{"id":1773,"date":"2011-11-14T00:32:28","date_gmt":"2011-11-13T23:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1773"},"modified":"2022-11-18T12:24:27","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:27","slug":"predigt-matthaus-151-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-151-28\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 15,1 &#8211; 28"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Mt-151-28-6a.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Dein Glaube ist gro\u00df<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist gro\u00df.<br \/>\nDir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.\u201c<\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">(15,28)<\/h3>\n<p>Heute haben wir die wunderbare Gelegenheit, zu lernen, wen Jesus annimmt und wen er abweist. Wir sehen, wie Pharis\u00e4er und Schriftgelehrte, also die Elite des Volkes Gottes, zu Jesus, der Segensquelle, kamen und abgewiesen wurden. Gleich im Anschluss sehen wir, wie eine kanaan\u00e4ische Frau von Jesus angenommen und gelobt wurde, obwohl sie aus dem verfluchten Volk stammte.<\/p>\n<p>Auch wir haben viele Anliegen, mit denen wir zu Jesus kommen wollen. Wir wollen, dass er uns hilft, uns von unserem alten Menschen befreit, wir wollen zu einer heiligen Pers\u00f6nlichkeit ver\u00e4ndert werden, wir wollen ein segensreiches Leben unter seiner Leitung f\u00fchren, wir wollen zu seiner Verherrlichung gebraucht werden, wir wollen Fr\u00fcchte des ewigen Lebens tragen. Die Liste ist sehr lang. Und wir brauchen Jesus. Aber wie k\u00f6nnen wir zu Jesus kommen? Wie sieht der Weg zu Jesus, der Quelle des Lebens, aus? M\u00f6ge dieses Geheimnis durch das heutige Wort gel\u00fcftet werden, damit wir gerade das Herz Jesu treffen und mit Lob empfangen werden.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tWas den Menschen unrein macht (1-20)<\/strong><\/p>\n<p>Was erfahren wir \u00fcber die Begegnung der Pharis\u00e4er und Schriftgelehrte mit Jesus? Betrachten Verse 1 und 2. Sie kamen den ganzen weiten Weg aus Jerusalem, um Jesus zu inspizieren, an ihm etwas Sch\u00e4ndliches zu finden und ihn zu verurteilen. Doch offensichtlich fanden sie nichts an Jesus, weswegen sie ihn h\u00e4tten tadeln k\u00f6nnen. Doch in ihrem Streben, irgendetwas zu finden, um zu meckern, wurden sie f\u00fcndig. \u201eDa, deine J\u00fcnger waschen ihre H\u00e4nde nicht, wenn sie Brot essen\u201c. Innerlich jubelten sie, denn ihre lange Reise war nicht vergeblich gewesen. Endlich hatten sie etwas gegen Jesus und seine J\u00fcnger in der Hand. Die J\u00fcnger hatten gegen die Satzungen der \u00c4ltesten versto\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie antwortete Jesus auf ihren Vorwurf? Betrachten wir Vers 3: <strong>\u201eEr antwortete und sprach zu ihnen: Warum \u00fcbertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen?\u201c<\/strong> Wie so oft durchschaute Jesus seine Beschuldiger auf Anhieb. Und wie so oft antwortete er mit einer Gegenfrage. \u201eIhr beschuldigt meine J\u00fcnger, die Satzungen der \u00c4ltesten zu \u00fcbertreten? <strong>Warum \u00fcbertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen?<\/strong> Was ist wichtiger, die Satzungen der \u00c4ltesten oder Gottes Gebot? <strong>Denn Gott hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Aber ihr lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht, der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen. Ihr Heuchler, wie fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er wurden im ganzen Volk geachtet und geehrt. Sie schienen das feinste und treueste Leben von allen zu f\u00fchren. Es schien, als ob Gott sie besonders lieben w\u00fcrde. Und dieses Bild hatten sie am St\u00e4rksten von sich selbst. Wenn sie beteten, sprachen sie: \u201e<strong>\u201eIch danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, R\u00e4uber, Betr\u00fcger, Ehebrecher (&#8230;) Z\u00f6llner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.\u201c<\/strong> (Lk 18,11.12) Ich halte alle Satzungen der V\u00e4ter.\u201c<\/p>\n<p>Doch wie sehr unterscheidet sich Jesu Bild von ihrem Bild! Sie hielten sich f\u00fcr gerecht, doch Jesus durchschaute ihre Heuchelei. Sie hielten sich f\u00fcr treu, doch Jesus sah sie als untreue Gesetzesbrecher, die Opfer brachten, um ihre Eltern weder zu lieben noch zu respektieren. Sie hielten sich f\u00fcr wichtig, f\u00fcr biblische Menschen, das waren sie auch, die Bibel hatte von ihnen geweissagt, doch nicht weil sie geistlich authentisch waren, sondern weil es eine gro\u00dfe Kluft herrschte zwischen dem was sie mit den Lippen sagten und dem was in ihren Herzen war. Mit den Lippen waren sie bei Gott, doch mit dem Herzen waren sie weit, weit entfernt!<\/p>\n<p>Ist euch aufgefallen, dass wir nichts aber auch gar nichts mehr von den Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten h\u00f6ren? Sie waren gekommen um zu tadeln, doch sie wurden selbst getadelt. Was f\u00fcr ein Schock, was f\u00fcr ein unerwarteter Schlag f\u00fcr ihre so stolzen Herzen. Haben sie Jesu Worte zu Herzen genommen, der sie mit einem einzigen Blick durchschaut hat? Wenn wir auf Vers 12 schauen, lautet die Antwort ganz klar nein, denn sie nahmen Ansto\u00df an Jesu Worte.<\/p>\n<p>Und Jesu Urteil war vernichtend: <strong>\u201eAlle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen. Lasst sie, sie sind blinde Blindenf\u00fchrer! Wenn aber ein Blinder den andern f\u00fchrt, so fallen sie beide in die Grube.\u201c<\/strong> (13.14)<\/p>\n<p>Und da wandte sich Jesus endg\u00fcltig von ihren ab, rief das Volk zu sich und lehrte eine bis dahin verborgene Wahrheit. Was macht den Menschen wirklich unrein und was macht ihn nicht unrein? Betrachten wir Vers 10: <strong>\u201eH\u00f6rt zu und begreift\u2019s: Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.\u201c<\/strong> Was f\u00fcr eine, im wahrsten Sinne des Wortes, unerh\u00f6rte Botschaft! Sie war neu, ungeh\u00f6rt und sie war revolution\u00e4r! Jahrhunderte lang hatten die Menschen nach den Satzungen der V\u00e4ter gelebt. Diese Satzung war ein Segen f\u00fcr ihre Gesundheit. Es ist immer gut, vor dem Essen die H\u00e4nde zu waschen. Das hat mir meine Mutter auch immer gesagt. \u201eWasch deine H\u00e4nde, wenn du nach Hause kommst, auch wenn du nichts essen willst!