{"id":1598,"date":"2011-08-15T21:30:56","date_gmt":"2011-08-15T20:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1598"},"modified":"2022-11-18T12:24:34","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:34","slug":"predigt-matthaus-111-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-111-19\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 11,1 &#8211; 19"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/Mt.-111-19-6.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Sagt, was ihr h\u00f6rt und seht<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr h\u00f6rt und seht.\u201c <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(11,4)<\/p>\n<p>Im letzten Kapitel haben wir erfahren, wie Jesus seine J\u00fcnger als Apostel berufen und ausgesandt hat. Die J\u00fcnger sollten hingehen und den verlorenen Schafen das Evangelium predigen. Dabei sollten sie trotz vielf\u00e4ltiger Leiden und Verfolgungen aus Glauben an die Worte Jesu leben.<\/p>\n<p>Heute erfahren wir, was Jesus nach diesem Missionseinsatz der Apostel unternommen hat. Jesus fuhr fort, das Evangelium zu predigen. Und Jesus half dem T\u00e4ufer Johannes, indem er seine wichtige Frage beantwortete. Jesu Antwort ist sehr wertvoll, nicht nur f\u00fcr den T\u00e4ufer, sondern auch f\u00fcr uns. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen, durch die Antwort Jesu unsere Glaubensbasis zu erneuern und eine neue Grundlage des Glaubens zu erlangen. M\u00f6ge Jesus uns dar\u00fcber hinaus helfen, sein Wort von ganzem Herzen anzunehmen und B\u00fcrger und Mitarbeiter des Himmelreichs zu sein.<\/p>\n<p><strong>Teil I\t\u201eBist du es, der da kommen soll?\u201c (1-6)<\/strong><\/p>\n<p>Was tat Jesus nach der Berufung und dem Missionseinsatz seiner J\u00fcnger? Betrachten wir den Text. Nach wie vor setzte Jesus seine Mission fort. Jesus h\u00f6rte nicht auf, unter den Menschen zu wirken. Er lehrte in den umliegenden St\u00e4dten und predigte das Evangelium.<\/p>\n<p>Wer meldete sich zu Wort, als er von der Wirksamkeit Jesu erfuhr? Betrachten wir Vers 2: <strong>\u201eAls aber Johannes im Gef\u00e4ngnis von den Werken Christi h\u00f6rte, sandte er seine J\u00fcnger und lie\u00df ihn fragen\u201c. <\/strong>Es war Johannes der T\u00e4ufer, indem etwas vorging. Wir erfahren, dass er sich im Gef\u00e4ngnis befand. Durch andere Textabschnitte wissen wir, dass er den K\u00f6nig wegen seiner unmoralischen Lebensweise getadelt und als Folge dessen unschuldig ins Gef\u00e4ngnis geworfen worden war. Man vermutet, dass er die vergangenen 1,5 Jahre hinter Gitter verbracht hatte.<\/p>\n<p>Welche Frage brodelte in seinem Herzen und welches Anliegen bewegte ihn dazu, seine J\u00fcnger stellvertretend zu Jesus zu senden? Im Vers 3 lesen wir: <strong>\u201eBist du es, der da kommen soll oder sollen wir auf einen andern warten?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Hinsichtlich seiner Frage wollen wir uns Gedanken \u00fcber 2 Punkte machen:<\/p>\n<p>1) Was zeigt seine Frage \u00fcber die Verfassung des T\u00e4ufers<\/p>\n<p>2) Wie bedeutend war die Antwort dieser Frage f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu Frage 1, was erfahren wir \u00fcber seine Verfassung? Lassen wir revue passieren, was wir \u00fcber den T\u00e4ufer bereits erfahren haben. Er hatte Jesus als den Christus verk\u00fcndet, noch bevor die Welt von ihm Notiz genommen hatte. Er war es gewesen, der den Israeliten gepredigt hatte: <strong>\u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen\u201c <\/strong>(Mt. 3,2), um dem Herrn den Weg zu bereiten. Er war es, der Jesus eigenh\u00e4ndig getauft und erfahren hatte, wie sich der Himmel \u00f6ffnete, der Geist auf Jesus herabkam und die Stimme Gottes sprach: <strong>\u201eDies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.