{"id":13868,"date":"2026-04-05T11:00:28","date_gmt":"2026-04-05T09:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13868"},"modified":"2026-04-06T16:59:54","modified_gmt":"2026-04-06T14:59:54","slug":"predigt-roemer-831-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-roemer-831-39\/","title":{"rendered":"Predigt: R\u00f6mer 8,31-39"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2026-04-05-Roemer-831-39-Predigt.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2026-04-05-Roemer-831-39-Predigt.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/roemer\/8\/31-39?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Gott ist f\u00fcr uns<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eWer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt f\u00fcr uns ein.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(R\u00f6mer 8,34)<\/p>\n<p>Vor eineinhalb Wochen hatte J. mich angeschrieben und gefragt, was der Text f\u00fcr den Ostersonntag ist. Ich hatte ihm geantwortet: \u201eIch stecke etwas fest und wei\u00df noch nicht so recht \u2026 wahrscheinlich R\u00f6mer 8,31-39.\u201c Wie ist die Wahl dann auf diesen Text gefallen? Zum einen hatte ich J. gefragt: \u201eMeinst du, dass das ein guter Ostertext ist?\u201c Und seine Antwort war: \u201eJaa, voll der starke Text!\u201c Und ich hatte eine KI namens Nikodemus AI gefragt. Die Antwort war eindeutig: \u201eR\u00f6mer 8,31-39 ist ein richtig starker Ostertext \u2013 auch wenn er nicht direkt die Auferstehungsgeschichte erz\u00e4hlt. [\u2026] Christus ist gestorben, auferstanden, erh\u00f6ht \u2013 und nichts kann mehr seine Liebe zu uns stoppen. Genau das fasst Paulus hier theologisch zusammen.\u201c Nachdem ich mich ein wenig damit besch\u00e4ftigt habe, kann ich das wirklich nur best\u00e4tigen. Dieser Text ist ein Fest!<br \/>\nEs gibt so viel, was man zu diesem Text sagen k\u00f6nnte. Ich will nur auf drei Dinge kurz eingehen. Der Text scheint uns zum einen zu zeigen, was wir wissen d\u00fcrfen und sollen, n\u00e4mlich die Tatsache, dass Gott f\u00fcr uns ist. Als zweitens sehen wir im Text, woher wir das wissen d\u00fcrfen, n\u00e4mlich dass Jesus f\u00fcr uns gestorben ist, dass er auferweckt wurde und zur Rechten Gottes f\u00fcr uns eintritt. Als drittes erfahren wir, wie wir aufgrund dessen dann leben d\u00fcrfen: triumphierend in der Liebe Gottes.<\/p>\n<p><strong>1. Was wir wissen d\u00fcrfen<\/strong><br \/>\nUm ganz kurz zu erkl\u00e4ren, wie der heutige Text zu verstehen ist: Paulus beginnt diesen letzten Abschnitt von R\u00f6mer 8 mit den Worten \u201eWas sollen wir nun dazu sagen?\u201c Und diese Frage ist zu verstehen als ein gewaltiges \u201eDeshalb\u201c. Die meisten von euch sind vermutlich nicht unbedingt Fans von klassischer Musik (obwohl es objektiv die beste Musik ist, die es gibt). Um eine Illustration aus der Musik zu verwenden, um das zu veranschaulichen: In vielen Symphonien gibt es eine Schlusscoda. Die Coda befindet sich am Ende des vierten und des letzten Satzes. Die Aufgabe der Coda ist es, das ganze Werk in einem gro\u00dfen Feuerwerk und Rausch zu Ende zu f\u00fchren. Und so \u00e4hnlich ist das hier im heutigen Text. Paulus fasst in diesen letzten 9 Versen das zu zusammen, was er in den Kapiteln 5, 6, 7 und 8 erkl\u00e4rt hatte. Wir genie\u00dfen das Schlussfeuerwerk.<br \/>\nWelche Gewissheit spricht uns der Text zu? Was ist das, was wir wissen d\u00fcrfen und wissen sollen? Paulus schreibt: \u201eIst Gott f\u00fcr uns, wer ist dann gegen uns?