{"id":1553,"date":"2011-07-19T20:57:40","date_gmt":"2011-07-19T19:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1553"},"modified":"2022-11-18T12:24:38","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:38","slug":"predigt-matthaus-71-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-71-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 7,1 &#8211; 12"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Mt-71-12.doc\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Die goldene Regel<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(12)<\/p>\n<p>Im heutigen Text erfahren wir Jesu grundlegende Hilfe im Glaubensleben. Wir erfahren sie ganz pers\u00f6nlich und in der Gemeinschaft. Bist du bereit f\u00fcr Jesu Wort? Sind wir bereit und entschieden, formt sich unsere Pers\u00f6nlichkeit, sowie unsere Gemeinschaft in der Gemeinde. Wir sind dann keine Individuen mehr, die andere verurteilen und kritisieren. Vielmehr herrscht Liebe und Wahrheit in uns und unter uns. Wir werden frei von unserem Ego und k\u00f6nnen andere lieben und ihnen dienen. Au\u00dferdem erfahren wir Gottes Segen durch Gebetserh\u00f6rung.<\/p>\n<p>Entscheide dich noch heute f\u00fcr Jesu Wort und erlebe, wie du leuchten wirst und wie unsere Gemeinde, in dieser ansonsten finsteren Welt, die Sch\u00f6nheit Gottes ausstrahlt.<\/p>\n<p>Herr, wir sind hier und bereit, dein Wort zu beherzigen. Ver\u00e4ndere uns zum Segen f\u00fcr viele.<\/p>\n<p><strong>Teil I\tRichte nicht (1-6)<\/strong><\/p>\n<p>Welches Gebot gab Jesus seinen J\u00fcngern? Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eRichtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.\u201c<\/strong> Jesus lehrt klipp und klar nicht zu richten. Richten bedeutet andere zu kritisieren, sie anzuklagen, zu verurteilen, zur Ver\u00e4nderung zwingen zu wollen usw. Offensichtlich hatten die J\u00fcnger Jesu es n\u00f6tig, ermahnt zu werden. Wann und wo richteten sie andere? Als einmal die Samariter nicht so gastfreundlich zu Jesus und den J\u00fcngern waren, schlugen Jakobus und Johannes, die sogenannten Donners\u00f6hne, vor, Feuer vom Himmel herabfallen zu lassen, um sie zu verzehren (Lk 9). Sie gingen wirklich hart mit den Leuten ins Gericht.<\/p>\n<p>Ein anderes Mal bat die Mutter dieser beiden J\u00fcnger Jesus darum ihren beiden S\u00f6hnen besondere Positionen im Himmelreich zu geben. Als das die restlichen 10 J\u00fcnger h\u00f6rten, wurden sie sehr unwillig \u00fcber die zwei Br\u00fcder. Im Herzen verurteilten sie die beiden, obwohl sie selbst genau gesinnt waren.<\/p>\n<p>Ein weiteres Negativbeispiel finden wir bei Judas, der Maria richtete, weil sie das kostbare Salb\u00f6l auf die F\u00fc\u00dfe Jesu gegossen hatte. Als Grund gab er an, an das Wohl der Armen zu denken. Doch in Wirklichkeit dachte er nur an sein diebisches Ego. Sp\u00e4ter sollte er selbst Opfer des g\u00f6ttlichen Gerichtes werden.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger neigten dazu leicht und schnell \u00fcber andere zu richten. In ihrem Zustand konnten sie wirklich kein Segen f\u00fcr die Welt sein. Sie ben\u00f6tigten Jesu Hilfe.<\/p>\n<p>Aus welchem Grund ist das Richten anderer nicht nur unsch\u00f6n, sondern \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich? Betrachten wir Verse 1 und 2: <strong>\u201eRichtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Ma\u00df ihr messt, wird euch zugemessen werden.\u201c<\/strong> Das Richten anderer ist wie das Werfen eines Bumerangs. Er kommt zur\u00fcck und trifft dich selbst. Und es ist nicht irgendein Gericht, das dich trifft, sondern Gottes Gericht. Und Gott wendet dasselbe Ma\u00df bei uns an, das wir anderen zumessen.