{"id":1608,"date":"2011-09-01T20:54:52","date_gmt":"2011-09-01T19:54:52","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1608"},"modified":"2022-11-18T12:24:34","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:34","slug":"predigt-matthaus-1120-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-1120-30\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 11,20 &#8211; 30"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/P11Mt11-2030.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Jesus  l\u00e4dt  uns  ein<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Kommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid;<br \/>\nich will euch erquicken.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(11,28)<\/p>\n<p>Unser heutiger Text kn\u00fcpft direkt an den vorangehenden Abschnitt an. Erinnern wir uns kurz: Jesus hat auf die Frage von Johannes dem T\u00e4ufer, ob er wirklich der verhei\u00dfene Christus ist, die Boten auf seine Wunder verwiesen, die sie selbst h\u00f6rten und sahen. Danach hat Jesus das Volk die Gr\u00f6\u00dfe von Johannes gelehrt, der wegen seiner Aufgabe als Vorbote des Messias der gr\u00f6\u00dfte Mensch war, der bis dahin je gelebt hatte. Doch die meisten Menschen reagierten weder auf die Botschaft von Johannes und noch auf das Werk Jesu. Jesus verglich sie mit Kindern, die weder auf Klagelieder hin weinen noch auf Tanzmusik tanzen wollten. Ihr Nichtreagieren auf Gottes Wirken war keineswegs harmlos, sondern eine ernste S\u00fcnde, die schwerwiegende Konsequenzen hatte. Im heutigen Text h\u00f6ren wir Jesu Wehe\u00adrufe \u00fcber die St\u00e4dte, in denen die meisten seiner Taten geschehen waren, die aber keine Bu\u00dfe getan hatten. Im zweiten Teil preist Jesus Gott f\u00fcr diejenigen, die seine Offenbarung doch angenommen haben, und lehrt, welchen gro\u00dfen Segen sie bekommen. Im dritten Teil l\u00e4dt Jesus uns alle ein, zu ihm zu kommen, uns von ihm erquicken zu lassen und eine Schicksalsgemeinschaft mit ihm einzugehen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, Jesu Worten gut zuzuh\u00f6ren, damit wir seiner Einladung folgen und seinen Segen erlangen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>I. <\/strong><strong>Wehe dir! (20-24) <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 20:<strong> \u201eDa fing er an, die St\u00e4dte zu schelten, in denen die meisten seiner Taten geschehen waren; denn sie hatten nicht Bu\u00dfe getan\u201c. <\/strong>Nach seinem Tadel \u00fcber das Nichtreagieren der Menschen auf Johannes und ihn selbst begann Jesus, die St\u00e4dte zu tadeln, in denen die meisten seiner Taten geschehen waren. Betsaida und Chorazin lagen nur wenige Kilometer von Kapernaum entfernt, wo Jesus am meisten lebte und wirkte. Dort hatte Jesus zahllose Kranke geheilt und mit Vollmacht das Evangelium gepredigt. Durch seine Taten hatte Jesus seine g\u00f6ttliche Vollmacht und Barmherzigkeit gezeigt und hatte so klar gezeigt, wer er ist. Denn wer kann Blinde mit einem Wort sehend machen, Gel\u00e4hmte wieder laufen lassen und Leprakranke schlagartig gesund machen? Jesu Taten bezeugen klar, dass Jesus der von Gott verhei\u00dfene Christus und Gottes Sohn selbst ist. Jesus wollte dadurch erreichen, dass die Menschen ihn erkennen und auch seine Botschaft annehmen, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist, damit sie damit anfingen, ihr Leben unter Gottes Herrschaft zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Doch obwohl die