{"id":1662,"date":"2011-09-25T22:15:14","date_gmt":"2011-09-25T21:15:14","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1662"},"modified":"2022-11-18T12:24:31","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:31","slug":"predigt-matthaus-1324-43","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1324-43\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 13,24 &#8211; 43"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P11Mt13-2443_3.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Das  Himmelreich  gleicht \u2026<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht<br \/>\neinem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker s\u00e4te.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(13,31)<\/p>\n<p>Letzten Sonntag haben wir durch Jesu Gleichnis vom S\u00e4mann gelernt, dass das Wort Gottes wie ein Same ist und viel Frucht in uns hervorbringt, wenn unser Herzensboden wie gutes Land ist. Im heutigen Text erz\u00e4hlt Jesus drei weitere Gleichnisse, von denen jedes mit den Worten beginnt: <strong>\u201eDas Himmelreich gleicht \u2026\u201c<\/strong> (24.31.33) Jesus will, dass wir die Eigenschaften des Himmelreichs noch besser verstehen k\u00f6nnen. Obwohl zwei Gleichnisse auf den ersten Blick dem Gleichnis vom S\u00e4mann \u00e4hneln, lehrt Jesus darin tats\u00e4chlich andere, noch nicht genannte Eigenschaften des Himmelreichs. Seid ihr bereit, etwas Neues  \u00fcber das Himmel\u00adreich zu erfahren? Gott segne uns, durch Jesu Gleichnisse das Himmelreich besser zu verstehen!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Vom \tUnkraut unter dem Weizen (24-30.34-43) <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Betrachten wir den Text. Er beginnt mit den Worten: <strong>\u201eEr legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker s\u00e4te\u201c<\/strong> (24). Jesus beginnt ein weiteres Gleichnis \u00fcber das Himmelreich. Warum erz\u00e4hlte er so viele Gleichnisse \u00fcber das Himmelreich? Das Himmelreich ist Gottes Herrschaft \u00fcber uns Menschen, und sie ist ganz anders als alles, was wir Menschen in dieser Welt erfahren k\u00f6nnen. Kein Mensch kann von sich aus durch Nachdenken oder durch Forschung das Wesen und die Eigenschaften des Himmelreichs erkennen. Jesus redete vom Himmelreich, weil er will, dass wir dessen geheimnisvolles Wesen verstehen und entsprechend leben k\u00f6nnen. Jesu Gleich\u00adnisse sind f\u00fcr uns eine kostbare, einzigartige Gelegenheit, das Wesen und die Eigenschaften des Himmel\u00adreichs zu verstehen und die Geheimnisse zu erfahren, die vom Anfang der Welt an verborgen waren. Darum redete Jesus alles zum Volk in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen (34.35). Dadurch hat Jesus auch die Prophezeiung erf\u00fcllt, die sagt: <strong>\u201eIch will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wovon handelt dann das neue Gleichnis Jesu? Jesus spricht \u00fcber einen Menschen, der guten Samen auf seinen Acker s\u00e4te. Doch w\u00e4hrend die Leute schliefen, kam sein Feind und s\u00e4te Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Es war damals nicht zu vermeiden, dass auf einem Weizenfeld auch etwas Unkraut w\u00e4chst. Doch hier hatte der Feind des Besitzers heimlich gro\u00dfe Mengen von Unkrautsamen auf dessen Acker ges\u00e4t. Vers 26 sagt: <strong>\u201eAls nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.\u201c<\/strong> In Israel gibt es eine Art von Unkraut, die den Weizenpflanzen sehr \u00e4hnlich sieht, sodass man sie lange nicht von einander unterscheiden kann. Erst wenn beide ihre Frucht bringen, kann man sie von einander unterscheiden; denn w\u00e4hrend die Weizen\u00e4hren bekanntlich hellbeige sind, sind die Fr\u00fcchte des Unkrauts schwarz. Die Knechte, die den b\u00f6sen Anschlag des Feindes nicht mitbekommen hatten, waren \u00fcberrascht und fragten den Hausvater: <strong>\u201eHerr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker ges\u00e4t? Woher hat er denn das Unkraut?