{"id":1781,"date":"2011-11-20T19:53:02","date_gmt":"2011-11-20T18:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1781"},"modified":"2022-11-18T12:24:26","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:26","slug":"predigt-matthaus-1529-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1529-39\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 15,29 &#8211; 39"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/P11Mt15-2939.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das\u00a0 Volk\u00a0 jammert\u00a0 mich<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eUnd Jesus rief seine J\u00fcnger zu sich und sprach: Das Volk jammert mich;<br \/>\ndenn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen;<br \/>\nund ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie<br \/>\nnicht verschmachten auf dem Wege.\u201c<em> <\/em><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(32)<\/p>\n<p>Unser heutiger Text handelt davon, wie Jesus sehr viele Menschen geheilt und eine gro\u00dfe Menge von allein viertausend M\u00e4nnern in der W\u00fcste satt gemacht hat. \u00c4u\u00dferlich betrachtet \u00e4hneln diese Ereignisse fr\u00fcheren, etwa der Speisung der F\u00fcnftausend in Kap. 14. Aber der Verfasser Matth\u00e4us hat aus gutem Grund von diesen Ereignissen extra berichtet, und es ist gut f\u00fcr uns, sie genau zu betrachten. Denn sie enth\u00fcllen eine ganz wichtige Eigenschaft Jesu, die wirklich jeder kennen soll. Was ist das? M\u00f6ge Gott uns helfen, Jesu Wesen heute besser kennen zu lernen!<\/p>\n<p><strong>I. <\/strong><strong>\u201eUnd er heilte sie\u201c (29-31) <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. Nach dem bemerkenswerten Gespr\u00e4ch mit der kanaan\u00e4ischen Frau ging Jesus von der Gegend von Tyrus und Sidon weiter und kam an das Galil\u00e4ische Meer. Das klingt nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich, weil Jesus oft am Galil\u00e4ischen Meer wirkte. Aber in der Parallelstelle in Markus Kap. 7 erfahren wir, dass Jesus von Tyrus \u00fcber Sidon mitten ins Gebiet der Zehn St\u00e4dte ging, also in das heidnische Gebiet \u00f6stlich des Galil\u00e4ischen Meers (Mk 7,31). Dort war Jesus bisher nur einmal gewesen, als er die zwei schwer besessenen Gadarener geheilt hatte (Mt 8,28-34). Dort ging Jesus auf einen Berg und setzte sich. Vielleicht wollte Jesus dort in aller Ruhe mit seinen J\u00fcngern reden oder ungest\u00f6rt beten.<\/p>\n<p>Doch es kam ganz anders. Vers 30a berichtet: <strong>\u201eUnd es kam eine gro\u00dfe Menge zu ihm; die hatten bei sich Gel\u00e4hmte, Verkr\u00fcppelte, Blinde, Stumme und viele andere Kranke und legten sie Jesus vor die F\u00fc\u00dfe \u2026\u201c <\/strong>W\u00e4hrend Jesus auf dem Berg sa\u00df, kam eine gro\u00dfe Menge von Menschen zu ihm. In der Bibel gibt es verschiedene Ausdr\u00fccke f\u00fcr das \u201eVolk\u201c oder die \u201eMenge\u201c. Doch der hier benutzte Begriff hei\u00dft w\u00f6rtlich \u201eMenschen von der Erde\u201c. Das betont, dass sie Menschen waren, die ganz und gar auf der Erde gelebt hatten, ohne eine Beziehung zu dem lebendigen Gott im Himmel zu haben. Sie waren anders als die Juden, die das Gesetz kannten und sich immerhin bem\u00fchten, danach zu leben. Sie waren auch anders als die kanaan\u00e4ische Frau, die zwar Heidin war, aber einen gro\u00dfen Glauben an Jesus hatte. Sie waren Heiden, die bis dahin Gott ignoriert und G\u00f6tzen gedient hatten und von Grund