{"id":1494,"date":"2011-05-29T19:57:24","date_gmt":"2011-05-29T18:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1494"},"modified":"2022-11-18T12:24:43","modified_gmt":"2022-11-18T11:24:43","slug":"predigt-matthaus-91-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-91-17\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 9,1 &#8211; 17"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/P11Mt09-0117.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ich  habe  Wohlgefallen  an  Barmherzigkeit<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Geht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: \u00bbIch habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.\u00ab Ich bin gekommen, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten\u201c<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><\/strong><\/em>(9,13)<\/p>\n<p>Letzte Woche haben wir erfahren, dass Jesus Macht \u00fcber die Naturgewalten und auch \u00fcber die b\u00f6sen Geister offenbart hat. Als ein heftiger Sturm auf dem See Genezareth tobte und die Wellen das Boot der J\u00fcnger schon zudeckten, stand Jesus auf und bedrohte den Wind und das Meer, und es wurde ganz stille. Als Jesus auf der anderen Seite des Sees zwei M\u00e4nnern begegnete, die durch die Herrschaft b\u00f6ser Geister wie Monster geworden waren, und den b\u00f6sen Geistern befahl: \u201eFahrt aus!\u201c, fuhren sie sofort aus den M\u00e4nnern aus und fuhren in eine Herde Schweine, an denen sie ihr zerst\u00f6rerisches Wesen zeigten. Nach diesen zwei beeindruckenden Offenbarungen seiner g\u00f6ttlichen Vollmacht zeigt Jesus uns im heutigen Text, dass er eine noch viel gr\u00f6\u00dfere Vollmacht hat, die f\u00fcr uns noch viel wichtiger ist, n\u00e4mlich die Macht, uns Menschen unsere S\u00fcnden zu vergeben. Wie hat Jesus diese Vollmacht offenbart? Was bedeutet es f\u00fcr uns, f\u00fcr dich und f\u00fcr mich, dass Jesus gekommen ist, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten? Gott segne uns beim H\u00f6ren auf sein Wort!<\/p>\n<p><strong>I.  Jesus vergibt die S\u00fcnde (1-8) <\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir den Text. Jesus fuhr mit dem Boot wieder \u00fcber den See und kam nach Kapernaum, wo er sich am meisten aufhielt. Wer wurde dort zu Jesus gebracht? Vers 2a sagt: \u201e<strong>Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gel\u00e4hmten, der lag auf einem Bett.\u201c <\/strong>Einige brachten einen gel\u00e4hmten Mann zu Jesus. Wie war seine Lage? Im Dezember letzten Jahres waren viele Menschen in Deutschland von dem Unfall eines jungen Mannes bewegt, der in einer Fernsehshow auf gefederten Stelzen \u00fcber fahrende Autos sprang und dabei so st\u00fcrzte, dass er seitdem gel\u00e4hmt ist. Bis heute kann er seinen K\u00f6rper kaum sp\u00fcren und praktisch nicht bewegen. Wir wissen nicht, wodurch der Mann im Text gel\u00e4hmt war. Aber die Tatsache, dass er auf einem Bett lag, weist darauf hin, dass auch er am ganzen K\u00f6rper gel\u00e4hmt war. Wegen seiner L\u00e4hmung konnte er gar nichts tun. Selbst bei den einfachsten Alltagsdingen wie sich anzuziehen, zu waschen oder zu essen, war er auf die Hilfe anderer angewiesen. Sein Leben muss ihm sinnlos, trostlos und hoffnungslos vorgekommen sein. Doch zum Gl\u00fcck hatte er einige Freunde, die von Jesus geh\u00f6rt haben m\u00fcssen, der die Kranken heilte. Sie erz\u00e4hlten auch ihrem gel\u00e4hmten Freund davon. Wir erfahren hier\u00fcber keine Einzelheiten. Aber eines Tages nahmen sie ihn und brachten ihn auf seinem Bett zu Jesus.