{"id":14138,"date":"2026-08-09T11:00:31","date_gmt":"2026-08-09T09:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14138"},"modified":"2026-08-26T08:35:40","modified_gmt":"2026-08-26T06:35:40","slug":"predigt-galater-421-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-galater-421-31\/","title":{"rendered":"Predigt: Galater 4,21-31"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-9_421-431_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-9_421-431_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/galater\/4\/21-31?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Lebt als Kinder der Verhei\u00dfung<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verhei\u00dfung.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 4,28)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eSo sind wir nun, Br\u00fcder und Schwestern, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 4,31)<\/p>\n<p>Bis hierher haben wir durch den Galaterbrief gelernt, wie ein Mensch ein Kind Gottes wird. Die Gl\u00e4ubigen in Galatien hatten das Evangelium von Jesus Christus geh\u00f6rt und waren durch den Glauben gerettet worden. Durch den Glauben an den Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung waren sie Kinder Gottes geworden. Doch sp\u00e4ter kamen falsche Lehrer und sagten: \u201eEs reicht nicht aus, nur an Jesus zu glauben. Ihr m\u00fcsst euch beschneiden lassen und das Gesetz halten. Nur dann geh\u00f6rt ihr wirklich zum Volk Gottes.\u201c Die Gl\u00e4ubigen lie\u00dfen sich dadurch verunsichern. Sie hatten im Glauben begonnen, aber nun meinten sie, durch das Halten des Gesetzes von Gott anerkannt werden zu m\u00fcssen. Deshalb fragt Paulus: \u201eSagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: H\u00f6rt ihr das Gesetz nicht?\u201c Paulus fordert sie auf, genau hinzuh\u00f6ren, was das Gesetz selbst sagt. Anhand Abrahams und seiner beiden S\u00f6hne zeigt er zwei verschiedene Wege: den Weg der Knechtschaft und den Weg der Verhei\u00dfung. Ich bete, dass wir durch das heutige Wort erkennen, welchen Weg wir als Kinder der Verhei\u00dfung gehen sollen.<\/p>\n<p><strong>1. Die Kinder der Verhei\u00dfung werden nicht durch menschliche Werke, sondern durch Gottes Gnade geboren (V. 22\u201325)<\/strong><br \/>\nSehen wir uns die Verse 22 und 23 an: \u201eDenn es steht geschrieben, dass Abraham zwei S\u00f6hne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren worden, der von der Freien aber durch die Verhei\u00dfung.\u201c<br \/>\nPaulus sagt, Ismael sei \u201enach dem Fleisch\u201c, Isaak dagegen \u201edurch die Verhei\u00dfung\u201c geboren worden. \u201eNach dem Fleisch\u201c bedeutet hier nicht nur eine nat\u00fcrliche Geburt. Abraham und Sara versuchten, sich auf ihre eigene Kraft und eine menschliche M\u00f6glichkeit zu verlassen, anstatt Gott zu vertrauen. Gott hatte Abraham bereits in 1. Mose 12 Nachkommen verhei\u00dfen.<br \/>\nDoch die Jahre vergingen. Schlie\u00dflich konnten Abraham und Sara nicht l\u00e4nger auf Gottes Zeit warten. Sara gab Abraham ihre Magd Hagar, um durch sie einen Sohn zu bekommen. So wurde Ismael geboren.<br \/>\nBei Isaak war es anders. Menschlich gesehen war jede Hoffnung verschwunden, doch Gottes Wort war nicht verschwunden. Zu seiner Zeit erf\u00fcllte Gott seine Verhei\u00dfung und gab Abraham und Sara Isaak. Isaaks Geburt geschah nicht durch menschliche F\u00e4higkeit, sondern durch die Treue Gottes. Genau darum erz\u00e4hlt Paulus diese Geschichte. Ein Mensch wird nicht durch eigene Anstrengung oder religi\u00f6se Werke ein Kind Gottes. Weder das Halten des Gesetzes noch Beschneidung noch religi\u00f6ser Eifer k\u00f6nnen uns zu Kindern Gottes machen. Ein Kind Gottes wird durch Gottes Gnade und seine Verhei\u00dfung geboren.