{"id":1631,"date":"2011-09-12T11:30:40","date_gmt":"2011-09-12T10:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1631"},"modified":"2022-11-18T12:24:32","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:32","slug":"predigt-matthaus-1222-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1222-50\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 12,22 &#8211; 50"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P11Mt12-2250.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel,<br \/>\nder ist mir Bruder und Schwester und Mutter.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">(12,50)<\/h3>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, dass Jesus das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht ausl\u00f6scht; Jesus ist voller Barmherzigkeit. Doch wie die Menschen mit Jesus umgingen, war ganz und gar nicht dem entsprechend; wir sehen heute, wie Jesus f\u00fcr seine guten Taten verleumdet und verl\u00e4stert wurde. jemand k\u00f6nnte denken: \u201aDass die Pharis\u00e4er Jesus immer kritisieren, wei\u00df ich schon, die waren halt so negative, verbohrte alte M\u00e4nner.\u2019 Aber damit denken wir zu oberfl\u00e4chlich \u00fcber ihr Verhalten. Wir erfahren heute, was f\u00fcr eine ernste Angelegenheit es in Wirklichkeit war, dass sie Jesus und seinen Werken gegen\u00fcber immer kritisch und ablehnend blieben, und welche schlimmen Konsequenzen das hatte. Der heutige Text fordert auch uns dazu heraus, uns selbst vor Gott zu erkennen. Vor allem k\u00f6nnen wir auch erfahren, was wir tun sollen, damit wir nicht wie die Menschen werden, die Jesus im heutigen Text warnen und tadeln muss. M\u00f6ge Gott jedem ein offenes Herz und einen dem\u00fc\u00adti\u00adgen Geist geben, sodass er uns heute segnen kann!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Jesu \tMacht \u00fcber die b\u00f6sen Geister (22-37) <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Betrachten wir den Text. Vers 22 sagt: <strong>\u201eDa wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah.\u201c <\/strong>Zu Jesus wurde ein Mann gebracht, der gleichzeitig blind und stumm war. Aber Jesus erkannte, dass der Mann besessen war, was wohl auch der Grund f\u00fcr seine k\u00f6rperlichen Leiden war. Jesus befreite ihn von der Besessenheit, sodass der Mann wieder reden und sehen konnte.<\/p>\n<p>Wie reagierte das Volk auf die Heilungstat Jesu? Im Vers 23 hei\u00dft es:<strong> \u201eUnd alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn?\u201c <\/strong>Die Menschen im Volk waren aufs H\u00f6chste erstaunt, als Jesus den Mann von seinem Leiden befreite. Sie fragten sich, ob Jesus nicht Davids Sohn, der verhei\u00dfene Messias, ist. Sie konnten zwar nicht auf der Stelle einen klaren, festen Glauben ergreifen; aber sie dachten entsprechend der Tatsachen von Jesu Werk und auch entsprechend der Worte Gottes, in denen vom Messias vorausgesagt ist, dass die Blinden wieder sehen und die Stummen reden und die Gefangenen frei werden. So konnten sie sich in ihren Gedanken immerhin in Richtung des Glaubens bewegen.<\/p>\n<p>Wie reagierten dagegen die Pharis\u00e4er auf das Wunder Jesu? Vers 24 sagt: <strong>\u201eAber als die Pharis\u00e4er das h\u00f6rten, sprachen sie: Er treibt die b\u00f6sen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten.\u201c <\/strong>Als sie von Jesu Heilstat erfuhren, behaupteten sie, dass Jesus die b\u00f6sen Geister durch ihren Obersten austreiben w\u00fcrde. So verleumdeten sie Jesu Heilstat als ein Werk Teufels. Ihre Worte hatten keine Grundlage in Jesu Tat, sondern entsprangen ihrer Phantasie, motiviert durch ihre tiefe Abneigung gegen\u00fcber Jesus und ihren Wunsch, den aufkommenden Glauben der Leute zu ersticken.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus auf ihre schwere Verleumdung? Verse 25 und 26 sagen: <strong>\u201eJesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verw\u00fcstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen?\u201c<\/strong> Jesus reagierte nicht zornig oder ungehalten auf ihre boshafte Verleumdung. Vielmehr erkl\u00e4rte er mit logischen Argumenten, warum ihre Behauptung falsch sein musste. Wie wir wissen, kann kein Land und auch keine Familie auf Dauer bestehen, wenn sich die B\u00fcrger bzw. die Familienmitglieder gegenseitig bek\u00e4mpfen. Wenn der Satan gegen seine eigenen Untertanen k\u00e4mpfen w\u00fcrde, wie die Pharis\u00e4er es behaupteten, h\u00e4tte sein Reich keinen Bestand. Aber tats\u00e4chlich ist sein Reich bis heute real existent, der besessene Mann, der blind und stumm war, war eines von vielen Beispielen daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Was sprach noch gegen die Behauptung der Pharis\u00e4er? Jesus sagt weiter: <strong>\u201eWenn ich aber die b\u00f6sen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure S\u00f6hne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein\u201c <\/strong>(27). Auch gl\u00e4ubige S\u00f6hne der Pharis\u00e4er trieben b\u00f6se Geister aus. Als die Pharis\u00e4er Jesu Werk als ein Werk des Satans verleumdeten, haben sie auch das Tun ihrer S\u00f6hne verleumdet.<\/p>\n<p>Jesus hat also anschaulich gezeigt, dass ihre Behauptung, dass er die b\u00f6sen Geister durch ihren Obersten austreiben w\u00fcrde, unlogisch und verkehrt war. Wenn er also nicht mit Hilfe der finsteren Macht die b\u00f6sen Geister austrieb, bleibt nur noch eine logische Erkl\u00e4rung, n\u00e4mlich dass er es durch Gottes Geist tut. Jesus zieht daraus die logische Schlussfolgerung: <strong>\u201eWenn ich aber die b\u00f6sen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.\u201c <\/strong>Dass Jesus Menschen von b\u00f6sen Geistern befreit, ist ein klarer Beweis daf\u00fcr, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist. Gottes Reich befreit die Menschen, die bislang unter dem Einfluss finsterer M\u00e4chte sich hilflos gequ\u00e4lt haben, und schenkt ihnen ein neues Leben unter Gottes Herrschaft in Frieden und wahrer Freiheit. Egal, wie sehr jemand bisher auch gefangen war \u2013 niemand braucht sich l\u00e4nger unter finsteren M\u00e4chten und S\u00fcnden wie Begierden, Sorgen und \u00c4ngsten zu qu\u00e4len; denn die Tatsache, dass Jesus in das finstere Haus des \u201eStarken\u201c eingedrungen ist und einen gefangenen Menschen nach dem anderen von dort herausholt, zeigt, dass Jesus der St\u00e4rkere ist und dass ihn nichts und niemand hindern kann, auch jeden anderen von dort noch herauszuholen, der nach seiner Hilfe schreit. Gott sei Dank f\u00fcr Jesus, durch den das Reich Gottes herbeigekommen ist!