{"id":13806,"date":"2026-03-08T11:00:08","date_gmt":"2026-03-08T10:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/?p=13806"},"modified":"2026-03-20T12:26:02","modified_gmt":"2026-03-20T11:26:02","slug":"predigt-1-korinther-112-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/predigt-1-korinther-112-34\/","title":{"rendered":"Predigt: 1. Korinther 11,2-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Download [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1.Korinther_11_0234-P.odt\">ODT<\/a>]&nbsp; [<a href=\"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1.Korinther_11_0234-P.pdf\">PDF<\/a>]<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.schlachterbibel.de\/de\/bibel\/1_korinther\/11\/2-34?hl=1#hl\"><strong>Bibeltext<\/strong><\/a>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis!<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201eDenn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach\u2019s und sprach: Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(1. Korinther 11,24-25)<\/p>\n<p>Der heutige Abschnitt behandelt zwei Themen. Das erste ist, dass M\u00e4nner im Gottesdienst keine Kopfbedeckung tragen sollen, w\u00e4hrend Frauen ihr Haupt bedecken sollen. Das zweite ist Paulus\u2019 Ermahnung, nachdem er geh\u00f6rt hatte, dass einige beim Zusammenkommen zum Abendmahl reichlich a\u00dfen und sogar betrunken wurden, w\u00e4hrend andere, die nichts mitgebracht hatten, hungrig blieben. Diese beiden Themen scheinen unterschiedlich zu sein, haben aber eines gemeinsam: Sie geschahen w\u00e4hrend der Versammlung der Gemeinde.<br \/>\nIn der damaligen Gesellschaft galt es als Zeichen von Anstand und Bescheidenheit, wenn eine Frau ihr Haupt bedeckte. Deshalb wurde es als angemessene Haltung betrachtet, wenn eine Frau im Gottesdienst beim Gebet oder bei der Verk\u00fcndigung von Gottes Wort eine Kopfbedeckung trug. Doch einige Frauen weigerten sich und kamen unbedeckt zum Gottesdienst. F\u00fcr manche war dieses Verhalten \u00e4u\u00dferst anst\u00f6\u00dfig. Es schien die allgemeine soziale Ordnung und Tradition zu missachten, und so wuchs die Kritik innerhalb der Gemeinde. Ebenso gab es beim Abendmahl eine Spaltung zwischen denen, die Essen und Trinken mitbrachten, und denen, die es nicht konnten.<br \/>\nBez\u00fcglich der Kopfbedeckung lehrte Paulus, dass M\u00e4nner ihr Haupt nicht bedecken sollen, Frauen hingegen schon. Der Grund ist, dass Christus das Haupt des Mannes ist, und der Mann soll sein Haupt unbedeckt lassen, um die Herrlichkeit Gottes sichtbar zu machen. Die Frau hingegen soll ihr Haupt bedecken, da der Mann ihr Haupt ist und sie um des Mannes willen geschaffen wurde. Diese Lehre bedeutet, dass der Mann seiner Bestimmung entsprechend, aktiv Gottes Herrlichkeit widerspiegeln soll, w\u00e4hrend die Frau ihrer Bestimmung entsprechend, dem Mann helfen soll, Gottes Herrlichkeit gut widerzuspiegeln. Auf den ersten Blick k\u00f6nnte es so wirken, als habe der Mann einen h\u00f6heren Wert. Doch das war niemals Paulus\u2019 Absicht. In Vers 11 erkl\u00e4rt er, dass im Herrn weder der Mann ohne die Frau noch die Frau ohne den Mann ist. Es ist keine Beziehung von \u00dcber- oder Unterordnung, sondern gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit. Beide wurden von Gott geschaffen und sind Anbeter, die Gottes Herrlichkeit widerspiegeln sollen. Ob man eine Kopfbedeckung tr\u00e4gt oder nicht, muss eine Handlung sein, die Gottes Herrlichkeit gem\u00e4\u00df dem Sch\u00f6pfungszweck ehrt.