<\/p>\n<p>Wenn wir bspw. einen Bruder oder eine Schwester in der Gemeinde f\u00fcr unbu\u00dffertig halten und dieser Person vorwerfen: \u201eDu bist v\u00f6llig ungehorsam und unbu\u00dffertig. Wie soll in dir jemals Christi Bild Gestalt annehmen?\u201c Dann wird Gott unser Pl\u00e4doyer gegen uns selbst richten. In unz\u00e4hligen Punkten wird er uns vorwerfen, ungehorsam und unbu\u00dffertig gewesen zu sein. Dagegen k\u00f6nnen wir uns nicht wehren, weil er v\u00f6llig Recht hat.<\/p>\n<p>W\u00e4re Gott genauso richtend zu uns, wie wir zu unseren Glaubensgeschwistern, w\u00e4ren wir f\u00fcr immer gerichtet. Wir leben also nicht aufgrund des g\u00f6ttlichen Gerichts, sondern aufgrund der g\u00f6ttlichen Gnade. Das muss uns bewusst sein. Wir d\u00fcrfen Teil des Himmelreichs sein und Teil dieser Gemeinde, weil Gott gn\u00e4dig zu uns ist!<\/p>\n<p>Die ganze Thematik ist also sehr ernst. Das Richten anderer ist unheimlich gef\u00e4hrlich; ein Verh\u00e4ngnis f\u00fcr uns selbst. Wie und warum kommt es dennoch so oft vor, dass wir andere entweder im Herzen oder lautstark richten? Betrachten wir die Verse 3 und 4: <strong>\u201eWas siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge.\u201c<\/strong> Von Jesus h\u00f6ren wir ein anschauliches Beispiel. Er gebraucht die Begriffe \u201eSplitter\u201c und \u201eBalken\u201c. Er tut es, weil sie sich gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig drastisch voneinander unterscheiden. Ein Splitter kann unheimlich klein sein und unter der Haut verschwinden, w\u00e4hrend ein Balken enorme Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht vorweisen kann. Der Unterschied ist also gravierend. Wer einen Splitter im Auge hat, das klingt zwar sehr schmerzhaft, hat aber ein relativ kleines Problem, denn er kann noch relativ viel sehen. Wer aber einen Balken im Auge hat, der hat wirklich ein Problem, ein gro\u00dfes und schweres sogar. Er kann wirklich nichts mehr erkennen, er ist blind. Doch das skurrile an uns \u201eBalkentr\u00e4gern\u201c ist, dass wir den eigenen Balken nicht sehen, daf\u00fcr aber den kleinen Splitter im Auge des anderen suchen, finden und extrapolieren.<\/p>\n<p>Und es ist nat\u00fcrlich nicht so, dass wir sagen: \u201eOh, du hast einen Splitter, du musst beten, Bibel lesen, Bu\u00dfe tun\u201c usw. sondern wir sagen: <strong>\u201eHalt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen\u201c<\/strong>. Was zeigt dieser Satz \u00fcber uns? Unsere Hilfsbereitschaft? Sch\u00f6n w\u00e4r\u2018s. Dieser Satz zeigt vielmehr unsere Selbstgerechtigkeit. \u201eHalt, ich kann dir helfen. Denn ich bin anders als du. Ich habe dieses Problem nicht. Ich kann dich ver\u00e4ndern.\u201c Schlimm, wenn wir so denken und handeln und der eigene Balken h\u00e4ngt im Auge!<\/p>\n<p>Jesus warnt uns davor, mit zweierlei Ma\u00df zu messen. Ein strenges f\u00fcr andere und ein legeres f\u00fcr uns selbst. Wir sollen keine Menschen sein, die andere belehren und selbst verwerflich leben. Dieses Doppelleben gef\u00e4llt Jesus nicht.<\/p>\n<p>Was sollen wir deshalb tun? Betrachte Vers 5: <strong>\u201eDu Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.\u201c<\/strong> Mit \u201eHeuchler\u201c meint Jesus nicht nur die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er. Mit \u201eHeuchler\u201c richtet sich Jesus auch direkt an seine J\u00fcnger. Meint Jesus auch dich und mich? Gerade weil wir eine Gemeinde sind, die haupts\u00e4chlich Gottes Wort an andere weitergibt, m\u00fcssen wir Jesu Worte selbstkritisch in Empfang nehmen. So f\u00e4ngt Jesu Hilfe an. Jesu Wort <strong>\u201eDu Heuchler\u201c<\/strong> soll auch unser Herz treffen. Sein Wort soll durch unser Mark und Bein gehen und Problembewusstsein in uns bewirken. Dar\u00fcber hinaus hei\u00dft es: <strong>\u201ezieh zuerst den Balken aus deinem Auge\u201c<\/strong>. Wie k\u00f6nnen wir diese Anweisung befolgen?