{"id":14104,"date":"2026-07-26T11:00:56","date_gmt":"2026-07-26T09:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14104"},"modified":"2026-08-02T23:09:21","modified_gmt":"2026-08-02T21:09:21","slug":"predigt-galater-41-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-galater-41-7\/","title":{"rendered":"Predigt: Galater 4,1-7"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-7_401-407_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Galaterbrief-Lektion-7_401-407_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/galater\/4\/1-7?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Sklaven und Kinder<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eAls aber die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 4,4.5)<\/p>\n<p>Unser heutiger Text kn\u00fcpft direkt an das Kapitel 3 an, das wir in den letzten zwei Wochen betrachtet haben. Darin hat Paulus die Galater Christen gefragt, warum sie, nachdem sie zum Glauben an das Evangelium gekommen waren, nun versuchten, durch das Halten des Gesetzes aus dem Alten Testament vor Gott gerecht zu werden. Denn wer dadurch vor Gott bestehen will, muss das ganze Gesetz halten, ohne je gegen ein einziges Gebot zu versto\u00dfen. Weil wir Menschen daf\u00fcr aber viel zu mangelhaft sind, sind diejenigen, die versuchen, durchs Gesetz gerecht zu werden, unter dem Fluch, weil das Gesetz alle unsere Fehler gnadenlos aufdeckt und anklagt. Daher kann niemand durch das Halten des Gesetzes Gottes Anerkennung erlangen und in sein herrliches Reich kommen. Paulus erinnert an den Ausweg, den Gott selbst geschaffen hat: \u201eChristus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde f\u00fcr uns\u201c (3,13). Wer daran glaubt, den erkl\u00e4rt Gott f\u00fcr gerecht und nimmt ihn als sein Kind an, ohne dass er dazu sein Gesetz halten oder sonst etwas daf\u00fcr tun muss. Auf diesen Weg hat Gott schon im Alten Testaments hingewiesen, als er den alten Abraham allein aufgrund seines Glaubens f\u00fcr gerecht erkl\u00e4rt hat. Am Ende des Kapitels hat Paulus geschlussfolgert: \u201eGeh\u00f6rt ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verhei\u00dfung Erben\u201c (3,29). Was bedeutet es, dass wir Gottes Kinder und Erben sind? Im heutigen Text erkl\u00e4rt Paulus die gro\u00dfartige Bedeutung dieser Botschaft. Dazu erl\u00e4utert er die Situation von Erben damals, um uns zu helfen, die geistliche Wirklichkeit zu verstehen. Wir wollen den Text mit drei Fragen betrachten: 1. Welche Bedeutung hatte es damals f\u00fcr einen jungen Menschen, Erbe zu sein (1\u20133)? 2. Was hat Gott getan, um uns als seine Kinder anzunehmen (4.5)? 3. Welche gro\u00dfartigen Auswirkungen hat das auf unser Leben (6.7)?<\/p>\n<p><strong>1. Zwischen Erben und Sklaven bestand zun\u00e4chst kein Unterschied (1\u20133)<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir die Verse 1 und 2: \u201eIch sage aber: Solange der Erbe unm\u00fcndig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist \u00fcber alle G\u00fcter; sondern er untersteht Vorm\u00fcndern und Verwaltern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat.\u201c Hier spricht Paulus die Situation eines Erben nach dem damals verbreiteten r\u00f6mischen Erbrecht an. Damals konnten nur S\u00f6hne erben, weshalb im Urtext in den folgenden Versen von \u201eSohn\u201c und von \u201eS\u00f6hnen\u201c gesprochen wird. Weil das Gesagte im geistlichen Sinn aber nicht nur f\u00fcr M\u00e4nner, sondern genauso auch f\u00fcr Frauen gilt, verwenden hier viele \u00dcbersetzungen \u201eKind\u201c bzw. \u201eKindern\u201c. Wenn damals ein Junge von seinem Vater als Erbe eingesetzt wurde, hatte das zun\u00e4chst keine sichtbaren Auswirkungen in seinem Leben. Obwohl er sp\u00e4ter alle G\u00fcter seines Vaters besitzen sollte, hatte er auf dem Hof nichts zu sagen und hatte weder Zugriff auf den Besitz noch das Recht, den Knechten seines Vaters Anweisungen zu geben. Vielmehr wurden S\u00f6hne, die sp\u00e4ter erben sollten, Vorm\u00fcndern unterstellt, die vom Vater autorisiert waren, sie streng zu erziehen, und denen sie in allem gehorchen mussten. Wenn ein Junge von seinem Vater als Erbe eingesetzt wurde, bewirkte das f\u00fcr ihn also zun\u00e4chst keine sichtbare Verbesserung seines Lebens. Sein Leben unterschied sich nicht von dem eines Knechts oder Sklaven, da auch er fremden Menschen gehorchen musste und keine Freiheit hatte. Das \u00e4nderte sich erst zu der Zeit, die der Vater bestimmt hatte.<\/p>\n<p>Warum beschreibt Paulus das so genau? Das wird im Vers 3 klar, wo er schreibt: \u201eSo auch wir: Als wir unm\u00fcndig waren, waren wir geknechtet unter die M\u00e4chte der Welt.\u201c Paulus wendet dieses Bild direkt auf uns als Gl\u00e4ubige an. Auch wenn Gott schon lange bestimmt hat, dass wir seine Kinder und Erben werden sollten, war davon lange nichts zu sp\u00fcren. Wir waren \u201egeknechtet unter die M\u00e4chte der Welt\u201c. Geknechtet bzw. versklavt zu sein, beschreibt eine extreme Form der Abh\u00e4ngigkeit, ein Leben ohne Freiheit. Was sind die \u201eM\u00e4chte der Welt\u201c, denen wir unterworfen waren? Wenn wir dar\u00fcber nachdenken, fallen uns schnell M\u00e4chte ein, die Menschen gefangen nehmen. Die wohl bekannteste Macht ist die Macht des Geldes. Geld hat auf alle Menschen eine Anziehungskraft, weil wir uns damit scheinbar alles, was wir brauchen, kaufen und uns dar\u00fcber hinaus alle m\u00f6glichen Dinge besorgen k\u00f6nnen, von denen wir uns Freude und Zufriedenheit versprechen. Aber Jesus hat schon in der Bergpredigt gelehrt, dass Geld nicht einfach nur ein Mittel ist, sondern auch eine Macht, die uns versklaven kann, als er sagte: \u201eIhr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon\u201c (Mt 6,24). Viele werden von der Begierde nach Geld gefangen genommen, sodass sie vieles tun, was f\u00fcr sie selbst und f\u00fcr andere nicht gut ist; zum Beispiel, zu viel zu arbeiten, sodass sie ihre Familie vernachl\u00e4ssigen und ihre Gesundheit ruinieren. Manche lassen sich von der Geldgier dazu verleiten, am Arbeitsplatz ihre Kollegen, Vorgesetzten oder Untergebenen zu bel\u00fcgen oder anders schlecht zu behandeln, um mehr Erfolg zu haben und mehr Geld zu bekommen.<\/p>\n<p>Es gibt noch viele andere M\u00e4chte dieser Welt, die uns gefangen nehmen k\u00f6nnen. Zum Beispiel die Lust nach Vergn\u00fcgen, das Verlangen, st\u00e4ndig etwas Neues, Aufregendes zu erleben. Damit verbunden ist die Angst, etwas zu verpassen (FOMO, Fear of Missing out), die Angst, im Leben zu kurz zu kommen, die heute st\u00e4rker verbreitet ist als fr\u00fcher. Es gibt viele weitere \u00c4ngste, unter denen Menschen auch heute leiden, sie gefangen nehmen und krank machen k\u00f6nnen. Das Gleiche gilt f\u00fcr Neid, der Menschen auch gefangen nehmen kann und der zu Hass und Spaltungen in Familien und in der Gesellschaft f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Es