{"id":14208,"date":"2026-09-26T11:00:13","date_gmt":"2026-09-26T09:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14208"},"modified":"2026-09-29T06:42:00","modified_gmt":"2026-09-29T04:42:00","slug":"predigt-jona-11-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-jona-11-16\/","title":{"rendered":"Predigt: Jona 1,1-16"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Jona-2026-L1a-0101-0116_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Jona-2026-L1a-0101-0116_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/jona\/1\/\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Jona wollte vor Gott fliehen<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er F\u00e4hrgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom Herrn.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Jona 1,3)<\/p>\n<p>Wir danken Gott f\u00fcr das neue Bibelstudium aus dem Buch Jona. Wer war Jona und warum wollen wir das Buch \u00fcber ihn studieren? Jona wird am Anfang des Buchs als der Sohn Amittais vorgestellt. Im 2. Buch K\u00f6nige (2. K\u00f6n 14,23\u201327) wird Jona ein Knecht Gottes und Prophet genannt, der aus der Stadt Gat-Hefer im Nordreich Israel kam und zur Zeit von Jerobeam II. lebte (der regierte 787\u2013747 v.Chr.). Damit war Jona ein Zeitgenosse der Propheten Hosea und Amos. Es war die Zeit, in der Israel sich schon weitgehend von Gott abgewandt hatte und vielen G\u00f6tzen diente. Als Folge davon wurden sie von anderen V\u00f6lkern bedr\u00e4ngt und verloren Teile ihres Gebiets. Aber die Stelle im 2. Buch K\u00f6nige sagt uns, dass Jerobeam verlorene Teile von Israel wieder zur\u00fcckerobern konnte, und zwar nach dem Wort des Herrn, das er durch den Propheten Jona geredet hatte. Gott hat Jona also als Propheten gebraucht, der dem K\u00f6nig eine wichtige Prophezeiung gab. So gesehen wirkte Jona als ein Prophet wie andere Propheten Gottes der Bibel. Aber im Buch Jona geht es um ein anderes Ereignis in Jonas\u2019 Leben, das alles andere als normal war. Jona bekam von Gott einen Auftrag, nahm ihn aber nicht an, sondern versuchte, vor Gott zu fliehen. Wir erfahren, wie Gott damit umging und wie er Jona half, Gottes Willen doch anzunehmen, sodass er f\u00fcr die Rettung einer gro\u00dfen Stadt gebraucht werden konnte. Durch dieses Buch k\u00f6nnen wir Gottes Herz f\u00fcr die Menschen in einer heidnischen Gro\u00dfstadt kennenlernen, die Gott nicht kannten. Wir lernen auch, wie Gott mit einem problematischen, eigensinnigen Diener umging und ihm half, sein enges Herz zu \u00fcberwinden und f\u00fcr die Rettung vieler Heiden gebraucht zu werden. Schon das erste Kapitel, das wir heute betrachten, ist interessant und voller Gegens\u00e4tze: ein berufener Prophet und Diener Gottes, der sich weigert, Gottes Auftrag anzunehmen, und versucht, vor Gott zu fliehen, und M\u00e4nner, die Gott gar nicht kannten, ihn aber mehr f\u00fcrchteten und anerkannten als der Prophet. Vor allem k\u00f6nnen wir Gott kennenlernen, der die Menschen trotz ihrer S\u00fcnde liebt und erretten will. M\u00f6ge Gott uns helfen, Gottes Herz f\u00fcr die Rettung aller Menschen wahr- und anzunehmen! M\u00f6ge Gott uns helfen, auch seine Liebe zu einem problematischen Diener zu erkennen, den er nicht aufgab, sondern mit Geduld und Konsequenz ihm half, damit er f\u00fcr Gottes Rettungswerk gebraucht werden konnte!<\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit dem Auftrag, den Gott Jona gab. Betrachten wir die Verse 1 und 2: \u201eEs geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais: Mache dich auf und geh in die gro\u00dfe Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.\u201c Ninive lag am \u00f6stlichen Ufer des Tigris und war eine der bedeutendsten Metropolen von Assyrien, einer Gro\u00dfmacht im Gebiet des heutigen Iraks. In dem Buch wird mehrfach gesagt, dass Ninive eine gro\u00dfe Stadt war; in Kap. 4 werden 120.000 Einwohner genannt. Die Menschen in Ninive kannten Gott nicht. Sie hatten viele G\u00f6tter, die sie verehrten und anbeteten. Gott hasst diese S\u00fcnde, weil sie eine direkte Verachtung Gottes ist. In ihrem Hochmut eroberten die Assyrer viele andere L\u00e4nder, nahmen viele Menschen als Kriegsgefangene und gingen \u00e4u\u00dferst grausam mit ihnen um. Gott sagte zu Jona: \u201eihre Bosheit ist vor mich gekommen.