<\/p>\n<p>Hierzu ein Bsp. Eines Tages wollten die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er eine beim Ehebruch \u00fcberf\u00fchrte Frau zu Tode steinigen. Sie wollten Jesu Meinung h\u00f6ren. Die Frau war eine S\u00fcnderin und verdiente nach dem Gesetz das g\u00f6ttliche Gericht. H\u00e4tten sie Jesus nicht gefragt, w\u00e4re die Frau von den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern mit Freuden zu Tode gesteinigt worden. Diese Menschen hielten sich n\u00e4mlich f\u00fcr gesetzestreu. Sie hielten sich also f\u00fcr Menschen, die vollkommen nach dem Willen Gottes lebten. Doch die ganze Geschichte verlief v\u00f6llig anderes, als Jesus den folgenden Satz aussprach: <strong>\u201eWer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\u201c<\/strong> (Joh 8,7) Dieser Satz offenbarte sogar in den harten Herzen der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er Problembewusstsein. Sogar die Unverbesserlichen erkannten ihre Heuchlerei. Jeder von ihnen erkannte den dicken Balken im eigenen Auge. Sie alle lie\u00dfen die Steine ruhen und gingen solidarisch fort. Das Wort Gottes offenbart das Verborgene, auch im Herzen der gr\u00f6\u00dften Heuchler. So auch wir. Das Wort Gottes soll die Wahrheit ans Licht bringen. Alle Splitter und Balken sollen offenbart und beseitigt werden. Aber nicht im Auge des anderen, sondern in meinem eigenen Auge. Ich soll mich selbst erkennen und heilen lassen. Dann f\u00e4llt es mir wie \u201eBalken\u201c von den Augen und endlich kann ich klar sehen und bezeugen: \u201eMein Gott, was bin ich blo\u00df f\u00fcr ein Mensch gewesen. Und du hast mich nicht gerichtet, sondern erduldet und errettet.\u201c Dann k\u00f6nnen wir mit Geduld und Liebe auf den anderen blicken, hoffen und beten, dass auch sie sich selbst durch das Evangelium erkennen und ihren Balken loswerden.<\/p>\n<p>Erst wenn das Wort Jesu uns zum Segen geworden ist, kann er uns als Segen f\u00fcr andere gebrauchen. Herr, erl\u00f6se uns von den Balken und gebrauche uns als Ermutigung und Segen f\u00fcr andere.<\/p>\n<p>Wir haben soeben den r\u00fccksichtsvollen und nachsichtigen Umgang mit unseren Glaubensgeschwistern kennen gelernt. Was ist mit den Feinden des Evangeliums? Betrachten wir Vers 6: <strong>\u201eIhr sollt das Heilige nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die S\u00e4ue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren F\u00fc\u00dfen und sich umwenden und euch zerrei\u00dfen.\u201c<\/strong> Ein Hund kann mit Heiligt\u00fcmern genauso wenig etwas anfangen wie eine Sau mit Perlen. Weil Hunde und S\u00e4ue den Wert dieser Sch\u00e4tze nicht kennen, werden sie sie zertreten und den Spender zerrei\u00dfen (Damals waren die Hunde keine braven Scho\u00dfh\u00fcndchen, wie heute, sondern bissige Bestien).<\/p>\n<p>Jesu Gleichnis soll zeigen, dass es viele Menschen gibt, die mit unserem Heiligtum, z.B. dem Evangelium, nichts anfangen k\u00f6nnen. Wir predigen jedem Menschen das Evangelium und das unabh\u00e4ngig davon ob jemand sympathisch wirkt oder nicht. Doch wenn sie das Evangelium klar ablehnen, haben wir unseren Dienst an ihnen geleistet und sollen weiterziehen. Das Evangelium ist wirklich zu wertvoll, um von ihnen zertrampelt und zerrissen zu werden.<\/p>\n<p>Danken wir Jesu wegweisenden Worten. Er lehrt uns den wahrhaftigen Umgang mit allen Arten von Menschen, Glaubensgeschwistern und Ablehnern. M\u00f6ge er uns zum Segen f\u00fcr viele machen.<\/p>\n<p><strong>Teil II\tBittet, so wird euch gegeben (7-12)<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Teil m\u00f6chte Jesus uns davor sch\u00fctzen, Opfer unseres eigenen Urteils zu werden. Welche bedeutende Hilfe leistet uns Jesus im zweiten Teil? Lesen wir Vers 7: <strong>\u201eBittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empf\u00e4ngt und wer da sucht, der findet und wer da anklopft, dem wird aufgetan.