{"id":14237,"date":"2026-10-04T11:00:30","date_gmt":"2026-10-04T09:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14237"},"modified":"2026-10-30T17:03:49","modified_gmt":"2026-10-30T16:03:49","slug":"predigt-jona-21-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-jona-21-11\/","title":{"rendered":"Predigt: Jona 2,1-11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Jona-2026-L1b-0201-0211_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Jona-2026-L1b-0201-0211_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/jona\/2\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jona erf\u00e4hrt Gnade<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch aber will dir opfern \/ und laut dein Lob verk\u00fcnden. Was ich gelobt habe, will ich erf\u00fcllen. \/ Vom HERRN kommt die Rettung.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Jona 2,10)<\/p>\n<p>Der Text heute ist ein Psalm. Das Thema von diesem Gebet ist eine Reflexion von Gnade. Was ist Gnade? Gnade ist Gottes unverdiente Zuwendung und Gunst, die uns zuteilwird. Gnade ist die Tatsache, dass Gott uns unendlich besser behandelt, als wir es verdient h\u00e4tten. Das ist es, was Jona erfahren hatte. In Bezug auf die Gnade lernen wir im Text mindestens drei Dinge: wann, wie und wessen. Wann erfuhr Jona Gnade, wie erfuhr er sie und wessen Gnade war es?<\/p>\n<p><strong>1. Wann erfuhr Jona Gnade?<\/strong><br \/>\nWir finden die Antwort in Vers 2: \u201eDa betete Jona zum HERRN, seinem Gott, aus dem Inneren des Fisches heraus.\u201c Die Antwort lautet: am Tiefpunkt. Jona erfuhr Gott pers\u00f6nlich, als er am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angelangt war. Niemand von uns hat jemals die Erfahrung gemacht, mehrere Tage im Bauch eines Fisches zu verbringen. Aber wir k\u00f6nnen uns darauf einigen, dass es nicht viel schlimmer geht.<br \/>\nEinen kurzen Kommentar zum armen Fisch. Wir wissen nicht, was f\u00fcr ein Seemonster Jona an einem St\u00fcck verschlugen haben k\u00f6nnte. F\u00fcr ganz viele Menschen, damals wie heute, ist die Geschichte von Jona v\u00f6llig unglaubw\u00fcrdig. Die meisten sehen sie auf einer Stufe mit M\u00e4rchen, Fabeln und Legenden. Das Einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass es keine gute und plausible wissenschaftliche Erkl\u00e4rung daf\u00fcr gibt, und dass es am Ende eine Frage der Weltanschauung ist. Wer daran glaubt, dass es einen Gott gibt, der diese Welt geschaffen hat und der Jesus von den Toten auferweckt hat, der kann auch glauben, dass Gott einen Seelebewesen vorbeischicken kann, das gro\u00df genug ist, Jona zu verschlucken und freundlich genug, um Jona drei am Leben zu halten. Wir sollten uns nicht zu sehr davon ablenken lassen, weil das am Ende unwesentlich ist.<br \/>\nJonas Gebet beginnt mit den Worten: \u201eIn meiner Not rief ich zum HERRN \/ und er erh\u00f6rte mich. Aus dem Leib der Unterwelt schrie ich um Hilfe \/ und h\u00f6rtest meine Stimme.\u201c Der Ausdruck \u201eaus dem Leib der Unterwelt\u201c ist nicht nur poetisch, sondern trifft seine Lage sehr gut. Im Leib eines riesigen Seeungeheuers eingesperrt zu sein ohne Sonne, ohne Licht, muss sich sprichw\u00f6rtlich angef\u00fchlt haben, als ob man lebendig begraben ist. Jona war ein Gefangener.