{"id":14055,"date":"2026-07-12T11:00:55","date_gmt":"2026-07-12T09:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=14055"},"modified":"2026-07-12T18:43:15","modified_gmt":"2026-07-12T16:43:15","slug":"predigt-galater-31-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-galater-31-14\/","title":{"rendered":"Predigt: Galater 3,1-14"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Galaterbrief-Lektion-5_301-314_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Galaterbrief-Lektion-5_301-314_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/galater\/3\/1-14?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wie Jesus uns rettet<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIhr unvern\u00fcnftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden?\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Galater 3,1 [E\u00dc])<\/p>\n<p>Wir studieren den Galaterbrief, weil dieser kurze Brief uns erlaubt, ein besseres Verst\u00e4ndnis vom Evangelium zu bekommen. Zur Erinnerung: Das Evangelium bedeutet gute Nachricht oder frohe, froh machende Botschaft. F\u00fcr mich wird dieser Brief f\u00fcr immer mit unseren ersten Wochen und Monaten in Boston verbunden bleiben. G. und ich waren gerade erst nach Boston gezogen. Wir hatten Abendessen mit unserem \u00e4lteren Freund M. Er hatte uns mitgeteilt, dass er gerne diesen Brief mit uns studieren wollte, um unser gemeinsames Verst\u00e4ndnis vom Evangelium zu sch\u00e4rfen. Im Englischen gibt es das Wort \u201egrasp\u201c, was \u201eetwas begreifen\u201c bedeutet. Das gleiche Wort wird auch f\u00fcr \u201eetwas greifen\u201c und \u201eder Griff\u201c verwendet. Im Deutschen ist das ebenfalls der gleiche Wortstamm. Stellen wir uns vor, wir greifen nach einer Kaffeetasse oder nach einem Glas. Wenn unser Griff schwach ist, f\u00e4llt uns die Tasse oder das Glas aus den H\u00e4nden. So \u00e4hnlich ist das mit dem Evangelium. Es geht darum, unser Begreifen des Evangeliums so zu st\u00e4rken und so pr\u00e4zise zu machen, dass es uns nicht so leicht aus dem Herzen gleitet.<br \/>\nPaulus geht der Frage nach, wie Jesus uns rettet. Mindestens drei Antworten finden wir auf das \u201ewie\u201c. Erstens, wie weitreichend ist Jesu Rettung? Zweitens, durch welche Art und Weise rettet uns Jesus? Drittens, wie wenden wir diese Rettung auf uns an? Wir k\u00f6nnten das vielleicht auch so formulieren. Paulus zeigt uns die Qualit\u00e4t der Rettung, die Methode der Rettung und die Anwendung dessen.<\/p>\n<p><strong>1. Die Qualit\u00e4t der Rettung<\/strong><br \/>\nVers 1 beginnt mit den Worten: \u201eIhr unvern\u00fcnftigen Galater, wer hat euch verblendet?\u201c Luther \u00fcbersetzt es folgenderma\u00dfen: \u201eO ihr unverst\u00e4ndigen Galater!\u201c Im Urtext steht hier tats\u00e4chlich ein \u201eO\u201c. D.&nbsp;h., wir lesen einen Text, der fast 2.000 Jahre alt ist, und der Ausruf \u201eO\u201c hatte damals schon die gleiche Bedeutung, die es heute hat. Dieser Ausruf zeigt uns zum einen, dass Paulus hier etwas verzweifelt war; und zum anderen kommt zum Ausdruck, dass Paulus eine sehr v\u00e4terliche Beziehung zu ihnen hatte. \u201eUnvern\u00fcnftig\u201c oder \u201eunverst\u00e4ndig\u201c sind noch eine relativ freundliche \u00dcbersetzung. Eine andere M\u00f6glichkeit, das zu \u00fcbersetzen stammt von John Bertram Phillips, ein anglikanischer Bibel\u00fcbersetzer: \u201eO ihr lieben Dumpfbacken aus Galatien \u2026 ihr k\u00f6nnt doch unm\u00f6glich so dumm sein?