\u201c<\/strong> Ist das keine sch\u00f6ne M\u00f6glichkeit, die Jesus uns ans Herz legt? Wir beten zu Gott und Gott erh\u00f6rt unser Gebet. Wir haben sicherlich vielf\u00e4ltige und unterschiedliche Erfahrungen mit dem Gebet gesammelt. Was k\u00f6nnen wir von Jesus \u00fcber die rechte Aus\u00fcbung des Gebets lernen? Durch Jesus lernen wir 3 Facetten des Gebets kennen. 1) <strong>\u201eBittet\u201c<\/strong>. Sehr oft sind wir auf die Gaben Gottes angewiesen. Auf geistliche Gaben aber auch auf viele Dinge des allt\u00e4glichen Lebens, wie Gottes Segen im Studium, bei der Arbeit oder ein Studienplatz, eine Arbeitsstelle, eine Wohnung usw. Durch die Bitte formulieren wir unser Anliegen vor Gott. Unser inst\u00e4ndiges und flehentliches Bitten aus dem Glauben bewegt das Herz Gottes und uns wird gegeben, worum wir bitten. <strong>\u201eDenn wer da bittet, der empf\u00e4ngt\u201c<\/strong>. Mit seinem Wort er\u00f6ffnet uns Jesus Glaubens- und Gebetserfahrungen, die wir keineswegs missen sollen.<\/p>\n<p>2) <strong>\u201eSuchet\u201c<\/strong>. Sehr oft, wir kennen das alle, sind wir auf der Suche. Wonach? Wir suchen viele Dinge. Ich kenne viele, die nach der Wahrheit suchen. Sie w\u00fcrden so gerne die absolute Wahrheit erkennen. Andere suchen nach ihrer Berufung, also welche Lebensaufgabe Gott f\u00fcr sie vorgesehen hat. Manche suchen nach ihrem Lebenssinn. Ich kenne auch welche, die sich nach der Erf\u00fcllung des Herzens und Freude in Gott sehnen. Und wiederum w\u00fcnschen sich einige geistliche Erfahrungen mit Gott. Es gibt viele geistliche Sehns\u00fcchte und W\u00fcnsche, nach denen wir uns sehnen. Sie sind gut und wichtig. Aber es soll nicht beim Wunsch bleiben. Wir sollen bei Gott nach ihnen suchen. Wir sollen unsere Bitte formulieren aber dar\u00fcber hinaus uns aktiv auf die Suche begeben. Was geschieht, wenn wir von ganzem Herzen bei Gott suchen? <strong>\u201eSo werdet ihr finden\u201c<\/strong>. <strong>\u201ewer da sucht, der findet\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p>3) <strong>\u201eklopfet an\u201c<\/strong>. Manchmal beten wir f\u00fcr etwas und Gott f\u00fchrt uns auf einen Weg und wir fangen an zu suchen und finden den Willen Gottes. Wir beten z.B. f\u00fcr unsere Daseinsbedeutung und Gott erh\u00f6rt unser Gebet und schenkt uns einen Vers. Und dieser Vers sagt, dass wir ein Segen f\u00fcr andere Menschen sein sollen, dass wir ihnen die Wahrheit des Evangeliums weitergeben und ihnen helfen sollen f\u00fcr ihre S\u00fcnden Bu\u00dfe zu tun und von Gott errettet zu werden. Und wir freuen uns dar\u00fcber, weil Gott unser Gebet erh\u00f6rt und uns eine sch\u00f6ne und sinnvolle Lebensorientierung geschenkt hat und wir beten weiter und suchen nach Wege und M\u00f6glichkeiten, um nach dem Wort zu leben und wir finden tats\u00e4chlich Gelegenheiten, z.B. am Campus oder in unserem t\u00e4glichen Umfeld und erneut freuen wir uns, weil Gott unsere Suche gesegnet und uns die geistlich Hilfsbed\u00fcrftigen hat finden lassen. Und stellt euch vor wir w\u00fcrden sagen: \u201eIch habe empfangen und habe gefunden, damit genug, ich gehe heim.\u201c, das w\u00e4re fatal. Wir sollen den Weg, den Gott uns ge\u00f6ffnet hat bis zum Ende gehen und an ihre Herzenst\u00fcren anklopfen, bis sie sich \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Welche Verhei\u00dfung erfahren wir von Jesus, wenn wir anklopfen? <strong>\u201eso wird euch aufgetan\u201c<\/strong>, <strong>\u201ewer da anklopft, dem wird aufgetan.