<br \/>\nJona war nicht nur am Tiefpunkt. Die Verse 4 und 5 sagen: \u201eDu hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere; \/ mich umschlossen die Fluten, all deine Wellen und Wogen \/ schlugen \u00fcber mir zusammen. Ich sagte: Ich bin versto\u00dfen \/ aus deiner N\u00e4he. Wie kann ich jemals wiedersehen \/ deinen heiligen Tempel.\u201c Jona sah seine missliche Lage als Gottes Strafe an: \u201eDu hast mich in die Tiefe geworfen\u201c und \u201eich bin versto\u00dfen \/ aus deiner N\u00e4he.\u201c Mit anderen Worten: seine Misere war selbstverschuldet. Der einzige Grund, weshalb es ihm so schlecht ging, war, dass er Gott ungehorsam war. H\u00e4tte er auf Gott geh\u00f6rt, w\u00fcrde er sich nicht mitten auf der finsteren See eingesperrt in einem Seeungeheuer befinden.<br \/>\nEine Anwendung, bevor wir fortfahren. F\u00fcr ganz viele Menschen sind Tiefpunkte der Moment, in denen wir Gott auf besondere Weise begegnen. Wenn wir Verluste erleben und trauern, wenn wir krachende Niederlagen eingefahren haben, wenn wir Schmerzen und Leiden haben, wenn es uns richtig dreckig geht, wenn wir uns f\u00fchlen, als ob wir in Finsternis gefangen sind, ist das ganz h\u00e4ufig der Moment, dass Gottes Gnade und auf besondere Weise anr\u00fchrt. Es liegt nicht daran, dass Gott uns fern ist, wenn es gut geht. Es liegt nicht daran, dass Gott uns nicht begegnen will, wenn unser Leben geregelt ist und wir gl\u00fccklich sind. Aber ganz offensichtlich sind Tiefpunkte in unserem Leben besondere Momente, in denen wir eine Offenheit haben, Gott zu h\u00f6ren, die wir sonst nicht haben.<br \/>\nC.S. Lewis hatte mal Folgendes \u00fcber Schmerzen geschrieben: \u00abSchmerz ist das entlarvte, unverkennbare B\u00f6se; jeder Mensch wei\u00df, dass etwas nicht stimmt, wenn ihm wehgetan wird [\u2026] und Schmerz ist nicht nur ein sofort erkennbares \u00dcbel, sondern ein \u00dcbel, das man unm\u00f6glich ignorieren kann. Wir k\u00f6nnen uns zufrieden in unseren S\u00fcnden und unserer Torheit ausruhen; [\u2026] wir k\u00f6nnen sogar das Vergn\u00fcgen ignorieren. Doch der Schmerz verlangt nach unserer Aufmerksamkeit. Gott fl\u00fcstert uns in unseren Freuden zu, spricht zu unserem Gewissen, aber Er schreit in unserem Schmerz: Es ist sein Megafon, um eine taube Welt wachzur\u00fctteln.\u00bb<br \/>\nViele Leiden, die wir erfahren, gehen auf unsere eigene Dummheit zur\u00fcck. Wir leiden, weil wir selbst d\u00e4mliche Fehler gemacht haben. Bei Jona war es so. Es gibt aber auch Schmerzen, die wir nicht direkt selbstverschuldet haben. Hier ist die Anwendung: schwierige Zeiten in deinem Leben sind immer eine goldene Gelegenheit, Gottes Stimme zu h\u00f6ren. Wenn du leidest, nutz die Gelegenheit, dich Gott neu zuzuwenden. Wenn du deinen Tiefpunkt erreicht hast, h\u00f6re auf seine Stimme. Joni Eareckson Tada sagte, dass wir unseren Schmerz nicht verschwenden sollen. Jeder Schmerz, der uns nicht enger in die Arme Gottes treibt, ist ein verschwendeter Schmerz.<br \/>\nNoch einmal, die Aussage ist nicht, dass wir Gott nur dann begegnen k\u00f6nnen, wenn es uns schlecht geht. Aber wenn es uns schlecht geht, scheinen wir eine gr\u00f6\u00dfere Offenheit f\u00fcr Gott zu haben. Diese Momente haben daher ihren Wert und sind kostbar.