{"id":1522,"date":"2011-06-27T16:28:36","date_gmt":"2011-06-27T15:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1522"},"modified":"2022-11-18T12:24:40","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:40","slug":"predigt-matthaus-61-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-61-15\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 6,1 &#8211; 15"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/P11Mt06-0115.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Das\u00a0 Vaterunser<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eDarum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.<\/strong><strong>Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.\u201c<em> <\/em><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(6,9.10)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Wir sind dankbar, dass wir die Bergpredigt weiter betrachten k\u00f6nnen. Im Kap. 5 hat Jesus \u00fcber das Gesetz gesprochen und an einigen Geboten beispielhaft erkl\u00e4rt, wie die Gebote eigentlich gemeint sind. Im heutigen Text geht es um die Praxis des Glaubenslebens, konkret um das Almosengeben und Beten. Es geht weniger darum, was wir als Christen tun sollen, als vielmehr darum, mit welcher Haltung wir es tun sollen. Im Zentrum des Textes steht das Vaterunser, in dem Jesus uns lehrt, mit welchen Anliegen wir beten sollen. Gott helfe uns, die richtige Haltung beim Glaubensleben aufzubringen! M\u00f6ge Gott uns auch ermutigen und helfen, zu ihm recht zu beten!<\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 1: <strong>\u201eHabt Acht auf eure Fr\u00f6mmigkeit, dass ihr die nicht \u00fcbt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.\u201c <\/strong>Jesus ermahnt die Zuh\u00f6rer, darauf zu achten, dass sie ihr Glaubensleben nicht vor den Leuten f\u00fchren, um von ihnen gesehen zu werden. Damals \u00fcbten viele ihre Fr\u00f6mmigkeit vor den Leuten, um bei ihnen besser angesehen zu sein. Viele gaben Almosen \u00f6ffentlich auf den Gassen oder vor der Synagoge, damit viele Leute es sehen konnten; manche lie\u00dfen es sogar buchst\u00e4blich vor sich ausposaunen. Jesus nennt solche Leute \u201eHeuchler\u201c; denn sie taten so, als ob sie fromm w\u00e4ren, aber in Wirklichkeit ging es ihnen um ihr eigenes Ansehen bei den Leuten. Jesus sagt klar, dass sie daf\u00fcr von Gott keinen Lohn erhalten werden.<\/p>\n<p>Wie relevant ist Jesu Ermahnung f\u00fcr uns? Wir machen regelm\u00e4\u00dfig Bibelstudium und schreiben Stellungnahmen, nehmen an der Gebetsstunde und am Gottesdienst teil usw. Da vieles davon auch von anderen gesehen wird, besteht auch f\u00fcr uns eine Gefahr, dass wir diese Dinge auch vor den Menschen tun, um von ihnen als treue oder flei\u00dfige Mitarbeiter angesehen zu werden. Darum sollen auch wir darauf achten, dass wir unser Glaubensleben nicht vor den Menschen f\u00fchren, sondern allein vor Gott, um ihn zu ehren und um von ihm seinen Lohn zu bekommen.<\/p>\n<p>Wie sollten wir uns daher verhalten, wenn wir jemanden materiell unterst\u00fctzen wollen? Jesus sagt im Vers 3 und 4a: <strong>\u201eWenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe \u2026\u201c <\/strong>Wenn wir jemandem eine Spende geben, sollte niemand davon erfahren au\u00dfer Gott. Dann d\u00fcrfen wir Gottes Beloh\u00adnung erwarten. Jesus sagt: <strong>\u201e\u2026 und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir&#8217;s vergelten\u201c <\/strong>(4b). Gott sieht ganz genau, was wir tun und aus welcher Moti\u00advation wir es tun. Er wird uns alles, was wir wirklich f\u00fcr ihn tun, zu seiner Zeit reichlich belohnen.