\u201c Gott ist auf unserer Seite. Bevor ich erkl\u00e4re, was das bedeutet, muss ich kurz erkl\u00e4ren, was es nicht bedeutet. In der fast 2000-j\u00e4hrigen Geschichte des Christentums gab es leider viel zu viele F\u00e4lle, in denen die Aussage, dass Gott f\u00fcr uns ist, schrecklich missverstanden wurde. Um nur ein Beispiel zu nennen: im Ersten Weltkrieg hatten Soldaten auf praktisch allen Seiten religi\u00f6se Symbole getragen. In Deutschland waren die Worte \u201eGott mit uns\u201c auf den Milit\u00e4rg\u00fcrteln der Soldaten eingraviert. Unter diesem Motto sind mehr als 13 Millionen deutsche Soldaten ausgezogen, um andere Soldaten abzuschlachten. Zwei Millionen von ihnen sind gestorben und mehr als 4 Millionen wurden verwundet. Sie k\u00e4mpften und starben mit dem fatalen Irrglauben, dass sie unter dem Schutz Gottes standen, weil sie meinten, im Interesse Gottes in den Krieg zu ziehen.<br \/>\nN.T. Wright schreibt dazu: \u201eDie Aussage in Vers 31, dass \u00abGott f\u00fcr uns ist\u00bb, klingt nichtssagend, wenn wir an Armeen denken, die in den Krieg ziehen und g\u00f6ttlichen Schutz f\u00fcr ihre Seite beanspruchen. Ganz anders klingt sie, wenn sie von einem Apostel stammt, der Not, Verfolgung, Gefahr und den Tod erlebt hat. [\u2026] Die Aussage, dass die Hoffnung uns nicht im Stich lassen wird, kann nur dann gemacht werden, wenn wir die Leiden des Messias teilen.\u201c<br \/>\nWas ist dann damit gemeint, dass Gott auf unserer Seite ist? Es bedeutet, dass Gott uns bedingungslos liebt. Es bedeutet, dass wenn wir in Christus sind, Gott es kompromisslos gut mit uns meint. Es bedeutet, dass wenn wir in Christus sind, Gott immer unser Bestes im Sinn hat. Es bedeutet, dass wir uns immer und zu jederzeit auf Gott verlassen d\u00fcrfen und dass wenn wir uns auf ihn verlassen, er uns niemals im Stich lassen wird. Gottes Wille wird geschehen, und sein Wille ist das Beste, was uns passieren kann.<br \/>\nInwiefern ist das was v\u00f6llig anderes, als das, was die deutschen Soldaten erwartet hatten, als sie mit den Worten \u201eGott mit uns\u201c auf den G\u00fcrteln in die Schlacht gezogen sind? Ich gebe euch nur ein Beispiel. Die Menschen, die meinen, dass Gott ihnen in politischen, kriegerischen Auseinandersetzungen hilft, nutzen Gott f\u00fcr ihre eigene Agenda. Es steht eine Erwartung dahinter, dass Gott mir das gibt, was ich will und dann, wenn ich es will. Und genau das ist v\u00f6llig inkompatibel mit einem Gott, der kompromisslos das Beste f\u00fcr uns will. Hier ist der Grund weshalb: Wer sagt, dass das, was wir uns w\u00fcnschen, \u00fcberhaupt gut f\u00fcr uns ist? Jeder von uns kann sich an Dinge erinnern, die wir uns von Herzen gew\u00fcnscht haben. Im Nachhinein wissen wir, dass das, was wir uns damals so sehns\u00fcchtig gew\u00fcnscht hatten, entweder unwichtig ist (im besten Fall), oder aber, regelrecht schlecht f\u00fcr uns gewesen w\u00e4re. Ein Gott, der unser Bestes im Sinn hat, kann uns nicht immer das geben, was wir wollen. Tats\u00e4chlich wird er in vielen Situationen genau das Gegenteil von dem tun, was wir uns w\u00fcnschen.<br \/>\nDer erste Punkt, den wir mitnehmen d\u00fcrfen, ist der, dass Gott auf unserer Seite steht. Er liebt uns, er meint es gut mit uns, er wird uns niemals im Stich lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>2. Woher wir das wissen d\u00fcrfen<\/strong><br \/>\nGott ist kompromisslos f\u00fcr uns. Das klingt zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. Aber die Frage ist: Woher kommt die Gewissheit? Woher d\u00fcrfen wir das wissen? Paulus gibt uns zwei Gr\u00fcnde, die mit der Essenz der frohen Botschaft zu tun haben; zwei Gr\u00fcnde, die mit den historischen Eckpfeilern zu tun haben, die wir jedes Jahr an Ostern feiern d\u00fcrfen. Der erste Grund ist in Vers 32: \u201eEr hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn f\u00fcr uns alle hingegeben \u2013 wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?