{"id":1759,"date":"2011-10-30T21:58:06","date_gmt":"2011-10-30T20:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1759"},"modified":"2022-11-18T12:24:28","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:28","slug":"predigt-matthaus-1422-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1422-36\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 14,22 &#8211; 36"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/P11Mt14-2236.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich  bin\u2019s;  f\u00fcrchtet  euch  nicht!<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach:<br \/>\nSeid getrost, ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(14,27)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, wie Jesus aus seinem Hirtenherz eine gro\u00dfe Menge von \u00fcber f\u00fcnftausend Menschen mit nur f\u00fcnf Broten und zwei Fischen gespeist hat. Unser heutiger Text berichtet von den Ereignissen, die direkt im Anschluss in jener Nacht passiert sind. Im ersten Teil erfahren wir, wie Jesus zu Fu\u00df auf dem See zu den J\u00fcngern kam, die dort in Not geraten sind. Im zweiten Teil erfahren wir davon, wie Petrus auch auf dem Wasser gehen konnte, dann aber wegen seines Zweifels unterging. Im dritten Teil erfahren wir, wie viele Menschen durch ihre Glau\u00adbens\u00adtat gesund wurden. Was damals auf dem See Genezareth passiert ist, ist auch f\u00fcr uns heute relevant. Denn auch wir geraten in unserem Leben manchmal in Probleme, die wir mit unserer Kraft nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Wir treffen auch immer wieder Entscheidungen aus Glauben und machen Schritte, gehen aber allzu oft nach einigen Schritten unter, nicht wahr? Lasst uns darum heute auf Jesus sehen, der zu seinen J\u00fcngern im Sturm auf dem See kam und sagte: <strong>\u201eSeid getrost, ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/strong>! Lasst uns lernen, wie wir durch den Glauben unm\u00f6gliche Dinge tun und Jesu Heilungsmacht erfahren k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>I. \u201eSeid getrost, ich bin\u2019s\u201c (22-27)<\/strong><\/p>\n<p>Was passierte, nachdem Jesus die gro\u00dfe Menge gespeist hatte? Unser Text beginnt mit den Worten: <strong>\u201eUnd alsbald trieb Jesus seine J\u00fcnger, in das Boot zu steigen und vor ihm hin\u00fcberzufahren, bis er das Volk gehen lie\u00dfe\u201c <\/strong>(22). Jesus forderte seine J\u00fcnger dazu auf, vor ihm \u00fcber den See zur\u00fcck zu fahren. Der Verfasser Matth\u00e4us verzichtet darauf, hier \u00fcber die Hintergr\u00fcnde zu berichten. Aber wenn im Johannesevangelium Kap. 6 erfahren wir, dass die Menschen nach der Brotvermehrung kommen und Jesus ergreifen wollten, um ihm zum K\u00f6nig zu machen (Joh 6,15). Sie nahmen die geistliche Bedeutung dieses Zeichens nicht wahr, das Gottes Barmherzigkeit ausdr\u00fcckte und Jesus als das Brot des Lebens offenbarte. Nachdem sie sich an den Broten und Fischen von Jesus satt gegessen hatten, waren sie einfach davon nur begeistert, sodass sie Jesus zu ihrem Brotk\u00f6nig machen wollten, der ihnen ab sofort Tag f\u00fcr Tag genug zu essen geben sollte. Sie waren in diesem Vorhaben so eifrig, dass sie Jesus sogar auch gegen seinen Willen ergreifen und zu ihrem K\u00f6nig machen wollten. Johannes berichtet sogar, dass sie auch am n\u00e4chsten Tag Jesus erneut suchten und ihn irgendwie zu \u00fcberreden versuchten, ihnen Brot zu geben. Sie wollten Jesus zu ihrem Brotproduzenten machen.