{"id":13810,"date":"2026-03-01T11:00:44","date_gmt":"2026-03-01T10:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13810"},"modified":"2026-03-20T12:35:49","modified_gmt":"2026-03-20T11:35:49","slug":"predigt-roemer-818-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-roemer-818-30\/","title":{"rendered":"Predigt: R\u00f6mer 8,18-30"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-03-01-Roemer-818-30-Predigt.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-03-01-Roemer-818-30-Predigt.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/roemer\/8\/18-30?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die christliche Hoffnung<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eIch bin n\u00e4mlich \u00fcberzeugt, dass die Leiden der gegenw\u00e4rtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(R\u00f6mer 8,18)<\/p>\n<p>Der Text heute handelt von Hoffnung. Was ist Hoffnung? Der christliche Philosoph Dallas Willard hat Hoffnung folgenderma\u00dfen definiert: \u201eHoffnung ist die freudige Erwartung von etwas Gutem, das noch nicht da ist oder unsichtbar ist.\u201c Hoffnung hat fast immer mit etwas zu tun, was in der Zukunft ist. Hoffnung als freudige Erwartung von etwas Gutem ist eine Definition, die f\u00fcr uns alle Sinn macht. Ich wei\u00df nicht, ob ihr euch \u00fcber den zweiten Teil Gedanken gemacht habt: Hoffnung ist etwas, was unsichtbar ist. Paulus erkl\u00e4rt das in Vers 24: \u201eHoffnung aber, die man schon erf\u00fcllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?\u201c Hoffen und Sehen schlie\u00dfen einander aus, d.&nbsp;h., das Objekt der Hoffnung ist immer etwas, was unsichtbar ist. Hoffnung ist deshalb auch ein Aspekt des Glaubens.<br \/>\nSechsmal kommt im heutigen Text das Wort \u201eHoffnung\u201c vor. Allein in Vers 24 wird das Wort \u201eHoffnung\u201c oder \u201ehoffen\u201c viermal erw\u00e4hnt. \u00dcber drei Aspekte der christlichen Hoffnung wollen wir uns heute Gedanken machen: erstens, warum wir sie brauchen; zweitens, was sie beinhaltet; und drittens, wie wir sie haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>1. Warum brauchen wir Hoffnung?<\/strong><\/p>\n<p>Mindestens zwei Dinge gibt es hier zu sagen. In Vers 18 schreibt Paulus: \u201eIch bin n\u00e4mlich \u00fcberzeugt, dass die Leiden der gegenw\u00e4rtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.\u201c Paulus spricht von den Leiden der gegenw\u00e4rtigen Zeit. Sp\u00e4ter erw\u00e4hnt Paulus im gleichen Kapitel Bedr\u00e4ngnis, Not, Verfolgung, Hunger, K\u00e4lte, Gefahr und Schwert. Er schreibt diese Worte an Christen in Rom, die sprichw\u00f6rtlich alles das erduldeten oder unmittelbar vor sich hatten. Menschen im Alten Rom lebten an sich schon in einer unvorstellbar harten und barbarischen Umgebung. Aber nur wenige Jahre sp\u00e4ter w\u00fcrde in Rom eine schlimme Verfolgung von Christen ausbrechen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige, wenn nicht die meisten Leser dieses Briefes, direkt davon betroffen waren: Hunderte von Christen w\u00fcrden auf brutalste Art und Weise zu Tode gequ\u00e4lt werden. Wenn Paulus also von den Leiden der gegenw\u00e4rtigen Zeit spricht, hatten seine Zuh\u00f6rer ziemlich konkrete Vorstellungen davon, was das bedeutete.<br \/>\nIm Vergleich dazu geht es uns Menschen im 21. Jahrhundert in Mitteleuropa relativ gut. Und gleichzeitig wird jeder von uns das ein oder andere Leid erfahren. Auch heute noch toben gewaltsame Konflikte in dieser Welt: Wir hatten nach den Schrecken von zwei Weltkriegen eine bislang einzigartige Zeit des relativen Friedens. Aber seit Jahren scheint sich das wieder zu \u00e4ndern. Auch heute noch leiden wir Menschen unter unheilbaren Krankheiten: Krankheiten, die uns chronisch zu schaffen machen, die uns Kraft, Freude und Lebensqualit\u00e4t rauben. Auch heute noch erfahren wir Menschen echten Verlust: Wenn geliebte Menschen von uns gehen. Jeder von uns ist an einem Tisch in einer Familie aufgewachsen. Stellen wir uns diesen Tisch vor, an dem die ganze Familie gemeinsam sitzt. Es wird der Tag kommen, an dem eine Person an diesem Tisch den Tod von allen anderen Familienmitgliedern erlebt haben wird.