<\/p>\n<p>Was Jesu erkl\u00e4rte, war sehr logisch und anschaulich. Warum konnten die Pharis\u00e4er das dann nicht verstehen, sodass sie so verkehrte, unlogische Gedanken dachten und behaupteten? Es lag nicht daran, dass sie zu wenig intelligent waren oder von geistlichen Dingen keine Ahnung h\u00e4tten. Es lag daran, dass sie es nicht verstehen wollten. Sie wollten lieber in ihren festen Gedanken und ihrer eigenen Vorstellung bleiben, die sie sich \u00fcber Gott und \u00fcber sich selbst gemacht hatten, anstatt die Wahrheit erkennen zu wollen. Das war ein sehr ernstes Problem. Ihre mutwillige Interpretation von Jesu Tat zeigt, dass der Mensch nicht \u00fcber eine \u201eneutrale Vernunft\u201c verf\u00fcgt. Wir neigen dazu zu denken, dass wir in der Lage w\u00e4ren, alle Dinge richtig zu beurteilen, wenn wir nur genug Informationen dar\u00fcber h\u00e4tten. Aber das ist nicht wahr. Denn tats\u00e4chlich denken wir im Interesse unseres Willens, unsere Vernunft arbeitet nicht neutral, sondern motiviert von unseren Pl\u00e4nen und W\u00fcnschen. Entscheidend ist also, was in unserem Herzen ist. Wer wie die Pharis\u00e4er Jesus nicht erkennen und ihm dienen will, sondern ihn widerlegen und von ihm unabh\u00e4ngig bleiben will, wird nicht erkennen, was Jesus durch seine Werke und Worte klar offenbart hat. Wir m\u00fcssen zuerst und immer wieder neu die Bereitschaft aufbringen, Gott und seinen Sohn zu erkennen und seinen Willen zu tun, damit wir f\u00e4hig werden, aus seinen Offenbarungen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und ihn zu erkennen, wie er ist. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen!<\/p>\n<p>Welche Warnung sprach Jesus gegen die Pharis\u00e4er aus? <strong>\u201eWer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut\u201c<\/strong> (30). Hier lehrt Jesus klar, dass es keine neutrale Position ihm gegen\u00fcber gibt. Bis heute versuchen viele Menschen, eine neutrale Position gegen\u00fcber Jesus einzunehmen; dabei meinen sie, dass ihnen das niemand vorwerfen k\u00f6nne, weil sie ja nicht gegen Jesus handeln w\u00fcrden. Aber das ist nicht wahr. So wie man in einem Krieg nicht einfach neutral bleiben kann, so gibt es auch in der geistlichen Realit\u00e4t keine M\u00f6glichkeit, neutral zu bleiben. Wer nicht f\u00fcr Jesus ist, ist gegen ihn, und wer nicht mit ihm Menschen f\u00fcr Gottes Reich sammelt, der bewirkt mit seinen Worten und Taten gewollt oder ungewollt, dass Menschen vom Glauben abgehalten oder dabei behindert werden. Gott bewahre uns vor dem tr\u00fcgerischen Versuch, irgendwie eine neutrale Position gegen\u00fcber Jesus zu beziehen! M\u00f6ge jedem von uns helfen, sich klar auf die Seite Jesu zu stellen und mit ihm Menschen zu sammeln und in sein ewiges Reich f\u00fchren!<\/p>\n<p>Welche weitere Warnung gab Jesus den Pharis\u00e4ern? Betrachten wir die Verse 31 und 32: <strong>\u201eDarum sage ich euch: Alle S\u00fcnde und L\u00e4sterung wird den Menschen vergeben; aber die L\u00e4sterung gegen den Geist wird nicht vergeben.  Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird&#8217;s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.\u201c<\/strong> Damit, dass die Pharis\u00e4er Jesu Austreibung der b\u00f6sen Geister als ein Werk des Teufels verl\u00e4sterten, begingen sie eine sehr schwere S\u00fcnde. Denn sie l\u00e4sterten damit gegen den Heiligen Geist. Jesus betont, dass den Menschen alle S\u00fcnde und alle L\u00e4sterung vergeben wird. Wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem kann es nicht vergeben werden. Warum ist das so? Zum einen geschieht die L\u00e4sterung durch den Heiligen Geist absichtlich; denn nur der l\u00e4stert den Heiligen Geist, der den Heiligen Geist kennt, ihn irgendwie erfahren hat. Zum