{"id":13940,"date":"2026-05-10T11:00:39","date_gmt":"2026-05-10T09:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13940"},"modified":"2026-05-11T06:57:49","modified_gmt":"2026-05-11T04:57:49","slug":"predigt-1-johannesbrief-11-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-johannesbrief-11-4\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Johannesbrief 1,1 &#8211; 4"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1.Johannesbrief_1-01_1-04_P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1.Johannesbrief_1-01_1-04_P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_johannes\/1\/1-4?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eWas wir gesehen und geh\u00f6rt haben, das verk\u00fcndigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Johannes 1,3)<\/p>\n<p>Wir wollen gemeinsam eine Gemeinde werden, in der Jesu Liebe gelebt, sp\u00fcrbar und erfahrbar ist. Das ist das Anliegen, f\u00fcr das wir in diesem Jahr besonders beten wollen. Passend dazu hatte sich R. gew\u00fcnscht, dass wir den 1. Johannesbrief studieren. Dieser Brief ist sehr kurz. Der Brief ist nicht nur kurz, er ist extrem \u201eeinfach\u201c. Das gesamte griechische Vokabular des NT sind 5437 W\u00f6rter. In den drei Johannesbriefen werden lediglich 303 verschiedene W\u00f6rter gebraucht; die meisten dieser W\u00f6rter geh\u00f6ren zum ganz einfachen Wortschatz. Zum Vergleich, ein Kindergartenkind im Alter von 4 Jahren benutzt mehr als 1000 verschiedene W\u00f6rter. Das Vokabular in diesem Brief ist also extrem knapp und einfach gehalten. Aber der Inhalt hat einen Reichtum, mit dem man sich ein ganzes Leben lang besch\u00e4ftigen kann.<br \/>\nDie Liebe, so wie die Bibel den Begriff versteht, ist eine Hingabe an andere. Liebe ist ein sich Aufopfern, sich Aufgeben, sich Hingeben, um anderen zu dienen. D.&nbsp;h., die Liebe kann nur dort gelebt werden, wo es andere Personen gibt, denen diese Liebe erwiesen wird. Mit anderen Worten, Liebe braucht Gemeinschaft. Ohne Gemeinschaft kann es keine Liebe geben. Mit den ersten vier Versen des Briefes tauchen wir genau in diese Gemeinschaft ein. Wir haben hier erstens, den Ursprung, zweitens, die Offenbarung, drittens, die Verbreitung und viertens, das Ziel der christlichen Gemeinschaft.<\/p>\n<p><strong>1. Der Ursprung der christlichen Gemeinschaft<\/strong><br \/>\nWenn wir normale S\u00e4tze bilden, folgen wir in der Regel folgender Reihenfolge: Subjekt, Verb, Objekt. Beispiel: Jon kocht H\u00e4hnchen. Jetzt kann man nat\u00fcrlich auch im Deutschen das Objekt nach vorne stellen: Das H\u00e4hnchen wird von Jon zubereitet. Wir tun das, wenn wir etwas besonders hervorheben wollen. Dasselbe tut Johannes. Johannes beginnt mit dem Objekt des Satzes in Vers 1: das Wort des Lebens. Die Frage ist, wer oder was ist das Subjekt? Und wo ist das Verb? Wir finden das erst in Vers 3. Johannes macht erst noch einen Zwischeneinschub in Vers 2. Das Subjekt ist \u201ewir\u201c und das Verb ist \u201everk\u00fcnden\u201c. Der Brief beginnt etwas seltsam und umst\u00e4ndlich. Aber es macht deutlich, dass dieses Objekt dem Verfasser des Briefes praktisch alles bedeutete. Es gab nichts Wichtigeres und nichts Gr\u00f6\u00dferes f\u00fcr ihn.