\u201c Ich glaube, dass das den Ton von Paulus sehr gut trifft.<br \/>\nPaulus erinnert die Galater an ihre eigene Bekehrung. Vers 2 und folgende: \u201eDies eine m\u00f6chte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch das H\u00f6ren der Glaubensbotschaft empfangen? Seid ihr so unvern\u00fcnftig? Im Geist habt ihr angefangen und jetzt wollt ihr im Fleisch enden? Habt ihr denn so Gro\u00dfes vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war?\u201c Wir sehen hier, dass Paulus ziemlich selbstverst\u00e4ndlich davon ausgeht, dass die Bekehrung ein \u00fcbernat\u00fcrliches Ereignis ist. Das ist vermutlich nicht unbedingt das, was sich unsere Gesellschaft vorstellt. Angenommen wir w\u00fcrden einen Buddhisten fragen, warum er Buddhist ist, w\u00e4re die Antwort vielleicht: \u201eIch komme aus Thailand, und meine ganze Familie ist buddhistisch.\u201c Oder aber, wenn diese Person aus Deutschland ist, lautet die Antwort eher: \u201eIch hatte da mal ein Buch dazu gelesen und fand es sehr einleuchtend oder hilfreich.\u201c Der Grund f\u00fcr religi\u00f6se Anh\u00e4ngerschaft ist h\u00e4ufig kulturell bedingt oder intellektuell, weil es Sinn zu ergeben scheint. Und ich will nicht sagen, dass es beim christlichen Glauben nicht so ist. Aber das ist bei Weitem nicht alles. Paulus erw\u00e4hnt hier das Empfangen des Heiligen Geistes, und er erw\u00e4hnt etwas, was die Einheits\u00fcbersetzung [E\u00dc] als \u201eGro\u00dfes\u201c bezeichnet.<br \/>\nWenn du anf\u00e4ngst, an Jesus zu glauben, dann geschieht etwas, was nicht von dieser Welt ist. Du empf\u00e4ngst den Heiligen Geist. Gott, der Heilige Geist f\u00e4ngt an, in dir zu wohnen, ein Teil von dir zu werden und dich immer mehr zu ver\u00e4ndern. Und wenn du Jesus nachfolgst, wirst du au\u00dfergew\u00f6hnliche, \u00fcbernat\u00fcrliche Dinge erfahren. Du wirst erfahren wie Gott anf\u00e4ngt deine Gebete zu beantworten. Als Nathanael sich dar\u00fcber gewundert hatte, dass Jesus etwas \u00fcber ihn wusste, was unglaublich privat gewesen sein muss, antwortete Jesus ihm (Joh 1,50): \u201eDu glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah; du wirst noch Gr\u00f6\u00dferes als dieses sehen.\u201c Das ist es, woran Paulus die Galater erinnerte. Sie hatten \u00dcbernat\u00fcrliches erfahren. In Vers 5 fragte er sie: \u201eWarum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Machttaten unter euch? Aus Werken des Gesetzes oder aus dem H\u00f6ren der Glaubensbotschaft?\u201c<br \/>\nWas hei\u00dft das dann in Bezug auf das Evangelium? Paulus spricht in Vers 3 von \u201eanfangen\u201c und \u201eenden\u201c. Das Evangelium ist nicht nur der Anfang unserer Errettung, sondern auch das Ende. Das Evangelium ist nicht nur die Botschaft, die uns rettet; das Evangelium ist auch die Botschaft, die uns zeigt und hilft, unser Leben nach der Rettung zu leben. Das Evangelium ist nicht nur die \u201eEintrittskarte\u201c zum \u201eKonzert\u201c; das Evangelium ist das \u201eKonzert\u201c selbst. Im Johannesevangelium hatte Jesus gesagt, dass er die T\u00fcr