auf irdisch gesinnt waren. Warum kamen sie zu Jesus? Sie m\u00fcssen irgendwie von Jesus und seinen m\u00e4chtigen Taten erfahren haben, m\u00f6glicherweise durch die geheilten zwei Gadarener. Aber es hei\u00dft nicht, dass sie kamen, um Jesus kennen zu lernen oder von ihm \u00fcber das Himmelreich zu erfahren. Sie brachten Gel\u00e4hmte, Verkr\u00fcppelte, Blinde, Stumme und viele andere Kranke mit und legten sie Jesus vor die F\u00fc\u00dfe. Sie kamen wegen den Problemen im Leben hier auf der Erde, unter denen sie litten und f\u00fcr die sie von Jesus Hilfe erhofften.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus auf ihr Kommen? Vers 32 b sagt schlicht: <strong>\u201e\u2026 und er heilte sie.\u201c<\/strong> Sie kamen ohne Einladung und brachten viele Krankheiten und Probleme mit; aber Jesus nahm sie mit offenen Armen an. Sie hatten als Heiden wirklich kein Recht, irgendetwas von Jesus zu bekommen; aber Jesus nahm sie an und heilte ihre Kranken. Ihnen allen zu dienen, w\u00fcrde f\u00fcr Jesus gro\u00dfe Anstrengungen abverlangen, aber Jesus dachte nicht an sich selbst, sondern an ihr Leiden und ihre Not. Jesu Herz war bewegt, als er sah, wie sie unter ihren k\u00f6rperlichen und seelischen N\u00f6ten litten. Als er sah, wie so viele unter Krankheiten und Behinderungen litten, war sein Herz so sehr von Mitleid erf\u00fcllt, dass er nicht anders konnte, als ihre Krankheiten zu heilen, sodass die Blinden wieder sehen, die Gel\u00e4hmten gehen, die Stummen reden und die Verkr\u00fcppelten \u00fcber einen voll funktionierenden K\u00f6rper verf\u00fcgen konnten. Hier sehen wir Jesu gro\u00dfe Barmherzigkeit. Jesu Barmherzigkeit ist so gro\u00df, dass er die Menschen, die zu ihm kommen, annimmt und ihnen hilft, unabh\u00e4ngig davon, ob sie darauf ein Recht haben oder nicht. Jesus ist bereit, uns anzunehmen und uns zu helfen, wenn wir mit unserer Not zu ihm kommen, weil unsere Not sein Herz bewegt. Die Tatsache, dass Jesus die gro\u00dfe Menge von Menschen von der Erde annahm und alle ihre Kranken heilte, zeigt uns, dass Jesus wirklich barmherzig ist. Durch die Heilungen erf\u00fcllte Jesus die Prophezeiung von Jesaja \u00fcber den Messias: <strong>\u201eDann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge\u00f6ffnet werden. Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird froh\u00adlocken\u201c<\/strong> (Jes 35,5.6a). So offenbarte sich Jesus ihnen als der von Gott verhei\u00dfene Heiland.<\/p>\n<p>Zum zweiten zeigt sich Jesu Barmherzigkeit darin, dass Jesus Gemeinschaft mit ihnen hatte. Im Vers 32 erfahren wir, dass Jesus drei Tage lang bei ihnen blieb. Selbst mit einem Menschen, der viele Bed\u00fcrfnisse hat, zusammen zu sein, ist schon nach einer Stunde anstrengend, oder? Aber Jesus blieb drei Tage lang bei der gro\u00dfen Menge und hatte etwa siebzig Stunden lang mit ihnen Gemeinschaft. Jesus war nicht wie ein Oberarzt, der nur alle paar Tage f\u00fcr wenige Minuten bei den Patienten vorbeikommt. Jesus teilte mit ihnen seine Zeit und war ganz f\u00fcr sie da; er redete mit ihnen, litt mit ihnen und hungerte mit ihnen. Immer wieder wurden neue Kranke gebracht und Jesus heilte sie. Durch diese Gemeinschaft konnten sie, obwohl sie Heiden waren, in Jesus den Gott Israels kennen lernen, der barmherzig ist und jeden Menschen liebt. Jesu Verhalten gegen\u00fcber der gro\u00dfen Menge zeigt uns, dass Jesus wirklich alle Menschen annimmt, die zu ihm kommen, und dass es keinen Menschen gibt, den er nicht annimmt. Manchmal z\u00f6gern wir, zu Jesus zu kommen, weil uns bewusst ist, dass wir wirklich kein Recht darauf haben, etwas von ihm zu bekommen. Aber dass Jesus die gro\u00dfe Menge annahm und ihre Kranken heilte, zeigt, dass Jesus wirklich barmherzig ist und von unserer Not bewegt wird, sodass er immer bereit ist, uns anzunehmen und uns zu helfen, wenn wir zu ihm kommen.