{"id":14134,"date":"2026-08-16T11:00:32","date_gmt":"2026-08-16T09:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14134"},"modified":"2026-08-24T16:25:06","modified_gmt":"2026-08-24T14:25:06","slug":"predigt-galater-51-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-galater-51-12\/","title":{"rendered":"Predigt: Galater 5,1-12"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-10_501-512_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-10_501-512_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/galater\/5\/1-12?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die christliche Freiheit<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 5,1)<\/p>\n<p>Im Jahr 1215 wurde eine Vereinbarung zwischen John Lackland dem K\u00f6nig von England und den englischen Baronen getroffen. Besiegelt wurde diese Vereinbarung durch die sogenannte Magna Carta (\u201egro\u00dfe Urkunde der Freiheiten\u201c). Was stand dahinter? K\u00f6nig Richard L\u00f6wenherz war in die Kreuzz\u00fcge involviert, die sehr teuer waren. Im Jahr 1199 war K\u00f6nig Richard verstorben und sein Bruder John Lackland kam an die Macht. Was haben K\u00f6nige getan, wenn ihnen das Geld ausgegangen ist? Sie haben die Steuern erh\u00f6ht, die daraufhin mit gro\u00dfer Brutalit\u00e4t eingetrieben wurden. Als Folge dessen kam es zu einem Aufstand der Adligen in England und einem B\u00fcrgerkrieg. Die Barone entwarfen eine Reihe von Forderungen, aus denen die Magna Carta wurde. K\u00f6nig John musste dem schlie\u00dflich zustimmen. In der Magna Carta wird die Freiheit der Kirche von England festgehalten, die Rechte des K\u00f6nigs wurden beschr\u00e4nkt (der K\u00f6nig stand nicht l\u00e4nger \u00fcber dem Gesetz), und die Rechte und Privilegien der Adligen wurde darin verb\u00fcrgt. Die Magna Carta bedeutet der \u201egro\u00dfe Freibrief\u201c und gilt historisch als ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschenrechte.<br \/>\nDer Galaterbrief ist bekannt als die Magna Carta der christlichen Freiheit. Wenn dem so ist, dann muss Galater 5,1 der Leitvers vom ganzen Brief sein: \u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!\u201c \u00dcber drei Punkte wollen wir nun kurz nachdenken. Es geht um die christliche Freiheit. Erstens, das Wesen der Freiheit; zweitens, die Verteidigung der Freiheit; und drittens, die Erf\u00fcllung der Freiheit.<\/p>\n<p><strong>1. Das Wesen der Freiheit<\/strong><br \/>\nVers 1 beginnt mit den Worten: \u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit.\u201c Was bedeutet es frei zu sein? F\u00fcr viele Menschen im Westen bedeutet Freiheit die Abwesenheit von Restriktionen, damit wir das tun und lassen k\u00f6nnen, was wir wollen. Stellen wir uns eine Gruppe von Kindern vor, die ihren idealen Tag beschreiben: am liebsten richtig lang ausschlafen, um 12 Uhr mittags Gummib\u00e4rchen und Chips fr\u00fchst\u00fccken, danach vielleicht Freunde treffen, abends bei McDonalds essen, dann bis 2 Uhr nachts zocken. Leider geht das nicht. Warum? Weil es in Deutschland Schulpflicht gibt. Kinder m\u00fcssen ab 6 Jahren in die Schule bis sie 18 Jahre alt sind. D.&nbsp;h., sie haben nicht die Freiheit, jeden Tag erst zur Mittagszeit aufzustehen, zumindest nicht au\u00dferhalb der Ferien.