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus? Es hei\u00dft: <strong>\u201eAls nun Jesus ihren Glauben sah ..<\/strong><strong>.\u201c<\/strong> Jesus h\u00e4tte vieles sehen k\u00f6nnen \u2013 ihre Treue zu ihrem Freund, ihre Hilfsbereitschaft, ihre gro\u00dfe M\u00fche usw. Aber was sah er? Jesus sah die Motivation, aus der sie kamen, Jesus sah ihren Glauben. In gleicher Weise sieht Jesus auch bei uns nicht blo\u00df darauf, was wir tun, sondern sieht unser Motiv, ob wir etwas aus Glauben tun oder nicht. Als Jesus den Glauben des Mannes und seiner Freunde sah, war er spontan bereit, ihm auf beste Weise zu helfen.<\/p>\n<p>Wie half Jesus ihm? Jesus sprach ihn sehr freundlich an und sagte: <strong>\u201eSei getrost, mein Sohn.\u201c<\/strong> Dann sagte er das Sensationelle: <strong>\u201eDeine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c<\/strong> Jesus vergab ihm alle seine S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Warum vergab Jesus ihm seine S\u00fcnden und heilte ihn nicht von seiner L\u00e4hmung, was seine Freunde wohl erwartet haben? Als Jesus ihren Glauben sah, wollte er ihm die beste Hilfe geben, nicht die zweitbeste, sondern die beste. Warum ist die Vergebung seiner S\u00fcnde die dringendere und bessere Hilfe als die Heilung von seiner L\u00e4hmung?<\/p>\n<p>Seine L\u00e4hmung machte ihn bewegungsunf\u00e4hig und schr\u00e4nkte ihn dadurch in seinem Leben sehr stark ein. Aber seine S\u00fcnde zerst\u00f6rte seine Beziehung zu Gott und damit sein Leben. Viel mehr noch als seine L\u00e4hmung ihn k\u00f6rperlich l\u00e4hmte und sein Leben zu einer Last f\u00fcr andere machte, machte seine S\u00fcnde ihn v\u00f6llig unf\u00e4hig, in seinem Leben Gutes und Sinnvolles zu tun und Gott zu ehren und ein Segen f\u00fcr andere zu werden. Seine S\u00fcnde in seinen Gedanken und verkehrten Einstellungen war wie eine Mauer zwischen ihm und Gott, die ihn von Gott und seinem wahren Segen trennte. Wegen seiner S\u00fcnde konnte er keine Freude und keine innere Kraft haben und keine Hoffnung, einmal in das ewige Reich Gottes zu kommen. Auf diese Weise zerst\u00f6rte die S\u00fcnde sein ganzes Leben. Obwohl seine L\u00e4hmung ihn augenscheinlich sehr stark einschr\u00e4nkte, war seine S\u00fcnde das gr\u00f6\u00dfte und schlimmste Problem in seinem Leben, das am dringendsten vor allem anderen gel\u00f6st werden musste.<\/p>\n<p>Wie l\u00f6ste Jesus das Problem der S\u00fcnde? Betrachten wir noch einmal Vers 2. Jesus l\u00f6ste das Problem seiner S\u00fcnde auf die einzig m\u00f6gliche Weise, n\u00e4mlich indem er ihm seine S\u00fcnden vergab. Der Gel\u00e4hmte konnte nichts dazu beitragen, er lag nur hilflos in seiner S\u00fcnde vor Jesus. Aber Jesus nahm ihn an und vergab ihm in seiner Autorit\u00e4t als Gottes Sohn einseitig alle seine S\u00fcnden und verk\u00fcndete das durch sein Wort: \u201eSei getrost, mein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c Durch die Vergebung seiner S\u00fcnden konnte der Mann ein neues Leben als Kind Gottes anfangen. Durch die Vergebung seiner S\u00fcnden war er nicht mehr von Gott getrennt und konnte t\u00e4glich voller Zuversicht auf die Liebe Gottes und in der Hoffnung auf das ewige Leben mit Freude leben. Wegen der Gnade der S\u00fcndenvergebung bekam er innere Kraft, andere zu lieben und zu ermutigen und ihnen von der Gnade Jesu zu erz\u00e4hlen, und konnte so ein Segen f\u00fcr andere werden.