gibt noch viele andere M\u00e4chte in der Welt, die uns auf unsichtbare Weise gefangen nehmen und versklaven k\u00f6nnen. Das ist nicht einfach nur ein psychologisches Problem, das durch psychologische Methoden gel\u00f6st werden kann. Wenn es so w\u00e4re, sollten mental starke und kluge Menschen davon frei sein. Aber das ist nicht der Fall. Mentale St\u00e4rke oder Klugheit reichen nicht, um sich den M\u00e4chten dieser Welt zu entziehen oder zu widersetzen. Deshalb schreibt Paulus im Vers 3 pauschal, dass \u201ewir\u201c unter die M\u00e4chte der Welt geknechtet waren, und schlie\u00dft dabei alle mit ein. Die M\u00e4chte dieser Welt bringen alle unter ihre Gewalt; menschliche Klugheit, mentale St\u00e4rke oder psychologische Methoden reichen nicht aus, um sich davor zu sch\u00fctzen oder sich davon zu befreien. Warum? Der Grund daf\u00fcr ist, dass dahinter b\u00f6se Geister stehen, Diener des Teufels, die mit d\u00e4monischer Macht und Geschick die Menschen verf\u00fchren und versklaven. Paulus schrieb in seinem Brief an die Christen in Ephesus: \u201eSeid stark in dem Herrn und in der Macht seiner St\u00e4rke. Zieht an die Waffenr\u00fcstung Gottes, damit ihr bestehen k\u00f6nnt gegen die listigen Anschl\u00e4ge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu k\u00e4mpfen, sondern mit M\u00e4chtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die \u00fcber diese Finsternis herrschen, mit den b\u00f6sen Geistern unter dem Himmel\u201c (Epheser 6,10-12). Die M\u00e4chte dieser Welt sind letztlich b\u00f6se Geister, die Paulus \u201eM\u00e4chtige und Gewaltige\u201c und die \u201eHerren dieser Welt\u201c nennt. Sie nehmen Menschen gefangen und versklaven sie, wobei sie die Begierden, Sorgen, \u00c4ngste, Neid, Hass usw. als Mittel gebrauchen, um die Menschen zu binden und zu versklaven.<\/p>\n<p>Auch wir waren fr\u00fcher unter den M\u00e4chten dieser Welt und konnten ihnen trotz guter Absichten nicht widerstehen, sondern wurden davon versklavt; vielleicht unsichtbar, vielleicht auch unbewusst, es war sicher bei jedem anders, aber wir waren alle betroffen. Auch wenn wir uns dessen nicht bewusst waren, haben wir darunter gelitten, dass wir nicht so leben konnten, wie wir wollten, und Dinge gesagt und getan haben, die wir eigentlich nicht tun wollten. Vielleicht haben wir in manchen Momenten gemerkt, dass wir nicht frei sind, dass uns irgendetwas hindert, so zu leben, wie wir es eigentlich gerne w\u00fcrden. Vielleicht haben wir auch geahnt, dass wir es niemals schaffen werden \u2013 vielleicht auch, dass das vor dem heiligen Gott eines Tages Konsequenzen haben wird. Auf jeden Fall war es ein Zustand der Unfreiheit, unter dem wir mehr oder weniger bewusst gelitten haben. Aber Gott hatte l\u00e4ngst einen Plan, uns zu befreien und zu retten, den er zu seiner Zeit erf\u00fcllen wollte.<\/p>\n<p><strong>2. Mit dem Kommen des Sohnes wurde alles anders (4.5)<\/strong><\/p>\n<p>Was tat Gott f\u00fcr uns? Lesen wir gemeinsam die Verse 4 und 5: \u201eAls aber die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.