<br \/>\nIn Deutschland leben wir in einem freien Land. Und diese Freiheiten sind wirklich wertvoll: Es gibt die Rede- und Meinungsfreiheit. Wir haben im Prinzip die Freiheit, das zu sagen, was wir wollen, religi\u00f6s, politisch, usw. Wir haben Religionsfreiheit: Wir k\u00f6nnen im Prinzip den Glauben und die Religion aus\u00fcben, die wir wollen. Es gibt die Versammlungsfreiheit, was bedeutet, dass B\u00fcrger das Recht haben, friedlich und ohne Waffen zusammenzukommen, z.&nbsp;B. f\u00fcr Demonstrationen. Auf dieser Welt gibt es sehr viele L\u00e4nder, die diese Freiheiten nicht haben; unz\u00e4hlige Menschen sitzen in Gef\u00e4ngnissen, weil sie politisch aktiv waren, oder weil sie einen Glauben haben, der von den Machthabern nicht geduldet wird. Politische Gefangene, Menschen im Gef\u00e4ngnis sind nicht frei. Das ist so offensichtlich, dass man das nicht sagen muss.<br \/>\nAber hier ist die Frage: W\u00e4ren wir wirklich frei, wenn es keine Restriktionen gibt? Sind wir frei, wenn wir wirklich alles das tun k\u00f6nnen, was wir wollen? Mit unserem freien Willen gibt es ein paar Probleme. Eins der Probleme ist, dass unser Wille h\u00e4ufig widerspr\u00fcchlich ist. Zum Beispiel wollen manche von uns richtig gut in der Schule oder an der Uni sein; gleichzeitig wollen wir aber nicht lernen und den ganzen Tag lang TikTok-Videos und Insta-Shorts schauen. Oder manche von uns wollen richtig sportlich sein und einen solchen Sixpack haben, dass man auf unserem Bauch einen Apfel raspeln k\u00f6nnte; gleichzeitig wollen wir aber keinen Sport machen und jeden Abend am liebsten ein Ma\u00df Bier trinken. Oder manche w\u00fcrden gerne Geld zur Seite legen wollen f\u00fcr die Altersvorsorge oder f\u00fcr eine berufliche Auszeit; gleichzeitig wollen wir aber das neueste Smartphone haben, jede Woche mehrmals ausw\u00e4rts essen und am Wochenende shoppen gehen. Wir verstehen, dass das nicht gut gehen kann.<br \/>\nVielleicht merken wir an dieser Stelle, dass wahre Freiheit nicht einfach bedeuten kann, keine Einschr\u00e4nkungen zu haben und alles das tun zu k\u00f6nnen, was man will. Wahre Freiheit muss auch etwas damit zu tun haben, dass wir das Richtige und Gute wollen. In dem Film Kungfu Panda gibt es einen gro\u00dfen, dicken Panda namens Po, der mir deshalb sympathisch ist, weil er ein Foodie (Feinschmecker) ist, genau wie ich. Er isst f\u00fcr sein Leben gerne. Meister Shifu nutzt dessen Appetit aus, indem er genau das nutzt, um dem Panda richtig hartes Training zu geben. Nachdem das Training aber beendet ist, setzt er dem Panda eine Sch\u00fcssel mit gef\u00fcllten Teigtaschen vor und sagt ihm: \u201eIch hatte versprochen, dich zu trainieren. \u2026 Und dein Training ist beendet. Du bist frei, zu essen.\u201c Po traut dem Braten nicht. Als er versucht, eine Teigtasche zu essen, schnappt ihm der Meister diese Teigtasche mit einer blitzschnellen Bewegung weg und isst sie selbst. Shifu sagt: \u201eDu bist frei, zu essen!\u201c Po fragt: \u201eBin ich das?\u201c Shifu fragt: \u201eBist du frei?\u201c In dieser wunderbaren Szene zeigen sich die Nuancen dessen, was es bedeutet frei zu sein. Der Panda hat die Freiheit zu essen. Aber hat der Panda auch die Freiheit, nicht zu essen? Ist er immer noch beherrscht von seinem gro\u00dfen Appetit, oder ist er wirklich frei?