<br \/>\nJeder von uns hat bereits und wird noch Leid und Schmerzen erfahren. Was das angeht, scheint es praktisch nur zwei M\u00f6glichkeiten zu geben: Entweder wir sterben zu jung, um viel zu leiden und bereiten durch unseren verfr\u00fchten Tod anderen Menschen viel Leid; oder aber wir erreichen ein gewisses Alter und werden viel leiden. Der erste Punkt ist relativ einfach und banal: Wir leben in einer Welt, die uns viel Kummer bereiten wird. Leiden und Schmerzen sind ein Teil der gegenw\u00e4rtigen Zeit, in der wir leben. Das ist die Realit\u00e4t unseres Lebens.<br \/>\nDer andere Punkt ist auch relativ einfach nachzuvollziehen: In einer von Leid geplagten Welt, braucht es Hoffnung, um \u00fcberhaupt leben zu k\u00f6nnen. Es gibt viele wissenschaftliche Studien, die belegen, die wichtig Hoffnung f\u00fcr unsere Gesundheit ist. In Marburg zum Beispiel wurden 124 Patienten beobachtet, die eine Herzoperation hatten. Eine Operation am Herzen ist ein schwerer Eingriff. Nat\u00fcrlich waren die Patienten verunsichert. Ein Teil der Patienten bekam psychologische Unterst\u00fctzung dabei. Aber nicht irgendeine Hilfe, sondern es ging konkret darum, Erwartungen f\u00fcr die Zeit nach der OP zu entwickeln. Die Patienten bekamen Hilfestellungen dabei, pers\u00f6nliche Pl\u00e4ne zu erstellen, welche Ziele sie danach erreichen k\u00f6nnten. Kein Marathon, keine Weltreise \u2013 es ging darum, realistisch und sehr konkret zu sein, z.&nbsp;B. die Balkonk\u00e4sten zu bepflanzen, wandern zu gehen, eine Reise nach Italien zu machen \u2013 kurz um sch\u00f6ne Dinge, auf die man hoffen konnte. Was war das Ergebnis? Ein halbes Jahr sp\u00e4ter waren Aktivit\u00e4t, Entz\u00fcndungs- und Stressmarker bei dem \u201eTeam Hoffnung\u201c besser als bei den anderen, die nur Medikamente genommen hatten. Die Patienten, die gelernt hatten, konkret zu hoffen, waren fitter, k\u00f6rperlich aktiver, hatten weniger Beschwerden und eine h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t als die anderen. Viele andere Studien kommen zu \u00e4hnlichen Ergebnissen.<br \/>\nViktor Frankl war ein \u00f6sterreichischer Neurologe und Psychiater. Wegen seiner j\u00fcdischen Herkunft wurden er und seine Familie in verschiedene Konzentrationslager deportiert, unter anderem Ausschwitz. Inmitten von dem Leid, das er dort sah, gab es kleine Lichtblicke, die ihm Hoffnung gaben. Diese Hoffnung ist absolut essenziell. In seinem Buch \u201e\u2026 trotzdem Ja zum Leben sagen\u201c spricht er davon, was passiert, wenn Menschen die Hoffnung verlieren: \u201eWer an eine Zukunft, wer an seine Zukunft nicht mehr zu glauben vermag, ist hingegen im Lager verloren. Mit der Zukunft verliert er den geistigen Halt, l\u00e4sst sich innerlich fallen und verf\u00e4llt sowohl k\u00f6rperlich und seelisch. Dies geschieht zumeist sogar ziemlich pl\u00f6tzlich, in Form einer Art Krise&nbsp;\u2026\u201c Und er beschreibt H\u00e4ftlinge, die einfach liegen blieben, sich nicht mehr anziehen, nicht mehr waschen, nicht mehr pflegen. Weder Zureden noch Bitten und Betteln noch Schl\u00e4ge k\u00f6nnen sie dazu bringen, aufzustehen. Sie haben sich selbst v\u00f6llig aufgegeben und sterben kurz darauf.<br \/>\nHier ist der erste Punkt: Wir Menschen werden von Leid geplagt. Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist die innere Kraft, die ein jeder Mensch braucht, um leben zu k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen nicht ohne Hoffnung leben. Es ist sprichw\u00f6rtlich nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>2. Was beinhaltet die christliche Hoffnung?<\/strong><\/p>\n<p>Worauf hoffen wir also? Zum einen, Paulus spricht von einem Ereignis in der Zukunft, das er \u201eOffenbarwerden der S\u00f6hne Gottes\u201c nennt. In der griechischen und r\u00f6mischen Antike war das Thema Adoption sehr wichtig. Douglas Moo illustrierte das in seinem kurzen Kommentar zum R\u00f6merbrief mit einem prominenten Beispiel. Octavian wurde als Junge von Julius C\u00e4sar adoptiert. Diese Tatsache f\u00fchrte Jahre sp\u00e4ter dazu, dass er nach dem B\u00fcrgerkrieg, Erbe des ganzen r\u00f6mischen Reiches und schlie\u00dflich Kaiser wurde. Bei der Adoption gibt es den Moment, in welchem die adoptierten Kinder vollj\u00e4hrig sind und als Erben eingesetzt werden. Vielleicht k\u00f6nnen wir ein wenig nachvollziehen, was das f\u00fcr die Kinder bedeutete; wie sich ihr Leben schlagartig von einem auf den anderen Tag ver\u00e4nderte. Das ist das Bild, das Paulus in diesen Versen verwendet. Das erste also, worauf Christen hoffen, ist der Tag, an dem sie als Kinder und Erben Gottes offenbar werden, d.&nbsp;h., wenn wir anfangen, alle Privilegien, alle Vorz\u00fcge, alle Herrlichkeit, die es mit sich bringt, Gottes Kinder zu sein, in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen.<br \/>\nPaulus tut hier aber mehr. Vielleicht kennt ihr die Geschichte von Moses Tod. Am Ende seines Lebens gab es nichts, was sich Mose mehr gew\u00fcnscht hatte, als das verhei\u00dfene Land zu betreten und mit eigenen Augen zu sehen. Es blieb ihm verwehrt. Aber Gott tat etwas anderes: Er f\u00fchrte Mose auf einen hohen Berg. Von dort aus zeigte Gott ihm das ganze Land der Verhei\u00dfung. Ich finde diese Geschichte wundersch\u00f6n. In gewisser Weise f\u00fchrt Paulus uns in R\u00f6mer 8,18-30 auf einen hohen Berg. Und er zeigt uns von diesem Berg aus das ganze Land und was passieren wird.<br \/>\nIn der christlichen Hoffnung geht es nicht nur um uns. Vers 19: \u201eDenn die Sch\u00f6pfung wartet sehns\u00fcchtig auf das Offenbarwerden der S\u00f6hne Gottes.\u201c Viele haben sich die K\u00f6pfe zerbrochen, was mit Sch\u00f6pfung gemeint sein k\u00f6nnte. Die meisten scheinen der Ansicht zu sein, dass hier die Natur gemeint ist. Was ist mit der Sch\u00f6pfung? Vers 20: \u201eGewiss, die Sch\u00f6pfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin.\u201c Die Natur ist nicht so, wie sie sein sollte. Sie leidet unter der S\u00fcnde der Menschen genau wie diese. Verse 21 und 22: \u201eDenn auch sie, die Sch\u00f6pfung soll von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Sch\u00f6pfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.\u201c Eine seufzende Sch\u00f6pfung in Geburtswehen klingt seltsam. Es hat den Anschein, als ob die Natur ihr eigenes Bewusstsein und ihre eigene Pers\u00f6nlichkeit besitzt. Vermutlich dachte Paulus an Prophezeiungen aus dem AT wie etwa Jesaja 55,12: \u201eIn Freude werdet ihr ausziehen \/ und in Frieden heimgebracht werden. Berge und H\u00fcgel brechen vor euch in Jubel aus \/ und alle B\u00e4ume auf dem Feld klatschen in die H\u00e4nde.\u201c<br \/>\nIn dem Film Jumanji landet eine Gruppe von Freunden in einem Computerspiel. Innerhalb des Computerspiels nehmen sie unterschiedliche Avatare ein. Einer von ihnen wird in dem Spiel zu einem Pferd. Wenn sich die Figuren im Spiel auf die Brust tippen, tut sich ein Display auf und man sieht ihre F\u00e4higkeiten, St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Als jemand das Display vom Pferd auftut, sagt er nur: \u201eOh&nbsp;\u2026 das ist aber cool.