{"id":1473,"date":"2011-05-08T19:47:32","date_gmt":"2011-05-08T18:47:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1473"},"modified":"2025-05-25T17:53:10","modified_gmt":"2025-05-25T15:53:10","slug":"predigt-matthaus-533-48","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-533-48\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 5,33 &#8211; 48"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Mt-533-48-7.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Darum sollt ihr vollkommen sein<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.\u201c<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(5,48)<\/p>\n<p>Erinnern wir uns zur\u00fcck an das Matth\u00e4usevangelium. Mit Jesus kam das Reich Gottes zu uns herab. Somit geschah etwas Weltbewegendes. Vieles hat sich grundlegend ver\u00e4ndert. Z.B. unser Status. Wir wurden zu B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger des Reiches Gottes. Das ist einfach gro\u00dfartig, doch erst der Anfang. Durch die Bergpredigt lehrt Jesus die angemessene Lebensweise der B\u00fcrger im Reich Gottes. Somit ist Jesu Lehre f\u00fcr uns das Ma\u00df aller Dinge. Dadurch soll sich unsere Lebensweise formen und sich der Bergpredigt anpassen. Wie sollen wir also leben? Was gef\u00e4llt Gott? Welche Lebensweise ist dem Reich Gottes w\u00fcrdig? M\u00f6ge Jesu Bergpredigt den Weg in die tiefsten Tiefen unserer Herzen finden.<\/p>\n<p><strong>Teil I Wir sollen nicht schw\u00f6ren (33-37)<\/strong><\/p>\n<p>Mit Jesus bricht eine neue Zeit an. Sowohl in der Geschichte, als auch f\u00fcr uns pers\u00f6nlich. Was wurde bspw. zu den Menschen im Alten Testament gesagt und was gilt f\u00fcr uns? Betrachten wir Vers 33: <strong>\u201eIhr habt weiter geh\u00f6rt, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid schw\u00f6ren und sollst dem Herrn deinen Eid halten.\u201c<\/strong> Das Alte Testament lehrt, keinen falschen Eid zu schw\u00f6ren. Anscheinend legten die Menschen gerne und schnell Schw\u00fcre oder Eide ab. Ein Schwur soll glaubhaft machen. Auf Gottes Namen zu schw\u00f6ren war die h\u00f6chste Form des Schwurs. Man stellt Gott praktisch als Zeuge auf. Doch es belastete das Gewissen der Menschen, auf Gottes Namen falsch zu schw\u00f6ren. Sie begingen eine schwere S\u00fcnde. Deshalb entwickelten die Pharis\u00e4er verschiedene Schwurarten, um nicht bei Gott zu schw\u00f6ren. Sie wichen aus und schworen bspw. auf den Himmel, auf die Erde, auf Jerusalem oder zumindest auf ihr eigenes Haupt. Nach dem Motto: Auch wenn ich nicht die Wahrheit sage, was soll\u2019s, ich schw\u00f6re auf Luft, Erde oder auf meinen Kopf. Das darf ich doch.<\/p>\n<p>Was lehrte Jesus, den einfachen Zuh\u00f6rern auf dem Berg, die sich ein Beispiel an den Pharis\u00e4er nahmen? <strong>\u201eIch aber sage euch, dass ihr \u00fcberhaupt nicht schw\u00f6ren sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner F\u00fc\u00dfe; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des gro\u00dfen K\u00f6nigs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schw\u00f6ren; denn du vermagst nicht ein einziges Haar wei\u00df oder schwarz zu machen.\u201c <\/strong>Jesus lehrt \u00fcberhaupt nicht zu schw\u00f6ren. Das Schw\u00f6ren hat n\u00e4mlich negative Aspekte. Zum einen setzt ein Schwur Mangel an Glaubhaftigkeit voraus. Andere Menschen glauben mir nicht, ich muss sie durch einen Schwur zwingen, mir zu glauben. Das soll nicht die Norm der Kinder Gottes sein! Es ist verwerflich, unehrliche Aussagen zu t\u00e4tigen, um ein besseres Bild von sich zu projizieren. Die Bibel nennt diese Vorgehensweise \u201eHeuchelei\u201c. Wir spielen eine Rolle, die nicht unserer Realit\u00e4t entspricht.