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Menschen, als sie Jesu Barmherzigkeit erlebten? Vers 31 sagt: <strong>\u201eso dass sich das Volk verwunderte, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkr\u00fcppelten gesund waren, die Gel\u00e4hmten gingen, die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.\u201c <\/strong>Sie verwunderten sich wegen der Wunder, die vor ihren Augen geschahen. Sie erkannten, woher die Heilung ihrer Kranken kam, und priesen den Gott Israels, obwohl sie Heiden waren. So gesehen war ihre Reaktion positiv. Allerdings haben sie Jesus nicht als Gottes Sohn erkannt, als den er sich durch die Heilungen offenbart hat. Ihr beginnender Glaube war noch sehr unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Zum dritten zeigte Jesus seine Barmherzigkeit dadurch, dass er am Ende der drei Tage auch den physischen Hunger der Menschen stillen wollte. Im Vers 32 sagt Jesus: <strong>\u201eDas Volk jammert mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege.\u201c <\/strong>Dieses Wort gibt uns Gelegenheit, einen tiefen Blick in Jesu Herz zu werfen. Nachdem er drei Tage mit der gro\u00dfen Menge von ca. 5000-8000 Menschen verbracht hatte, h\u00e4tte er sie nach Hause schicken k\u00f6nnen, denn er hatte f\u00fcr sie viel mehr getan, als irgend\u00adjemand erwarten konnte. Au\u00dferdem muss Jesus von dem 70-st\u00fcndigen Dienst an ihnen selbst hungrig und m\u00fcde gewesen sein. Aber Jesus dachte nicht an sich selbst, sondern dachte weiter an sie und an ihre Lage. Jesus dachte daran, dass sie jetzt hungrig waren und nichts zu essen hatten und dass einige auf dem Heimweg zusammenbrechen w\u00fcrden, wenn er sie hungrig nach Hause gehen lie\u00df. Als Jesus daran dachte, jammerten sie ihn, moderner gesagt hatte Jesus Mitleid mit ihnen. Aber damit ist kein oberfl\u00e4chliches Mitleid gemeint. Das hier verwendete griechische Wort f\u00fcr \u201ejammern\u201c stammt von dem Wort \u201esplachnon\u201c ab, was Herz oder innere Organe bedeutet. Als Jesus sagte: <strong>\u201eDas Volk jammert mich\u201c<\/strong>, meinte er, dass es ihm tief im Innersten wehtat, als er an ihr Leiden dachte. Hier sehen wir, wie sehr die Not von Menschen Jesu Herz ber\u00fchrte. Wir sehen auch, wie sensibel Jesu Herz f\u00fcr die Not von uns Menschen ist, sodass Jesus ihm nicht nur weh tut, wenn er Menschen akut leiden sieht, sondern auch, wenn er daran denkt, dass wir in Not geraten werden, wenn wir den Weg vor uns weitergehen. Jesu Herz spiegelt Gottes Herz wider, der es nicht \u00fcbersehen kann, wenn Menschen k\u00f6rperlich oder seelisch leiden. Jesu Herz zeigt, wie sehr Gottes Herz bewegt wird, wenn ein Mensch leidet. Wir sollen das jammernde Herz Jesu f\u00fcr uns Menschen kennen. Jesu jammerndes Herz f\u00fcr uns Menschen hat ihn schlie\u00dflich dazu getrieben, die S\u00fcnde der ganzen Welt auf sich zu laden und sie ans Kreuz zu tragen. Jesu jammerndes Herz ist der Grund, aus dem wir von ihm angesprochen und zum Glauben gef\u00fchrt wurden. Jesu mitf\u00fchlendes Herz ist es, was ihn bis heute immer wieder zum Eingreifen in unser Leben getrieben hat, um uns aus Problemen heraus zu helfen und vor uns liegende Gefahren abzuwenden. Jesu jammerndes Herz war auch das Motiv f\u00fcr das weitere gro\u00dfe Wunder, das Jesus an diesem Tag vollbrachte. Lasst uns das im zweiten Teil betrachten!