{"id":1519,"date":"2011-06-19T21:29:11","date_gmt":"2011-06-19T20:29:11","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1519"},"modified":"2022-11-18T12:24:40","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:40","slug":"predigt-lukas-1511-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-lukas-1511-32\/","title":{"rendered":"Predigt: Lukas 15,11 &#8211; 32 (Sonderlektion)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/2011-06-19-Lukas15pre.doc\">Download<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" lang=\"de-DE\">Das Evangelium in Lukas 15<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201c<strong>Du solltest aber fr\u00f6hlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.\u201d <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Lukas 15:32<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p>Frage an die Gemeinde: wenn wir an einem belebten Tag durch die Stadt laufen w\u00fcrden, und Menschen von heute befragen w\u00fcrden, was sie von Christen halten, was w\u00fcrden sie wohl antworten? Wenn man den Spiegel befragt, sehen Leute wie wir nicht besonders gut aus. (Ich meine hier die Wochenzeitschrift und das Online-Nachrichtenportal, nicht das Spieglein an der Wand). Das Bild das vermittelt wird, ist, dass Christen h\u00e4ufig anti-intellektuell sind. \u201eChristen haben was gegen h\u00f6here Bildung\u201c, ist der Unterton. Christen glauben an M\u00e4rchen und sind daher anti-wissenschaftlich. H\u00e4ufig werden Christen auch gerne als intolerante Menschen dargestellt. Intolerant in dem Sinne, dass sie gerne auf andere Leute herabschauen. Christen richten gerne \u00fcber andere Leute, weil ihre Weltanschauung Menschen in gerettet und nicht gerettet einstuft. Christen sind diejenigen, die gerne mit ihrem Zeigefinger auf andere zeigen. Sie beanspruchen f\u00fcr sich einen erh\u00f6hten Standpunkt, was Moral angeht.<\/p>\n<p>Und vielleicht ist das f\u00fcr manche eine \u00dcberraschung: aber ich w\u00fcrde gerne meine Predigt mit der These beginnen, dass diese Leute eigentlich Recht haben. Christen sind h\u00e4ufig anti-intellektuell. Ich habe von Christen geh\u00f6rt, dass sie meinten, dass logisches Denken und Vernunft den kindlichen Glauben kaputt machen w\u00fcrden. Oder dass ihre Kinder ja nicht Philosophie studieren sollten, aus Angst, dass das einen schlechten Einfluss auf sie aus\u00fcben k\u00f6nnte. Und wie oft haben wir selbstgerechte Christen gesehen! Wir sehen fast immer einen selbstgerechten Christen, wenn wir in den Spiegel schauen. Wenn wir die Z\u00f6llner und \u00f6ffentlichen S\u00fcnder von heute befragen w\u00fcrden, was sie \u00fcber uns Christen denken, ich glaube nicht, dass wir besonders gut wegkommen w\u00fcrden. Sie treffen einen wunden Punkt. Unser Text heute erkl\u00e4rt uns, warum es so ist.<\/p>\n<p>Lukas 15 ist ein wirklich faszinierendes Kapitel, vor allem das letzte Gleichnis. Tim Keller gebrauchte folgende Illustration: wenn die Bibel ein See ist, dann ist unsere heutige Geschichte eine Stelle im See, wo man am tiefsten in den See hineinschauen. Diese Predigt ist sehr stark davon inspiriert, was ich durch Pastor Tim Keller \u00fcber die letzten Jahre lernen durfte.<\/p>\n<p>Wir wollen heute \u00fcber drei Punkte nachdenken: erstens, <em>die Liebe des Vaters zum j\u00fcngeren Sohn<\/em>, zweitens, <em>die Liebe des Vaters zum \u00e4lteren Sohn <\/em>und drittens, <em>was dieser Text f\u00fcr uns bedeutet<\/em>.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Teil 1 Die Liebe des Vaters zum j\u00fcngeren Sohn (11-24)<\/p>\n<p>Lukas 15 geh\u00f6rt mit zu den bekanntesten Texten der Bibel. Ich nehme an, dass die meisten unter euch den Text schon etliche Male studiert haben. Meine Hoffnung ist es, dass wir heute vielleicht einen frischen Blick auf diesen Text werfen k\u00f6nnen. Der Text beginnt damit, dass ein Mann zwei S\u00f6hne hat. Der j\u00fcngere von ihnen sagt: <strong>\u201eGib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht.\u201c<\/strong> Ich glaube kaum, dass niemand unter uns bezweifeln w\u00fcrde, dass die Worte des j\u00fcngeren Sohnes eine Unversch\u00e4mtheit sind. Aber worin genau bestand die Unversch\u00e4mtheit?