\u201c Gott hatte sich schon entschieden, unsere Lage grundlegend zu \u00e4ndern. Er wollte uns von der Unfreiheit unter den M\u00e4chten der Welt und der schicksalhaften Bindung an das Gesetz befreien und zu seinen Kindern machen. Wir waren unter den M\u00e4chten dieser Welt vergleichbar mit den Menschen, die in manchen L\u00e4ndern in Cyber-Betrugsfabriken als moderne Sklaven gefangen gehalten und gezwungen werden, jeden Tag \u00fcber das Internet Verbrechen zu begehen, und die so Tag f\u00fcr Tag Schuld anh\u00e4ufen, ohne dass sie dem entfliehen k\u00f6nnen. So haben auch wir in unserem Leben Tag f\u00fcr Tag Dinge gedacht und getan, die Gottes heiligem Willen f\u00fcr uns widersprechen, und haben Schuld angeh\u00e4uft, ohne daraus wirklich ausbrechen zu k\u00f6nnen. Obwohl die Liste unserer Vergehen lang und unsere Schuld gro\u00df war, hat Gott seinen Sohn gesandt, um uns zu befreien und den Weg daf\u00fcr freizumachen, uns als seine Kinder zu adoptieren. Dazu brauchte es einen Erl\u00f6ser, der st\u00e4rker ist als alle M\u00e4chte der Welt und der unsere Bindung ans Gesetz \u00fcberwinden kann. Um uns zu erl\u00f6sen, musste der Erl\u00f6ser selbst ein Mensch sein, damit wir stolzen Menschen ihn annehmen k\u00f6nnten, und er musste selbst rein sein, damit er stellvertretend f\u00fcr uns eintreten kann. Aber wer erf\u00fcllt alle diese Bedingungen? Kein Mensch; \u00fcberhaupt niemand im Universum. Nur Gottes Sohn, der selbst Gott ist, rein und heilig, konnte es tun. Deshalb sandte Gott, als die Zeit daf\u00fcr erf\u00fcllt war, seinen Sohn in der Gestalt eines Menschen. Was f\u00fcr eine Liebe hat Gott zu uns!<\/p>\n<p>Jesus wurde von einer Frau geboren, damit er ein Mensch mit Fleisch und Blut w\u00fcrde wie wir, der unsere Lage, unsere Schwachheit und Not wirklich verstehen kann. Die Worte \u201egeboren von einer Frau\u201c bringen auch zum Ausdruck, wie unfassbar tief sich Gottes Sohn erniedrigt hat, um zu uns zu kommen. Diese Worte erinnern auch an die erste Verhei\u00dfung eines Erl\u00f6sers, die Gott direkt nach der S\u00fcnde der ersten Menschen im Paradies ausgesprochen hat, wo er zu der Schlange gesagt hat: \u201eUnd ich will Feindschaft setzten zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Verse stechen\u201c (1. Mose 3,15). Dieses Versprechen vom Retter hat Gott nie vergessen, sondern hat es die ganze Geschichte hindurch festgehalten und darauf hingewirkt. Gott h\u00e4tte genug Gr\u00fcnde gehabt, um sein Vorhaben zu verwerfen, weil wir Menschen uns die ganze Geschichte hindurch gegen Gott und seine Herrschaft aufgelehnt haben. Aber wegen seiner Treue zu seinem Wort und seiner Liebe zu uns hat Gott sein Versprechen erf\u00fcllt und seinen Sohn in die Welt gesandt, als die Zeit daf\u00fcr erf\u00fcllt war.<\/p>\n<p>Jesus wurde als ein Mensch geboren und unter das Gesetz gestellt, das eigentlich f\u00fcr die s\u00fcndhaften Menschen gegeben worden war. Aber Jesus hielt das Gesetz vollst\u00e4ndig in seinem eigentlichen Sinn und erwies sich so als wahrer vollkommener Mensch und Gott. Jesus gehorchte dem Vater in allem, bis dahin, dass er seinen Erl\u00f6sungsplan erf\u00fcllte und sich schlie\u00dflich f\u00fcr unsere Schuld verurteilen und an einem Holzkreuz t\u00f6ten lie\u00df. Durch seinen Tod trug er f\u00fcr uns stellvertretend die Strafe, die wir nach dem Gesetz verdient h\u00e4tten, und hat so die Forderung des Gesetzes an uns vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt. So wie damals Sklaven an ihre Herren lebenslang gebunden waren, aber f\u00fcr einen bestimmten Preis losgekauft (\u201eerl\u00f6st\u201c) werden konnten, so hat Jesus uns losgekauft von dem Gesetz Gottes, indem er den Preis selbst bezahlt hat, indem er stellvertretend sein Leben gab. Dass wir von dem Gesetz