{"id":1433,"date":"2011-04-10T19:48:23","date_gmt":"2011-04-10T18:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/ubfheidelberg.org\/?p=1433"},"modified":"2023-01-29T21:17:45","modified_gmt":"2023-01-29T20:17:45","slug":"predigt-matthaus-59-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-matthaus-59-16\/","title":{"rendered":"Predigt: Matth\u00e4us 5,9 &#8211; 16"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/P11Mt05-0916.doc\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Ihr seid das Licht der Welt<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201e<strong>Ihr seid das Licht der Welt.<\/strong><strong> Es kann die Stadt,<br \/>\ndie auf einem Berge liegt, nicht verborgenen sein.<\/strong><strong>\u201c <\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(14)<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n ist es, dass wir zurzeit die Bergpredigt betrachten k\u00f6nnen. Letzte Woche haben wir die ersten sechs Seligpreisungen Jesu betrachtet, die den allgemeinen Vorstellungen der Menschen vom Gl\u00fcck widersprechen. Jesus preist diejenigen selig, die geistlich arm sind, die Leid tragen, die sanftm\u00fctig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und d\u00fcrsten, die andern gegen\u00fcber barmherzig sind und selbst ein reines Herzen haben. Sie sind selig, weil sie unter Gottes guter Herrschaft leben d\u00fcrfen und im Himmelreich reichlich belohnt werden. Heute wollen wir die letzten zwei Seligpreisungen betrachten, die mindestens so erstaunlich sind wie die ersten. Und was Jesus danach zu den Menschen sagte, die ihm auf den Berg gefolgt sind, ist noch erstaunlicher; denn Jesus sagt zu ihnen: <strong>\u201eIhr seid das Salz der Erde\u201c<\/strong>, und: <strong>\u201eIhr seid das Licht der Welt.\u201c<\/strong> Lasst uns heute noch besser begreifen, was das Geheimnis des wahrhaft gl\u00fccklichen Lebens ist! Lasst uns auf Jesu Worte h\u00f6ren und gut verstehen, welche wichtige Rolle wir als Salz und Licht der Welt spielen!<\/p>\n<p><strong>I. Selig sind, die wegen Jesus verfolgt werden (9-12)<\/strong><\/p>\n<p>Wer ist nach Jesu Worten noch selig? Betrachten wir Vers 9: <strong>\u201e<\/strong><strong>Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.\u201c<\/strong> Hier preist Jesus die Friedfertigen selig, w\u00f6rtlicher \u00fcbersetzt die \u201eFrieden machen\u201c (andere \u00dcbersetzungen sagen hier deshalb \u201edie Friedensstifter\u201c, \u201ethe peacemakers\u201c). So wie die Luft st\u00e4ndig mit Bakterien angef\u00fcllt ist, ist die geistige Atmosph\u00e4re immer geladen mit den Bazillen des Zanks, des Neids, der Empfindlichkeit, der Eifersucht, des Misstrauens usw. Daraus kann so leicht quasi durch \u201eAnsteckung\u201c Unfriede entstehen. In der Welt gibt es sehr viel Unfrieden \u2013 in den Familien, unter Nachbarn, in der Arbeitswelt, in der Politik; in so vielen L\u00e4ndern leiden die Menschen unter Kriegen oder kriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden. Obwohl eigentlich alle Menschen ein Bed\u00fcrfnis nach Frieden haben, sind sie nicht in der Lage, in Frieden zu leben. Der schlimmste, folgenschwerste Unfriede ist der, der zwischen den meisten Menschen und Gott besteht. Denn ohne Frieden mit Gott verlieren sie letztlich ihr Leben. Die Friedfertigen sind diejenigen, die selbst Frieden mit Gott erlangt haben durch Jesus und aufgrund ihrer Beziehung zu ihm Menschen zur Vers\u00f6hnung mit Gott und auch miteinander f\u00fchren.