{"id":1511,"date":"2011-06-13T20:13:00","date_gmt":"2011-06-13T19:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1511"},"modified":"2022-11-18T12:24:41","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:41","slug":"predigt-matthaus-927-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-927-38\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 9,27 &#8211; 38"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/P11Mt09-2738.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Bittet  den  Herrn  der  Ernte, dass  er  Arbeiter  sende<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(9,38)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir betrachtet, wie Jesus den Glauben einer seit zw\u00f6lf Jahren kranken Frau gesegnet und sie geheilt hat, als sie nur sein Gewand ber\u00fchrte. Wir haben auch erfahren, dass Jesus die verstorbene Tochter eines Gemeindevorstehers wieder auferweckt hat. Im heutigen Text heilt Jesus zwei Blinde, die ihn um sein Erbarmen bitten, und einen Mann, der stumm war. Der zweite Teil berichtet, wie Jesus eine gro\u00dfe Evangelisation durchf\u00fchrt und welche Beweggr\u00fcnde er dabei im Herzen hatte. Schlie\u00dflich erfahren wir, wie Jesus die Menschen sieht und mit welchem gro\u00dfen Gebetsanliegen wir f\u00fcr sie beten sollen. M\u00f6ge Gott uns helfen, heute einen Blick in Jesu Herz zu werfen und sein gro\u00dfes Gebetsanliegen von Herzen anzunehmen!<\/p>\n<p><strong>I. Jesus heilt zwei Blinde und einen Stummen (27-34) <\/strong><\/p>\n<p>Was passierte, als Jesus vom Haus des Gemeindevorstehers weiterging? Betrachten wir den Text. Vers 27 sagt: <strong>\u201eUnd als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die schrien: Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\u201c<\/strong> Zwei Blinde folgten Jesus. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung erhalten wir Menschen etwa 80 Prozent unserer Information \u00fcber unsere Augen. Wie sehr wir auf unsere Augen angewiesen sind, k\u00f6nnen wir erahnen, wenn wir daran denken, wie viel wir machen k\u00f6nnen, wenn es nachts in unserem Zimmer v\u00f6llig dunkel ist. Die Blindheit der beiden M\u00e4nner hat in diesem Sinne ihr ganzes Leben verdunkelt. Heute k\u00f6nnen Blinde dank verschiedener Hilfsmittel wie Blindenhunde, Blindenschrift usw. relativ selbst\u00e4ndig leben. Aber damals blieb Blinden nichts anderes \u00fcbrig, als am Stra\u00dfenrand zu betteln. Dabei wurden sie von den Leuten verachtet, da Blindheit damals als eine Strafe Gottes angesehen wurde (Joh 9,1). Wie dunkel und hoffnungslos muss ihr Leben gewesen sein, in dem es medizinisch gar keine Hoffnung auf Heilung gab! Doch diese beiden Blinden liefen Jesus hinterher und schrien: \u201e<strong>Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!\u201c<\/strong> Sie nannten Jesus den Sohn Davids, was damals eine Bezeichnung f\u00fcr den Messias war, den wahren K\u00f6nig und Helfer, den Gott durch die Propheten verhei\u00dfen hatte. Woher hatten sie die Zuversicht, dass Jesus der Messias war und ihnen helfen w\u00fcrde? Sie m\u00fcssen davon geh\u00f6rt haben, dass Jesus alle Arten von Kranken heilte. Sie m\u00fcssen gewusst haben, dass nach den Prophezeiungen der Messias gerade das tun w\u00fcrde. Vielleicht kannten sie die Prophezeiung Jesajas, in der es hei\u00dft: <strong>\u201eDann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge\u00f6ffnet werden\u201c <\/strong>(Jes 35,5). Wir wissen nicht, ob die beiden Blinden einmal die Chance hatten, Jesus selber reden zu h\u00f6ren, es ist eher unwahrscheinlich. Jedenfalls hatten sie keines seiner Wunder sehen k\u00f6nnen. Aber sie nahmen das, was sie \u00fcber Jesus h\u00f6rten, ernsthaft an und zogen klare Konsequenzen daraus. Sie m\u00fcssen gedacht haben: \u201eWenn Jesus so viele Kranke geheilt hat, dann muss er der verhei\u00dfene Sohn Davids sein. Und wenn durch sein Wort Gel\u00e4hmte gehen und Auss\u00e4tzige rein werden, dann kann er auch uns heilen.\u201c Mit dieser Zuversicht machten sie sich auf und suchten Jesus; und als sie ihn irgendwie fanden, folgten sie ihm und schrien laut um sein Erbarmen. Wie schwer muss es f\u00fcr sie als Blinde gewesen sein, Jesus zu folgen! Wie oft m\u00fcssen sie gestolpert oder gegen Hindernisse gelaufen sein! Wahrscheinlich wurden sie wegen ihrem st\u00e4ndigen lauten Schreien von anderen Leuten angefahren. Aber trotz aller Schwierigkeiten folgten sie Jesus und baten ihn nonstop um Hilfe.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus? Nach unserem Text ging Jesus auf ihr Schreien zun\u00e4chst lange nicht ein. Obwohl sie beharrlich zu Jesus schrien und auf der Grundlage beteten, dass Jesus der verhei\u00dfene Messias ist, sah es so aus, als ob Jesus ihren Glauben nicht anerkennen und ihr Gebet nicht erh\u00f6ren wollte. Habt ihr auch schon mal erfahren, dass ihr ernsthaft zu Jesus gebetet habt, aber euer Gebet scheinbar nicht erh\u00f6rt wurde? Was tun wir, wenn wir Gott wiederholt um Hilfe anrufen, aber nicht mal einen Hinweis darauf kriegen, dass er unser Gebet h\u00f6rt? Wie leicht werden wir dann versucht zu denken, dass Gott unser Gebet nicht erh\u00f6ren will, und h\u00f6ren auf zu beten? Doch was taten die beiden Blinden? Obwohl Jesus auf ihre Bitte gar nicht reagiert hat, folgten sie Jesus weiter nach und h\u00f6rten nicht auf, ihn um sein Erbarmen zu bitten. Nach Vers 28 ging Jesus heim, ohne auf die Bitte der Blinden zu antworten. Doch die zwei Blinden lie\u00dfen sich davon nicht irritieren, sondern folgten Jesus sogar bis ins Haus. Sie wollten nicht aufh\u00f6ren zu beten, bis Jesus sie erh\u00f6rte. Ihre Beharrlichkeit, mit der sie Jesus baten, ist f\u00fcr uns ein Vorbild, wie beharrlich auch wir beten sollen, bis Gott uns erh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus zu den Blinden, als sie schlie\u00dflich im Haus zu ihm traten? Verk\u00fcndigte er ihnen nun ihre Heilung? Nein, Jesus stellte ihnen eine Frage. Jesus fragte sie:<strong> \u201eGlaubt ihr, dass ich das tun kann?\u201c <\/strong>(28) Jesus pr\u00fcfte ihren Glauben. Eigentlich war ihr Bed\u00fcrfnis ganz klar, und ihren starken Wunsch, seine Hilfe zu bekommen, hatten sie zur Gen\u00fcge bewiesen. Aber Jesus wollte wissen, ob sie wirklich glaubten, dass er sie von ihrer Blindheit heilen konnte, oder ob sie nur aus Verzweiflung zu ihm geschrien hatten, ohne wirklich zu glauben, dass er sie heilen kann. Anders gesagt gab Jesus durch seine Frage den beiden M\u00e4nnern eine Gelegenheit, ihren Glauben ganz klar zu machen und ihn klar zu bekennen.