<\/p>\n<p><strong>2. Wodurch erfuhr Jona Gnade?<\/strong><br \/>\nIn Vers 5 hatte Jona die Frage gestellt: \u201eWie kann ich jemals wiedersehen \/ deinen heiligen Tempel?\u201c In den folgenden Versen betet Jona: \u201eDas Wasser reichte mir bis an die Kehle, \/ die Urflut umschloss mich; Schilfgras umschlang meinen Kopf. \/ Bis zu den Wurzeln der Berge bin ich hinabgestiegen in das Land, \/ dessen Riegel hinter mir geschlossen waren auf ewig.\u201c Jona wusste, dass er wegen seines Ungehorsams verdient hatte, von Gott versto\u00dfen zu werden. Er war zu Recht und verdienterweise von Gott abgeschnitten. Aber dann kommt der Wendepunkt in Verse 7b und 8: \u201eDoch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, \/ HERR, mein Gott. Als meine Seele in mir verzagte, \/ gedachte ich des HERRN und mein Gebet drang zu dir, \/ zu deinem heiligen Tempel.\u201c<br \/>\nWie erfuhr Jona also Gnade? Die Antwort ist Umkehr oder Bu\u00dfe. Umkehr bedeutet nicht, dass wir uns dadurch der Gnade Gottes verdient machen. Gnade ist und bleibt Gottes Geschenk, das wir nicht verdient haben. Umkehr bedeutet lediglich, dass wir uns auf die Gnade, die Gott uns schenkt, einlassen. Augustinus hatte gesagt, dass Gott uns beschenken will, aber es nicht tun kann, weil unsere H\u00e4nde bereits gef\u00fcllt sind. Es gibt keinen Platz f\u00fcr ihn. Umkehr ist das Loslassen davon und das Ausstrecken unserer Hand, um das anzunehmen, was Gott uns schenken will.<br \/>\nWas braucht es f\u00fcr eine Umkehr? Vielleicht zun\u00e4chst ein Aspekt, den es nicht unbedingt braucht: Bu\u00dfe kann aber muss nicht mit starken Gef\u00fchlen assoziiert sein. Umkehr erfordert nicht zwangsl\u00e4ufig, dass man auf einem christlichen Konzert von Emotionen \u00fcberw\u00e4ltigt wurde, so dass man laut in Tr\u00e4nen ausbricht. Francis Collins zum Beispiel berichtete, dass seine Bekehrung eher n\u00fcchtern war. Auf einer Wanderung traf er die Entscheidung, sein Leben Gott zu \u00fcbergeben. Er tat das, nachdem er sich es in Ruhe reiflich \u00fcberlebt hatte. Umkehr kann aber muss nicht emotional sein.<br \/>\nWas braucht es dann also? Es braucht ein ehrliches Verst\u00e4ndnis von der Realit\u00e4t. In dem Film Matrix besucht Neo das Orakel. Im Vorzimmer des Orakels sind Kinder, die besondere Eigenschaften haben: Ein M\u00e4dchen bringt Gegenst\u00e4nde zum Schweben; ein Junge kann allein durch Gedanken einen L\u00f6ffel verbiegen. Der Junge \u00fcberreicht Neo einen L\u00f6ffel, damit er sich daran probieren kann und sagt ihm dabei: \u201eVersuche nicht, den L\u00f6ffel zu verbiegen. Das ist nicht m\u00f6glich. Versuche stattdessen einfach nur, die Wahrheit zu erkennen.\u201c Neo fragt: \u201eWelche Wahrheit?\u201c Der Junge antwortet: \u201eEs gibt keinen L\u00f6ffel.\u201c Ich verwende diese kleine Episode nur als Illustration: \u201eVersuche einfach nur, die Wahrheit zu erkennen.\u201c Wir alle sind angehalten, der Realit\u00e4t in die Augen zu sehen.