ist (Joh 10,9); wenige Kapitel sp\u00e4ter sagte Jesus von sich selbst, dass er auch der Weg ist (Joh 14,6). Jesus ist beides. Die Qualit\u00e4t der Rettung Jesu ist, dass er uns nicht nur einmal alles vergibt; seine vergebende Gnade ist das, was uns unser ganzes Leben hindurch rettet, bis wir bei ihm sind. Es spielt keine Rolle, wie lange wir im Glauben unterwegs sind. Wir wachsen niemals aus dem Evangelium heraus. Das ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb wir hier alle gemeinsam im Gottesdienstraum sitzen. Man k\u00f6nnte ja meinen, dass wir anfangs ein paar sch\u00f6ne Lieder zusammen singen; und danach teilen wir uns in mindestens 10 verschiedene Gruppen auf und h\u00f6ren Predigten, die auf das Stadium unseres Glaubenslebens angepasst sind: f\u00fcr die Anf\u00e4nger, f\u00fcr die Fortgeschrittene und f\u00fcr die Profis. Und genau das tun wir offensichtlich nicht. Der Grund weshalb wir das nicht tun, ist der, dass wir alle die frohe Botschaft von Jesus h\u00f6ren m\u00fcssen, ganz egal wie lange wir schon mit Jesus unterwegs sind. N.T. Wright ist einer der einflussreichsten und gelehrtesten Theologen unserer Zeit. Er liest und studiert das Neue Testament auf Griechisch, so dass er gro\u00dfe Teile auf Griechisch aufsagen kann und schreibt mehr B\u00fccher \u00fcber die Bibel als man lesen kann. Er besucht in England ebenfalls eine lokale Gemeinde. Jemand hatte dann gemeint: \u201eDer arme Pastor dieser Gemeinde! Vor solch einem intellektuellen Giganten zu predigen und st\u00e4ndig bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, nach der Predigt zu h\u00f6ren: \u00abdas, was du heute gesagt hast, war nicht ganz richtig\u00bb. N.T. Wrights Antwort darauf war, dass wenn er am Sonntag in die Gemeinde geht, er ein Christ ist wie jeder andere; dass er ebenfalls das Evangelium h\u00f6ren muss, dass er ebenfalls h\u00f6ren muss, dass er von Gott geliebt ist. Wir sitzen alle im gleichen Boot.<br \/>\nIn seinem Kommentar zum Galaterbrief verwendet N.T. Wright eine extrem hilfreiche Illustration, wie ich finde. Im 19. Jahrhundert gab es einen franz\u00f6sischen Seilt\u00e4nzer namens Charles Blondin, der die Niagaraschlucht auf einem Seil \u00fcberquerte. Blondin war so gut, dass es ihm nicht ausreichte, auf dem Seil zu balancieren. Er machte das Ganze auch mit verbunden Augen, oder mit einer Schubkarre, oder er fing an, auf dem Seil ein Omelett zu braten und zu essen. Er trug auch einen Mann \u00fcber das Seil. Stellen wir uns vor, dass du die Person bist, die auf dem R\u00fccken von Charles Blondin auf dem Seil \u00fcber die Schlucht getragen wird. Und stell dir uns vor, dass du mittendrin dem K\u00fcnstler sagst: \u201eVielen Dank, dass du mich bis hierher getragen hast. Ich w\u00fcrde jetzt gerne alleine zum Ende laufen.\u201c Er w\u00fcrde dich vermutlich fragen, ob du noch alle Tassen im Schrank hast. Und genau das ist es, was Paulus die Galater fragte. Jesus hat uns bis hierher getragen. Warum sollten wir jetzt der Ansicht sein, dass wir ihn nicht mehr brauchen?<\/p>\n<p><strong>2. Die Methode der Rettung<\/strong><br \/>\nIn den Versen 10 und folgende spricht Paulus von einem Fluch. Vers 10: \u201eDiejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles h\u00e4lt, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt.\u201c Paulus argumentiert, dass es prinzipiell zwei Arten gibt, zu leben: aus dem Gesetz oder aus dem Glauben. Die eine Art zu leben, hei\u00dft, darauf zu vertrauen, was wir leisten und was wir k\u00f6nnen. Die andere Art zu leben, bedeutet, darauf zu vertrauen, was Jesus f\u00fcr uns getan hat. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das, was das Gesetz von uns erfordert, ist gut (Gott zu lieben und den N\u00e4chsten wie sich selbst). Es geht nicht darum, ob das Halten des Gesetzes gut oder schlecht ist. Es geht auch nicht darum, ob wir uns ans Gesetz halten sollen oder nicht. Nat\u00fcrlich sind wir verpflichtet, Gott zu gehorchen. Das steht nicht zur Debatte. Sondern es geht um die Frage, worauf man vertraut. Es geht um die Frage, worin man seine Rettung sucht. Was ist es, was unser Leben validiert, was uns als Menschen rechtfertigt, was uns die Best\u00e4tigung gibt, das wir \u201ein Ordnung\u201c sind? Werke oder Jesus? Paulus schreibt hier, dass aus den Werken des Gesetzes zu leben, bedeutet, unter einem Fluch zu stehen.<br \/>\nWie \u00e4u\u00dfert sich dieser Fluch? Auf der einen Seite steht das Gericht Gottes. Jeden Sonntag sagen wir gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis auf. Wir bekennen damit, dass wir daran glauben, dass Jesus eines Tages kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten. Wenn Werke das sind, worauf wir vertrauen, dann bedeutet es, dass wir f\u00fcr einen Gerichtstermin vorgemerkt sind. Der Fluch bedeutet, eines Tages vor dem Richter des Himmels und der Erde stehen zu m\u00fcssen; und dass wir Rechenschaft geben m\u00fcssen f\u00fcr alle unsere Taten. Der Fluch ist, dass wir aufgrund von dem gerichtet werden, was wir getan haben: Welche lieblosen und unwahren Dinge wir gesagt haben, wie wir mit unserer Zeit, unserem Geld und unseren Ressourcen umgegangen sind. Welche Werke der Liebe und Barmherzigkeit wir unterlassen haben. Wenn wir wirklich ehrlich mit uns selbst sind, dann wissen wir, dass wir nicht so sind, wie wir h\u00e4tten sein sollen.<br \/>\nViele Menschen finden es heute anst\u00f6\u00dfig und l\u00e4cherlich an ein zuk\u00fcnftiges Gericht zu glauben. Selbst wenn du nicht an dieses Gericht glauben kannst, m\u00f6chte ich argumentieren, dass dieser Fluch absolut real ist: Das zuk\u00fcnftige Gericht wirft seine Schatten auf unser Leben im Hier und Jetzt. Wenn dein Selbstbild auf dem beruht, was du geleistet hast, dann wirst du dich immer defizit\u00e4r und ungen\u00fcgend f\u00fchlen. Ein paar pers\u00f6nliche Fragen: Wer von euch hatte schon einmal ein tiefes Gef\u00fchl von Minderwertigkeit? Wer von euch hatte sich schonmal zutiefst unw\u00fcrdig gef\u00fchlt? Wer von euch hatte schon einmal Gef\u00fchle von Selbstverdammnis oder den Eindruck, dass wir uns nicht selbst vergeben k\u00f6nnen? Wer von euch hatte schon einmal Hochstapler-Syndrom. Das Gef\u00fchl, dass man denkt, nicht die F\u00e4higkeiten, die Erfahrung, die Qualifikationen zu haben, die es auf der Arbeit braucht; und die Angst davor, dass man auffliegt und dass alle mitbekommen, wie inad\u00e4quat man ist? Wer von euch hatte ein tiefes Gef\u00fchl der Unzufriedenheit mit dem, was man selbst geschafft hat, gefolgt von Missmut und Frustration?