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus?<strong> <\/strong>Jesus lie\u00df das Volk gehen, er konnte ihnen in ihrem momentanen Zustand nicht weiterhelfen. Wenn wir sie mit den Menschen vergleichen, die von Jesus kaum etwas erwarten und kaum beten oder mit Menschen, die \u00fcberhaupt nichts von Jesus wissen wollen, k\u00f6nnen uns diese Leute ziemlich vorbildlich vorkommen, da sie eifrig zu Jesus kamen und konkrete Erwartungen an ihn richteten. Warum war ihr Ansinnen aber verkehrt, sodass Jesus nichts anderes tun konnte, als sie nach Hause zu schicken? Sie hatten eine verkehrte Einstellung gegen\u00fcber Jesus; denn sie wollten ihn unbedingt f\u00fcr die Erf\u00fcllung ihrer irdischen Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche einspannen und waren darauf so fixiert, dass sie nicht bereit waren, Jesu wahre Gabe zu empfangen. Jesus wollte ihnen sich selbst als das Brot des Lebens geben und das wahre Leben im Himmelreich. Aber sie wollten von ihm nur Brot bekommen. Sie waren fleischlich gesinnt. Sie wollten Jesus zu einem Mittel f\u00fcr ein problemloses Leben in dieser Welt machen, anstatt ihn zu ihrem Ziel zu machen. Mit dieser Einstellung konnte Jesus sie erstmal nur nach Hause schicken.<\/p>\n<p>Wie ist das bei uns? Auch wir beten f\u00fcr die Heilung von Krankheiten, f\u00fcr Gottes Hilfe f\u00fcr unsere Familien, Bibelsch\u00fcler und Freunde, f\u00fcr die L\u00f6sung unserer Probleme im Studium, am Arbeits\u00adplatz oder bei der Stellensuche. Das ist nicht verkehrt, wir d\u00fcrfen und sollen daf\u00fcr beten. Vermutlich fangen sogar die meisten Menschen ihre Beziehung zu Gott in einer Notlage an, in der sie seine Hilfe dringend brauchen. Aber wir sollen geistlich nicht auf diesem Niveau bleiben. Wir sollen Jesus nicht fortw\u00e4hrend als denjenigen betrachten, der unsere Bed\u00fcrfnisse im Leben hier stillen und unsere Probleme l\u00f6sen soll. Denn mit so einer Erwartungshaltung k\u00f6nnen wir nicht seine wahren, kostbaren Gaben empfangen, die er uns eigentlich vor allem geben will. Wir sollen Jesus zum Ziel unseres Lebens machen und nicht zu einem Mittel zur Erf\u00fcllung unserer irdischen W\u00fcnsche.<\/p>\n<p>Was tat Jesus in dieser schwierigen Zeit? Jesus hatte der Menge aus seiner Barmherzigkeit auf beste Weise gedient, indem er ihre Kranken geheilt und ihnen eine lange Predigt gehalten hatte und ihnen schlie\u00dflich auch zu Essen gegeben hatte. Aber sie wollten ihn daraufhin nur zu ihrem Brotproduzenten machen. Vers 23 sagt:<strong> \u201eUnd als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.\u201c <\/strong>Jesus ging allein auf einen Berg, um zu beten. Nach dem Vers 25 muss Jesus bis zur vierten Nachtwache gebetet haben, die von drei bis sechs Uhr morgens ging, also sch\u00e4tzungsweise sechs bis acht Stunden lang. Jesus muss inst\u00e4ndig f\u00fcr die Menge gebetet haben, dass sie ihre geistlichen Augen \u00f6ffnen und die Gabe Gottes erkennen und bereit w\u00fcrden, sie zu empfangen. Jesus muss auch f\u00fcr die J\u00fcnger gebetet haben, dass sie ihn wahrhaftig erkennen als den Christus Gottes und ihn zum Ziel ihres Lebens machen w\u00fcrden. Wir sollen von Jesus lernen, in schwierigen Situationen nicht negativ zu denken oder zu verzweifeln, sondern umso mehr zu beten.