<br \/>\nGenauso ist es bei uns. Wir waren S\u00fcnder und konnten aus eigener Kraft nicht zu Gott kommen. Doch Gott gab uns das Evangelium und verhie\u00df denen ewiges Leben, die h\u00f6ren und glauben.<br \/>\nJesus sagt in Johannes 5,24: \u201eWahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort h\u00f6rt und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.\u201c<br \/>\nGott sandte Jesus Christus, damit er unsere S\u00fcnden tr\u00e4gt. Durch den Glauben an das Evangelium empfangen wir Vergebung und werden vom Tod zum Leben gebracht. So wie Isaak nicht durch eigene F\u00e4higkeit, sondern durch Gottes Verhei\u00dfung geboren wurde, sind wir nicht durch unsere Gerechtigkeit oder unsere Werke Kinder Gottes geworden. Wir haben durch den Glauben an die Verhei\u00dfung neues Leben empfangen. Darum verdanken wir unsere Stellung als Kinder Gottes nicht unseren Werken, sondern Gottes Gnade; nicht unserem Verdienst, sondern Gottes Verhei\u00dfung.<br \/>\nIn den Versen 24 und 25 erkl\u00e4rt Paulus Hagar und Sara als ein Bild f\u00fcr zwei B\u00fcndnisse. Hagar steht f\u00fcr den Bund vom Sinai. Viele Juden waren stolz darauf, Nachkommen Abrahams zu sein, beschnitten zu sein und das Gesetz zu besitzen. Sie meinten, dadurch vor Gott gerecht sein zu k\u00f6nnen. Doch Paulus bezeichnet sie \u00fcberraschenderweise als Menschen in Knechtschaft. Wer durch das Gesetz gerecht werden will, muss sich st\u00e4ndig durch das Halten des Gesetzes beweisen, nicht nur heute oder morgen, sondern jeden Tag und in jedem Augenblick seines Lebens. Es reicht nicht, einige Gebote gut zu halten. Schon ein Versagen zeigt, dass wir Gottes vollkommenen Ma\u00dfstab nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Das ist das Leben eines Knechtes.<br \/>\nEin Kind Gottes lebt anders. Wir werden nicht durch unsere Werke oder durch das Halten des Gesetzes Kinder Gottes. Wir tun Gottes Willen und gehorchen seinem Wort, weil wir bereits Kinder Gottes geworden sind. Wir dienen Gott nicht, damit er uns liebt, sondern aus Dankbarkeit, weil er uns liebt und uns zu seinen Kindern gemacht hat.<br \/>\nIch bete, dass wir die Verhei\u00dfung Gottes tief in unserem Herzen bewahren und jeden Tag aus seiner Gnade leben.<\/p>\n<p><strong>2. Die Kinder der Verhei\u00dfung glauben Gottes Wort mehr als der dunklen Realit\u00e4t (V. 26\u201328)<\/strong><br \/>\nIn Vers 26 sagt Paulus: \u201eAber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsere Mutter.\u201c Danach zitiert er Jesaja 54,1: \u201eSei fr\u00f6hlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.\u201c Wenn wir diesen Vers w\u00f6rtlich betrachten, ist er schwer zu verstehen. Wie kann eine unfruchtbare Frau Kinder bekommen und sich freuen? Doch Gott sagt: \u201eFreue dich!\u201c Aber wie k\u00f6nnen wir uns freuen, wenn wir in unserer Situation keine Hoffnung sehen? Wir k\u00f6nnen es, indem wir nicht nur auf das schauen, was vor unseren Augen liegt, sondern auf Gottes Verhei\u00dfung vertrauen. Denn das, was wir jetzt sehen, ist nicht das Letzte. Gott hat sein Wort der Verhei\u00dfung gegeben. Zur Zeit Jesajas sah die Situation Israels hoffnungslos aus. Doch Gott verhie\u00df dem verlassenen Jerusalem viele Kinder. Menschlich gesehen war keine M\u00f6glichkeit zu erkennen. Aber Gottes Verhei\u00dfung blieb bestehen.