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier lernen? Wir k\u00f6nnen hier lernen, wie das Problem der S\u00fcnde gel\u00f6st wird. Die meisten Menschen versuchen mit ihrer S\u00fcnde selbst fertig zu werden. Sie bem\u00fchen sich mit ihrer Kraft moralisch gut zu leben. Wenn sie dabei scheitern oder merken, dass ihr Leben nicht so ganz den richtigen Kurs hat, versuchen viele, ihre Fehler und Vergehen auszugleichen, indem sie so genannte gute Werke tun, zum Beispiel ab heute andern gegen\u00fcber freundlicher sind oder anfangen, an ein Hilfsprojekt in der dritten Welt zu spenden. Aber niemand kann mit seiner S\u00fcnde selbst fertig werden. S\u00fcnde ist wie eine Krankheit, gegen die kein Mensch eine ausreichend starke Medizin hat oder eine wirklich wirksame Therapie. S\u00fcnde l\u00e4hmt die Menschen innerlich, sodass sie unf\u00e4hig werden, all die guten Dinge zu tun, die sie tun sollten. Es gibt nur <strong>eine<\/strong> L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der S\u00fcnde, n\u00e4mlich dass Jesus die S\u00fcnden vergibt.<\/p>\n<p>Auch wir k\u00f6nnen manchmal versuchen, mit unserer S\u00fcnde irgendwie selbst fertig zu werden, anstatt damit zu Jesus zu kommen, vielleicht weil wir uns sch\u00e4men, dass wir als Christen so eine S\u00fcnde begangen haben, oder uns nicht trauen, mit der selben S\u00fcnde nochmals zu Jesus zu kommen. Doch wenn wir mit unserer S\u00fcnde nicht zu Jesus kommen, ist das absolut nicht harmlos. Unvergebene S\u00fcnden sind wie unbehandelte Wunden, die sich entz\u00fcnden und dauerhafte Sch\u00e4den im K\u00f6rper anrichten. Unvergebene S\u00fcnde l\u00e4hmt uns in unserem inneren, geistlichen Leben, sodass wir die vielen guten Dinge, die wir eigentlich f\u00fcr Gott und f\u00fcr unsere Mitmenschen tun sollen und tun wollen, tats\u00e4chlich immer weniger tun k\u00f6nnen. Wir sollen tief erkennen, dass Jesus die Vollmacht hat, alle unsere S\u00fcnden zu vergeben, und dass er auch v\u00f6llig dazu bereit ist. Wir k\u00f6nnen unsere S\u00fcnde nicht selbst \u00fcberwinden. Aber wir d\u00fcrfen und sollen so, wie wir sind, mit unserer S\u00fcnde, zu Jesus kommen und vor ihm da sein, wie der Gel\u00e4hmte, der hilflos vor Jesus lag. Dann sollen wir auf ihn h\u00f6ren und zu ihm beten, bis wir das g\u00f6ttliche Wort von ihm h\u00f6ren: <strong>\u201eSei getrost \u2026 deine S\u00fcnden sind die vergeben.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tten sich alle Anwesenden freuen sollen, dass Jesus dem Gel\u00e4hmten seine S\u00fcnden vergab und ihn als sein Kind annahm. Aber nicht alle waren damit einverstanden. Vers 3 sagt: <strong>\u201e<\/strong><strong>Und siehe, einige unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser l\u00e4stert Gott.\u201c<\/strong> Einige Schriftgelehrten behaupteten, Jesu Verk\u00fcndigung, dass dem Mann die  S\u00fcnden vergeben waren, sei eine Gottesl\u00e4sterung. Sie waren nicht bereit, Jesu Offenbarung als der, der Vollmacht hat, Menschen die S\u00fcnden zu vergeben, anzunehmen, sondern betrachteten Jesu Verhalten nach ihren fixen Gedanken.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus darauf? Vers 4 sagt:<strong> \u201eAls aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so B\u00f6ses in euren Herzen?