<\/p>\n<p>Was passierte inzwischen mit den J\u00fcngern auf dem See? Vers 24 sagt: <strong>\u201eUnd das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.\u201c<\/strong> Die J\u00fcnger hatten Jesu Anweisung gehorcht und waren in das Boot gestiegen, um damit \u00fcber den See zu fahren. Aber auf dem See gerieten sie durch einen starken Wind in Not. Der Wind kam ihnen genau entgegen und war so stark, dass sie etwa sechs bis acht Stunden lang ruderten und trotzdem nicht ans Ziel kamen, obwohl die Strecke von Betsaida nach Genezareth nur etwa zehn Kilometer betr\u00e4gt. Sie ruderten und ruderten, aber der Wind war so stark, dass sie nicht dagegen ankamen. Der Wind wurde immer heftiger, sodass sich das Boot schon bedrohlich zur Seite neigte. Die Wellen wurden so hoch, dass immer \u00f6fter Wasser ins Boot schwappte. Die J\u00fcnger, die stundenlang mit aller Kraft ruderten, wurden immer schw\u00e4cher und immer verzagter. Doch wir erfahren nichts davon, dass sie in ihrer Not angefangen h\u00e4tten zu beten. Sie k\u00e4mpften mit ihrer eigenen Kraft, bis sie nicht mehr konnten, aber sie konnten nicht vorw\u00e4rts kommen. Sie brauchten Jesu Hilfe.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferlich gesehen ist keiner von uns momentan in einer vergleichbaren Notlage wie die J\u00fcnger in jener Nacht auf dem See es waren. Aber ist das so? Jemand muss hart k\u00e4mpfen, um sein Studium abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, und ist oft in schwerer Bedr\u00e4ngnis. Jemand anderes k\u00e4mpft um eine geeignete Arbeitsstelle und ist in Gefahr, seine Aufenthaltsberechtigung hier zu verlieren. Es kann so schnell passieren, dass wir in eine Notlage geraten, wo unsere Kraft und F\u00e4higkeit allein nicht ausreicht. Vor allem geistlich geht in unserem Leben nicht immer alles glatt, sondern wir erleben andauernd, dass uns der Wind stark entgegen weht; wir geraten oft in Bedr\u00e4ngnisse und Notlagen, die wir allein nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Dann sollen wir anders als die J\u00fcnger daran denken, dass Jesus uns immer sieht und bereit ist, uns zu helfen.<\/p>\n<p>Wie half Jesus ihnen? Betrachten wir Vers 25: <strong>\u201eAber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.\u201c <\/strong>Zwischen drei und sechs Uhr morgens kam Jesus zu seinen J\u00fcngern, um ihnen zu helfen. Er kam nicht sofort als die Schwierigkeiten anfingen, aber er kam zu ihnen, und zwar noch rechtzeitig. Dabei ging Jesus, der kein Boot mehr hatte, zu Fu\u00df auf dem See. Niemals in der Geschichte hatte je ein Mensch ohne Hilfsmittel auf dem Wasser laufen k\u00f6nnen. Nur kleine Insekten namens \u201eWasserl\u00e4ufer\u201c, die blo\u00df wenige Gramm wiegen, k\u00f6nnen das, weil sie von der Oberfl\u00e4chenspannung des Wassers noch getragen werden. Aber f\u00fcr Jesus, den Gottes Sohn, war es kein Problem, auch auf Wasser zu laufen. Was zeigt das \u00fcber Jesus? Es zeigt zum einen, dass Jesus uns in der Not zu Hilfe kommt, zwar nicht immer sofort, aber rechtzeitig. Es zeigt auch, dass Jesus der Herr \u00fcber die Naturgesetze ist und sie nach Bedarf ver\u00e4ndern kann. Jesus kann nicht allein heilen, sondern kann alle Naturgesetze ver\u00e4ndern, wie er will. Nach seiner Auferstehung bezeugte er: <strong>\u201eMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden\u201c<\/strong> (Mt 28,18). Wir d\u00fcrfen und sollen daher immer mit Jesu Gegenwart und seiner Hilfe rechnen, gerade auch dann, wenn unsere Lage ganz ausweglos aussieht. M\u00f6ge Gott uns helfen, immer auf Jesus zu vertrauen!