<\/p>\n<p><strong>II. <\/strong><strong> \u201eWie viele Brote habt ihr?\u201c (32-39)<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Abschnitt erfahren wir nicht nur, wie Jesus tats\u00e4chlich die gro\u00dfe Menge speiste, sondern auch, wie Jesus seinen J\u00fcngern half, als Hirten der Menschen daran teilzunehmen. Was sagte Jesus zu ihnen in dieser Situation? Betrachten wir noch einmal den Vers 32: <strong>\u201eUnd Jesus rief seine J\u00fcnger zu sich und sprach: Das Volk jammert mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege.\u201c <\/strong>Jesu tiefes Mitleid mit den Menschen war nicht blo\u00df ein Gef\u00fchl. Es veranlasste ihn zu der Entscheidung, den Menschen zu essen zu geben, damit sie nicht hungrig heimgehen mussten. Jesus h\u00e4tte nun einfach mit seiner g\u00f6ttlichen Macht die Menge speisen k\u00f6nnen, ohne die J\u00fcnger weiter zu involvieren. Warum rief er aber die J\u00fcnger zu sich und legte ihnen offen, was in seinem Herzen war?<\/p>\n<p>Wir brauchen nicht lang dar\u00fcber nachzudenken, um zu erkennen, dass es Jesus wichtig war, dass seine J\u00fcnger sein Herz verstehen und es sich aneignen. Jesus wollte, dass sie sein Mitleid mit den hungrigen Menschen Leid verstehen und das gleiche Herz gegen\u00fcber den Menschen haben. Das war Jesus wichtig, weil sie Hirten f\u00fcr die ganze Menschheit werden und dazu unbedingt sein Herz gut verstehen sollten. Sp\u00e4ter sagte Jesus zu Simon Petrus: <strong>\u201eSimon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? \u2026<\/strong> <strong>Weide meine L\u00e4mmer!\u201c<\/strong> (Joh 21,15) Um Jesu Schafe zu weiden, sollten Jesu J\u00fcnger vieles lernen. Aber am wichtigsten war es, dass sie sich ein mitf\u00fchlendes Herz wie Jesus aneignen sollten; denn ohne das jammernde Herz Jesu kann niemand anderen Menschen im Sinne Jesu helfen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Wie reagierten die J\u00fcnger auf das Wort Jesu?<strong> <\/strong>Vers 33 sagt:<strong> \u201eDa sprachen seine J\u00fcnger zu ihm: Woher sollen wir soviel Brot nehmen in der W\u00fcste, um eine so gro\u00dfe Menge zu s\u00e4ttigen?\u201c <\/strong>Die J\u00fcnger verstanden Jesu Willen, die Menschen satt zu machen; aber sie fragten zur\u00fcck, wie das in der W\u00fcste gehen sollte. Wenn wir ihre Reaktion positiv betrachten wollen, k\u00f6nnen wir sagen, dass sie das Anliegen Jesu immerhin angenommen und versucht haben, eine L\u00f6sung daf\u00fcr zu finden. Fr\u00fcher bei der Speisung der F\u00fcnftausend hatten sie versucht, Jesus dazu zu bewegen, die Menschen wegzuschicken, damit sie sich etwas zu essen kaufen sollten. Aber jetzt versuchten sie nicht, Jesus umzustimmen, sondern suchten wenigstens ansatzweise nach einem Weg. Aber sie scheiterten, weil es nach ihren Gedanken nicht m\u00f6glich war. Sie h\u00e4tten mehr an die Not der Menschen denken sollen. Sie h\u00e4tten auch mehr an das mitf\u00fchlende Herz Jesu denken sollen, der sie auf keinen Fall hungrig heimgehen lassen wollte. Aber sie dachten nicht konsequent von Jesu Hirtenherz und von der Not der Menschen ausgehend, sondern dachten an sich selbst und die Situation, in der sie sich befanden. Mit ihrer Reaktion \u201eWoher sollen wir so viel Brot nehmen?