\u201c<\/strong> Jesus sah ihre Gedanken in ihren Herzen und nannte sie b\u00f6se. Ihre Gedanken waren b\u00f6se, weil sie die Offenbarung der Vollmacht Jesu absichtlich total ignorierten und nur weiter nach ihrem Schema dachten. Ihre Gedanken waren auch deshalb b\u00f6se, weil diese Verk\u00fcndigung nicht die erste Offenbarung Jesu war, sondern sie m\u00fcssen schon von vielen anderen Wundern geh\u00f6rt und sie zum Teil selbst gesehen haben, die die Jesu Vollmacht belegten, aber sie weigerten sich trotzdem, Jesus anzuerkennen. Dass sie nicht nur an Jesu Vollmacht zweifelten, sondern seine Worte als Gottesl\u00e4sterung bezeichneten, waren wirklich b\u00f6se Gedanken.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus weiter? Jesus h\u00e4tte sie wegen ihrer absichtlichen Ignoranz verurteilen oder einfach ignorieren k\u00f6nnen. Aber Jesus wollte ihnen helfen. Er sagte in den Versen 5 und 6: <strong>\u201eWas ist denn leichter, zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?\u00a0Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden die S\u00fcnden zu vergeben \u2013 sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim!\u201c <\/strong>Jesus appellierte an ihre Vernunft, indem er sie fragte, ob es leichter ist, dass er dem Mann die S\u00fcndenvergebung zuspricht, was niemand nachpr\u00fcfen kann, oder ihm zu befehlen, aufzustehen und heimzugehen, was jeder sofort sehen kann. Jesus wollte den Mann heilen, was auch diese kritischen Menschen sehen konnten. Der Grund ist, dass Jesus will, dass auch sie erkennen, dass er Vollmacht hat, die S\u00fcnden zu vergeben auf Erden. Jesus ist es wichtig, dass alle Menschen erkennen, dass er die Vollmacht hat, S\u00fcnden zu vergeben auf Erden! Alle Menschen auf der Erde sollen das erkennen und annehmen, weil das der eine und einzige Weg ist, durch den sie frei werden von ihren S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Wie bewies Jesus, dass er tats\u00e4chlich die Vollmacht hat, S\u00fcnden zu vergeben auf Erden? Jesus befahl dem Gel\u00e4hmten: \u201e<strong>Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim!\u201c<\/strong> Was passierte daraufhin? Vers 7 sagt: <strong>\u201eUnd er stand auf und ging heim.\u201c<\/strong> Jesus ist der allm\u00e4chtige Gott. Jesus hat die Vollmacht, S\u00fcnden zu vergeben!<\/p>\n<p>Wie reagierte das Volk auf dieses Wunder? Vers 8 berichtet: \u201e<strong>Als das Volk das sah, f\u00fcrchtete es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.\u201c <\/strong>Sie f\u00fcrchteten sich  und priesen Gott. Sie erkannten an, dass Gott Jesus solche Macht gegeben hat.<\/p>\n<p>M\u00f6ge Gott auch jedem von uns helfen, tief zu erkennen, dass Jesus die  Vollmacht hat, unsere S\u00fcnden v\u00f6llig zu vergeben und diese Vollmacht pers\u00f6nlich t\u00e4glich neu in Anspruch zu nehmen, sodass wir innerlich geheilt und stark werden und die guten Dinge tun k\u00f6nnen, die wir f\u00fcr Gott und f\u00fcr unsere N\u00e4chsten tun sollen!