<\/p>\n<p>Zum anderen ist ein Schwur ein Zeichen f\u00fcr Realit\u00e4tsferne. Gottes Name kann nicht umgangen werden. Wer auf den Himmel schw\u00f6rt, schw\u00f6rt in Wirklichkeit auf den Thron Gottes. Wer hingegen auf die Erde schw\u00f6rt, schw\u00f6rt in Wirklichkeit auf den Schemel seiner F\u00fc\u00dfe, Jerusalem wiederum ist die Hauptstadt des K\u00f6nigs. Wir sind nicht einmal imstande bei unserem Haupt zu schw\u00f6ren. Alles was sich auf unserem Kopf befindet geh\u00f6rt zwar zu uns, doch wir sind nicht einmal Herr unseres eigenen Kopfes. Wir k\u00f6nnen nicht einmal \u00fcber die nat\u00fcrliche Farbe eines unserer Haare bestimmen, obwohl wir so viele davon haben. Alles ist Gottes Eigentum, er ist der Sch\u00f6pfer. Wir sollen ergo \u00fcberhaupt nicht schw\u00f6ren. Wir sollen keine Heuchler sein.<\/p>\n<p>In meiner Kindheit und Jugend, haben wir viel und oft geschworen. Meine Freunde und ich waren Weltmeister im Schw\u00f6ren. In allen unseren Gespr\u00e4chen kamen vielf\u00e4ltige Schw\u00fcre vor. \u201eIch schw\u00f6r. Ich schw\u00f6r auf Gott. Wenn ich l\u00fcge soll ich sterben.\u201c Als ich das erste Mal das Mt. Evangelium mit 17\/18 Jahren gelesen habe, traf es mich wie einen Schlag. Jesus lehrt ganz klar und unmissverst\u00e4ndlich, nicht zu schw\u00f6ren. Diese Worte f\u00fchrten mich zur Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Was lernen wir stattdessen von Jesus? Lesen wir Vers 37: <strong>\u201eEure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was dar\u00fcber ist, das ist vom \u00dcbel.\u201c<\/strong> Wie richtig, wie wahrhaftig, wie vollkommen ist die Lehre Jesu! Sie ist einfach und sie ist phantastisch. Sie ist zusammengefasst einfach phantastisch. Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Andererseits wissen wir, dass es unheimlich schwer ist ausnahmslos die Wahrheit zu sagen und selbst Notl\u00fcgen zu unterbinden. Ohnehin leben wir in einer Welt, in der selbst namhafte Prominente und Politiker es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.<\/p>\n<p>Doch Vorw\u00fcrfe bekommen nicht nur Politiker zu h\u00f6ren, sondern auch wir Christen, wenn wir z.B. Menschen in die Gemeinde einladen. Von einem emp\u00f6rten jungen Mann h\u00f6rte ich einmal sagen: \u201eIch habe nichts gegen die christliche Botschaft. Aber ich kann es nicht ausstehen, wenn mich Christen ansprechen, die selbst nicht wirklich danach leben.\u201c<\/p>\n<p>Als authentische Christen zu leben ist von enormer Bedeutung! Es beginnt mit unserer Sprache und m\u00fcndet in unser Alltagsleben. Genau hier f\u00e4ngt Jesus an uns zu helfen. Wenn wir \u201eJa\u201c sagen, sollen wir auch \u201eJa\u201c meinen. Wenn jemand ein \u201eJa\u201c von E. h\u00f6rt, soll er sich darauf verlassen k\u00f6nnen. Das gleiche gilt auch f\u00fcr unser \u201eNein\u201c. Unser ja soll ja und unser nein, nein hei\u00dfen. Nicht mehr und nicht weniger. Alles was dar\u00fcber ist, bezeichnet Jesus als \u00dcbel.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir aber so leben? Warum f\u00e4llt es uns so schwer, immer die Wahrheit zu sagen? Das Problem ist, dass wir berechnen. Die Wahrheit kann n\u00e4mlich sehr unangenehm f\u00fcr uns werden. Jeder kennt die Situation, wenn der Lehrer fragt: \u201eJohannes hast du deine Hausaufgaben gemacht?\u201c Und Johannes sagen w\u00fcrde: \u201eJa ja, ich hab nur mein Heft vergessen.\u201c Oder wenn der Chef fragt: \u201eHerr H., haben Sie sich schon um dieses oder jenes Projekt gek\u00fcmmert?