<\/p>\n<p>Wie froh h\u00e4tten die J\u00fcnger sein sollen, als Jesus auf dem st\u00fcrmischen See zu ihnen kam. Doch wie reagierten sie? Vers 26 berichtet: <strong>\u201eUnd als ihn die J\u00fcnger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.\u201c <\/strong>Anstatt sich zu freuen, erschraken sie und schrieen vor Angst. Warum konnten sie Jesus nicht erkennen? Sie waren sicherlich von dem stundenlangen Kampf gegen Wind und Wellen ersch\u00f6pft und gestresst. Aber das war nur ein Faktor. Die Tatsache, dass sie so erschraken und vor Angst schrieen, zeigt, dass sie absolut nicht mit Jesu Kommen gerechnet hatten. Obwohl sie gesehen hatten, dass Jesus Kranke geheilt und Brot vermehrt hatte, war es jenseits ihrer Vorstellungen, dass Jesus auch auf dem Wasser gehen kann. Obwohl sie schon viele Wunder gesehen hatten, fehlte ihnen im Alltag noch der praktische Glaube an Jesu Gegenwart und an seine m\u00e4chtige Hilfe.<br \/>\nWie half Jesus den panischen J\u00fcngern? Lesen wir gemeinsam Vers 27: <strong>\u201eAber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c <\/strong>Jesus tadelte sie nicht wegen ihrem Unglauben und ihrer Angst. Jesus beruhigte sie, wie ein Mutter ihre Kinder tr\u00f6stet:<strong> \u201eSeid getrost \u2026 f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/strong> Dabei offenbarte er sich ihnen mit den Worten <strong>\u201eIch bin\u2019s.\u201c<\/strong> Er sagte: <strong>\u201eSeid getrost, ich bin&#8217;s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c <\/strong>Damit hat Jesus alles N\u00f6tige gesagt! Sie brauchen sich nicht zu f\u00fcrchten, weil Jesus da ist, der sie liebt und alles unter seiner Gewalt hat. Jesu J\u00fcnger brauchen sich nie zu f\u00fcrchten, weil Jesus lebt, der immer da ist und alles tun kann, um sie zu sch\u00fctzen und zu erretten. Jesu Worte <strong>\u201eIch bin\u2019s\u201c <\/strong>entsprechen der Offenbarung Gottes, der immer wieder gesagt hat: <strong>\u201eIch bin der <\/strong><strong>Herr<\/strong><strong>.\u201c<\/strong> Es ist die Offenbarung von Gottes Sohn, der gestern und heute und in Ewigkeit derselbe ist. Jesus ist immer bei uns, auch wenn wir ihn nicht sehen und manchmal nicht sp\u00fcren k\u00f6nnen. Er hat nach seiner Auferstehung gesagt: <strong>\u201eUnd siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende\u201c<\/strong> (Mt 28,20b). Jesus ist immer bei uns und sieht unsere Lage und ist immer bereit, uns zu helfen, auch wenn wir manchmal vers\u00e4umen, ihn um seine Hilfe zu bitten. Deswegen brauchen wir uns vor nichts zu f\u00fcrchten, sondern k\u00f6nnen selbst in gro\u00dfer Not ruhig sein und auf ihn vertrauen. M\u00f6ge Gott jeden von uns in diesem Glauben wachsen lassen!<\/p>\n<p><strong>II. \u201eKomm her!\u201c (28-36)<\/strong><\/p>\n<p>Wie reagierte Petrus, als er Jesus auf dem Wasser laufen sah? Vers 28 sagt: <strong>\u201ePetrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.