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die \tBerufung des Matth\u00e4us  (9-13)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wem begegnete Jesus, nachdem er den Gel\u00e4hmten geheilt hatte und von dort wegging? Betrachten wir Vers 9. Jesus sah einen Z\u00f6llner namens Matth\u00e4us am Zollhaus sitzen. Wie wir wissen trieben Z\u00f6llner f\u00fcr die R\u00f6mer Z\u00f6lle von ihren eigenen Landsleuten ein. Daher galten sie bei den Juden als Landesverr\u00e4ter. Da die meisten Z\u00f6llner dabei den Leuten mehr Zoll abkn\u00f6pften, als vorgeschrieben war, und sich damit selbst bereicherten, waren sie als skrupellose S\u00fcnder verhasst. Denn w\u00e4hrend die meisten Leute ziemlich bescheiden oder arm lebten, waren die Z\u00f6llner reich. Wir wissen nicht genau, warum Matth\u00e4us ein Z\u00f6llner geworden war. Vielleicht brauchte er w\u00e4hrend seines Studiums dringend Geld oder musste irgendwelche Schulden zur\u00fcckzahlen. Vielleicht dachte er auch, dass in seinem Leben die Kohle einfach stimmen muss und er lieber schief angesehen wird, als in Armut zu leben. Jedenfalls wurde Matth\u00e4us ein Z\u00f6llner. Er verdiente jeden Tag viel Geld und konnte sich ein gro\u00dfes Haus kaufen. Aber es gab auch viele negative Auswirkungen in seinem Leben. Er wurde tats\u00e4chlich von den anderen Menschen verachtet und ausgeschlossen. Niemand mochte ihn. Wer ihn sah, wich ihm aus oder schaute ihn mit ver\u00e4chtlichen oder hasserf\u00fcllten Blicken an. Matth\u00e4us muss unter Einsamkeit gelitten haben. Er muss auch unter dem Bewusstsein gelitten haben, dass sein Leben sinnlos ist. Denn als Jude muss ihm klar gewesen sein, dass Gott sein selbsts\u00fcchtiges geldorientiertes Leben nicht gut finden oder akzeptieren konnte. Als Jesus vorbeiging, sah er Matth\u00e4us einsam und ungl\u00fccklich in seinem Zollhaus sitzen.<\/p>\n<p>Was sagte Jesus zu ihm? Lesen wir gemeinsam den Vers 9a: \u201e<strong>Und als Jesus von dort wegging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hie\u00df Matth\u00e4us; und er sprach zu ihm: Folge mir!\u201c <\/strong>Jesus lud Matth\u00e4us ein, ihm zu folgen. Jesus lud ihn ein, von nun an mit Jesus zu leben und von ihm zu lernen. Dabei stellte Jesus keine Vorbedingungen. Jesus erwartete nicht, dass er sich zuerst \u00e4ndert und eine Zeitlang ein besseres Leben f\u00fchrt, was er gar nicht kann. Jesus lud ihn ein, so wie er war. Wohl niemand hatte Matth\u00e4us in den letzten Jahren zu sich eingeladen. Jesu Einladung war eine einzigartige Chance zu einem neuen sinnvollen Leben in der Gemeinschaft mit Jesus, dem Sohn Gottes.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir hier \u00fcber Jesus lernen? Jesus nimmt die S\u00fcnder nicht nur an, wie sie sind, und vergibt ihnen; Jesus beruft sie zu einem neuen Leben in der Beziehung zu ihm, nach seinem Vorbild. Vor allem k\u00f6nnen wir hier Jesu Verst\u00e4ndnis und seine gro\u00dfe Hoffnung f\u00fcr einen S\u00fcnder sehen. Niemand konnte Matth\u00e4us verstehen. Alle verachteten ihn und konnten \u00fcber ihn nur den Kopf sch\u00fctteln. Aber Jesus verstand ihn. Jesus konnte sogar verstehen, warum er ein Z\u00f6llner geworden war und warum er bis jetzt so gelebt hatte. Und Jesus hatte Hoffnung f\u00fcr ihn. Jesus sah ihn nicht nur so, wie er im Moment war. Jesus sah die M\u00f6glichkeit, die Gott in sein Leben gelegt hatte. Jesus sah, dass er ein gro\u00dfartiger Apostel und Evangelist werden w\u00fcrde. Wie wir wissen, konnte Matth\u00e4us tats\u00e4chlich ein gro\u00dfartiger Apostel und der Verfasser des Matth\u00e4usevangeliums werden, weil Jesus solche Hoffnung f\u00fcr ihn hatte.