\u201c Und die richtige Antwort w\u00e4re gewesen: \u201eNein, leider habe ich noch \u00fcberhaupt nichts gemacht\u201c. Doch stattdessen ich antworten w\u00fcrde: \u201eJa ja, ich bin bereits dran, es steckt aber noch in Kinderschuhen.\u201c Das ist unser Problem. Wir denken an unseren Vorteil, wir wollen unser Gesicht bewahren, unsere Schw\u00e4chen und Fehler vertuschen und Peinlichkeiten verhindern. Doch Jesus lehrt uns kein Ansehen orientiertes Leben zu f\u00fchren, sondern ein Fakten orientiertes Leben. Nach der Lehre Jesu sollen wir als glaubhafte und authentische Kinder Gottes leben und uns von der finsteren und l\u00fcgenhaften Welt distanzieren. M\u00f6gen wir unserem Herrn immer \u00e4hnlicher werden, der sich als wahrhaftig, glaubw\u00fcrdig und vertrauensw\u00fcrdig erwiesen hat.<\/p>\n<p><strong>Teil II Wir sollen B\u00f6ses mit Gutem vergelten (38-42)<\/strong><\/p>\n<p>Welcher Umgang war zur Zeit des Alten Testaments gang und g\u00e4be? Betrachten wir Vers 38: <strong>\u201eIhr habt geh\u00f6rt, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.\u201c<\/strong> Im Alten Testament herrscht das Prinzip (Reziprozit\u00e4t): \u201eWie du mir, so ich dir\u201c. Diese Gesetzgebung beruht auf ausgleichende Gerechtigkeit. Jeder trachtet nach ausgleichender Gerechtigkeit, denn es ist unheimlich schwierig, mit Ungerechtigkeit konfrontiert zu werden. Vor allem wenn es uns pers\u00f6nlich trifft, wollen wir mit gleicher M\u00fcnze heimzahlen. Das befriedigt unseren Gerechtigkeitssinn, obwohl wir im Grunde wissen, dass es keine L\u00f6sung f\u00fcr das Problem ist.<\/p>\n<p>Als ich etwa 11 Jahre alt war, brach einer meiner Freunde aus Versehen die Fahrradst\u00fctze meines neuen Fahrrads. Dieses Missgeschick tat ihm sehr leid, machte mich aber sauer, weil mir mein neues Fahrrad sehr heilig war. Es war das wertvollste was ich neben meinem Sparbuch besa\u00df. Um meinen Zorn zu mildern schlug er vor, dass ich im Gegenzug seine Fahrradst\u00fctze brechen sollte. Gesagt getan. Das Brechen schenkte mir im ersten Moment Genugtuung, doch seit dem bin ich fassungslos \u00fcber meine Tat. Es hat weder mein Problem gel\u00f6st noch mich gl\u00fccklich gemacht. Seit dem habe ich ein Bewusstsein dar\u00fcber wie schrecklich mein angeborenes Racheempfinden ist.<\/p>\n<p>In der Geschichte sind schon viele Unschuldige der Rache zum Opfer gefallen. Viele Opfer wurden zu T\u00e4tern. Und Rache fordert ihren Tribut. Sie ver\u00e4ndert uns und entstellt unsere Pers\u00f6nlichkeit. Wir werden zu Menschen, die wir einst gehasst haben. Sie macht uns nicht gl\u00fccklich, sondern folgt uns ein Leben lang wie ein Fluch. Martin Luther King erkannte: \u201eDer alte Grundsatz \u201eAuge um Auge\u201c macht schlie\u00dflich alle blind.\u201c Wie wahr! Rache l\u00f6st keine Probleme, sondern hinterl\u00e4sst umso mehr Opfer.<\/p>\n<p>Was lehrt stattdessen Jesus \u00fcber unsere Lebensweise als Kinder des Reiches Gottes? <strong>\u201eIch aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem \u00dcbel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schl\u00e4gt, dem biete die andere auch dar.\u201c<\/strong> Jesu Lehre ist unglaublich. Jesus lehrt eine Lebensweise, die nicht von dieser Welt ist, die auch nie ein Mensch gelehrt hat, die sogar dem menschlichen Wesen ganz und gar widerspricht. Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schl\u00e4gt, dem biete die andere auch dar. Ich habe mir vorgestellt wie es ist, wenn mich jemand volle Kanne auf die rechte Backe schl\u00e4gt, bzw. wenn jemand auf deine Backe schl\u00e4gt. Zun\u00e4chst einmal ist ein stechender Schmerz zu sp\u00fcren, der nicht so leicht verschwindet. Dann wird die geschlagene Backe taub und f\u00fchlt sich angeschwollen an, w\u00e4hrend sich Tr\u00e4nen in den Augen sammeln. Gleichzeitig geht ein stechender Schmerz durchs Herz, weil du auch innerlich verletzt wirst. Doch dann brodelt es in dir. Weil deine Gef\u00fchle und vor allem dein Stolz verletzt sind, wirst du von Sekunde zu Sekunde wie ein Vulkan, kurz vor dem Ausbruch. Aus aufgew\u00fchltem Herzen willst du \u00fcber den T\u00e4ter herfallen und die explosionsartig aufsteigende Energie \u00fcber deine Hand an der Backe des anderen entladen. Oder wir gehen zur Polizei. Das ist der Standardprozess, so oder so.<\/p>\n<p>Doch unfassbar ist Jesu Wort. <strong>\u201ebiete die andere auch dar.\u201c<\/strong> Wie ist das m\u00f6glich? Wer hat das schon einmal gemacht? Und was ist der Sinn des ganzen? Die Antwort finden wir heraus, wenn wir auf Jesus selbst schauen! Jesus lie\u00df sich von St\u00f6cken schlagen, bekam die Dornenkrone aufgesetzt, wurde bespuckt und verachtet, gegei\u00dfelt und gekreuzigt aber er widerstrebte dem \u00dcbel nicht. Wenn wir geschlagen, beschimpft und angegriffen werden, z.B. auf der Stra\u00dfe oder beim Spazierengehen, dann rebelliert unser Stolz. Unser verletzter Stolz schreit nach Vergeltung. Doch Jesus lehrt einen anderen Weg. Er widerstrebte dem \u00dcbel nicht. Jesus litt willig, obwohl er unschuldig war. Wir sind nicht schuldlos wie Jesus. Wenn uns jemand angreift und schl\u00e4gt, gibt es zwei M\u00f6glichkeiten. Sind wir Schuld, dann haben wir den Schlag verdient, den zweiten auch, demnach k\u00f6nnen wir auch unsere andere Backe darbieten. Sind wir nicht schuld, dann k\u00f6nnen wir Jesu Beispiel folgen, der sich selbst hingab, um andere S\u00fcnder zu erretten. Wenn wir auch unsere linke Backe darbieten, sind wir ein lebendiges Zeugnis f\u00fcr Jesus, der sich f\u00fcr unsere Errettung hingegeben hat. Wir sind auch eine Ermutigung f\u00fcr alle Christen und Nichtchristen, auf Jesus zu schauen, der in uns lebendig ist. Jesus m\u00f6chte nicht, dass wir von unserem Stolz oder von Rache geleitet werden. Jesus m\u00f6chte, dass wir von seinem Wort der Bergpredigt und von seinem Wesen gepr\u00e4gt und geleitet sind.<\/p>\n<p>Zu welcher Verhaltensweise ermutigt uns Jesus noch? Betrachten wir Vers 40: <strong>\u201eUnd wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lasse auch den Mantel.\u201c<\/strong> \u201eWer will mir schon meinen Rock nehmen\u201c k\u00f6nnte W. fragen \u201eund wer ist interessiert an meinen Mantel?\u201c Wir m\u00fcssen uns nur einen Winter- oder Sommerschlussverkauf vorstellen oder eine hei\u00dfbegehrte Rabattaktion. Und schon ist zu beobachten, wie sich zivilisierte Menschen in eine Horde Barbaren verwandeln, die sich auf eine Hand voll Kleidungsst\u00fccke oder Elektroger\u00e4te st\u00fcrzen und dann gibt es kein Pardon. Vor wenigen Jahren kursierte die Nachricht eines Aldi Kunden in den Medien, der im Streit um die neuen Medion-Rechner, eine Schusswaffe gezogen haben soll. In dieser Welt herrscht Ressourcenknappheit. Deshalb geh\u00f6ren Mord und Todschlag seit Anfang der Geschichte zur Tagesordnung.<\/p>\n<p>Doch wir sollen ein Leben nach dem himmlischen B\u00fcrgerrecht f\u00fchren. Im Reich Jesu soll kein Eigennutz herrschen. Im Reich Jesu soll kein Egoismus sein. Ein jeder soll an den anderen denken, ihn lieben und ihm helfen. Die erste Gemeinde, mit ihrer beispiellosen G\u00fctergemeinschaft, gibt uns ein Zeugnis, von der Gemeinschaft im Reich Gottes. Wenn uns jemand unbedingt unseren Rock nehmen will, dann sollen wir geben und nicht nur das, sondern auch den Mantel.