<\/p>\n<p>Die Gefahr, dass seinen Glauben vor den Menschen zu praktizieren, besteht auch beim Gebet. Betrachten wir Vers 5: <strong>\u201eUnd wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Stra\u00dfenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.\u201c <\/strong>Viele Juden beteten damals laut und mit zum Himmel erhobenen H\u00e4nden. Manche taten dies am liebsten in den Synagogen und an den Stra\u00dfenecken, damit sie von m\u00f6glichst vielen Leuten gesehen wurden. Jesus sagt klar, dass sie von Gott daf\u00fcr keinen Lohn erwarten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie sollen wir dann beten, damit Gott unsere Gebete anerkennen und segnen kann? Lesen wir gemeinsam Vers 6: <strong>\u201eWenn du aber betest, so geh in dein K\u00e4mmerlein und schlie\u00df die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verbor\u00adgene sieht, wird dir&#8217;s vergelten.\u201c <\/strong>Damals gab es in gew\u00f6hnlichen H\u00e4usern nur einen separa\u00adten Raum, den man mit einer T\u00fcr schlie\u00dfen konnte: das K\u00e4mmerlein. Es ist also ein Ort, wo man ungesehen und ungest\u00f6rt beten kann. Warum betont Jesus, dass wir zum Gebet ins K\u00e4mmerlein gehen? Im K\u00e4mmerlein fallen die Masken ab, die wir bewusst oder unbewusst getragen haben. Wir treten vor Gott gerade so, wie wir sind. Wir k\u00f6nnen ihm ehrlich unsere Probleme und N\u00f6te schildern und offen \u00fcber alles reden und auf seine Antwort h\u00f6ren. Darum fordert Jesus uns ausdr\u00fccklich auf: <strong>\u201e\u2026 geh in dein K\u00e4mmerlein und schlie\u00df die T\u00fcr zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.\u201c<\/strong> Dahinter steht Gottes Wunsch, uns im Gebet pers\u00f6nlich zu begegnen. Dort will Gott uns zuh\u00f6ren, auf unsere Fragen antworten, uns tr\u00f6sten, uns in unsrer Angst beruhigen, unsere Sehnsucht nach Liebe stillen und uns neuen Mut schenken. Diese Gemeinschaft mit Gott ist der wichtigste Teil unsres Glaubens\u00adlebens. Wir m\u00fcssen solche Zeit allein mit Gott verbringen, wo wir ihm alles sagen und h\u00f6ren, was er uns sagen will, und zwar t\u00e4glich. M\u00f6ge Gott uns helfen, t\u00e4glich ins K\u00e4mmerlein zu gehen und mit ihm Gemeinschaft zu haben! M\u00f6ge Gott unsere Gemeinschaft mit ihm jeden Tag segnen!<\/p>\n<p>Worauf sollen wir noch achten, wenn wir zu Gott beten? Jesus ermahnt uns im Vers 7, dass wir beim Gebet wir nicht plappern sollen, das hei\u00dft vor Gott nicht gedankenlos reden oder unsere Anliegen wiederholen. Woher kommt das Plappern? Im Vers 8 sagt Jesus: <strong>\u201eDarum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater wei\u00df, was ihr bed\u00fcrft, bevor ihr ihn bittet.\u201c <\/strong>Das Plappern kommt, wenn wir Gott nicht genug kennen. Wenn wir beten, sollen wir uns bewusst sein, wer Gott ist, zu dem wir beten, n\u00e4mlich unser Vater im Himmel, der uns kennt und liebt und wei\u00df, was wir brauchen, bevor wir beten.<\/p>\n<p>Bis hierhin hat Jesus seine J\u00fcnger und uns die richtige Haltung beim Almosen geben und beim Gebet gelehrt. F\u00fcr das Gebet hat Jesus aber nicht nur die Haltung gelehrt, sondern weil es so wichtig ist, auch den Inhalt, wof\u00fcr wir beten sollen. Jesus lehrte dazu eine Art Mustergebet, das wir nachbeten oder anhand dessen wir beten sollen \u2013 das Vaterunser. Lasst es uns betrachten!<\/p>\n<p>Die Verse 9-13 beinhalten das Vaterunser. Es ist sicherlich das ber\u00fchmteste Gebet in der Bibel, das einzige, das Jesus seine J\u00fcnger gelehrt hat und das uns \u00fcberliefert ist. Seit etwa 2000 Jahren haben Millionen von Christen in der Welt unz\u00e4hlige Male damit zu Gott gebetet. Trotz seiner K\u00fcrze hat Jesus darin die wichtigsten Anliegen ausgedr\u00fcckt, f\u00fcr die wir beten sollen. die ersten drei Anliegen beziehen sich auf Gott, die anderen drei auf unsere Bed\u00fcrfnisse. Lasst uns noch einmal dieses Gebet betrachten und neu begreifen, mit welchen Anliegen wir beten sollen!