\u201c<\/strong> Aber der Hausherr wusste Bescheid. Er sagte: <strong>\u201eDas hat ein Feind getan.\u201c <\/strong>Die Knechte fragten ihn spontan, ob er denn wolle, dass sie hingehen und es ausj\u00e4ten. Wie antwortete darauf der Herr? Er sprach: <strong>\u201eNein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausj\u00e4tet\u201c<\/strong> (29). Er lehnte ihren Vorschlag, das Unkraut auszuj\u00e4ten, entschieden ab. Denn er wusste, dass beim Ausj\u00e4ten des Unkrauts auch unz\u00e4hlige Weizenpflanzen mit ausgerissen w\u00fcrden. Denn praktisch ist es unm\u00f6glich, auf einem Getreidefeld alles Unkraut einzeln auszurei\u00dfen, ohne auch die Weizenpflanzen mit auszurei\u00dfen, da sie dicht neben\u00adein\u00adan\u00adder stehen. Weil der Herr das wusste, sagte er entscheiden: <strong>\u201eNein!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Welchen Plan hatte vielmehr der Herr? Er sagt weiter: <strong>\u201eLasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in B\u00fcndel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune\u201c<\/strong> (30). Der Herr war keineswegs ratlos, sondern hatte einen perfekten Plan, wie das Problem des Unkrauts unter dem Weizen gel\u00f6st werden sollte, ohne dass dabei der Weizen Schaden nimmt. Der Weizen und das Unkraut sollten beide zusammen weiter wachsen bis zur Ernte. Dabei sollten sie weiter ihre Fr\u00fcchte entwickeln, sodass der Unterschied klar zu sehen sein w\u00fcrde. Dann bei der Ernte sollten die Schnitter zuerst das Unkraut aussondern und in B\u00fcndeln binden und verbrennen. Aber den Weizen sollten sie in seine Scheune sammeln.<\/p>\n<p>Was Jesus hier erz\u00e4hlt hat, k\u00f6nnen wir leicht nachvollziehen und verstehen. Aber was bedeutet dieses Gleichnis? Was wollte Jesus damit sagen? \u201eZum Gl\u00fcck\u201c baten die J\u00fcnger Jesus darum, es ihnen zu deuten, als sie nach Hause kamen (36). Jesu Erkl\u00e4rung war kurz und klar. Er sagte: <strong>\u201eDer Menschensohn ist&#8217;s, der den guten Samen s\u00e4t. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des B\u00f6sen. Der Feind, der es s\u00e4t, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel\u201c<\/strong> (37-39). In diesem Gleichnis repr\u00e4sentiert der Same Menschen, die auf die Welt als Gottes Acker ges\u00e4t werden. Jesus selbst s\u00e4t die Kinder des Reichs als guten Samen in die Welt. Er hat auch uns als Kinder des Reichs in diese Welt ges\u00e4t. Aber der Teufel, der Gottes Werk immer zerst\u00f6\u00adren und vereiteln will, hat dazwischen viele Samen des B\u00f6sen ges\u00e4t. Als Folge davon m\u00fcssen die Kinder Gottes \u00fcberall in der Welt mit Kindern des B\u00f6sen zusammenleben. Diese Koexistenz verursacht oft viele Probleme.<\/p>\n<p>In der Bibel finden wir viele Beispiele daf\u00fcr. Abraham und Abimelech, Jakob und Esau, die Israeliten und die Heiden um sie herum und mitten unter ihnen sind einige Beispiele f\u00fcr das Zusammenleben von Kindern des Reiches und Kindern des B\u00f6sen, das Konflikte und Probleme verursacht hat. Ein besonders anschauliches Beispiel ist das von David und Saul, der sich immer mehr von Gott abwandte und als Folge davon David jahrelang nachstellte und ihn umbringen wollte. Oft ist David nur knapp dem Tod entronnen. Manchmal fragte er Gott, warum er ohne Grund verfolgt wurde und warum Gott diese elende Notlage nicht beendete. Viele Menschen fragen angesichts derartiger Leiden: Warum greift Gott nicht ein und bewirkt, dass seine Kinder nicht mehr mit b\u00f6sen Menschen zusammen leben m\u00fcssen, wenn er doch allm\u00e4chtig ist und seine Kinder liebt?