<\/p>\n<p>Eines Tages kam ein armer Junge in die Gemeinde und vieles was er vorfand \u00fcberraschte ihn. Am meisten wurde er dadurch \u00fcberrascht, dass ihm einer, der ihm mit viel Geld geholfen hatte, sagte: \u201eDieses Geld geh\u00f6rt mir nicht; Gott hat es mir gegeben.\u201c obwohl er sehr hart daf\u00fcr gearbeitet hatte. Auf diese Weise erlebte er, dass die Geschwister in der Gemeinde ihr Leben nach ganz anderen Regeln f\u00fchrten, wie er es gewohnt war. Dieser Junge war M. K. im Jahr 1972. Geben ist seliger als nehmen, lehrt uns unser Herr, der zu unserer Errettung alles gegeben und gelassen hat, was er besa\u00df. Er verlie\u00df das Reich Gottes und lie\u00df zudem sein Leben in dieser Welt.<\/p>\n<p>Wie sollen wir als Kinder des Reiches Gottes noch leben? <strong>\u201eUnd wenn dich jemand n\u00f6tigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.\u201c<\/strong> Jesus lehrt uns, nicht geizig zu sein. Wir sollen keine Geizh\u00e4lse im Umgang mit unserer Zeit oder unserem Eigentum sein. Wenn uns jemand bittet, eine ganze Meile mit ihm zu gehen, eine r\u00f6mische Meile entspricht Tausend Doppelschritte, also fast 1,5 km, so sollen wir 2000 Schritte mitgehen, also das Doppelte wie gefordert. Wenn uns jemand nach Geld oder sonstigem Gut bittet sollen wir uns nicht abwenden, sondern bereitwillig borgen.<\/p>\n<p>Wir sollen gebend sein. Das ist die rechte Gesinnung der Kinder Gottes. Wir sollen hilfsbereit sein und nicht habgierig. Als habgierige Menschen k\u00f6nnen wir kein Segen f\u00fcr andere sein. Doch als Geber sind wir Zeugen unseres Herrn Jesus Christus. M\u00f6ge Jesu Wort uns von unseren ureigenen Neigungen wie Stolz und Habgier befreien und uns als Salz und Licht nach Vorbild unseres Herrn gebrauchen.<\/p>\n<p><strong>Teil III Wir sollen wie unser Vater im Himmel vollkommen sein (43-48)<\/strong><\/p>\n<p>Welches weitere Gebot hatte bis dato geherrscht? Betrachten wir Vers 43: <strong>\u201eIhr habt geh\u00f6rt, dass gesagt ist: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben und deinen Feind hassen.\u201c<\/strong> Der erste Teil dieses Verses ist ein Zitat aus dem Alten Testament, w\u00e4hrend der zweite Teil das Verst\u00e4ndnis der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er wiederspiegelt. Gott hatte geboten, den N\u00e4chsten zu lieben doch sie missinterpretierten das g\u00f6ttliche Gebot und missbrauchten es, um ihre Feinde zu hassen. Jesus selbst bekam die volle H\u00e4rte ihres Hasses zu sp\u00fcren. Mit ihrem Hass trieben sie Jesus bis an das Kreuz.<\/p>\n<p>Was steckt aber wirklich im g\u00f6ttlichen Gebot? Was ist die wahre Aussage und der wahre Geist des Gebotes? Betrachten wir Vers 44: <strong>\u201eIch aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet f\u00fcr die, die euch verfolgen\u201c.<\/strong> Die N\u00e4chstenliebe soll absolut sein. Sie soll keinen Unterschied zwischen Freund und Feind kennen. Erneut verlangt Jesus etwas das unserem nat\u00fcrlichen Instinkt widerspricht. Feinde sind doch da um bek\u00e4mpft zu werden. Terroristen werden verfolgt, bis sie umgebracht sind. Das ist doch selbstverst\u00e4ndlich. Das ist das Gesetz dieser Welt. Eben. Wir aber sollen als Kinder des Himmelreichs eine andere Lebensgrundlage haben. Auch wenn es uns am schwersten fallen m\u00f6ge, sollen wir Jesu Wort beherzigen, der sagt: <strong>\u201eIch aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet f\u00fcr die, die euch verfolgen.