<\/p>\n<p>Der Beginn des Vaterunsers ist so bemerkenswert, dass er dem Gebet seinen Namen gegeben hat. Jesus sagt im Vers 9a:<strong><sup> <\/sup>\u201eDarum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel!\u201c <\/strong>Mit dieser Anrede lehrt Jesus, dass Gott, zu dem wir beten, unser Vater im Himmel ist.<\/p>\n<p>Ein Vater steht f\u00fcr Liebe, F\u00fcrsorge, Erziehung und Schutz f\u00fcr seine Kinder. W\u00e4hrend unsre irdischen V\u00e4ter begrenzte Menschen sind und diese Eigenschaften nur in begrenztem Ma\u00dfe haben, liebt, versteht, erzieht und sch\u00fctzt uns Gott in vollkommener Weise, sodass wir ihm bedingungslos vertrauen k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist er im Himmel, das hei\u00dft er ist der ewige Gott, er ist heilig und ist aller Ehre wert! \u2013 Im Alten Testament taucht die Bezeichnung \u201eVater\u201c in Bezug auf Gott nur ein- oder zweimal auf. Die Juden wussten um Gottes Heiligkeit, sodass sie nicht einmal seinen Namen auszusprechen wagten. Aber in Jesus d\u00fcrfen wir zu diesem heiligen Gott \u201eunser Vater im Himmel\u201c sagen. Das ist nur m\u00f6glich, weil in Jesus Christus Gottes Sohn in die Welt gekommen ist und er durch sein Erl\u00f6sungswerk die Kluft zwischen dem heiligen Gott und uns s\u00fcndigen Menschen \u00fcberbr\u00fcckt hat. Wenn wir Jesus annehmen, werden wir rechtm\u00e4\u00dfig Gottes Kinder und d\u00fcrfen ihn \u201eunser Vater im Himmel\u201c rufen. Wenn wir zu ihm beten, sollen wir das mit bedingungslosem Vertrauen und mit tiefer Ehrfurcht und Respekt tun.<\/p>\n<p>Was ist das erste Anliegen, mit dem wir zu unserem Vater im Himmel beten sollen? Lesen wir noch einmal den Vers 9: \u201e<strong>Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.\u201c <\/strong>Wir sollen als erstes daf\u00fcr beten, dass Gottes Name geheiligt werde. Was bedeutet das? Gottes Name steht f\u00fcr Gott selbst, f\u00fcr sein heiliges ewiges Wesen. Gottes Name ist heilig, weil Gott heilig ist. Er ist der allm\u00e4chtige Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde. Er ist der Vater Jesu Christi, der uns so geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit wir nicht verloren werden, sondern ewig leben k\u00f6nnen. Gottes Name ist heilig und soll von allen Menschen heilig gehalten und geehrt werden. Als Gottes Kinder soll das unser gr\u00f6\u00dfter Wunsch sein und unser erstes Gebetsanliegen. Warum ist es so wichtig, dass wir daf\u00fcr beten? Wir sollen daf\u00fcr beten, weil Gottes Name in der Welt nicht geheiligt wird. Tats\u00e4chlich wird Gottes Name seit dem S\u00fcndenfall des Menschen bis heute missachtet, besch\u00e4digt, verspottet und verl\u00e4stert. Das liegt nicht nur an den Menschen, die Gott nicht kennen, sondern auch an Gottes Leuten. Im R\u00f6merbrief schreibt Apostel Paulus: <strong>\u201eDenn euretwegen wird Gottes Namen verl\u00e4stert unter den Heiden\u201c<\/strong> (R\u00f6m 2,24). Auch in unserem Land heute herrscht mit dem Humanismus eine Ideologie in der Gesellschaft vor, in der Gott keinen rechten Platz hat, h\u00f6chstens eine Randfigur sein darf. Denn in dieser Ideologie hat die menschliche Freiheit den h\u00f6chsten Stellenwert und sie l\u00e4sst sich mit dem Gott, der alles erschuf und \u00fcber alle Gott sein will, nicht vereinbaren. Darum wird Gott privat und auch in aller \u00d6ffentlichkeit geleugnet und verl\u00e4stert oder totgeschwiegen. Darum m\u00fcssen wir Gl\u00e4ubigen als erstes Anliegen daf\u00fcr beten, dass Gottes Name geheiligt werde. Wir sollen daf\u00fcr beten, dass Gottes Name geheiligt wird zuerst in unserem eigenen Leben, in unserer Familie, in unserer Gemeinde, in unserer Gesellschaft und dar\u00fcber hinaus in der ganzen Welt.