<br \/>\nVers 1: \u201eWas von Anfang an war, was wir geh\u00f6rt, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere H\u00e4nde angefasst haben vom Wort des Lebens \u2026\u201c Wenn wir uns aktuelle Filme und B\u00fccher der Popkultur anschauen, dann sehen wir, dass sogenannte Origin-Storys sehr beliebt sind. Wir wollen nicht einfach nur Batman dabei zuschauen, wie er B\u00f6sewichter verhaut. Wir interessieren uns daf\u00fcr, wie aus Bruce Wayne Batman wurde. Wir wollen nicht einfach nur Spiderman dabei zuschauen, wie er sich durch New York hangelt. Wir wollen sehen, wie aus Peter Parker Spiderman wurde. Anf\u00e4nge und Urspr\u00fcnge \u00fcben eine Faszination auf uns aus. Das gilt nicht nur f\u00fcr Heldengeschichten. Was wir eigentlich verstehen wollen, ist der Ursprung aller Dinge. Wir interessieren uns f\u00fcr den Anfang der Anf\u00e4nge, weil es dabei auch um unseren Anfang geht: Ich bin jetzt hier, aber woher komme ich eigentlich?<br \/>\nWenn Johannes hier \u201eWas von Anfang an war\u201c sagt, spricht er von nichts Geringerem als von dem Anfang aller Anf\u00e4nge: die ultimative Origin-Story; die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum es uns gibt und warum dieses ganze Universum existiert; die Erkl\u00e4rung nicht nur warum es uns gibt, sondern auch wof\u00fcr es uns gibt. Was war am Anfang? Am Anfang war das Wort des Lebens. In seinem Evangelium hatte er geschrieben: \u201eAm Anfang war das Wort.\u201c Diejenigen, die sich mit dem Johannes-Evangelium besch\u00e4ftigt haben, werden sich daran erinnern, wie faszinierend es ist, dass Jesus als \u201edas Wort\u201c bezeichnet wird. Wie kann eine Person ein Wort sein?<br \/>\nUm nur einen Aspekt dessen zu erl\u00e4utern: Stellen wir uns einen Teenager vor, der \u00fcber beide Ohren in Lisa verliebt ist. Aber er traut sich nicht, es ihr pers\u00f6nlich zu sagen. Also geht er zu Mona, die die beste Freundin von Lisa. Er fragt Mona: \u201eKannst du Lisa ausrichten, dass ich sie mag?\u201c Und stellen wir uns vor, dass Mona daraufhin antwortet: \u201eWarum sagst du es Lisa nicht einfach selbst? Sie ist direkt neben mir.\u201c In diesem Moment hat der Teenager nicht nur eine Nachricht, die er vermitteln will. Er selbst wird zu dieser Nachricht, wenn er Lisa sagt: \u201eIch mag dich.\u201c Auf einer unendlich viel h\u00f6heren und gr\u00f6\u00dferen Weise kommuniziert Gott zu uns. Im AT sprach Gott durch Mediatoren, durch Priester, durch Richter und durch Propheten. Priester und Propheten haben das Wort Gottes zum Volk gesprochen. Aber mit Jesus Christus tut Gott etwas kategorisch anderes. Gott spricht zu uns, indem er sich in Jesus Christus uns selbst gibt. Jesus Christus ist das endg\u00fcltige Wort Gottes, das zu uns spricht. D.&nbsp;h., Jesus hat nicht nur eine Botschaft Gottes, er selbst ist die Botschaft Gottes; Jesus verk\u00fcndet uns nicht nur gute Nachricht, er selbst ist die gute Nachricht; Jesus zeigt uns nicht nur, wie Gott ist, er selbst ist Gott.<br \/>\nUnd das bringt uns zum zweiten Punkt.<\/p>\n<p><strong>2. Die Offenbarung der christlichen Gemeinschaft<\/strong><br \/>\nDie erste zentrale Botschaft ist, dass Jesus Gott ist und dass Jesus ewig ist. Das, was Johannes in den ersten drei Versen \u00fcber Jesus schreibt, ist absolut unerh\u00f6rt. Johannes behauptet jetzt, dass er dieses ewige Wort des Lebens, das im Anfang war, mit seinen eigenen Ohren geh\u00f6rt hatte und dass er ihn mit seinen Augen gesehen hatte. Nicht nur das, er sagt, dass sie ihn \u201egeschaut\u201c hatten. Was ist der Unterschied zwischen Sehen und Schauen? Das griechische Wort f\u00fcr Schauen ist theaomai und die Elberfelder Studienbibel erkl\u00e4rt: \u201ebetrachten, genau ansehen; es beinhaltet eine erstaunte Aufmerksamkeit mit einem sorgf\u00e4ltigen und genauen Blick, der seinen Gegenstand zu erfassen sucht.