<br \/>\nFreiheit ist nicht die Abwesenheit von allem, was uns einschr\u00e4nkt. Es ist die Abwesenheiten von falschen Begrenzungen. Tats\u00e4chlich brauchen wir manche Einschr\u00e4nkungen, um wirklich frei sein zu k\u00f6nnen. Ein paar Beispiele: Wenn du die Freiheit haben willst, in einem gesunden K\u00f6rper zu leben, wirst du nicht alles das tun und alles das essen k\u00f6nnen, worauf du Lust hast; du wirst Sport machen m\u00fcssen und du wirst hin und wieder einen Salat und Gem\u00fcse und Obst essen m\u00fcssen. Wenn du die Freiheit haben willst, dich durch Musik richtig gut ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen, wirst du das ein oder andere Hobby aufgeben m\u00fcssen, weil du ganz sch\u00f6n viel \u00fcben musst, bist du ein Instrument beherrschst. Wenn du die Freiheit haben willst, in einer gl\u00fccklichen Beziehung zu leben, wirst du dich ganz vielen \u201ePflichten\u201c unterwerfen m\u00fcssen, angefangen mit ehrlicher Kommunikation bis hin zum Geschirrsp\u00fclen, Windeln wechseln und M\u00fcllraustragen.<br \/>\nWas ist mit der christlichen Freiheit? In den vorigen vier Kapiteln hat Paulus erkl\u00e4rt, wovon wir genau freigemacht wurden. Wir sind frei von der Knechtschaft, das ganze Gesetz halten zu m\u00fcssen. Wir sind frei von dem Fluch des Gesetzes, weil die Strafe, die wir verdient hatten, weil wir das Gesetz nicht ansatzweise halten konnten, an uns vor\u00fcbergeht. Das bedeutet auch, dass wir frei sind von der Furcht, verloren zu gehen. Wir sind frei von den finsteren M\u00e4chten der Welt, die uns versklavt hatten und von denen Paulus im vorigen Kapitel gesprochen hatte. Wir sind frei von der Knechtschaft der S\u00fcnde. Das sind die Restriktionen, von denen das Evangelium uns freimacht.<br \/>\nDie Freiheit ist keine, die wir uns selbst erarbeitet haben. Gott hatte eine gewaltige Befreiungsaktion geplant und erfolgreich durchgef\u00fchrt: Operation Evangelium. Jesus, der eine Sohn Gottes ist ganz heimlich in Bethlehem in diese Welt gekommen; er hat in einer unbedeutenden Ecke des r\u00f6mischen Reiches so gelebt, wie wir alle h\u00e4tten leben sollen; Jesus ist am Kreuz gestorben, und alle M\u00e4chte und Gewalten der Finsternis triumphierten, weil sie dachten, dass Gottes Mission gescheitert w\u00e4re; aber dann ist etwas passiert, was absolut niemand hatte kommen sehen: Am dritten Tag war sein Grab leer, weil er auferstanden ist. Jesus hat uns freigemacht, indem er unseren Fluch auf sich genommen hatte; weil er f\u00fcr uns am Kreuz gestorben ist; weil er uns mit seinem Blut freigekauft hat. Wir sind frei, obwohl wir eigentlich nicht in Ordnung sind, obwohl wir eigentlich nicht gerecht sind. Wir sind frei, weil wir eine Gerechtigkeit haben, die uns angerechnet wird: die Gerechtigkeit des vollkommenen Sohnes Gottes. Wenn wir Jesus vertrauen, dann sind wir bei Gott so angenommen wie wir sind.<br \/>\nWas sind die Auswirkungen dessen f\u00fcr unser praktisches Leben? Die Konsequenz dessen ist, dass wenn wir das Evangelium wirklich verstanden haben, dass Gott uns als seine Kinder adoptiert hat, wenn wir wirklich begriffen haben, mit welcher Liebe und Gnade wir von Gott \u00fcbersch\u00fcttet wurden, wenn wir wirklich erfasst haben, welchen unm\u00f6glichen Preis Gott f\u00fcr uns bezahlt hat, dann geschieht etwas in unseren Herzen. Wer aus der Gnade lebt, der will nicht mehr das tun, was Gott verletzt. Wer den Drang hat zu s\u00fcndigen, der hat die Gnade Gottes nicht verstanden. Wir sind frei von der Verdammnis. Gott macht uns frei, das Gute zu wollen. Das bringt uns zum zweiten Punkt.