<\/p>\n<p>Vielleicht habt ihr auch schon diese Erfahrung gemacht, dass ihr f\u00fcr etwas inst\u00e4ndig betet, Jesus aber eure Bitte zun\u00e4chst nicht erf\u00fcllt, sondern zuerst euren Glauben pr\u00fcfen und st\u00e4rken will. Wenn wir beten, wollen wir meistens nur, dass Jesus unsere Bitte erf\u00fcllt, und zwar so schnell wie m\u00f6glich. Hier k\u00f6nnen wir lernen, dass Jesus unsere Gebete h\u00f6rt, aber dass er dabei selber ein eigenes Anliegen hat, und zwar unseren Glauben. Wenn wir zu Jesus beten, ist er bereit, uns zu erh\u00f6ren, aber er hat dabei eine Frage: \u201eGlaubst du, dass ich das tun kann?\u201c Wir sollen nicht nur wie die Blinden beharrlich beten, sondern sollen auch im Glauben beten.<\/p>\n<p>Manchmal beten wir, aber werden unsicher, wenn wir \u00fcber die Motivation und unseren Glauben beim Gebet nachdenken. Doch wie antworteten die Blinden auf Jesu Frage?<strong> <\/strong>Sie wurden nicht unsicher, als Jesus sie nach ihrem Glauben fragte, sagten nicht: \u201eWir hoffen, dass du es kannst\u201c, sondern sie sagten: <strong>\u201eJa, Herr.\u201c <\/strong>Sie glaubten fest, dass Jesus sie heilen konnte. Sie hatten lange warten m\u00fcssen, bis Jesus auf ihr Schreien einging. In dieser Zeit des Betens und Wartens mussten sie immer wieder ihren Glauben erneuern und festigen. Durch ihr Warten und durch Jesu Frage nach ihrem Glauben konnten sie ihren Glauben klar und fest machen, sodass sie ihn jetzt klar bekennen konnten. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, wie die beiden Blinden ihn beharrlich um sein Erbarmen zu bitten, bis er uns erh\u00f6rt hat! M\u00f6ge wir in der Zeit, wo unser Schreien nicht erh\u00f6rt wird, nicht aufh\u00f6ren, sondern unseren Glauben erneuern und weiter beten, bis er uns erh\u00f6rt hat!<\/p>\n<p>Was tat Jesus, als sie ihm ihren klaren Glauben bekannten? Es hei\u00dft: <strong>\u201eDa ber\u00fchrte er ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! Und ihre Augen wurden ge\u00f6ffnet.\u201c <\/strong>Jesus reagierte sofort auf ihren Glauben und ber\u00fchrte ihre Augen. Ihre Augen wurden ge\u00f6ffnet und sie konnten endlich sehen, was sie sich immer gew\u00fcnscht hatten! Dabei segnete Jesus ausdr\u00fccklich ihren Glauben:<strong> \u201eEuch geschehe nach eurem Glauben!\u201c<\/strong> Sie sollten immer wissen, dass sie durch ihren Glauben von Jesus geheilt worden waren. Dieses Wort sollte sie dazu ermutigen, auch in Zukunft aus dem Glauben an Jesus zu leben. Preiset Jesus, der Gebete des Glaubens segnet! M\u00f6ge Gott uns helfen, beharrlich zu beten, bis wir von aller unserer geistlichen Blindheit geheilt werden!<\/p>\n<p>Wozu ermahnte Jesus danach die geheilten M\u00e4nner? Vers 30b sagt: <strong>\u201eUnd Jesus drohte ihnen und sprach: Seht zu, dass es niemand erfahre!\u201c <\/strong>Sie sollten daf\u00fcr sorgen, dass niemand von diesem Wunder erf\u00e4hrt. Jesus wollte nicht, dass er \u00fcberall als ein Wunderheiler bekannt w\u00fcrde; denn dann w\u00e4ren die Menschen darauf fixiert, von ihm k\u00f6rperliche Hilfe zu erhalten, und nicht offen f\u00fcr das Evangelium, das er ihnen haupts\u00e4chlich bringen wollte.<\/p>\n<p>Doch wie reagierten die Blinden? Vers 31 sagt: <strong>\u201eAber sie gingen hinaus und verbreiteten die Kunde von ihm in diesem ganzen Lande.\u201c <\/strong>Trotz Jesu Ermahnung verbreiteten sie die Nachricht von ihrer Heilung im ganzen Land. Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, dass sie \u00fcber ihre Heilung begeistert waren und den Wunsch hatten, anderen davon zu erz\u00e4hlen. Vielleicht dachten sie auch, dass es f\u00fcr Jesus doch gar nicht schlecht w\u00e4re, wenn sein Wunder bekannt wird. Aber der Herr hatte sie ausdr\u00fccklich ermahnt, daf\u00fcr zu sorgen, dass es niemand erfahren sollte. Doch anstatt aus Respekt und Dankbarkeit f\u00fcr seine Gnade ihm zu gehorchen, handelte sie nach ihrem Gef\u00fchl und eigenen Gedanken und erz\u00e4hlten davon im ganzen Land. Ihr Verhalten macht uns klar, dass wir Menschen keineswegs intuitiv richtig reagieren, wenn wir Jesu Gnade erhalten haben. Wenn wir von Jesus seine Gnade der Vergebung, der Heilung oder andere Hilfe bekommen haben, sollen wir sehr darauf achten, dass wir seinen Worten gehorchen und uns so dankbar erweisen, anstatt einfach nach unserem Gef\u00fchl oder eigenen Gedanken zu handeln. Gott helfe uns, auf seine Gnade richtig zu reagieren, indem wir seinen Worten gehorchen!<\/p>\n<p>Kaum hatten die zwei geheilten M\u00e4nner das Haus verlassen, wurde ein anderer Mann zu ihm gebracht. Vers 32 berichtet: <strong>\u201eAls diese nun hinausgegangen waren, siehe, da brachten sie zu ihm einen Menschen, der war stumm und besessen\u201c <\/strong>(32). W\u00e4hrend die Blinden selbst zu Jesus gekommen waren, wurde dieser Mann von anderen zu Jesus gebracht. Dass er nicht reden konnte, muss ihn im allt\u00e4glichen Leben praktisch stark eingeschr\u00e4nkt haben. Er konnte mit anderen kaum kommunizieren, sodass er immer sehr einsam war. Aber noch viel schlimmer als das war die Tatsache, dass er von einem b\u00f6sen Geist besessen war, der sein Inneres beherrschte und auch das Problem seiner Stummheit verursachte. Wie sehr muss er von dem b\u00f6sen Geist gequ\u00e4lt worden sein! Trotzdem konnte er niemandem auch nur ein Wort \u00fcber seine Qual sagen!<\/p>\n<p>Doch was geschah, als man den stummen Mann zu Jesus brachte? Vers 33a sagt: <strong>\u201eAls aber der b\u00f6se Geist ausgetrieben war, redete der Stumme.\u201c <\/strong>Jesus erbarmte sich \u00fcber den Mann und trieb den b\u00f6sen Geist aus. Als der Mann innerlich frei war, konnte er frei und ungehindert reden. So erwies sich Jesus noch einmal als der Messias, der uns Menschen von unseren Krankheiten heilt. Jesus erf\u00fcllte das Wort des Propheten Jesaja: \u201e<strong>Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken\u201c<\/strong> (Jes 35,6).<\/p>\n<p>Wie reagierten die Menschen auf dieses Wunder? Vers 33 berichtet, dass das Volk sich verwunderte und bekannte, dass so etwas noch nie in Israel gesehen worden war. Sie erkannten die Einzigartigkeit von Jesu Heilungswerk und begannen, \u00fcber ihn nachzudenken.<\/p>\n<p>Wie reagierten dagegen die Pharis\u00e4er? Sie nahmen dasselbe Wunder wahr wie das Volk. Aber w\u00e4hrend das Volk anerkennend sagte, dass so etwas noch nie in Israel gesehen worden war, behaupteten die Pharis\u00e4er, dass Jesus die b\u00f6sen Geister durch ihren Obersten austrieb. Es ist bedauerlich, wenn Menschen Jesu Werke nicht begreifen k\u00f6nnen. Aber die Reaktion der Pharis\u00e4er hier war viel schlimmer. Denn die Tatsache, dass sie Jesu Heilswerk als eine Zusammenarbeit mit dem Obersten der b\u00f6sen Geister verleumdeten, kam aus ihrer feindseligen Haltung und ihrem Unwillen, Jesus als den Messias anzuerkennen. Dadurch dass sie Gottes Werk als ein Werk des Teufels verl\u00e4sterten, hielten sie andere Menschen vom Glauben an Jesus ab und luden schwere Schuld auf sich.