<\/p>\n<p>Dieses Wort wirft ein helles Licht darauf, was es bedeutet, wenn wir Menschen zum Bibellesen einladen, um sie dadurch zum Glauben an Jesus zu f\u00fchren. Wenn wir Menschen zur Umkehr und dadurch zur Vers\u00f6hnung mit Gott f\u00fchren, sind wir im besten Sinne des Wortes Friedensstifter. Wenn wir die Gesinnung der Friedfertigen haben, werden wir, wo wir auch hinkommen, selbst keinen unn\u00f6tigen Streit verursachen, sondern auf Vers\u00f6hnung und Frieden hinwirken.<\/p>\n<p>Mit welcher Verhei\u00dfung preist Jesus die Friedfertigen selig? Weil sie durch ihr Wirken Kandidaten f\u00fcr den Friedensnobelpreis werden? Nein, etwas viel Besseres! Sie sind selig, weil <strong>sie<\/strong> <strong>Gottes Kinder<\/strong> hei\u00dfen werden. Dass Gott gerade den Friedfertigen diese Verhei\u00dfung gibt und sich so sehr mit ihnen identifiziert, dr\u00fcckt aus, wie sehr Gott die Friedfertigen liebt, anders gesagt, wie sehr Er sich die Vers\u00f6hnung mit uns Menschen w\u00fcnscht und Frieden auf Erden schenken will. Dass wir als Friedfertige Gottes Kinder hei\u00dfen, ist das gr\u00f6\u00dfte Privileg, das ein Mensch erlangen kann; denn damit sind nicht nur Gottes Schutz und seine treue F\u00fcrsorge verbunden, sondern auch sein Erbe in seinem herrlichen Reich. M\u00f6ge Gott uns helfen, als Friedensstifter zu leben und Menschen mit Gott und auch miteinander zu vers\u00f6hnen und uns so als wahre Kinder Gottes zu erweisen!<\/p>\n<p>Was besagt die letzte Seligpreisung Jesu in der Bergpredigt? Betrachten wir die Verse 10-12<strong>: \u201e<\/strong><strong>Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. <\/strong><strong>Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schm\u00e4hen und verfolgen und reden allerlei \u00dcbles gegen euch, wenn sie damit l\u00fcgen. Seid fr\u00f6hlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.\u201c <\/strong>Was? Wie \u00fcberrascht m\u00fcssen die Zuh\u00f6rer gewesen sein, die sich gerade vor kurzem entschieden hatten, Jesus nachzufolgen! Sie wollten nach der Gerechtigkeit hungern und d\u00fcrsten, Leid tragen, sanftm\u00fctig und barmherzig sein, mit reinem Herzen leben und Frieden stiften. Viele m\u00fcssen erwartetet haben, dass sie daf\u00fcr von anderen gelobt und anerkannt w\u00fcrden. Aber durch diese letzte Seligpreisung Jesu wird klar, dass Jesus Nachfolger damit rechnen m\u00fcssen, dass sie verleumdet und verfolgt  werden. Warum werden sie und auch wir, wenn wir konsequent f\u00fcr Jesus leben, verfolgt? Jesus sagt im Vers 11 <strong>\u201eum meinetwillen\u201c<\/strong>. Sp\u00e4ter erkl\u00e4rt er den J\u00fcngern genauer, warum es unvermeidlich ist, dass sie von der Welt gehasst und verfolgt werden. Er sagt in Johannes 15: <strong>\u201eWenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. W\u00e4ret ihr von der Welt, so h\u00e4tte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erw\u00e4hlt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht gr\u00f6\u00dfer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.<\/strong><strong> <\/strong><strong>Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat\u201c <\/strong>(Joh 15,18-21). So sagt Jesus auch in Markus 13: <strong>\u201eUnd ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig\u201c<\/strong> (Mk 13,13). Es ist unausweichlich, dass wir, wenn wir wirklich f\u00fcr Jesu leben, verfolgt werden.