losgekauft sind, bedeutet, dass unsere schicksalhafte Bindung an das Gesetz aufgehoben ist, da das Gesetz uns nun nicht mehr verdammen kann, weder wegen fr\u00fcherer S\u00fcnden noch wegen solcher S\u00fcnden, die wir vielleicht noch begehen werden. Durch die Erl\u00f6sung, die Jesus durch seinen Tod f\u00fcr uns vollbracht hat, hat Jesus uns in einen ganz neuen Status versetzt, denn wir sind rechtm\u00e4\u00dfig Gottes Kinder geworden. Als Gottes Kinder hat er uns auch von den M\u00e4chten der Welt befreit, die nun keinen Anspruch mehr auf uns haben und auch praktisch nicht mehr \u00fcber uns herrschen k\u00f6nnen, wenn wir unsere Erl\u00f6sung und die Kindschaft durch den Glauben bewusst festhalten.<\/p>\n<p>Lesen wir nochmals die Verse 4 und 5: \u201eAls aber die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.\u201c Der Inhalt dieser Worte ist gewaltig und ihre Bedeutung ist f\u00fcr uns kaum zu fassen. Dass Gott seinen Sohn als Mensch gesandt hat, hat die Lage von uns Menschen v\u00f6llig ver\u00e4ndert, hat uns von unserer schicksalhaften Bindung zum Tod befreit und zu neuen Leben als Gottes Kinder gef\u00fchrt. Jesus Kommen bedeutet so die entscheidende Wende in der Geschichte der Menschheit sowie die Wende im Leben von jedem, der ihn im Glauben annimmt. F\u00fcr diese Gnade d\u00fcrfen wir Gott immer dankbar sein und ihm jederzeit danken, weil sie ein Erweis seiner gro\u00dfen Liebe zu uns ist und weil sie unfassbare Konsequenzen f\u00fcr uns hat.<\/p>\n<p><strong>3. Welche gro\u00dfartigen Auswirkungen hat das auf unser Leben (6.7)?<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir den Vers 6: \u201eWeil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!\u201c Dieser Vers bekr\u00e4ftigt die Wahrheit, dass wir Gottes Kinder sind, und zeigt uns die Folgen auf, die das f\u00fcr unser Leben hat. Als seinen Kindern hat Gott uns den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gegeben, der \u201eAbba, lieber Vater!\u201c ruft. Sein Geist hilft uns, nicht nur theoretisch zu glauben, dass wir Gottes Kinder sind, sondern Gott tats\u00e4chlich als unserem Vater zu begegnen und dementsprechender zu ihm zu beten. Wir d\u00fcrfen zu Gott kommen und ihn mit \u201eAbba, lieber Vater!\u201c anrufen. \u201eAbba\u201c ist das aram\u00e4ische Wort f\u00fcr \u201eVater\u201c bei der pers\u00f6nlichen Ansprache; vom Sinn her entspricht es heute dem Wort \u201ePapa\u201c. Wenn ein Kind seinen Vater mit \u201ePapa\u201c anspricht, kommt damit die Liebe und die Vertrauensbeziehung zum Ausdruck, die zwischen ihm und dem Vater besteht. Im Markusevangelium lesen wir, dass Jesus zum Beispiel bei seinem Gebet in Gethsemane seinen himmlischen Vater vertraut mit \u201eAbba\u201c angesprochen hat (Mk 14,36). Eigentlich ist es unfassbar, dass wir Gott so anreden d\u00fcrfen, da Gott ewig, allm\u00e4chtig und heilig ist. Weil die Juden das wussten, wagten sie nicht einmal, Gott mit dem Namen JHWH anzusprechen, mit dem Gott sich selbst vorgestellt hatte (2. Mose 3,14). Aber weil Gott seinen Sohn gesandt und uns durch ihn von unserer Schuld und vom Urteil des Gesetzes erl\u00f6st hat, sind wir rechtm\u00e4\u00dfig Gottes Kinder geworden, und d\u00fcrfen dementsprechend zu ihm im Gebet kommen. Dabei geht es nicht nur um die Anrede, sondern der Geist ermutigt uns dazu, vertrauensvoll zu ihm alle Anliegen sagen, die wir auf dem Herzen haben, und mit ihm \u00fcber alles zu reden, was uns