\u201c scheiterten sie daran, dem Hirtenherz Jesu zu entsprechen und als Hirten der Menschen zu handeln.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus? Jesus tadelte sie nicht wegen ihrer negativen Reaktion. In den Versen 34-39 erfahren wir, wie Jesus ihnen vielmehr Schritt f\u00fcr Schritt half, der Menge doch zu essen zu geben und so doch als Hirten der Menschen zu wirken. Darum erwiderte Jesus auf ihre negativen Worte: <strong>\u201eWie viele Brote habt ihr?\u201c <\/strong>(34a)<strong> <\/strong>Durch die Frage, wie viele Brote sie hatten, half Jesus ihnen zun\u00e4chst, auf richtige Weise denken und handeln zu lernen. Anstatt zu denken: \u201eWir haben nicht genug, es geht also nicht\u201c, sollten sie nachsehen, wie viel sie hatten. Das versetzte sie in die Lage, den n\u00e4chsten Schritt zu machen, n\u00e4mlich das, was sie hatten, zu Jesus zu bringen. Die J\u00fcnger zeigten eine gewisse geistliche Reife dadurch, dass sie gegen Jesu Wort nun keinen Einwand mehr erhoben, sondern nachschauten, wie viele Brote sie hatten. Das Ergebnis war: <strong>\u201eSieben und ein paar Fische.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was tat Jesus daraufhin? <strong>\u201eUnd er lie\u00df das Volk sich auf die Erde lagern und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen J\u00fcngern\u201c <\/strong>(35.36a). Hier erfahren wir einen ganz wichtigen Punkt von Jesu Wundertat. Jesus nahm die sieben Brote und die Fische, die die J\u00fcnger hatten, an. Obwohl es nur sieben Brote und ein paar Fische waren und sie in Anbetracht der gro\u00dfen hungrigen Menge von 6000-8000 Menschen viel, viel zu wenig waren, erachtete Jesus ihre Gabe nicht als zu klein, sondern nahm sie an und dankte Gott daf\u00fcr und brach sie und gab sie den J\u00fcngern, damit sie damit die vielen Menschen speisten. Also gebrauchte Jesus ihre kleine Gabe als Mittel daf\u00fcr, alle satt zu machen.<\/p>\n<p>Wie half Jesus den J\u00fcngern weiter, bei der Speisung mitzuwirken? Betrachten wir die Verse 36b-38. Nachdem Jesus die Brote und Fische von den J\u00fcngern angenommen und daf\u00fcr gedankt hatte, gab er sie den J\u00fcngern, und sie J\u00fcnger gaben sie dem Volk. Die Brote und Fische vermehrten sich dabei unter Jesu heiligen H\u00e4nden, sodass schlie\u00dflich alle satt wurden. Auf diese Weise konnten die J\u00fcnger doch der gro\u00dfen Menge zu Essen geben. Sie konnten lernen, wie sie als Hirten f\u00fcr die Menschen verantwortlich wirken konnten, auch wenn sie selbst nur wenig hatten. Wie froh m\u00fcssen die J\u00fcnger gewesen sein, als sie den vielen Menschen zu Essen geben konnten! Sie wollten als Hirten der Menschen wirken und ihre Bed\u00fcrfnisse stillen, aber sie hatten sich dazu nicht in der Lage gesehen, als sie an sich und ihre Lage dachten. Doch nun konnten sie das Bed\u00fcrfnis der Menschen stillen, und zwar ganz sichtbar und praktisch und in gewaltiger Dimension! Was f\u00fcr eine wohltuende Best\u00e4tigung muss es f\u00fcr sie gewesen sein daf\u00fcr, dass sie wirklich die Hirten der Menschen waren! Jesus lie\u00df sie auch die \u00fcbrigen Brotbrocken aufsammeln, damit sie buchst\u00e4blich begreifen konnten, wie \u00fcberreich er es segnet, wenn sie das, was sie haben, zu Jesus bringen. Auf diese Weise wurde die gro\u00dfe Menge satt, und es blieben sogar noch sieben K\u00f6rbe voll \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Was