\u201c So weit, so unbegreiflich. H\u00f6ren, Sehen, Schauen &#8211; so weit kommen wir, wenn wir hunderte von Euros ausgeben, um ein Konzert unseres Lieblingspopstars zu besuchen. Aber dann hat Johannes auch noch den Wagemut zu sagen: \u201ewas unsere H\u00e4nde angefasst haben \u2026\u201c Jesus war sprichw\u00f6rtlich zum Anfassen nahe.<br \/>\nWie konnte es dazu kommen? Johannes erkl\u00e4rt das durch einen Zwischeneinschub: \u201edas Leben ist erschienen und wir haben gesehen und bezeugen und verk\u00fcnden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschienen ist.\u201c Johannes schreibt, dass das Leben erschienen ist. Andere \u00dcbersetzungen schreiben, dass das Leben offenbart worden ist. Als ich vor ein paar Wochen \u00fcber 1. Korinther 15 gepredigte, hatte ich gesagt, dass Jesus den Graben \u00fcberwunden hat, der zwischen Gott und den Menschen besteht. C.S. Lewis hatte gesagt, dass wenn es einen Gott gibt, dass Gott kein Nachbar ist, der ein Stockwerk \u00fcber uns wohnt. Wenn es Gott gibt, dann ist dieser Gott nicht Teil dieses Universums; er ist nicht Teil unseres Bezugssystems; er ist nicht inh\u00e4renter Teil dieser Realit\u00e4t. Er steht au\u00dferhalb von Raum und Zeit.<br \/>\nDie einzige M\u00f6glichkeit, der einzige Weg, wie wir diesen Gott erfahren k\u00f6nnen, ist nicht, indem wir uns auf die Suche nach ihm machen; Gott muss sich auf die Suche nach uns machen. Nicht wir kommen prim\u00e4r zu ihm; Gott kommt prim\u00e4r zu uns. Nicht wir gehen hinauf in den Himmel; der Himmel kommt herab zu uns. Und das ist es, was Johannes hier schreibt. Der ewige Gott ist erschienen; er hat sich uns offenbart. Gott ist uns so nahe gekommen, dass wir ihn nicht nur h\u00f6ren, sehen und betrachten konnten, sondern dass Johannes ihn sogar anfassen konnte.<br \/>\nAls ich vor vielen Jahren auf dem Gymnasium war, hatte ich einen Geschichtslehrer der alten Schule. Wenn er uns eine Frage gestellt hatte, und wenn wir unbedacht unsere Antwort mit den Worten begannen \u201eich glaube \u2026\u201c bekamen wir in der Regel von ihm zu h\u00f6ren: \u201eGlauben kannst du in der Kirche. Bei mir musst du es wissen!\u201c Glaube gilt als etwas, was wachsweich ist. In unserer Gesellschaft darf im Prinzip jeder das glauben, was er glauben m\u00f6chte.<br \/>\nGottfried Lessing versucht in seiner ber\u00fchmten Ringparabel nuanciert zu argumentieren, dass keine Religion f\u00fcr sich beanspruchen kann, die Wahrheit zu haben. In der Ringparabel besitzt ein Vater einen Ring, der den Tr\u00e4ger des Rings bei Gott und bei den Menschen beliebt macht. Der Vater hat drei S\u00f6hne, die er alle liebt. Weil alle S\u00f6hne gleich w\u00fcrdig zu sein scheinen, l\u00e4sst der Vater identische Kopien von dem Ring machen und gibt jedem Sohn einen Ring. Nachdem der Vater gestorben ist, behauptet jeder Sohn, den echten Ring zu haben. Die Echtheit l\u00e4sst sich nicht nachweisen. Als der Fall vor Gericht kommt, urteilt der Richter, dass niemand beweisen kann, den echten Ring zu haben. Vielleicht ist der echte Ring ja auch verloren gegangen und alle haben eine Kopie. Er legt nahe, dass jeder Sohn durch sein Verhalten und durch ein gutes Leben zeigen soll, dass er im Besitz des wahren Ringes ist.<br \/>\nLessings Parabel ist, wie ich schon gesagt hatte, sehr nuanciert und wird gerne missverstanden als ein \u201ealle Religionen haben doch irgendwo recht\u201c. Oder, weil Lessing argumentiert, dass keine Religion beweisen kann, die Wahrheit zu haben, ist die Wahrheit unwichtig; Lehren und Dogmen sind unwichtig. Oder, weil Lessing uns lehrt, dass wir tolerant sein sollten, brauchen wir keine Auseinandersetzungen mit dem Inhaltlichen mehr. Und vielleicht hast du \u00e4hnliche Anschauungen. Vielleicht wirst du auch extrem misstrauisch, wenn Religionen behaupten, die absolute Wahrheit zu haben.