<br \/>\nIn der Serie \u201eHow I met your mother\u201c ist Lily eine gl\u00fccklich verheiratete Frau und eine Mutter. Lily hatte fr\u00fcher einmal Kunst studiert aber niemals in dieser Branche gearbeitet, weil sie Kinderg\u00e4rtnerin geworden ist. Eines Tages trifft sie auf eine arrogante Kunstkuratorin und einen reichen Kunstsammler. Die Kunstexpertin verh\u00e4lt sich herablassend gegen\u00fcber Lily, und der Kunstsammler sagt Lily, dass sie keine Ahnung hat, weil sie ja \u201enur\u201c eine Kinderg\u00e4rtnerin ist. (Anmerkung: Erzieher ist ein ungemein wichtiger und v\u00f6llig unterbezahlter Job). Und diese Worte l\u00f6sen in ihr eine Krise aus, so dass sie einen wertvollen Gegenstand stiehlt. Marshall, ihr Ehemann, versteht die Welt nicht mehr. Er stellt sie zur Rede: \u201eLily, was ist daran so schlimm? [\u2026] Er hat also gesagt, du seist nur eine Kinderg\u00e4rtnerin. Warum l\u00e4sst du dich davon so aus der Ruhe bringen?\u201c Sie weint: \u201eWeil er recht hatte. Ich bin nur eine Kinderg\u00e4rtnerin. Und ja, ich habe einen Abschluss in Kunstgeschichte und eigentlich h\u00e4tte ich etwas damit machen sollen, aber das habe ich nicht. Irgendwann habe ich vergessen, meinen Traum zu verfolgen, und \u2026 und jetzt bin ich alt und Mutter, und f\u00fcr mich ist es einfach zu sp\u00e4t.\u201c Marshall versucht, sie zu tr\u00f6sten und sagt ihr, dass es nicht zu sp\u00e4t ist; und dass er diese arrogante Frau finden und ihr eine herunterhauen wird. Und er versichert ihr: \u201eH\u00f6r zu, ich verspreche dir: Deine besten und aufregendsten Tage liegen noch vor dir.\u201c Und hier kommt dann die traurige und ersch\u00fctternde Antwort von Lily: \u201eIch liebe dich so sehr daf\u00fcr, dass du das sagst. Aber es kommt ein Punkt im Leben, an dem das einfach nicht mehr stimmt.\u201c<br \/>\nDer Fluch ist, dass es einen Punkt im Leben gibt, an dem die besten und aufregendsten Tage hinter uns liegen. Der Fluch ist, dass eines Tages unser ganzes Leben vorbei ist; dass alles wof\u00fcr wir gelebt haben, verg\u00e4nglich und wertlos ist; dass der Tod uns alles nimmt, was wir aufgebaut haben und jede Beziehung zunichtemacht; dass das Leben am Ende des Tages vergeblich, wertlos und sinnlos ist.<br \/>\nWie macht uns dann Gott von dem Fluch frei? Verse 13 und 14: \u201eChristus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er f\u00fcr uns zum Fluch geworden ist; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz h\u00e4ngt. Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den V\u00f6lkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird und wir so durch den Glauben den verhei\u00dfenen Geist empfangen.\u201c Das Gesetz sagte, dass diejenigen, die am Holz h\u00e4ngen, verflucht sind. Das traf sprichw\u00f6rtlich auf Jesus zu, als er am Kreuz hing. Der Tod am Kreuz war nicht nur physisch grausam und unvorstellbar qualvoll. Es war gleichzeitig ein Tod der absoluten Schmach und Scham. Es war eine \u00f6ffentliche Zurschaustellung und Dem\u00fctigung. Dieser Tod war ein Fluch. Paulus sagt, dass Christus f\u00fcr uns zum Fluch geworden ist.