<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wir alle wissen, dass dem j\u00fcngeren Sohn das Erbteil erst dann zustand, wenn der Vater verstorben war. Die Tatsache, dass er zu Lebzeiten nach dem Erbteil fragte, bedeutete im Grunde genommen nichts anderes als Folgendes: \u201eVater, ich hab absolut kein Bock mehr auf zu Hause. Das einzige, was mich hier interessiert, ist dein Besitz. Warum tust du mir nicht einfach den Gefallen und gibst mir jetzt schon, was mir geh\u00f6rt, damit ich endlich aus diesem Loch herauskomme.\u201c Oder noch eine andere Art und Weise auszudr\u00fccken, was der j\u00fcngere Sohn eigentlich meinte, ist: \u201eVater, ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst tot. Dann k\u00f6nnten wir uns hier die ganzen Formalit\u00e4ten ersparen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn so etwas in unserer heutigen Zeit geschehen w\u00fcrde, dann w\u00fcrden wir auf alle F\u00e4lle sagen, dass so eine Aktion einfach nur krass und dreist ist. Aber zu Jesu Zeiten, war so etwas einfach unvorstellbar. Undenkbar. Aber wisst ihr, was noch viel krasser war? Es war die Reaktion des Vaters. Wir lesen: <strong>\u201eUnd er teilte Hab und Gut unter sie.\u201c<\/strong> Jesu Zuh\u00f6rer m\u00fcssen ihren Ohren nicht getraut haben. Ein Sohn, der zu Lebzeiten des Vaters nach dessen Erbteil fragt, war ein idealer Kandidat daf\u00fcr, enterbt zu werden. Die einzige angemessene Reaktion f\u00fcr einen typischen Vater im antiken mittleren Osten w\u00e4re, den unn\u00fctzen Sohn mit verbalen und physischen Schl\u00e4gen aus dem Haus zu jagen. Das w\u00e4re gleichzeitig so ziemlich die einzige M\u00f6glichkeit gewesen, wie der Vater seine Ehre wieder herstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber er teilte Hab und Gut unter seine S\u00f6hne. Und hier sehen wir den ersten Beweis daf\u00fcr, dass der Vater seinen Sohn wirklich liebte. Er lie\u00df seinem j\u00fcngeren Sohn seinen Willen. Er durchlebte den ganzen Schmerz, die ganzen Verletzungen, die abgelehnte Liebe mit sich bringen. Und er tat das, ohne bitter zu werden, ohne mit Rachegef\u00fchlen erf\u00fcllt zu sein. Ein weiterer Punkt, den wir hier festhalten sollten: das griechische Wort f\u00fcr Hab und Gut ist sehr interessant. Es ist das Wort <em>bios<\/em>. Wir kennen dieses Wort aus \u201eBiologie\u201c. Bios kann zwei Bedeutungen haben. Es kann zum einen \u201eLeben\u201c bedeuten. Oder es kann sich auf etwas beziehen, was das Leben erh\u00e4lt. Wortw\u00f6rtlich k\u00f6nnte man hier also \u00fcbersetzen, dass der Vater das zum Leben Notwendige oder sein Leben unter sie teilte. Und es steckt durchaus etwas Wahres dahinter.<\/p>\n<p>Wenn wir unseren Nachkommen ein Erbe hinterlassen, dann handelt es sich meistens um Geld, oder um ein Haus oder eine Wohnung. Das Erbe damals bestand fast immer aus Land. Und Land war nichts, was man eben mal geben und verschenken konnte. Im Verst\u00e4ndnis der Menschen im Orient damals, geh\u00f6rten sie zum Land, und nicht das Land zu ihnen. Das Land definierte, wer sie waren. Das Land definierte ihren Status. Es war ihre Identit\u00e4t. Es war ihr Leben. Als der Vater im Gleichnis sein Erbteil an den j\u00fcngeren Sohn abtrat, was ein Drittel seines ganzen Besitzes ausmachte, gab er einen Teil davon ab, was ihn selbst ausmachte. F\u00fcr Jesu Zuh\u00f6rer war das ein Skandal. Es war unerh\u00f6rt, dass ein Vater so etwas tat.<\/p>\n<p>Wir lesen weiter, dass der j\u00fcngere Sohn alles zusammen sammelte, d.h. er machte sein Erbteil zu Geld und zog in ein fernes Land. Und dort verschwendete er alles, was er hatte in einer einzigen Tour. Irgendwann war alles weg, und es brach eine Hungersnot aus. Und von da an ging es nur noch bergab. Er wurde Schweinehirte, was f\u00fcr die Israeliten schlimmer war als M\u00fcllabfuhr. Und dann gelangte er an einem Punkt, dass er neidisch auf die Schweine wurde, weil sie zu Fressen hatten, w\u00e4hrend er Hunger leiden musste. Sp\u00e4testens jetzt stellte er fest, dass sein Leben nicht so gelaufen war, wie er sich das vorgestellt hatte. Was tat er in dieser Situation?