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns? Wir sollen lernen, uns selbst und die anderen nicht so zu sehen, wie sie im Moment sind, sondern so zu sehen, wie Jesus uns bzw. sie sieht. Wir sollen Gottes Hoffnung f\u00fcr uns selbst erkennen und damit leben. Wir sollen auch Gottes Hoffnung f\u00fcr die Studenten erkennen und sie im Herzen tragen und ihnen damit helfen. Dann k\u00f6nnen sie zu gro\u00dfartigen M\u00e4nnern und Frauen Gottes ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Wie reagierte Matth\u00e4us auf Jesu Berufung? Vers 9b sagt: <strong>\u201eUnd er stand auf und folgte ihm.<\/strong><strong>\u201c <\/strong>Matth\u00e4us traf eine klare Entscheidung, und begann Jesus nachzufolgen. Matth\u00e4us hatte in seinem Leben vieles falsch gemacht. Aber als Jesus ihn berief, reagierte er goldrichtig. Es ist ein gro\u00dfartiges Ereignis, wenn Gott uns beruft. Aber Gottes Berufung ver\u00e4ndert unser Leben nicht automatisch. Es ist sehr wichtig, wie wir darauf reagieren. Viele z\u00f6gern, eine Entscheidung aus Glauben zu treffen, weil sie die Vorteile und Nachteile zu berechnen versuchen. M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, auf Jesu Worte hin jeweils eine klare Entscheidung zu treffen! Gott helfe jedem von uns, Jesus entschlossen nachzufolgen!<\/p>\n<p>Was tat Matth\u00e4us nach seiner Berufung? Betrachten wir Vers 10: \u201e<strong>Und es begab sich, als er zu Tisch sa\u00df im Hause, siehe, da kamen viele Z\u00f6llner und S\u00fcnder und sa\u00dfen zu Tisch mit Jesus und seinen J\u00fcngern.\u201c <\/strong>Matth\u00e4us veranstaltete ein fr\u00f6hliches Abendessen f\u00fcr Jesus aus Freude \u00fcber sein neues Leben als J\u00fcnger Jesu. Er lud alle seine Freunde ein, damit sie auch Jesus kennen lernen konnten. Alle seine Freunde waren auch Z\u00f6llner oder andere stadtbekannte S\u00fcnder.<\/p>\n<p>Wie reagierten die Pharis\u00e4er, als sie diese fr\u00f6hliche Feier sahen? Vers 11 sagt: \u201e<strong>Als das die Pharis\u00e4er sahen, sprachen sie zu seinen J\u00fcngern: Warum isst euer Meister mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\u201c <\/strong>Die Pharis\u00e4er hatten kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Jesu Teilnahme an dem Freudenfest von Matth\u00e4us. Sie verstanden Jesu Liebe zu Matth\u00e4us nicht, auch nicht Matth\u00e4us\u2019 Freude. Ihr Verhalten verr\u00e4t ihre eigene Vorstellung: Wir sind gut, die da sind S\u00fcnder. Sie wollten sich von den S\u00fcndern abgrenzen, damit sie sich selbst nicht unrein machten.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jesus auf ihre Kritik? Lesen wir gemeinsam die Verse 12 und 13: \u201e<strong>Als das Jesus h\u00f6rte, sprach er: Die Starken bed\u00fcrfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: \u00bbIch habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.\u00ab <\/strong><strong>Ich bin gekommen, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten.\u201c <\/strong>Hier offenbart sich Jesus als der wahre Arzt. Jesus sieht die S\u00fcnder nicht als diejenigen, die zu verurteilen sind, sondern als Kranke, die Hilfe brauchen. Wie ein Arzt seine Patienten nicht kritisiert und verurteilt, ist auch Jesu Sinn nur darauf ausgerichtet, uns zu heilen und zu helfen.