{"id":14125,"date":"2026-08-23T11:00:11","date_gmt":"2026-08-23T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14125"},"modified":"2026-08-23T15:05:40","modified_gmt":"2026-08-23T13:05:40","slug":"predigt-galater-513-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-galater-513-21\/","title":{"rendered":"Predigt: Galater 5,13-21"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-11_513-521_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-11_513-521_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/galater\/5\/13-21?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Freiheit und das Fleisch<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt, sondern durch die Liebe diene einer dem andern.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 5,13)<\/p>\n<p>An den letzten zwei Sonntagen haben wir erfahren, wie Paulus den Christen in Galatien die christliche Freiheit verk\u00fcndigt hat. Wie wir letzte Woche von H. gelernt haben, bedeutet Freiheit nicht, dass wir einfach alles tun k\u00f6nnen, wozu wir Lust haben, ohne irgendwelche Konsequenzen davon zu tragen. Vielmehr hat Jesus uns von unserer Schuld vor Gott und vom Urteil des Gesetzes frei gemacht, damit wir von dieser Knechtschaft befreit werden und damit wir nun nach Gottes Willen f\u00fcr seine Ehre leben k\u00f6nnen. Aber es ist nicht leicht, dass wir diese Freiheit richtig begreifen und dauerhaft darin leben. Angesichts der judaistischen Lehrer, die die Galater beharrlich lehrten, dass sie auch das Gesetz von Mose halten m\u00fcssten, um gerettet zu werden, hat Paulus an die Gl\u00e4ubigen appelliert: \u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!\u201c Paulus hat sie gewarnt, dass wer sich beschneiden lie\u00df und durch das Halten des Gesetzes vor Gott gerecht werden wollte, Christus verloren hatte und von ihm nichts erwarten konnte.<\/p>\n<p>Aber der Abfall in ein gesetzliches Leben ist nur eine der beiden gro\u00dfen Gefahren, durch die wir die christliche Freiheit verlieren k\u00f6nnen. In unserem heutigen Text geht es um die andere Gefahr. Paulus dr\u00fcckt darin seine Sorge aus, dass die Christen die Freiheit daf\u00fcr missbrauchen w\u00fcrden, \u201enach dem Fleisch\u201c bzw. nach ihrer alten s\u00fcndigen Natur zu leben. F\u00fcr uns Christen heute besteht auch die Gefahr, dass wir unseren alten s\u00fcndigen Begierden nachgeben, uns dadurch wieder in S\u00fcnde verstricken, die Freiheit verlieren und unser ewiges Heil aufs Spiel setzen. Paulus beschreibt aber nicht nur diese Gefahr, sondern gibt uns zwei Anweisungen, wie wir diese schlimme Gefahr vermeiden und dauerhaft in der von ihm geschenkten Freiheit leben k\u00f6nnen. Diese zwei Punkte sind auch die Themen der zwei Teile der Predigt: 1. Frei, um einander in Liebe zu dienen (13\u201315), und 2. Lebt im Geist! (16\u201321)<\/p>\n<p><strong>1. Frei, um einander in Liebe zu dienen (13\u201315)<\/strong><\/p>\n<p>Paulus beginnt diesen Abschnitt, indem er nochmal an die Christen appelliert, dass sie zur Freiheit berufen sind. Er schreibt im Vers 13: \u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen &#8230;\u201c Jesus hat uns von unserer Schuld vor Gott und von unserer Verurteilung zum Tod durch das Gesetz befreit, indem er am Kreuz f\u00fcr unsere S\u00fcnden starb. Dadurch sind wir Gottes Kinder und wirklich frei geworden und k\u00f6nnen nun zu Gottes Ehre mit der Hoffnung auf das ewige Leben mit ihm leben! Jesus hat uns befreit, dass wir das Gute, das wir eigentlich tun wollen, wirklich tun k\u00f6nnen und so durch unser Leben Gott ehren und f\u00fcr unsere Mitmenschen ein Segen werden k\u00f6nnen, wie Gott es will. Paulus wollte, dass die Galater-Christen diese Freiheit festhielten und sie auf keinen Fall wieder verl\u00f6ren.