<\/p>\n<p>Mit welcher Haltung sollten wir dann Verfolgungen begegnen? Vers 10 sagt<strong>: \u201e<\/strong><strong>Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.\u201c <\/strong>Wenn wir um Jesu willen verfolgt werden, ist dies zwar vordergr\u00fcndig ein Leiden, aber in Wirklichkeit sind wir selig. Warum? Weil Gott uns zu Besitzern des Himmelreich macht. Wenn wir um Jesu willen verfolgt werden, sollen wir das nicht nur irgendwie aushalten, sondern sollen fr\u00f6hlich und getrost sein, weil es uns im Himmel reichlich belohnt wird. Um klar zu machen, wie selbstverst\u00e4ndlich die Verfolgung zum Leben f\u00fcr Jesus geh\u00f6rt und wie sicher andererseits Gottes Belohnung ist, stellt Jesus die J\u00fcnger in eine Linie mit den Propheten: <strong>\u201eDenn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.\u201c<\/strong> Viele Propheten Gottes wurden von den Menschen verfolgt, weil diese die Botschaft nicht h\u00f6ren wollten, die sie zur Bu\u00dfe f\u00fcr ihre S\u00fcnde und zur Umkehr zu Gott aufforderte. Doch so wie die Propheten von Gott belohnt werden, werden auch wir von ihm im Himmelreich reichlich belohnt werden. Darum sollen wir uns nicht vor Verleumdungen oder Verfolgung f\u00fcrchten, sondern uns jetzt schon eine Einstellung aneignen, die der Bergpredigt und Jesu Wort entspricht: <strong>\u201eSeid fr\u00f6hlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden\u201c<\/strong> (12a).<\/p>\n<p>Wir sind am Ende der Seligpreisungen angelangt. Was k\u00f6nnen wir zusammenfassend daraus lernen? Die Welt preist die Menschen gl\u00fccklich, die reich sind und sich immer aktuelle Klamotten, teure Autos, ein gro\u00dfes Haus und viele interessante Unternehmungen und Vergn\u00fcgungen leisten k\u00f6nnen. Sie verkauft diejenigen als gl\u00fccklich, die gut aussehend, erfolgreich, anerkannt und beliebt sind und eine attraktive Partnerin oder Partner haben. Aber hier in den Seligpreisungen lehrt uns Jesus, was das wahre Gl\u00fcck ist. Wer ist wirklich gl\u00fccklich zu preisen, wirklich selig? Die acht Seligpreisungen beginnen mit der Begr\u00fcndung \u201eDenn ihrer ist das Himmelreich\u201c und enden mit der Begr\u00fcndung: \u201eDenn ihrer ist das Himmelreich\u201c. Das wahre Gl\u00fcck kommt davon, dass man das Himmelreich, die gute Herrschaft Gottes pers\u00f6nlich erlebt. Auch die andern Verhei\u00dfungen, n\u00e4mlich getr\u00f6stet zu werden, satt zu  werden, Barmherzigkeit zu erlangen und Gott zu schauen, sind mit dem Himmelreich verbunden. Das wahre Gl\u00fcck kommt nicht davon, wie viel Geld man verdient, was f\u00fcr ein Auto man vor der T\u00fcr stehen hat oder wie beliebt wir zurzeit bei anderen Menschen sind \u2013 diese Dinge sind sowieso nicht bleibend. Ob wir wahrhaft gl\u00fccklich sind, h\u00e4ngt davon ab, ob wir mit Gott leben, unter seiner guten Herrschaft und in der Erwartung des Himmelreichs! M\u00f6ge Gott jedem von uns helfen, im wahren Sinne selig zu sein und es in Ewigkeit zu bleiben!<\/p>\n<p><strong>II. Salz der Erde und Licht der Welt (13-16)<\/strong><\/p>\n<p>Die J\u00fcnger und die anderen Menschen, die Jesus auf den Berg gefolgt waren und seine Worte geh\u00f6rt haben, m\u00fcssen \u00fcber die Seligpreisungen sehr \u00fcberrascht gewesen sein. Bestimmt war es f\u00fcr sie nicht leicht, das alles zu verstehen. Vielleicht dachten manche von ihnen: \u201eGelten diese wunderbaren Worte auch f\u00fcr mich?