<\/p>\n<p>Verse 17 und folgende: <strong>\u201eDa ging er in sich und sprach: Wie viele Tagel\u00f6hner hat mein Vater, die Brot die F\u00fclle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe ges\u00fcndigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn hei\u00dfe; mache mich zu einem deiner Tagel\u00f6hner.\u201c<\/strong> Und dann machte er sich auf den weiten Weg nach Hause. Er tat das, was wir unter Bu\u00dfe verstehen. Er kehrte um. Seine Motivation war mit Sicherheit keine allzu Fromme! Er hatte Hunger. Er wollte nicht l\u00e4nger Fu\u00dfabtreter seiner Gesellschaft sein. Er hatte es satt, dass selbst Hartz IV-Empf\u00e4nger mit ihm Mitleid hatten. Das war der Grund, weshalb er zum ersten Mal in seinem Leben wirklich ehrlich war. Die ehrliche Einsicht war, dass ein Leben als Sklave bei seinem Vater besser war, als alle vermeintliche Freiheit in der Fremde. Der Sohn wusste aber, dass er jedes Recht verwirkt hatte, in seine Familie wieder aufgenommen zu werden. Er wollte daher als unterster Knecht angestellt werden. Seine Logik war Folgende: ich werde niemals in der Lage sein, den Schaden, den ich angerichtet habe, wieder gut zu machen. Aber wenn ich hier als Tagel\u00f6hner schufte, dann kann ich wenigstens damit anfangen, meine gro\u00dfe Schuld zu begleichen.\u201c Das war sein Plan.<\/p>\n<p>Was sagt unser Text weiterhin? <strong>\u201eAls er noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und k\u00fcsste ihn.\u201c<\/strong> Die Tatsache, dass der Vater ihn von weitem sah, zeigt uns, dass der Vater auf ihn gewartet haben musste. T\u00e4glich musste er stundenlang auf der Veranda seines Hauses gesessen haben, um nach seinem Sohn Ausschau zu halten. Und als er die traurige Gestalt dann sah, jammerte es ihn. Dieser Ausdruck ist bestes Lutherdeutsch. Im griechischen Original steht aber wortw\u00f6rtlich, dass sich beim Vater die Ged\u00e4rme umdrehten. Es war ein bildlicher Ausdruck f\u00fcr Mitleid im sprichw\u00f6rtlichen Sinn. Hier war ein Vater, der litt, weil er seinen Sohn leiden sah. Der Sohn, der ein Drittel des Besitzes von seinem Vater verschwendet hatte, der danach zurecht bei den Schweinen gelandet war und richtig herunter gekommen war und Hunger und Mangel erdulden musste, erweckte in seinem Vater echtes Leid.<\/p>\n<p>Und dann rannte der Vater auf seinen Sohn zu. Wir k\u00f6nnen kaum verstehen, was daran so besonders ist. M\u00e4nner im mittleren Osten rannten nicht. Kinder rannten und Frauen rannten vielleicht. Aber M\u00e4nner rannten nie. Das w\u00e4re einfach unter ihrer W\u00fcrde. Um zu rennen mussten sie ihr Gewand anheben und ihre Beine entbl\u00f6\u00dfen. Und das war einfach undenkbar. Aber der au\u00dfergew\u00f6hnliche Vater im Gleichnis rannte. Er rannte auf den verlorenen Sohn zu, umarmte ihn und k\u00fcsste ihn. Manche Kommentatoren merkten hier daher an, dass der Vater das Herz und Wesen einer Mutter offenbarte. Das ist die Liebe des Vaters. Wir sollten hier festhalten, dass nicht die Bu\u00dfe des Sohnes, die Liebe des Vaters erweckte. Es war eher umgekehrt. Die \u00fcberschw\u00e4ngliche Liebe des Vaters erleichterte dem Sohn seine Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Der Sohn fing mit seiner Rede an: <strong>\u201eVater, ich habe ges\u00fcndigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn hei\u00dfe.\u201c<\/strong> Weiter scheint der Sohn mit seiner Rede nicht zu kommen, weil der Vater anf\u00e4ngt seine Knechte zu kommandieren: <strong>\u201eBringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine F\u00fc\u00dfe und bringt das gem\u00e4stete Kalb und schlachtet\u2019s; lasst uns essen und fr\u00f6hlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.