<\/p>\n<p>Was war Paulus\u2018 Sorge, wie sie die Freiheit verlieren k\u00f6nnten? Er schrieb weiter: \u201eAllein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt\u201c (13b). Paulus\u2018 Sorge war, dass sie \u201edem Fleisch\u201c Raum geben w\u00fcrden. W\u00e4hrend der Begriff \u201eFleisch\u201c im Alten Testament neutral f\u00fcr den ganzen Menschen als leiblich-seelische Einheit steht, hat er hier bei Paulus eine negative Bedeutung. Er meint die verdorbene geistliche Innerlichkeit des Menschen mit seinen s\u00fcndigen W\u00fcnschen und Begierden, die Gottes heiligem Willen zuwider sind. In den Versen 19\u201321 sehen wir eine Aufz\u00e4hlung, die uns eine konkrete Vorstellung davon geben, was Paulus damit meint.<\/p>\n<p>Auch wir Christen, die durch den Glauben an Jesus Gottes Kinder geworden sind und seinen Geist empfangen haben, haben auch noch das Fleisch bzw. die alte, s\u00fcndige Natur in uns. Paulus Sorge war, dass die Christen den s\u00fcndigen Begierden Raum geben und sich ihnen hingeben w\u00fcrden. Denn dadurch k\u00f6nnten sie die von Gott empfangene Liebe und Vergebung verachten und seinen Segen der pers\u00f6nlichen Annahme von Gott und der ewigen Gemeinschaft mit ihm in seinem ewigen Reich wieder verlieren.<\/p>\n<p>Welche Anweisung gab Paulus ihnen, was sie tun sollten, um das Nachgeben gegen\u00fcber ihren s\u00fcndigen Begierden zu vermeiden? Der letzte Teil von Vers 13 sagt: \u201esondern durch die Liebe diene einer dem andern.\u201c Was bedeutet das? Wie wir bereits wissen, ist Liebe viel mehr als ein Gef\u00fchl, das manchmal in uns aufkommt und auch wieder verschwinden kann. Im griechischen Urtext steht an der Stelle das Wort \u201eAgape\u201c. Wie manche wissen, meint Agape eine hingebungsvolle, tatkr\u00e4ftige, uneigenn\u00fctzige Liebe. Agape beschreibt eine bewusste Willensentscheidung zum Wohl des anderen. Diese Liebe beruht auf der vollkommenen Agape-Liebe Gottes zu uns, durch die er seinen einzigen Sohn f\u00fcr uns auf die Erde gesandt und am Kreuz hingegeben hat.<\/p>\n<p>Die Aufforderung, dass wir einander durch Liebe dienen sollen, bedeutet, dass wir diese g\u00f6ttliche Liebe gegen\u00fcber den anderen in der Gemeinde aus\u00fcben sollen (im weiteren Sinn auch gegen\u00fcber Menschen au\u00dferhalb der Gemeinde). Wir sollen also einander nicht nur grunds\u00e4tzlich theoretisch lieben, sondern wirklich von Herzen, sodass die Liebe auch praktisch zum Ausdruck kommt. Wenn wir Gottes Liebe angenommen haben und dieses Wort ernst nehmen, finden wir Tausende M\u00f6glichkeiten, wie wir das machen k\u00f6nnen. Zum Beispiel, indem wir uns nachher beim Essen mal neben jemanden setzen, mit dem sonst kaum reden, ihm zuh\u00f6ren und sein Anliegen kennen lernen; indem wir mit anderen nicht nur reden, sondern ihnen auch praktische Hilfe anbieten, wenn wir den Eindruck haben, dass sie sie vielleicht ben\u00f6tigen; oder indem wir andere zu uns nach Hause einladen und sie so etwas mehr an unserem Leben teilhaben lassen.<\/p>\n<p>Warum fordert uns Paulus hier gerade zur Liebe auf und nicht zu etwas anderem? Der Vers 14 sagt: \u201eDenn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erf\u00fcllt: \u201eLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst!\u201c Einfach gesagt ist Gott die Liebe am wichtigsten. Wenn wir unseren N\u00e4chsten wirklich lieben, tun wir gerade das, worum es Gott vor allem geht; damit erf\u00fcllen wir praktisch das ganze Gesetz. Wenn wir einander wahrhaft lieben, erf\u00fcllen auch das neue Gebot von Jesus, das wir f\u00fcr dieses Jahr als Gemeindeleitwort haben. Wenn wir einander aus Liebe dienen, hilft das auch uns selbst, weil es uns davon abh\u00e4lt, dem Verlangen unserer alten s\u00fcndigen Natur Raum zu geben und wieder danach zu leben. Gott m\u00f6ge uns helfen, die Freiheit, die Jesus uns geschenkt hat, richtig zu gebrauchen, indem wir einander in Liebe dienen!