\u201c Vielleicht denken auch manche von euch: \u201eGelten die Seligpreisungen wirklich auch f\u00fcr mich?\u201c Nat\u00fcrlich! Und nicht nur das, sondern noch mehr. Denn zu ihrer gro\u00dfen \u00dcberraschung spricht Jesus die Zuh\u00f6rer nun direkt an und sagt zu ihnen: <strong>\u201e<\/strong><strong>Ihr seid das Salz der Erde\u201c<\/strong><strong> <\/strong>(13a). Wow! Praktisch sagte Jesus zu jedem, der ihm auf den Berg gefolgt war: \u201eDu bist das Salz der Erde!\u201c Was ist damit gemeint? Auch wenn wir die Bedeutung dieses Wortes vielleicht nicht auf Anhieb verstehen k\u00f6nnen, ist klar, dass Jesus hier zum Ausdruck bringt, wer seine Nachfolger sind und welche neue Aufgabe sie bzw. wir haben.<\/p>\n<p>Was bedeutet es, dass Jesu Nachfolger das Salz der Erde sind? Salz ist ein W\u00fcrzmittel, das eine einzigartige Wirkung hat und durch kein anderes Gew\u00fcrz ersetzbar ist (man kann vielleicht Petersilie durch Schnittlauch, Basilikum durch Thymian oder Pfeffer notfalls durch Paprikapulver ersetzen; aber Salz ist durch kein anderes Gew\u00fcrz zu ersetzen). Dabei ist Salz nicht in gro\u00dfen Mengen n\u00f6tig, weil es eine starke Wirkung hat. Aber wenn das Salz fehlt, fehlt dem Essen etwas Entscheidendes; sprichw\u00f6rtlich geworden ist die Suppe ohne Salz. Vor allem hat Salz auch eine konservierende Wirkung, es macht Speisen haltbar, die sonst nach kurzer Zeit verderben w\u00fcrden. Das war in der Zeit, als es noch keine K\u00fchl- und Gefrierschr\u00e4nke gab, von noch gr\u00f6\u00dferer Bedeutung als heute; aber es ist auch heute wichtig (sonst m\u00fcsste man noch viel mehr Lebensmittel durch den Zusatz von Konservierungsstoffen haltbar machen). Salz macht Speise wohlschmeckend und macht sie haltbar.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft das dann, dass Jesu J\u00fcnger das Salz der Erde sind? Die J\u00fcnger haben durch ihren Glauben an Gott und ihre geistliche Lebenseinstellung eine ganz bestimmte, konservierende Wirkung auf die Gesellschaft und in der Welt, die ansonsten fade und geschmacklos bleibt und durch den moralischen Verfall schnell verdirbt. Jesus macht mit diesem Bild klar, dass es wichtig ist, dass wir Christen nicht einfach unt\u00e4tig bleiben, sondern als das Salz der Erde wirken. Dabei sagt das Bild vom Salz, das Jesus gew\u00e4hlt hat, dass damit eine Hingabe verbunden ist. Denn Salz hat zwar eine gro\u00dfe Wirkung auf Speise, selbst wenn es in vergleichsweise geringer Menge zugef\u00fcgt wird. Aber es kann die Speise nur dann wohlschmeckend und haltbar machen, wenn es sich selbst aufl\u00f6st. Wir k\u00f6nnen auch nur dann positiven geistlichen und erhaltenden Einfluss auf die Menschen in unserer Umgebung aus\u00fcben, wenn wir unser Leben nach dem Evangelium mit Hingabe f\u00fchren. Dann aber haben wir eine gro\u00dfe Wirkung auf unsere Umgebung und auf unsere ganze Gesellschaft, die ihren Verfall verringert und viele positiv beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben die Christen in der Geschichte st\u00e4ndig so eine Wirkung in der Welt gehabt. Zwei besonders auffallende Beispiel sollen erw\u00e4hnt werden. Zum einen