\u201c Es stellt sich heraus, dass das Pferd m\u00e4chtige Schwingen ausfahren und fliegen kann. Was ist, wenn diese Sch\u00f6pfung, so beeindruckend sie jetzt schon ist, noch nicht einmal einen Bruchteil von dem Potenzial auslebt, der ihr eigentlich innewohnt? Vielleicht wurden H\u00fcgel dazu gemacht, dass sie jubeln und Berge, dass sie springen; und vielleicht wurden B\u00e4ume eigentlich dazu gemacht, dass sie klatschen, und vielleicht sollten Tiere eigentlich sprechen k\u00f6nnen.<br \/>\nWie wird das realisiert? Wenn die Kinder Gottes verherrlicht werden, dann wird auch die Sch\u00f6pfung von ihrer Sklaverei und Verg\u00e4nglichkeit befreit werden. Um noch einmal ein Beispiel aus einem Film zu verwenden: In \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c von Disney gibt es einen herzlosen Prinzen, der von einer Fee in ein Monster verwandelt wird. Aber nicht nur er, alle seine Untertanen fallen unter den Zauber und werden in sprechende Gegenst\u00e4nde verwandelt. Nicht nur die Untertanen, auch das ganze Schloss wird verw\u00fcnscht und wird dunkel und gruselig. Als der Prinz erl\u00f6st wird, werden alle seine Untertanen befreit und das Schloss erstrahlt in seiner Sch\u00f6nheit. So in etwa k\u00f6nnen wir uns das vielleicht vorstellen, was die Verwandlung dieser Sch\u00f6pfung angeht.<br \/>\nWarum ist das eine gro\u00dfartige Nachricht f\u00fcr uns? Martin Luther soll einmal gefragt worden sein, was er tun w\u00fcrde, wenn er w\u00fcsste, dass am folgenden Tag die Welt enden w\u00fcrde. Seine ber\u00fchmte Antwort war: \u201eIch w\u00fcrde einen Apfelbaum pflanzen.\u201c [Historiker gehen davon aus, dass Luther das nie gesagt haben soll, aber das ist an dieser Stelle unwichtig.] Wie gut w\u00fcrde es diesem Apfelbaum in der erl\u00f6sten und verherrlichten Welt gehen? Oder ein anderes Beispiel: Im letzten Buch der Chroniken von Narnia sind die Kinder zutiefst erstaunt dar\u00fcber, dass sie im Himmel das Haus des Professors sehen. Edmund ruft aus: \u201eIch dachte, dass das Haus zerst\u00f6rt worden w\u00e4re.\u201c Der Faun antwortet darauf. \u201eSo war es. Aber ihr seht jetzt das England innerhalb Englands, das wahre England, genauso wie dies das wahre Narnia ist. Und in diesem inneren England wird nichts Gutes zerst\u00f6rt.\u201c<br \/>\nVor einigen Tagen hatte eine gute Freundin mir geschrieben, dass das ehemalige Haus von ihrer \u00e4lteren Schwester abgerissen wurde. Es war ein Haus, in dem sie unz\u00e4hlige sch\u00f6ne Stunden als Familie verbracht hatten. Und jetzt bleiben ihnen nur alte Fotos und ihre Erinnerungen an das, was sie dort erlebt hatten. Nat\u00fcrlich macht so etwas traurig und wehm\u00fctig. Aber wenn diese ganze Sch\u00f6pfung und Natur nicht einfach zerst\u00f6rt wird, nicht einfach im Stich gelassen wird, nicht einfach sich selbst \u00fcberlassen wird, ist die Aussage vermutlich auch, dass Gott nichts, was wirklich gut ist, zerst\u00f6ren wird. Nichts, was gut ist, kann in Gottes Universum verloren gehen.<br \/>\nAber das ist nicht alles. Vers 23 spricht davon wie wir erl\u00f6st werden. Ich muss sagen, dass ich an dieser Stelle wunderbar fand, wie die \u201eNeues Leben\u201c das etwas freier \u00fcbersetzt: \u201eUnd selbst wir, obwohl wir im Heiligen Geist einen Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit erhalten haben, seufzen und erwarten sehns\u00fcchtig den Tag, an dem Gott uns in unsere vollen Rechte als seine Kinder einsetzen und uns den neuen K\u00f6rper geben wird, den er uns versprochen hat.\u201c Gott wird uns einen neuen K\u00f6rper geben. Wir werden einen K\u00f6rper haben, der uns nicht im Stich l\u00e4sst, der nicht m\u00fcde wird, der nicht alt wird, der nicht zerst\u00f6rt werden kann, und vor allem, der nicht krank werden kann oder von Viren, Bakterien, Parasiten und Autoimmunkrankheiten geplagt werden kann. Wir werden den K\u00f6rper haben, den wir uns immer gew\u00fcnscht haben.