anderen ist der Heilige Geist gerade derjenige, der in uns Menschen die Erkenntnis unserer S\u00fcnden und Bu\u00dfe bewirken kann, was die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass wir von Gott die Vergebung und sein Heil erlangen k\u00f6nnen. Wer aber den Heiligen Geist zur\u00fcckweist und gegen ihn redet, verhindert selbst, dass Er in ihm wirken und ihn zur Bu\u00dfe und zum Heil leiten kann. Gott bewahre uns vor dieser S\u00fcnde! Gott helfe uns, das Wirken des Heiligen Geist immer anzuerkennen und uns von ihm zur Bu\u00dfe, zum Glauben und zum Gehorsam f\u00fchren zu lassen!<\/p>\n<p>Wie tiefgehend war das Problem der Pharis\u00e4er? Betrachten wir Vers 33: <strong>\u201eNehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.\u201c <\/strong>Dass sie Jesu Heilungswerk verl\u00e4sterten, war nicht nur ein \u201eAusrutscher\u201c oder eine verbale Entgleisung. Denn so, wie es eine Einheitlichkeit zwischen einem Baum und seinen Fr\u00fcchten gibt, so gibt es auch die Einheitlichkeit zwischen einem Menschen und den Fr\u00fcchten, die er in seinem Leben bringt. Es spielt keine Rolle, wie gut wir von uns selbst denken oder was wir vor den Menschen vorgeben zu sein. Die Fr\u00fcchte, die in unserem Leben tats\u00e4chlich entstehen, zeigen, wie es in Wirklichkeit in uns aussieht. Was wir reden und tun und bewirken in unserer Umgebung zeigt, bildlich gesagt, ob wir ein guter oder ein schlechter Baum sind.<\/p>\n<p>Die Pharis\u00e4er gaben sich gr\u00f6\u00dfte M\u00fche, das Bild von gesetzestreuen, ehrenwerten, frommen Herren zu vermitteln. Aber ihre Worte verrieten, dass sie selbst, ihr Wesen und ihr Herz, tief verdorben waren. Darum tadelte Jesus sie: <strong>\u201eIhr Schlangenbrut, wie k\u00f6nnt ihr Gutes reden, die ihr b\u00f6se seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund \u00fcber. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein b\u00f6ser Mensch bringt B\u00f6ses hervor aus seinem b\u00f6sen Schatz\u201c <\/strong>(34.35). Hier lehrt Jesus nochmals den Zusammenhang zwischen unserem Herzen und den Worten und den Taten, die ein Mensch hervorbringt. Die Worte, die wir sprechen, sind ein Ausdruck dessen, was wir im Herzen haben. Wenn mein Herz mit Gottes Liebe und geistlichen Gedanken erf\u00fcllt ist, werde ich solche Dinge sprechen. Wenn ich dagegen lauter ungeistliche und unn\u00fctze Dinge sage, zeigt dies, dass mein Herz b\u00f6se ist. Wir haben oft wenig Problembewusstsein f\u00fcr das, was wir sagen, und halten es f\u00fcr harmloser als unsere Taten. Aber Jesus sagt:<strong> \u201eIch sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben m\u00fcssen am Tage des Ge\u00adrichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.\u201c <\/strong>Gott achtet sehr genau darauf, was wir sagen, es ist ihm sehr wichtig. Gott will, dass wir Worte der Wahrheit sprechen, Worte der Liebe, die den anderen ermutigen und erbauen, die die Menschen auf den wahren Gott hinweisen. Was reden wir vom Morgen bis zum Abend eines einzigen Tages? Wir m\u00fcssen uns klar werden, dass wir nicht nur f\u00fcr jedes lieblose, unwahre und b\u00f6se Wort, das wir geredet haben, am Tage des Gerichts Rechenschaft vor ihm geben m\u00fcssen, sondern sogar f\u00fcr jedes nichtsnutzige Wort, das hei\u00dft f\u00fcr jedes Wort, das weder Gott noch unserem N\u00e4chsten etwas nutzt. Jesus sagt: <strong>\u201eAus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden\u201c<\/strong> (37). Unsere Worte haben vor Gott so gro\u00dfe Bedeutung. Unsere Worte bilden die Grundlage, auf der Gott uns rechtfertigen oder verdammen wird. Hier stellt sich uns die brennende Frage: Wie k\u00f6nnen wir ein gutes Herz bekommen, sodass wir Worte der Wahrheit und der Erbauung reden, die Gott anerkennen kann? Wie k\u00f6nnen wir ein guter Baum sein und gute Fr\u00fcchte im Leben hervorbringen? Lasst uns diese ernste Frage festhalten und die Antwort darauf am Ende finden!