der Einfluss der Christen in Rom. Im ersten Jahrhundert war die r\u00f6mische Gesellschaft alle Kennzeichen, die f\u00fcr den moralischen Verfall und den politischen Untergang einer Gesellschaft in der Geschichte kennzeichnend war. Die B\u00fcrger mussten kaum noch arbeiten und gaben sich immer mehr den Vergn\u00fcgungen hin. Man sagt, dass in dieser Zeit der moralische Verfall und Untergang von Rom durch den Einfluss der Christen auf die Gesellschaft, in der sie im ersten und zweiten Jahrhundert eine st\u00e4ndig wachsende Gemeinde bildeten, um ca. zweihundert Jahre hinausgez\u00f6gert worden ist.<\/p>\n<p>Ein zweites Beispiel ist die englische Gesellschaft in der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Immer mehr Menschen zogen vom Land in die St\u00e4dte, wo sie unter meist unw\u00fcrdigen Bedingungen wohnen und f\u00fcr zu wenig Lohn hart arbeiten mussten. In ihrer ausweglosen Lage in der Armut verfielen viele in dieser Zeit dem Alkoholismus, w\u00e4hrend sich bei den Reichen in ihrem \u00dcberfluss auch Unmoral verbreitete. In dieser Zeit wirkten John Wesley und viele andere Christen sehr positiv auf die ganze Gesellschaft, sodass viele Menschen sich bekehrten und ein neues Leben anfingen. Man sagt, dass durch den Einfluss der Christen die englische Gesellschaft vor dem Untergang bewahrt wurde.<\/p>\n<p>Wie wichtig das Wirken der J\u00fcnger in der Welt ist, bringt Jesus auch in den anschlie\u00dfenden Worten zum Ausdruck, wo er sagt: <strong>\u201eWenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als dass man es wegsch\u00fcttet und l\u00e4sst es von den Leuten zertreten\u201c<\/strong> (13b). Jesus macht hier mit der Frage \u201eWomit soll man salzen?\u201c klar, wie schlimm es f\u00fcr die Welt w\u00e4re, wenn die Christen ihre salzige Wirkung verlieren w\u00fcrden; denn es gibt niemand anderes in der Welt, der sie ersetzen k\u00f6nnten. Die Welt w\u00fcrde hoffnungslos verderben und im h\u00f6chsten Tempo auf das Gericht zutreiben. Au\u00dferdem macht Jesus hier klar, dass die J\u00fcnger dann selbst nutzlos und ihre Daseinsbedeutung als J\u00fcnger verlieren w\u00fcrden. Sie werden so nutzlos wie die Bl\u00f6cke aus Salz, die man fr\u00fcher aus dem Meer gewonnen hat und die mit anderen Mineralien und Pflanzen vermischt waren, und die man beim Kochen in den Kochtopf gelegt hat. Wenn all das enthaltene Salz herausgekocht war, waren diese \u201eSalzbl\u00f6cke\u201c v\u00f6llig wertlos, sodass man sie buchst\u00e4blich weggeworfen und zertreten hat. Dieses Wort ist eine indirekte Mahnung an die Christen, die nur f\u00fcr sich selbst leben und mit dem, was ihnen gegeben ist, gar nicht in ihrer Umgebung wirken. Sie werden als v\u00f6llig wertlos wie solche alten Salzbl\u00f6cke, die man nur noch wegwerfen konnte. Darum ist es wichtig, dass auch wir unser Leben in der Beziehung zu Jesus treu f\u00fchren und unser Salz aktiv einsetzen und so einen guten Einfluss auf die Menschen in unserer Umgebung aus\u00fcben. M\u00f6ge Gott uns helfen, nicht passive, salzlose Christen zu werden, sondern unsere Beziehung zu Jesus t\u00e4glich zu erneuern und als \u201esalzige Christen\u201c guten geistlichen Einfluss auf unsere Umgebung auszu\u00fcben!<\/p>\n<p>Was sagte Jesus noch \u00fcber die Identit\u00e4t seiner J\u00fcnger und ihre Aufgabe in der Welt? Betrachten wir die Verse 14-16: <strong>\u201eIhr seid das Licht der Welt.