<\/p>\n<p><strong>2. Die Verteidigung der Freiheit<\/strong><br \/>\nPaulus schreibt jetzt: \u201eSteht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!\u201c Die Aufforderung \u201esteht fest\u201c klingt wie ein milit\u00e4rischer Befehl: \u201eAuf eure Beine, Soldaten, haltet die Stellung, gebt dem Feind keinen Raum!\u201c Es ist der Befehl von Paulus an die Galater-Christen, dass sie darum k\u00e4mpfen sollten, diese Freiheit zu verteidigen. Die Freiheit, zu welcher wir befreit wurden, ist immer in Gefahr, zu einfach aufgegeben zu werden, kompromittiert zu werden, kampflos aus der Hand gegeben zu werden.<br \/>\nIch glaube, dass dieses Wort \u201eSteht daher fest\u201c f\u00fcr viele von uns von gro\u00dfer Wichtigkeit ist. Wir haben heute eine Reihe von jungen Erwachsenen im Gottesdienst, die vergangene Woche an der Encounter-Konferenz teilgenommen haben. Und wir haben eine Reihe von Teenagern bei uns, die in den vergangenen zwei Wochen an der Schweizfreizeit teilgenommen haben. Und wir haben ein paar Kinder, die vor einer Woche auf der Kinderkonferenz waren. Drei wunderbare Fahrten. Vielleicht wurdet ihr dort auf besondere Weise von Gott anger\u00fchrt. Vielleicht hat Gott auf besondere Weise zu euch gesprochen. Vielleicht habt ihr gesp\u00fcrt, wie eure Ketten abgefallen sind, wie Jesus euch aus eurem Gef\u00e4ngnis der Schuld und Finsternis freigemacht hat. Vielleicht seid ihr noch ein wenig auf diesem Hoch. Oder aber, vielleicht hat bei euch die Depression des Tals bereits eingesetzt. Die Bibel sagt uns: \u201esteht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen.\u201c Kehrt nicht sang- und klanglos zu eurem alten Leben zur\u00fcck.<br \/>\nIn den Versen 2\u20134 erkl\u00e4rt Paulus, wodurch die Galater in Gefahr waren, ihre Freiheit leichtfertig aufs Spiel zu setzen: \u201eSiehe, ich, Paulus, sage euch: wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts n\u00fctzen. Ich bezeuge wiederum jedem Menschen, der sich beschneiden l\u00e4sst: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden sollt, seid von Christus getrennt; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.\u201c Was war die Situation? Nachdem Paulus abgereist war, kamen eloquente j\u00fcdische Lehrer in die Galater-Gemeinden, die gelehrt hatten, dass die Christen zuerst Juden werden m\u00fcssten, um wirklich bei Gott angenommen zu werden. Das Evangelium reichte nicht aus. Sie brauchten Evangelium Plus. Sie brauchten die Beschneidung.<br \/>\nPaulus wird hier ganz klar: Wenn sie sich darauf einlassen, dann wird ihnen Christus nichts n\u00fctzen und sie fallen aus der Gnade heraus. Warum ist dem so? Stellen wir uns eine Haust\u00fcr vor, die ganz f\u00fcrchterlich schleift. Wir beauftragen einen Handwerker, der sich darum k\u00fcmmert und uns die T\u00fcr perfekt einstellt. Und jetzt stellen wir uns vor, dass, nachdem der Handwerker seine Arbeit beendet hat, wir einen Vorschlaghammer in die Hand nehmen und sagen, dass wir ein klein wenig nachbessern wollen. Der Handwerker w\u00e4re entsetzt. Wenn die T\u00fcr wirklich perfekt eingestellt ist, dann ist jedes weitere Herumdoktern daran, eine absolute Verschlimmerung. Wir machen seine Arbeit kaputt. Ein anderes Beispiel: Nehmen wir an, wir beauftragen Rembrandt, uns ein Gem\u00e4lde zu malen, z.