<br \/>\nSo war es auch bei Abraham und Sara. Abraham war fast hundert Jahre alt und Sara war ganz klar nicht mehr in der Lage, ein Kind zu bekommen. Als Gott Abraham das Wort der Verhei\u00dfung gegeben hatte, lachte Sara im Herzen, weil sie es nicht glauben konnte. Doch Gott sagte in 1.Mose 18,14: \u201eSollte dem HERRN etwas unm\u00f6glich sein?\u201c Und Gott gab ihnen Isaak, wie er es verhei\u00dfen hatte. Gott ist nicht durch menschliche M\u00f6glichkeiten begrenzt. Auch wenn wir selbst keine M\u00f6glichkeit mehr sehen, bleibt Gott seiner Verhei\u00dfung treu. Darum d\u00fcrfen wir seinem Wort mehr vertrauen als dem, was menschlich m\u00f6glich oder unm\u00f6glich erscheint.<br \/>\nGenau das mussten auch die Galater neu lernen. Sie mussten lernen, Gottes Verhei\u00dfung wirklich zu vertrauen. Gott hatte ihnen durch das Evangelium eine klare Verhei\u00dfung gegeben:<br \/>\nDurch den Glauben an Jesus Christus sind sie Kinder Gottes, Kinder der Verhei\u00dfung. Paulus fordert sie deshalb auf: Vertraut auf Gottes Verhei\u00dfung. Ihr seid nicht durch eure eigenen Werke Kinder Gottes geworden, sondern durch seine Gnade.<br \/>\nAuch in unserem Leben schauen wir leicht auf die offensichtlichen M\u00f6glichkeiten. Sind die Umst\u00e4nde gut, f\u00fchlen wir uns sicher, werden sie schwierig, verlieren wir schnell den Mut. Doch ein Kind der Verhei\u00dfung glaubt nicht an seine M\u00f6glichkeiten. Ein Kind der Verhei\u00dfung glaubt an den Gott, der verhei\u00dfen hat. Glaube bedeutet nicht, die Realit\u00e4t zu leugnen. Glaube bedeutet, die Realit\u00e4t zu sehen und dennoch auf Gott zu schauen, der gr\u00f6\u00dfer ist als diese Realit\u00e4t. Das bedeutet auch nicht, dass Gott alles erf\u00fcllen muss, was ich mir w\u00fcnsche. Mein Wunsch wird nicht automatisch zu Gottes Verhei\u00dfung. Glaube bedeutet, an dem festzuhalten, was Gott tats\u00e4chlich verhei\u00dfen hat.<br \/>\nVers 28: \u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verhei\u00dfung.\u201c Was hat Gott uns dann verhei\u00dfen? Gott hat uns verhei\u00dfen, dass wir durch den Glauben an Jesus seine Kinder sind. Er vergibt uns unsere S\u00fcnden, ist bei uns und f\u00fchrt unser Leben. Und schlie\u00dflich schenkt er uns ewiges Leben und sein Reich. Diese Verhei\u00dfungen \u00e4ndern sich nicht, auch wenn unsere gegenw\u00e4rtige Situation ganz anders aussieht.<br \/>\nAuch in unserem t\u00e4glichen Leben entdecken wir immer wieder S\u00fcnde und Schwachheit in uns. Manchmal sehen wir schwierige Umst\u00e4nde und werden schnell \u00e4ngstlich. Schlie\u00dflich verlieren wir das Vertrauen auf Gott, der unser Leben f\u00fchrt. Doch gerade in solchen Momenten sollen wir nicht nur auf uns selbst oder auf die schwierige Realit\u00e4t schauen. Wir sollen auf Gott schauen, der uns seine Verhei\u00dfung gegeben hat. Gott sagt zu uns: \u201eIhr seid wie Isaak Kinder der Verhei\u00dfung.\u201c Ich bete, dass wir dieses Wort festhalten und nicht auf unsere eigenen M\u00f6glichkeiten vertrauen, sondern auf den Gott, der uns seine Verhei\u00dfung gegeben hat und treu erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>3. Die Kinder der Verhei\u00dfung bewahren die Freiheit des Evangeliums (V. 29\u201331)<\/strong><br \/>\nBedeutet ein Leben im Glauben an Gottes Verhei\u00dfung, dass alle Menschen uns bewundern werden? Leider nicht. Vers 29 sagt: \u201eAber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch geboren war, den verfolgte, der nach dem Geist geboren war, so geht es auch jetzt.