\u201c Ihre vielen S\u00fcnden hatten sich so angeh\u00e4uft, dass sie zum Himmel schrien und Gottes Gericht unvermeidlich wurde.<\/p>\n<p>Warum beauftragte Gott Jona, nach Ninive zu gehen und gegen sie zu predigen? Wenn Gott die Menschen in Ninive h\u00e4tte richten wollen, h\u00e4tte er das Gericht \u00fcber sie kommen lassen k\u00f6nnen, ohne sie vorher zu warnen. Aber Gott hatte Mitleid mit den Menschen in Ninive, die Gott nicht kannten und deshalb geistlich v\u00f6llig orientierungslos waren. In Kapitel 4 sagt Gott sp\u00e4ter zu Jona, dass die Menschen in Ninive nicht wussten, was rechts oder links ist (4,10.11). Gott wollte sie durch Jonas\u2019 Predigt warnen und zur Umkehr f\u00fchren, damit er sie retten konnte, anstatt sie zu richten. Gott liebte nicht nur sein erw\u00e4hltes Volk Israel, sondern auch die heidnischen V\u00f6lker, trotz ihrer S\u00fcnde. Gott liebte die Menschen in der Stadt Ninive.<\/p>\n<p>Wie reagierte Jona auf Gottes Befehl? Betrachten wir den Vers 3: \u201eAber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er F\u00e4hrgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom HERRN.\u201c Jona h\u00f6rte zwar Gottes Befehl, aber er nahm ihn nicht an. Stattdessen wollte er vor Gott fliehen. Er ging nach Jafo an der K\u00fcste Israels (beim heutigen Tel Aviv). Forscher haben gefunden, dass Tarsis eine Stadt in S\u00fcdwest-Spanien war. Jona wollte vor Gott fliehen, so weit weg gehen wie m\u00f6glich, ans Ende der Welt.<\/p>\n<p>Warum wollte Jona den Auftrag Gottes nicht ausf\u00fchren? Wir finden am Anfang von Kapitel&nbsp;4 einen starken Hinweis darauf. Dort hei\u00dft es: \u201eDas aber verdross Jona sehr, und er ward zornig und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist\u2019s ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gn\u00e4dig, barmherzig, langm\u00fctig und von gro\u00dfer G\u00fcte bist und l\u00e4sst dich des \u00dcbels gereuen.\u201c Jona verstand Gottes Absicht, dass er durch seine Predigt die Menschen in Ninive zur Umkehr zu Gott f\u00fchren wollte; zumindest ahnte er es. Aber Jona teilte nicht Gottes zerbrochenes Herz f\u00fcr die Heiden. Er wollte nicht, dass die Heiden in Ninive Bu\u00dfe tun w\u00fcrden und Gott ihnen vergeben w\u00fcrde. Er g\u00f6nnte ihnen nicht den Segen der Errettung, den sie nach seiner Meinung nicht verdient hatten. Warum? Politisch gesehen war Assyrien eine Gro\u00dfmacht, die ein Feind Israels war und es in seiner Existenz bedrohte. Jona war nationalistisch und betrachtete die Menschen in Ninive als Feinde seines Volks. Au\u00dferdem betrachtete er sie auch geistlich als Gottes Feinde, die Gottes Gnade nicht verdient hatten. Ihre S\u00fcnden der Grausamkeit und des G\u00f6tzendiensts waren weit \u00fcber ihre Grenzen bekannt. Jona hatte ein Herz f\u00fcr sein Volk Israel und war bereit, ihnen als Prophet zu dienen. Aber er war nicht bereit, sich f\u00fcr die Menschen in Ninive einzusetzen, die offen gegen Gott s\u00fcndigten, und sich f\u00fcr ihre Rettung zu engagieren. Das widerstrebte ihm so sehr, dass er versuchte, vor Gott zu fliehen, obwohl er wusste, dass Gott Himmel und Erde schuf und dass man vor ihm nicht fliehen kann. Den Menschen in Ninive zu helfen, war ihm trotzdem so zuwider, dass er sich wie ein trotziges Kind verhielt. Er rebellierte gegen Gott. Hinter seiner Weigerung, nach Ninive zu gehen, stand auch seine selbstgerechte Haltung, dass er dachte, dass er und sein Volk die Gnade Gottes irgendwie verdient h\u00e4tten, heidnische V\u00f6lker aber nicht.<\/p>\n<p>Wie ging Gott mit dieser Situation um? Betrachten wir die Verse 4\u20139: \u201eDa lie\u00df der HERR einen gro\u00dfen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein gro\u00dfes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff w\u00fcrde zerbrechen. 5 Und die Schiffsleute f\u00fcrchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter w\u00fcrde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schl\u00e4fst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben. Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so \u00fcbel geht. Und als sie losten, traf\u2019s Jona. Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so \u00fcbel geht? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du? Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebr\u00e4er und f\u00fcrchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. Da f\u00fcrchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan? Denn sie wussten, dass er vor dem HERRN floh; denn er hatte es ihnen gesagt.\u201c Gott lie\u00df nicht zu, dass Jona vor ihm und seiner Aufgabe davonl\u00e4uft. Gott lie\u00df einen starken Sturm aufkommen, der so stark wurde, dass die professionellen Schiffsleute mit ihrem Untergang rechneten. In ihrer Verzweiflung beteten sie jeder zu ihrem Gott. Als man Jona unten im Schiff schlafend fand und ihn zur Rede stellte, erz\u00e4hlte er die ganze Geschichte. Dabei legte er ein Glaubensbekenntnis ab, dass Gott Himmel und Erde geschaffen hat; aber er hatte Gott, den er angeblich f\u00fcrchtete, nicht gehorcht. Jonas\u2019 Verhalten war wirklich sehr widerspr\u00fcchlich. Die heidnischen M\u00e4nner, die Gott bis dahin nicht kannten, verhielten sich besser als Jona, indem sie erschraken und Gott f\u00fcrchteten und den Mann Gottes wegen seiner S\u00fcnde tadelten. Die Schiffsleute versuchten weiter, Jona zu retten, aber der Sturm wurde immer schlimmer. Schlie\u00dflich warfen sie Jona ins Meer, nachdem sie Gott ernsthaft angefleht hatten, sie deswegen nicht zu verurteilen. Jona trieb auf dem offenen Meer. Aber Gott lie\u00df einen gro\u00dfen Fisch kommen, der Jona verschluckte. Jona \u00fcberlebte im Bauch des Fisches offenbar in einer Luftblase und war darin gefangen. Dort tat er endlich Bu\u00dfe f\u00fcr seinen Widerstand gegen Gottes Auftrag, was wir in Kapitel 2 erfahren werden.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir im ersten Kapitel \u00fcber Gott lernen? Gott gab die Menschen in Ninive trotz ihrer S\u00fcnde nicht auf. Obwohl sie so krass s\u00fcndigten, dass sie Gottes Gericht provozierten, gab Gott sich so viel M\u00fche darum, Jona zu helfen und ihn dazu zu bringen, zu ihnen zu gehen und ihnen Gottes warnende Botschaft zu predigen, damit sie umkehren w\u00fcrden und er sie retten konnte. Das zeigt uns, dass Gott auch die Menschen liebt, deren Einstellung und Lebensweise seinem Willen sehr widersprechen, und wie sehr er sie retten will. Gott gab auch Jona nicht auf, der Gottes Herz und Willen f\u00fcr die Heiden nicht annehmen konnte. Aber Gott lie\u00df ihn nicht in seiner Engherzigkeit, Selbstgerechtigkeit und seinem Nationalstolz und gab ihn auch nicht auf! Gott verstand ihn und half ihm, seinen Eigensinn zu \u00fcberwinden und Gott doch zu gehorchen. Gott liebte ihn und half ihm bis zum Ende.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir den Fehler von Jona vermeiden, der Gott den Gehorsam verweigerte, weil er sein Herz nicht sehen und nicht annehmen konnte? Wir k\u00f6nnen Jonas\u2019 Fehler vermeiden, wenn wir Gottes Liebe und Herz f\u00fcr die Rettung aller Menschen erkennen. Wir sollen uns klarmachen, dass Gott auch die Menschen liebt, die in schlimmer Weise s\u00fcndigen, und dass er Menschen sucht, die ihnen seine Botschaft sagen, damit sie Gott erkennen und zu ihm umkehren. Wir sollten unser Herz weit machen und annehmen, dass Gott wirklich alle Menschen liebt und sie erretten will und von keinem will, dass er verloren geht \u2013 auch die, die gegen seinen Willen leben, weil sie ihn nicht kennen, auch die Menschen aus anderen Kulturen, die uns fremd sind und die wir nicht gut verstehen. M\u00f6ge Gott uns durch das Buch Jona weiter dabei helfen, sein Herz f\u00fcr alle Menschen zu verstehen und bereit zu werden, allen die frohe Botschaft von Jesus zu sagen, die er uns zeigt, unabh\u00e4ngig davon, ob wir sie kennen oder nicht, ob wir sie sympathisch und ihre Lebensweise gut finden oder nicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Jona wollte vor Gott fliehen \u201eAber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. 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