\u201c<\/strong> Jesus hat uns dieses Gebot nicht gegeben, um uns zu \u00e4rgern. Dieses Gebot entspringt seiner eigenen Lebensweise. Mit diesem Gebot hat er uns praktisch errettet und das Leben geschenkt. Denn wir alle sind einst Feinde Gottes und Feinde des Kreuzes Jesu gewesen. Gott hatte allen Grund, uns abgrundtief zu hassen. Wir w\u00e4ren verloren auf ewig. Doch Gott hasste die Welt nicht, sondern Gott hat die finstere Welt geliebt und seinen Sohn dahingegeben (Vgl. Joh 3,16). Am Kreuz hatte Jesus allen Grund die gesamte Menschheit und insbesondere sein eigenes Volk f\u00fcr immer zu hassen. Doch stattdessen lautet sein Gebet am Kreuz: \u201e<strong>Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c<\/strong> (Lk. 23,34) Wir sind errettet, weil Jesus seine Feinde geliebt und f\u00fcr diejenigen gebetet hat, die ihn verfolgt haben. Wir sollen Jesu Beispiel folgen. Wir sollen leuchten wie Jesus, der das Licht der Welt ist. Wir sollen ihm immer \u00e4hnlicher werden und ein Segen f\u00fcr die verlorene Welt sein. Gott erh\u00f6re unser Gebet f\u00fcr die Welt.<\/p>\n<p>Welches zus\u00e4tzliche Zeugnis verspricht uns Jesus, wenn wir auch unsere Feinde lieben und f\u00fcr sie beten? Im Vers 45 sagt Jesus: <strong>\u201edamit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er l\u00e4sst seine Sonne aufgehen \u00fcber B\u00f6se und Gute und l\u00e4sst regnen \u00fcber Gerechte und Ungerechte.\u201c<\/strong> Die Feindesliebe und das Gebet sind ein Indiz f\u00fcr unsere Gotteskindschaft. Warum ist das der Fall? Denn Gott verf\u00e4hrt genauso mit uns Menschen. Die Sonne ist ein Segen Gottes f\u00fcr uns. Er hat sie geschaffen und sie schenkt W\u00e4rme, Licht, Strom, Photosynthese usw. Doch die Sonne ist nicht nur den Kindern Gottes vorbehalten. Jeden Tag geht die Sonne \u00fcber B\u00f6se und Gute auf. Genauso der Regen. In letzter Zeit hat es wenig geregnet, darunter leiden die Landwirte. Daraus resultiert auch der niedrige Rheinpegel, was den Logistikern wiederum gro\u00dfe Probleme bereitet. Wenn es regnet, freuen sich unz\u00e4hlige Menschen, die Allergiker eingeschlossen. Auch wenn das Wetter nicht mehr so sch\u00f6n ist, geh\u00f6rt der Regen zum Segen Gottes. Und es regnet \u00fcber jeden und f\u00fcr jeden, f\u00fcr Gerechte wie auch Ungerechte. Etwas anderes hat die Welt noch nie gesehen. Gott macht in dieser Hinsicht keinen Unterschied. Gott liebt jeden Menschen und Gottes Herz schl\u00e4gt f\u00fcr die Errettung eines jeden. Als Kinder unseres himmlischen Vaters sollen wir seine Gesinnung teilen und ein Herz auch f\u00fcr unsere Feinde aufbringen.<\/p>\n<p>Was antwortet Jesus zu Menschen wie den Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er, die nur den \u00e4u\u00dferen Schein der Gesetze hielten und auch noch stolz auf sich waren? Verse 46 und 47 lauten: <strong>\u201eDenn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr f\u00fcr Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Z\u00f6llner? Und wenn ihr nur zu euren Br\u00fcdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?\u201c<\/strong> Die Kinder Gottes sollen kein Standarddasein f\u00fchren, sondern ein besonderes leben, denn sie haben ihre Zugeh\u00f6rigkeit im Himmelreich und haben Gott als Vater. Dieses besondere Leben f\u00fchrt einen besonderen Lohn mit sich. Im Himmelreich werden wir reichlich belohnt. Doch die Lebensweise der damaligen Menschen war ganz und gar nicht besonders. Sie wandelten auf dem Pfad der so ge\u00e4chteten Z\u00f6llner! Sie lebten so wie die verachteten Heiden. Damals gab es sicherlich keine gr\u00f6\u00dfere Beleidigung, als einen Israelit als Z\u00f6llner oder Heide zu bezeichnen. Doch Jesus unternahm diesen Vergleich, weil es stimmte und weil Jesus ihnen die Augen \u00f6ffnen wollte. Menschen zu lieben die mich auch lieben wird keinen Lohn zufolge haben. Und es ist nichts Besonderes daran zu unseren Br\u00fcdern und Schwestern freundlich zu sein. Das ist viel zu wenig.