<\/p>\n<p>Wie ist das bei uns? Manche von uns leiden unter unbarmherzigen Nachbarn, die jegliche Ger\u00e4usche ihrer kleinen Kinder nicht ertragen wollen. Manche leiden unter zu strengen Lehrern oder unter zu strengen Professoren, die die Klausuren und Pr\u00fcfungen absichtlich zu schwer machen, manche Angestellten unter zu ehrgeizigen Vorgesetzten in der Firma; M. Esther leidet zurzeit unter Sachbearbeitern in der Beh\u00f6rde, die ihren dringenden Antrag scheinbar ganz ohne Barmherzigkeit bearbeiten. Aber das ist nicht alles. Das Zusammenleben mit den ungl\u00e4ubigen Menschen kann uns auch dazu verleiten, uns ihnen anzupassen und ihre Lebenseinstellung und Lebensweise zu \u00fcbernehmen; wir werden von ihnen leicht zur S\u00fcnde verleitet, sodass wir unseren Glauben verlieren k\u00f6nnen. Manche werden von ihren Verwandten oder Kollegen wegen ihres Glaubens verfolgt. In vielen anderen L\u00e4ndern erfahren zahlreiche Christen massive Benachteiligung und Verfolgung, zum Beispiel in manchen muslimischen L\u00e4ndern, in Teilen Chinas und in Nordkorea. Wenn wir damit direkt oder indirekt konfrontiert sind, fragen wir uns, warum Gott scheinbar nichts tut. Warum l\u00e4sst Gott es zu, dass in Nordkorea Tausende von Christen in Arbeitslagern leiden m\u00fcssen und auch in China viele Christen unterdr\u00fcckt werden? Dann k\u00f6nnen in uns weitere zweifelnde Fragen aufkommen: Ist Gott wirklich allm\u00e4chtig und kann \u00fcberall wirken? Liebt er mich, sein Kind, \u00fcberhaupt wirklich so sehr, wie er es gesagt hat? Es sind t\u00f6richte Fragen, aber sie k\u00f6nnen uns in so einer Lage schnell kommen.<\/p>\n<p>Doch in diesem Gleichnis gibt Jesus uns eine klare Antwort darauf. Der Herr sprach: <strong>\u201eLasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte\u201c<\/strong> (30a). Hier erfahren wir Gottes Weisheit hin und seinen souver\u00e4nen Plan. Gott hat mit Absicht bestimmt, dass seine Kinder mit den Kindern des B\u00f6sen weiter wachsen sollen. Gott tat dies aus Liebe zu uns, weil er uns kennt und vermeiden will, dass bei einer vorzeitigen Trennung viele seiner Kinder mit ausgerissen w\u00fcrden. Darum sollen wir bis zur Ernte mit ihnen zusammen weiter wachsen und reife Frucht hervorbringen und uns so als wahre Kinder Gottes erweisen. Gleichzeitig werden auch die Kinder des B\u00f6sen wachsen und ihre Frucht hervorbringen und so klar zeigen, wer sie sind. So hat Gott zum Beispiel auch Saul trotz seiner zunehmenden Bosheit lange Zeit lang regieren lassen, auch wenn er David dabei weiter verfolgt hat. Dabei konnte David geistlich wachsen in Demut, Barm\u00adherzigkeit gegen\u00fcber seinen Feinden und so im Bild Gottes wachsen, w\u00e4hrend Saul immer b\u00f6ser und unbarmherziger wurde und sich als ein Kind des B\u00f6sen erwies. So konnte Gott David am Ende wirklich segnen, und sein Urteil \u00fcber Saul erwies sich als gerecht.<\/p>\n<p>Dass der Weizen mit dem Unkraut zusammen wachsen soll, ist der Beschluss des Herrn f\u00fcr diese Zeit. Aber er hat auch einen klaren Ratschluss, was danach passieren soll. IN Vers 30b hei\u00dft es weiter: <strong>\u201eund um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in B\u00fcndel, damit man es verbrennte; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.\u201c<\/strong> Wenn die Zeit der Ernte kommt, ist f\u00fcr die Zeit des Leidens vorbei, es kommt die Zeit, in der der Herr das Problem des Unkrauts l\u00f6sen will. Jesus erkl\u00e4rt in den Versen 40-43, was Gott nach seinem Ratschluss dann tun wird: <strong>\u201eWie man nun das Unkraut ausj\u00e4tet und mit Feuer verbrennt, so wird&#8217;s auch am Ende der Welt gehen. Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verf\u00fchrt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Z\u00e4hneklappern sein.