\u201c<br \/>\nIn 1. Mose 21 verspottete Ismael Isaak. Paulus vergleicht es mit einer Verfolgung und sagt: So wie es damals war, so ist es auch jetzt. Der Weg des menschlichen Verdienstes und der Weg der Gnade stehen miteinander im Konflikt. Auch in Galatien versuchten die Gesetzeslehrer, die Gl\u00e4ubigen zu verunsichern: \u201eEs reicht nicht aus, an Jesus zu glauben. Ihr m\u00fcsst euch beschneiden lassen und das Gesetz halten.\u201c So sollten Menschen, die durch das Evangelium Freiheit empfangen hatten, wieder in die Knechtschaft zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Auch heute besteht die Versuchung, dem Evangelium etwas hinzuzuf\u00fcgen und uns zur Knechtschaft zu f\u00fchren. Man kann denken: \u201eDu musst erst gut genug sein, damit Gott dich anerkennt.\u201c Oder: \u201eEs reicht nicht aus, an Jesus zu glauben. Du brauchst besondere geistliche Erfahrungen, um ein echter Gl\u00e4ubiger zu sein.\u201c Wir werden durch den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus gerettet. Selbstdisziplin und geistliche Erfahrungen k\u00f6nnen wichtig sein, aber sie d\u00fcrfen niemals zu einer zus\u00e4tzlichen Bedingung f\u00fcr unsere Rettung werden.<br \/>\nVers 30 sagt: \u201eSto\u00df die Sklavin und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Sklavin soll nicht mit dem Sohn der Freien erben.\u201c Damit fordert Paulus nicht dazu auf, Menschen zu hassen oder auszugrenzen. Er meint vielmehr: Wir d\u00fcrfen die Gnade Gottes nicht mit menschlichem Verdienst vermischen. Dem Kreuz Christi muss nichts hinzugef\u00fcgt werden.<br \/>\nVers 31 sagt: \u201eSo sind wir nun, Br\u00fcder und Schwestern, nicht Kinder der Sklavin, sondern der Freien.\u201c Wir sind keine Sklaven, die aus Angst versuchen m\u00fcssen, Gottes Anerkennung zu verdienen. Wir sind Kinder Gottes, die in Christus bereits geliebt und angenommen worden sind.<br \/>\nFreiheit bedeutet nicht, dass wir tun k\u00f6nnen, was wir wollen. Es ist die Freiheit von dem Zwang, durch eigene Werke Gottes Anerkennung verdienen zu m\u00fcssen. Es ist die Freiheit, Gott in seiner Gnade zu lieben und ihm mit Freude zu gehorchen. Darum sollen wir nicht wieder das Joch der Knechtschaft tragen. Wir sind Kinder der Verhei\u00dfung.<br \/>\nWenn ich auf mein eigenes Leben zur\u00fcckblicke, sehe ich, dass ich oft verzweifelt war, weil ich nur auf meine menschlichen F\u00e4higkeiten und auf meine Lebensumst\u00e4nde geschaut habe. Besonders als ich das Abitur in Korea zweimal nicht gut geschrieben hatte, f\u00fchlte es sich so an, als w\u00e4re mein weiterer Lebensweg versperrt. Weil ich nicht das gew\u00fcnschte Ergebnis erreicht hatte, waren mein Herz und meine Gedanken voller Angst und Verzweiflung. Doch Gott gab mir in dieser Zeit sein Wort. Durch die Bibelstunde \u00fcber 2. Mose lernte ich, dass Gott derjenige ist, der sein Volk aus der Knechtschaft befreit. Besonders durch Jesaja 9,6 durfte ich Jesus als meinen Retter, als ewigen Vater und als Friedef\u00fcrsten annehmen. Dass ich an Jesus glaubte, bedeutete jedoch nicht, dass sich meine schwierige Realit\u00e4t sofort ver\u00e4nderte. Die Tatsache, dass ich mein Abitur schlecht geschrieben hatte, blieb bestehen, und auch meine Zukunft war weiterhin unklar. Doch als ich auf Gottes Wort der Verhei\u00dfung schaute, ver\u00e4nderte sich meine Sicht auf mein Leben. Meine eigenen M\u00f6glichkeiten und mein Versagen waren nicht mehr das letzte Wort \u00fcber mein Leben. Der