<br \/>\nWas bedeutet das? Es bedeutet, dass unser Fluch auf ihn gefallen ist. Jesus hat unseren Fluch ganz auf sich genommen. Die Art und Weise wie Gott uns rettet, ist durch einen gewaltigen Tausch. Jesus ist der vollkommene Sohn Gottes. Er hat das perfekte Leben gef\u00fchrt; er ist derjenige, an dem der Vater absolutes Gefallen hat. Wir sind das Gegenteil davon. Der Tausch geschieht durch Anrechnung. Unsere Ungerechtigkeit wird Jesus angerechnet. Am Kreuz trug Jesus all unser Unverm\u00f6gen und unsere Untreue, alle unsere Vergehen und Versagen, alle unsere S\u00fcnde und Schuld. Und daf\u00fcr wird die Gerechtigkeit Jesu uns angerechnet. Die Konsequenz ist, dass wenn wir auf Jesus vertrauen, wir durch ihn den Segen Abrahams und den ganzen Segen Gottes durch seinen Heiligen Geist empfangen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas ist die Art und Weise, die Methode, wie Gott uns rettet. In Jesus Christus tauscht Gott Pl\u00e4tze mit uns.<\/p>\n<p><strong>3. Die Anwendung der Rettung<\/strong><br \/>\nWas die Anwendung des Evangeliums angeht, verwendet Paulus verschiedene Ausdr\u00fccke. Vers 1: \u201eIhr unvern\u00fcnftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden?\u201c Paulus spricht hier davon, dass die Galater Jesus am Kreuz vor die Augen gestellt bekamen, und zwar mit solch einer Klarheit wie ein Portrait auf einem gro\u00dfen Plakat. Es geht hier also ums Sehen. In Vers 2 spricht Paulus von einer anderen Sinneseigenschaft: \u201eHabt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch das H\u00f6ren der Glaubensbotschaft empfangen?\u201c Hier ist die Rede von H\u00f6ren und Empfangen. Diesen gleichen Ausdruck verwendet Paulus auch in Vers 5.<br \/>\nUnd dann verwendet Paulus in unserem heutigen Text das Wort \u201eglauben\u201c mehr als sieben Mal. Verse 6 und folgende: \u201eSo auch bei Abraham: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind S\u00f6hne Abrahams. Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die V\u00f6lker aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im voraus verk\u00fcndet: In dir sollen alle V\u00f6lker gesegnet werden.\u201c Der Kontext macht klar, dass es Paulus nicht ums physische Sehen und H\u00f6ren ging. Sehen und H\u00f6ren sind Metaphern f\u00fcr den Glauben. Aber sie sind hilfreiche Illustrationen aus mindestens zwei Gr\u00fcnden.<br \/>\nZum einen, wir alle haben schonmal den Satz geh\u00f6rt \u201eDu kannst glauben, was du willst\u201c. Und in gewisser Weise stimmt das auch, zum Gl\u00fcck, weil wir in einem freien Rechtsstaat leben mit Religionsfreiheit. Gleichzeitig ist der biblische Glaube nicht ein \u201eerfinde etwas in einem Herzen, woran du glauben kannst\u201c. Der Glaube in der Bibel ist nicht subjektiv. Sehen und H\u00f6ren beziehen sich auf eine objektive Realit\u00e4t, die au\u00dferhalb von uns ist. Wir nehmen etwas wahr, was drau\u00dfen ist, nicht in uns selbst. Aber durch das Sehen und H\u00f6ren verstehen wir, dass die Realit\u00e4t drau\u00dfen etwas mit uns zu tun hat; dass die frohe Botschaft f\u00fcr uns Relevanz hat; dass Jesu Tod ein historisches Ereignis ist, das unser ganzes Leben auf den Kopf stellt.