<\/strong><strong> Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man z\u00fcndet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\u201c <\/strong>Wow! Nochmal die total \u00dcberraschung f\u00fcr die, die Jesus zuh\u00f6rten! Denn praktisch sagte Jesus hier zu jedem: <strong>\u201eDu bist das Licht der Welt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Was hatte Jesus dabei wohl im Sinn? Als Jesus sagte: <strong>\u201eIhr seid das Licht der Welt\u201c<\/strong>, sagte er indirekt, dass die Welt sich in der Dunkelheit befindet. Wer von euch hat schon mal erlebt, wie es ist, wenn man sich in v\u00f6lliger Dunkelheit befindet? Ich habe einmal eine Nachtwanderung gemacht, bei der es so dunkel war, dass man nicht mehr die Gesichter der anderen neben einem und erst recht nicht den Weg erkennen konnte und buchst\u00e4blich nicht mehr sehen konnten, wo man hintritt. Wir waren heil froh, als schlie\u00dflich jemand mit einer Taschenlampe kam und uns dieses kleine Licht den Weg zum Freizeitheim zur\u00fcck leuchtete. Am n\u00e4chsten Tag wirkten die Farben im Licht der Sonne irgendwie intensiver als sonst und die Tatsache, dass ich alles um mich herum sehen kann, war nicht mehr so selbstverst\u00e4ndlich. \u00c4hnlich wie die physische Finsternis bewirkt die geistliche Finsternis, dass die Menschen die (geistliche) Realit\u00e4t nicht sehen k\u00f6nnen; sie erkennen nicht den Sinn ihres und den richtigen Ma\u00dfstab f\u00fcr ihr Handeln; denn sie erkennen nicht, dass es den lebendigen Gott gibt, und k\u00f6nnen seinen Wille und sein Ziel f\u00fcr ihr Leben nicht sehen. In solcher geistlichen Finsternis hat die Macht der S\u00fcnde gro\u00dfe Kraft und kann die Menschen leicht \u00fcberw\u00e4ltigen und sie zu allen m\u00f6glichen unmoralischen und kriminellen und anderen verwerflichen Taten bewegt.<\/p>\n<p>Als Jesus zu den J\u00fcngern sagte, dass sie das Licht der Welt sind, hatte er vor, die J\u00fcnger in diese finstere Welt zu schicken und durch sie die ganze Welt zu erreichen, obwohl sie nur eine Handvoll waren und gerade erst die Entscheidung getroffen hatten, ihm nachzufolgen. Als Jesus diesen J\u00fcngern sagte: \u201eIhr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt\u201c, wollte er, dass die J\u00fcnger einen entscheidenden Einfluss in der finsteren, verdorbenen Welt aus\u00fcben werden, bis er wiederkommt. Obwohl die J\u00fcnger so wenige waren und die Christen die ganze Geschichte hindurch bis heute in der absoluten Minderheit sind, haben sie so eine entscheidende Bedeutung in der Welt, und ihr Wirkungsbereich erstreckt sich tats\u00e4chlich auf die ganze Welt. Was f\u00fcr wichtige Menschen sind Jesu J\u00fcnger, die das Salz der Erde und das Licht die ganze Welt nachhaltig beeinflussen!<\/p>\n<p>Wie m\u00f6gen die J\u00fcnger aber \u00fcber sich gedacht haben, als sie das h\u00f6rten? Die J\u00fcnger waren von ihrer Herkunft, Beruf oder Stellung in der Gesellschaft niemand Besonderes. Sie waren Fischer, Z\u00f6llner usw. und konnten leicht denken, dass sie keinen Einfluss hatten und ihr Leben in der Welt keine Rolle spielte. Der Kaiser in Rom hatte Einfluss in der Welt! Der Statthalter und ihre Oberen in Jerusalem bestimmten das Schicksal ihres Volks. Vielleicht hatten noch die Pharis\u00e4er und ihre Schriftgelehrten Einfluss auf die Moral des Volkes \u2013 aber sie? Wieso sollten sie Einfluss haben? Doch Jesus sagt: <strong>\u201eIhr seid das Licht der Welt.