Menschen in Betsaida und Chorazin so viele Taten Jesu gesehen hatten, reagierten sie nicht darauf. Sie weigerten sich, die mit den Wundertaten verbundene Botschaft anzunehmen, und interpretierten die Ereignisse auf eigenartige Weise. Zum Beispiel behaupteten einige, dass Jesus die b\u00f6sen Geister mit Beelzebul, ihrem Obersten austreiben w\u00fcrde. Andere lehnten Jesus ab unter dem Vorwand, dass er ein Fresser und Weins\u00e4ufer sei. Mit dieser oder jener Begr\u00fcndung weigerten sie sich, Jesus als den verhei\u00dfenen Christus anzuerkennen und ihr Leben unter seine Herrschaft zu stellen. Warum taten sie das? Ein Grund war wohl die geistliche Tr\u00e4gheit, die uns Menschen dazu neigen l\u00e4sst, an der gewohnten Einstellung und Lebensweise nichts \u00e4ndern zu wollen. Daneben spielt als Motiv oft auch der s\u00fcndige Wille eine Rolle, dass man lieb gewonnene S\u00fcnden bewusst oder unbewusst nicht aufgeben will. Ein dritter Grund mag auch gewesen sein, dass sie sich einbildeten, dass sie durch ihr religi\u00f6ses Leben vor Gott bereits in Ordnung w\u00e4ren, und sich so in falscher Sicherheit wiegten. Doch unabh\u00e4ngig davon, was ihre Motivation genau war, war ihre Weigerung, auf Jesu Werke zu reagieren und ihn als den Christus anzuerkennen, b\u00f6se, weil sie aus ihrem Unwillen kam. Ihre Ignoranz war eine schwere S\u00fcnde, durch die sie sich selbst von der Gnade abschnitten und sich unweigerlich das Gericht zuzogen.<\/p>\n<p>Als Jesus an die Menschen in Chorazin und Betsaida dachte, wie sie sich weigerten, auf seine gewaltige Offenbarung zu reagieren, war er von heiligem Zorn und von tiefem Schmerz erf\u00fcllt. Voller Schmerzen sagte: <strong>\u201eWehe dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! W\u00e4ren solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen, wie sie bei euch geschehen sind, sie h\u00e4tten l\u00e4ngst in Sack und Asche Bu\u00dfe getan. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon ertr\u00e4glicher ergehen am Tage des Gerichts als euch.\u201c <\/strong>Warum war ihre S\u00fcnde so schwerwiegend? Jesus verglich sie mit Tyrus und Sidon, zwei stolzen Handelsst\u00e4dten an der Mittelmeerk\u00fcste, die in der Vergangenheit durch ihren Handel im Mittelmeerraum gro\u00dfen Reichtum und Einfluss erlangt hatten. Sie vertrauten auf ihren Reichtum, ihre Handelsbeziehungen und die hohen Mauern um ihre St\u00e4dte und ignorierten Gott und f\u00fchrten ein Leben in S\u00fcnde. Gott lie\u00df durch Jesaja und Hesekiel die Zerst\u00f6rung der beiden St\u00e4dte wegen ihrer S\u00fcnde ank\u00fcndigen, die durch die Chald\u00e4er vollzogen wurde (Jes 23; Hes 26-28). Warum sagt Jesus, dass es Tyrus und Sidon am Tag des Gerichts ertr\u00e4glicher ergehen wird als Chorazin und Betsaida? In moralischer Hinsicht hatten die Menschen in Chorazin und Betsaida vielleicht nicht so schlimm ges\u00fcndigt wie die Menschen in den heidnischen St\u00e4dten Tyrus und Sidon es damals getan hatten. Doch anders als Tyrus und Sidon hatten Chorazin und Betsaida die gewaltige Offenbarung Jesu erhalten. Doch obwohl sie so viele Wunder gesehen hatten, hatten sie sich geweigert, Bu\u00dfe zu tun. Jesus stellt klar, dass wenn solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen w\u00e4re, sie in Sack und Asche Bu\u00dfe getan h\u00e4tten. Jesu Vergleich mit Tyrus und Sidon macht klar, wie schwerwiegend ihre S\u00fcnde war. Er macht auch klar, dass mit dem Ma\u00df, mit dem wir Menschen Gottes Offenbarung erhalten, auch unsere Verantwortung w\u00e4chst, darauf entsprechend zu reagieren.