\u201c Doch f\u00fcr ihr geistliches Leben hatte diese Satzung gar keine Bedeutung. Man wird nicht rein vor Gott, wenn man die H\u00e4nde w\u00e4scht, so einfach ist es nicht; genauso wenig wie man vor Gott unrein wird, wenn man die H\u00e4nde nicht w\u00e4scht. Das Volk sollte diese einfache aber bis dahin verborgene Wahrheit begreifen.<\/p>\n<p>Haben es wenigstens die J\u00fcnger begriffen? Nein, Petrus verstand nicht. <strong>\u201eDeute uns dies Gleichnis!\u201c <\/strong>forderte er Jesus auf.<strong> \u201eSeid denn auch ihr noch immer unverst\u00e4ndig? Merkt ihr nicht, dass alles, was zum Mund hineingeht, das geht in den Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was, was macht den Menschen wirklich unrein? Wovor m\u00fcssen wir uns h\u00fcten? Lesen wir die Verse 18-20: <strong>\u201eWas aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen b\u00f6se Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, L\u00e4sterung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Aber mit ungewaschenen H\u00e4nden essen macht den Menschen nicht unrein.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ist das nicht unfassbar? Jesus lehrt die absolute Wahrheit \u00fcber das menschliche Wesen, \u00fcber dich und \u00fcber mich, \u00fcber dein Herz und mein Herz. Das Unreine kommt nicht von au\u00dfen! Es wohnt in uns, tief drinnen in unseren Herzen. Und durch das was wir sagen, dringt es nach au\u00dfen. Wir machen uns also selbst unrein.<\/p>\n<p>Wir neigen leicht dazu andere f\u00fcr unsere Fehler verantwortlich zu machen. Jugendliche, aber nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, machen gerne ihre Eltern verantwortlich, f\u00fcr ihre schlechten Angewohnheiten. Wenn mich meine Eltern anders erzogen h\u00e4tten, w\u00e4re ich jetzt nicht so faul. Oder wenn ich bessere Lehrer in der Schule gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re ich jetzt ein besserer Mensch. Doch Jesus lehrt, dass dein eigenes Herz Ursache allen \u00dcbels ist. Verstehst du das?<\/p>\n<p>Einmal sa\u00df ich mit einem Philosophiestudenten, einer Atheistin und einem Christen im selben Auto. Wir wollten bzw. sollten der Studentin beim Umzug helfen. W\u00e4hrend wir fuhren, fragte der Christ den Philosophiestudenten: \u201eDu studierst doch Philosophie. Was ist der Mensch aus der Sicht der Philosophen, gut oder b\u00f6se?\u201c Darauf hin rief die Atheistin spontan: \u201eIst doch klar, der Mensch ist gut!\u201c Wobei der Philosophiestudent zugab: \u201eIch habe leider keine Ahnung, ich bin im ersten Semester\u201c. Dann schauten sie mich an, um meine Meinung zu h\u00f6ren. Ich zitierte 1.Mose 8,21: <strong>\u201edas Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf.\u201c<\/strong> Die Bibel ist eindeutig. \u201eIst doch klar, der Mensch ist gut!\u201c hatte sie ausgerufen. Noch am selben Tag sollten wir alle erfahren, wie ungut sie in Wirklichkeit war. Am Abend waren alle ihretwegen genervt, weil sie so hinterh\u00e4ltig und arglistig war. Sie hatte wirklich keine Ahnung was sie sagte. Und das ist typisch, die Menschen haben keine Ahnung wer oder was sie wirklich sind.