<\/p>\n<p>Wer oder was ist Ma\u00dfstab unseres Lebens? Lesen wir Vers 48, das heutige Leitwort: <strong>\u201eDarum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.\u201c<\/strong> F\u00fcr jede Lebenslage soll Gott selbst unser Ma\u00dfstab sein. Und Gott ist vollkommen und seine Wege sind vollkommen. Sei es darum was wir zu anderen sagen, soll Gottes Wahrhaftigkeit unser Orientierungspunkt sein. Sei es darum wie wir reagieren, wenn man uns schl\u00e4gt, uns etwas wegnehmen m\u00f6chte oder uns um einen Gefallen bittet, sollen wir auf Gott schauen, der in seiner Vollkommenheit Unrecht erduldet und mehr gegeben hat, als gebeten wurde. Auch im Bezug auf unsere Feinde sollen wir uns an Gott orientieren, der in seiner Vollkommenheit geliebt, gebetet und errettet hat.<\/p>\n<p>Gott ist wirklich anders als wir Menschen. Gott ist vollkommen. Deshalb ist er Gott. Wie k\u00f6nnen wir als unvollkommene Menschen die Vollkommenheit Gottes anstreben? Jesu Wort ist weder ein Scherz noch ein Wort der Verdammung. Jesu Wort ist Ausdruck seiner Hoffnung f\u00fcr uns. Gottes Vollkommenheit kann uns aus dem Sumpf unserer Unvollkommenheit herausrei\u00dfen. Zwar langsam aber stetig. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, Tag f\u00fcr Tag, Jahr um Jahr sollen wir hinwachsen zu unserem Vater im Himmel, der vollkommen ist. Das heutige Wort Jesu, die gesamte Bergpredigt, soll die geistliche Nahrung unseres Wachstums sein, bis wir eines Tages im Reich Gottes vollkommen sind, wie unser Vater vollkommen ist.<\/p>\n<p>Ich danke Gott, dass er mir den unsch\u00e4tzbaren Wert der Bergpredigt immer wieder verdeutlicht. Ich m\u00f6chte alles unternehmen, damit die Bergpredigt Jesu Zugang zu den tiefsten Tiefen meines Herzens findet, dort w\u00e4chst und gedeiht, damit ich mir die Lebensweise eines Himmelsb\u00fcrgers aneignen und zum himmlischen Vater hin wachsen kann, der vollkommen ist. Heute sprechen mich insbesondere Jesu Worte aus dem 2. Teil an. Ich lerne den rechten Umgang mit anderen Menschen kennen. Nach meiner Natur bin ich Experte darin, andere Menschen nach dem Grundsatz \u201eAuge um Auge, Zahn um Zahn\u201c zu behandeln. Kein Auge und kein Zahn sind vor mir sicher. Deshalb sind Jesu Worte eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr mich. Ich m\u00f6chte mich von Jesu Wort und Jesu Wesen erf\u00fcllen und erfassen lassen und lernen die andere Backe darzubieten. Ich m\u00f6chte lernen jemand zu sein, der nicht nur seinen Rock gibt, sondern auch seinen Mantel l\u00e4sst. Ich m\u00f6chte 2 Meilen gehen, statt nur einer, ich will geben statt zu nehmen. Ich m\u00f6chte mir das jammernde Hirtenherz Jesu aneignen und mich f\u00fcr die Errettung der verlorenen Schafe hingeben. M\u00f6ge Gott mit seinem Wort m\u00e4chtig wirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Darum sollt ihr vollkommen sein \u201eDarum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.\u201c (5,48) Erinnern wir uns zur\u00fcck an das Matth\u00e4usevangelium. Mit Jesus kam das Reich Gottes zu uns herab. Somit geschah etwas Weltbewegendes. Vieles hat sich grundlegend ver\u00e4ndert. Z.B. unser Status. Wir wurden zu B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger des Reiches [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1473","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1473"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1473\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13238,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1473\/revisions\/13238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}