\u201c<\/strong> (Mt. 3,17) Es bestand kein Zweifel, dass Jesus der verhei\u00dfene Christus war. Wirklich nicht. Alle Zeichen sprachen eine klare Sprache. Dennoch fragte sich der T\u00e4ufer, ob Jesus der Richtige war.<\/p>\n<p>Warum wurde sein Herz von Zweifeln heimgesucht? Sicherlich mag sein langer Gef\u00e4ngnisaufenthalt mit allen Unannehmlichkeiten eine Rolle gespielt haben. Der T\u00e4ufer hatte Wahrheit und Gerechtigkeit gepredigt. Die meisten Menschen hatten Bu\u00dfe getan und hatten sich taufen lassen. Doch der K\u00f6nig tat keine Bu\u00dfe. Er lie\u00df Johannes festnehmen. Johannes hatte Wahrheit und Gerechtigkeit gepredigt, doch hatte Hass und Verfolgung geerntet. \u201eHerr, wie lange l\u00e4sst du diese Ungerechtigkeit zu? Wie lange muss ich schuldlos leiden, w\u00e4hrend die S\u00fcnder nach ihrem Gutd\u00fcnken leben k\u00f6nnen? Wo ist das Himmelreich, das nahe herbeigekommen ist?\u201c Der T\u00e4ufer war sicherlich verwirrt. Seine Erwartungen hatten sich nicht erf\u00fcllt. Er geriet in Zweifel. Die Geschichte zeigt, dass selbst respektable und vorbildhafte Menschen des Glaubens nicht vor Zweifel und Schw\u00e4chephasen gefeit sind. Selbst gro\u00dfe M\u00e4nner und Frauen des Glaubens k\u00f6nnen ins Wanken geraten.<\/p>\n<p>Wir wollen uns nun der zweiten Frage widmen. Wie bedeutend war diese Angelegenheit f\u00fcr den T\u00e4ufer? Wenn wir die Bibel lesen erfahren wir, dass sich die Daseinsbedeutung des Johannes direkt von Jesus ableitet. Ohne Jesus hatte Johannes Leben keine Bedeutung. Durch Jesus erlangte sein Leben daf\u00fcr gro\u00dfe Besonderheit. Denn unter allen Menschen war er von Gott auserkoren, der Wegbereiter des Herrn zu sein. Und Johannes verstand seine Aufgabe meisterlich auszuf\u00fchren. Er gab sein Leben f\u00fcr seine Mission hin. Er wurde immer kleiner, wobei Jesus immer mehr verherrlicht (magnifiziert) wurde.<\/p>\n<p>Johannes hatte alles f\u00fcr Jesus hingegeben. Er lebte in der W\u00fcste, war ausgesondert, in seiner Lebensweise, seinem Kleidungsstiel und in seinen Essgewohnheiten. Schlie\u00dflich war er im Gef\u00e4ngnis gelandet. Er hatte alles gegeben. Doch das Ergebnis seiner Hingabe entsprach nicht ganz seinen Vorstellungen. Warum tadelte Jesus nicht auch den K\u00f6nig, warum nicht den Kaiser und die Hohenpriester und Schriftgelehrten? Warum gab es noch Ungerechtigkeit im Lande? Wo war das messianische Reich? Hatte Johannes umsonst gewirkt? Geh\u00f6rte er, um es mit den Worten von Apostel Paulus auszudr\u00fccken, zu den Elendsten unter allen Menschen (1.Kor 15,19)? Wer war Johannes nun, ein Gesegneter oder ein Verfluchter? Wer kann sich vorstellen, wie gro\u00df die Zerrissenheit in seinem Herzen sein mochte? Ein Herz voller Ungewissheit und Schmerzen. Dieser Zustand ist kaum auszuhalten. Johannes brauchte wirklich Jesu Hilfe.