<br \/>\nPaulus hatte bereits in 1. Korinther 10,31 ermahnt: \u201eOb ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut \u2013 tut alles zur Ehre Gottes.\u201c Ob mit oder ohne Kopfbedeckung \u2013 das Ziel muss Gottes Ehre sein. Traditionen und Ordnung zu respektieren und eine friedliche Gottesdienstatmosph\u00e4re zu schaffen, ist f\u00fcr das Leben der Gl\u00e4ubigen hilfreich. In Kapitel 10 haben wir gelernt, dass wir nicht fragen sollen: \u201eIst das richtig oder falsch?\u201c, sondern: \u201eBringt es Gott Ehre oder nicht?\u201c Im Gottesdienst betet jeder pers\u00f6nlich, aber zugleich beten wir als eine Gemeinde. Deshalb hat jede Gemeinde ihre eigenen Traditionen und Gewohnheiten. Manche Gemeinden sind w\u00e4hrend des gesamten Gottesdienstes v\u00f6llig still. F\u00fcr sie geh\u00f6rt es zur Tradition, dass man sich kaum bewegt und schweigt. Andere Gemeinden rufen laut \u201eAmen!\u201c, heben die H\u00e4nde, tanzen und feiern lebhaft. Diese Gemeinden legen Wert auf aktive Teilnahme und Reaktion im Gottesdienst.<br \/>\nIch glaube, dass es besser ist, nicht zu fragen: \u201eWas ist richtig oder falsch?\u201c, sondern: \u201eWelche Art von Anbeter werde ich sein, um Gott zu ehren?\u201c Nat\u00fcrlich besuchen Menschen, die eine ruhige Atmosph\u00e4re bevorzugen stille Gemeinden. Und Menschen, die lebhafte Gottesdienste m\u00f6gen, gehen in lebhafte Gemeinden. Aber die Gemeinde kann nicht alles nach den Vorlieben jedes Einzelnen ausrichten. Jemand, der ruhig anbeten m\u00f6chte, kann durch jemanden gest\u00f6rt werden, der laut \u201eAmen!\u201c ruft oder sich stark bewegt.<br \/>\nUmgekehrt kann jemand, der lebhaft anbeten m\u00f6chte, laut \u201eAmen!\u201c ruft, sich bewegt und die H\u00e4nde hebt, sich in einer stillen Atmosph\u00e4re eingeengt f\u00fchlen. Die Gemeinde ist ein Ort, an dem sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Jeder hat Vorlieben und Vorstellungen davon, was richtig ist. Aber die Gemeinde existiert nicht, um die W\u00fcnsche jedes Einzelnen zu erf\u00fcllen. Der Gottesdienst kann ein unbequemer Ort sein. Am Sonntagmorgen m\u00f6chte man schlafen und sich ausruhen, aber weil der Gottesdienst um 11 Uhr beginnt, muss man seine Ruhe aufgeben. Jemand m\u00f6chte im Gottesdienst Gnade empfangen und zur Ruhe kommen, aber die Predigt gef\u00e4llt ihm vielleicht nicht oder das Verhalten anderer st\u00f6rt ihn.<br \/>\nWarum kommen wir trotz solcher Schwierigkeiten zum Gottesdienst? Wie in Vers 3 steht: um die Sch\u00f6pfungsordnung wiederherzustellen, die Gott geschaffen hat. Es ist das Bekenntnis: Ich bin nicht das Haupt \u2013 Gott ist das Haupt. Wir kommen zum Gottesdienst, um uns von einem Leben nach unserem eigenen Willen abzuwenden und im Willen Gottes zu leben. Vers 12 sagt, dass alles von Gott kommt. Der Gottesdienst ist die Zeit, in der wir anerkennen, dass nichts uns geh\u00f6rt, sondern alles Gott geh\u00f6rt und Gott unser Herr ist. Deshalb ist der Gottesdienst nicht die Zeit, unsere W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen, sondern Gott wieder in die Mitte unseres Lebens zu stellen. Ich bete, dass wir Anbeter werden, die zu dem Bekenntnis zur\u00fcckkehren: \u201eIch komme von Gott. Alles geh\u00f6rt Gott.