\u201c Paulus Argument ist, dass Gott uns in Jesus alles gegeben hat, was er geben konnte. Gott hat sich uns selbst geschenkt. Jesus hatte selbst erkl\u00e4rt, dass es keine gr\u00f6\u00dfere Liebe gibt, als wenn einer sein Leben f\u00fcr seine Freunde hingibt. Die Art und Weise, wie Gott uns seinen Sohn schenkte, war die, dass Jesus sein Leben am Kreuz f\u00fcr alle hingab. Jesus Tod am Kreuz ist das absolute Opfer, und es ist das ultimative Geschenk Gottes. Gott kann uns unm\u00f6glich mehr geben, weil er uns in Christus nichts vorenthalten hat. In Christus hat Gott uns alles gegeben, was er geben konnte.<br \/>\nIch war die letzten Tage in K\u00f6ln bei meinen besten Freunden S. und C. zu Besuch. Am Karfreitag hatten sie eine besondere \u00dcberraschung f\u00fcr mich: Sie luden mich zu einem Konzert in die K\u00f6lner Philharmonie ein. Gespielt und gesungen wurde an diesem Abend die Johannes-Passion von J.S. Bach. Es war ein musikalischer Hochgenuss. Und gleichzeitig war es auch eine zutiefst geistliche Erfahrung. Eine Bass-Arie hatte mich besonders angesprochen. In der Arie hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eMein teurer Heiland, lass dich fragen,<br \/>\nda du nunmehr ans Kreuz geschlagen<br \/>\nund selbst gesagt: \u00abEs ist vollbracht\u00bb,<br \/>\nbin ich vom Sterben frei gemacht?<br \/>\nKann ich durch deine Pein und Sterben<br \/>\ndas Himmelreich ererben?<br \/>\nIst aller Welt Erl\u00f6sung da?<br \/>\nDu kannst vor Schmerzen zwar nichts sagen,<br \/>\ndoch neigest du das Haupt<br \/>\nund sprichst stillschweigend: Ja!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich finde die Fragen wunderbar: \u201eBin ich vom Sterben frei gemacht? Kann ich durch deine Pein und Sterben das Himmelreich ererben? Ist aller Welt Erl\u00f6sung da?\u201c Und die Antwort ist ein gewaltiges \u201eJa\u201c durch das, was Jesus f\u00fcr uns am Kreuz vollbracht hat.<br \/>\nDer zweite Eckpfeiler ist in Vers 34: \u201eChristus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt f\u00fcr uns ein.\u201c Jesus ist nicht nur gestorben. Jesus ist auch von den Toten auferstanden; er lebt, er sitzt zur Rechten Gottes und setzt sich f\u00fcr die Kinder Gottes ein. W\u00e4hrend es praktisch keine seri\u00f6sen Historiker gibt, die Jesu Tod am Kreuz anzweifeln, scheint es (aus schwer nachvollziehbaren Gr\u00fcnden &#x1f609;) ein wenig mehr Zweifel daran zu geben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.<br \/>\nWir haben in der Predigt nicht die Zeit daf\u00fcr, in aller Tiefe darauf einzugehen, weshalb wir daran glauben, dass Jesus wirklich das Grab \u00fcberwunden hat. Ich m\u00f6chte nur drei extrem unwahrscheinliche historische Fakten auflisten, die schwer zu entkr\u00e4ften sind. Zum einen, das Grab Jesu war am Ostermorgen leer. Woher wissen wir das? Verschiedene Gr\u00fcnde sprechen daf\u00fcr; unter anderem aber auch die zweite historische Tatsache: Sehr kurz nach Jesu Tod gab es Menschen, die behaupteten, dass sie den auferstandenen Jesus gesehen hatten. Und der Kreis dieser Menschen blieb nicht bei ein paar wenigen. Es waren innerhalb von einigen Wochen Tausende, die daran glaubten. Die einfachste Art und Weise, diese Behauptung zu widerlegen, w\u00e4re auf Jesu Leichnam im Grab hinzuweisen. Aber das Grab war tats\u00e4chlich