<br \/>\nAber hier ist der Punkt: f\u00fcr den Apostel Johannes war die Tatsache, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist, eben gerade das: eine Tatsache. Es war eine Aussage, die f\u00fcr sich beansprucht, objektive, stichhaltige Wahrheit zu sein. Robert Yarbrough argumentiert, dass die Worte \u201eh\u00f6ren, sehen, betrachten, anfassen\u201c die Worte eines Augenzeugen sind: ein Zeugnis, das vor Gericht wirksam ist. Er schreibt in seinem Kommentar: \u201eDie Wahrheit h\u00e4ngt ebenso sehr davon ab, was Gott durch Wort oder Tat, in der Sch\u00f6pfung oder in der Erl\u00f6sung offenbart hat, wie davon, was Menschen beobachten und daraus schlie\u00dfen. [\u2026] Ein feierliches Zeugnis im Anschluss an ein Ereignis, das von zwei oder mehr Personen bezeugt wurde, war der Mechanismus, den Gott in alttestamentlicher Zeit zur Feststellung von Tatsachen vorgesehen hatte. [\u2026] Wenn Johannes also schreibt: \u201aWir haben gesehen und bezeugen es\u2018, macht er nicht einfach nur Konversation, sondern legt praktisch eine eidesstattliche Erkl\u00e4rung ab.\u201c<br \/>\nF\u00fcr unsere Zeit ist das oft schwer verdaulich. Johannes konfrontiert uns nicht mit Ethik, Gef\u00fchlen, Meinungen, Pr\u00e4ferenzen. Er konfrontiert uns hier mit der Tatsache der Historizit\u00e4t Jesu.<\/p>\n<p><strong>3. Die Verbreitung der christlichen Gemeinschaft<\/strong><br \/>\nWir kommen in Vers 3 endlich zum Subjekt und Verb des Satzes: \u201ewas wir gesehen und geh\u00f6rt haben, das verk\u00fcnden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.\u201c Hier ist die Art und Weise, wie sich die christliche Gemeinschaft verbreitet: Es geschieht durch Verk\u00fcndigung. Das Wort wird gepredigt, und dort, wo das Wort gepredigt wird, werden Menschen eingeladen, sich dieser Gemeinschaft anzuschlie\u00dfen. (Das ist auch das erkl\u00e4rte Ziel von dieser Predigt).<br \/>\nEine Anwendung, bevor wir fortfahren. Ich habe vorhin gesagt, dass es im christlichen Glauben nicht prim\u00e4r um Ethik oder Meinungen geht. Das Zentrum des christlichen Glaubens ist die Person Jesus Christus, der Mensch geworden ist, der am Kreuz gestorben ist und der von den Toten auferstanden ist. (Das sind die Glaubenss\u00e4tze, die wir jeden Sonntag im Gottesdienst bekennen). Wir glauben das nicht nur, wir verk\u00fcndigen das auch. Das ist ein Punkt, mit dem viele Menschen in unserer Gesellschaft Probleme haben. Vielleicht haben wir auch schon solche S\u00e4tze geh\u00f6rt wie: \u201eDu kannst glauben, was du willst. Aber kannst du deinen Glauben f\u00fcr dich behalten?\u201c Vielleicht haben manche hier \u00e4hnliche Gedanken: \u201eGlaube ist so eine pers\u00f6nliche Sache. Ich will nicht von anderen missioniert werden.\u201c<br \/>\nKathy Keller erz\u00e4hlte davon wie ihr Mann Tim Keller \u00fcber viele Jahre hinweg jeden Sonntag nach dem Gottesdienst eine Frage-Antwort-Stunde gehalten hatte. Nach jedem Gottesdienst blieben 50-100 interessierte New Yorker und stellten alle ihre schwierigen und skeptischen Fragen: \u201eGlaubst du wirklich daran, dass Jesus der einzige Weg ist?\u201c \u201eDenkst du wirklich, dass alle Menschen, die nicht an Jesus glauben, in die H\u00f6lle kommen?\u201c \u201eGlaubst du wirklich, dass Sex au\u00dferhalb der Ehe S\u00fcnde ist?\u201c Oft antwortete Tim Keller mit EINER Gegenfrage: \u201eGlaubst du, dass Jesus von den Toten auferstanden ist?\u201c Das hat viele sehr \u00fcberrascht. \u201eWas hat denn die Auferstehung Jesu mit meiner Frage zu tun?