\u201c<br \/>\nDas Abendmahl ist eine zentrale Tradition der Kirche. Die ersten Christen kamen zusammen, um Brot zu brechen und den Kelch zu teilen, um sich an Jesu Tod am Kreuz zu erinnern. Es war nicht wie heute ein festgelegter Ablauf; jeder brachte etwas mit. Was k\u00f6nnte daran falsch sein, dass jeder sein eigenes Essen mitbringt und isst? Das Problem war, dass einige zu arm waren, um etwas mitzubringen. So entstand eine Spaltung zwischen denen, die etwas mitbringen konnten, und denen, die nichts hatten \u2013 einfach gesagt: zwischen Reichen und Armen. Nat\u00fcrlich ist es nicht falsch, das mitzubringen, was man kann. Aber f\u00fcr diejenigen, die nichts hatten, wurde es ein besch\u00e4mender und unangenehmer Ort. Sie sahen andere essen und trinken, w\u00e4hrend sie selbst nichts hatten. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte man einen solchen Ort meiden.<br \/>\nPaulus tadelte die Reichen scharf: \u201eHabt ihr denn keine H\u00e4user, in denen ihr essen und trinken k\u00f6nnt? Verachtet ihr die Gemeinde Gottes und besch\u00e4mt die Armen?\u201c Das Abendmahl wurde zu einer Zeit, in der die Reichen ihren \u00dcberfluss zeigten und die Armen blo\u00dfgestellt wurden. Die Versammlung, die Jesus ehren sollte, wurde zu einer Versammlung, die Menschen in \u201eHabende\u201c und \u201eNichthabende\u201c teilte. Menschen meiden von Natur aus unangenehme Orte. Ein armer Mensch f\u00fchlt sich unwohl, wenn er mit Reichen am selben Tisch sitzt. Ebenso f\u00fchlt sich jemand, der kultiviert lebt, unwohl neben jemandem, der ungehobelt wirkt. Deshalb suchen Menschen Gleichgesinnte. Sie wollen Situationen vermeiden, in denen sie verglichen oder verachtet werden. Ein angenehmes Zusammensein entsteht dort, wo es keinen Vergleich gibt und wo man sich respektiert f\u00fchlt.<br \/>\nDie antike Gesellschaft war streng in Klassen eingeteilt: Adlige, B\u00fcrger, freigelassene Sklaven und Sklaven. Wenn solche Menschen Teil der Gemeinde wurden, war Konflikt unvermeidlich. Zu Hause waren sie Herr und Sklave, aber in der Gemeinde Br\u00fcder und Schwestern \u2013 das war sicher sehr unangenehm. Auch in Korea war die Gesellschaft vor 130 Jahren noch klassenbasiert, und Adlige fanden es unangenehm, mit ihren Dienern zu beten. Deshalb bauten sie eigene Kirchen. Auch die Gemeinde in Korinth bestand aus Reichen und Armen. Die Reichen konnten leicht Essen und Trinken mitbringen und fr\u00fch kommen. Die Armen \u2013 oft Sklaven oder Tagel\u00f6hner \u2013 mussten lange arbeiten und kamen sp\u00e4t, ohne etwas mitzubringen. So sa\u00dfen sie hungrig da, w\u00e4hrend die Reichen a\u00dfen und tranken. Das war kein Einzelfall, sondern ein Muster.<br \/>\nWir wissen selbst, wie das Abendmahl abl\u00e4uft, weil wir es wiederholen. Ebenso wiederholte sich dieses Muster in Korinth. Die Reichen a\u00dfen miteinander, die Armen schauten zu. Niemand griff ein, und die Macht der Reichen machte es schwer, etwas zu \u00e4ndern. Paulus schrieb in Galater 3,28: \u201eHier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.\u201c Doch in der Realit\u00e4t war das schwer umzusetzen.