<\/p>\n<p>In keiner Religion wird das Wesen des Menschen so realistisch wiedergegeben, wie in der Bibel. Deshalb ist die biblische Botschaft auch so unbeliebt bei der Mehrheit. So langsam kommen aber sogar die Psychologen dazu, zu erkennen, dass sie die S\u00fcnde als wesentlicher Bestandteil der menschlichen Identit\u00e4t nicht einfach wegdefinieren k\u00f6nnen. Hobart Mowrer, beging mit 75 Jahren Selbstmord. Er war Pr\u00e4sident der American Psychological Assossiation und President der John Hopkins und Professor an Yale und Harvard, ein weltber\u00fchmter Psychologe. Vor seinem Tod schrieb er in einem Paper (frei \u00fcbersetzt):<\/p>\n<p>\u201eSeit mehreren\u00a0Jahrzehnten haben wir\u00a0Psychologen\u00a0auf die ganze Thematik\u00a0mit der S\u00fcnde und\u00a0der moralischen\u00a0Verantwortung\u00a0herabgeblickt, wie auf einen gro\u00dfen\u00a0Inkubus und haben\u00a0unsere Freiheit aus diesem erfundenen Epos\u00a0gefeiert.\u00a0Aber schlie\u00dflich\u00a0haben wir\u00a0entdeckt, dass unsere Entschuldigung,\u00a0in\u00a0diesem Sinne\u00a0von der S\u00fcnde frei und stattdessen krank zu sein, die Gefahr in sich birgt verloren zu gehen. Auf dem Weg der Unmoral, der ethischen Neutralit\u00e4t und der Freiheit\u00a0haben wir\u00a0die Wurzeln\u00a0unseres Seins\u00a0abgetrennt und\u00a0unseren\u00a0tiefsten Sinn\u00a0f\u00fcr unser selbst und unserer Identit\u00e4t verloren.\u00a0Und mit Neurotikern\u00a0fragen wir: &#8222;Wer bin ich?\u00a0Was ist\u00a0mein Schicksal?\u00a0Und was bedeutet\u00a0Leben\u00a0wirklich?\u201c<\/p>\n<p>Was er sagen will ist: Wenn wir die S\u00fcnde vom Menschen trennen, dann verlieren wir den Sinn f\u00fcr die menschliche Identit\u00e4t und wissen nicht wer wir sind.<\/p>\n<p>Niemand kann die S\u00fcnde des Menschen verleugnen. Sie liegt auf der Hand. Erstaunlich, dass die Menschen trotzdem ein so gutes Bild von sich haben, nicht wahr?<\/p>\n<p>(Geschichte der 2 Br\u00fcder). Was ist mit uns? Halten wir uns f\u00fcr Heilige? Ok, aber verglichen mit wem? Wer bist du, verglichen mit dem makellosen Lamm Gottes, unserem Herrn der Herrlichkeit, dessen Antlitz leuchtet wie die Sonne und dessen Kleider wei\u00df sind wie helles Licht? Wer bist du vor den Augen Gottes, wenn du vor der Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes bestehen musst, dem die Serafim vor Ehrfurch ihre Augen und F\u00fc\u00dfe bedecken und rufen: <strong>\u201eHeilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!?\u201c<\/strong> (Jes. 6,3) Wirst du nicht vergehen, wie Jesaja, der vor Gottesfurcht schrie: <strong>\u201eWeh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den K\u00f6nig, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.\u201c<\/strong> (Jes 6,5) Was willst du vorweisen, wenn du vor der Heiligkeit Gottes stehst? Deine guten Seiten? Deine guten Taten? Die Anzahl der ST die du geschrieben hast? Die ganzen GD die du besucht hast? Die vielen Stunden, die du in der Gemeinde verbracht hast? Kannst du damit vor Gott bestehen? Macht dich das gerecht? Paulus zitiert die Schrift: <strong>\u201eDa ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.\u201c<\/strong> (R\u00f6m 3,10) Und Paulus musste es wissen. Im \u00fcbertragenen Sinne hatte er mehr ST geschrieben wie wir alle zusammen, mehr Konferenzen besucht und h\u00e4ufiger gepredigt als wir alle. Doch er schaffte es einfach nicht vor Gott gerecht zu werden. Er konnte nur seufzen: <strong>\u201eIch elender Mensch! Wer wird mich erl\u00f6sen von diesem todverfallenen Leibe?