<\/p>\n<p>2.\u00a0<strong>Das \tZeichen des Propheten Jona (38-45)<\/strong><\/p>\n<p>Was forderten daraufhin einige Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er von Jesus? Vers 38 sagt: \u201e<strong>Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern an und sprachen zu ihm: Meister, wir m\u00f6chten gern ein Zeichen von dir sehen.\u201c <\/strong>Sie forderten von Jesus ein weiteres Zeichen, obwohl Jesus gerade ein Zeichen getan hatte; aber sie hatten sich geweigert, es anzunehmen.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus darauf? Es hei\u00dft: <strong>\u201eUnd er antwortete und sprach zu ihnen: Ein b\u00f6ses und abtr\u00fcnniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona.\u201c <\/strong>Jesus hat hier nicht nur die umstehenden Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er, sondern das ganze Geschlecht der Israeliten angesprochen. Jesus nannte sie ein b\u00f6ses und abtr\u00fcnniges Geschlecht. Warum wurde Jesus sie so hart getadelt? Sie forderten ein Zeichen, obwohl sie gerade ein Zeichen erfahren hatten; aber sie hatten es abgelehnt und waren in ihrer ungl\u00e4ubigen Gesinnung geblieben. Das war b\u00f6se, weil sie es absichtlich abgelehnt hatten, aus Jesu Zeichen die richtige Konsequenz zu ziehen und Jesu anzuerkennen. Sie lehnten Jesu Herrschaft absichtlich ab und wollten weiter unabh\u00e4ngig von ihm so denken und leben, wie sie wollten. Aus dieser Gesinnung heraus, wagten sie es sogar wenig sp\u00e4ter, Jesus zum Tod zu verurteilen und zu kreuzigen und noch ein gutes Gewissen dabei zu haben. Vor allem lernen wir, dass wir eine hohe Verantwortung haben, dass wir aus den Offenbarungen Jesu die richtige Konsequenz ziehen und selbst uns darum bem\u00fchen, dadurch ihn zu erkennen! M\u00f6ge Gott uns helfen, auf seine Worte und Werke zu achten und daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen und aus Glauben an ihn zu leben.<\/p>\n<p>Obwohl die Menschen so b\u00f6se und abtr\u00fcnnig waren, w\u00fcrde Gott ihnen doch ein Zeichen geben, und zwar das Zeichen des Jona. Was bedeutet das? Jesus erkl\u00e4rt es so: <strong>\u201eDenn wie Jona drei Tage und drei N\u00e4chte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei N\u00e4chte im Scho\u00df der Erde sein.\u201c <\/strong>Das Zeichen des Jona, der drei Tage und drei N\u00e4chte im Bauch des Fisches war, steht f\u00fcr Jesu Tod und seine Auferstehung am dritten Tag. Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung sind das gr\u00f6\u00dfte, unmissverst\u00e4ndliche und ultimative Zeichen, durch das alle Menschen Gottes Liebe und das Heil in seinem Sohn erkennen k\u00f6nnen. Selbst die b\u00f6sesten Menschen haben die M\u00f6glichkeit, durch Jesu Kreuz Gott und seine Barmherzigkeit zu erkennen und zu ihm umzukehren und das Heil zu bekommen.