&nbsp;B. \u201eDie R\u00fcckkehr des verlorenen Sohnes\u201c. Nachdem das Gem\u00e4lde vollendet ist, nehmen wir vor den Augen des K\u00fcnstlers einen Pinsel mit Farbe und sagen, dass da noch eine pinke Linie fehlt. Wir w\u00fcrden daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis kommen. Und zurecht!<br \/>\nAls Jesus am Kreuz starb, sagte er die Worte \u201ees ist vollbracht\u201c. Alles, was zu unserer Errettung notwendig war, hatte Jesus f\u00fcr uns vollendet. Jedes Hinzuf\u00fcgen zu dem, was Jesus f\u00fcr uns getan hat, ist der Versuch, sein Werk zu diskreditieren. Jede Addition ist in Wirklichkeit eine Subtraktion. In Vers 9 warnt Paulus: \u201eEin wenig Sauerteig durchs\u00e4uert den ganzen Teig!\u201c Ich wei\u00df nicht, wer von euch die Erfahrung hatte mit Sauerteig zu arbeiten. Hier ist eine andere, sommerliche Illustration. Stellen wir uns vor, wir schneiden eine Wassermelone. Wem von euch ist schon einmal passiert, dass ihr die Melone auf dem gleichen Schneidebrett zerteilt habt, auf dem zuvor Knoblauch geschnitten wurde? Das hat das Potential, eine ganze Wassermelone zu ruinieren. Gleiches gilt f\u00fcr jeden Versuch, zu dem, was Jesus f\u00fcr uns getan hat, etwas hinzuzuf\u00fcgen. Es ruiniert das Ganze.<br \/>\nHier ist der Punkt, bei dem wir jetzt extrem gut aufpassen m\u00fcssen. Paulus schreibt: \u201eWenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts n\u00fctzen.\u201c Jetzt wissen wir aber, dass Paulus und alle Apostel beschnitten waren. Wir wissen auch, dass Paulus Timetheus hatte beschneiden lassen. Wie passt das alles zusammen? In Vers 6 sagt er: \u201eDenn in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.\u201c Auf der einen Seite sagt Paulus ganz klar, dass f\u00fcr die Galater-Christen die Beschneidung absolut tabu war: \u201eWehe ihr macht das! Wenn ihr das macht, dann verliert ihr eure Freiheit!\u201c Auf der anderen Seite sagte Paulus: \u201eEigentlich ist es v\u00f6llig egal, ob man beschnitten ist oder nicht.\u201c Wie passt das Ganze zusammen? Und die Antwort ist: Es geht nicht nur darum, was man tut, sondern aus welchem Motiv heraus man das tut.<br \/>\nCharles Spurgeon soll einmal folgende Geschichte erz\u00e4hlt haben: Es war einmal ein bescheidener G\u00e4rtner. Eines Tages erntete er eine besonders gro\u00dfe und besonders sch\u00f6ne Karotte. Er entschied er sich, diese Karotte zu verschenken. Er tritt vor seinem K\u00f6nig und sagt ihm: \u201eLieber K\u00f6nig, das hier ist die gr\u00f6\u00dfte und sch\u00f6nste Karotte, die ich jemals geerntet habe. Ich m\u00f6chte sie Euch gerne \u00fcberreichen.\u201c Der K\u00f6nig war sichtlich ger\u00fchrt. Als der G\u00e4rtner gehen will, macht der K\u00f6nig dem G\u00e4rtner ein gro\u00dfz\u00fcgiges Geschenk: ein St\u00fcck Land. Ein Adliger am k\u00f6niglichen Hof bekam das alles mit. Er dachte sich: \u201eEin St\u00fcck Land f\u00fcr eine M\u00f6hre \u2013 was f\u00fcr ein Schn\u00e4ppchen! Da kann ich doch viel mehr herausholen.\u201c Am n\u00e4chsten Tag \u00fcberreicht der Adlige dem K\u00f6nig einen pr\u00e4chtigen schwarzen Hengst: \u201eLieber K\u00f6nig, das ist das sch\u00f6nste Pferd aus meinem Stall. Deshalb m\u00f6chte ich dir gerne diesen Hengst schenken.\u201c Der K\u00f6nig ist weise genug, die Absichten des Adligen zu durchschauen. Er nimmt das Geschenk an und sagte: \u201eDanke.\u201c Der Adlige war verwirrt. Der K\u00f6nig erkl\u00e4rt ihm schlie\u00dflich: \u201eDer G\u00e4rtner hat mir die M\u00f6hre geschenkt. Du hingegen hast dir selbst das Pferd geschenkt.