<br \/>\nWas wollte Paulus angesichts dieser Realit\u00e4t erreichen? Wollte er das Klassensystem abschaffen? F\u00fcr die Befreiung der Sklaven k\u00e4mpfen und den Sozialismus einf\u00fchren? Selbst wenn Paulus versucht h\u00e4tte, jedes Problem zu l\u00f6sen \u2013 es w\u00e4re unm\u00f6glich gewesen. Ein Problem gel\u00f6st, ein neues entsteht. H\u00e4tte Paulus versucht, alles selbst zu l\u00f6sen, w\u00e4re er ausgebrannt.<br \/>\nAls Paulus nach Korinth kam, tat er nur eines: Er predigte Christus, den Gekreuzigten. Er versuchte nicht, durch Wunder zu beeindrucken. Er versuchte nicht, jede Diskussion zu gewinnen. Er vertraute auf Gottes Kraft und verk\u00fcndigte Jesus Christus, der f\u00fcr uns gekreuzigt wurde. Dadurch entstand die Gemeinde in Korinth. Nachdem Paulus gegangen war, h\u00f6rte er viele schlechte Nachrichten. Und wieder rief er sie dazu auf, sich an Jesus Christus zu erinnern, der am Kreuz starb.<br \/>\nSchauen wir auf Vers 23. Das Abendmahl ist etwas, das der Herr uns gegeben hat. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir es unbedingt brauchen. Es bedeutet auch, dass es kostbar ist, weil es vom Herrn kommt. Was ist der Inhalt des Abendmahls? Schauen wir auf die Verse 23\u201325:<br \/>\n\u201eIn der Nacht, in der er verraten wurde, nahm der Herr Jesus das Brot, dankte, brach es und sprach: Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c<br \/>\nDas Abendmahl erinnert uns daran, dass Jesus f\u00fcr uns starb. Das Brot erinnert an seinen Leib, der Kelch mit dem Wein an sein Blut.<br \/>\nDer Tag, an dem Jesus starb, war das Passahfest. Die Israeliten feiern es bis heute. Sie erinnern sich an ihre Befreiung aus 400 Jahren Sklaverei in \u00c4gypten. In der Nacht des Auszugs schlachteten sie ein Lamm, strichen sein Blut an die T\u00fcrpfosten und blieben im Haus. Sie a\u00dfen das Lamm, unges\u00e4uertes Brot und bittere Kr\u00e4uter. In \u00c4gypten starb in jeder Familie der Erstgeborene, aber die Israeliten, die unter dem Blut des Lammes blieben, wurden verschont. Dadurch lie\u00df der Pharao sie ziehen. Durch dieses Fest best\u00e4tigten sie ihre Identit\u00e4t: \u201eWir wurden durch Gottes Gnade gerettet.\u201c Und sie lehrten ihre Kinder: \u201eWir sind Gottes Volk.\u201c<br \/>\nJesus zeigte durch das Abendmahl, dass er selbst das wahre Passahlamm ist. Wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt \u2013 wer an ihm festh\u00e4lt \u2013 wird vor dem Tod gerettet. Er \u00f6ffnete den Weg der Befreiung f\u00fcr alle, die als Sklaven der S\u00fcnde lebten.<br \/>\nDie Bedeutung von Jesu Befehl \u201eTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis\u201c ist tiefgehend. Er befahl es, weil es notwendig und heilsam f\u00fcr uns ist, und er zeigte uns selbst das Beispiel.<br \/>\nDas Abendmahl erinnert uns daran, wer wir wirklich waren. Sich an die Vergangenheit zu erinnern ist nicht angenehm. Wir erinnern uns an unsere Unreife, Fehler, Versagen und an Wunden, die wir empfingen und zuf\u00fcgten; an Ungerechtigkeiten und S\u00fcnden. Das kann uns entmutigen. Je \u00e4lter ich werde, desto \u00f6fter kommen solche Erinnerungen.<br \/>\nAber uns an Jesus zu erinnern, l\u00e4sst uns nicht in der Entmutigung. Es erinnert uns an unsere wahre Natur: Wir waren nicht respektable Menschen, sondern elende Sklaven der S\u00fcnde. Jeder m\u00f6chte gut aussehen und als anst\u00e4ndig gelten. Auf Facebook oder Instagram zeigen wir nur sch\u00f6ne Bilder. Aber wie ist der Mensch wirklich? Wie ein Sklave, gefesselt von der S\u00fcnde. Wir k\u00f6nnen die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und den Hochmut des Lebens nicht ablegen.