leer. Die Dritte Tatsache ist, dass in Jerusalem, dem Zentrum des j\u00fcdischen Glaubens, eine Gemeinde Jesu entstand, mit Lehren und Br\u00e4uchen, die kein Jude ohne weiteres zu \u00fcbernehmen bereit gewesen w\u00e4re, weil diese Lehren und Br\u00e4uche dem j\u00fcdischen Glauben in wesentlichen Punkten widersprachen. Kein Jude w\u00e4re auf die Idee gekommen, einen anderen Menschen anzubeten. Aber Jesus wurde von Anfang an als Gottes Sohn angebetet. Nicht nur das, nichts und niemand, keine Gewalt von au\u00dfen und keine Versuchung von innen, konnte diese junge Bewegung aufhalten, innerhalb von wenigen Jahrzehnten den gesamten Mittelmeerraum zu evangelisieren. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu war dabei die zentrale Lehre, die verk\u00fcndet und bald von unz\u00e4hligen tausenden von fr\u00fchen Christen geglaubt wurde.<br \/>\nDrei Fakten: das Grab war leer; Menschen behaupteten, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben; entgegen von allem, was an h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen, beginnen fr\u00fche j\u00fcdische Christen, Jesus als den Messias und Sohn Gottes zu verehren. Zu allen diesen Punkten k\u00f6nnte man jetzt stundenlang weitere Details diskutieren. Aber mein Punkt ist einfach, dass diese Fakten nicht so einfach wegzuerkl\u00e4ren sind; und dass die Auferstehung Jesu am Ende die plausibelste Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Tatsachen sind. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt. Das ist die Botschaft von Ostern.<br \/>\nNoch einmal die Frage: Woher d\u00fcrfen wir wissen, dass Gott f\u00fcr uns ist und ganz auf unserer Seite steht? Weil Gott bereit war, das gr\u00f6\u00dfte Opfer darzubringen, als sein Sohn am Kreuz f\u00fcr uns starb; und weil Jesus S\u00fcnde, Tod und Teufel besiegt hat und das Grab siegreich \u00fcberwunden hat. Kathy Keller hatte zu Ostern gesagt: \u201eDie Geschichte ist auf unserer Seite.\u201c<\/p>\n<p><strong>3. Wie wir aus dieser Gewissheit leben d\u00fcrfen<\/strong><br \/>\nAufgrund von dem, was der Text sagt, wollen wir gerne zwei Anwendungen mitnehmen. Paulus schreibt, dass Gott f\u00fcr uns ist. Und seine rhetorische Frage in Anschluss daran lautet: \u201eWer ist dann gegen uns?\u201c Und Paulus verwendet Begriffe, die wir aus der Justiz kennen und f\u00e4hrt fort (Vers 33): \u201eWer kann die Auserw\u00e4hlten Gottes anklagen?\u201c Vers 34: \u201eWer kann sie verurteilen?\u201c<br \/>\nIch gehe davon aus, dass die wenigsten von uns erfahren haben, wie es ist, wenn gegen uns Anklage erhoben wird. Die meisten von uns kennen Szenen aus dem Gerichtssaal hoffentlich nur aus Filmen. Aber vielleicht hat der ein oder andere schon einmal eine Mahnung erhalten. Ich hatte fr\u00fcher mal einen Handyvertrag, den ich gek\u00fcndigt hatte. Es stand aber noch eine Rechnung aus, die an eine Adresse geschickt wurde, wo ich l\u00e4ngst nicht mehr wohnte. Monate sp\u00e4ter dann bekam ich sehr unangenehme Post. Die Mobilfunkfirma hatte meine ausstehende Schuld an eine Anwaltskanzlei \u201everkauft\u201c, die sich darauf spezialisiert hatte, Menschen abzumahnen. Meine Schuldigkeit war eigentlich ca. 40 Euro. Aber dann wurden mir diverse Versp\u00e4tungsgeb\u00fchren, Anwaltskosten und vorgerichtliche Geb\u00fchren in Rechnung gestellt, insgesamt mehr als 100 Euro. Nat\u00fcrlich war das Ganze d\u00e4mlich. Aber wisst ihr, weshalb das Ganze wirklich unangenehm war? Weil es sich so anf\u00fchlte, als ob ich auf eine Schuldigkeit aufmerksam gemacht wurde, die ich wirklich hatte. Nein, nicht die 40 Euro. Sondern die Tatsache, dass ich nicht so bin, wie ich sein sollte.