\u201c <\/strong>Lange Zeit konnte man nicht unterscheiden zwischen dem Weizen und dem Unkraut bzw. zwischen den Kindern Gottes und den Kindern des B\u00f6sen. Doch weil Gott beides miteinander wachsen l\u00e4sst bis zur Ernte, wird der Unterschied am Ende ganz klar. So wird auch Gottes Gericht als gerecht offenbar werden und Gott verherrlicht werden. Wie werden dann die Kinder Gottes belohnt werden, die bis ans Ende am Glauben an Gott festgehalten haben? Jesus sagt weiter: <strong>\u201eDann werden die Gerech\u00adten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.\u201c <\/strong>(43a) Gott wird uns in sein Reich einziehen lassen. Die Herrlichkeit, die Gott uns dann verleihen wird, wird unvorstellbar gro\u00df sein. Wir werden mit gro\u00dfer Macht und Herrlichkeit leuchten wie die Sonne. Jesus fordert uns auf, auf diese gigantische Verhei\u00dfung wirklich zu h\u00f6ren, und sagt:<strong> \u201eWer Ohren hat, der h\u00f6re!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier \u00fcber Gott erkennen? Wir erfahren hier Gottes gro\u00dfe Weisheit und seine Voraussicht, mit der er die Geschichte plant und lenkt. Gott erweist sich hier als wirklich souver\u00e4n \u00fcber die ganze Geschichte. Es gibt wirklich nichts, was seiner Kontrolle entzogen w\u00e4re oder was er nicht sorgf\u00e4ltig geplant h\u00e4tte. Alles geschieht nach seinem genialen Plan und Willen. Die Worte im Vers 29 <strong>\u201eNein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausj\u00e4tet\u201c<\/strong> zeigen, dass im Zentrum seines Interesses das Gedeihen des Weizens bzw. von uns Christen steht. Um unsretwillen wartet er bis zur Ernte, bis unsre Frucht reif ist, damit kein einziger von uns mit ausgerissen wird. Dies zeigt, wie sehr er uns liebt und sich um unser Heil k\u00fcmmert, Es zeigt auch, dass alles in seinem Ratschluss eingeschlossen ist, nicht nur das Leben seiner Kinder, sondern auch die Existenz des B\u00f6sen. Denn obwohl der B\u00f6se versucht, Gottes Werk zu verhindern, hat Gott auch dieses Werk in seinem Ratschluss mit eingeschlossen und sorgt mit seiner Weisheit und Souver\u00e4nit\u00e4t daf\u00fcr, dass schlie\u00dflich Gottes Gerechtigkeit triumphiert und Gottes Kinder reichlich belohnt werden.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das dann f\u00fcr uns, wie sollen wir dann bis dahin leben? Wir sollen im Hinblick auf diese herrliche Zukunft hier und jetzt mit klarer Identit\u00e4t als gute Saat bzw. als Kinder des Reiches leben. Wir sollen unsere Identit\u00e4t als Kinder des Reichs voll ausleben und ungeachtet der Probleme, die uns durch das B\u00f6se begegnen, t\u00e4glich neu als Kinder Gottes erweisen und was wir hier haben, f\u00fcr seine Ehre einsetzen. Dadurch sollen wir uns immer mehr als Kinder des Reichs erweisen, indem wir t\u00e4glich darin wachsen, als Gottes Kinder zu denken, zu planen, zu reden und zu handeln. Bildlich gesprochen sollen wir uns immer mehr als Weizen erweisen, indem wir weiter wachsen und die volle, reife Frucht bringen, auch wenn um uns herum das Unkraut seine Frucht des B\u00f6sen bringt. Dann werden wir vom souver\u00e4nen und gerechten Gott am Tag der Ernte reichlich belohnt werden und in seinem Reich unvorstellbar gro\u00dfe Herrlichkeit erlangen. M\u00f6ge Gott uns helfen, mit klarer Identit\u00e4t als Kinder des Reichs zu leben und sie auszuleben, bis Jesus wiederkommt und alle seine Kinder reichlich belohnen wird! M\u00f6ge Gott dadurch durch unser Leben hier und in der Ewigkeit geehrt und gepriesen werden! Amen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Vom \tSenfkorn und vom Sauerteig (31-33)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nachdem Jesus das bedeutende Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen erz\u00e4hlt hatte, war es ihm bewusst, dass wir noch mehr \u00fcber das Himmelreich wissen m\u00fcssen. Darum erz\u00e4hlte er ein weiteres Gleichnis \u00fcber das Himmelreich. Die Verse 31 und 32 lauten: <strong>\u201eEin anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker s\u00e4te; das ist das kleinste unter allen Samenk\u00f6rnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es gr\u00f6\u00dfer als alle Kr\u00e4uter und wird ein Baum, so dass die V\u00f6gel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.