<\/p>\n<p>Dieses Wort zeigt, dass die S\u00fcnde wie eine Krankheit ist. Das ist wahr. Viele sind krank vor Neid. Manche werden vor lauter Sorge krank. Andere sind krank vor Hass oder Gedanken der Rache. Viele werden krank vor Angst, Angst vor Versagen, vor Arbeitsplatzverlust, vor dem verlassen werden. Wieder andere sind krank vor Misstrauen gegen\u00fcber anderen Menschen und vor Zweifel gegen\u00fcber Gott und seinem Wort. Viele sind krank vor Selbstsucht, ich-zentrierter Denkweise und Sichtweise. Man unternimmt vieles, um mit solchen Problem fertig zu werden. Aber die Wurzeln der Probleme liegen meistens sehr tief. Kein Arzt auf der Welt und kein Medikament k\u00f6nnen Menschen wirklich von ihrer S\u00fcndenkrankheit heilen. Aber Jesus ist der Arzt, der alle Arten von S\u00fcndenkrankheiten heilen kann. Betrachten wir nochmal Vers 13. Jesus verk\u00fcndet hier, dass er (extra) dazu auf die Erde gekommen, um die S\u00fcnder zu rufen, um sie zu heilen. Hier wird auch deutlich, wie Jesus uns helfen will. Jesus ruft uns. Jesus rief dem Gel\u00e4hmten zu: <strong>\u201eSei getrost, mein Sohn, deine S\u00fcnden sind die vergeben!\u201c <\/strong>Jesus heilte ihn so von seiner inneren L\u00e4hmung und machte ihn danach durch sein Wort auch k\u00f6rperlich gesund. Jesus berief Matth\u00e4us, der eine verkehrte Lebensorientierung hatte: <strong>\u201eFolge mir!\u201c<\/strong> Durch dieses Wort konnte Matth\u00e4us ein neues Leben beginnen und wurde von seiner Selbstsucht und Habgier geheilt. Wir sollen Jesu Ruf h\u00f6ren und sein Wort annehmen und beherzigen. Gott helfe jedem von uns, sich nicht als Starker oder Gerechter zu sehen, sondern als Kranker und S\u00fcnder! Gott helfe uns, auf Jesu Ruf h\u00f6ren und ihm zu folgen, sodass er uns v\u00f6llig heil und zu t\u00fcchtigen J\u00fcngern wie Matth\u00e4us machen kann!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Neuer \tWein in neue Schl\u00e4uche (14-17) <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Welche Frage stellten die J\u00fcnger des Johannes Jesus? Betrachten wir Vers 14: <strong>\u201eDa kamen die J\u00fcnger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharis\u00e4er so viel und deine J\u00fcnger fasten nicht?\u201c <\/strong>Regelm\u00e4\u00dfig zu fasten, war damals ein Zeichen f\u00fcr die frommen Leute. Die Pharis\u00e4er und Johannes\u2019 J\u00fcnger fasteten viel, und sie konnten nicht verstehen, warum Jesus, der so fromm war, seine J\u00fcnger nicht fasten lie\u00df.<\/p>\n<p>Wie antwortete Jesus? Vers 15 sagt: \u201e<strong>Jesus antwortete ihnen: Wie k\u00f6nnen die Hochzeitsg\u00e4ste Leid tragen, solange der Br\u00e4utigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Br\u00e4utigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.\u201c <\/strong>Wie ihr wisst, dauerte bei den Juden eine Hochzeit eine Woche lang, wobei der Br\u00e4utigam sechs Tage lang mit seinen Freunden feierte und dann am letzten Tag die Braut heim holte. Obwohl die frommen Juden regelm\u00e4\u00dfig fasteten, war es eine feste Regel, dass eine Hochzeit eine besondere Zeit ist, in der man nicht fastet. Jesus erkl\u00e4rte ihnen also hier, dass es nicht angebracht war zu fasten, weil eine neue Zeit angebrochen war; denn Jesus ist gekommen. Quasi hat die Hochzeit angefangen, und es gibt keinen Grund zu fasten. Nur wenn Jesus sterben und von ihnen genommen w\u00fcrde, dann w\u00fcrden auch Jesu J\u00fcnger fasten.<\/p>\n<p>Jesus sah hinter der Frage der J\u00fcnger von Johannes wohl ein gr\u00f6\u00dferes Problem; denn er belie\u00df es nicht bei dieser Antwort, sondern gab ihnen noch zwei weitere kurze Gleichnisse. Betrachten wir Vers 16: \u201e<strong>Niemand flickt ein altes Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn der Lappen rei\u00dft doch wieder vom Kleid ab und der Riss wird \u00e4rger.