Gott, der mich rettet und f\u00fchrt, wurde zu meiner Hoffnung. Ich konnte wirklich glauben, dass Gott mir Frieden schenkt, mich als mein ewiger Vater versorgt und mich f\u00fchrt. Als ich an diese Verhei\u00dfung glaubte, war ich nicht mehr so unsicher. Im Gebet entschied ich mich, als studentischer Missionar nach Deutschland zu kommen. Sp\u00e4ter, als ich als Missionar nach Deutschland kam, war es \u00e4hnlich. Als ich merkte, wie schlecht ich Deutsch sprach und wie schwer die Realit\u00e4t ist, kamen dunkle Gedanken und der Wunsch aufzugeben in mir auf. Doch im Gebet durfte ich glauben, dass es Gott war, der mich nach Deutschland gef\u00fchrt hatte, und dass er mich auch weiterhin f\u00fchren w\u00fcrde. Darum betete ich: \u201eIch will mein Bestes tun, soweit es mir m\u00f6glich ist. Aber das Ergebnis m\u00f6chte ich dir, Gott, \u00fcberlassen.\u201c<br \/>\nTrotz meiner Schwachheit lie\u00df Gott mich die Deutschpr\u00fcfung bestehen. Dadurch durfte ich erkennen, dass dies nicht mein Verdienst und kein Grund zum Stolz war, sondern Gottes Gnade.<br \/>\nAuch w\u00e4hrend meines Medizinstudiums gab es viele Situationen, in denen ich an die Grenzen meiner eigenen F\u00e4higkeiten kam. Besonders als ich Physiologie und Biochemie lernen und auf Deutsch Seminare und Pr\u00e4sentationen halten musste, hatte ich gro\u00dfe Angst. In dieser Zeit gab Gott mir das Wort aus Richter 6,12: \u201eDer HERR ist mit dir, du streitbarer Held.\u201c<br \/>\nIch selbst f\u00fchlte mich \u00fcberhaupt nicht wie ein tapferer Held. Im Gegenteil, am liebsten w\u00e4re ich davongelaufen. Doch entscheidend war nicht, wie ich mich selbst f\u00fchlte, sondern was Gott zu mir sagte. Als ich mich an das Wort hielt, dass Gott mit mir ist, konnte ich die Seminare und Pr\u00e4sentationen, vor denen ich gro\u00dfe Angst hatte und zu denen ich eigentlich nicht gehen wollte, bis zum Ende bew\u00e4ltigen. Auch vor mehreren Pr\u00fcfungen am Ende eines klinischen Semesters kamen in mir immer wieder negative Gedanken auf. \u201eDu schaffst das nicht. Du wirst bestimmt scheitern.\u201c<br \/>\nIn dieser Zeit schenkte Gott mir durch Geschichte von Hiskia Gnade. K\u00f6nig Hiskia lie\u00df sich von den bedrohlichen Worten des Rabschake nicht bestimmen, sondern ging damit zu Gott. Dadurch lernte ich, dass es wichtiger ist, auf Gottes Wort zu h\u00f6ren, als auf die Angst und die negativen Gedanken, die unmittelbar vor meinen Augen sind.<br \/>\nVor dem zweiten Staatsexamen wurde ich zudem krank und war k\u00f6rperlich in einem schlechten Zustand. Ich machte mir Sorgen, dass ich die Pr\u00fcfung nicht bew\u00e4ltigen, am Ende im Medizinstudium scheitern und meinen Weg als Missionar in Deutschland nicht weitergehen k\u00f6nnte. Doch auch in dieser Situation durfte ich durch das Gespr\u00e4ch mit meinen Eltern erkennen, dass ich nicht selbst das Ergebnis festhalten und mich deswegen sorgen sollte, sondern meine Zukunft dem allm\u00e4chtigen Gott anvertrauen durfte. Dadurch bekam ich wieder das Vertrauen auf Gott, der mein Leben f\u00fchrt und begleitet. Ich konnte mich auf das Lernen konzentrieren, das ich zu tun hatte, und \u00fcberlie\u00df Gott das Ergebnis. Und Gott lie\u00df mich auch diese Pr\u00fcfung durch seine Gnade bew\u00e4ltigen.