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Jesus leistet uns gro\u00dfartige Hilfe im Gebetsleben. Gott erh\u00f6rt unser Gebet, das ist wirklich gro\u00dfartig. Manch einer k\u00f6nnte dem ganzen nicht trauen und sagen: \u201eMoment mal, moment mal, moment mal. Das ist doch viel zu einfach. Wie kann ich mir sicher sein, dass Gott mein Gebet genauso erh\u00f6rt, wie Jesus es beschreibt?<\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 9 und 10: <strong>\u201eWer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete?\u201c<\/strong> V\u00e4ter lieben in der Regel ihre Kinder und wollen ihnen das Beste geben. Kein Vater, mag er noch so unmoralisch und b\u00f6sartig sein, w\u00fcrde seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet. Ich habe auch noch von keinem Vater geh\u00f6rt, der seinem Sohn eine Schlange f\u00fcr einen Fisch verkauft hat. Jesus schlussfolgert: <strong>\u201eWenn nun ihr, die ihr doch b\u00f6se seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben k\u00f6nnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!\u201c<\/strong> Wenn also Kinder b\u00f6ser V\u00e4ter sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass ihre V\u00e4ter ihnen gute Gaben geben, um wie viel mehr sollen wir uns sicher sein, dass unser Vater im Himmel, der vollkommen und gut ist, uns Gutes geben wird, wenn wir ihn bitten! Daran soll es keinen Zweifel geben, denn unser Gebet wird von unserem lieben Vater im Himmel geh\u00f6rt, von Herzen angenommen und erh\u00f6rt. Dieser Glaube soll die selbstverst\u00e4ndlichste Sache f\u00fcr uns sein.<\/p>\n<p>Was ist das Gute, das wir von Gott bekommen? Viele Dinge, auf die wir angewiesen sind, sind darin eingeschlossen, wie Nahrung, Kleidung etc. Dar\u00fcber hinaus hei\u00dft es in der Parallelstelle: <strong>\u201eWenn nun ihr, die ihr b\u00f6se seid, euren Kindern gute Gaben geben k\u00f6nnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!\u201c<\/strong> (Lk 11,13) Die gute, wom\u00f6glich die beste, Gabe, die uns Gott geben kann ist der heilige Geist. Denn wir brauchen den heiligen Geist, um im Bilde Jesu zu wachsen und nach seinem Willen zu leben. Der Vater will uns gerne geben. Schlie\u00dfen wir diese Bitte in unser t\u00e4gliches Gebet ein. Gott segne uns reichlich durch Jesu Wort.<\/p>\n<p><strong>Teil III\tDas Gesetz und die Propheten (12)<\/strong><\/p>\n<p>Jesus m\u00f6chte unser Leben wirklich segnen. Er m\u00f6chte uns vor dem Gericht bewahren, er m\u00f6chte uns gute Gaben schenken. Welche segensreiche Lebensorientierung erfahren wir abschlie\u00dfend durch Vers 12? <strong>\u201eAlles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.\u201c<\/strong> Ist es nicht so, dass jeder von uns eine Erwartungshaltung an andere hat? Wenn wir bspw. in die Gemeinde kommen, haben wir gewisse Erwartungen an die Geschwister. Und wir observieren sehr genau. Wer wird mich begr\u00fc\u00dfen und wer nicht? Wer wird mich herzlich begr\u00fc\u00dfen und wer wird nur kurz nicken? Und insgeheim f\u00fchren wir eine Strichliste. \u201eWar nicht nett zu mir; wird ab sofort bestraft&#8230;\u201c So sollen wir wirklich nicht leben. Das w\u00e4re eine katastrophale Gemeinschaft in der Gemeinde. <strong>\u201eAlles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!\u201c<\/strong> Im Grunde genommen m\u00f6chte jeder von uns herzlich und liebevoll behandelt werden. Doch wenn jeder nur erwartet und nichts tut, wird theoretisch auch nichts geschehen. Einer muss anfangen. Und durch Jesus lernen und erfahren wir, dass wir den Anfang machen sollen. Wenn du die Welt ver\u00e4ndern willst, sang einmal ein S\u00e4nger, dann fang mit dem Mann im Spiegel an. Wer ist das? Der Mann im Spiegel bin ich. Wenn ich will, dass mich andere herzlich begr\u00fc\u00dfen, soll ich es auch tun. Wenn ich will, dass andere mir helfen, wenn ich ihre Hilfe ben\u00f6tige, soll ich ihnen auch helfen, wenn sie Hilfe ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Was wird geschehen, wenn jeder von uns nach diesem Wort lebt? Betrachten wir Vers 12: <strong>\u201eDas ist das Gesetz und die Propheten.