<\/p>\n<p>Welchen erstrebenswerten Punkt k\u00f6nnen wir dennoch vom T\u00e4ufer lernen? Trotz seiner Zweifel schlussfolgerte er nicht voreilig. Viele Glaubensgenossen wollen nichts wissen und verschlie\u00dfen sich jeglicher Hilfe, wenn sie eine Glaubenskrise durchlaufen. Diese Abkapselung vom Wort Jesu kann sich als gef\u00e4hrlich erweisen. Doch Johannes lie\u00df sich nicht von eigenen Gedanken verleiten, sondern suchte proaktiv die Hilfe Jesu. In dieser Hinsicht ist er uns Vorbild. M\u00f6ge auch wir mit allen unseren Herzensanliegen und allem was uns qu\u00e4lt zu Jesus kommen.<\/p>\n<p>Wie hat Jesus auf diese wichtige Frage geantwortet? Lesen wir dazu die Verse 4-5: <strong>\u201eJesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr h\u00f6rt und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein und Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.\u201c<\/strong> Jesus gab keine direkte ja oder nein Antwort. Vielmehr wies Jesus die J\u00fcnger des Johannes auf die Meilensteine seiner Wirksamkeit hin. \u201e<strong>Blinde sehen und Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein und Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt\u201c. <\/strong>Diese<strong> <\/strong>Fakten der Wirksamkeit Jesu sprachen eine eindeutige Sprache. Denn im AT wurde \u00fcber das zuk\u00fcnftige Heilswerk Gottes prophezeit: <strong>\u201eDann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge\u00f6ffnet werden. Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch und die Zunge der Stummen wird frohlocken.\u201c<\/strong> (Jes 35,5.6) Jesus tat Wunder, die von Gott selbst vorhergesagt waren. Seine Werke standen mit der heiligen Schrift im Einklang. Jesus ist glaubw\u00fcrdig und bewiesenerma\u00dfen der verhei\u00dfene Messias.<\/p>\n<p>Jesus hatte sich als Messias offenbart. Was lehrt Jesus \u00fcber den Umgang mit ihm, als den Messias? Vers 6 lautet: <strong>\u201eund selig ist, wer sich nicht an mir \u00e4rgert.\u201c<\/strong> \u201e\u00c4rgern\u201c kann auch mit Stolpern \u00fcbersetzt werden. Der Weg der Nachfolge Jesu ist sehr lang und viele Hindernisse erwarten uns, bevor wir das Ziel erreicht haben. Vielf\u00e4ltige Versuchungen lauern auf dem Weg und bringen uns zum stolpern. Jugendliche k\u00f6nnen leicht durch die Lebensweise ihrer Freunde ins Stolpern geraten. Die Freunde machen viele coole Dinge und schon lockt die Welt mit ihren Versuchungen. In solchen Phasen m\u00fcssen wir das Wort unseres Herrn beherzigen, der sagt, dass S\u00fcnde uns nicht gl\u00fccklich macht sondern zum Abfall verf\u00fchrt. Wir ben\u00f6tigen eine weite Sicht, die bis in die Ewigkeit reicht, um solche Versuchungen zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Als Student k\u00f6nnte man ins Straucheln geraten, wenn man auf die vielseitigen Karrierem\u00f6glichkeiten schaut und sein Leben v\u00f6llig seiner Ausbildung widmet. Doch wir m\u00fcssen auf Jesus schauen, der uns lehrt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. In jeder Lebenslage lauern unz\u00e4hlige Stolpersteine auf uns. Lasst uns an Jesus festhalten und an sein Wort, um alle Hindernisse zu \u00fcberwinden und ungeschadet ans Ziel zu gelangen. Gott segne jeden von uns auf dem Weg der Nachfolge, bis hin zur letzten Etappe.