<\/p>\n<p>Was ist das zweite Gebetsanliegen, das Jesus uns lehrt? Vers 10a lautet: \u201e<strong>Dein Reich komme.\u201c <\/strong>Wir sollen als zweites daf\u00fcr beten, dass Gottes Reich komme. Wie wir wissen, bedeutet Gottes Reich Gottes Herrschaft. Gott will unser Gott sein und auch in unserem Leben seine gute Herrschaft aufrichten. Aber es gibt in uns einen Konflikt zwischen Gottes Reich und \u201emeinem Reich\u201c. Wir wollen mit Gott leben, aber mit unseren menschlichen Gedanken, W\u00fcnschen und Taten widerstreben wir oft noch seiner Herrschaft. Darum sollen wir uns ernsthaft daf\u00fcr beten, dass Gottes Herrschaft in unserem ganzen Leben komme. Warum ist das auch f\u00fcr uns selbst wirklich wichtig? So viel, wie wir noch nicht unter Gottes Herrschaft leben, leiden wir noch unter unserer Selbstsucht, Begierden, Sorgen und \u00c4ngsten. Denn nur Gottes Herrschaft macht uns frei von verkehrten Gedanken, Begierden, grundlosem Stolz und Minderwertigkeits\u00adgef\u00fchlen, Sorgen und Angst, sodass wir wirklich gl\u00fccklich und ein Segen f\u00fcr andere werden statt einer Last. Darum sollen wir vor allem daf\u00fcr beten, dass Gottes Reich in uns selbst komme, bis Gottes Gnade und Wahrheit unser ganzes Denken, Wollen und Tun bestimmt. Dar\u00fcber hinaus sollen wir daf\u00fcr beten, dass Gottes Reich in unserer ganzen Familie und Gemeinde, in unserer Stadt, in unserem Land und in der ganzen Welt komme.<\/p>\n<p>Wenn wir daf\u00fcr beten, dass Gottes Reich in uns selbst und in unseren Mitmenschen komme, erleben wir nicht nur Fortschritte, sondern manchmal auch R\u00fcckschl\u00e4ge. Aber wir sollen nicht verzweifeln und unser Gebet daf\u00fcr nie aufgeben. Denn wir k\u00f6nnen sicher sein, dass Gott dieses Gebetsanliegen erh\u00f6ren und sein Reich sicher kommen lassen wird. So hei\u00dft es etwa in 1. Kor 15,24.25: <strong>\u201eDanach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, \u00fcbergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine F\u00fc\u00dfe legt.\u201c<\/strong> Das Reich Gottes wird sicher kommen, weil es bei Gott schon beschlossen ist. Wenn wir beten <strong>\u201eDein Reich komme\u201c<\/strong>, d\u00fcrfen wir die Gewissheit haben, dass dieses Gebet von Gott sicher erf\u00fcllt wird. Darum lasst uns jeden Tag beten: Dein Reich komme in mir, in meiner Familie, in den Studenten, in Heidelberg, in Deutschland und in allen L\u00e4ndern der Welt!<\/p>\n<p>Was ist das dritte Anliegen? Im V. 10b hei\u00dft es: <strong>\u201eDein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.\u201c <\/strong>Wir sollen als drittes daf\u00fcr beten, dass Gottes Wille geschehe auf der Erde, so 100%-ig und uneingeschr\u00e4nkt, wie er im Himmel geschieht. Das Anliegen \u201eDein Reich komme\u201c und das Anliegen \u201eDein Wille geschehe\u201c sind miteinander verbunden. Denn Gottes Wille kann sich dort entfalten, wo Gott herrscht. Wir sollen also zuerst daf\u00fcr beten, dass Gottes Herrschaft von den Menschen \u00fcberhaupt akzeptiert wird. Dann k\u00f6nnen wir beten, dass Gottes Wille geschieht, dort wo Gott die Herrschaft \u00fcbernommen hat. Dadurch wiederum wird Gottes Herrschaft noch fester werden und sich ausdehnen.<\/p>\n<p>Was wird passieren, wenn Gottes Wille so geschieht wie im Himmel und Gott sein Reich v\u00f6llig wiederherstellt? Im R\u00f6merbrief Kap. 8,21 hei\u00dft es dazu: <strong>\u201eDenn auch die Sch\u00f6pfung wird frei werden von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.\u201c <\/strong>Und Vers 29: <strong>\u201eDenn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Br\u00fcdern.