Nacht mit seiner Klarheit umleuchtet und nicht nur einen Engel sondern ganze Heerscharen gesandt. Wir haben also Frieden mit Gott. Ist das nicht phantastisch? Gott bietet uns Frieden an und unsere Herzen gl\u00fchen. Doch wie ist das m\u00f6glich? Es ist nur m\u00f6glich, weil der Heiland geboren ist. In ihm haben wir Frieden.\u201c Liebe Geschwister, es ist wie Paulus schreibt, wir haben \u201e<strong>Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus\u201c <\/strong>(R\u00f6m. 5,1). Denk dar\u00fcber nach! Wie wertvoll ist Frieden mit Gott! Sie ist mit kein Geld der Welt zu erwerben und mit keinem irdischen Schatz zu vergleichen.<\/p>\n<p>Und so freuten sich die Hirten, weil kein geringerer als Gott pers\u00f6nlich ihnen Frieden geschenkt hatte. Und obwohl sie unter sich viele Streitereien und Unfrieden und b\u00f6ses Blut hatten, konnten sie einander vergeben und lieben, weil jeder von ihnen durch Jesus Frieden mit Gott gefunden hatte. Was f\u00fcr ein Herzenszustand! Frieden mit Gott und Frieden mit Menschen!<\/p>\n<p>Vor wenigen Wochen trug einer von uns in Stuttgart sein Lebenszeugnis vor und ich stellte \u00fcberrascht fest, dass er ausgerechnet von unserem heutigen Text angesprochen wurde:<\/p>\n<p>\u201eIm [&#8230;] Jahr (1972) predigte Dr. Lee das Lukasevangelium. Seine Predigt sprach mich an. Eines Tages, als er Lukas Kap. 2 predigte, ber\u00fchrte mich das Wort schlagartig. Ganz unerwartet wurde ich von der Erkenntnis ergriffen, dass Jesus wirklich niemand anderes als der Christus Gottes f\u00fcr alle Menschen, also mein Retter ist. Pl\u00f6tzlich sah die Welt ganz anders aus. All meine Zweifel verschwanden. Frieden und Zuversicht, die ich in jener Art nicht gekannt hatte, kamen in mein Herz und erf\u00fcllten es. Ich dachte: \u201eNichts fehlt mir mehr. Ich bin total gl\u00fccklich, auch wenn ich nie heiraten w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Durch den heutigen Text erkannte er folgendes: Wahrer Friede, wahre Freude, wahres Gl\u00fcck kommen nicht durch die Ehegr\u00fcndung. Sie kommen von unserem Herrn Jesus Christus. Eine einfache aber \u00fcberw\u00e4ltigende Wahrheit! So lesen wir die Worte des Apostels, als er im Gef\u00e4ngnis sa\u00df: \u201e<strong>Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!\u201c<\/strong> (Phil. 4,4)<\/p>\n<p>M\u00f6ge Gottes Wort, das so klar geschrieben steht und so klar ist in unserem Kopf, den Weg in das Innerste unseres Herzens finden.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist der Unterschied, ein Leben mit und ein Leben ohne Jesus zu f\u00fchren? Wir leben in einer Zeit, in der die Politik sich bem\u00fcht, f\u00fcr Frieden zu sorgen, um den B\u00fcrgern Grund zur Freude zu liefern. Doch wir beobachten wie trotz politischen Friedens und Wohlstand Millionen friedlos, lieblos und unerf\u00fcllt leben. Ganz anders aber der Mensch, der mit Jesus lebt.<\/p>\n<p>Paulus und Silas wurden gefangen genommen, hart geschlagen und ins innerste Gef\u00e4ngnis geworfen und ihre F\u00fc\u00dfe wurden in den Block gelegt. Offensichtlich hatten sie keinen politischen Frieden. Aber wir lesen: <strong>\u201eUm Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen h\u00f6rten sie.\u201c<\/strong> (Apg. 16,25) Sie wurden geschlagen und gequ\u00e4lt doch sie beteten, sangen Lieder und lobten Gott. Sie hatten Freude und Frieden, selbst im Gef\u00e4ngnis. Wie war das m\u00f6glich? Es war m\u00f6glich, weil Jesus in ihren Herzen wohnte.<\/p>\n<p>Vor einer Woche haben wir den Bericht von Herrn Kim, den Pr\u00e4sidenten der PUST, geh\u00f6rt (christliche Universit\u00e4t in Nord Korea). Weil er an Jesus glaubt, wurde er in Nord Korea festgenommen und gefoltert und wir wissen wie grausam das sein kann. Aber nach eigener Aussage f\u00fchlte er \u00fcberhaupt keine Schmerzen, stattdessen f\u00fchlte er gro\u00dfe Freude und Frieden im Herzen. Er berichtete, dass er nie wieder, nie wieder so gro\u00dfe Freude und Frieden gesp\u00fcrt hat.