\u201c<\/strong> Das beste Gewand war das Gewand des Vaters. Der j\u00fcngere Sohn war als Schweinehirte nach Hause gekommen und wurde hier mit der W\u00fcrde des Hausherrn geadelt. Und bekam er einen Ring an seine Hand. Dieser Ringe wurden dazu verwendet, um Vertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen und Briefe zu versiegeln. Es war ein Zeichen, dass er v\u00f6llig als Sohn und Mitglieder der Familie wieder hergestellt war. Und er bekam Schuhe an seine F\u00fc\u00dfe. Es waren damals vor allem Knechte, die barfu\u00df gehen mussten. Freie M\u00e4nner hingegen hatten Schuhe. Der j\u00fcngere Sohn wollte als Tagel\u00f6hner schuften. Der Liebe des Vaters hingegen setzte ihn wieder v\u00f6llig als Sohn der Familie ein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie dr\u00fcckte sich die Liebe des Vaters noch aus? Er organisierte das gr\u00f6\u00dfte Fest seines Lebens: das gem\u00e4stete Kalb wurde geschlachtet. Und dann wurde gefeiert, und zwar richtig. Das Fest war einfach ein Ausdruck f\u00fcr die unglaubliche Freude, die der Vater empfand, das Verlorene wieder zu haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Teil 2 Die Liebe des Vaters zum \u00e4lteren Sohn (25-32)<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie oft ich dieses Gleichnis bereits studiert habe. Bis vor kurzem hatte ich immer gedacht, dass mit der Heimkehr des j\u00fcngeren Sohnes die Geschichte im Prinzip abgeschlossen ist. Der Rest des Gleichnisses handelt vom \u00e4lteren Bruder. Das war dann der etwas l\u00e4stige Anhang der Geschichte, dachte ich immer. Als ich 2004 \u00fcber den verlorenen Sohn predigte, war meine Predigt insgesamt viereinhalb Seiten lang. Vier Seiten gingen \u00fcber den j\u00fcngeren Sohn. Eine halbe Seite \u00fcber den \u00c4lteren. Jesus widmete aber dem \u00e4lteren Sohn viel zu viel Platz in seinem Gleichnis, um nur ein Anhang der Geschichte zu sein. Ich glaube, dass der \u00e4ltere Bruder mindestens genauso wichtig f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis von Lukas 15 ist. Unser Text gibt uns ein paar gute Hinweise daf\u00fcr, dass der \u00e4ltere Sohn genauso verloren war wie der j\u00fcngere Sohn.<\/p>\n<p>Zum einen, <em>der \u00e4ltere Bruder weigert sich, am gr\u00f6\u00dften Fest seines Vaters teilzunehmen<\/em>. Betrachten wir den Text. Der \u00e4ltere Sohn kam gerade von seiner Arbeit nach Hause. Nahe am Haus h\u00f6rte er Singen und Tanzen. Das muss ihm schon richtig suspekt vorgekommen sein. Er ruft einen der Knechte zu sich um zu fragen, was ohne sein Wissen so abgeht. Der Knecht sagt: <strong>\u201eDein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gem\u00e4stete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder hat.\u201c<\/strong> Wie reagierte der Bruder darauf? Vers 28: <strong>\u201eDa wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.\u201c<\/strong> Fu\u00dfballfans haben diese Woche sicherlich mitbekommen, dass Ballacks Zeit in der Nationalmannschaft offiziell beendet ist. Und Ballack dr\u00fcckte seinen \u00c4rger und Zorn dadurch aus, dass er darauf verzichtete, im Spiel, das eigentlich sein Abschiedsspiel sein sollte, aufzulaufen. Und das ist ein ziemlicher Affront. Aber es ist nichts im Vergleich zu der Unversch\u00e4mtheit, die sich der \u00e4ltere Sohn leistet.<\/p>\n<p>Der Vater feierte das gr\u00f6\u00dfte Fest seines Lebens aus Freude dar\u00fcber, dass er seinen j\u00fcngeren Sohn wiederhatte. Und der \u00e4ltere Sohn weigerte sich, an diesem Fest teilzunehmen. Irgendwann musste es sich auf dem Fest herumgesprochen haben, dass der \u00e4ltere Bruder eigentlich zu Hause war, aber nicht zum Fest kam. Uns mag es wiederum nicht so schlimm erscheinen. Aber in dem kulturellen Umfeld, in welchem Jesus dieses Gleichnis erz\u00e4hlte, war ein solcher Sohn eine Blamage f\u00fcr seinen Vater. Es war eine \u00f6ffentliche Dem\u00fctigung seines Vaters. Das allein w\u00e4re als Grund schon ausreichend, seinen Sohn zu enterben. Was tat der Vater stattdessen? Ein weiteres Mal war es der Vater, der das Undenkbare tun musste. Wir lesen: <strong>\u201eDa ging sein Vater heraus und bat ihn.\u201c<\/strong> Ist das nicht wundervoll dem\u00fctig?<\/p>\n<p>Als zweites, <em>der \u00e4ltere Sohn liebt den Reichtum des Vaters mehr als den Vater selbst<\/em>. Wie reagierte der \u00e4ltere Bruder auf das freundliche Bitten des Vaters? Vers 29: <strong>\u201eEr antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe,<\/strong> (er sagte nicht \u201eVater\u201c, sondern \u201esiehe\u201c, was so viel hei\u00dft wie: \u201eh\u00f6r mir mal zu, Alter!