\u201c <\/strong>In diesem Gleichnis geht es um das gro\u00dfe Wachstum des Himmelreichs. Bestimmt hat jeder von euch schon mal ein Senfkorn gesehen. Das Senfkorn ist das kleinste unter den Samenk\u00f6rnern. Aber obwohl es so klein ist, wird es, wenn es aufgeht und w\u00e4chst, gr\u00f6\u00dfer als alle Kr\u00e4uter. Wie wir wissen, werden Schnittlauch, Petersilie und Basilikum vielleicht f\u00fcnf, zehn oder 20 Zentimeter gro\u00df. Selbst wenn Salat ungewollt in die H\u00f6he schie\u00dft, erreicht er nur etwa 40 Zentimeter. Aber ein Senfkorn w\u00e4chst und wird viel gr\u00f6\u00dfer als alle Kr\u00e4uter; es kann sogar ein Baum von etwa zwei Metern H\u00f6he werden, sodass V\u00f6gel kommen und in seinen Zweigen wohnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit diesem Gleichnis zeigt Jesus anschaulich das enorme Wachstumspotenzial des Himmelreichs. Das Reich Gottes f\u00e4ngt sehr klein an, oft damit, dass in das Herz eines Menschen ein Wort Gottes eindringt. So hat es wohl auch bei den meisten von uns angefangen. Doch obwohl Gottes Herrschaft anfangs kaum zu sehen ist, w\u00e4chst sie in ganz erstaunlichem Ma\u00dfe, bis sie gro\u00df und stark wird wie ein Baum. Jesus selbst kam als ein kleines Baby auf die Erde, sp\u00e4ter wirkte er als ein einzelner Prediger in dem kleinen Land Israel und pflanzte das Reich Gottes in die Herzen einiger J\u00fcnger. Nach Jesu Tod und Auferstehung gab es nur eine kleine Schar von J\u00fcngern. Aber durch sie wuchs das Reich Gottes m\u00e4chtig, und es entstand durch sie nicht nur in Jerusalem eine gro\u00dfe Gemeinde, sondern es verbreitete sich in viele andere L\u00e4nder bis hin nach Rom und von dort in die ganze Welt.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass das Himmelreich wie ein Senfkorn ist, schenkt uns eine neue Perspektive und Hoffnung f\u00fcr unser eigenes Glaubensleben und auch f\u00fcr das Evangeliumswerk unter den Studenten. Wir schauen oft nur auf unsere momentane Lage, wie sehr wir im Glauben bisher gewachsen sind oder wie gro\u00df unsere Gemeinschaft ist. Wir k\u00f6nnen aber nicht sehen, was aus unser werden und welche geistliche Gr\u00f6\u00dfe wir erlangen werden. Durch das Gleichnis vom Senfkorn macht Jesus klar, dass unabh\u00e4ngig davon, wie klein Gottes Reich in uns im Moment in uns und unter sein mag, wir gro\u00dfartig wachsen werden und wie ein Baum werden, bei dem viele heimatlosen Menschen geistlichen Halt und Heimat finden k\u00f6nnen. Gott m\u00f6ge jeden von uns mit dieser Hoffnung erf\u00fcllen! M\u00f6ge Gott jeden von uns wie einen gro\u00dfen Baum werden lassen, bei dem viele geistlich umherirrenden Menschen Heimat und Heil finden werden!<\/p>\n<p>Nachdem Jesus durch das Gleichnis vom Senfkorn das enorme Wachstumspotenzial des Himmelreichs veranschaulicht hat, erz\u00e4hlte er noch ein anderes Gleichnis, damit wir die Eigenschaften des Himmelreichs noch vollst\u00e4ndiger begreifen k\u00f6nnen. Lesen wir den Vers 33: <strong>\u201eEin anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchs\u00e4uert war.\u201c<\/strong> Bis heute ist Sauerteig als Alternative zur Hefe ein gebr\u00e4uchliches Mittel zum Brotbacken. Eine kleine Menge Sauerteig reicht aus, um eine gro\u00dfe Menge Mehl zu durchs\u00e4uern und so daf\u00fcr zu sorgen, dass der Teig beim Backen aufgeht und die erforderliche Luftigkeit und den f\u00fcr Brot typischen, leicht s\u00e4uerlichen Geschmack hat.