\u201c <\/strong>Die Textilien damals waren von nicht so guter Qualit\u00e4t. Stoffe gingen beim Waschen stark ein. Wenn man ein altes Kleidungsst\u00fcck mit einem St\u00fcck neuem Stoff flickte, riss der Flicken bald wieder ab, und der Riss wurde noch schlimmer. Neues und Altes passen nicht zusammen.<\/p>\n<p>Betrachten wir auch Vers 17: \u201e<strong>Man f\u00fcllt auch nicht neuen Wein in alte Schl\u00e4uche; sonst zerrei\u00dfen die Schl\u00e4uche und der Wein wird versch\u00fcttet und die Schl\u00e4uche verderben. Sondern man f\u00fcllt neuen Wein in neue Schl\u00e4uche, so bleiben beide miteinander erhalten.\u201c <\/strong>Neuer Wein g\u00e4rt noch und entwickelt Gase und erfordert, dass sein Beh\u00e4lter sich dem entsprechend ausdehnen kann. Darum f\u00fcllte niemand neuen Wein in alte Schl\u00e4uche aus Ziegenhaut, da diese schon ihre Elastizit\u00e4t verloren hatten und platzen w\u00fcrden. Neuen Wein f\u00fcllte man nur in neue Schl\u00e4uche, die noch elastisch sind und dem Wirken des neuen Weins nachgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier steht der neue Wein f\u00fcr das Evangelium, das dynamisch, kr\u00e4ftig ist und unser Leben ver\u00e4ndern will. Wer das Evangelium aufnehmen will, muss eine innere Beweglichkeit und die F\u00e4higkeit besitzen, sich an das Evangelium anzupassen. Ein Beispiel ist Matth\u00e4us, der auf die Aufforderung zur Nachfolge hin, sofort aufstand und Jesus folgte. Menschen, die ihre eigenen Gedanken nicht \u00e4ndern wollen wie die Pharis\u00e4er, k\u00f6nnen das Evangelium nicht aufnehmen und behalten.<\/p>\n<p>Jesus lehrt hier, mit welcher Haltung wir Menschen das Evangelium h\u00f6ren und annehmen sollen, anders gesagt, was f\u00fcr ein Gef\u00e4\u00df wir f\u00fcr das Evangelium sein m\u00fcssen. Wir k\u00f6nnen das Evangelium nicht mit unseren alten Gedanken, Vorstellungen und Gewohnheiten kombinieren. Wenn wir unsere eigenen Vorstellungen, W\u00fcnsche oder Tr\u00e4ume festhalten, sind wir wie alte Schl\u00e4uche, die das Evangelium nicht aufnehmen und dauerhaft behalten k\u00f6nnen. Wir sollen wie neue Schl\u00e4uche sein, bereit und in der Lage sein, alles anzunehmen, was Jesus sagt, und unsere Einstellung und unser Verhalten dem entsprechend zu \u00e4ndern. M\u00f6ge Gott uns dabei helfen, auf sein Wort wie neue Schl\u00e4uche zu reagieren!<\/p>\n<p>Lesen wir noch einmal das Leitwort: <strong>\u201eGeht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: \u00bbIch habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.\u00ab Ich bin gekommen, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten.\u201c <\/strong>M\u00f6ge Gott uns helfen, tief zu erkennen, dass Jesus Vollmacht hat, unsere S\u00fcnden zu vergeben, und diese Vollmacht t\u00e4glich pers\u00f6nlich in Anspruch zu nehmen! M\u00f6ge jeder aufgrund dieser Gnade Jesus folgen und dabei auf seine Worte sensibel reagieren, damit wir ganz heil und hervorragende J\u00fcnger wie Matth\u00e4us werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit \u201eGeht aber hin und lernt, was das hei\u00dft: \u00bbIch habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.\u00ab Ich bin gekommen, die S\u00fcnder zu rufen und nicht die Gerechten\u201c (9,13) Letzte Woche haben wir erfahren, dass Jesus Macht \u00fcber die Naturgewalten und auch \u00fcber die b\u00f6sen Geister offenbart hat. 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