<br \/>\nFrage an dich: \u201eBist du in Ordnung?\u201c Ich meine nicht damit, wie es dir heute geht, sondern ich meine damit, ob du ein Leben gef\u00fchrt hast, das in Ordnung ist. Ist dein Leben so, wie dein Leben sein sollte? Bist du ein guter Mensch? Oberfl\u00e4chlich denken wir vielleicht: \u201eNiemand ist perfekt. So schlimm bin ich jetzt auch wieder nicht.\u201c Aber wenn wir ehrlich sind, fallen uns vielleicht doch Bereiche ein, die \u00fcberhaupt nicht in Ordnung sind. Vielleicht fallen dir Momente ein, in denen du dich wirklich selbsts\u00fcchtig und r\u00fccksichtslos egoistisch verhalten hast, was dir heute sehr leidtut. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen sind ein richtig guter Gradmesser f\u00fcr unseren Charakter. Vielleicht fallen dir Beziehungen in deinem Leben ein, die v\u00f6llig zerr\u00fcttet und kaputtgegangen sind; wo du insgeheim wei\u00dft, dass du daran eine gro\u00dfe Mitschuld tr\u00e4gst. Oder vielleicht hattest du schon einmal das Erlebnis, dass du drau\u00dfen unterwegs bist und ganz pl\u00f6tzlich hast du einen Anflug von tiefer Schuld: Du f\u00fchlst dich, wie als ob eine schmerzhafte Erinnerung von dir auf der Gro\u00dfleinwand abgespielt wird; und vielleicht ist das etwas, wof\u00fcr du dich zutiefst sch\u00e4mst, weil du wei\u00dft, wie sehr du dich daneben benommen hattest. Vielleicht fallen dir Begebenheiten ein, von denen du dir w\u00fcnschst, dass du zur\u00fcck in die Vergangenheit gehen k\u00f6nntest und alles anders machen k\u00f6nntest.<br \/>\nMein Punkt ist, dass die Worte von Paulus f\u00fcr praktisch alle Menschen relevante Bedeutung haben; dass Anklage und Verurteilung etwas ist, was wir selbst erfahren haben; und auch zu Recht erfahren haben. Was ist das, was uns wirklich frei machen kann? Als der Anwaltsbrief mich auf meine Schuldigkeit hingewiesen hatte, hatte ich selbst einen Anwalt, den ich pers\u00f6nlich kannte, um Hilfe gebeten. Er war supernett und hilfsbereit. Aber er konnte nicht wirklich helfen, weil es nicht seine Expertise war. Und dann habe ich mich an eine Richterin gewendet. Sie gab mir hilfreichen Rat, wie ich mich verhalten sollte, was ich begleichen sollte (ein Bruchteil von dem, was von mir gefordert wurde). Das hatte ich getan, und danach habe ich nie wieder von den \u201eAnkl\u00e4gern\u201c geh\u00f6rt. Es kann hilfreich sein, einen Richter zu kennen.<br \/>\nHier ist Paulus\u2018 Argument: Du kennst einen Richter. Nicht irgendeinen Wald- und Wiesenrichter, sondern den Richter des Universums, der alle Lebenden und Toten eines Tages richten wird; der Richter, vor dem alle Menschen eines Tages Rechenschaft abgeben m\u00fcssen. Und dieser Richter ist f\u00fcr dich! Er steht auf deiner Seite! Nicht nur das, der Richter selbst ist dein Anwalt und dein F\u00fcrsprecher. Nicht nur das, der Richter hat selbst das Urteil verb\u00fc\u00dft, das uns h\u00e4tte treffen m\u00fcssen, als er am Kreuz f\u00fcr alle unsere S\u00fcnden bezahlt hat und dann von den Toten auferstanden ist. Nicht nur das, dieser Richter hat uns v\u00f6llig freigesprochen, von aller Schuld unserer Vergangenheit, von allem, was wir jetzt gerade falsch machen und von allem, was wir in Zukunft noch verbocken werden. Er hat uns ein f\u00fcr allemal vergeben.