<\/p>\n<p>Jesus sagt, dass das Himmelreich wie ein Sauerteig ist. Damit sagt er anschaulich, wie stark Gottes Herrschaft einen Menschen durch und durch durchdringt. W\u00e4hrend das Gleichnis vom Senfkorn also das sichtbare quantitative Wachstum von Gottes Reich veranschaulicht, zeigt uns das Gleichnis vom Sauerteig vor allem das qualitative Wachstum bzw. unsere innere Ver\u00e4nderung. Es ist f\u00fcr uns wichtig zu wissen, dass Gottes Reich wie ein Sauerteig ist. Auch wenn es anfangs so aussieht, als ob nur ein kleiner Teil von uns von Gottes Herrschaft gepr\u00e4gt w\u00e4re und ein gro\u00dfer Teil noch unver\u00e4ndert zu sein scheint, d\u00fcrfen wir wissen, dass nach und nach doch alles in uns durch\u00addrungen und ver\u00e4ndert werden wird. Das Himmelreich wird uns durchdringen, bis unser ganzes Wollen, Denken, Reden und Tun davon gepr\u00e4gt ist. Diese Eigen\u00adschaft des Himmelreichs bezieht sich nicht nur auf uns als einzelne Gl\u00e4ubige. Gottes Herrschaft wirkt vielmehr wie Sauerteig auch in unserer  Familie und Gemeinde, in unserem Freundeskreis, in unserer ganzen Gesellschaft und letztlich in der ganzen Welt. Jesus schenkt uns hierdurch also eine feste Zuversicht auf unsere eigene v\u00f6llige Ver\u00e4nderung und auf die Ver\u00e4nderung der Menschen, f\u00fcr die wir beten und denen wir das Evangelium nahe bringen. Wir d\u00fcrfen feste Zuversicht haben, dass wir vom Sauerteig des Evangeliums immer mehr durchdrungen und davon v\u00f6llig ver\u00e4ndert werden, wenn wir damit nur richtig in Ber\u00fchrung kommen. Wir sollen unser Glaubensleben mit dieser Hoffnung zuversichtlich f\u00fchren.<\/p>\n<p>Heute haben wir drei wichtige Gleichnisse Jesu \u00fcber das Himmelreich geh\u00f6rt. Wir haben gelernt, dass wir auch unter Schwierigkeiten mit klarer Identit\u00e4t als Kinder des Reichs unter den ungl\u00e4ubigen Menschen leben sollen, in der Zuversicht, dass alles nach Gottes Ratschluss geschieht und er uns am Ende reichlich belohnen wird. Durch dieses Gleichnis k\u00f6nnte bei den Zuh\u00f6rern der Eindruck entstehen, dass es beim Glaubensleben vor allem darum geht, Leiden auszuhalten und unser Leben mehr oder weniger k\u00fcmmerlich zu fristen. Aber die zwei folgenden Gleichnisse haben uns eine ganz andere Seite vom Himmelreich gezeigt, n\u00e4mlich dass es eine explosive Wachstumskraft hat, und zwar sowohl was die quantitative als auch die qualitative Entwicklung angeht. Darum d\u00fcrfen wir unabh\u00e4ngig davon, welche geistliche Gr\u00f6\u00dfe wir bisher erlangt haben, mit der Gewissheit leben, dass wir enorm viel wachsen und wie ein Baum werden, in bei dem in er Zukunft viele Menschen Zuflucht finden werden. Denn das Himmel\u00adreich wird weiter in uns wirken und unser Inneres ver\u00e4ndern, bis wir ganz davon gepr\u00e4gt sind. M\u00f6ge Gott uns helfen, mit dieser Hoffnung zu leben, und sie verwirk\u00adlichen! M\u00f6ge Gott uns vor allem helfen, in dieser Welt mit klarer Identit\u00e4t als Kinder seines Reichs zu leben und trotz verschiedener Probleme weiter zu wachsen und Frucht zu bringen und Gott zu verherrlichen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das Himmelreich gleicht \u2026 \u201eEin anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker s\u00e4te.\u201c (13,31) Letzten Sonntag haben wir durch Jesu Gleichnis vom S\u00e4mann gelernt, dass das Wort Gottes wie ein Same ist und viel Frucht in uns hervorbringt, wenn unser [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1662","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1662"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1662\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1665,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1662\/revisions\/1665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}