\u201c).<strong> so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie \u00fcbertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fr\u00f6hlich gewesen w\u00e4re. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gem\u00e4stete Kalb der geschlachtet.\u201c<\/strong> Ein gro\u00dfer Teil des \u00c4rgers seines Bruders bestand darin, dass sein Vater das gem\u00e4stete Kalb geschlachtet hatte. Das ist das dritte Mal im Text, dass das gem\u00e4stete Kalb erw\u00e4hnt wird. Wir sollten uns deshalb fragen, was es mit diesem gem\u00e4steten Kalb auf sich hat.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen das nur dann verstehen, wenn wir uns mit der Lage im antiken Israel etwas besser auskennen. Die Menschen damals a\u00dfen nur sehr selten Fleisch. Fleisch war eine Delikatesse. Unter allen Fleischgerichten wiederum war das gem\u00e4stete Kalb das teuerste und beste Fleisch, das man bekommen konnte. Es wurde nur zu ganz besonderen Anl\u00e4ssen geschlachtet. Und wenn es geschlachtet wurde, dann war es ein riesiges Fest f\u00fcr zig Leute, die davon satt werden konnten. Der \u00c4ltere meinte also: \u201eWenn du feiern willst, dann hol dir doch ein paar D\u00f6ner und Cola light. Aber doch nicht das gem\u00e4stete Kalb!\u201c Was zeigt das also \u00fcber den \u00e4lteren Sohn, wenn er sich so \u00fcber das gem\u00e4stete Kalb \u00e4rgert?<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren gab es eine satirisches Lied \u00fcber Kanzler Gerhard Schr\u00f6der mit dem Titel \u201eder Steuersong\u201c. Vielleicht k\u00f6nnen sich einige noch erinnern. Unter anderem singt Schr\u00f6der in dieser Parodie: \u201edabei will ich doch nur euer Bestes: n\u00e4mlich euer Geld.\u201c Wir haben gesehen, dass der j\u00fcngere den Reichtum des Vaters mehr liebte, als den Vater selbst. Wenn wir den \u00e4lteren Sohn betrachten, dann sehen wir, dass es bei ihm nicht anders war. Auch er hatte keine Liebe zum Vater. Stattdessen liebte er den Wohlstand, den Status und das Geld, das er durch den Vater bekam. Genau wie beim j\u00fcngeren Sohn war der Vater nur sein Mittel zum Zweck. Genau wie der j\u00fcngere Sohn wollte auch er nur den Vater ausnutzen, um letztendlich das zu bekommen, was er wirklich haben wollte: sein \u201aBestes\u2019, sein Erbteil.<\/p>\n<p>Als drittes, <em>der \u00e4ltere Sohn hat nicht das geringste Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Herz des Vaters<\/em>. Schauen wir uns noch einmal den Vers 30 an. <strong>\u201eNun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Erbteil mit Huren verprasst hat&#8230;\u201c<\/strong> In diesem Wort verbalisiert der \u00e4ltere Sohn ziemlich deutlich, was er \u00fcber seinen Bruder denkt. \u201eDieser dein Sohn\u201c k\u00f6nnte genauso gut \u00fcbersetzt werden mit \u201eNichtsnutz, Versager, Abschaum, mit dem ich nichts zu tun haben will\u201c. Der Vater liebte den Heimkehrer. Der \u00e4ltere Sohn verabscheute ihn verachtete ihn. Das gleiche Ereignis, das in seinem Vater grenzenlose Freude ausl\u00f6ste, machte ihn w\u00fctend und zornig. Und was er dadurch zeigt, ist dass er das Herz seines Vaters \u00fcberhaupt nicht verstanden hatte. Eigentlich war ihm das Herz des Vaters v\u00f6llig egal. Seine vertikale Beziehung zu seinem Vater war ein einziges Dilemma. Die direkte Folge dessen war, dass seine horizontale Beziehung zu seinem Bruder nur scheitern konnte.<\/p>\n<p>Gab der Vater den \u00e4lteren Sohn auf? Schauen wir uns Vers 31 an: <strong>\u201eMein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fr\u00f6hlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.\u201c<\/strong> Der Vater verdammt seinen Sohn nicht. Stattdessen sagt er: \u201emein Sohn\u201c. Das griechische Wort  f\u00fcr Sohn ist nicht dasselbe Wort wie in den Versen zuvor. Vorher wird das Wort <em>huios<\/em> gebraucht, was Sohn bedeutet. Aber hier ist es <em>teknon<\/em>. Es ist eine sehr z\u00e4rtliche und eine sehr liebevolle Anrede. Es kann auch \u00fcbersetzt werden mit \u201emein Kind.