<\/p>\n<p>Betrachten wir noch den 15: \u201eWenn ihr euch aber untereinander bei\u00dft und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.\u201c Hier spielt Paulus auf den sch\u00e4dlichen Einfluss der Judenchristen aus Jud\u00e4a auf die Galater-Gemeinden an. Denn durch ihre hartn\u00e4ckige Forderung, dass sie sich auch beschneiden lassen und das Gesetz halten m\u00fcssten, haben sie heftigen Streit in den Gemeinden verursacht, der einen zerst\u00f6rerischen Einfluss auf die Gl\u00e4ubigen hatte. Paulus\u2018 Kritik an ihrem Verhalten hat hier umso mehr Gewicht, da sie in starkem Kontrast zum Gebot der N\u00e4chstenliebe steht, das er gerade zitiert hat. Letztendlich zeigt das, dass die Leute, die so sehr auf das Halten des Gesetzes pochten, selbst nicht nach dem Gesetz leben konnten.<\/p>\n<p>In diesem Teil haben wir gelernt, dass wir die Freiheit, die Jesus uns erkauft hat, nicht daf\u00fcr missbrauchen sollen, nach unseren s\u00fcndigen W\u00fcnschen zu leben. Stattdessen sollen wir mit Jesu Liebe den anderen dienen. Paulus wusste aber, dass das allein nicht ausreicht, um dem Verlangen der s\u00fcndigen Natur erfolgreich zu widerstehen. Lasst uns im zweiten Teil lernen, welchen Weg er dazu noch aufzeigt!<\/p>\n<p><strong>2. Wandelt im Geist! (16\u201321)<\/strong><\/p>\n<p>Paulus sagt im Vers 16: \u201eIch sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erf\u00fcllen.\u201c Was bedeutet das? Hier steht \u201eder Geist\u201c f\u00fcr Gottes Geist bzw. den Heiligen Geist. Andere \u00dcbersetzungen lauten: \u201eLebt im Geist!\u201c (Luther 1984); \u201eWandelt im Geist\u201c (Elberfelder und Schlachter 2000); \u201eLive by the Spirit\u201c (NIV), oder \u201eWalk in the Spirit\u201c (KJV). Alle \u00dcbersetzungen sagen letztlich das gleiche: dass wir als Christen in der Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist und unter seiner Leitung leben sollen. Und dass wir dann die Begierden unserer s\u00fcndigen Natur nicht erf\u00fcllen werden.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir das verstehen? Im Johannesevangelium lesen wir, dass Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung den J\u00fcngern die Sendung des Heiligen Geistes angek\u00fcndigt hat. Dabei wird der Geist als \u201eParakletos\u201c bezeichnet, was mit \u201eBeistand\u201c, \u201eHelfer\u201c, \u201eF\u00fcrsprecher\u201c, \u201eAnwalt\u201c oder \u201eTr\u00f6ster\u201c \u00fcbersetzt werden kann (Johannes 14,16; 15,26; 16,7). Damit hat Jesus gesagt, dass der Heilige Geist, obwohl er Gott ist, unser Helfer ist, der uns treu begleitet und uns in allen Lagen beisteht und f\u00fcr uns eintritt. Jesus hat auch ausdr\u00fccklich gesagt, dass der Heilige Geist uns an Jesu Worte erinnern und uns in alle Wahrheit leiten wird (Johannes 14,26). Damit wir im Geist wandeln k\u00f6nnen, ist es also wichtig, dass wir seine Gegenwart bewusst anerkennen und auf ihn h\u00f6ren mit der Bereitschaft, Jesu Worten zu gehorchen. Dazu ist es wichtig, dass wir uns nicht st\u00e4ndig von Informationen, Bildern, Musik berieseln oder mit eigenen Gedanken besch\u00e4ftigen, sondern Zeiten einr\u00e4umen, in denen wir auf Gottes Wort h\u00f6ren, beten und h\u00f6ren k\u00f6nnen, was der Geist uns sagen will. Im Geist zu wandeln, bedeutet, dass wir wichtige Entscheidungen nicht einfach nach unseren Gedanken oder unserem Bauchgef\u00fchl treffen, sondern suchen, was Jesus uns durch den Geist sagen will, und ihm folgen.