\u201c<\/strong> (R\u00f6m. 7,24)<\/p>\n<p>Unsere S\u00fcnde ist kein Kavaliersdelikt, sie schreit zum Himmel und trachtet nach unserem Leben. Wir k\u00f6nnen den Worten Jesu in den Versen 19 und 20 nichts entgegensetzen. \u201eIm Herzen voller b\u00f6ser Gedanken, im Herzen voller Mord und Hass gegen\u00fcber anderen. Im Herzen voller Ehebruch und unz\u00fcchtiger Gedanken. Im Herzen ein Dieb, der die Dinge anderer begehrt. Im Herzen ein L\u00fcgner, der falsches Zeugnis gibt. Ein L\u00e4sterer, der \u00dcbles \u00fcber andere redet. Wer kann vor dir bestehen, Herr? Ich vergehe, denn meine Lippen und Herz sind unrein.<\/p>\n<p>Das schonungslose Wort Jesu entzieht den Boden f\u00fcr jegliche religi\u00f6se Versuche, durch eigene Werke oder eigene Gerechtigkeit zu Jesus zu kommen. Bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig als zu seufzen und zu verzweifeln? Wir steuern nun der entscheidenden Frage entgegen: Wie k\u00f6nnen wir zu Gott kommen?<\/p>\n<p>Gelobt sei Gott, denn im heutigen Text erfahren wir den Weg zu Gott. Wir betrachten die kanaan\u00e4ische Frau, die durch den Glauben zu Jesus kam und alles richtig machte. Wann und wie wird uns Jesus aufnehmen, wenn wir seine Gegenwart aufsuchen?<\/p>\n<p><strong>Teil II\tDer Glaube der kanaan\u00e4ischen Frau (21-28)<\/strong><\/p>\n<p>Die vermeintlich Besten im Volk hatten versagt. Wer kam anschlie\u00dfend zu Jesus, als er in die Gegend von Tyrus und Sidon zog? Betrachten wir den Text. <strong>\u201eUnd siehe, eine kanaan\u00e4ische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem b\u00f6sen Geist \u00fcbel geplagt.\u201c<\/strong> (22)<\/p>\n<p>Ein merkw\u00fcrdiges Schauspiel ereignete sich. Eine schreiende kanaan\u00e4ische Frau suchte Jesu Aufmerksamkeit. Was erfahren wir \u00fcber Jesu Reaktion? <strong>\u201eUnd er antwortete ihr kein Wort.\u201c<\/strong> Und weil Jesus ihr nicht antwortete, schrie sie immer mehr und immer lauter. So wichtig war ihr Anliegen. Jesu J\u00fcnger wurden indes nerv\u00f6s. <strong>\u201eLass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was sagte Jesus dazu? Vers 24: <strong>\u201eEr antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.\u201c<\/strong> Ihr Fall war ziemlich tricky. Sie geh\u00f6rte nicht dem Volk Gottes an, sondern den Feinden Gottes. Sie hatte die denkbar ung\u00fcnstigste Voraussetzung, die man sich vorstellen kann. Kanaan stand unter dem Bann Gottes. Sie sollten vernichtet werden, denn ihre S\u00fcnde und ihr G\u00f6tzendienst schrien zum Himmel. Au\u00dferdem waren sie ein Fluch f\u00fcr Israel. Sie plagten das Volk, \u00fcberfielen ihre Ernte oder f\u00fchrten Kriege und verf\u00fchrten sie zum G\u00f6tzendienst.<\/p>\n<p>Interessant ist deshalb, dass diese Frau \u00fcber Jesus Bescheid wusste. Sie nannte ihn Sohn Davis, sie hielt ihn also f\u00fcr den Messias. Au\u00dferdem war sie nicht gekommen um gesund zu werden oder \u00e4hnliches, sondern sie kam ihrer Tochter wegen, doch nicht weil sie krank war, sondern weil sie ein geistliches Problem hatte. Sie kam, aufgrund des geistlichen Problems ihrer Tochter, beeindruckend nicht wahr? Aber Jesus war ganz und gar nicht beeindruckt, jedenfalls noch nicht.