<br \/>\nAuch heute brauche ich diesen Glauben. Wenn ich meine Arbeit bew\u00e4ltige, mich zu Hause um die Kinder k\u00fcmmere oder viele komplizierte Dinge erledigen muss, gerate ich leicht unter den Druck, alles gut vorbereiten und selbst verantworten zu m\u00fcssen. Dann schaue ich wieder nur auf meine eigenen F\u00e4higkeiten und auf die Realit\u00e4t und werde \u00e4ngstlich und mutlos. Doch jedes Mal darf ich neu lernen, dass ich nicht auf meine eigenen F\u00e4higkeiten oder meine Umst\u00e4nde schauen soll, sondern auf den Gott, der seine Verhei\u00dfung gegeben hat.<br \/>\nLieber himmlischer Vater, obwohl ich sage, dass ich an Jesus Christus glaube, lebte ich in Wirklichkeit immer wieder unter der Knechtschaft der Angst, der Suche nach Anerkennung in der Welt und des Hochmuts. Ich tue Bu\u00dfe daf\u00fcr, dass ich trotz vieler Glaubenserfahrungen angesichts der Realit\u00e4t immer wieder \u00e4ngstlich wurde und dir nicht vertrauen konnte. Herr, ich danke dir f\u00fcr dein Wort aus dem Galaterbrief. Durch dieses Wort erkenne ich erneut, dass du mich zu deinem Kind gemacht hast und welche Freiheit du mir durch Jesus Christus geschenkt hast. Ich bin wirklich frei, weil Jesus, mein Retter, schon f\u00fcr meine S\u00fcnden wie Habgier, Begierde und Hochmut am Kreuz gestorben ist.<br \/>\nHerr, nun m\u00f6chte ich nicht mehr aus eigener Kraft leben, sondern dir aus Dankbarkeit gehorchen und nach deinem Wort leben. Ich bin ein Kind der Verhei\u00dfung, das durch deine Gnade und durch dein Wort der Verhei\u00dfung neues Leben empfangen hat. Darum bete ich, dass ich mich auch in Zukunft nicht auf meine eigenen M\u00f6glichkeiten verlasse, sondern an deinem Wort festhalte, bei den Aufgaben, die mir gegeben sind, mein Bestes tue und das Ergebnis dir anvertraue. Ich bete von Herzen, dass ich in jeder Lebenssituation dem Gott der Verhei\u00dfung vertraue, der mich festh\u00e4lt und f\u00fchrt, und als ein Kind der Verhei\u00dfung wie Isaak lebe.<br \/>\nVers 28 sagt: \u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verhei\u00dfung.\u201c<br \/>\nDas gilt f\u00fcr uns, die wir durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Gnade empfangen haben. Wir m\u00fcssen unser Leben nicht durch unsere eigene Kraft und unsere eigenen Werke sichern. Wir d\u00fcrfen an Gottes Verhei\u00dfung festhalten und im Vertrauen auf seine Gnade leben. \u201eSo sind wir nun, Br\u00fcder und Schwestern, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.\u201c<br \/>\nM\u00f6ge Gott uns helfen, nicht als Kinder der Knechtschaft zu leben, die sich auf ihre eigene Kraft und ihre eigenen Werke verlassen, sondern als freie Kinder Gottes, die seiner Verhei\u00dfung vertrauen. M\u00f6ge er uns helfen, in jeder Lebenssituation an seinem Wort festzuhalten und als Kinder der Verhei\u00dfung zu leben.<\/p>\n<ol>\n<li class=\"notranslate\" style=\"border-block-style: initial; border-inline: initial; border-end-end-radius: initial; border-end-start-radius: initial; border-start-end-radius: initial; border-start-start-radius: initial; border-block-width: initial; border-block-color: initial; overflow-block: initial; overflow-inline: initial; overscroll-behavior-block: initial; overscroll-behavior-inline: initial; margin-block: initial; margin-inline: initial; scroll-margin-block: initial; scroll-margin-inline: initial; padding-block: initial; padding-inline: initial; scroll-padding-block: initial; scroll-padding-inline: initial; contain-intrinsic-block-size: initial; contain-intrinsic-inline-size: initial; max-block-size: initial; max-inline-size: initial; inset-block: initial; inset-inline: initial; block-size: initial; inline-size: initial; min-block-size: initial; 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