<br \/>\nBei Anklagen geht es nicht nur um unsere Schuld. Es aber auch um unsere inneren Verletzungen. Vielleicht tragen wir Wunden aus unserer Kindheit mit uns herum. Vielleicht hatten wir Eltern, die uns zwar geliebt aber auch verletzt haben; oder Freunde, die uns im Stich gelassen haben; oder Lehrer, die uns beschimpft haben. Jeder von uns wurde schon einmal angeschrien. Manches davon perlt einfach an uns ab und kann uns nichts anhaben. Aber manche Erfahrungen verursachen etwas in unserem Herzen; Wunden, die nicht verheilen wollen und vielleicht immer wieder aufs Neue aufbrechen. Vielleicht haben manche auch Formen von physischem oder seelischem Missbrauch erfahren. Die Stimme des Ankl\u00e4gers sagt, dass wir keinen Wert haben; dass wir Menschen zweiter oder dritter Klasse sind; dass wir M\u00fcll sind.<br \/>\nDas Evangelium, die frohe Botschaft, sagt uns, dass wir einen un\u00fcbertrefflichen Wert haben; dass wir eine W\u00fcrde haben, die uns nichts und niemand nehmen kann: \u201eIst Gott f\u00fcr uns, wer ist dann gegen uns? [\u2026] Wer kann die Auserw\u00e4hlten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt f\u00fcr uns ein.\u201c Der Richter des Universums spricht uns auch von diesen Anklagen frei.<br \/>\nLetzte Anwendung zum Schluss. Dreimal im Text wird das Wort Liebe oder lieben verwendet. Vers 35: \u201eWas kann uns scheiden von der Liebe Christi?\u201c Vers 37: \u201eDoch in alldem tragen wir einen gl\u00e4nzenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat.\u201c Noch einmal in den Versen 38 und 39, wenn Paulus uns sagt, dass es nichts, nichts, nichts gibt, was uns von der Liebe Gottes scheiden kann, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Dreimal spricht Paulus von Liebe.<br \/>\nIn der Serie Cobra Kai ist Johnny Lawrence ein Karate-Sensei mittleren Alters. Er hat einen letzten Kampf gegen einen Gegner, der j\u00fcnger, schneller und st\u00e4rker ist. W\u00e4hrend er sich auf den Kampf vorbereitet, merkt man seine Furcht. Sein Freund und sein Mentor Danny LaRusso spricht ihm Mut zu, in dem er eine Illustration aus einem Film aus ihrer Jugendzeit verwendet: Rocky. LaRusso sagt: \u201eRocky trainiert den ganzen Film \u00fcber hart. Und was passiert am Ende? Er ist so nah dran und verliert doch. Aber f\u00fchlt er sich deshalb schlecht? Nein \u2026 Er hat bis zum Schluss durchgehalten. F\u00fcr ihn \u2013 und f\u00fcr alle anderen \u2013 f\u00fchlte es sich so an, als h\u00e4tte er gewonnen. Er darf die Frau umarmen, die er liebt, denn wenn der Kampf vorbei ist, ist das alles, was z\u00e4hlt. Und genauso ist es auch bei dir. Was auch immer passiert, du hast Menschen um dich herum, die dich lieben. Einschlie\u00dflich meiner selbst. Das ist es, was wirklich z\u00e4hlt, und das macht dich zu einem Gewinner.\u201c<br \/>\nGanz egal, was in deinem Leben ansteht, ganz egal welche Herausforderungen du meistern musst, ganz egal mit welchen Problemen du zu tun hast und wie diese Probleme ausgehen sollten: Am Ende ist das, was den einen Unterschied macht, die Tatsache, dass du geliebt bist. Nicht nur von Mitmenschen, auch wenn das an sich schon tr\u00f6stlich und ermutigend sein kann. Du bist von Gott geliebt. Das ist es, was wirklich z\u00e4hlt, und das macht dich zu einem Gewinner.<br \/>\nDie letzten Verse von R\u00f6mer 8 sind ein einziger, glorreicher Triumphzug: Jesus ist f\u00fcr uns gestorben, Jesus ist auferstanden, nichts und niemand kann uns von der ewigen Liebe Gottes trennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gott ist f\u00fcr uns \u201eWer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: Der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt f\u00fcr uns ein.\u201c (R\u00f6mer 8,34) Vor eineinhalb Wochen hatte J. mich angeschrieben und gefragt, was der Text f\u00fcr den Ostersonntag ist. 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