\u201c<br \/>\nGestern hat James in seiner Abschlusspredigt verschiedene geistliche Disziplinen vorgestellt. Und dann sagte er zu uns: \u201eWenn ihr das alles tut, werdet ihr richtige Pharis\u00e4er werden.\u201c Das war ein Witz und gleichzeitig ist etwas Wahres dran. Wir alle sind angehalten, das Gute zu tun, aber die zentrale Frage ist: Warum tust du das Gute, das du tust? Es ist wunderbar, dass du Bibelstudium machst, zum Gottesdienst kommst, Almosen gibst, der Gemeinde dienst. Aber warum tust du das? Ist es Liebe und Respekt dem K\u00f6nig gegen\u00fcber oder tust du das f\u00fcr dich selbst? Tim Keller hatte von einer Routine erz\u00e4hlt, die er hatte. Nach dem Gottesdienst gingen er und seine Frau Kathy nach Hause. Er fragte sie dann: \u201eUnd, wie war der Gottesdienst?\u201c Was er damit meinte, war: \u201eWie fandest du meine Predigt heute?\u201c Selbst f\u00fcr einen Pastor wie Tim Keller waren seine Predigten der Versuch, sich selbst zu rechtfertigen und die Liebe und Anerkennung seiner Frau zu gewinnen.<br \/>\nWie k\u00f6nnen wir dann die Freiheit verteidigen, die Gott uns in Jesus geschenkt hat? Wie stehen wir fest? Ich hatte dieses Beispiel schon vor einigen Monaten erz\u00e4hlt. Aber ich fand es sehr hilfreich und erz\u00e4hle es wieder. Mein Papa hatte mit einem von meinen Jungs Bibelstudium. Bei einer dieser Studien fragte mein Papa: \u201eWogegen m\u00fcssen wir ank\u00e4mpfen?\u201c Mein Sohn antwortete auf diese Frage: \u201eGegen die S\u00fcnde.\u201c Die Antwort von meinem Papa: \u201eNein! Wir k\u00e4mpfen gegen das Vergessen.\u201c Unsere Herausforderung ist, die Gnade nicht zu vergessen: sich immer und immer zu vergegenw\u00e4rtigen, was Gott f\u00fcr uns getan hat und wie sehr wir bei ihm geliebt sind. Das ist die Art und Weise, wie wir unsere Freiheit verteidigen.<\/p>\n<p><strong>3. Die Erf\u00fcllung der Freiheit<\/strong><br \/>\nWenn Christus uns zur Freiheit befreit hat, stellt sich die Frage, ob Freiheit ein Selbstzweck ist. Ist Freiheit ein Mittel zum Zweck oder ist Freiheit das, worum es im christlichen Leben geht? Ich glaube, dass beides der Fall ist. Verse 5 und 6: \u201eDenn wir erwarten im Geist aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Denn in Christus Jesus vermag weder die Beschneidung noch die Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.\u201c Die Freiheit dient dem Zweck, dass wir lieben: Gott von ganzem Herzen lieben und den N\u00e4chsten lieben wie uns selbst. Die Freiheit ist hier Mittel zum Zweck. Wir k\u00f6nnten uns aber die Frage stellen: Wenn wir die Freiheit nutzen, um nur unseren egoistischen W\u00fcnschen nachzugehen, sind wir dann noch wirklich frei? Und die Antwort ist \u201enein\u201c! Wir sind gefangen in unserer Selbstsucht. Wir leben nur dann in Freiheit, wenn wir aus Glauben in Liebe leben. Die Freiheit ist daher auch Selbstzweck: Christus hat uns befreit, damit wir frei sind.<br \/>\nWo soll das Ganze hinf\u00fchren? Was ist die Erf\u00fcllung dessen? Paulus spricht in Vers 5 von der Hoffnung der Gerechtigkeit. Die Hoffnung ist, dass wir eines Tages ganz frei sind, das zu tun, was wir wollen, weil das, was wir wollen, absolut gut ist. Dallas Willard schreibt in seinem Buch \u201eDivine Conspiracy\u201c: \u201eEs ist Gottes Absicht, dass jeder von uns zu einem Menschen wird, den er in seinem Universum Freiheit schenken kann \u2013 ausgestattet mit der Kraft, das zu tun, was wir tun wollen. So wie wir dies, soweit m\u00f6glich, f\u00fcr unsere Kinder und andere, die wir lieben, w\u00fcnschen und beabsichtigen, so w\u00fcnscht und beabsichtigt Gott es auch f\u00fcr seine Kinder. Doch der Charakter, die innere Ausrichtung des Selbst, muss sich so weit entwickeln, dass dies m\u00f6glich wird.