<\/p>\n<p>Durch diese Verse haben wir Jesu Hilfe f\u00fcr den T\u00e4ufer Johannes kennen gelernt. Dabei f\u00e4llt auf, dass die Botschaft Jesu zumindest inhaltlich nicht neu f\u00fcr Johannes war. Er hatte bereits von den Wundern geh\u00f6rt. Wenn nicht der Inhalt, so war doch zumindest die Denkweise, die Jesus ihm dadurch vermittelte, neu. Johannes sollte Gottes Willen nicht am pers\u00f6nlichen Wohlergehen ableiten. Dazu neigen wir n\u00e4mlich allzu sehr. Wenn sich unsere W\u00fcnsche nicht erf\u00fcllen, zweifeln wir am Willen Gottes. Es f\u00e4llt uns schwer, an unserer Berufung festzuhalten, wenn sich unsere Anliegen nicht erf\u00fcllen. Wir neigen dazu umzuinterpretieren und neuzudefinieren, was Gottes Wille f\u00fcr mich sein k\u00f6nnte. Doch Jesus lehrt, nicht situationsgetrieben zu sein. Nicht unsere Lage soll uns steuern, sondern Jesu Werke. Er hat geheilt und ausgetrieben. Am allerwichtigsten ist f\u00fcr uns, dass er gestorben und auferstanden ist. Das sind die zentralen Punkte des Werkes Jesu Christi. Auf diese Fakten soll unser Glaube gegr\u00fcndet sein. Auf diese unersch\u00fctterlichen Fakten der Heilsgeschichte sollen wir unser Glaubensleben aufbauen.<\/p>\n<p>Deswegen sind wir beim Studium des Wortes bem\u00fcht, uns auf die biblischen Fakten zu besinnen, auch wenn wir die Bibel gut kennen. M\u00f6ge Gott unser Studium seines Wortes reichlich segnen, bis das Wort in unser Herz aufgeht und gedeiht. M\u00f6ge Jesus unser Herz somit vor Ersch\u00fctterungen bewahren. Er st\u00e4rke unseren Glauben, t\u00e4glich, durch die Fakten seiner Heilsgeschichte.<\/p>\n<p><strong>Teil II\t\u201eWolltet ihr einen Propheten sehen?\u201c (7-15)<\/strong><\/p>\n<p>Auf welche Art und Weise verteidigte und bezeugte Jesus den T\u00e4ufer Johannes? Betrachten wir Verse 7 und 8: <strong>\u201eAls sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk von Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die W\u00fcste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den H\u00e4usern der K\u00f6nige.\u201c<\/strong> In Massen war das Volk zu Johannes gestr\u00f6mt. Aber warum? Sie waren sicherlich nicht in die W\u00fcste gegangen um einen bedeutungslosen Rohrhalm zu sehen. Johannes war kein wetterwendiger Typ. Auch kein vornehmer Herr, der sich fein anzog und in guten Kreisen verkehrte. So jemanden konnten sie in der W\u00fcste nicht finden, sondern in den K\u00f6nigsh\u00e4usern. Jesus fragte sie weiter: <strong>\u201eOder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet. Dieser ist\u2019s, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll\u201c<\/strong>. Propheten hatten die h\u00f6chste Stellung im AT. Sie dienten als Gottes Sprachrohr und waren die einzigen, die sogar den K\u00f6nigen Befehle erteilen konnten. Jesus bewertet Johannes sogar h\u00f6her als einen Propheten. Denn Johannes war nicht nur ein Prophet, sondern der Wegbereiter des Herrn. Er hatte bis dato die aller wichtigste Aufgabe, die einem Menschen im AT anvertraut werden konnte, n\u00e4mlich den Weg des Herrn zu bereiten. Im Vers 11a bezeugt Jesus: <strong>\u201eWahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der gr\u00f6\u00dfer ist als Johannes der T\u00e4ufer\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Trotz seiner aktuellen Schw\u00e4chephase bezeichnete Jesus den T\u00e4ufer als den gr\u00f6\u00dften Menschen des AT. Jesus bezeichnet ihn im Vers 14 sogar als Elia, der laut der Prophezeiung vor dem Messias erscheinen sollte.