<\/p>\n<p>Betrachten wir auch die Verse 23 und 24a. Jesus sagte weiter: <strong>\u201eUnd du, Kaper\u00adnaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die H\u00f6lle hinunter\u00adgesto\u00dfen werden.\u201c <\/strong>Kapernaum war die Stadt, in der Jesus am meisten Wunder getan hatte. Daher hatten die Menschen in Kapernaum die beste M\u00f6glichkeit, durch die Wunder Jesus zu erkennen und seine Botschaft vom Reich Gottes anzunehmen und ihr Leben darauf auszurichten. Doch anstatt auf Jesu Werke mit Bu\u00dfe zu reagieren, lebten sie in grundlosem Stolz, der wohl auf ihrer Stellung als wichtige Handelsstadt in Galil\u00e4a und au\u00dferdem in ihrem religi\u00f6sen Leben als Juden gr\u00fcndete. So bildeten sie sich ein, dass sie von Gott einmal bis in den Himmel erhoben w\u00fcrden. Doch wegen ihrer Ignoranz des Heilands w\u00fcrden sie bis in die H\u00f6lle hinunter gesto\u00dfen werden. Jesus erkl\u00e4rt es, indem er Kapernaum mit der Stadt Sodom vergleicht: <strong>\u201eDenn wenn in Sodom die Taten geschehen w\u00e4ren, die in dir geschehen sind, es st\u00fcnde noch heutigen Tages. Doch ich sage euch: Es wird dem Land der Sodomer ertr\u00e4glicher ergehen am Tage des Gerichts als dir.\u201c <\/strong>Vom ersten Buch Mose wissen wir, wie schwer die Menschen in Sodom gegen Gott s\u00fcndigten (1. Mose 13,13). Sie lebten in so krasser Weise gegen den Willen Gottes, dass sie sich schlie\u00dflich Gottes Gericht durch Feuer und Schwefel vom Himmel zuzogen (1. Mose 19,1-29). Die Menschen in Kapernaum f\u00fchrten moralisch gesehen \u201eim Durchschnitt\u201c wohl ein besseres Leben als die Menschen in Sodom. Aber trotzdem w\u00fcrde es dieser s\u00fcndigen Stadt am Tag des Gerichts ertr\u00e4glicher ergehen als Kapernaum, weil die Menschen dort so viele Wundertaten Jesu erlebt hatten, aber nicht darauf reagierten.<\/p>\n<p>Hier lernen wir, was f\u00fcr eine ernste Sache es ist, wenn man auf Jesu Worte und Werke, von denen man erf\u00e4hrt, nicht reagiert. Auf Gottes Wirken hin keine Bu\u00dfe zu tun, ist zwar keine sichbare moralische S\u00fcnde wie Ehebruch oder Mord, aber es ist vor Gott noch schlimmer. Denn Jesu Werke, die uns klar bezeugen, dass seine Botschaft vom Reich Gottes wahr ist, zu ignorieren, ist eine absichtliche Ignoranz von Gott und von seinem Rettungsangebot und diese Ablehnung schneidet uns v\u00f6llig von Gott und seiner Gnade ab.<\/p>\n<p>Wir haben das Privileg, dass wir durch das Bibelstudium, die Predigten im Gottesdienst und unser eigenes Bibellesen viel von Jesu Taten und Worten erfahren. Dadurch haben wir hervorragende M\u00f6glichkeiten, Jesus immer tiefer zu erkennen und seine Botschaft vom Himmelreich immer mehr zur Grundlage unseres Lebens zu machen. Aber es kann auch uns passieren, dass wir wegen unserer geistlichen Tr\u00e4gheit Jesu Werke nur wie gew\u00f6hnliche Ereignisse im Kopf erfassen und abspeichern, ohne darauf wirklich von Herzen zu reagieren. Solches Nichtreagieren auf Jesu Worte und Werke ist eine gro\u00dfe Gefahr und sehr ernste Bedrohung f\u00fcr unser geistliches Leben. Denn wenn dies unsere Gewohnheit wird, k\u00f6nnen wir wie die Menschen in Chorazin, Betsaida und Kapernaum geistlich apathisch werden.