\u201c Antwort: Alles! \u201eWenn Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, dann ist doch v\u00f6llig egal, was ich hier predige und glaube. Es ist alles v\u00f6llig belanglos. Es ist nichts als hei\u00dfe Luft. Und es braucht dich nicht weiter zu bek\u00fcmmern. Aber wenn Jesus von den Toten auferstanden ist, dann musst du dein ganzes Leben \u00fcberdenken.\u201c<br \/>\nDie Frage, mit der du dich auseinandersetzen musst, ist, ob Jesus wirklich das Wort des Lebens ist, ob Jesus, das Leben wirklich unter uns erschienen ist, ob dieser Jesus wirklich f\u00fcr uns gestorben und danach auferstanden ist. Wenn Jesus nicht derjenige ist, der er behauptet zu sein, dann ist er v\u00f6llig unwichtig. Aber wenn Jesus derjenige ist, der er behauptet zu sein, dann ist er unendlich wichtig. Jesus muss dann die bedeutendste und dringendste Angelegenheit deines Lebens werden. D.&nbsp;h., wer Jesus ist, ist die wichtigste Frage deines Lebens. Alle anderen Fragen sind mit ganz gro\u00dfem Abstand zweit- und drittrangig.<\/p>\n<p><strong>4. Das Ziel der christlichen Gemeinschaft<\/strong><br \/>\nJohannes schlie\u00dft seine Einleitung mit dem Wort ab: \u201eDies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen ist.\u201c Johannes spricht von \u201eunserer Freude\u201c. Er gebraucht in den ersten Versen das Wort \u201ewir\u201c. Wahrscheinlich meinte er damit die Augenzeugen, die Jesus pers\u00f6nlich gesehen und erlebt hatten. Zu dem Zeitpunkt, als Johannes diesen Brief schrieb, waren die meisten dieser Augenzeugen bereits verstorben. Nicht wenige von ihnen waren als M\u00e4rtyrer gestorben. Die Frage ist dann, wer mit \u201ewir\u201c in Vers 4 gemeint ist. Und die Antwort ist in Vers 3: \u201ewas wir gesehen und geh\u00f6rt haben, das verk\u00fcnden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.\u201c Durch die Verbreitung der christlichen Gemeinschaft entsteht ein neues \u201ewir\u201c. Das \u201ewir\u201c der direkten Augenzeugen Jesu wird erweitert zu einem neuen \u201ewir\u201c, und zwar alle Menschen, die bereit sind und gewillt sind, sich dieser Gemeinschaft anzuschlie\u00dfen. Das Ziel der Gemeinschaft ist Freude. Und zwar die Freude von uns allen. Unser aller Freude soll vollkommen werden, und sie wird dadurch vollkommen, wenn wir in Gott dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus Gemeinschaft haben.<br \/>\nTheologisch ergibt das sehr viel Sinn. Warum hat Gott diese Welt erschaffen? Warum hat Gott uns erschaffen? Die alten Babylonier glaubten daran, dass Menschen geschaffen wurden, damit sie den G\u00f6ttern dienen. Die G\u00f6tter hatten keinen Bock auf Arbeiten und schufen daher niedrige Kreaturen (die Menschen), die diese Arbeiten f\u00fcr sie erledigen sollten. Der Gott der Bibel ist ganz anders. Er erschafft die Welt, um seine Herrlichkeit zu offenbaren. Der Gott der Bibel ist vollkommen in sich selbst. Er braucht nichts und niemanden, um besser, gr\u00f6\u00dfer oder sch\u00f6ner zu sein, weil alle Vollkommenheit, Gr\u00f6\u00dfe und Sch\u00f6nheit bereits in ihm ist. Gott ist ein Gott voll unendlicher Freude. Der Grund, weshalb Gott die Welt geschaffen hat, ist nicht der, dass er seine eigene Freude vergr\u00f6\u00dfern wollte. Er hat uns geschaffen, um seine \u00fcberflie\u00dfende Freude mit uns zu teilen. Er hat uns geschaffen, um seine liebevolle Gemeinschaft mit uns zu teilen.