\u201c <\/strong>Als Petrus Jesus erkannte, muss er sehr froh gewesen sein und den Wunsch gehabt haben, so schnell wie m\u00f6glich zu seinem geliebten Herrn zu kommen. Au\u00dferdem muss er beim Anblick Jesu auf dem Wasser fasziniert gewesen sein und spontan den Wunsch bekommen haben, durch den Glauben auch so etwas zu erleben. Er bat Jesus darum, ihm zu befehlen, auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Jesus nahm seine Bitte an und sagte zu ihm: <strong>\u201eKomm her!\u201c<\/strong> Auf den g\u00f6ttlichen Befehl Jesu hin stieg Petrus aus dem Boot und trat auf das Wasser und ging auf Jesus zu. W\u00e4hrend er gl\u00e4ubig auf Jesus schaute, sank er nicht ins Wasser ein, sondern das Wasser trug seine F\u00fc\u00dfe, als ob er auf festem Boden laufen w\u00fcrde. Im Glauben an Jesus machte er einen Schritt nach dem anderen und konnte auf dem Wasser gehen.<\/p>\n<p>Hier sehen wir Petrus\u2019 spontane Glaubensinitiative. Niemand hatte ihn dazu aufgefordert, auf dem Wasser zu Jesus zu gehen, sondern es war sein eigener, spontaner Wunsch gewesen. Jesus hat seine Glaubensinitiative akzeptiert und ihn dazu bef\u00e4higt, auf dem Wasser zu gehen. Die Aktion der Menge, dass sie Jesus zum K\u00f6nig machen wollten und daf\u00fcr von sich aus zu Jesus kamen, k\u00f6nnte man auch als spontane Initiative des Glaubens betrachten. Aber Jesus hat diese Initiative abgelehnt. Wie unterscheidet sich Petrus\u2019 Initiative von der der Menge? Sie unterscheidet sich vor allem im Motiv. Denn w\u00e4hrend Petrus\u2019 Wunsch, schnell bei Jesus zu sein, dem Willen Gottes entsprach, war das Motiv der Menge, von Jesus immer Brot bekommen zu wollen, von Grund auf fleischlich und entsprach nicht Gottes Willen.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass Jesus Petrus\u2019 Wunsch erf\u00fcllte und ihn bef\u00e4higte, auf dem Wasser zu ihm zu laufen, zeigt, dass Jesus solche Glaubensinitiativen gefallen. Unser Glaubensleben besteht sowohl aus dem Glaubensgehorsam gegen\u00fcber Gottes Wort als auch aus solchen Initiativen aus Glauben. Im gl\u00e4ubigen Blick auf Jesus k\u00f6nnen wir dabei wunderbare Dinge tun und erleben, die uns menschlich gesehen unm\u00f6glich sind. Sicher hat jeder von euch schon viele Erfahrungen mit kleinen oder gr\u00f6\u00dferen Glaubensinitiativen und mit Gottes Segen darauf. Ein aktuelles Beispiel: Ich habe geh\u00f6rt, dass H. Andreas vor kurzen die Initiative gestartet hat, mit anderen zusammen f\u00fcr eine geistliche Erweckung in der Gemeinde und in Heidelberg zu beten. M\u00f6ge Gott diese Glaubensinitiative reichlich segnen! M\u00f6ge Gott uns allen helfen, sowohl pers\u00f6nlich als auch gemeinsam viele Glaubensinitiativen zu starten, die ihn erfreuen, und Gottes Segen reichlich zu erfahren!<\/p>\n<p>Was passierte Petrus, als er aber den Blick nicht mehr auf Jesus richtete? Vers 30 berichtet: <strong>\u201eAls er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!\u201c<\/strong> Solange Petrus auf Jesus schaute, konnte er auf dem Wasser laufen. Aber dann wendete er seinen Blick von Jesus ab und sah auf den starken Wind, der ihm ins Gesicht blies und das Wasser aufpeitschte. Ihm wurde bewusst, dass er auf dem Wasser steht, wo eigentlich jeder Mensch untergeht. Er erschrak und fing im n\u00e4chsten Moment an zu sinken. Warum? Solange Petrus auf Jesus schaute, wirkte die Kraft Gottes an ihm, sodass das Wasser unter ihm hart wie Stein wurde. Aber als er auf den Wind schaute und nicht mehr aus Glauben dachte, kam die Angst in sein Herz, und Gottes Kraft konnte nicht mehr in ihm wunderbar wirken. So fand seine sch\u00f6ne Glaubenstat ein j\u00e4hes Ende.