<br \/>\nWas ist also die Wahrheit? Was ist die Realit\u00e4t? Die Wahrheit ist, dass wir S\u00fcnder sind. Die Wahrheit ist, dass wir nicht so gut, so moralisch, so annehmbar sind, wie wir uns das eingestehen wollen. Frage an euch: Wer von euch hatte schonmal getr\u00e4umt, dass ihr in einer wichtigen Klausur sitzt, und ihr merkt, dass ihr v\u00f6llig unvorbereitet seid? Wer von euch hat getr\u00e4umt, dass ihr einen Vortrag oder Referat halten m\u00fcsst, und ihr geht nach vorne aufs Podest oder die B\u00fchne, obwohl ihr wisst, dass ihr absolut nichts vorbereitet habt. Oder wer von euch hat schonmal getr\u00e4umt, dass ihr in einem Kreis von Menschen seid, die wichtig sind und bei denen ihr unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen wollt. Und dann merkt ihr, dass ihr keine Hose anhabt oder nur Badesachen. Das sind ganz weit verbreitete Tr\u00e4ume, die viele Menschen in der ein oder anderen Form schonmal hatten. Kann ich an dieser Stelle ganz kurz ausnahmsweise Traumdeuter spielen? Vielleicht ist der Grund, weshalb wir solche Tr\u00e4ume haben, der, dass wir tief in unserem Innersten verstehen, dass wir nicht ad\u00e4quat sind: Es gibt eine Pr\u00fcfung, die auf uns wartet, und wir haben nicht die Qualit\u00e4t, die es braucht, um die Pr\u00fcfung zu bestehen; es gibt ein Gremium, das \u00fcber unsere Aufnahme entscheidet, und wir sind nicht ann\u00e4hernd gut genug, um angenommen zu werden. Tief im Innersten tragen wir Geheimnisse mit uns herum, f\u00fcr die wir uns sch\u00e4men, und wir haben Furcht davor, dass das aufgedeckt wird. Wir wissen, dass wir nicht so sind wie wir h\u00e4tten sein sollen.<br \/>\nTats\u00e4chlich ist das eine Botschaft, mit der viele in unserer Zeit nicht so viel anfangen k\u00f6nnen. Tim Keller sagte, dass unser Zeitalter vom \u201eTriumph des Therapeutischen\u201c gepr\u00e4gt ist. Unsere Kultur w\u00fcrde sagen: \u201eDein Problem ist, dass du zu wenig Selbstwertgef\u00fchl hast; du machst dir zu viele Selbstvorw\u00fcrfe; du darfst nicht so hart zu dir sein.\u201c Unsere Kultur behauptet ebenfalls, dass es keine absoluten moralischen Ma\u00dfst\u00e4be gibt: \u201eStandards f\u00fcr das, was gut und b\u00f6se ist, sind konstruiert; Werte sind relativ.\u201c Das wiederum bedeutet, dass jeder selbst f\u00fcr sich entscheiden kann, was richtig und was falsch ist. Tim Keller schreibt: \u201eIn einer Gesellschaft, die von solchen \u00dcberzeugungen gepr\u00e4gt ist, wirkt die beharrliche Botschaft der Bibel, dass wir schuldige S\u00fcnder sind, bedr\u00fcckend, wenn nicht gar b\u00f6se und gef\u00e4hrlich. Diese modernen kulturellen Themen lassen das Angebot der Gnade \u00fcberfl\u00fcssig, ja sogar wie eine Beleidigung erscheinen.\u201c<br \/>\nF\u00fcr viele von uns mag Schuld etwas extrem Subjektives sein: Was f\u00fcr den einen schlimm ist, ist f\u00fcr den anderen harmlos und umgekehrt. F\u00fcr viele in unserer heutigen Zeit ist Schuld etwas, was man sich einbildet. Aber wenn die Bibel von Schuld spricht, ist das ziemlich objektiv und real. Hier ist ein Beispiel. Vor einem Jahr war ich mit sehr guten Freunden in Hannover. Wir hatten uns dort eine Ferienwohnung gemietet. Am letzten Abend hatten wir einen gem\u00fctlichen Abend, und wir wollten eine Flasche Rotwein aufmachen. Das Problem war nur, dass es keinen Flaschen\u00f6ffner gab. Irgendjemand hatte die brillante Idee, dass wir versuchen sollten, den Korken in die Flasche hineinzudr\u00fccken. Weil mein Freund schlau genug war, hat er das im Badezimmer gemacht. Hat aber alles nichts geholfen. Es gab einen Riesenspritzer, und der Rotwein landete auch auf die nicht geflieste Wand und Decke. Wir hatten verzweifelt versucht, den Rotwein herunterzuwaschen. Aber es war zu sp\u00e4t. Es entstand ein Schaden, f\u00fcr den jemand aufkommen musste. Diese Schuld war objektiv und real, und sie musste beglichen werden.