\u201c<\/strong> Was bedeutet dieser Ausdruck? Gesetz und Propheten stehen f\u00fcr die heiligen Schriften des AT. Es ist die Pflicht eines jeden Juden gewesen, sein Leben nach dem Gesetz und den Propheten auszurichten. Doch im Laufe der Zeit nahm ihre Treue zum Gesetz und den Propheten eine ungl\u00fcckliche Entwicklung, die durch die Pharis\u00e4er am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Je mehr sie sich in die einzelnen Buchstaben der Schrift verstrickten, umso mehr ging der eigentliche Geist des Gesetzes und der Propheten verloren.<\/p>\n<p>Im Mt.-Evang. offenbart Jesus die wahre Bedeutung des Gesetzes und der Propheten. Jesus zitiert das mosaische Gesetz: <strong>\u201e\u00bbDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fct\u00ab <\/strong>(5.Mose 6,5)<strong>. Dies ist das h\u00f6chste und gr\u00f6\u00dfte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: \u00bbDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00ab <\/strong>(3.Mose 19,18)<strong>. In diesen beiden Geboten h\u00e4ngt das ganze Gesetz und die Propheten.\u201c<\/strong> (Mt. 22,37-40). Das ganze Gesetz und die Propheten fasst Jesus mit dem h\u00f6chsten Gebot zusammen: Liebe Gott, wie sonst keinen und liebe deinen n\u00e4chsten wie dich selbst.<\/p>\n<p>Betrachten wir erneut Vers 12. Jeder von uns will geliebt werden. Also sollen wir die anderen lieben. Das ist das Gesetz und die Propheten. Dadurch entsteht eine Gemeinde, die den Leib Jesu Christi bildet und die Sch\u00f6nheit Gottes ausstrahlt.<\/p>\n<p>In einer Geschichte darf ein Mensch die H\u00f6lle und den Himmel besichtigen und er wundert sich, dass Himmel und H\u00f6lle gleich aussehen. In der Mitte des Raumes steht ein gro\u00dfer Suppentopf und jeder Mensch hat einen 2 Meter langen Suppenl\u00f6ffel. Alles gleich, kein Unterscheid zwischen Himmel und H\u00f6lle. Der einzige Unterschied: Die H\u00f6llenbewohner sind abgemagert und vegetieren vor sich hin, w\u00e4hrend die Himmelsbewohner satt, gl\u00fccklich und zufrieden sind. Die Antwort dieses R\u00e4tsels liegt auf der Hand. Die H\u00f6lle ist ein Ort, an dem jeder verzweifelt versucht sich selbst zu vergeblich sich selbst zu f\u00fcttern. Im Himmel aber f\u00fctterten sich alle gegenseitig.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Jesu goldene Regel ein wahrer Segen f\u00fcr uns und unsere Gemeinschaft sein. Gott forme uns durch sein heutiges Wort zu einer Gemeinde, ganz nach seinem Herzen. M\u00f6ge er uns somit als wahren Segen f\u00fcr die verlorene Welt gebrauchen.<\/p>\n<p>Ich danke Jesus f\u00fcr sein Wort aus dem heutigen Text. Jesu Wort ist eine gro\u00dfe Bereicherung f\u00fcr mein pers\u00f6nliches Leben, wie auch f\u00fcr meine Gemeinschaft in der Gemeinde. Vor allem durch Vers 12 lerne ich, keine Anspr\u00fcche an andere zu stellen, ohne die Bereitschaft, meine Erwartungen an andere selbst zu erf\u00fcllen. Ich bete, dass Jesu Wort mich formt und als Segen f\u00fcr die Gemeinschaft gebraucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Die goldene Regel \u201eAlles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.\u201c (12) Im heutigen Text erfahren wir Jesu grundlegende Hilfe im Glaubensleben. Wir erfahren sie ganz pers\u00f6nlich und in der Gemeinschaft. Bist du bereit f\u00fcr Jesu Wort? Sind wir bereit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1553","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1553"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11065,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1553\/revisions\/11065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}