<\/p>\n<p>Jesus h\u00e4tte wegen ihrer b\u00f6sartigen Verleumdung sehr frustriert und entmutigt werden k\u00f6nnen. Doch was tat Jesus daraufhin? Lasst uns das im zweiten Teil betrachten!<\/p>\n<p><strong>II. Jesu Wirken und Gebetsanliegen (35-38)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir Vers 35: <strong>\u201eUnd Jesus ging ringsum in alle St\u00e4dte und D\u00f6rfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen.\u201c<\/strong> Jesus lie\u00df sich von der negativen Reaktion der Pharis\u00e4er keineswegs hemmen, sondern handelte vielmehr sehr aktiv. Er ging ringsum in alle St\u00e4dte und D\u00f6rfer, um m\u00f6glichst viele Menschen zu erreichen. Wie half Jesus ihnen? Wir erfahren hier zwei Punkte seines Werkes. Zum einen lehrte Jesus die Menschen und predigte das Evangelium von dem Reich. Eigentlich war es f\u00fcr uns Menschen wegen unserer S\u00fcnde nicht m\u00f6glich, unser Leben unter Gottes guter Herrschaft zu f\u00fchren. Aber Jesus verk\u00fcndigte \u00fcberall die frohe Botschaft, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist und dass nun jeder ein neues Leben unter Gottes Herrschaft f\u00fchren und ewig in seinem Reich leben kann. Dass Jesus \u00fcberall diese Botschaft verk\u00fcndigte, zeigt uns, dass diese Botschaft die wichtigste und segensreichste Botschaft f\u00fcr alle Menschen ist, und sie zu h\u00f6ren, ist das gr\u00f6\u00dfte Bed\u00fcrfnis eines jeden Menschen. Denn Gottes Herrschaft ist die Antwort auf unsere grundlegenden Fragen und stillt unsere grundlegenden Bed\u00fcrfnisse nach einem sinnvollen Leben, nach wahrer Liebe und nach dem ewigen Leben.<\/p>\n<p>Ist das Evangelium von Gottes Reich auch in unserer Zeit noch aktuell? Wir k\u00f6nnen eine Antwort darauf finden, wenn wir dar\u00fcber nachdenken, worunter die Menschen in unserer Zeit haupts\u00e4chlich leiden. Viele Menschen leiden unter dem Gef\u00fchl der Sinnlosigkeit ihres Lebens. Viele leiden unter Sorgen und \u00c4ngsten, vor allem vor Krankheit und vor dem Tod. Viele leiden unter ihrer unerf\u00fcllten Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit oder unter Verletzungen, die sie sich im Lauf ihres Lebens zugezogen haben. Andere leiden unter Neid und Hass. Wenn wir \u00fcber die Ursache all dieser Probleme nachdenken, k\u00f6nnen wir sagen, dass sie darin besteht, dass die Menschen nicht unter Gottes Herrschaft leben, sondern getrennt von Gott ihr Leben zu meistern versuchen, ohne seinen Schutz, seine Liebe, seine Wahrheit und ohne die Hoffnung auf sein ewiges Reich. Das Reich Gottes ist wirklich die Antwort auf alle Bed\u00fcrfnisse von uns Menschen. Gott helfe uns, unser Leben ganz unter seiner Herrschaft zu f\u00fchren! Gott helfe uns auch, wie Jesus \u00fcberall hinzugehen und die frohe Botschaft von Gottes Reich zu verk\u00fcndigen!<\/p>\n<p>Das andere, was Jesus tat, war, dass er alle Krankheiten und alle Gebrechen heilte. Jesus lehrte die Menschen vor allem das Evangelium, aber er sah die Menschen nicht einseitig, sodass er ihre k\u00f6rperlichen Probleme ignoriert h\u00e4tte. Aus seinem Mitleid heraus heilte Jesus sie von allen Krankheiten und allen Gebrechen. So erwies Jesus sich als der Arzt, der uns Menschen an Leib und Seele ganz gesund machen will.