<\/p>\n<p>Als Petrus zu sinken begann, machte er allerdings das einzig Richtige: Er bat Jesus um Hilfe.<\/p>\n<p>Wie half Jesus ihm daraufhin? Vers 31 sagt: <strong>\u201eJesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingl\u00e4ubiger, warum hast du gezweifelt?\u201c <\/strong>Jesus half ihm sofort. Er streckte sofort die Hand aus und ergriff ihn und bewahrte ihn so vor dem Untergehen. Jesus ist bereit, auch in selbst verschuldeter Not zu helfen. Aber Jesus hat ihn danach getadelt, weil er kleingl\u00e4ubig war und gezweifelt hat. Als die J\u00fcnger auf dem See in ihrer Not nicht beteten und vor Angst schrieen, als sie Jesus sahen, hat Jesus sie nicht getadelt, sondern nur getr\u00f6stet. Aber hier hat Jesus Petrus \u201eDu Kleingl\u00e4ubiger\u201c genannt und sein Zweifeln getadelt. Kleinglaube bedeutet, dass man wie Petrus Glauben aufbringt f\u00fcr eine Sache, aber der Glaube zu klein ist, um sie bis zum Ende aus Glauben zu betrachten und durchzuf\u00fchren. Zweifeln bedeutet, dass man ein geteiltes Herz hat, indem man einerseits aus Glauben denkt und andererseits ohne Glauben denkt. Jemand k\u00f6nnte denken, dass Kleinglaube immerhin besser sei als gar kein Glaube. Das ist zwar nicht verkehrt, aber wir d\u00fcrfen uns nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Kleinglaube und Zweifel S\u00fcnden sind, die Jesus nicht akzeptiert, sondern tadelt: <strong>\u201eDu Kleingl\u00e4ubiger, warum hast du gezweifelt?\u201c<\/strong> M\u00f6ge Gott uns helfen, den Kleinglauben zu \u00fcberwinden und viele Glaubensinitiativen zu starten und auch unm\u00f6gliche Dinge herausfordern. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen, sie auch mit dem Glauben zu Ende f\u00fchren und nicht zu zweifeln und unterzugehen. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen!<\/p>\n<p>Was passierte, als Jesus mit Petrus in das Boot trat? Betrachten wir Vers 32: <strong>\u201eUnd sie traten in das Boot, und der Wind legte sich.\u201c <\/strong>Als Jesus und Petrus in das Boot traten, legte der Wind sich sofort. Normalerweise dauert es eine ganze Weile, bis ein starker Wind aufh\u00f6rt. Aber als Jesus in das Boot trat, legte sich der Wind sofort. Die J\u00fcnger im Boot fielen vor Jesus nieder und sprachen: <strong>\u201eDu bist wahrhaftig Gottes Sohn!\u201c <\/strong>Sie erkannten durch das ganze Wunder, wer Jesus in Wirklichkeit ist, n\u00e4mlich Gottes Sohn! Dieses Ereignis zeigt uns auch anschaulich, dass in unserem Leben die St\u00fcrme sich legen und die Probleme gel\u00f6st werden, wenn wir Jesus in unser Lebensboot richtig einlassen. Gott helfe jedem von uns dabei, anstatt sich weiter alleine abzum\u00fchen!<\/p>\n<p><strong>III. \u201eUnd alle, die ihn ber\u00fchrten, wurden gesund\u201c (34-36)<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem Jesus in das Boot der J\u00fcnger getreten war, verlief der Rest ihrer Fahrt \u00fcber den See problemlos. Was passierte, als sie in Genezareth ans Land kamen? Unser Text berichtet:<strong> \u201eUnd als die Leute an diesem Ort ihn erkannten, schickten sie Botschaft ringsum in das ganze Land und brachten alle Kranken zu ihm und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes ber\u00fchren