\u201c <\/strong>Wenn Gottes Herrschaft v\u00f6llig wiederhergestellt wird, wird die ganze Sch\u00f6pfung frei werden, und Gott wird uns v\u00f6llig wiederherstellen. Wir werden von unserer Schwachheit und Spuren der S\u00fcnde und auch vom Tod frei, der uns in unserem verg\u00e4nglichen Leib st\u00e4ndig \u00fcberschattet hat, und werden mit wahrer Freude und mit himmlischem Frieden erf\u00fcllt. Gott wird in uns das Bild seines Sohnes und damit unser wahres Bild wiederherstellen. Dann wird Gott von allen geehrt werden und die heilige Sch\u00f6pfungsordnung wird wiederher\u00adgestellt. Frieden und v\u00f6llige Freiheit haben. Lasst uns daf\u00fcr beten, dass Gottes Reich komme! Lasst uns daf\u00fcr beten, dass Gottes Wille geschehe, und zwar so hundertprozentig, wie er im Himmel geschieht! M\u00f6ge Gottes Reich in jedem von uns kommen und durch uns in vielen jungen Menschen! M\u00f6ge Gott sein ewiges Reich bald aufrichten!<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir das vierte Anliegen. Vers 11 lautet: <strong>\u201eUnser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.\u201c <\/strong>W\u00e4hrend die ersten drei Anliegen sich auf Gott beziehen, beziehen sich das vierte bis sechste Anliegen auf unsere eigenen Bed\u00fcrfnisse. Das \u201et\u00e4gliche Brot\u201c betrifft unsere physischen Bed\u00fcrfnisse. Das t\u00e4gliche Brot steht hier im weiteren Sinne f\u00fcr alle Dinge, die wir f\u00fcr unser Alltagsleben ben\u00f6tigen, wie Kleidung, Unterkunft und anderes, was zu unserem Leben n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Was bedeutet es, dass Jesus uns lehrt, f\u00fcr diese Dinge zu beten? Im Allgemeinen versuchen die Menschen das Problem ihrer physischen Bed\u00fcrfnisse alleine zu l\u00f6sen, indem sie hart darum k\u00e4mpfen und sich m\u00fchen, um viel Geld zu verdienen. Sie leben daf\u00fcr, sich zu versorgen, machen das zum Lebensinhalt. Es wird das Wichtigste f\u00fcr sie \u2013 sie werden abh\u00e4ngig davon, G\u00f6tzendiener des Geldes. \u00a0Aber wir Christen, deren Vater im Himmel Gott ist, sollen das Problem unserer Versorgung durchs Gebet l\u00f6sen! So sollen wir in allen Bereichen aus Glauben an unseren Vater leben.<\/p>\n<p>Es ist es wert, dass wir dieses Gebetsanliegen noch etwas genauer betrachten. Dass es hei\u00dft \u201e<strong>unser<\/strong> t\u00e4gliches Brot\u201c, zeigt, dass wir nicht nur f\u00fcr das eigene t\u00e4gliche Brot bitten sollen, sondern auch f\u00fcr das unserer Geschwister und f\u00fcr das der anderen Menschen in unserer Stadt, unserem Land und die Not leidenden Menschen in der Welt. Dass wir um das <strong>t\u00e4gliche<\/strong> Brot bitten sollen und nicht um einen Vorrat f\u00fcr viele Monate, zeigt, dass wir bewusst in der Abh\u00e4ngigkeit von Gott bleiben sollen (wenn wir einen Vorrat f\u00fcr viele Jahre wie der reiche Kornbauer h\u00e4tten, w\u00fcrden wir bald anfangen, auf unseren Vorrat zu vertrauen anstatt auf Gott). Schlie\u00dflich sagt Jesus mit dem Wort <strong>\u201eheute\u201c<\/strong>, dass wir <strong>t\u00e4glich<\/strong> darum bitten sollen. Das hei\u00dft, wir sollen lernen, t\u00e4glich aus dem Vertrauen auf unseren Vater im Himmel zu leben, anstatt im Vertrauen auf unsere Arbeitskraft und Firma und dadurch st\u00e4ndiger in Sorge zu leben.<\/p>\n<p>Was ist das f\u00fcnfte Gebetsanliegen im Vaterunser? Vers 12 lautet: <strong>\u201eUnd vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.