\u201c<br \/>\nIn C.S. Lewis\u2018 \u201eScretape Letters \/ Dienstanweisung f\u00fcr einen Unterteufel\u201c philosophiert der Oberd\u00e4mon dar\u00fcber, weshalb Christen Hoch- und Tiefphasen erleben. Konferenzen sind Hochphasen. Montage sind Tiefphasen. Es gibt Momente, in denen uns Gottes Gegenwart so nah scheint. Es gibt andere Momente, in denen Gott so fern zu sein scheint. Es hat etwas damit zu tun, dass Gott will, dass wir unsere Freiheit gebrauchen, um so zu werden, wie er. Der Oberd\u00e4mon sagt: \u201eEs w\u00e4re f\u00fcr Ihn [Gott] nutzlos, sich einfach \u00fcber den menschlichen Willen hinwegzusetzen (was Seine [Gottes] sp\u00fcrbare Gegenwart \u2013 selbst in noch so schwacher und gemilderter Form \u2013 zweifellos bewirken w\u00fcrde). Er [Gott] kann nicht erzwingen. Er kann nur umwerben. Denn Seine unedle Vorstellung ist es, den Kuchen zu essen und ihn zugleich zu behalten; die Gesch\u00f6pfe sollen eins mit Ihm sein, aber dennoch sie selbst bleiben; sie blo\u00df auszul\u00f6schen oder zu assimilieren, w\u00fcrde nicht ausreichen. [&#8230;] Er \u00fcberl\u00e4sst es dem Gesch\u00f6pf, auf eigenen Beinen zu stehen \u2013 allein aus dem Willen heraus Pflichten zu erf\u00fcllen, die jeglichen Reiz verloren haben. Gerade in solchen Tiefphasen, viel mehr noch als in den Hochphasen, w\u00e4scht es [das Gesch\u00f6pf] zu der Art von Gesch\u00f6pf heran, die Er sich f\u00fcr es [sein Gesch\u00f6pf] w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Falls ihr in eurem Glaubensleben erlebt habt: \u201eIch habe Gott darum gebeten, dass er sich mir zeigen soll, aber es gab keine Offenbarung; ich habe Gott daf\u00fcr gebeten, dass diese Menschen, dass diese Person geheilt wird, aber keine Heilung; ich hab daf\u00fcr gebetet, dass diese Beziehung repariert wird, aber nichts scheint sich zu tun; ich hab gebetet, dass Gott sich mir zeigt, aber Gott scheint mir so fern zu sein.\u201c Es gibt Momente, in denen ich Gott erfahren habe. Es gibt Momente, in denen Gott Wunder tut, aber es gibt auch diese Momente, wo er absolut fern zu sein scheint. Und das sind die Momente, in denen wir lernen, mit der Freiheit, die Gott uns gegeben hat, umzugehen und ihn trotzdem zu lieben, ihn trotzdem zu suchen, ihm trotzdem \u00e4hnlicher zu werden.<\/p>\n<p>Die christliche Freiheit ist die Freiheit von Schuld, S\u00fcnde und Verdammnis, die dazu f\u00fchrt, dass wir das Gute wollen. Die christliche Freiheit wird verteidigt, indem wir uns immer und immer wieder an das Evangelium der Gnade erinnern. Und die christliche Freiheit erf\u00fcllt sich, wenn wir eines Tages alles tun k\u00f6nnen, was wir wollen, weil das, was wir wollen, der vollkommene Wille Gottes ist und weil wir unser wahres Selbst gefunden haben. Und das ist die Freiheit, zu der Jesus uns frei macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Die christliche Freiheit \u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit! 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