\u201c In seinen Worten offenbart der Vater ein weiteres Mal seine Liebe zu ihm. Der Vater hat ihn noch nicht aufgegeben. Und danach bricht Jesus die Geschichte ab. Und wir wissen nicht, ob der \u00e4ltere Sohn umkehrte oder nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">Teil 3 Was dieser Text f\u00fcr uns bedeutet<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich euch zeigen konnte, dass der \u00e4ltere Sohn genauso verloren war, wie der j\u00fcngere Sohn. Wenn wir den Kontext der Geschichte betrachten, dann sehen wir ganz klar, dass sich der j\u00fcngere Sohn auf die Z\u00f6llner und S\u00fcnder bezieht und der \u00e4ltere Sohn auf die Pharis\u00e4er. Beide Zuh\u00f6rergruppen waren anwesend, als Jesus dieses Gleichnis erz\u00e4hlte. Beide Gruppen waren verloren. Und damit gab Jesus eine revolution\u00e4re, neue Definition f\u00fcr S\u00fcnde. Was verstehen wir unter S\u00fcnde? Wir haben das so oft durchgekaut. \u201eS\u00fcnde ist Zielverfehlung\u201c w\u00fcrden die meisten hier sagen. Antwort ist korrekt. Aber was ist S\u00fcnde ganz konkret? Viele Christen und Nichtchristen stellen sich unter S\u00fcnde vor allem ein Brechen der Gebote Gottes vor. Stehlen ist S\u00fcnde. Ehebrechen ist S\u00fcnde. Morden ist S\u00fcnde. Unmoral ist S\u00fcnde. Nicht den Zehnten zu bringen ist S\u00fcnde. Alles, was der j\u00fcngere Bruder tat, ist S\u00fcnde wie aus dem Lehrbuch.<\/p>\n<p>J\u00fcngere Brudertypen sind drau\u00dfen auf den Partys und Discos, auf dem Strich, in der Mafia, im Debattierclub der Atheisten, im Jugendknast. \u00c4ltere Brudertypen hingegen sind hier in der Gemeinde. Es sind die Leute, die treu zum Gottesdienst und zu den Versammlungen kommen, die treu ihren Zehnten geben, die anderen Leuten die Bibel lehren. \u00c4ltere Brudertypen geh\u00f6ren zu den Gemeinde\u00e4ltesten der lokalen Gemeinde. Sie singen im Chor. Sie schreiben jede Woche treu ihre Stellungnahmen. Sie nehmen am Fr\u00fchgebet der Gemeinde teil. Sie fasten. Sie beten. Sie lesen die Bibel. Und sie sind die verlorensten S\u00fcnder dieser Welt. Warum ist das so?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir, dass wir diesen Punkt wirklich verstehen: Der \u00e4ltere Sohn war nicht <em>trotz<\/em> seines Gehorsams verloren. Er war <em>wegen<\/em> seines Gehorsams verloren. Es war nicht S\u00fcnde, die ihn davon abhielt, gerettet zu werden. Es war seine guten Werke. Wir haben gesehen, dass er nicht wirklich den Vater liebte, sondern die Dinge, die er durch den Vater bekommen konnte. Aber die Art und Weise, wie er an das Geld des Vaters kommen wollte, war ein Leben des Gehorsams. Seine Gerechtigkeit war die Art und Weise, wie er letztendlich seinen Vater kontrollieren wollte.<\/p>\n<p>Ist das nicht krass? Was Jesus hier also lehrt ist, dass es zwei M\u00f6glichkeiten gibt, in die Irre zu gehen. Die eine M\u00f6glichkeit ist \u201eSex, Drogen und Rock\u2019n Roll\u201c wie der j\u00fcngere Sohn es vormachte. Die andere M\u00f6glichkeit ist es, ein richtig gutes und moralisches Leben zu f\u00fchren. Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, sein eigener Herr und Meister zu sein. Die eine M\u00f6glichkeit ist, sich vom Vaterhaus zu emanzipieren und in die weite Welt zu ziehen. Die andere M\u00f6glichkeit besteht darin, im Haus des Vaters zu bleiben, um sp\u00e4ter in der moralischen Position zu sein, alles zu bestimmen. Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, Jesus als Retter abzulehnen. Die eine M\u00f6glichkeit ist, durch ein ausschweifendes Leben sich selbst an der Nase herumzuf\u00fchren. Und die andere M\u00f6glichkeit besteht darin, einfach nicht zu s\u00fcndigen: denn wer nicht s\u00fcndigt, braucht Jesu Gnade nicht.