<\/p>\n<p>Als ich vor 2 Monaten in Amerika war, erlebte ich junge Menschen, die gro\u00dfe Freude besa\u00dfen, nicht weil sie in partnerschaftliche Beziehungen leben, nicht weil sie reich sind, nicht weil sie viel Freizeit genie\u00dfen. Im Gegenteil, sie haben volle Terminkalender. Doch nirgends, nirgends auf der Welt habe ich Menschen mit so gro\u00dfer und ansteckender Freude gesehen, wie in El Camino, Los Angeles. Warum sind sie so fr\u00f6hlich, obwohl sie jung und unerfahren und besch\u00e4ftigt sind? Es gibt nur einen Grund, liebe Geschwister, unser Herr Jesus Christus. Ihre Freude im Herrn brachte eine dunkle, schmutzige und stinkende Garage zum Strahlen, in der sie ihre Gottesdienste feiern. Sie haben Jesus erfahren, erlebt und in ihr Leben und in ihre Gemeinschaft aufgenommen und nun leben, weben und sind sie mit Jesus. Er allein ist die Quelle ihrer gro\u00dfen Freude. Und ich erinnere mich noch gut an die Worte eines jungen Mannes, als er mit Vorfreude in die Zukunft blickte und sagte: \u201eEines Tages trete ich vor meinem Herrn Jesus und ich m\u00f6chte von ihm erkannt und durch das Tor des Himmelreichs eingelassen werden.\u201c<\/p>\n<p>Christus schenkt uns wahren Frieden, dir und mir und uns allen. Glaubst du das? Du kannst dem Herrn begegnen und ich kann dem Herrn begegnen. Dir ist gro\u00dfe Freude und Frieden verhei\u00dfen sowie mir. Und in den folgenden Versen lesen wir, wie die Hirten untereinander sprachen: <strong>\u201eLasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat\u2026Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich \u00fcber das, was ihnen die Hirten gesagt hatten\u2026Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott f\u00fcr alles, was sie geh\u00f6rt und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.\u201c<\/strong> (15-20)<\/p>\n<p>Das himmlische Fest der Heerscharen steckte die Hirten an und durch die Hirten alle, die die Weihnachtsgeschichte von ihnen erfuhren. Und dieses himmlische Fest hat bis heute nicht aufgeh\u00f6rt. Du kannst dabei sein und du kannst dabei sein und du kannst dabei sein. Geh hin und besuche den Herrn, der dich im Stall, in der Krippe, mit offenen Armen empf\u00e4ngt. Vor lauter Freude und Dankbarkeit k\u00f6nnen wir einstimmige oder mehrstimmige Ch\u00f6re bilden, wir k\u00f6nnen anderen erz\u00e4hlen, was wir erlebt haben und wir k\u00f6nnen wie die Hirten eine begeisterte Gemeinschaft bilden, die Gott preist und f\u00fcr alles lobt, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Als ich Jesus vor mehr als 12 Jahren zum ersten Mal in den Evangelien pers\u00f6nlich erfahren habe, fielen alle schwerwiegenden Fragen, die mich seit meiner fr\u00fchesten Kindheit besch\u00e4ftigt hatten, sogleich von mir ab. Wie kann ich die Erleichterung beschreiben, als ich endlich befreit wurde, von allen meinen Fragen und Qualen. Ich blickte auf Jesus und erkannte: \u201eGott lebt!\u201c Die Erkenntnis schenkte mir gro\u00dfe Freude und einen Herzensfrieden, nachdem ich mich mein Leben lang gesehnt hatte. Gott lebt und ist mir wohlbesonnen, obwohl ich s\u00fcndig bin. Ich habe Frieden, weil Jesus mein Heiland ist.<\/p>\n<p>Freude und Frieden sind Belege unseres Glaubens. Wer die Freude und den Frieden des Herrn hat, der ist wahrhaftig gl\u00fccklich und er hat wahrhaftig mehr als alles was die Welt zu bieten hat. Wer die Freude und den Frieden des Herrn nicht hat oder verloren hat, f\u00fcr den ist es noch nicht zu sp\u00e4t. Komm zum Herrn und begegne ihm, zum ersten Mal oder \u00a0zum wiederholten Mal. Er ist f\u00fcr alle da! Lass dich von der frohen Botschaft erf\u00fcllen und erfassen. M\u00f6ge die frohe Weihnachtsbotschaft uns gro\u00dfe und unverg\u00e4ngliche Freude schenken und einen Frieden, der von Gott kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude \u201eUnd der Engel sprach zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.\u201c (10.11) Vor zwei Wochen fragte ich einen Studenten vor der UB, welche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1833","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1833"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11036,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1833\/revisions\/11036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}