<br \/>\nPaulus war, bevor er Jesus kannte, stolz und selbstgerecht. Er verfolgte Christen, weil sie anders glaubten. Er stimmte zu, als Stephanus gesteinigt wurde. Paulus bezeugte oft, wie stolz und selbstgerecht er war. Er glaubte, dass Menschen, die \u201efalsch\u201c liegen, den Tod verdienen. Doch als er dem Kreuz Jesu begegnete, wurde sein Stolz gebrochen.<br \/>\nWie Israel durch das Passah seine Identit\u00e4t bewahrte, so bewahren wir durch das Abendmahl unsere Identit\u00e4t: \u201eIch bin nicht mehr ein Sklave der S\u00fcnde, sondern ein freier Mensch, der Christus geh\u00f6rt!\u201c Israel schloss nach der Befreiung einen Bund mit Gott und wurde ein anbetendes Volk. Ihre Befreiung war nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Weges.<br \/>\nSo ist es auch mit denen, die durch Jesu Blut erl\u00f6st wurden. Es gibt nicht nur die Freude der Befreiung, sondern auch die Herausforderung, als freie Menschen zu leben. Das hilft uns, Jesu Befehl zu verstehen: \u201eTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis.\u201c Alle, die durch Jesu Blut in den neuen Bund eingetreten sind, haben die Verhei\u00dfung seiner F\u00fchrung und seines Schutzes. Deshalb k\u00f6nnen wir glauben, dass es in Christus immer Rettung und Bewahrung gibt. Jesus ruft uns zu: \u201eDu geh\u00f6rst mir \u2013 ich habe mein Fleisch zerrissen, mein Blut vergossen und mein Leben gegeben, um dich zu befreien.\u201c Wie gro\u00df ist die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, das sie unter Schmerzen geboren hat? So sind wir f\u00fcr Jesus \u2013 sein eigener Leib, sein eigener Besitz.<br \/>\nDeshalb bewahren diejenigen, die sich an Jesu Tod erinnern, ihre Identit\u00e4t als Menschen, die ihm geh\u00f6ren. Die Gemeinde ist die Versammlung derer, die Jesus geh\u00f6ren. Es gibt Junge und Alte, Gebildete und Ungebildete, Reiche und Arme. In unserer Gemeinde gibt es nicht nur Deutsche, sondern auch Mexikaner, Koreaner, Indonesier, Rum\u00e4nen, Chinesen und viele andere Nationen. Wir m\u00f6gen unterschiedliches Essen, sehen unterschiedlich aus, sprechen verschiedene Sprachen. Aber wir sind Menschen, die sich an Jesu Tod erinnern und bekennen, dass wir zum Leib Christi geh\u00f6ren.<br \/>\nWegen unserer Unterschiede gibt es Schwierigkeiten. In unserer Gemeinde, in der viele Koreaner sind, wird viel Koreanisch gesprochen. Das kann dazu f\u00fchren, dass sich andere unwohl f\u00fchlen. \u00dcberall auf der Welt versammeln sich Menschen mit \u00e4hnlichen Hintergr\u00fcnden. Das f\u00fchlt sich bequem an. Aber unsere Gemeinde ist eine vielf\u00e4ltige Gemeinschaft. Nat\u00fcrlich gibt es viele Herausforderungen. Doch wir leben als Menschen, die Jesus geh\u00f6ren. Trotz unserer Unterschiede und Unbequemlichkeiten leben wir im Gedenken an Jesus, der f\u00fcr uns starb.