<br \/>\nJetzt gibt es grunds\u00e4tzlich zwei M\u00f6glichkeiten, wie das Ganze behoben werden kann. Die Vermieterin kann den Schaden begutachten und beziffern und mir in Rechnung stellen, und ich muss die Schuld begleichen. Die andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re gewesen: Die Vermieterin vergibt mir. (Ihr k\u00f6nnt euch denken, was passiert ist). Die Schuld, die wir bei Gott haben, ist objektiv, und sie ist real. Wir haben seine Anforderungen nicht erf\u00fcllt. Wir sind sein Eigentum und in die Irre gegangen. Dieser Realit\u00e4t ins Auge zu sehen und das einzugestehen, ist der erste Schritt in der Bu\u00dfe.<br \/>\nDas Zweite, das Jona tat, war die Hinwendung zu Gott. Jona betete. Noch einmal der Vers 8: \u201eAls meine Seele in mir verzagte, \/ gedachte ich des HERRN und mein Gebet drang zu dir, \/ zu deinem heiligen Tempel.\u201c Es gibt Menschen, die ihre eigene Schuld und S\u00fcnde erkannt haben und dabei stehenbleiben. Das f\u00fchrt zu Selbstverdammnis. Das kann extrem destruktiv sein. Jona blieb aber nicht dabei. Er wendet sich an die einzige Entit\u00e4t, die ihm wirklich helfen konnte. Er kommt zu Gott. Wir kommen damit zum dritten Teil.<\/p>\n<p><strong>3. Wessen Gnade erf\u00e4hrt Jona?<\/strong><br \/>\nDie Antwort liegt nat\u00fcrlich auf der Hand. Verse 9 und 10: \u201eDie nichtige G\u00f6tzen verehren, \/ verlassen den, der ihnen Gutes tut. Ich aber will dir opfern \/ und laut dein Lob verk\u00fcnden. Was ich gelobt habe, will ich erf\u00fcllen. \/ Vom HERRN kommt die Rettung.\u201c Dieser Satz \u201evom HERRN kommt die Rettung\u201c k\u00f6nnte einer der Leitverse der ganzen Bibel sein. Es ist wie eine komprimierte Zusammenfassung von dem, was die ganze Bibel sagt. Gott ist unsere Rettung. Jona erf\u00e4hrt die Gnade Gottes. Drei wichtige abschlie\u00dfende Gedanken dazu.<br \/>\nZum einen, die Gnade Gottes ist das Einzige, was uns wirklich retten kann. Ist euch aufgefallen, dass Jona in seinem Gebet zweimal vom heiligen Tempel spricht? Vers 5: \u201eWie kann ich jemals wiedersehen \/ deinen heiligen Tempel?\u201c Und in Vers 8 erw\u00e4hnt Jona wie sein Gebet zu Gott vorgedrungen ist, in seinem heiligen Tempel. Von Gott gerettet zu sein, bedeutet, dass Jona zu diesem heiligen Tempel Einlass gefunden hatte. Von Gott gerettet zu sein, bedeutet, dass Jona die Annahme und die Aufnahme gefunden hatte, die er sich sein ganzes Leben gew\u00fcnscht hatte und die kein G\u00f6tze ihm geben konnte. Gott hatte Jona angenommen.