\u201c<\/strong> Sie waren das Licht der Welt, weil Jesus sie erleuchtete und sie als Licht f\u00fcr die ganze Welt gebrauchen wollte.<\/p>\n<p>Mit welchem Bewusstsein leben wir? Mit dem Bewusstsein, dass wir das Salz der Erde und das Licht der Welt sind? Es kann leicht passieren, dass auch wir uns aufgrund unserer menschlichen Bedingungen sehen und denken: \u201eIch bin ja nur ein Sch\u00fcler\u201c, oder: \u201eIch bin nur ein Student, hab sogar Schwierigkeiten im Studium\u201c; oder: \u201eIch bin nur ein normaler Angestellter\u201c; oder: \u201eIch bin \u201enur\u201c Mutter und Hausfrau \u2013 ich hab keinen gro\u00dfen Einfluss.\u201c Wir k\u00f6nnen auch aufgrund bestimmter Erfahrungen, die wir schon gemacht haben, denken, dass wir keinen gro\u00dfen Einfluss h\u00e4tten. Aber das entspricht nicht der Wahrheit. Wir sind das Licht der Welt! Denn Jesus hat uns erleuchtet, um uns als Licht der Welt zu gebrauchen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das aber? Licht leuchtet und macht die Umgebung sichtbar. Die Landschaft von Galil\u00e4a, wo Jesus diese Predigt hielt, ist ziemlich h\u00fcgelig. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann man dort weithin sehen, zumal die wei\u00df gekalkten H\u00e4user im Licht der Sonne leuchteten. Licht leuchtet und hat die Funktion, die Umgebung zu erhellen. Darum machte niemand eine Lampe an und stellte sie anschlie\u00dfend unter einen Eimer oder unter eine Bank; man stellt sie vielmehr mitten in den Raum, damit sie allen im Raum Licht spendet. So etwas Unsinniges w\u00fcrden nicht einmal Kinder machen (\u2026 schaltest du manchmal eine Tischlampe an und st\u00fclpst danach einen Eimer dr\u00fcber?) Licht soll leuchten und seine Umgebung erhellen.<\/p>\n<p>Warum sagt Jesus hier so bekannte Dinge? Jesus will damit klar machen, dass die J\u00fcnger ihr Licht nicht verstecken, sondern es leuchten lassen sollen. Die J\u00fcnger Jesu bzw. die Christen sind wie eine Stadt auf einem Berg, die sich nicht verstecken kann, sondern weithin gesehen wird. Man sieht uns und beobachtet uns und achtet darauf, was wir reden und wie wir leben. Im Vers 16 sagt Jesus: <strong>\u201eSo lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\u201c <\/strong>Als Jesu Nachfolger sollen wir unser Licht nicht blo\u00df f\u00fcr uns behalten, sondern es aktiv leuchten lassen nach drau\u00dfen, damit es die anderen sehen k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, dass wir unser Glaubensleben nicht heimlich im Verborgenen f\u00fchren sollen, sondern f\u00fcr andere sichtbar. Das hei\u00dft auch, dass wir unser Leben nicht bequem und egoistisch f\u00fchren und das Licht nur selbst genie\u00dfen sollen, sondern aus dem Glauben an Jesus heraus gute Werke tun sollen. Unsere guten Werke der Liebe zu unseren Familienmitgliedern, Mitarbeitern, Mitsch\u00fclern, Studenten, Kollegen und Fremden sollen wie ein helles Licht leuchten und die Menschen auf die Quelle des Lichts, Jesus, hinweisen. Eins von den besten guten Werken ist, dass wir Menschen Jesus und sein Evangelium bezeugen. So sollen wir mit der Tat und mit unserem Mund das Licht, das in unser Leben leuchtet, leuchten lassen und so viele Menschen auf Jesus hinweisen und zu ihm einladen.