<\/p>\n<p>Darum sollen wir Jesu Worte nie oberfl\u00e4chlich betrachten, ohne vom Herzen davon zu lernen und pers\u00f6nliche Konsequenzen daraus zu ziehen. Wenn wir \u00fcber Jesus nur viel im Kopf wissen, ohne vom Herzen entsprechend Bu\u00dfe zu tun, wird uns das kaum etwas nutzen. Wir sollen Jesu Worte und Taten bis dahin betrachten, dass uns klar wird, was sie \u00fcber Jesus, seine Gnade und seinen Willen aussagen, und sollen vom Herzen unsere Einstellung und Lebensweise entsprechend \u00e4ndern. M\u00f6ge Gott uns davor bewahren, seine Worte und Werke nur oberfl\u00e4chlich und unbu\u00dffertig zu h\u00f6ren! M\u00f6ge Er uns helfen, Jesu Werke und Worte bis dahin zu betrachten, dass wir ihre Bedeutung verstehen und pers\u00f6nlich darauf reagieren, damit wir Gott ehren und in sein Reich kommen!<\/p>\n<p><strong>II. Niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will (25-27)<\/strong><\/p>\n<p>Jesus war wegen der Menschen, die auf seine Werke nicht reagierten und sich dadurch das Gericht zuzogen, tief betr\u00fcbt. Aber Jesus fiel nicht in bodenlose Traurigkeit oder in Verzweiflung wegen ihrer S\u00fcnde. Jesus dachte auch an die Menschen, denen Gott die Augen hatte \u00f6ffnen k\u00f6nnen, und dankte Gott daf\u00fcr. Betrachten wir Vers 25: <strong>\u201eZu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unm\u00fcndigen offenbart.\u201c <\/strong>Jesus preist hier Gott als den Herrn des Himmels und der Erde, der trotz der angeborenen S\u00fcndhaftigkeit der Menschen \u00fcberall in der Welt sein Werk tun kann und tut. Hier bezieht sich das Wort \u201edies\u201c auf das Evangelium, das Gottes Geheimnis ist und seinen Weg zur Errettung der Menschen zum Inhalt hat. Jesus pries Gott daf\u00fcr, dass er dieses Evangelium den Weisen und Klugen verborgen hatte, es aber den Unm\u00fcndigen offenbart hatte. Hier stehen die Weisen und Klugen f\u00fcr die Menschen, die viele Kenntnisse haben und sich aufgrund dessen f\u00fcr weise und klug halten. Ein Beispiel daf\u00fcr sind die Schriftgelehrten, die so stolz darauf waren, dass sie sich scheinbar in der Bibel so gut auskannten und \u00fcber Gott und seinen Willen so gut Bescheid wussten. \u201eUnm\u00fcndige\u201c sind dagegen Menschen, die wie Kinder lernwillig sind, weil sie sich bewusst sind, dass sie noch Vieles zu lernen haben. Jesu J\u00fcnger waren solche Menschen. Sie waren bereits erwachsen, hatten Berufe erlernt und zum Teil schon eigene Familien gegr\u00fcndet. Trotzdem hatten sie eine lernwillige Haltung gegen\u00fcber Jesus und bem\u00fchten sich, von seinen Worten und Werken zu lernen und ihr Denken und Leben daran auszurichten. Jesus freute sich \u00fcber sie und pries Gott daf\u00fcr, dass er ihnen das Evangelium offenbart hatte. Er erg\u00e4nzte: <strong>\u201eJa, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen\u201c<\/strong> (26). Es entspricht wirklich Gottes Herz, die Wahrheit vor den Menschen, die sich selbst f\u00fcr klug halten und Jesus gegen\u00fcber nicht wirklich lernwillig sind, zu verbergen, sie aber vor denen, die wie Kinder lernwillig sind, zu offenbaren.<\/p>\n<p>Welche Frucht werden dann diejenigen erhalten, die auf Jesu Worte und Werke lernwillig reagieren? Jesus sagt im Vers 27 weiter: <strong>\u201eAlles ist mir \u00fcbergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.