<\/p>\n<p>Doch Jesus wusste, dass die meisten Menschen auch auf dieses gro\u00dfartige und ultimative Zeichen nicht reagieren und keine Bu\u00dfe tun w\u00fcrden. Durch ihre hartn\u00e4ckige Ablehnung der Offenbarung Gottes und seines Heils w\u00fcrden sie sich Gottes Gericht zuziehen. Jesus sagt: <strong>\u201eDie Leute von Ninive werden auftreten beim J\u00fcngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Bu\u00dfe nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die K\u00f6nigin vom S\u00fcden wird auftreten beim J\u00fcngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu h\u00f6ren. Und siehe, hier ist mehr als Salomo\u201c <\/strong>(41.42). Hier wird ihre S\u00fcnde, dass<strong> <\/strong>sie keine Reaktion auf Jesu Werke zeigten, sehr deutlich, besonders durch den Vergleich mit Menschen aus alttestamentlicher Zeit. Die Leute von Ninive h\u00f6rten nur die eine Predigt des Propheten Jona, der ihnen den Untergang ihrer Stadt voraussagte; sie h\u00f6rten keine anderen Predigten und sahen auch keine Wunder. Aber als sie das h\u00f6rten, taten sie daraufhin Bu\u00dfe. Dagegen hatten die Menschen zur Zeit Jesu die vielen Predigten Jesu einschlie\u00dflich der wunderbaren Bergpredigt und sahen seine gewaltigen Wunder, die monatelang unter ihnen geschahen; aber obwohl sie so viel Offenbarung hatten, taten sie keine Bu\u00dfe wegen ihrer Unbu\u00dffertigkeit und Unwillen, Jesus anzuerkennen und sich unter seine Herrschaft zu stellen. Wegen ihrer hartn\u00e4ckige Ignoranz und Unbu\u00dffertigkeit und ihrem absichtlichen Unglauben w\u00fcrden die Leute von Ninive ihre Richter sein. Die K\u00f6nigin von S\u00fcden hatte von der Weisheit von Salomo geh\u00f6rt und reiste von \u00c4thiopien nach Israel, um seine Weisheit zu sehen und zu h\u00f6ren, obwohl es sich nur um die Weisheit eines Menschen handelte. Jesus sagt:<strong> \u201eUnd siehe, hier ist mehr als Salomo.\u201c<\/strong> Jesus ist der Sohn Gottes. Er redete mit g\u00f6ttlicher Weisheit \u00fcber die Geheimnisse des Himmels und den richtigen Weg im Leben hier auf der Erde. Aber die Menschen bem\u00fchten sich kaum, seine Predigten zu h\u00f6ren und richtig zu verstehen. Sie mussten nur ein paar Stra\u00dfen weiter gehen, um seine Worte zu h\u00f6ren, und sich zu Hause etwas Zeit zu nehmen, um die Bedeutung zu bedenken und zu finden. Aber sie waren geistlich faul und hatten keinen gro\u00dfen  Wunsch, die Wahrheit zu erkennen und selbst ver\u00e4ndert zu werden. Sie w\u00fcrden wegen ihrer ignoranten Haltung gegen\u00fcber Gott von der K\u00f6nigin vom S\u00fcden verdammt werden. Dies war eine sehr ernste schreckliche Ank\u00fcndigung. Andererseits sehen wir hier die gro\u00dfe Bedeutung der Bu\u00dfe: Bu\u00dfe wendet das Schicksal des Menschen, egal, wie gro\u00df die S\u00fcnde des Menschen sein mag. Auch der b\u00f6seste Mensch hat Hoffnung in Gott, wenn er Bu\u00dfe tut.<\/p>\n<p>Danach spricht Jesus noch einmal \u00fcber die b\u00f6sen Geister. Betrachten wir die Verse 43-45: \u201e<strong>Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er d\u00fcrre St\u00e4tten, sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann spricht er: Ich will wieder zur\u00fcckkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er&#8217;s leer, gekehrt und geschm\u00fcckt. Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andre Geister, die b\u00f6ser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin; und es wird mit diesem Menschen hernach \u00e4rger, als es vorher war. So wird&#8217;s auch diesem b\u00f6sen Geschlecht ergehen.