<\/p>\n<p>Wie sah Jesus die Menschen, die zu ihm kamen, und was empfand er, als er sie sah? Betrachten wir den Vers 36: <strong>\u201eUnd als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.\u201c <\/strong>Als Jesus die Menschen ansah, die zu ihm kamen,<strong> <\/strong>jammerten sie ihn. Jesus sah, dass sie verschmachtet waren, innerlich ausgelaugt, am Ende, geistlich fast verhungert und verdurstet. Viele waren auch k\u00f6rperlich krank oder besessen. In diesem Vers steht, dass sie verschmachtet und zerstreut waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Sie hatten also niemanden, der ihnen den richtigen Weg zu Gott zeigte, niemand, der ihnen auf ihre Fragen geistliche Antwort und Orientierung gab, niemand, der mit ihnen den richtigen Weg ging und dabei voranging. Sie waren zerstreut, das hei\u00dft jeder versuchte sich allein durchzuschlagen oder durchzuwurschteln; denn sie hatten keinen Hirten, der sie vereinte und ihnen half, gemeinsam zu beten und einander zu ermutigen. Jesus wusste, wie ernst ihre Lage war. Schafe, die keinen Hirten haben, leben nicht nur schlechter oder ungl\u00fccklicher, sondern k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nicht lange am Leben bleiben. Denn im Nahen Osten, wo es nicht so viele Wasserstellen und saftige Weiden gibt, verirren sie sich schnell und verschmachten oder werden von W\u00f6lfen gefressen. Jesus sah, dass die Menschen gerade wie eine gro\u00dfe Herde solcher Schafe ohne Hirten waren, die schon verschmachtet und am Ende waren. Als Jesus sie sah, empfand er tiefes Mitleid, sodass ihm Tr\u00e4nen in die Augen kamen.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus angesichts der gro\u00dfen Not der Menschen? Lesen wir gemeinsam die Verse 37 und 38:<strong> \u201eDa sprach er zu seinen J\u00fcngern: Die Ernte ist gro\u00df, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.\u201c <\/strong>Jesus sah die vielen Not leidenden Menschen keineswegs negativ. Jesus sah sie vielmehr als eine gro\u00dfe reife Ernte, die einzuholen ist. Die Ernte ist f\u00fcr einen Bauer die sch\u00f6nste Zeit im Jahr, wo er die Frucht seiner Arbeit auf dem Feld einholen kann. In der Zeit der Ernte schickt er alle seine Kinder und Knechte in die Ernte und stellt noch weitere Leute dazu ein, damit sie die Ernte einholen. Jeder soll gehen und mitmachen! Denn es gibt f\u00fcr ihn nichts Schlimmeres, als dass die reife Ernte nicht eingeholt wird, sondern vom Regen und Wind auf die Erde gedr\u00fcckt wird und sinnlos verdirbt. Darum arbeitet ein Bauer in der Zeit der Ernte sehr flei\u00dfig, auch heutzutage noch 14 bis 16 Stunden am Tag und oft auch bis in die Nacht. Denn die Ernte ist f\u00fcr ihn so kostbar und muss rechtzeitig eingebracht werden.<\/p>\n<p>So wie ein Bauer die goldfarbenen Getreide\u00e4hren auf dem Feld als kostbar betrachtet, so sieht Jesus auch die Menschen wie goldene \u00c4hren als kostbar an und will, dass sie sorgf\u00e4ltig geerntet werden. \u201eGeerntet werden\u201c bedeutet hier, dass Menschen durch das Evangelium Gottes Kinder werden und das ewige Leben genie\u00dfen k\u00f6nnen. F\u00fcr Jesus ist jeder Mensch kostbar wie eine goldene \u00c4hre auf dem Feld. Egal wie wir uns selber sehen oder f\u00fchlen, egal wie gro\u00dfe Probleme wir momentan tats\u00e4chlich auch haben m\u00f6gen \u2013 Jesus betrachtet jeden von uns wie eine kostbare \u00c4hre, die sorgf\u00e4ltig zu ihm gebracht werden soll. F\u00fcr Jesus hat jeder unersetzbaren Wert.