<\/p>\n<p>Was geschah? <strong>\u201cSie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!\u201c<\/strong> (25) Diese Frau war einfach nicht zu stoppen. Ihr Anliegen brannte in ihrem Herzen und lie\u00df ihr keine Ruhe. Nichts und niemand konnte sie stoppen. Wahrscheinlich hat sie alle 12 J\u00fcnger beiseite geschoben und sich bis zu Jesus vorgedr\u00e4ngt. Sie warf sich ihm vor die F\u00fc\u00dfe und bat flehentlich: <strong>\u201eHerr, hilf mir!\u201c<\/strong> Das geistliche Problem ihrer Tochter war ihr eigenes Problem. So sehr liebte sie ihr Kind. <strong>\u201eHilf mir!\u201c<\/strong> flehte sie Jesus an.<\/p>\n<p>War Jesus ber\u00fchrt? Betrachten wir Vers 26: <strong>\u201eAber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.\u201c<\/strong> Ganz sch\u00f6n krass, oder? Da bleibt einem die Spucke weg!\u201c<\/p>\n<p>Was meinte Jesus mit dieser Metapher? Gro\u00dfe Hunde durften damals nicht in die H\u00e4user eintreten. Nur den kleinen, putzigen Haushunden war es gestattet, im Haus zu wohnen und zu speisen. Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, wie die Eltern ihren Kindern Brot zu essen gaben. Und wie Kinder nun mal sind, lie\u00dfen sie einiges unter dem Tisch fallen. Das Brot br\u00f6ckelte und landete als Kr\u00fcmel auf dem Boden, ein gefundenes Fressen f\u00fcr die kleinen Hunde. Als ich eine Woche in Chicago gewohnt habe, hatte ich einen kleinen Haushund, Namens Shamus. Immer wenn ich etwas Essbares zur Hand hatte, sprang Shamus auf, rannte mit leuchtenden Augen in meine Richtung und setzte sich mit einem herzzerrei\u00dfenden Blick zu meinen F\u00fc\u00dfen. Immer wenn ich mir etwas in den Mund steckte, ragte er mit der Schnauze nach vorne. Weil er mir so Leid tat, lie\u00df ich ab und zu etwas auf dem Boden fallen. Und es ist erstaunlich. Hunde beklagen sich nicht, wenn man ihnen etwas zum Fressen vorwirft. Sie sagen nicht: \u201eDas ist aber ganz sch\u00f6n unh\u00f6flich. Warum bekomme ich nur die Reste? Und warum steckst du mir die Kr\u00fcmel nicht ins Maul, sondern wirfst sie mir respektlos auf dem Boden?\u201c Sie sind nicht beleidigt, sondern \u00fcbergl\u00fccklich und \u00fcberaus zufrieden, wenn sie nur die Brosamen abbekommen. Sie sind so dem\u00fctig, weil sie ihre Rolle kennen und akzeptieren.<\/p>\n<p>Und nun zu Jesus. Jesus sagt: Ich bin der Vater, die verlorenen Schafe des Hauses Israel sind meine Kinder. Der Tisch ist Israel, \u00fcber den ich das Brot verteile. Du bist keines meiner Kinder. Du geh\u00f6rst nicht zum Kreis der Auserw\u00e4hlten. In meiner Geschichte bist du nicht einmal ein Mensch. Du bist ein Hund, ein kleiner Hund, der nicht mit am Tisch sitzen und essen darf!<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein harter R\u00fcckschlag, k\u00f6nnte man meinen. Wir wissen, dass Frauen in der Regel etwas sensibler reagieren als M\u00e4nner. Bei Frauen muss man vorsichtig sein, bei der Wortwahl. Ich kenne das von meinem Kreis und von meinen Kolleginnen. Was f\u00fcr M\u00e4nner ok ist, kann f\u00fcr Frauen eine Katastrophe sein. Was sagen wir dann zu Jesu Umgang mit dieser armen Frau?<\/p>\n<p>Wie ging sie damit um? Lesen wir Vers 27: <strong>\u201eSie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.