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren konnten wir in den Medien mitverfolgen, wie die sogenannten neuen Atheisten ihre Stimmen erhoben. In ihren B\u00fcchern und Vortr\u00e4gen kritisieren sie Religion. Ihr Standpunkt lautet, dass Religion mitverantwortlich ist f\u00fcr all das Leid auf Erden. Wenn man Religion abschaffen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde es uns allen besser gehen. Die Religi\u00f6sen haben auf den Vorwurf geantwortet. Und sie sagen, dass die Atheisten und die Nicht-Religi\u00f6sen Schuld an allem sind. Sie sagen, dass die schlimmsten Verbrecher des letztens Jahrhunderts schlie\u00dflich Atheisten waren, wie Hitler und Stalin. Der Streit geht in die n\u00e4chste Runde. Und in dieser 2,000 Jahre alten Geschichte, die Jesus so einzigartig meisterhaft erz\u00e4hlt, sagt er: \u201eihr seid alle beide verloren.\u201c<\/p>\n<p>Welche Art von Sohn bist du? J\u00fcngere S\u00f6hne sind relativ einfach zu erkennen. Wer im falschen Bett aufwacht, oder auf der Gasse mit einem gewaltigen Kater, am besten noch mit einer sexuell \u00fcbertragbaren Krankheit wie HIV, f\u00fcr den ist es etwas einfacher einzusehen, dass irgendwas im Leben nicht ganz so gut gelaufen, wie geplant. Aber \u00e4ltere Br\u00fcder sind so viel schwieriger auszumachen. Wie k\u00f6nnen wir also erkennen, ob wir uns auf dem besten Weg befinden, \u00e4ltere Brudertypen zu sein? Der Text gibt uns einige Hinweise. Ich m\u00f6chte hier nur zwei Indizien erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Erstens, <em>viele \u00e4ltere Brudertypen haben ein gro\u00dfes Problem mit Verdammnis<\/em>. Menschen, die versuchen, sich durch ihre eigenen Werke zu rechtfertigen, k\u00f6nnen in zwei verschiedene Zwickm\u00fchlen geraten. Wenn sie sich f\u00fchlen, dass sie genug gute Werke getan haben, um sich selbst zu rechtfertigen, dann tendieren sie schnell dazu auf andere Leute herabzuschauen, die nicht dasselbe erreichen. Sie verdammen dann andere. Auf der anderen Seite, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre eigenen gesteckten Ziele zu erreichen, dann f\u00fchlen sie sich wie die v\u00f6lligen Versager. Sie fangen dann an, sich selbst zu verdammen. Viele pendeln zwischen diesen beiden Polen hin und her. Sie f\u00fchren ein Leben zwischen Herabschauen auf andere und Selbstverdammnis. Beides ist ein st\u00e4ndiges Besch\u00e4ftigen mit sich selbst.<\/p>\n<p>Zweitens, <em>viele \u00e4ltere Brudertypen dienen Gott nur aus Pflicht und nicht aus Liebe<\/em>. Sehen wir noch einmal die Antwort des \u00e4lteren Bruder in Vers 29 an. Er sagt, dass er seinem Vater seit vielen Jahren dient. Das griechische Wort f\u00fcr dienen ist ein ziemlich starkes Wort. Es bedeutet eigentlich: seit so vielen Jahren bin ich dein Sklave. Was er meinte war also: \u201eSeit so vielen Jahren schufte ich mich hier einen ab&#8230;\u201c Der Vater verleugnete an keiner Stelle, dass der \u00e4ltere Sohn gehorsam war. Aber sein Gehorsam war die eines Sklaven, der gezwungen wurde. Es war kein Gehorsam aus Freude und kein Gehorsam aus Liebe zum Vater. Es war einfach nur Schinderei. Es ist fast schon ironisch: der j\u00fcngere Sohn wollte bei seinem Vater als Tagel\u00f6hner arbeiten. Aber in Wirklichkeit war es der \u00e4ltere Sohn, der ein Sklavendasein fristete.<\/p>\n<p>Kann ich euch etwas fragen? Hand aufs Herz, warum seid ihr heute in diesem Gottesdienst? Ist es deswegen, weil es eure Pflicht als Christen ist? Ist es eine Art Zwang, z.B. weil ihr eure Eltern nicht entt\u00e4uschen wollt, um zu Hause Stress zu vermeiden? Ist es aus Gewohnheit, weil wir das halt jeden Sonntag seit vielen Jahren so machen? Oder aber ist es, weil ihr eine tiefe Freude an Gott habt. Weil der Wunsch, ihn anzubeten, mit ihm Gemeinschaft zu haben, ihn zu lieben, einfach in euch \u00fcbersprudelt? Warum dient ihr Gott? Wenn unser Dienst an Gott nichts ist als Sklaverei und Schinderei, dann ist das einer der besten Indizien daf\u00fcr, dass wir \u00e4ltere Brudertypen sind. Weil dem so ist, erkennen wir, dass nicht nur das, was wir tun, wichtig ist, sondern auch die Motivation, weshalb wir etwas tun. Christen tun nicht nur f\u00fcr die Dinge Bu\u00dfe, die sie falsch machen. Sie tun auch Bu\u00dfe f\u00fcr die falsche Motivation, aus welcher sie heraus das Gute tun: weil sie erkannt haben, dass gute Werke mit unreiner Motivation b\u00f6se sind.