<br \/>\nAber das ist immer noch nicht alles. Vers 28 ist einer der bekanntesten Verse der Bibel, der h\u00e4ufig zitiert wird, wenn Menschen tiefes Leid erfahren: \u201eWir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gem\u00e4\u00df seinem Ratschluss berufen sind.\u201c Alle Dinge, einschlie\u00dflich aller unangenehmen und schmerzhaften Erfahrungen, dienen zu unserem Guten. Was ist damit gemeint? Viele Christen lieben Erfolgs-Storys oder Geschichten mit einem Happy End, wie zum Beispiel: \u201eIch habe meinen Arbeitsplatz verloren, was eine schlimme Erfahrung war. Aber danach habe ich eine bessere Stelle mit viel mehr Gehalt bekommen. Alle Dinge dienen zu meinem Besten.\u201c Das ist nicht das, was hier gemeint ist. Fakt ist, viele Christen erfahren viele schlimme Dinge, ohne unmittelbare Wiedergutmachung.<br \/>\nWir finden die Antwort in Vers 29: \u201edenn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Br\u00fcdern sei.\u201c Das Schl\u00fcsselwort hier ist \u201edenn\u201c. Gott will, dass wir an Jesu Wesen und Gestalt teilhaben. Mit anderen Worten, das Gute, von dem Vers 28 spricht, ist, dass wir Jesus \u00e4hnlicher werden. Jesus ist f\u00fcr uns gestorben, nicht damit wir nicht mehr leiden m\u00fcssen, sondern damit, wenn wir leiden, wir ihm \u00e4hnlicher werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDas ist die christliche Hoffnung: Wir werden auferstehen zu einem ewigen Leben, mit wunderbaren, verherrlichten K\u00f6rpern; wir werden f\u00fcr immer bei dem Gott sein, der uns geliebt hat, in der Gemeinschaft von allen Menschen und Engeln, die ihn lieben; alles das wird Teil einer neuen verherrlichten Welt sein, in welcher nichts, was gut ist, jemals verloren sein wird; und das Schlimmste, was uns jetzt noch in dieser Welt passieren kann, dient dazu, uns f\u00fcr dieses Leben bei Jesus vorzubereiten. Anders gesagt, die christliche Hoffnung bedeutet, dass nichts und niemand uns das Gute, das wir jetzt haben, wegnehmen kann; dass das Schlechte, das wir in diesem Leben erfahren, unserem Besten dient; und egal wieviel Gutes und Segen wir bereits erfahren haben, wird das Beste immer noch erst vor uns liegen.<\/p>\n<p><strong>3. Wie k\u00f6nnen wir diese Hoffnung haben?<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort ist: durch den Heiligen Geist. In den Versen 26 und 27 erkl\u00e4rt Paulus: \u201eSo nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch f\u00fcr uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.\u201c Die Bibel argumentiert, dass wir uns nicht selbst retten k\u00f6nnen. Wir sind auf Hilfe von au\u00dfen angewiesen, d.&nbsp;h., in einer von Leid geplagten Welt m\u00fcssen wir beten. Wir m\u00fcssen uns Gott zuwenden. Aber Paulus schreibt hier, dass wir noch nicht einmal das k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen noch nicht einmal beten. Wir k\u00f6nnen noch nicht einmal hoffen. Aber die gute Nachricht ist, dass der Heilige Geist uns hilft. Er kommt in uns, er wohnt in uns. Und wenn wir beten, betet der Geist mit. Er tritt f\u00fcr uns bei Gott ein, auf eine Weise wie wir es niemals k\u00f6nnten. Gott schenkt uns Hoffnung durch die Wirksamkeit seines Geistes in unseren Herzen.<br \/>\nZu Beginn habe ich gesagt, dass Menschen nicht ohne Hoffnung leben k\u00f6nnen. Jeder von uns hofft auf irgendetwas. Jeder von uns stellt Erwartungen an das Leben. Jeder von uns w\u00fcnscht sich etwas von der Zukunft, dass es besser oder sch\u00f6ner oder weniger schlimm wird; dass unser Leben noch lebenswerter wird. Und wie wir gesagt haben ist Hoffnung die innere Kraft, die uns hilft, \u00fcberhaupt morgens aufzustehen.