d\u00fcrften\u201c <\/strong>(35.36a). Als Jesus in Genezareth ankam, dauerte es nicht lange, bis die Leute ihn erkannten. Sie schickten Boten in die ganze Umgebung und luden ihre Verwandten und Freunde dazu ein, dass sie auch kommen und ihre Kranken zu Jesus bringen sollten. Diese gro\u00dfe Einladungsaktion war ihre spontane Initiative aus Glauben. Daraufhin kamen von \u00fcberall her Menschen mit ihren kranken Verwandten und Bekannten. Es waren so viele, dass es offensichtlich war, dass Jesus nicht mit jedem Einzelnen sprechen konnte. Aber sie gaben ihren Glauben an ihre Heilung durch Jesus nicht auf. Durch den Glauben \u00fcberlegten sie, was sie tun k\u00f6nnten, damit sie doch noch geheilt werden. Dann bekamen sie die Idee, dass Jesus es sicher nicht ablehnen w\u00fcrde, wenn sie ihn darum bitten w\u00fcrden, dass sie den Saum seines Gewands ber\u00fchren. Gesagt, getan! Was war das Resultat ihrer spontanen Glaubenstat? Vers 36b sagt dar\u00fcber: <strong>\u201eUnd alle, die ihn ber\u00fchrten, wurden gesund.\u201c <\/strong>Gott segnete ihre Glaubensinitiative reichlich. Als sie Jesu Gewand durch den Glauben ber\u00fchrten, wurden Blinde wieder sehend; Gel\u00e4hmte konnten wieder laufen; Niedergeschlagene wurden wieder fr\u00f6hlich; Leprakranken jubelten \u00fcber ihre neue Reinheit. Alle, die Jesus durch Glauben ber\u00fchrten, wurden gesund. Dabei steht hier f\u00fcr \u201egesund\u201c eigentlich ein Wort, das \u201eganz gesund\u201c oder auch \u201egerettet\u201c bedeutet; die King James Version sagt hier \u201eperfectly whole\u201c. Wenn wir durch den Glauben unsere Hand nach Jesu Hilfe ausstrecken und auch nur den Saum seines Gewandes ber\u00fchren, macht er uns ganz heil und rettet uns.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen von den Menschen in Genezareth lernen, dass wir bei Hindernissen nicht einfach aufgeben, sondern durch Glauben spontan Wege finden sollen, doch Jesu Hilfe und Heil zu erlangen. Manchmal kann uns unser Problem zu schwer oder unm\u00f6glich erscheinen, dass wir von Jesus seine Heilung und Hilfe empfangen. Doch unabh\u00e4ngig davon, wie gro\u00df und schwer das Problem ist, k\u00f6nnen wir immer im Gebet unsere Hand zu Jesus ausstrecken, bis wir den Saum seines Gewands ber\u00fchren und perfekte Heilung f\u00fcr uns und unsre N\u00e4chsten erfahren.<\/p>\n<p>Heute haben wir erfahren, dass wir uns in keiner Lebenslage zu f\u00fcrchten brauchen, weil Jesus da ist, der gesagt hat: <strong>\u201eSeid getrost, ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/strong> Wir haben auch gelernt, dass Gott sich \u00fcber unsere spontanen Glaubensinitiativen freut und sie segnen will, und wurden dazu ermutigt, auch unm\u00f6gliche Dinge herauszufordern. Schlie\u00dflich haben wir erfahren, dass Jesus uns ganz heil machen will, wenn wir durch Glauben unsere Hand nach ihm ausstrecken. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort, Vers 27: <strong>\u201eAber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht! \u201eAber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin\u2019s; f\u00fcrchtet euch nicht!\u201c (14,27) Letzte Woche haben wir erfahren, wie Jesus aus seinem Hirtenherz eine gro\u00dfe Menge von \u00fcber f\u00fcnftausend Menschen mit nur f\u00fcnf Broten und zwei Fischen gespeist hat. 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