<br \/>\nZum anderen sind Sehen und H\u00f6ren nicht so schwer. Im Prinzip kann das jeder Mensch. Es braucht keine au\u00dferordentlichen F\u00e4higkeiten, keine gro\u00dfe Ausbildung geschweige denn ein Studium, keine besondere Intelligenz, noch nicht einmal besondere Anstrengungen, um sehen und h\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Das war einer der Gr\u00fcnde, weshalb das Evangelium so anziehend f\u00fcr einen 15-j\u00e4hrigen Teenager in England namens Charles Spurgeon war. Spurgeon war auf der Suche nach Gott. Im Winter war er an einem Sonntagmorgen unterwegs zum Gottesdienst. Wegen eines Schneesturms kam er nicht weit und beschloss, in eine kleine Kapelle zu gehen, in der Methodisten ihren Gottesdienst feierten. Es waren nur 12\u201315 Menschen da. Der Pastor der Gemeinde war nicht da, weil er vermutlich auch eingeschneit war. Schlie\u00dflich stand ein ungebildeter Mann auf, und hielt spontan die Ersatzpredigt. Der Bibeltext war aus Jesaja 45,22: \u201eSchaut auf mich und werdet gerettet, alle Enden der Erde.\u201c (nach King James Version).<br \/>\nDer Aushilfsprediger fing an: \u201eMeine lieben Freunde, dies ist in der Tat ein sehr einfacher Text. Er lautet \u00abSchaut\u00bb. Nun, das Schauen erfordert keine gro\u00dfe M\u00fche. Man muss weder den Fu\u00df noch den Finger heben; [\u2026] Jeder kann schauen; sogar ein Kind kann schauen.\u201c Und er erkl\u00e4rte, worauf man schauen sollte, n\u00e4mlich auf Jesus und auf das, was Jesus f\u00fcr uns am Kreuz getan hat. Nach ungef\u00e4hr zehn Minuten hatte dieser Mann alles zu diesem Vers gesagt, was ihm eingefallen war.<br \/>\nUnd dann sah er den jungen Spurgeon. Bei so wenigen Menschen im Raum, war es nicht schwer, \u201eden Neuen\u201c zu finden. Und er sagte folgendes zu ihm: \u201eJunger Mann, du siehst sehr elend aus. Und du wirst immer elend sein \u2013 elend im Leben und elend im Tod \u2013, wenn du meinem Text nicht folgst; aber wenn du jetzt in diesem Augenblick gehorchst, wirst du gerettet werden. Junger Mann, schau auf Jesus Christus. Schau! Schau! Schau!! Du musst nichts weiter tun, als zu schauen und zu leben.\u201c<br \/>\nSpurgeon erz\u00e4hlte dann: \u201eSofort erkannte ich den Weg zur Erl\u00f6sung. [\u2026] Oh! Ich schaute, bis mir fast die Augen aus dem Kopf fielen. Da und dann war die Wolke verschwunden, die Finsternis hatte sich verzogen, und in jenem Augenblick sah ich die Sonne, und ich h\u00e4tte im selben Augenblick aufstehen und mit den Begeistertsten unter ihnen vom kostbaren Blut Christi und vom einfachen Glauben singen k\u00f6nnen, der allein auf ihn schaut.\u201c<br \/>\nDas ist die Anwendung der Rettung: auf Jesus Christus zu schauen, der uns als der Gekreuzigte vor die Augen gestellt wurde.<\/p>\n<p>Liebe Freunde, worauf schauen wir? Schauen wir auf uns selbst? Auf unsere Familie? Auf unseren Job? Auf unser Geld? Auf unsere moralischen und ethischen Leistungen? Nichts von dem kann uns Halt geben, wenn es hart auf hart kommt. Oder aber schauen wir auf Jesus? Jesus am Kreuz? Jesus, der f\u00fcr uns zum Fluch geworden ist? Jesus, der vollkommene Ausdruck der Liebe Gottes zu uns!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Wie Jesus uns rettet \u201eIhr unvern\u00fcnftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden?\u201c (Galater 3,1 [E\u00dc]) Wir studieren den Galaterbrief, weil dieser kurze Brief uns erlaubt, ein besseres Verst\u00e4ndnis vom Evangelium zu bekommen. 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