<\/p>\n<p>Warum ist das wichtig? Jesus gibt jedem, der ihn als seinen Retter und seinen Herrn ernsthaft annimmt, den Heiligen Geist. Aber das bedeutet nicht, dass der Geist in uns bewirkt, dass wir in jeder Situation automatisch tun, was vor Gott richtig ist. Der Geist steuert uns nicht, wie ein Programmierer einen Roboter. Gott l\u00e4sst uns den freien Willen, weil er von seinen Kindern ja freiwillig geliebt werden will. Er will, dass wir von uns aus danach suchen, was Gott in den verschiedenen Situationen in unserem Leben gef\u00e4llt, und das freiwillig tun. Das zu erkennen ist f\u00fcr uns oft zu schwer, aber gerade dabei hilft uns der Heilige Geist! Wir sollen lernen, auf sein Reden zu h\u00f6ren und seiner F\u00fchrung zu folgen. Dann hilft uns der Geist, Gottes Willen zu erkennen und ihm zu folgen und nicht dem s\u00fcndigen Verlangen unserer alten Natur.<\/p>\n<p>Die Aufforderung \u201eWandelt im Geist!\u201c bedeutet aber noch mehr. Sie ist Gottes Einladung unser Leben in einer intimen Gemeinschaft mit ihm zu f\u00fchren, und zwar nicht nur, wenn wir morgens auf sein Wort h\u00f6ren und zu ihm beten, sondern in unserem ganzen Leben. Der Geist will uns begleiten, wenn wir in der Schule sind, studieren oder in der Firma arbeiten oder uns zu Hause um die Kinder k\u00fcmmern (dabei brauchen wir den Heiligen Geist manchmal am meisten), wenn wir Sport machen oder spazieren gehen. Der Geist steht uns bei und tr\u00f6stet uns, wenn wir von Problemen, Menschen oder b\u00f6sen M\u00e4chten bedr\u00e4ngt werden. Er freut sich und feuert uns an, wenn wir ihm danken und ihn preisen. Das Leben im Geist ist nicht nur etwas f\u00fcr im Glauben weit Fortgeschrittene oder f\u00fcr charismatisch orientierte Christen. Es ist das Leben, das Gott f\u00fcr alle seine Kinder vorgesehen hat.<\/p>\n<p>Es ist schwierig zu sagen, was von all diesem wunderbaren Wirken des Geistes in uns am wichtigsten ist. Aber unser Text betont, dass wir, wenn wir im Geist leben, die Begierden unseres Fleisches nicht erf\u00fcllen, was f\u00fcr uns von lebenswichtiger Bedeutung ist. Wie k\u00f6nnen wir uns das vorstellen? Der Geist sch\u00fctzt uns und hilft uns dabei in vielf\u00e4ltiger Weise. Aber einfach gesagt folgen wir, wenn wir im Geist wandeln, nicht den s\u00fcndigen W\u00fcnschen, weil wir kein Interesse daran haben. Unser Leben im Geist macht uns gegen die Versuchung des Fleisches \u201eimmun\u201c, weil wir etwas viel Besseres tun und erleben.<\/p>\n<p>Warum ist das so wichtig? Der Vers 17 sagt: \u201eDenn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt.\u201c Dieser Vers besagt, dass unser Fleisch, unsere s\u00fcndige Natur mit ihren Forderungen gegen Gottes Geist gerichtet ist und gegen seine Herrschaft aufbegehrt. In uns findet also st\u00e4ndig ein geistlicher Kampf statt. Unsere s\u00fcndige Natur verleitet uns dazu, Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht tun wollten. Im R\u00f6merbrief schreibt Paulus dazu, dass fleischlich gesinnt sein, d.&nbsp;h. wenn man seiner s\u00fcndigen Natur Raum gibt und danach lebt, \u201eFeindschaft gegen Gott\u201c ist und dass die Menschen, die fleischlich sind, Gott nicht gefallen k\u00f6nnen (R\u00f6mer 8,7.8). Der einzige Ausweg ist, dass wir im Geist leben. Dann werden wir die s\u00fcndigen Begierden nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Eine weitere Folge vom Leben im Geist sagt uns Vers 18: \u201eRegiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.\u201c Auf den ersten Blick erscheint dieser Vers vielleicht schwer zu verstehen. Aber eigentlich ist der Sinn recht einfach. Wenn wir von Gottes Geist regiert werden, stehen unser Wollen, Denken, Reden und Tun mit Gottes Willen im Einklang. Dann brauchen wir keine Anweisungen mehr vom Gesetz, denn wir leben bereits nach Gottes Willen.<\/p>\n<p>In den Versen 19\u201321 listet Paulus die Dinge auf, die im Gegensatz dazu unsere s\u00fcndige Natur hervorbringt: \u201eOffenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, G\u00f6tzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.