\u201c<\/strong> Sie sagte: <strong>\u201eJa, Herr\u201c<\/strong>. Ist das nicht erstaunlich? Normalerweise haben Menschen einen viel besseren Eindruck von sich selbst, als es der Realit\u00e4t entspricht! Man betrachte nur die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er! Die Frau h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen \u201eIch bin vielleicht nicht perfekt, aber ganz bestimmt kein Hund. Ich f\u00fchre ein gepflegtes Leben, stamme aus einer guten Familie, wir sind kultiviert und haben Anstand. Ich bin h\u00f6chstens vergleichbar mit einer Nachtigall, einem Schwan oder einem Pfau aber doch kein Hund! Au\u00dferdem habe ich gro\u00dfen Glauben. Als vielleicht einzige Vertreterin meines Volkes glaube ich, dass du der Christus bist. Ist das nichts wert? Du musst meinen Glauben segnen! Warum segnest du mich nicht? Au\u00dferdem\u2026 und aus diesem Grund&#8230;und deshalb\u2026.und weil\u2026.man beachte auch\u2026\u201c usw. usf. Das sind typische menschliche Reaktionen. Doch wir finden nichts, aber auch gar nichts dergleichen!<\/p>\n<p>Stattdessen gab sie zu: <strong>\u201eJa, Herr\u201c<\/strong>, \u201edu hast v\u00f6llig recht, Herr, wehe mir, Herr, verglichen mit dir und den anderen bin ich nur ein Hund, Herr, eine unw\u00fcrdige Kreatur, ohne Anspr\u00fcche.\u201c Sie akzeptierte die Sichtweise Jesu, sie best\u00e4tigte Jesus von ganzem Herzen. Sie hielt Jesu Wort f\u00fcr wahr, auch wenn sie selbst vor allen Leute blo\u00df gestellt wurde. Kannst du das auch? Wer bist du vor Jesus? Ein edler Prinz, eine holde Prinzessin? Bist du nicht viel mehr ein boshafter Denker, ein M\u00f6rder, ein Ehebrecher, ein Unz\u00fcchtiger, ein Dieb, ein L\u00fcgner, ein L\u00e4sterer? Bist du nicht unrein? So beschreibt uns Jesus! Jesu Wort ist schonungslos und Jesu Wort ist hart. Aber hat er nicht Recht? Er kennt uns am Besten und er hat uns alle durchschaut.<\/p>\n<p>Und nun kommt die entscheidende Frage. Gibst du ihm Recht? Sagst du: \u201eJa, Herr, du hast recht? Hilft mir, Herr?\u201c M\u00f6ge Gott in uns wirken!<\/p>\n<p>Betrachten wir nochmals die Antwort der Frau: <strong>\u201eJa, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.\u201c<\/strong> Was sie meinte war: \u201eJa, Herr, ich bin ein Hund aber Herr, lass mich dein Hund sein. Lieber dein Hund als des Teufels Kind. Ich will mein Leben zu deinen F\u00fc\u00dfen verbringen und mich allezeit von den herunterfallenden Brosamen ern\u00e4hren.\u201c<\/p>\n<p>Was erfahren wir \u00fcber Jesus? Lesen wir Vers 28: \u201e<strong>Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: <\/strong><strong>Frau, dein Glaube ist gro\u00df. Dir geschehe, wie du willst!<\/strong><strong> Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.<\/strong>\u201c Diese Frau, geistlich arm, zerschlagen im Geist, dem\u00fctig und lernwillig, erlangte das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Lob auf Erden. Unverhofft wurde sie zu einer biblischen Pers\u00f6nlichkeit, denn sie traf genau das Herz Jesu. W\u00e4hrend die gebildeten und religi\u00f6sen Oberen mit ihrem Reichtum an Bildung und Wissen scheiterten, fand sie als eine fremde Frau mit leeren H\u00e4nden, als eine Frau die nichts vorweisen konnte, den gottgef\u00e4lligen Weg und wurde gesegnet. <strong>\u201eFrau\u201c<\/strong> sagte Jesus respektvoll und nicht mehr \u201eHund\u201c, <strong>\u201edein Glaube ist gro\u00df. Dir geschehe, wie du willst!