bedeutet dieses Ereignis f\u00fcr uns? Jesus will, dass auch wir sein Hirtenherz verstehen und sein Herz f\u00fcr die Menschen teilen und das, was wir haben zu ihm bringen. Und obwohl das, was wir ihm bringen k\u00f6nnen, in der Regel geringe Mittel sind, will Jesus es wertsch\u00e4tzen und es reichlich segnen und es gebrauchen, um die uns anvertrauten Menschen und viele weitere Studenten in Heidelberg geistlich zu speisen. Die Mittel, die wir daf\u00fcr einsetzen k\u00f6nnen, sind meist gering. Wenn wir morgens oder abends f\u00fcr die Jugendlichen und Studenten beten, sieht das sehr gering aus angesichts ihrer vielen Bed\u00fcrfnisse und Probleme und ihrer gro\u00dfen Zahl. Die meisten Eltern nehmen w\u00e4hrend des Gottesdienstes und w\u00e4hrend der Konferenz f\u00fcr ihre kleinen Kinder eine Babysitterin, damit sie ungest\u00f6rt daran teilnehmen und konzentriert zuh\u00f6ren k\u00f6nnen. Wenn wir einige Studenten ansprechen, ob sie am Glauben an das Evangelium Interesse haben, sieht das oft zu gering aus angesichts der 30000 Studenten in dieser Stadt, die Jesus brauchen. Aber Jesus will auch unsere geringe Gabe annehmen und sie gerne f\u00fcr sein Werk gebrauchen. Eine Mitarbeiterin hat im Oktober am Tag unseres Info-Abends f\u00fcr neue Studenten noch auf dem Weg ins Zentrum eine Studentin auf der Stra\u00dfe angesprochen und eingeladen, die dann tats\u00e4chlich kam und Interesse am Frauenbibelkreis gezeigt hat. Die Mitarbeiter von \u201eSam-Bi\u201c haben beschlossen, an den Samstagen, an denen keine Teilnehmer kommen, gemeinsam zu Jesus zu beten und danach einladen zu gehen, und praktizieren das treu. All das sieht wie eine kleine Sache aus; aber es ist vor Gott bedeutend; denn Jesus kann und will dadurch Frucht bewirken. Denn es kommt Jesus nicht auf die Gr\u00f6\u00dfe der Gabe an, die wir zu ihm bringen, sondern auf unsere Haltung, dass wir all das, was wir haben f\u00fcr ihn einsetzen. Das soll uns ermutigen, all das, was wir Jesus bringen k\u00f6nnen, tats\u00e4chlich ihm zur Verf\u00fcgung zu stellen und einzusetzen. Denn dann k\u00f6nnen wir vielfach die Erfahrung machen, dass Jesus aus unseren geringen Gaben mehr macht und sie f\u00fcr sein Werk gebraucht, um viele geistlich satt und gesund zu machen. M\u00f6ge das jeder von uns reichlich erfahren!<\/p>\n<p>Lesen wir noch einmal das Leitwort: <strong>\u201eUnd Jesus rief seine J\u00fcnger zu sich und sprach: Das Volk jammert mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege\u201c <\/strong>(32). M\u00f6ge Gott uns helfen, das jammernde Herz Jesu weiter zu begreifen und uns anzueignen! Gott helfe uns, nicht an uns selbst oder unsere Lage zu denken, sondern an Jesu Herz und durch Glauben das, was wir haben, Jesus zu bringen, damit er viele dadurch geistlich heil und satt machen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das\u00a0 Volk\u00a0 jammert\u00a0 mich \u201eUnd Jesus rief seine J\u00fcnger zu sich und sprach: Das Volk jammert mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege.\u201c (32) Unser heutiger Text handelt davon, wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1781","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1781"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1781\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11041,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1781\/revisions\/11041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}