\u201c <\/strong>Hier bezeugt Jesus seine einzigartige Macht und Autorit\u00e4t als Sohn Gottes und welche Auswirkung das auf uns Menschen hat. Jesus wurde alles vom Vater \u00fcbergeben, das hei\u00dft alle Gewalt und Macht, insbesondere die Vollmacht, das Erl\u00f6sungswerk an uns Menschen zu vollbringen. Die Erl\u00f6sung von uns Menschen ist damit verbunden, dass wir Gott den Vater und den Sohn Jesus wirklich erkennen. Jesus macht dabei klar, dass niemand den Sohn kennt als nur der Vater und dass niemand den Vater kennt als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Wenn wir auf dem Bismarckplatz die Leute befragen w\u00fcrden, was sie von Gott halten, w\u00fcrde sich bald zeigen, dass die meisten Menschen eine bestimmte Vorstellung von Gott haben, von seinem Wesen und seinem Willen. So viele Menschen vertrauen darauf, dass ihr Bild von Gott wahr w\u00e4re und versuchen aufgrund ihrer eigenen Vorstellung zu \u201eGott\u201c zu kommen und vor ihm zu bestehen, was die Quelle aller Religionen ist. Auch wir selbst neigen leicht dazu, uns bestimmte Vorstellungen von Gott zu machen und auch von seinem Sohn Jesus, und unsere Vorstellung f\u00fcr die Wirklichkeit zu halten, das hei\u00dft zu meinen, dass Gott wirklich so w\u00e4re, wie wir ihn uns vorstellen. Doch betrachten wir noch einmal den Vers 27! Hier sagt Jesus uns klar, dass niemand den Sohn kennt als nur der Vater, und dass niemand den Vater kennt als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will. Damit macht Jesus klar, dass alle unsere eigenen Vorstellungen von Gott, die wir in unseren Gedanken und Gef\u00fchlen im Lauf unseres Lebens irgendwie gebildet haben, keine Bedeutung haben. Damit wir den wahren, lebendigen Gott erkennen, sind wir v\u00f6llig darauf angewiesen, dass Jesus ihn uns zeigt. Jesus wird uns den Vater zeigen, wenn wir sorgf\u00e4ltig auf  ihn h\u00f6ren und von seinen Worten und Werken dem\u00fctig pers\u00f6nlich lernen. Dann werden wir durch Jesu Worte sein Wesen und seinen Willen und damit Gott selbst, den Vater, kennen lernen. Gott und Jesus zu erkennen, ist die Frucht, die alle diejenigen erlangen, die von Jesu Worten und Werken dem\u00fctig lernen und darauf reagieren. Dies ist die edelste und kostbarste, wahrhaftige Erkenntnis, die Menschen \u00fcberhaupt je erlangen k\u00f6nnen. Lasst uns von Jesu Worten und Werken sorgf\u00e4ltig lernen und mit pers\u00f6nlicher Bu\u00dfe darauf reagieren, sodass wir den wahren Gott immer klarer erkennen und Jesus erfreuen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>III. Kommt her zu mir! (28-30)<\/strong><\/p>\n<p>Was sagte Jesus, nachdem er die Weherufe \u00fcber die unbu\u00dffertigen Menschen ausgesprochen und seine Freude \u00fcber die Menschen ausgedr\u00fcckt hat, die auf seine Werke dem\u00fctig reagieren? Lesen wir gemeinsam Vers 28: <strong>\u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201c<\/strong> Hier l\u00e4dt Jesus nun alle zu sich ein, die m\u00fchselig und beladen sind. Jesus l\u00e4dt auch diejenigen ein, die bisher nicht auf sein Wort reagiert haben und nun von ihrem Leben fern von Gott m\u00fcde und belastet sind. Jesus l\u00e4dt auch diejenigen ein, die sich bem\u00fchen, ihr Leben unter Gottes Herrschaft zu f\u00fchren, aber dabei ungewollt immer wieder scheitern.<\/p>\n<p>Was macht uns m\u00fchselig und beladen? Das Leben in dieser Welt an sich ist oft m\u00fchselig und belastend. Allein die allt\u00e4glich Anforderungen jeden Tag zu erf\u00fcllen, die an uns in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz oder zu Hause gestellt werden, kann uns irgendwann m\u00fcde machen und uns belasten. Wenn dann noch Konflikte mit anderen Menschen, Krankheit oder andere Probleme dazukommen, werden wir schnell m\u00fcde und kraftlos. Doch was neben allen praktischen Herausforderungen und zwischenmenschlichen Problemen