<\/p>\n<p>Doch was geschah, nachdem Johannes Mission als letzter und zugleich gr\u00f6\u00dfter Knecht des AT beendet war? Betrachten wir Verse 11b-13: <strong>\u201eder aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist gr\u00f6\u00dfer als er. Aber von den Tagen des Johannes des T\u00e4ufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt und die Gewaltt\u00e4tigen rei\u00dfen es an sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p>Jesus leitete eine neue \u00c4ra ein. Die alte Zeit endete mit Johannes dem T\u00e4ufer. Mit Jesus bricht die Zeit des Himmelreichs an. Mit Jesus k\u00f6nnen alle Arten von Menschen jetzt schon ein Leben im Himmelreich f\u00fchren. Und der Kleinste im Himmelreich ist gr\u00f6\u00dfer als Johannes. Wer sind wohl diese Kleinsten im Himmelreich und was haben sie mit dem Himmelreich gemacht? Wenn wir die Evangelien lesen, erfahren wir, dass Jesus alle Arten von Menschen ins Himmelreich eingeladen hat. Doch wenige von den Vornehmen und Gutb\u00fcrgerlichen nahmen Jesu Einladung an. F\u00fcr sie waren viele Pl\u00e4tze im Himmelreich vorreserviert, doch nicht in Anspruch genommen. Aber nicht alle reagierten so k\u00fchl. Seit den Tagen des Johannes litt das Himmelreich Gewalt, weil es von den Gewaltt\u00e4tigen an sich gerissen wurde. Denn w\u00e4hrend die Einladung Jesu die meisten eher kalt lie\u00df, rissen sich viele Nichtpr\u00e4destinierte um die freigelassenen Pl\u00e4tze im Himmelreich. Jesus lud n\u00e4mlich jeden ein, auch die S\u00fcnder, also Prostituierte und Z\u00f6ller, Menschen also die am aller meisten verhasst waren. Jesus verstie\u00df auch keine Ehebrecher oder Unreine. Und diese Leute brauchten keine Extraeinladung. Man musste sie nicht zweimal einladen. Sie kamen f\u00f6rmlich angerannt, fielen mit der T\u00fcr ins Haus und rissen alles an sich. So f\u00fcllte sich das Himmelreich langsam aber sicher mit Menschen, die keiner auch nur ansehen wollte. F\u00fcr fromme Juden war dieser Gedanke einfach nur abartig, eine Vergewaltigung des Himmelreichs. Doch durch die Gnade Jesu war gerade dieser \u201eAbschaum\u201c der Gesellschaft B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger des Himmelreichs geworden. Und Jesus bezeichnete den geringsten unter ihnen als gr\u00f6\u00dfer als Johannes dem T\u00e4ufer! Denn Johannes war im AT-Sinne ein Knecht Gottes, wenn auch der gr\u00f6\u00dfte. Doch dieser Haufen gewaltt\u00e4tiger \u201eHimmelreich-Ansichrei\u00dfer\u201c war durch die unfassbare Gnade Jesu zu \u201eKindern Gottes\u201c geworden! Johannes durfte Gott nicht einmal beim Namen nennen doch diese S\u00fcnder und Z\u00f6ller, die dem Himmelreich angeh\u00f6rten, durften Gott \u201elieber Vater\u201c nennen.<\/p>\n<p>Wir sehen, welches Privileg und welchen Stellenwert Jesu J\u00fcnger als B\u00fcrger des Himmelreiches haben!<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns unendlich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen und es ist \u00fcberaus beruhigend, dass das Himmelreich keine beschr\u00e4nkten Kapazit\u00e4ten aufweist und offen f\u00fcr jedermann und jederfrau ist. Auf diese Weise m\u00fcssen wir uns nicht allzu barbarisch verhalten, um aufgenommen zu werden. Lasst uns auch weiterhin daf\u00fcr beten und daf\u00fcr wirken, damit viele Verlorene aus Heidelberg wie wir und mit uns den Weg ins Himmelreich finden m\u00f6gen. Jesus schenke uns dadurch vollkommene Freude.<\/p>\n<p><strong>Teil III\t \u201eMit wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen?\u201c (16-19)<\/strong><\/p>\n<p>Johannes als letzter und h\u00f6chster Vertreter des AT und Jesus als Initiator des NT waren nacheinander aufgetreten und hatten zum Volk gepredigt. Johannes hatte das Volk auf die neue Zeit mit Jesus vorbereitet und mit Jesus war das Himmelreich vollm\u00e4chtig herabgekommen. Doch welche Beanstandung richtete Jesus an das Volk?