<br \/>\nVor zwei Jahren gab es ein interessantes Interview zwischen Conan O\u2019Brian und Lisa Kudrow, eine von sechs Hauptdarstellern der Fernsehserie Friends. Unter anderem diskutierten sie den tragischen Todesfall von ihrem Schauspielerkollegen und Freund Matthew Perry. Perry hatte viel unter Drogenmissbrauch gelitten. Am Ende war er durch Missbrauch von einem Medikament ums Leben gekommen. Viele junge Schauspieler, die darauf warten, den Durchbruch zu schaffen, haben ein hartes Leben: sie schlafen bei Freunden auf der Couch, gehen tags\u00fcber zu Probevorspielen, wo sie mit vielen anderen gutaussehenden, talentierten Schauspielern konkurrieren, gehen nachts in Bars arbeiten, um zumindest etwas Geld zu verdienen, und ern\u00e4hren sich haupts\u00e4chlich von Ramen-Nudeln. Ganz offensichtlich hatten alle Friends-Schauspieler den Durchbruch geschafft. Sie wurden ber\u00fchmt, sie waren beliebt, sie wurden reich.<br \/>\nO\u2019Brian sagte: \u201eIch habe viele Menschen gesehen, die ber\u00fchmt wurden [\u2026]. Was ich immer und immer wieder beobachtet habe \u2013 und was ich den Leuten gerne sagen w\u00fcrde \u2013, ist: \u201aEs gibt vieles, das irgendwie sch\u00f6n ist am Erfolg, und es ist sch\u00f6n, wenn sich jemand freut, dich zu sehen. Es bringt aber nichts in Ordnung. Wenn etwas kaputt ist, wenn etwas Risse hat oder etwas repariert werden muss, wird das nichts davon in Ordnung bringen.\u2018 Tats\u00e4chlich tut es wahrscheinlich sogar mehr weh \u2013 wegen der Entt\u00e4uschung und der Wut: \u201aIch habe das bekommen, was ich wollte. Ich bin jetzt ber\u00fchmt. Ich habe ein Haus. Ich habe die Aufmerksamkeit. Warum geht es mir nicht gut?\u2018\u201c<br \/>\nDas, was O\u2019Brian sagt ist, dass es kein Geld der Welt gibt, keine Traumkarriere, noch nicht einmal Liebe und Anerkennung von Menschen, die uns die Heilung bringen k\u00f6nnen, die wir brauchen. Warum ist das so? Weil alles das G\u00f6tzen sind. Vom HERRN kommt die Rettung. Es gibt nur eine Liebe, die sich wirklich retten kann und die dich wirklich erf\u00fcllen kann; es gibt nur eine Umarmung, die dir wirklich die Gewissheit schenken kann, dass du angenommen bist; es gibt nur einen Ort, der wirklich dein Zuhause ist. Die Rettung, nach der wir uns sehnen, ist die Rettung durch Gott.<br \/>\nAls zweites, Gottes Gnade bedeutet, dass Gott selbst den Preis bezahlt hat. Wir haben vorhin gesehen, dass Schuld objektiv und real ist. Die Tatsache, dass Gott uns vergibt und dass er uns annimmt, bedeutet nicht, dass unsere Schuld sich damit in Luft aufgel\u00f6st hat. Nichts k\u00f6nnte weiter von der Wahrheit sein. Stattdessen ist es so, dass Jona im Fisch selbst ein Sinnbild daf\u00fcr geworden ist, wie Gott uns Menschen rettet. In Matth\u00e4us 12 lesen wir wie Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er sich an Jesus wenden und ihn nach einem Zeichen fragen (als ob Jesus nicht bereits genug Zeichen und Wunder vollbracht h\u00e4tte). Jesus antwortet ihnen: \u201eDiese b\u00f6se und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden au\u00dfer das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei N\u00e4chte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei N\u00e4chte im Scho\u00df der Erde sein.