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was ist das Geheimnis ihres gro\u00dfen Glaubens? Was k\u00f6nnen wir von ihr lernen? Wir wollen 4 Punkte festhalten:<\/p>\n<ol>\n<li>Im \tGegensatz zu den Pharis\u00e4ern kam die Frau nicht aufgrund ihrer \tvorget\u00e4uschten Reinheit zu Jesus. Sie kam als unw\u00fcrdige S\u00fcnderin, \tmit leeren H\u00e4nden, zerbrochen und zerschlagen im Geist. Durch den \tGlauben erkennen wir, dass wir allesamt S\u00fcnder sind und des Ruhmes \termangeln, den wir bei Gott haben sollten (R\u00f6m. 3,23) Diesen \tGlauben hatte die Frau, dieser Glaube fehlte den Pharis\u00e4ern.<\/li>\n<li>Ihre \tDemut. Weil sie durch den Glauben ein realistisches Bild von sich \tselbst hatte, konnte sie in Demut zu Jesus kommen. Weil den \tPharis\u00e4ern dieser Glaube fehlte, hatten sie ein falsches, ein \tpositives Bild von sich und kamen stolz und selbstgerecht zu Jesus. \tJesus verstie\u00df sie, w\u00e4hrend er die dem\u00fctige Frau aufgrund ihres \tGlaubens annahm.<\/li>\n<li>Die \tFrau reagierte sogleich auf die harten Worte Jesu. Die Pharis\u00e4er \tnahmen Ansto\u00df an Jesu Worte, doch die Frau nahm Jesu verletzende \tund beleidigende Worte sofort zu Herzen und best\u00e4tigte sie. Die \tPharis\u00e4er konnten keinen Glauben an die Worte Jesu aufbringen. Doch \tdie Frau glaubte an die Worte Jesu.<\/li>\n<li>Die \tFrau war mit vielf\u00e4ltigen Ablehnungen Jesu konfrontiert. Sie kam \tund schrie, w\u00e4hrend Jesus schwieg, sie fuhr fort zu schreien und zu \tbitten, doch Jesus lehnte seine Hilfe ab, daraufhin fiel sie vor \tJesus nieder und flehte ihn an, doch Jesus erteilte ihr eine saftige \tAbfuhr inklusive einer tierischen Beleidigung, doch sie erniedrigte \tsich bis geht nicht mehr und akzeptierte und gab nicht nach, sondern \tflehte ihn weiterhin an. Sie h\u00f6rte: nein, nein, nein, doch durch \tden Glauben h\u00f6rte sie, ja, ja, ja. Wie ist das m\u00f6glich? Optisch \tsah sie Hindernisse, Akustisch h\u00f6rte sie Ablehnung, Jesu \tK\u00f6rpersprache kommunizierte ein klares nein, doch durch den Glauben \tsah sie mehr als nur die dreidimensionale Welt. Durch den Glauben \tsah sie Jesu jammerndes Hirtenherz und seine unendlich gro\u00dfe \tBarmherzigkeit. Was sie mit ihren Augen nicht sehen konnte, sah sie \tdurch ihren Glauben. Der Herr schenke uns erleuchtete Augen des \tHerzens, damit wir durch den Glauben erkennen. (Vgl. Eph. 1,18)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Allein der Glaube f\u00fchrt uns zu Jesus. Nur durch den Glauben, werden wir von ihm angenommen. M\u00f6ge er uns Glauben schenken, der gerade Jesu Herz trifft. M\u00f6ge er unsere Anliegen erh\u00f6ren und sich selbst in unserem Glaubensleben verherrlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Dein Glaube ist gro\u00df \u201eDa antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist gro\u00df. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.\u201c (15,28) Heute haben wir die wunderbare Gelegenheit, zu lernen, wen Jesus annimmt und wen er abweist. 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