<\/p>\n<p>Warum ist es so wichtig, dass wir als J\u00fcnger Jesu unser Licht leuchten lassen sollen? Was ist letztlich das Anliegen Jesu? Jesus sagt: <strong>\u201e\u2026 damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\u201c<\/strong> Es ist so wichtig, dass wir unser Licht leuchten lassen, weil dadurch Menschen um uns herum auf Jesus aufmerksam werden und zu ihm kommen k\u00f6nnen. Und wenn Menschen durch unsere guten Werke zu Jesus finden, werden sie an dem Tag, an dem Er wiederkommt, den Vater im Himmel preisen. Also sollen wir unser Licht flei\u00dfig leuchten lassen, damit Menschen gerettet werden und Gott mehr gepriesen wird an jenem Tag.<\/p>\n<p>Wie wir wissen, sind diese Worte Jesu in der Geschichte Wirklichkeit geworden. Obwohl die J\u00fcnger Jesu letztlich nur eine ganz kleine Schar gew\u00f6hnlicher Menschen waren, hatte ihr Leben einen gewaltigen Einfluss auf die Welt. Sie brachten das Licht des Evangeliums weit \u00fcber Israel hinaus nach Kleinasien, nach Afrika und nach Europa, wo es sich schon zu ihrer Lebzeit immer weiter ausbreitete und schlie\u00dflich alle Kontinente eroberte. Diese eigentlich unglaubliche Tatsache wirft die Frage auf: Wie war es m\u00f6glich, dass so einfache Menschen wie die J\u00fcnger die seligen Menschen werden? Wie war es m\u00f6glich, dass Fischer und Z\u00f6llner, ohne besondere Kenntnisse, Begabung oder Charisma, das Salz der Erde werden, das die Menschheit vor dem moralischen Verfall sch\u00fctzte und bis heute sch\u00fctzt? Wie war es m\u00f6glich, dass sie das Licht der Welt wurden, das die Welt immer mehr erhellt und die Finsternis befreit? Den entscheidenden Hinweis finden wir in dem Wort Jesu in Kap. 4,17: <strong>\u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!\u201c<\/strong> Der Schl\u00fcssel ist, dass sie sich unter Gottes Herrschaft gestellt haben. Ihr inneres Wesen wurde so ver\u00e4ndert und ihr Leben wurde so bedeutungsvoll f\u00fcr die Welt, weil sie unter Gottes rettenden Schirm gekommen und darunter geblieben sind. Ihr Beispiel macht klar, wie gro\u00dfartig und bedeutungsvoll auch unser Leben wird, wenn wir es ganz unter Gottes Herrschaft f\u00fchren und nach dem Geist des Evangeliums leben.<\/p>\n<p>Lesen wir zum Schluss noch einmal das Leitwort, Vers 14: <strong>\u201e<\/strong><strong>Ihr seid das Licht der Welt.<\/strong><strong> Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.<\/strong><strong>\u201c <\/strong>Lasst uns unser Leben ganz unter die Herrschaft Jesu stellen und nach dem Geist der Seligpreisungen ein seliges Leben f\u00fchren! Lasst uns Jesu Worte beherzigen, der gesagt hat: <strong>\u201e<\/strong><strong>Ihr seid das Salz der Erde.\u201c<\/strong> Und: <strong>\u201eIhr seid das Licht der Welt.\u201c <\/strong>Lasst uns nicht l\u00e4nger unser Salz und Licht f\u00fcr uns selbst behalten! Lasst uns nicht l\u00e4nger aus Bequemlichkeit, negativen Gedanken oder irgendeiner Scheu zur\u00fcckhaltend bleiben, sondern aktiv unser Licht leuchten lassen, damit viele junge Menschen unsre guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download Ihr seid das Licht der Welt \u201eIhr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgenen sein.\u201c (14) Wie sch\u00f6n ist es, dass wir zurzeit die Bergpredigt betrachten k\u00f6nnen. 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