uns wohl am meisten belastet und m\u00fcde macht, ist die S\u00fcnde. Denn w\u00e4hrend wir bei den meisten praktischen Problemen eine gewisse Distanz bewahren k\u00f6nnen, sitzt die S\u00fcnde bei uns direkt im Herzen und macht uns innerlich v\u00f6llig ruhelos und kraftlos. Die S\u00fcnde belastet uns ganz besonders, weil sie uns von der Quelle des Lebens trennt, n\u00e4mlich von Gott selbst. Manche von uns sind vielleicht in dieser Stunde wegen bestimmten Problemen mit dem Studium oder mit ihrer Gesundheit belastet und sind davon m\u00fcde geworden. Manche von uns k\u00e4mpfen vielleicht gegen bestimmte S\u00fcnden, vielleicht schon seit langem, sind aber trotzdem immer wieder gescheitert und sind davon m\u00fcde geworden und belastet von dem bedr\u00fcckenden Gedanken, dass sie die S\u00fcnde vielleicht nie \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber wir brauchen nicht verzweifeln! Denn Jesus sagt: <strong>\u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201c <\/strong>Jesus hat uns alle eingeladen, zu ihm zu kommen. Manchmal wissen wir nicht, wohin wir gehen sollen mit den Problemen, die uns belasten, mit unseren \u00c4ngsten, vor allem mit unserem Versagen und Schuld. Manchmal trauen wir uns zu niemandem zu gehen, weil wir bef\u00fcrchten, dass wir nicht verstanden werden; oder dass wir nicht akzeptiert werden, wenn wir nicht bestimmte Erwartungen erf\u00fcllen. Aber zu Jesus d\u00fcrfen wir so kommen, wie wir sind \u2013 mit allen unseren ungel\u00f6sten Problemen, mit unseren Sorgen, mit unseren \u00c4ngsten, auch mit unserem Versagen und unserer Schuld.<\/p>\n<p>Was wird Jesus tun, wenn wir zu ihm kommen? Jesus sagt: <strong>\u201eIch will euch erquicken.\u201c <\/strong>Jesus wird uns nicht wegschicken. Er, der heilig ist und alle Dinge wei\u00df, auch unser Versagen und unsre S\u00fcnde, wird uns nicht deswegen tadeln und sagen, dass wir keine Gnade verdient haben \u2013 auch wenn das eigentlich stimmt. Wenn wir zu Jesus kommen, wird er uns annehmen und uns erquicken. Laut dem Duden bedeutet das Wort \u201eerquicken\u201c so viel wie aufmuntern, beleben, erfrischen, wohl tun, aktivieren, vitalisieren. Wenn wir zu Jesus kommen, macht er uns wieder lebendig. Wenn wir von Problemen belastet sind, insbesondere von unserer S\u00fcnde, kann uns kein Mensch und auch keine Besch\u00e4ftigung wirklich erquicken. Aber wenn wir mit unserer S\u00fcnde zu Jesus kommen, erquickt er uns, indem er uns unsere Schuld vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt. Jesus erquickt uns durch seiner Liebe, die wie Balsam in unsere Seele flie\u00dft und uns innerlich heil und gesund macht. Jesus erquickt uns durch seine Worte der Wahrheit, die uns inmitten unserer belastenden Probleme Orientierung schenken und uns neuen Mut und neue Kraft geben, den richtigen Weg weiterzugehen. Egal in welcher Lebenssituation wir uns befinden m\u00f6gen \u2013 wenn wir zu Jesus kommen, wird er uns erquicken.<\/p>\n<p>Wie hilft Jesus uns noch, wenn wir zu ihm gekommen? Lesen wir auch den Vers 29: <strong>\u201eNehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen.\u201c<\/strong> Wenn wir zu Jesus kommen, fordert er uns auch dazu auf, dass wir sein Joch auf uns nehmen und von ihm lernen sollen. Was bedeutet das?  