<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 16: <strong>\u201eMit wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen?\u201c<\/strong> Das Volk war in seiner Haltung so sonderbar, dass es Jesus redlich schwer fiel, einen passenden Vergleich zu finden. Jesus vergleicht Johannes und sich selbst mit Kindern, die auf dem Markt sitzen und aufspielen, doch niemand wollte zu ihrer Musik tanzen. Und als sie Klagelieder gesungen haben, wollte niemand weinen. Das Volk hatte einfach nicht reagiert. Obwohl eine neue Zeit angebrochen war und viele ehemals \u201eUnbefugte\u201c das Himmelreich an sich gerissen hatten, erwies sich die breite Masse als blind, taub und stumm f\u00fcr die NT-Sensation. Und das waren sie auch. Sie waren geistlich blind, taub und stumm.<\/p>\n<p>Ihre Reaktion bewirkte bei Jesus tiefe Best\u00fcrzung. Dadurch erkennen wir, wie fatal es aus Jesu Sicht ist, wenn uns das Evangelium kalt l\u00e4sst, wenn wir das Evangelium etwa gewohnheitsm\u00e4\u00dfig betrachten ohne es zu Herzen zu nehmen. Lasst uns unser Herz f\u00fcr den Willen Jesu sensibilisieren, lasst uns geistlichen Wunsch und Willen aufbringen und bezogen auf das Wort Jesu reaktionsf\u00e4hig sein. Das ist unserem Herrn sehr wichtig.<\/p>\n<p>Jesus fuhr mit seiner Klage fort: <strong>\u201eJohannes ist gekommen, a\u00df nicht und trank nicht; so sagen sie: Er ist besessen. Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, was ist dieser Mensch f\u00fcr ein Fresser und Weins\u00e4ufer, ein Freund der Z\u00f6llner und S\u00fcnder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken.\u201c<\/strong> Dem Volk konnte man es nie recht machen. Johannes wurde als besessen bezeichnet, weil er enthaltsam lebte und Jesus als Fresser und S\u00e4ufer, weil er a\u00df und trank und Gemeinschaft mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern hatte. Mit ihrer Verachtung dem Werk Gottes gegen\u00fcber schoss sich das Volk selbst ins Abseits. Mit ihrer Ignoranz und Ablehnung offenbarten sie ihre Wahrheits-Phobie.<\/p>\n<p>Jesus aber bekr\u00e4ftigt und best\u00e4tigt das g\u00f6ttliche Werk, ausgef\u00fchrt durch Johannes und durch sich selbst: <strong>\u201eUnd doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich lerne ich, einen festen Standpunkt des Glaubens zu haben, um nicht wie ein schwankendes Rohr im Wind zu sein. Ich m\u00f6chte meine Glaubensbasis im Evangelium Jesu Christi haben und alle Turbulenzen des Lebens standhaft durchschreiten. M\u00f6ge Gott in dieser Hinsicht mein pers\u00f6nliches Bibelstudium segnen und mich mit seiner Herrlichkeit erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Des Weiteren bete ich, damit ich mich in keiner Weise an Jesus \u00e4rgere. M\u00f6ge er mir Kraft auf dem Weg der Nachfolge schenken, damit ich laufen und wandeln kann ohne matt und m\u00fcde zu werden und siegreich ans Ziele komme, ohne zu stolpern und zu fallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Sagt, was ihr h\u00f6rt und seht \u201eJesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr h\u00f6rt und seht.\u201c (11,4) Im letzten Kapitel haben wir erfahren, wie Jesus seine J\u00fcnger als Apostel berufen und ausgesandt hat. Die J\u00fcnger sollten hingehen und den verlorenen Schafen das Evangelium predigen. 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