besch\u00e4ftigt, wie ein kleines Kind, das seinem Vater alles sagt, was es bewegt. Unser himmlischer Vater ist jederzeit bereit, uns zuzuh\u00f6ren und mit seiner g\u00f6ttlichen Liebe und Verst\u00e4ndnis darauf zu antworten. Dass wir so eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott haben und so vertrauensvoll zu ihm beten d\u00fcrfen, ist das gr\u00f6\u00dfte Privileg in unserem Leben und die Quelle, aus der t\u00e4glich geistliche Freude, Zuversicht und Kraft in uns str\u00f6mt. Wenn wir t\u00e4glich so im Glauben beten, w\u00e4chst unser Glaube und wird unersch\u00fctterlich.<\/p>\n<p>Im Vers 7 fasst Paulus alles zusammen: \u201eSo bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.\u201c Hier \u00e4ndert Paulus seinen Sprachstil von der Wir-Form auf das pers\u00f6nliche \u201edu\u201c. Das, was er jetzt sagt, soll jeder begreifen und pers\u00f6nlich zu Herzen nehmen. Die wichtige Botschaft, die Paulus hier sagt, ist: Du bist nicht mehr Knecht, sondern Kind (w\u00f6rtlich: Sohn). Als Gottes Kind brauchst du dir seine Anerkennung und Liebe nicht mehr zu verdienen, denn er liebt dich bereits, so wie du bist. Als Gottes Kind brauchst du dich nicht mehr vor einem Urteil aufgrund seines heiligen Gesetzes zu f\u00fcrchten, weil Jesus schon alle Forderungen des Gesetzes erf\u00fcllt hat. Als Gottes Kind hast du eine ganz neue, v\u00f6llig andere Beziehung zu Gott, die auf seiner Liebe und Gnade beruht. Weil du Gottes Kind bist, kannst du in allen Situationen zu deinem Vater immer Himmel kommen und darfst darauf vertrauen, dass er dir gerne helfen will. Diese Beziehung kann dir niemand mehr wegnehmen.<\/p>\n<p>Und das ist noch nicht alles! Zum Schluss sagt Paulus: \u201eWenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.\u201c Wenn du Gottes Kind geworden bist, bist du auch rechtm\u00e4\u00dfiger Erbe geworden. Kinder reicher Eltern k\u00f6nnen von ihnen vielleicht H\u00e4user, Firmen oder ein anderes St\u00fcck von irdischem Verm\u00f6gen erben. Aber als Erbe deines himmlischen Vaters wirst du mit deinen Geschwistern zusammen Gottes herrliches ewiges Reich erben, wenn Jesus zu der von Gott bestimmten Zeit wiederkommt. Dort wirst du Gott schauen und seine Gegenwart genie\u00dfen und dich in ungeahnter Weise freuen. Darauf darfst du dich schon jetzt jeden Tag freuen und dein Leben zuversichtlich auf dieses Ziel hin ausrichten. Das ist das Leben, das Gott dir zugedacht hat, f\u00fcr das er dich erkauft hat. Und falls du denkst, dass du daf\u00fcr nicht gut genug bist, dass du noch an dir arbeiten oder mehr f\u00fcr Gott tun solltest, dann hast du noch nicht genug verstanden, was es bedeutet, dass Gott seinen Sohn gesandt hat, und solltest dieses Werk Gottes weiter wahrnehmen. Lasst uns beten.<\/p>\n<div class=\"notranslate\" style=\"all: initial;\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Sklaven und Kinder \u201eAls aber die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.\u201c (Galater 4,4.5) Unser heutiger Text kn\u00fcpft direkt an das Kapitel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[24,4],"tags":[],"class_list":["post-14104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-galater","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14104"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14107,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14104\/revisions\/14107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}