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p>Als letztes und wichtigstes: wir m\u00fcssen dieses Gleichnis im Kontext lesen. Ich habe vorhin erw\u00e4hnt, dass die Zuh\u00f6rer die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten auf der einen Seite sind und die Z\u00f6llner und S\u00fcnder auf der anderen Seite. Und Jesus gab ihnen insgesamt drei Gleichnisse. In allen drei Gleichnissen geht es darum, dass etwas verlorengeht. Und in allen drei Geschichten kommt die Freude dar\u00fcber zum Ausdruck, das Verlorene wiedergefunden zu haben. Aber es gibt auch einen wichtigen Unterschied. Im Gleichnis vom verlorenen Schaf und im Gleichnis vom verlorenen Groschen wird aktiv nach dem Verlorenen gesucht. Der Hirte sucht das verlorene Schaf. Die Frau sucht nach dem verlorenen Groschen. Aber im Gleichnis scheint es niemanden zu geben, der aktiv nach dem verlorenen S\u00fcnder sucht. Ich glaube, dass das Jesu Absicht war.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zuh\u00f6rer damals war es klar, dann wenn \u00fcberhaupt, es die Aufgabe des \u00e4lteren Bruders war, den J\u00fcngeren zu suchen und zu finden. Aber der \u00e4ltere Bruder hier interessiert sich nicht daf\u00fcr. Und er ist mindestens genauso schlimm wie der J\u00fcngere nur in einer anderen Form. Der Vater im Gleichnis sagte: <strong>\u201ealles, was mein ist, das ist dein.\u201c<\/strong> Und er hatte Recht. Alles, was der Vater besa\u00df, geh\u00f6rte dem \u00e4lteren Bruder, weil der j\u00fcngere Bruder sein Erbteil bereits vergeudet hatte. Und nur auf Kosten des \u00e4lteren Bruders konnte der j\u00fcngere Bruder in der Familie wiederhergestellt werden. Nur war das Problem, dass der \u00e4ltere Bruder genauso habgierig war wie der J\u00fcngere.<\/p>\n<p>Warum also brachte Jesus in sein Gleichnis einen \u00e4lteren Bruder ein, der genauso nutzlos war wie der J\u00fcngere? Wir haben gesehen, dass ein Grund hierf\u00fcr war, dass sich die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten, in dem unsympathischen \u00e4lteren Bruder erkennen sollten. Aber es gibt noch einen anderen Grund. Diese Geschichte soll eine Sehnsucht und einen tiefen Wunsch in uns wecken: die Sehnsucht nach einem besseren \u00e4lteren Bruder. Ich habe in Boston meine Bibelsch\u00fclerin gefragt, was f\u00fcr eine Art von \u00e4lteren Bruder sie sich w\u00fcnschen w\u00fcrde. Sie traf den Nagel auf dem Kopf, als sie sagte: \u201eeinen \u00e4lteren Bruder wie Jesus.\u201c<\/p>\n<p>Jesus ist unser wahrer \u00e4lterer Bruder. Er ist derjenige, der unseren Status in der Familie Gottes wiederherstellt. Und Jesus tat das aber nicht nur auf Kosten seines Besitzes und seines Erbteils. Uns in Gottes Familie zu adoptieren, kostete ihn nichts weniger als sein Leben. Im Gleichnis ging der j\u00fcngere Sohn in ein fernes Land. Um den j\u00fcngeren Bruder zu finden, h\u00e4tte der \u00e4ltere Bruder ihm in die Fremde folgen m\u00fcssen. Jesus ist der \u00e4ltere Bruder, der uns suchte in unserer Verlorenheit. Und Jesus ging nicht einfach nur in ein fremdes Land. Er ist das ewige, allm\u00e4chtige Wort Gottes. Und er wurde Fleisch, ein Mensch wie wir. Uns dreht sich bereits der Magen um, wenn wir ein Armutsviertel mit Obdachlosen besuchen m\u00fcssen. Aber Jesus verlie\u00df seinen himmlischen Thron, seine g\u00f6ttliche Herrlichkeit, seine Krone und sein Zepter, um uns in den Schweinestall zu folgen. Er ist derjenige, der an unserer Seite steht, wenn wir neben dem Schweinetrog aufwachen. Er legt seinen Arm um unsere Schultern und sagt: \u201eWorte k\u00f6nnen meine Freude nicht ausdr\u00fccken, dass ich dich gefunden habe. Lass uns nach Hause gehen.\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Das Evangelium in Lukas 15 \u201cDu solltest aber fr\u00f6hlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.\u201d Lukas 15:32 Frage an die Gemeinde: wenn wir an einem belebten Tag durch die Stadt laufen w\u00fcrden, und Menschen von heute befragen w\u00fcrden, was [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1519"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11070,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519\/revisions\/11070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}