<\/p>\n<p>Wenn Jesus also das Problem nicht darin sieht, dass die Menschen schwach sind und viele ungel\u00f6ste Probleme haben, sondern er sie als gro\u00dfe Ernte sieht, worin besteht dann das Problem? Das wahre Problem besteht nicht im momentanen Zustand der Menschen oder ihren Problemen, sondern darin, dass es zu wenige Arbeiter gibt, die bereit sind, hinzugehen und ihnen die n\u00f6tige geistliche Hilfe zu geben. Dies war und ist das gr\u00f6\u00dfte und eigentliche Problem der Menschen bis in unsere Zeit. Wenn wir die Menschen heute betrachten, sehen die meisten auf den ersten Blick so aus, als ob sie kein ernstes Problem h\u00e4tten und ihr Leben auch ohne Gott gl\u00fccklich f\u00fchren k\u00f6nnten. Doch hinter dem \u00e4u\u00dferen Anschein, dass alles \u201eeasy\u201c ist, liegen oft verborgene innere N\u00f6te und ungestillte Sehns\u00fcchte. Nach der Statistik sind die Menschen in unserem Land zunehmend offen f\u00fcr religi\u00f6se Fragen, weil sie genug erfahren haben, dass materieller Wohlstand nicht wirklich zufrieden stellend ist. Wie viele gibt es, die sich nach einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn ihres Lebens sehnen, aber wie wenige gibt es, die in der Lage und bereit sind, hinzugehen und ihnen die Antwort im Evangelium zu sagen! Wie viele Menschen leben allein in unserer Stadt, die nie mit Jesus bekannt gemacht wurden und seine Botschaft vom Reich Gottes nie richtig geh\u00f6rt haben! In Deutschland sind so viele Studenten an Hochschulen eingeschrieben wie noch nie, etwa 2.200.000 junge Menschen. Aber wie viele Mitarbeiter gibt es in den (Studenten-)Gemeinden, die f\u00fcr sie beten und ihnen geistliche Hilfe anbieten? Das Problem ist dramatisch.<\/p>\n<p>Aber es gibt eine L\u00f6sung. Was ist die L\u00f6sung? Sehen wir uns nochmal die Verse 37 und 38 an. Jesus sagt: <strong>\u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.\u201c <\/strong>Die L\u00f6sung besteht darin, dass Gott viele Menschen als Arbeiter in seine Ernte sendet. Als J\u00fcnger Jesu sollen wir daf\u00fcr beten und so an Gottes gro\u00dfer Arbeit teilnehmen. Wir sollen uns (neu) klar machen, wie sehr dieses Werk Gott am Herzen liegt, und sollen mit Priorit\u00e4t daf\u00fcr flehentlich beten. Wir sollen die Menschen, f\u00fcr die wir beten, nicht nur sehen, wie sie derzeit erscheinen, sondern mit der Hoffnung, dass Gott sie als seine Arbeiter aufstellen und in seine Ernte senden will, und sollen flehentlich daf\u00fcr beten. Lasst uns mit dieser Hoffnung unsre Jugendlichen und die Studenten sehen und f\u00fcr sie beten, dass Gott als der Herr der Ernte sie als seine Arbeiter aufstellt und in seine Ernte sendet! Lasst uns daf\u00fcr beten, dass wir selbst t\u00fcchtige Erntearbeiter werden und von Gott f\u00fcr sein Werk kostbar gebraucht werden! Lesen wir noch einmal das Leitwort: <strong>\u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber wenige sind der Arbeiter. 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