\u201c<\/strong> W\u00e4hrend das t\u00e4gliche Brot unser grundlegendes physisches Bed\u00fcrfnis betrifft, geht es hier um unser grundlegendes geistliches Bed\u00fcrfnis. Denn unser gr\u00f6\u00dftes Problem im Leben ist die Schuld, die wir durch unsere S\u00fcnde vor Gott auf uns geladen haben und immer neu auf uns laden. Die S\u00fcndenschuld k\u00f6nnen wir niemals mit nichts zur\u00fcckzahlen. Gleichzeitig verhindert unsere Schuld unsere Beziehung zu Gott und auch die richtige Beziehung zu unseren Mitmenschen. Wir sollen Gott t\u00e4glich um die Vergebung unserer Schuld bitten. Das ist der einzige Weg zur Befreiung von Schuld und so weiter in der Beziehung zu Gott zu leben.<\/p>\n<p>Jesu Worte \u201ewie auch wir vergeben unsern Schuldigern\u201c machen deutlich, dass unsere Beziehung zu Gott mit unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen eng verkn\u00fcpft ist. Wenn wir denken, dass unsere Beziehung zu Gott eine Sache w\u00e4re und unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen auf einem ganzen anderen Papier st\u00fcnden, ist das verkehrt. Wir sollen in der Beziehung zu Gott bleiben, indem wir Gott t\u00e4glich um die Vergebung unserer Schuld bitten und gleichzeitig denen, die an uns schuldig werden, vergeben.<\/p>\n<p>Betrachten wir das letzte Gebetsanliegen im Vers 13a: <strong>\u201eUnd f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.\u201c <\/strong>Das dritte Anliegen f\u00fcr uns selbst bezieht sich darauf, dass wir leicht zur S\u00fcnde verf\u00fchrt werden, und zwar von unseren eigenen Begierden und vom Satan. Wir k\u00f6nnen uns leicht f\u00fcr stark halten, aber tats\u00e4chlich k\u00f6nnen wir der Versuchung nicht allein widerstehen. Darum sollen wir daf\u00fcr beten, dass Gott uns nicht in Versuchung f\u00fchrt, sondern uns von dem B\u00f6sen erl\u00f6st. Warum geraten wir als Kinder Gottes trotzdem immer wieder in Versuchung?\u00a0 Es geschieht dann, wenn wir unsere Kraft \u00fcbersch\u00e4tzen. Diese Gefahr ist besonders gro\u00df, wenn es uns gut geht, wenn wir kein akutes Problem haben, wenn alles gut zu laufen scheint und wir von den anderen anerkannt werden. Als David in gro\u00dfer Not war und geistlich k\u00e4mpfte, war er immer dem\u00fctig und geistlich stark. Aber als er seine Probleme gel\u00f6st hatte und als K\u00f6nig rundum anerkannt war, wurde er geistlich faul, schlief morgens lange und vers\u00e4umte es, ernsthaft zu beten, und geriet in schwere Versuchung und S\u00fcnde. Wir sollen uns nicht geistlich \u00fcbersch\u00e4tzen, sondern t\u00e4glich beten, dass Gott uns nicht in Versuchung f\u00fchrt und ein siegreiches geistliches Leben f\u00fchren.<\/p>\n<p>Betrachten wir noch die Verse 14 und 15: \u00a0<strong>\u201eDenn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht verge\u00adben.\u201c<\/strong> Hier erkl\u00e4rt Jesus noch mal, wie eng unsere Beziehung zu Gott mit unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen verbunden ist und warum es wichtig ist, dass wir andere vergeben sollen. Gott ist bereit, uns alle unsere S\u00fcnden zu vergeben, aber er erwartet wirklich, dass wir allen, die an uns schuldig werden, vergeben. Wir sollen t\u00e4glich seine Gnade der Vergebung erbitten und sollen im gleichen Zug den anderen ihre Schuld bedingungslos vergeben.<\/p>\n<p>Wir haben heute gelernt, dass wir unser Glaubensleben nicht vor den Menschen, sondern allein vor Gott f\u00fchren sollen und von ihm daf\u00fcr belohnt werden. Wir haben auch durch das Vaterunser gelernt, mit welchen Anliegen wir zu unserem Vater im Himmel beten sollen. M\u00f6ge Gott uns helfen, unser Glaubensleben vor ihm und f\u00fcr ihn zu f\u00fchren und von ihm reichlich belohnt werden! M\u00f6ge Gott unsere Gebete nach dem Vaterunser reich segnen! Lesen wir zum Schluss nochmals das Leitwort. <strong>\u201eDarum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das\u00a0 Vaterunser \u201eDarum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! 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