\u201c Diese Liste beginnt mit den Worten \u201eOffenkundig sind \u2026\u201c, weil jeder diese Dinge kennt, aus den Nachrichten, von Menschen in seiner Umgebung oder auch aus eigener Erfahrung. Die ersten drei Werke, die das Fleisch produziert, sind Vergehen im sexuellen Bereich. Wie schon fr\u00fcher gesagt wurde, bezeichnet die Bibel das sexuelle Verlangen des Menschen an sich nicht als s\u00fcndig. Gott hat f\u00fcr die Menschen die Ehe gestiftet, in der die Sexualit\u00e4t einen gesch\u00fctzten Raum und ihre wichtige Bedeutung hat. Aber das Verlangen der s\u00fcndigen Natur nach unbedingter, beliebiger Befriedigung zerst\u00f6rt unz\u00e4hlige Familien und verursacht bei zahllosen Menschen unsagbares Leid. G\u00f6tzendienst und Zauberei sind Verst\u00f6\u00dfe gegen das erste und zweite der Zehn Gebote und richten sich direkt gegen Gott. Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen und Neid beziehen sich auf negative Einstellungen und Taten gegen\u00fcber anderen Menschen und h\u00e4ngen mit dem sechsten und dem zehnten Gebot zusammen. Saufen und Fressen und dergleichen meinen ein ma\u00dfloses Befriedigen von Bed\u00fcrfnissen, was zu Zw\u00e4ngen und S\u00fcchten f\u00fchrt (zehntes Gebot).<\/p>\n<p>Wenn wir diese Liste betrachten, wird uns schnell klar, dass die Werke, die das Fleisch hervorbringt, wirklich schlimm und zerst\u00f6rerisch sind. Sie sch\u00e4digen die Menschen seelisch und k\u00f6rperlich, zerst\u00f6ren ihre Beziehungen untereinander und ihre Beziehung zu Gott. Diese Gefahr besteht, wie schon vorhin erw\u00e4hnt, auch f\u00fcr uns Christen, da die alte s\u00fcndige Natur uns wie ein Stehaufm\u00e4nnchen immer wieder ansprechen kann. Dabei leben wir in einer Welt, in der das Leben nach dem Fleisch als normal gilt und sogar angepriesen wird. Wir sollen uns davon nicht verwirren lassen. In so einer Umgebung k\u00f6nnen wir versucht werden zu denken, dass ein Leben im Geist zu heilig oder zu extrem w\u00e4re und dass kleine Kompromisse mit dem Fleisch nicht so schlimm w\u00e4ren. Solche Gedanken sind aber eine glatte L\u00fcge. Wenn wir als Christen dem Fleisch Raum geben, werden auch wir zu allen m\u00f6glichen h\u00e4sslichen S\u00fcnden verf\u00fchrt, die unsere N\u00e4chsten, unsere Seele und unsere Beziehung zu Gott schwer besch\u00e4digen und unser Leben zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, wenn wir davon nicht abkehren. Denn wer den s\u00fcndigen Neigungen und Begierden nachgibt, verstrickt sich immer mehr in die S\u00fcnde und wird darin gefangen, bis sie f\u00fcr ihn zur Normalit\u00e4t werden. Vers 21b sagt \u00fcber diejenigen, die dauerhaft so leben: \u201eDie solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.\u201c Diese Worte sind eine starke Warnung der Bibel. Sie zeigen, dass es nur zwei M\u00f6glichkeiten gibt \u2013 entweder im Geist in Freiheit zu leben und Gottes Reich zu erben oder den Begierden zu folgen und alles, wirklich alles zu verlieren. Es existiert kein Mittelweg, deshalb gibt es auch keinen Raum f\u00fcr Kompromisse.<\/p>\n<p>Darum m\u00fcssen uns klar entscheiden, in der Gnade und Freiheit, die Jesus uns erkauft hat, zu leben, unserem Fleisch vor dem Kreuz Jesu eine klare Absage erteilen und lernen, im Geist zu leben. Nur wenn wir im Geist leben, k\u00f6nnen wir die Begierden des Fleischs \u00fcberwinden und die kostbare Freiheit behalten. Dann k\u00f6nnen wir das Gute, das wir eigentlich wollen, auch tun und so leben, dass wir Gott ehren und f\u00fcr andere ein Segen werden k\u00f6nnen. M\u00f6ge Gott uns allen helfen, im Geist zu leben und einander wahrhaft zu lieben, sodass wir Gott ehren und das Reich Gottes erlangen k\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Freiheit und das Fleisch \u201eIhr aber, Br\u00fcder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen. 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