\u201c <\/strong>Hier spricht Jesus anschaulich \u00fcber die Gefahr der R\u00fcckkehr b\u00f6ser Geister, nachdem man von ihnen befreit worden ist. Ein Mensch ist vergleichbar mit einem Haus. Wenn wir Jesu Reinigung und Hilfe erfahren haben, ist es wichtig, dass wir nicht ein leeres Haus bleiben, sondern bewusst Jesus \u00fcber unser Lebenshaus herrschen und es von ihm erf\u00fcllen lassen. Wer das nicht tut, dem wird es nachher schlimmer ergehen als vorher.<\/p>\n<p>Betrachten wir nochmals das Ende dieses Abschnitts. Jesus sagt im Vers 45b: <strong>\u201eSo wird\u2019s auch diesem b\u00f6sen Geschlecht ergehen.\u201c<\/strong> Was Jesus hier \u00fcber die R\u00fcckkehr der b\u00f6sen Geister in das leer stehende Haus sagt, bezieht sich auch auf das Volk der Israeliten. Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder G\u00f6tzen gedient und waren so unter den Einfluss b\u00f6ser Geister geraten. Gott hatte immer wieder Richter zu ihnen gesandt, die sie ermahnten und ihnen halfen, zu Gott zur\u00fcckzukehren und seine Hilfe zu suchen. Aber sie fielen immer wieder in den G\u00f6tzendienst zur\u00fcck, bis Gott sie schlie\u00dflich aus ihrem Land warf und in die babylonische Gefangenschaft schickte, wo sie ihre S\u00fcnden unter Tr\u00e4nen bereuten und zu Gott umkehrten. Als etliche von ihnen nach 70 Jahren wieder in ihr Land zur\u00fcckkehrten, wollten sie auch geistlich einen neuen Anfang machen. Politisch wurden sie von verschiedenen anderen L\u00e4ndern besetzt, zuletzt von den R\u00f6mern, aber geistlich waren sie wie ein Haus, das leer stand. Sie sollten dringend Jesus aufnehmen und ihr Haus von ihm beherrschen und erf\u00fcllen lassen. Aber das taten sie nicht, weil sie ihn nicht als Herrn und Christus anerkennen und unter seiner Herrschaft leben wollten. Jesus wusste das und sagte mit den Worten im Vers 45b voraus, dass es ihnen nach ihrer Ablehnung schlimmer ergehen w\u00fcrde als fr\u00fcher. Diese Voraussage Jesu hat sich buchst\u00e4blich in der Geschichte erf\u00fcllt. Im Jahr 70 n. Chr. belagerten die R\u00f6mer Jerusalem, das voll mit Pilgern war, und zerst\u00f6rten es v\u00f6llig. Etwa eine Million Menschen kamen um. Die \u00fcbrig gebliebenen Israeliten wurden \u00fcberall hin zerstreut und mussten \u00fcber einen Zeitraum von etwas 2000 Jahren sehr viel Leid erdulden.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte Gott Israel dazu bestimmt, ein K\u00f6nigreich von Priestern und ein heiliges Volk zu sein, durch das er alle V\u00f6lker der Erde segnen kann. War durch das Versagen Israels Gottes Plan gescheitert? Nein! In diesem letzten Abschnitt erfahren wir von Jesu wahren Verwandten, von seiner geistlichen Familie, die zu einer gro\u00dfen Gemeinde heranwuchs und praktisch das neue Israel wurde, durch das Gott wirken und Ehre nehmen will.<\/p>\n<p><strong>3. \u00a0 Jesu wahre Verwandte (46-50)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 46 und 47. Als Jesus noch zu dem Volk redeten, standen seine Mutter und seine Br\u00fcder vor dem Haus und wollten mit ihm reden. Jemand sagte Jesus dar\u00fcber Bescheid: <strong>\u201eSiehe, deine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und wollen mit dir reden.\u201c <\/strong>Eigentlich war es damals selbstverst\u00e4ndlich, dass Jesus zu seiner Mutter und seinen Br\u00fcdern hinausgehen sollte, da bei den Juden die Familienbindung als die st\u00e4rkste Bindung galt. Doch was antwortete Jesus, anstatt zu ihnen hinauszugehen? Es hei\u00dft weiter: <strong>\u201eEr antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Br\u00fcder?  