<br \/>\nFrancis Collins war ein Wissenschaftler und angehender Arzt und ein \u00fcberzeugter Atheist, als er eine \u00e4ltere Patientin behandelte, die eine unheilbare Herzkrankheit hatte. Sie wusste, dass sie nicht mehr lange zu leben hatte. Diese Patientin erz\u00e4hlte ihm in relativ einfachen Worten von ihrem Glauben an Gott; und wie dieser Glaube ihr Hoffnung, Mut und Frieden gab. Und dann schaute diese Patientin ihn an und sagte: \u201eDoktor, ich habe Ihnen von meiner Familie erz\u00e4hlt und von meinem Glauben. Aber Sie sagen ja nichts dazu. Doktor, woran glauben Sie eigentlich?\u201c Niemand hatte ihm jemals diese Frage gestellt, schon gar nicht auf diese ganz einfache, aufrichtige und ehrliche Art und Weise. Er war v\u00f6llig verunsichert, v\u00f6llig aus dem Konzept gebracht und wollte einfach nur weg. Diese Frage f\u00fchrte dazu, dass er sich in den kommenden Monaten auf die Suche machte, ob es nicht doch Gr\u00fcnde gab, die f\u00fcr die Existenz Gottes sprachen. Und vielleicht kann ich dich an diesem Morgen ebenfalls fragen: Woran glaubst du? Was ist es, was dir Hoffnung gibt? Welche Hoffnung hast du in deinem Leben?<br \/>\nEine Missionarstochter aus Chicago hatte mir vor vielen Jahren erz\u00e4hlt, wie sich ihr Onkel bekehrt hatte (ich meine, dass es der Bruder ihrer Mutter war). Ihre Eltern spielten dabei eine wichtige Rolle, aber hatten etwas unterschiedliche Herangehensweisen beim Evangelisieren. Der Ansatz ihrer Mutter war: \u201eWenn du nicht an Jesus glaubst, kommst du in die H\u00f6lle! Verstehst du das? Die H\u00f6lle!\u201c Ihr Vater hingegen versuchte es auf eine andere Weise: \u201eStellen wir uns vor, wir sind beide im Restaurant essen. Und das Essen, das ich bekommen habe, schmeckt ausgezeichnet und viel besser als deines. Es ist so gut, dass ich mir w\u00fcnschen w\u00fcrde, dass du es probierst. Und so ist es mit meinem Glauben an Jesus. Er hat alle meine existentiellen Fragen beantwortet. Jesus ist so wunderbar. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass du das ebenfalls erf\u00e4hrst.\u201c Aus Gr\u00fcnden, die keiner von uns nachvollziehen kann, hatte das besser funktioniert.<br \/>\nPaulus schreibt, dass auf die Kinder Gottes eine Herrlichkeit wartet, die so unvorstellbar gro\u00df ist, dass alles Elend, das wir in dieser Welt erfahren haben, nichts im Vergleich dazu ist. Paulus minimiert das Elend nicht; er verharmlost das B\u00f6se nicht; er verniedlicht das Leid nicht. Krankheiten und Krisen, Konflikte und Kriege, S\u00fcnde und Seuchen, Tod und Teufel sind real; sie sind schlimm. Und trotzdem ist das, was Gott f\u00fcr uns bereith\u00e4lt, so unendlich herrlich, dass die schlimmsten Erfahrungen, die wir hier machen, nicht mehr als ein schlechter Traum sein werden, von dem wir morgens aufwachen und sagen: \u201eZum Gl\u00fcck nur ein Traum.\u201c Gott wird alles neu machen, er wird alle Tr\u00e4nen abwischen, er schenkt uns neues Leben, neue K\u00f6rper in einer verherrlichten Sch\u00f6pfung.<br \/>\nNichts und niemand kann uns das Gute nehmen, das wir jetzt haben; das Schlechte wird sich in etwas Gutes verwandeln; und das Beste wird immer noch vor uns liegen. Ist das nicht besser als jedes Happyend von allen M\u00e4rchen dieser Welt? Die christliche Hoffnung ist der Rolls-Royce unter allen Hoffnungen, die es gibt. Wer von uns kann sich eine gr\u00f6\u00dfere oder bessere Hoffnung vorstellen? Welche andere Religion, welche andere Weltanschauung bietet uns eine solche Hoffnung an? Und ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass du das probierst und schmeckst und erf\u00e4hrst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Die christliche Hoffnung \u201eIch bin n\u00e4mlich \u00fcberzeugt, dass die Leiden der gegenw\u00e4rtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.\u201c (R\u00f6mer 8,18) Der Text heute handelt von Hoffnung. Was ist Hoffnung? 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