Wie ihr wisst, ist ein Joch eine Holzstange, die \u00fcber den R\u00fccken zweier Rinder gelegt wurde, mit deren Hilfe sie gemeinsam einen Pflug ziehen konnten. Unter Jesu Joch k\u00f6nnen wir seine Aufgabe verstehen, das Werk der Erl\u00f6sung der Menschen von der S\u00fcnde und vom Tod zu vollbringen und so Gott zu verherrlichen. Jesus l\u00e4dt uns dazu ein, mit ihm zusammen zu lernen, sein Joch zu tragen. Somit l\u00e4dt er uns zu einer Art Schicksalsgemeinschaft mit ihm ein. Das bedeutet, dass wir in enger Verbundenheit mit ihm f\u00fcr die gleiche Aufgabe leben wie er, denselben Weg gehen und auf das gleiche Ziel hin leben wie er. Gerade in dieser engen Gemeinschaft sollen Jesu Erquickung, Freude und neue Lebenskraft zu uns str\u00f6men.<\/p>\n<p>Was sollen wir dabei insbesondere von ihm lernen? Betrachten wir noch einmal Vers 29. Damit wir Jesu Joch dauerhaft tragen k\u00f6nnen, sollen wir von Jesus besonders seine Sanftmut und seine herzliche Demut lernen. Als Jesus sein Joch trug, war er niemals unwillig gegen Gott oder die Menschen, sondern blieb immer sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig. Auch als sie ihn verleumdeten und ihn grundlos anklagten und zum Tod verurteilten und am Kreuz annagelten, trug er es dem\u00fctig bis zum Ende, um den Willen Gottes zu erf\u00fcllen. Wir sollen Jesu Sanftmut gegen\u00fcber den s\u00fcndigen Menschen lernen, damit wir sie erreichen und ihnen bis zum Ende helfen k\u00f6nnen. Wir sollen auch Jesu Demut lernen, damit wir sein Joch unabh\u00e4ngig davon, ob es uns gerade leicht oder schwer f\u00e4llt, bis zum Ende tragen und so Gott ehren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jemand k\u00f6nnte fragen, ob es nicht eine zus\u00e4tzliche Belastung ist, wenn wir Jesu Joch tragen. Doch welche Folgen hat es, wenn wir Jesu Joch auf uns nehmen und es mit Sanftmut und Demut tragen lernen? Jesus sagt:<strong> \u201eSo werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen\u201c<\/strong> (29b). Wenn wir Jesu Joch auf uns nehmen, schenkt Jesus unserer Seele Ruhe und Frieden, da wir uns endlich entschieden haben, in der Gemeinschaft mit ihm f\u00fcr die Aufgabe und f\u00fcr das Ziel zu leben, das er f\u00fcr unser Leben gesetzt hat. Jesus f\u00fcgt erkl\u00e4rend hinzu:<strong> \u201eDenn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht\u201c <\/strong>(30). Jesu Joch bedeutet zwar kein v\u00f6llig unbeschwertes Leben ohne Aufgabe und Verantwortung; aber Jesu Joch ist sanft, weil es gerade die Aufgabe ist, die der liebende Vater uns zugedacht hat. Und Jesu Last ist leicht, weil wir sie nicht alleine zu tragen brauchen, sondern sie mit Jesus zusammen tragen k\u00f6nnen. Wer es dagegen ablehnt, Jesu Joch zu tragen, wird unweigerlich wieder damit anfangen, das alte Joch der S\u00fcnde und der Forderung seines Egos zu tragen, die wirklich ein hartes Joch und eine schwere Last sind. Darum lasst uns Jesu Joch auf uns nehmen und von ihm lernen, es mit Sanftmut und Demut bis zum Ende zu tragen! Lesen wir noch einmal das Leitwort: <strong>\u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em>M\u00f6ge Gott uns helfen, uns nicht selbst f\u00fcr klug zu halten, sondern dem\u00fctig auf seine Worte mit Bu\u00dfe zu reagieren! M\u00f6ge Gott uns helfen, t\u00e4glich zu Jesus kommen, damit er uns erquicke und uns tiefe Ruhe in der Seele gebe und wir mit ihm zusammen seinem Heilswerk unerm\u00fcdlich bis zum Ende dienen k\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Jesus l\u00e4dt uns ein \u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201c (11,28) Unser heutiger Text kn\u00fcpft direkt an den vorangehenden Abschnitt an. 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