Und er streckte die Hand aus \u00fcber seine J\u00fcnger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter, und das sind meine Br\u00fcder!  Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.\u201c <\/strong>Hier hat Jesus die neue geistliche Familie verk\u00fcndigt, die er zusammen mit all denen bildet, die Gottes Willen tun. Wie gro\u00dfartig ist es, dass, wenn wir Gottes Willen tun, Jesus uns als seine Br\u00fcder und Schwestern erachtet. Wenn ich Gottes Willen tue, bin ich ein Bruder Jesu, des Sohnes Gottes. Wenn wir Br\u00fcder und Schwestern Jesu sind, dann sind wir auch untereinander Br\u00fcder und Schwestern. Man sagt, dass Blut dicker ist als Wasser, das hei\u00dft, dass die Blutbeziehung die wertvollere und wichtigere Beziehung ist als alle anderen. Aber Jesu Worte und sein Verhalten machen klar, dass die neue Familienbeziehung in Jesus die noch gr\u00f6\u00dfere Bedeutung hat, da sie unmittelbar von Gott gestiftet und aufrechterhalten ist und weil sie ewig bleibt. Jesu Familie war anfangs klein; aber sie wuchs st\u00e4ndig und bildet das neue Israel, das Gott f\u00fcr sein Werk, alle V\u00f6lker der Erde zu erl\u00f6sen, kostbar gebrauchen will und gebraucht.<\/p>\n<p>Hier bekommen wir auch die Antwort auf unsere brennende Frage, n\u00e4mlich: Wie kann ich ein guter Baum werden und gute Fr\u00fcchte bringen, obwohl ich jetzt nicht so bin? Wir k\u00f6nnen uns nicht einfach ver\u00e4ndern und uns von selbst in gute B\u00e4ume verwandeln, die gute Fr\u00fcchte bringen. Aber wir k\u00f6nnen auf Jesus h\u00f6ren und Gottes Willen tun und in der Verwandtschafts\u00adbezie\u00adhung zu ihm leben, das hei\u00dft als Jesu Bruder bzw. als Jesu Schwester mit ihm eng verbunden leben. Durch unser t\u00e4gliches Leben in enger Verbundenheit mit Jesus und unser prak\u00adtisches Tun von Gottes Willen wird er uns ver\u00e4ndern und unser Denken, unser Wollen und Trachten, unser Reden und unser praktisches Tun dem eines Bruders bzw. einer Schwester Jesu immer mehr entsprechend machen, sodass wir tats\u00e4chlich so, wie er uns ansieht, auch werden, n\u00e4mlich seine Br\u00fcder und Schwester, die geistlich gesinnt sind und heilig leben. Anders gesagt wird Jesus uns durch unseren Gehorsam und verbundenes Leben mit ihm zu guten B\u00e4umen verwandeln, die viele gute Fr\u00fcchte bringen.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort: <strong>\u201eDenn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.\u201c <\/strong>M\u00f6ge Gott uns helfen, entspre\u00adchend der Realit\u00e4t zu denken und Jesus aufgrund seiner Werke zu erkennen, zum anderen auch uns selbst aufgrund der Fr\u00fcchte in unserem Leben zu erkennen, anstatt in einer tr\u00fcgeri\u00adschen Phantasiewelt zu leben. M\u00f6ge Jesus uns helfen, Gottes Willen zu tun und als Jesu Br\u00fcder und Schwestern eng mit ihm verbunden zu leben, damit wir von ihm von innen her ver\u00e4ndert werden und von Herzen gute Worte reden und viele gute Fr\u00fcchte bringen werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel \u201eDenn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.\u201c (12,50) Letzte Woche haben wir erfahren, dass Jesus das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht ausl\u00f6scht; Jesus ist voller Barmherzigkeit. 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