<br \/>\nUm kurz zusammenzufassen: der Ursprung der christlichen Gemeinschaft ist das Wort des Lebens, das im Anfang war. Das Leben wurde unter uns offenbart, als Jesus Mensch geworden ist, um unter uns zu wohnen. Die Gemeinschaft wird verbreitet, wenn Jesus Christus verk\u00fcndigt wird. Und das Ziel der christlichen Gemeinschaft ist die Vollkommenheit unserer Freude, die Gott uns schenkt, weil er seine unendliche Freude, die er in Ewigkeit hatte, mit uns teilen will.<br \/>\nEine letzte Anwendung: das, was Johannes in diesen wenigen Versen aussagt, erkl\u00e4rt auf eine fundamentale Weise, wer wir sind und wie wir ticken: Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. Ganz egal, ob du introvertiert oder extrovertiert bist, ganz egal wie anstrengend du es findest, mit anderen Menschen zusammen zu sein oder auch nicht, du wurdest zu Gemeinschaft geschaffen. (Ich meine damit nicht, dass Zeiten des Alleinseins und der Zur\u00fcckgezogenheit unwichtig sind; im Gegenteil, das ist sehr wichtig. Aber das \u00e4ndert nichts an der Tatsache, dass wir in erster Linie zu Gemeinschaft gemacht wurden und in Gemeinschaft unsere Erf\u00fcllung finden).<br \/>\nEin paar Beobachtungen: eine Harvard Studie kam zu der Erkenntnis, dass Beziehungen und wie gl\u00fccklich wir in den Beziehungen sind, ma\u00dfgeblichen Einfluss darauf hat, wie gesund wir sind. Harvard Professor Robert Waldinger sagte dazu: \u201eEinsamkeit t\u00f6tet. Sie ist genauso gef\u00e4hrlich wie Rauchen oder Alkoholismus.\u201c Die Studie zeigte auch, dass enge Beziehungen, mehr als Geld und Ruhm, einen viel gr\u00f6\u00dferen Einfluss darauf haben, wie gl\u00fccklich wir sind. Das deckt sich gut mit unseren Erfahrungen. Denken wir an die gl\u00fccklichsten Momente unseres Lebens. Die gro\u00dfe Mehrheit der sch\u00f6nsten Momente unseres Lebens hatten wir nicht alleine, sondern in Gemeinschaft: der Tag, an dem wir die Liebe unseres Lebens getroffen hatten, der Hochzeitstag, die Geburten der Kinder, die Geburten der Enkelkinder.<br \/>\nOder eine andere interessante Beobachtung: wenn wir jemanden unsere Liebe bekennen, dann sagen wir vielleicht folgendes: \u201eIch liebe dich. Ich werde dich f\u00fcr immer lieben.\u201c Wir versprechen uns ewige Liebe. Was wir eher nicht sagen, w\u00e4re z.&nbsp;B.: \u201eich liebe dich, aber nur so lange ich lebe; weil, wenn ich tot bin, dann kann ich dich ja nicht mehr lieben.\u201c Sich ewige Liebe zu versprechen, ist nicht nur romantische Gef\u00fchlsduselei. Wir wollen, dass Liebe ewig h\u00e4lt, weil wahre Liebe ewig sein muss und den Tod \u00fcberwinden muss, ansonsten w\u00e4re es keine echte Liebe; weil alles andere als ewige Liebe f\u00fcr uns nicht wirklich akzeptabel zu sein scheint.<br \/>\nDer Grund weshalb wir uns so f\u00fchlen, liegt laut Johannes darin begr\u00fcndet, was am Anfang war. Am Anfang war der dreieinige Gott. Am Anfang des Universums war ewige Gemeinschaft zwischen Gott dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Der Heilige Geist geh\u00f6rt auch noch dazu. Am Anfang war Liebe. Liebe ist das, was dieser Welt urspr\u00fcnglich zugrunde liegt. Das ist der Grund, weshalb jeder Mensch ein Bed\u00fcrfnis nach echter Gemeinschaft hat. Es ist der Grund, weshalb jeder Mensch ein Bed\u00fcrfnis nach wahrer Liebe hat; nicht nur Liebe von anderen Menschen, sondern vor allen anderen Dingen die Liebe Gottes offenbart in Jesus Christus.<br \/>\nApostel Johannes, der Jesus pers\u00f6nlich gesehen hatte, l\u00e4dt uns nun zu dieser Gemeinschaft ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn \u201eWas wir gesehen und geh\u00f6rt haben, das verk\u00fcndigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.\u201c (1. 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