\u201c<br \/>\nLetzte Woche haben wir geh\u00f6rt, wie Jona \u00fcber Bord geworfen wurde. Jona wurde in das aufgew\u00fchlte und tosende Meer geworfen. Und Jona ist zu einem Symbol daf\u00fcr geworden, was Jahre sp\u00e4ter Jesus f\u00fcr uns tun w\u00fcrde. Als Jesus am Kreuz starb, erfuhr Jesus den wahren Sturm, das wahre aufgew\u00fchlte Meer: Jesus erfuhr die ganze Verdammnis, die unsere S\u00fcnde und unsere Schuld mit sich brachte. Jona \u00fcber Bord ist ein Sinnbild f\u00fcr das, was Jesus tun w\u00fcrde: Jesus ist der wahre Prophet Jona; er ist die Erf\u00fcllung von vom Propheten Jona; aber gleichzeitig starb Jesus auch f\u00fcr die Schuld und S\u00fcnde von Jona. Jona fand Annahme bei Gott, weil Jesus am Kreuz von Gott verworfen wurde.<br \/>\nVom HERRN kommt die Rettung bedeutet, dass wir nicht nur Annahme bei Gott finden, sondern dass Gott selbst alles daf\u00fcr getan hat, damit er uns annehmen kann. Gott selbst wurde zum stellvertretenden Opfer, das ihm wohlgef\u00e4llig ist. Gott selbst ist der Vers\u00f6hner, der uns mit ihm vers\u00f6hnt. Gott selbst ist der Weg, der uns zu ihm hinf\u00fchrt. Gott ist der Planer, der Initiator, der Durchf\u00fchrer, der Erl\u00f6ser und das Ziel der Rettung. Gott ist das A und O unserer Rettung.<br \/>\nAls letztes, die Tatsache, dass Gott unsere Rettung ist, ist die tr\u00f6stlichste Nachricht, die es gibt. Zu Beginn haben wir gesagt, dass Jona die Gnade Gottes erfuhr, als er sich am absoluten Tiefpunkt seines Lebens befand. Warum kann uns Gott dort begegnen? Die Antwort ist, weil Jesus Christus, der Sohn Gottes, sich nicht zu schade war, sich in die tiefsten Tiefen unserer Verlorenheit herabzubegeben. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis sagen wir jede Woche: \u201eGekreuzigt, gestorben, begraben, hinab gestiegen in das Reich der Toten.\u201c<br \/>\nJohn Ortberg sagte in einer wunderbaren Predigt: \u201eAus menschlicher Sicht betrachten wir den Sonntag als den Tag des Wunders, an dem der Mensch Jesus von den Toten auferstanden ist. Aus himmlischer Sicht frage ich mich aber, ob nicht der Samstag das gro\u00dfe Wunder ist. Erinnert ihr euch daran, als Jesus geboren wurde und der Himmel voller himmlischer Heerscharen war? Sie lobten Gott und sagten: \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he\u201c, denn dieses kleine Kind ist Immanuel \u2013 Gott in einer Krippe. Nun, am Samstag blicken die Engel herab und was sehen sie? Gott ist tot. Gott ist in einem Grab beigesetzt. Das Wunder des Sonntags besteht darin, dass ein toter Mensch lebt. Das Wunder des Samstags ist, dass der ewige Sohn Gottes stirbt. Er besiegt den Tod nicht durch seine Unbesiegbarkeit, sondern indem er sich ihm unterwirft. Wenn man ihn also in einem Grab finden kann, wenn man ihn im Tod finden kann, wenn man Jesus in der H\u00f6lle finden kann \u2013 wo kann man ihn dann nicht finden, wo wird er nicht erscheinen? Was auch immer der Schmerz eines Menschen sein mag, was auch immer sein Versagen sein mag, was auch immer sein Bedauern sein mag \u2013 es ist nicht das Ende.\u201c<br \/>\nJona war drei Tage im Bauch eines Fisches und \u00fcberlebte. Jesus hingegen starb und war drei Tage im Reich des Todes. So gr\u00fcndlich, so konsequent, so kompromisslos rettet Gott uns Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Jona erf\u00e4hrt Gnade \u201eIch aber will dir opfern \/ und laut dein Lob verk\u00fcnden. Was ich gelobt habe, will ich erf\u00fcllen. \/ Vom HERRN kommt die Rettung.\u201c (Jona 2,10) Der Text heute ist ein Psalm. 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