<br \/>\nEs gibt keine Gemeinde ohne Probleme, ohne Konflikte, ohne unreife Menschen. \u00dcberall gibt es Schwierigkeiten und Beziehungen, in denen Menschen einander verletzen. Aber weil wir uns an Jesu Tod erinnern, verlieren wir nicht die Hoffnung. Als wir S\u00fcnder waren, als wir Feinde Gottes waren, ertrug Gott das Kreuz Jesu f\u00fcr uns. Auch wenn unser Charakter mangelhaft ist, auch wenn wir egoistisch oder stolz sind, auch wenn wir besch\u00e4mende Dinge wiederholen \u2013 der Herr verl\u00e4sst uns nicht. Und er sagt: \u201eTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis!\u201c. Jesus glaubt daran, dass wir ver\u00e4ndert werden, wenn wir uns an seinen Tod erinnern.<br \/>\nDeshalb erteilt Jesus durch das Abendmahl seine Einladung an alle S\u00fcnder: \u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken.\u201c Die Gemeinde ist die Versammlung derer, die diese Gnade erfahren haben. Wer die Gnade des Herrn erfahren hat, gewinnt die F\u00e4higkeit, anderen Ruhe zu schenken.<br \/>\nDie Lasten des Lebens sind schwer. Wir tragen die Last, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, ein Zuhause zu finanzieren, Kinder zu erziehen. Sch\u00fcler tragen die Last des Lernens und der Beziehungen. Und als Teil einer Gemeinschaft tragen wir die Last des Miteinanders. In Korinth war die Gemeinde durch Spaltungen so belastet, dass der Gottesdienst wie ein Schlachtfeld wirkte. Viele Menschen meiden heute die Gemeinde wegen Konflikten. Aber selbst wenn wir Konflikten mit anderen entkommen, bleibt der Konflikt in uns selbst. Ob wir zusammenkommen oder allein sind \u2013 wir tragen Lasten.<br \/>\nJesus, der unsere Realit\u00e4t kennt, l\u00e4dt uns ein: \u201eTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis!\u201c Nur in Christus gibt es wahre Ruhe und Leben. In einer Gemeinde voller Vielfalt gibt es viele Probleme und Konflikte. Sie werden nicht \u00fcber Nacht verschwinden. Glaube w\u00e4chst nicht \u00fcber Nacht, und geistliche Reife entsteht nicht \u00fcber Nacht. Aber der neue Bund begleitet uns immer. Im Opfer Jesu haben wir immer Hoffnung. Wir sind kostbare Menschen, erkauft durch sein Blut. Der Herr l\u00e4dt uns immer wieder ein: \u201eTut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis!\u201c Ich bin ein kostbarer Besitz des Herrn. Du bist ein kostbarer Mensch, erkauft durch sein Blut.<br \/>\nPaulus sagt in Vers 33, dass wir, wenn wir zum Abendmahl zusammenkommen, aufeinander warten sollen. Aufeinander zu warten, einander zu achten \u2013 das ist das Herz Christi. Mit diesem Herzen wollen auch wir einander tragen, aushalten und warten. Wenn wir so als Gemeinschaft leben, wird Gott verherrlicht. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Download [ODT]&nbsp; [PDF] &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bibeltext&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Tut dies zu meinem Ged\u00e4chtnis! \u201eDenn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach\u2019s und sprach: Das ist mein Leib, der f\u00fcr euch gegeben wird; das tut zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,4],"tags":[],"class_list":["post-13806","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-korinther","category-predigt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13806"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13806\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13809,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13806\/revisions\/13809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ubfheidelberg.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}